745. Als der Schöpfer kam
Im Midrash Rabba1 heißt es: „Eine andere Auslegung: ‚Warum sagt Mein Volk: Wir herrschen; wir kommen nicht mehr zu Dir‘?2 Was bedeutet ‚wir herrschen‘ (radnu)? Es heißt: ‚Denn er herrschte über das ganze Gebiet jenseits des Stromes‘.“3 Sie sagten zu Ihm: „Du hast uns den Tempel gegeben und Deine Shechina (göttliche Gegenwart) daraus entfernt. Was willst Du noch von uns? Wir werden nicht mehr zu Dir kommen.“
Er sagte zu ihnen: „Wenn Ich doch jetzt in der Wüste wäre! Wo sind all die Wunder, die Ich für euch vollbracht habe?“ Darum sagt Er: „O hätte Ich doch in der Wüste eine Herberge für Reisende, dann würde Ich Mein Volk verlassen“ – dort, wo Ich gepriesen wurde, wie geschrieben steht: „Wüste und ihre Städte sollen ihre Stimme erheben, die Dörfer, die Kedar bewohnt; die Bewohner von Sela sollen jubeln.“
Ein Gleichnis erzählt von einem Herrscher, der in ein Land kam. Als die Bewohner ihn sahen, flohen sie vor ihm. Er kam in ein zweites Land, und auch dort flohen sie vor ihm. Dann kam er in eine verlassene Stadt; dort empfingen und priesen sie ihn. Der Herrscher sagte: „Diese Stadt ist besser als alle anderen Länder. Hier errichte ich einen schönen Thron, hier werde ich wohnen.“
So war es auch, als der Schöpfer zum Meer kam: Es floh vor Ihm, wie geschrieben steht: „Das Meer sah es und floh“, und ebenso: „Die Berge hüpften wie Widder.“ Dann kam Er in die verlassene Wüste; sie empfing und pries Ihn, wie geschrieben steht: „Wüste und ihre Städte sollen ihre Stimme erheben, die Dörfer, die Kedar bewohnt; die Bewohner von Sela sollen jubeln.“ „Diese Stadt ist besser für Mich als alle anderen Länder. Dort errichte Ich eine Versammlungsstätte und wohne darin.“ Da begannen sie sich zu freuen, dass der Schöpfer darin wohnt, wie geschrieben steht: „Wüste und dürres Land sollen sich freuen.“
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026