728. Glaube – 2
„Rabbi Tarfon sagt: ‚Der Tag ist kurz, die Arbeit ist groß, die Arbeiter sind träge, der Lohn ist groß, und der Geschäftsherr drängt‘.“1 Das bedeutet: Wenn ein Mensch glaubt, dass es einen Geschäftsherrn gibt und dass kein Palast ohne Lenker sein kann, und wenn er vollständig erkannt hat, dass es einen Geschäftsherrn gibt, dann spürt er den Druck. Es ist wie bei einem Menschen, der sich in einem verschlossenen Haus ohne Luft befindet. Er spürt die Bedrängnis und tut alles, was in seiner Macht steht – bis hin zur Selbstaufopferung –, um Luft zu bekommen. Denn er sagt: „Wenn ich keine Luft bekomme, werde ich ohnehin sterben.“
Wenn ein Mensch ebenso glaubt, dass die Welt einen Geschäftsherrn hat, spürt er den dringenden Bedarf, die Luft der Heiligkeit (Kedusha) zu erlangen. Andernfalls sieht er, dass er stirbt. Deshalb tut er alles, was in seiner Macht steht, um die Luft der Heiligkeit zu erlangen. Daraus folgt: Nur der Geschäftsherr drängt. Denn sein Glaube daran, dass es einen Geschäftsherrn gibt, lässt ihn den Druck und den Bedarf an der Luft der Heiligkeit spüren.
Dann sieht er, dass der Tag kurz, die Arbeit groß und die Arbeiter träge sind. Er sieht auch, dass der Lohn groß ist: Die Anhaftung (Dwekut) an Ihn bereitet einen wunderbaren Genuss, größer als alle Genüsse dieser Welt. Und er spürt, dass dieser Genuss nicht nur so groß ist, sondern dass man ohne ihn nicht leben kann.
Darauf bezieht sich auch: „Wenn du viel Tora gelernt hast, gibt man dir großen Lohn. Der Herr deiner Arbeit ist zuverlässig und wird dir den Lohn für dein Wirken zahlen. Und wisse: Der Lohn der Gerechten (Zaddikim) wird ihnen in der Zukunft gegeben.“
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Sprüche der Väter 2:15. ↩