708. Das Gebet der Gerechten
„Der Schöpfer verlangt nach dem Gebet (Tefilla) der Gerechten.“
Ein Gebet gibt es gerade dort, wo ein Mangel besteht, denn wer betet, entdeckt, dass ihm etwas fehlt. Der Mangel ist das Kli (Gefäß), das die Fülle in sich halten kann, damit das, was ihm gegeben wird, nicht verloren geht. Denn in dem Maß, wie wichtig ihm die Sache ist, bemüht er sich, das Geschenk zu bewahren.
Dies ist die Bedeutung von: „Wer ist unvernünftig? Derjenige, der verliert, was ihm gegeben wird“, denn er schätzt den Wert des Geschenks nicht. Wie geschrieben steht: „Besser ein armes, aber weises Kind als ein alter, unvernünftiger König, der nicht mehr weiß, sich in Acht zu nehmen.“ So lassen Gebet und Sehnsucht in ihm Wertschätzung entstehen. Deshalb verlangt der Schöpfer nach dem Gebet der Gerechten.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026