712. Der Wille und der Verstand
Der Wille und der Verstand. Der Wille ist das Wesen, und er herrscht. Ihm stehen viele Diener zur Verfügung: ein Berater, der „Verstand“ genannt wird, und Knechte, die das Gewollte ausführen – Hände und Füße, Augen, Ohren, Nase usw.
Obwohl der Verstand einsichtsfähig ist und der Wille keinen Verstand besitzt, herrscht dennoch der Wille. Man kann es mit einem reichen Mann vergleichen, der zahlreiche Handelsunternehmen in aller Welt besitzt. In jedem Unternehmen hat er hervorragende, äußerst kluge Geschäftsführer und hervorragende Rechtsanwälte, die den Geschäftsführern zur Verfügung stehen.
Der Mann stirbt und hinterlässt das Erbe seinem Sohn. Dieser ist noch ein Kind und kennt sich mit Geschäften noch nicht aus. Bei allem, was er wissen oder tun möchte, muss er sich mit den fachkundigen Geschäftsführern und den Rechtsanwälten beraten, die ihm zur Verfügung stehen. Dennoch ist dieses Kind der wahre Geschäftsherr – nicht die klugen Geschäftsführer. Ebenso verhält sich der Wille zum Verstand.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026