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748. Die Ursache erneuern

„Bei jeder Frau, mit der weder er noch andere eine Eheschließung (Kidushin) vollziehen können, ist das Kind wie sie. Um wen handelt es sich? Um das Kind einer Sklavin oder einer Nichtjüdin. Woher wissen wir dies bei einer kanaanitischen Sklavin? Rav Huna sagte: Die Schrift sagt: ‚Bleibt hier bei dem Esel.‘ Das hebräische Wort ‚bei‘ [im] kann auch ‚Volk‘ [am] bedeuten: ein Volk, das einem Esel gleicht. Daraus folgt, dass eine Eheschließung mit ihr nicht wirksam wird. Woher wissen wir, dass ihr Kind wie sie ist? Die Schrift sagt: ‚Die Frau und ihre Kinder sollen ihrem Herrn gehören.‘“

Woher wissen wir dies bei einer Nichtjüdin? Die Schrift sagt: „Du sollst dich nicht mit ihnen verschwägern.“ Daraus folgt, dass eine Eheschließung mit ihr nicht wirksam wird. Woher wissen wir, dass ihr Kind wie sie ist? Rabbi Yochanan sagte im Namen von Rashbi: Die Schrift sagt: „Denn er wird deinen Sohn davon abbringen, Mir zu folgen.“ Dein Sohn, der von einer Israelitin stammt, heißt dein Sohn; dein Sohn, der von einer Götzendienerin stammt, heißt nicht dein Sohn, sondern ihr Sohn.1

Dies ist im Sinne der ethischen Lehre zu verstehen:

Eheschließung (Kidushin) bezeichnet einen Mann, der der Heiligkeit (Kedusha) würdig wird.

Kind bezeichnet Erkenntnisse, die bei der Arbeit helfen.

Israelitin bezeichnet die heilige Shechina (göttliche Gegenwart).

Sklavin und Nichtjüdin bezeichnen die Sitra Achra (andere Seite). Die kanaanitische Sklavin bezeichnet eine Klipa (Schale) des Esels; dieser steht für Liba (Herz). Die Nichtjüdin bezeichnet die Klipa des Ochsen; dieser steht für Mocha (Verstand).

„Das Kind ist wie sie“ bezeichnet Tora und Arbeit: Die Erkenntnisse und Empfindungen, die der Mensch durch Tora und Arbeit erlangt, sind wie die Mutter. Sie besitzen keinen eigenständigen Wert; ihr Status entspricht vielmehr dem der Absicht, also dem verpflichtenden Beweggrund. Entscheidend ist, welche Ursache ihn dazu verpflichtet, sich mit Tora und Arbeit zu befassen. Die Ursache heißt „Mutter“, weil sie die Verpflichtung hervorbringt, mit der er sich Tora und Arbeit widmet.

So ist auch „dein Sohn, der von einer Israelitin stammt“ zu verstehen: Wenn die Ursache, die ihn zur Arbeit verpflichtet, die heilige Shechina ist, kann man von „deinem Sohn“ sprechen. Denn, wie oben gesagt, folgt die Wirkung immer der Ursache.

Das gilt auch während der Vorbereitung. Selbst wenn er noch nicht würdig geworden ist, in die Heiligkeit einzutreten, dies aber möchte, heißt die Ursache – sein Verlangen, der Heiligkeit würdig zu werden – „Israelitin“. Und auch die Wirkung, also Tora und Arbeit, mit denen er der Heiligkeit würdig werden will, wird bereits nach ihr benannt.

Umgekehrt gilt: Wenn die verpflichtende Ursache von Götzendienst und einer kanaanitischen Sklavin bestimmt wird, dann werden Tora und Arbeit bereits nach den Klipot benannt, obwohl der Mensch noch nicht an diesen Klipot angehaftet ist.

Darum muss der Mensch die Ursache immer erneuern, damit die Wirkung bereits nach der Ursache benannt wird.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Kidushin 68b. ↩