806. Esaus Kopf ist heilig
Als Jakob zu Isaak ging, um die Segnungen zu empfangen, warum sagte er ihm nicht, dass die Segnungen ihm zustehen, weil er das Erstgeburtsrecht gekauft hatte? Rashi erklärt Esaus Worte „Er hat mich nun zweimal überlistet“ so, dass Jakob ihm das Erstgeburtsrecht durch Täuschung genommen hatte. Isaak antwortete: „Er soll auch gesegnet sein.“ Daraus folgt, dass Isaak den Verkauf des Erstgeburtsrechts berücksichtigte und Jakob die Segnungen deshalb zustanden.
Warum sagte Jakob dann nicht zu Isaak, dass die Segnungen ihm zustehen, weil er nun der Erstgeborene ist?
Um dies zu verstehen, wollen wir zunächst erklären, was im Namen des ARI (R. Jizchak Luria) geschrieben steht: Esaus Kopf ist heilig, nur sein Körper ist unrein. Baal HaSulam erklärte, dass sich jede Stufe in Rosh und Guf ausbreitet. Rosh bezeichnet den Zustand, in dem sie nicht empfängt; Guf bezeichnet den Zustand, in dem die Fülle sich in die Kelim (Gefäße) einkleidet.
Die Linke Linie ist in ihrem Aspekt von Rosh immer heilig, denn Rosh bezeichnet den Widerstand gegen die Einkleidung. Nur wenn es zum Empfangen kommt, darf man die Linke Linie nicht empfangen. Das heißt: Von Peh (Mund) aufwärts darf man herabziehen, von Peh abwärts jedoch nicht.
Deshalb steht geschrieben: „Und Isaak liebte Esau, denn Wildbret war in seinem Mund.“ Das heißt, er zeigte Isaak, dass er alles Gute nur bis zum Peh empfängt, aber nicht unterhalb von Peh.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026