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803. Die Reihenfolge der Weitergabe der Weisheit

Für jemanden, der sich nach dieser Weisheit sehnt, ist der erfolgreichste Weg, einen weisen, echten Kabbalisten zu suchen und ihm in allem zu gehorchen, was er ihm auferlegt, bis er würdig wird, die Weisheit aus eigenem Verstand zu verstehen. Das ist der erste Aspekt. Danach wird er würdig, sie mündlich übermittelt zu bekommen; das ist der zweite Aspekt. Anschließend gelangt er zum Verständnis des Geschriebenen. Denn dann erbt er von seinem Lehrer mit Leichtigkeit die ganze Weisheit und ihre Hilfsmittel, und ihm bleibt seine gesamte Zeit, um sie zu erweitern und sich weiterzuentwickeln.

In Wirklichkeit gibt es jedoch noch einen zweiten Weg: Aufgrund der großen Sehnsucht und des starken Verlangens eines Menschen erschließt sich ihm die Ehrfurcht (Jira) vor dem Himmel, und er erlangt aus eigener Kraft alle Quellen. Das ist der erste Aspekt. Danach muss er sich allerdings sehr anstrengen und große Mühe aufwenden, bis er einen weisen Lehrer findet, vor dem er sich beugen, auf den er hören und von dem er die Weisheit durch Weitergabe von Mund zu Mund empfangen kann. Das ist der zweite Aspekt. Anschließend gelangt er zum dritten Aspekt.

Da er sich nicht von Anfang an auf einen weisen Kabbalisten stützt, kommen ihm die Erlangungen nur mit großer Mühe, die viel Zeit in Anspruch nimmt. Dadurch bleibt ihm nur wenig Zeit, sich in der Weisheit zu vertiefen. Manchmal geschieht es auch, dass der Verstand erst viel später kommt, wie geschrieben steht: „Und sie sterben ohne Weisheit.“ Das sind neunundneunzig von hundert, die bei uns „jene, die eintreten und nicht herauskommen“ genannt werden.

Doch auch auf dem ersten Weg sind nicht alle erfolgreich. Denn die meisten werden, nachdem sie der Erlangung würdig geworden sind, überheblich und können sich der Disziplin ihres Lehrers nicht in dem erforderlichen Maß unterordnen. Dann ist der Weise gezwungen, die wesentlichen Inhalte der Weisheit vor ihnen zu verbergen.

All dies betrifft die Weitergabe der Weisheit. Für sie gelten bedeutende und strenge Bedingungen, die aus zwingenden Gründen hervorgehen. Deshalb gelingt es nur sehr wenigen, in den Augen ihres Lehrers Gunst zu finden, bis er sie dieser Sache für würdig hält.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026