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812. Weiche vom Bösen und tue Gutes – 3

Die Arbeit des Menschen beginnt mit „Tue Gutes“. Dann kann er „Weiche vom Bösen“ erfüllen. Denn aufgrund seiner Erziehung kann er das Böse noch nicht als böse erkennen. Vielmehr sehnt er sich danach, die Begierden seines Herzens zu stillen, weil es ihm großen Genuss bereitet, seine Sehnsüchte zu erfüllen.

Wenn man ihm sagt, dass das Stillen der Begierden seines Herzens etwas Böses ist, weiß er nicht, warum. Vielmehr muss er über dem Verstand glauben, dass es etwas Böses ist und dass man von diesem Weg abweichen muss.

Ebenso empfindet er nichts Gutes, wenn er beginnt, sich mit „Tue Gutes“ zu befassen, zum Beispiel Zizit (Schaufäden) anzulegen. Denn beim Anlegen der Zizit empfindet er keinerlei Genuss, sodass er sagen könnte, dies sei etwas Gutes. Vielmehr muss er auch über dem Verstand glauben, dass es etwas Gutes ist.

Wenn er später diesen Weg über dem Verstand geht, sowohl hinsichtlich des Guten als auch hinsichtlich des Bösen, lässt man ihn vom Himmel einen gewissen Geschmack an „Tue Gutes“ kosten. In dem Maß, in dem er bei der Erfüllung der positiven Mizwot Gutes empfindet, beginnt er, an bösen Dingen einen schlechten Geschmack zu empfinden. Dann empfindet er bereits das Gute in „Tue Gutes“ und das Böse in „Weiche vom Bösen“. So hat er Lohn und Strafe in dieser Welt.

Anders ist es bei denen, die arbeiten, um eine Belohnung zu empfangen. Durch den Glauben an Lohn und Strafe erfüllt ein solcher Mensch „Weiche vom Bösen“, obwohl er in den Sehnsüchten seines Herzens Genuss empfindet. Dennoch hält er sich von den Genüssen fern, damit er in der Kommenden Welt keine Strafen erleidet.

Ebenso ist er, wenn er „Tue Gutes“ erfüllt, bereit, die positiven Mizwot auszuführen, obwohl er dabei keinerlei Geschmack empfindet. Da er jedoch glaubt, dafür Lohn zu erhalten, hat er die Kraft, sie zu erfüllen.

Wenn er dagegen arbeiten will, ohne eine Belohnung zu empfangen, stellt sich die Frage: Für wen erfüllt er „Weiche vom Bösen und tue Gutes“? Gewiss muss er sagen, dass dies die Mizwa des Königs ist. Doch dann stellt sich die Frage: Wozu braucht der König das? Schließlich hat Er keinen Mangel, sodass Ihm die Tora und die Mizwot der Unteren fehlen würden.

Gewiss ist es für uns bestimmt, damit wir uns selbst korrigieren. Dann beginnt der Mensch zu prüfen, welchen Nutzen er davon hat. Daher besteht die erste Arbeit im Glauben über dem Verstand. Danach erhält er Hilfe vom Himmel. Dies wird „ein Leuchten aus der Höhe“ genannt, bis er NaRaNChaY seiner Seele erlangt.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026