836. Diener und Sohn
„Alles, was ein Diener erwirbt, erwirbt sein Herr.“
Es gibt den Aspekt des Dieners und den Aspekt des Sohnes. „Diener“ heißt ein Mensch, wenn er sagt, dass er keinerlei eigene Verfügungsgewalt besitzt. Dies ist die Bedeutung der Worte: „Alles, was ein Diener erwirbt, erwirbt sein Herr.“ Er hat keine Verfügungsgewalt über sich selbst; sein ganzes Streben ist vielmehr darauf gerichtet, seinem Herrn Wohlgefallen zu bereiten. Dann gilt, dass er ausschließlich mit dem Guten Trieb arbeitet.
„Sohn“ heißt ein Mensch, wenn er bereits dessen würdig ist, dem Schöpfer auch mit dem Bösen Trieb (Jezer haRa) zu dienen. Das bedeutet, dass er dessen würdig ist, alles Gute vom Schöpfer zu empfangen. Dann wird er dessen gewürdigt, dass der Schöpfer ihm gibt, wie ein Vater, der nur dafür sorgt, den Wunsch seiner Söhne zu erfüllen. So steht geschrieben: „Wie ein Vater sich seiner Söhne erbarmt.“ Ein „Sohn“ ist demnach jemand, der empfängt, jedoch mit der Absicht zu geben.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026