<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek
Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 838. Die Wahrhaftigkeit der Vorsehung

838. Die Wahrhaftigkeit der Vorsehung

Bekanntlich besteht das Schöpfungsziel (Mattarat haBeria) darin, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Doch man kann dieses Ziel nicht erlangen, bevor man sich durch die Angleichung der Form korrigiert hat; dies wird als Eigenschaft Chessed (Gnade) bezeichnet. Danach wird man das Ziel erlangen, das als Wahrheit bezeichnet wird. Dann wird die Wahrhaftigkeit Seiner Vorsehung erkennbar – dass Er gut ist und Gutes tut.

Wir sehen, dass der Vers sagt: „Was fordert der Ewige, dein Gott, von dir, außer Ehrfurcht (Jira) vor Mir?“ Der Mensch muss also Ehrfurcht vor dem Himmel erlangen. Nur darum muss er sich bemühen, wie geschrieben steht: „außer Ehrfurcht.“ Dies wird als Glaube bezeichnet: Der Mensch muss an den Schöpfer glauben, wie unsere Weisen sagten: „Das Auge sieht, das Ohr hört, und all deine Taten werden in ein Buch geschrieben.“

Der Mensch kann prüfen, ob er daran glaubt. Denn er kann die Furcht vor einem Menschen als Beispiel nehmen. Wenn jemand etwa durch das Fenster in das Haus seines Freundes blickt, wird er gewiss nur das tun, was in den Augen seines Freundes gut ist, und ganz sicher nichts, was unangebracht wäre.

Wenn der Mensch also allein in einem Zimmer ist und daran glaubt, dass „das Auge sieht“, kann er gewiss nichts tun, was dem Schöpfer missfällt – ebenso wie er nichts Schlechtes tun würde, während sein Freund ihn beobachtet.

Wenn der Mensch daher sieht, dass er Dinge tut, die nicht dem Willen des Schöpfers entsprechen, muss er sich gewiss eingestehen, dass er nicht an „das Auge sieht“ glaubt. Andernfalls wäre es ihm nicht möglich, solche Dinge zu tun.

Ebenso würde er gewiss keine schlechten Gedanken denken, wenn sein Freund in seine Gedanken blicken könnte und er selbst wüsste, was sein Freund denkt, denn er würde sich vor seinem Freund nicht bloßstellen wollen.

Wenn der Mensch demnach glaubt, dass der Schöpfer die Gedanken kennt, wie kann er dann Gedanken haben, die nicht dem Willen des Schöpfers entsprechen? Daran erkennt er, dass er keinen wahren Glauben hat. Dies ist daher eine wahre Prüfung, ob er Glauben besitzt.

Wenn der Mensch sieht, dass sein Glaube nicht in Ordnung ist, gilt dies als Zeichen dafür, dass ihm Ehrfurcht vor dem Himmel fehlt und er darauf angewiesen ist, dass der Schöpfer sie ihm sendet.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026