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845. Keiner ist heilig wie der Schöpfer

„Keiner ist heilig wie der Schöpfer.“ Der Sohar fragt: Gibt es denn einen Heiligen, der geringer ist als der Schöpfer? „Kein Fels ist wie unser Gott.“ Das lässt darauf schließen, dass es einen anderen Fels gibt, der nur ein wenig geringer ist als der Schöpfer. Vielmehr gibt es Heilige, Engel und Seelen, und sie alle empfangen Heiligkeit (Kedusha) vom Schöpfer. Anders verhält es sich mit „denn es gibt keinen außer Dir“: Vielmehr bist Du es, der ihnen Heiligkeit gibt.1

Wir sollten fragen, worauf uns dies in der spirituellen Arbeit hinweist. Wie sehr der Mensch sich in der Arbeit auch überwunden und angestrengt hat, um des Heiligen würdig zu werden, wie geschrieben steht: „Ihr sollt heilig sein, denn Ich bin heilig“, muss er wissen, dass all seine Arbeit ihm überhaupt nichts nützt, sondern alles vom Schöpfer kommt.

Mit anderen Worten: Alle Heiligkeit, die der Mensch in sich zu haben empfindet, kommt ihm vom Schöpfer zu. Dies ist die Bedeutung davon, dass es keine Heiligkeit gibt – also keinerlei Heiligkeit in der Welt –, die der Mensch aus eigener Kraft erlangen könnte; vielmehr kommt alles vom Schöpfer. Darüber steht geschrieben: „Keiner ist heilig wie der Schöpfer, und kein Fels ist wie unser Gott.“

Es ist bekannt, dass die Gefäße beim Namen Elokim genannt werden und die Lichter bei den Namen HaWaYaH genannt werden. Dies ist die Bedeutung von „kein Fels“: Der Mensch sieht, dass er Gefäße des Gebens besitzt. Bei ihm wurde etwas Neues erschaffen, und dies wird „Fels“ genannt. Das heißt, anstelle der Gefäße des Empfangens, die er besaß, wurden in ihm Gefäße des Gebens gestaltet. Der Mensch darf nicht auf den Gedanken kommen, er habe dem Schöpfer irgendwie geholfen und dadurch Gefäße des Gebens erlangt. Vielmehr kommt alles von oben.

Bekanntlich sagte mein Vater und Lehrer, dass der Mensch vor der Arbeit sagen muss: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“, und nach der Arbeit muss er an die Hashgacha Pratit (Persönliche Vorsehung) glauben, das heißt daran, dass der Schöpfer alles tut. Dies ist die Bedeutung dessen, was dort geschrieben steht: „Der Schöpfer gestaltet eine Form im Inneren einer Form.“ Das lässt sich so erklären: Im Inneren der Form der Gefäße, die dem Empfangen dienen, gestaltet Er die Form des Gebens.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Sohar, Tasria, S. 13, Punkt 37. ↩