869. Trauung
„Bei jeder Frau, bei der eine Trauung weder mit ihm noch mit anderen zustande kommt, hat das Kind denselben Status wie sie. Und wer ist das? Das Kind einer Sklavin oder einer Nichtjüdin.“ Woher wissen wir dies bei einer kanaanitischen Sklavin? Rav Huna sagte: Die Schrift sagt: „Bleibt ihr hier mit dem Esel“ – mit einem Volk, das einem Esel gleicht. Daraus lernen wir, dass eine Trauung mit ihr nicht zustande kommt.
„Ihr Kind hat denselben Status wie sie“, denn die Schrift sagt: „Die Frau und ihre Kinder sollen ihrem Herrn gehören.“ Woher wissen wir dies bei einer Nichtjüdin? Die Schrift sagt: „Du sollst dich nicht mit ihnen verschwägern.“ Daraus lernen wir, dass eine Trauung mit ihr nicht zustande kommt. Woher wissen wir, dass ihr Kind denselben Status wie sie hat? Rabbi Yochanan sagte im Namen von Rabbi Shimon ben Yochai: Die Schrift sagt: „Denn er wird deinen Sohn davon abbringen, Mir zu folgen.“ Dein Sohn, der von einer Israelitin stammt, wird dein Sohn genannt; dein Sohn, der von einer Götzendienerin stammt, wird nicht dein Sohn, sondern ihr Sohn genannt.1
Im Sinne der spirituellen Arbeit bezeichnet „Trauung“ (Kidushin, wörtlich „Heiligung“) einen Menschen, der Heiligkeit (Kedusha) erlangt. Mit „Kind“ werden Einsichten bezeichnet, die bei der Arbeit helfen. Die „Israelitin“ bezeichnet die heilige Shechina (göttliche Gegenwart). Sklavin und Nichtjüdin bezeichnen die Sitra Achra (andere Seite). Sie heißt die Klipa (Schale) des Esels – das ist die „Sklavin“ – und die Klipa des Stiers heißt „Nichtjüdin“.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Kidushin 68b. ↩