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874. Ruhe und Freude – Licht für die Juden

„Ruhe und Freude, Licht für die Juden.“1 Das bedeutet, dass dies nur für die Juden Licht heißt, während Ruhe und Freude bei den Völkern der Welt als Finsternis gelten. Kann das sein? Wer möchte keine Ruhe und Freude? Ebenso müssen wir verstehen, wie unsere Weisen den Vers auslegten: „Da kam die Taube gegen Abend zu ihm zurück, und siehe, ein frisch gepflücktes Olivenblatt war in ihrem Schnabel.“ Sie sagten: „‚In ihrem Schnabel‘ bedeutet: als Ausspruch. Sie sagte: ‚Meine Nahrung sei bitter wie eine Olive aus der Hand des Schöpfers und nicht süß wie Honig aus der Hand von Fleisch und Blut‘.“2

Ebenso müssen wir verstehen, was unsere Weisen sagten: „Rabbi Yochanan und Rabbi Elasar sagten beide: Sobald ein Mensch auf andere Geschöpfe angewiesen ist, wechselt sein Gesicht die Farbe wie Kerum3, wie geschrieben steht: ‚Wie ein Kerum ist die Schande für die Menschenkinder‘.“4

Um all dies zu verstehen, muss man wissen: Von Ruhe kann man nur nach Anstrengung sprechen. Da hier von Juden die Rede ist, geht es um Dinge, die Juden betreffen, also um den Dienst für den Schöpfer. Daher sprechen wir von der Arbeit, die der Mensch als Heilige Arbeit verrichten muss: dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Deshalb wurden uns die sechs Werktage gegeben, damit wir mit dem Körper daran arbeiten, aus der Eigenliebe herauszukommen und dem Schöpfer zu geben.

Da der Körper dem nicht zustimmt, weil es seiner Natur widerspricht, beginnt die Anstrengung. Anstrengung bedeutet, etwas zu tun, womit der Körper nicht einverstanden ist, und gegen seine Meinung und seinen Willen zu gehen. Das ist eine große Anstrengung, denn der Körper bringt ihm mit allen möglichen ungerechten Einwänden bei, dass von ihm Dinge verlangt werden, die der Verstand nicht ertragen kann. So steht im heiligen Sohar: „Das ist die Bedeutung der Worte: ‚Und sie kehrten von der Erkundung des Landes zurück.‘ ‚Sie kehrten zurück‘ bedeutet, dass sie zur bösen Seite zurückkehrten. Sie sagten: ‚Was haben wir bis heute davon gehabt? Wir haben uns in der Tora abgemüht, und das Haus ist leer … Wer wird jener Welt würdig sein, und wer wird in sie eintreten? Es wäre besser gewesen, wir hätten uns nicht so sehr angestrengt … Aber wer kann ihrer würdig werden? … Auch die Nachkommen des Riesen haben wir dort gesehen.‘ Das heißt, man braucht einen starken Körper, mächtig wie ein Löwe. Was sagten diejenigen, die Glauben hatten? ‚Wenn der Schöpfer Gefallen an uns hat, wird Er es uns geben‘.“5

Daraus folgt: Was die Kundschafter sagten, war keine Lüge. Vielmehr hätten sie über dem Verstand glauben müssen, dass der Schöpfer uns helfen kann, wenn Er Gefallen an uns hat. So sagten unsere Weisen: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ Das meint der heilige Sohar, wenn er sagt, dass die Menschen des Glaubens sprachen: „Wenn der Schöpfer Gefallen an uns hat …“ Dann offenbart der Schöpfer Seine Herrlichkeit, und man beginnt, die Herrlichkeit des Schöpfers zu empfinden. Nur das fehlt uns. Denn bei uns gilt die Arbeit des Gebens als Zustand der Shechina (göttliche Gegenwart) im Exil: Unser Körper empfindet die Bedeutung des Königs nicht. Deshalb schätzt er es nicht, Ihm zu dienen, für Ihn zu arbeiten, den ganzen Tag an Ihn zu denken und daran, womit er Ihm Wohlgefallen bereiten kann.

Empfindet der Mensch dagegen die Bedeutung des Königs, so wirkt die Kraft, die in unserer Natur liegt, einem bedeutenden Menschen zu dienen. Das bereitet ihm keinerlei Anstrengung. Im Gegenteil, den ganzen Tag sehnt er sich danach, herauszufinden, wie und womit er ihm einen Dienst erweisen kann. Er erwartet keine Gegenleistung für seine Arbeit, denn die Arbeit selbst ist sein Lohn.

Ein Beispiel: Der Größte der Generation kommt zum Flughafen, und die ganze Stadt zieht aus, um ihn zu begrüßen. Er hat einen kleinen Koffer bei sich. Dieser Weise wählt einen der Einwohner aus, gibt ihm den Koffer und lässt ihn zu seiner Unterkunft tragen. Danach möchte er ihn für seine Mühe bezahlen, weil er sein Gepäckträger war. Da er ein sehr bedeutender Mensch ist, will er einen Lohn zahlen, als wäre es ein großes Gepäckstück gewesen, für das man eine beträchtliche Summe bezahlen müsste. So möchte er ihm für die geringe Mühe als Gepäckträger viel Geld geben.

Gewiss wird dieser Mann keine Gegenleistung für seine Arbeit annehmen. Weil der Weise ein bedeutender Mensch ist, hat jede Geldsumme, die er ihm zahlen könnte, keinen Wert gegenüber der Freude darüber, dass der Weise gerade ihn erwählt hat, ihm zu dienen, und keinen anderen Einwohner der Stadt. Das liegt in der Natur des Menschen und kostet ihn keine Anstrengung. Im Maß der Bedeutung des Weisen wächst vielmehr die Freude darüber, ihm gedient zu haben.

Es zeigt sich, dass die Arbeit selbst der Lohn ist. Er erwartet keinen anderen Lohn. Im Gegenteil: Jede Gegenleistung, die er für die Arbeit erhalten könnte, wird gegenüber der Arbeit selbst bedeutungslos und annulliert. Dass er dieser Arbeit würdig wurde, ist sein Lohn. Dient er hingegen einem einfachen Menschen, bei dem es keine Bedeutung hat, ihm zu dienen, dann hält der Körper es nicht für lohnend, zum Nutzen des Nächsten zu arbeiten, und erst recht nicht zum Nutzen des Schöpfers. Denn bei der Arbeit für den Schöpfer kommt noch der Glaube hinzu, und auch das ist keineswegs einfach.

Wenn daher der Schabbat kommt und das Licht des Schabbat im Aspekt des Namens des Schöpfers leuchtet – wie im heiligen Sohar geschrieben steht, dass der Schabbat die Offenbarung Seines Namens bedeutet –, dann offenbart sich die Bedeutung des Schöpfers. Dadurch kommt der Mensch von seiner Anstrengung zur Ruhe: Der Körper wollte nicht arbeiten, um zu geben, weil er die Bedeutung des Schöpfers nicht empfand. Wenn man jedoch das Licht des Schabbat empfindet, stimmt der Körper der Arbeit zu, um zu geben. Denn für ihn ist es von großer Bedeutung, dass er würdig wurde, dem Schöpfer zu dienen. Dann will er keine Gegenleistung, weil alles, was man ihm geben könnte, keinen Wert gegenüber dem Dienst hat, den er verrichtete, als er dem Schöpfer diente.

Daraus folgt: Seine Ruhe besteht darin, dass er würdig wurde, die Bedeutung des Schöpfers zu empfinden. Das brachte den Körper dazu, nun ausschließlich zu arbeiten, um dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, und darin liegt seine Freude. Doch woher kam ihm das Empfinden für die Bedeutung des Schöpfers? Durch das Licht des Schabbat. Deshalb heißt es „Ruhe und Freude“: Sie kommen dadurch, dass „Licht für die Juden“ kommt. Der Schabbat leuchtet nur den Juden. Daher heißt es: Ruhe und Freude kommen vom Licht für die Juden. Zu den Völkern der Welt hingegen kommt das Licht des Schabbat nicht.

An den Werktagen ist es anders. Dann heißt der Zustand „Shechina im Exil“, denn die Bedeutung des Schöpfers leuchtet nicht in einer Weise, die es lohnend erscheinen lässt, Ihm zu dienen. Dies wird „Shechina im Staub“ genannt. Wie Staub keine Bedeutung hat, so ist auch seine Arbeit ohne Bedeutung. Wenn er dann seine Arbeit nur verrichten will, um zu geben, muss er sich sehr anstrengen. Der Körper behauptet nämlich: „Da du die Bedeutung des Schöpfers nicht empfindest, arbeite für dich selbst“, also nur um Lohn.

Das heißt: Du musst immer in der eigenen Hand behalten, wofür du arbeitest, und darfst auf kein Empfangen für dich selbst verzichten, sobald du einen Geschmack des Genusses empfindest. Denn genau das bestimmt: Was Genuss bringt, tun wir; und wenn er nicht sieht, dass etwas ihm Genuss bringen wird, warum sollte er sich darum bemühen? Daher fragt der Körper: „Warum solltest du dich anstrengen und arbeiten, auf den eigenen Nutzen verzichten und zum Nutzen des Schöpfers arbeiten, also dem Schöpfer Wohlgefallen bereiten?“

Damit verstehen wir die Aussage unserer Weisen, dass die Taube sprach: „Lieber soll meine Nahrung bitter wie eine Olive aus der Hand des Schöpfers sein als süß wie Honig aus der Hand von Fleisch und Blut.“ Auf den ersten Blick widerspricht dies der Aussage unserer Weisen: „Sobald ein Mensch auf andere Geschöpfe angewiesen ist, wechselt sein Gesicht die Farbe wie Kerum, wie geschrieben steht: ‚Wenn Niedrigkeit unter den Menschen hoch erhoben wird.‘“ Daraus folgt: Wenn die Nahrung in die Hände von Fleisch und Blut gelegt ist, der Mensch seine Nahrung also von anderen Geschöpfen empfangen muss, ist sie nicht süß. Im Gegenteil, sein Gesicht wechselt die Farbe wie Kerum.

Ebenso loben wir im Tischgebet den Schöpfer und bitten Ihn: „Und bitte, lass uns, Schöpfer, unser Gott, weder auf die Geschenke von Fleisch und Blut noch auf ihre Darlehen angewiesen sein, sondern nur auf Deine volle Hand.“ Daraus folgt: Wenn die Nahrung von Fleisch und Blut abhängt, ist sie nicht süß; gerade aus der Hand des Schöpfers ist sie süß. Hier aber sagt die Taube genau das Gegenteil: Aus der Hand des Schöpfers sei sie bitter wie eine Olive, aus der Hand von Fleisch und Blut dagegen süß wie Honig. Wir sehen also, dass die Worte der Taube der Wirklichkeit widersprechen.

Auch müssen wir verstehen, warum die Taube sagte, aus der Hand des Schöpfers sei die Nahrung bitter wie eine Olive. Warum sollte die Nahrung aus der Hand des Schöpfers bitter wie eine Olive sein? Da die Taube dies sagte, muss es eine solche Wirklichkeit geben. Doch warum muss sie so sein? Warum hat der Schöpfer eine solche Wirklichkeit geschaffen?

Um das Gesagte zu verstehen, müssen wir zunächst klären, was „aus der Hand des Schöpfers“, was „aus der Hand von Fleisch und Blut“ und was „Nahrung“ bedeutet.

Als Nahrung bezeichnet man das, womit der Mensch sich ernährt. Indem er Nahrung empfängt und sich von ihr ernährt, gelangt er zu verschiedenen Arten von Genuss: durch Essen, Trinken und Schlaf, durch Geld, Ehre und Ähnliches. Aus all diesen Dingen empfängt er Befriedigung. Er sagt, für all die Nahrung, die er zur Versorgung seines Körpers erlangt hat, lohne es sich zu leben, damit er diese Nahrung empfangen kann, die ihn belebt, sofern er das Gewünschte erhält. Wenn er später Bilanz zieht, nachdem er all die Dinge erlangt hat, nach denen er sich sehnte, sagt er, es habe sich gelohnt, erschaffen zu werden, und es lohne sich zu leben.

Ebenso sehen wir, dass Menschen oftmals viele Dinge besitzen, ihnen nichts fehlt und sie alles Gute haben, aber dennoch nichts, wovon sie sich ernähren können. Es gibt viele sehr reiche Menschen auf der Welt, die ihr Leben trotzdem nicht genießen, weil sie nichts haben, wovon sie sich ernähren können.

Der Grund dafür steht in der Einführung in das Buch Sohar: Jeder Genuss, den der Mensch empfangen kann, kommt gerade von Dingen, nach denen er sich sehnt. Dem Maß der Sehnsucht nach einer Sache entspricht das Maß, in dem er sie genießen kann – nicht weniger und nicht mehr. Das Maß des Genusses an einer Mahlzeit entspricht dem Maß des Hungers, und der Genuss am Trinken geht nicht über das Maß des Durstes hinaus. So sagten unsere Weisen: Wer Wasser trinkt, um seinen Durst zu stillen, spricht den Segen: „Alles ist durch Sein Wort geworden.“ Denn wenn er genießt, kann er für den Genuss danken. Ebenso gibt es Genuss an der Ruhe nur im Maß der vorausgegangenen Anstrengung.

Daher fehlt sehr reichen Menschen, denen nichts fehlt, auch nichts, wonach sie sich sehnen könnten, denn sie besitzen alles Gute. Sehnsucht ist nur dort möglich, wo ein Mangel besteht. Selbst zur Ruhe haben sie keinen Bezug, weil sie nicht arbeiten und für all ihre Geschäfte viele Verwalter haben. An Essen und Trinken fehlt es ihnen ebenso wenig wie an kostbarer Kleidung, schönen Häusern und Ähnlichem. Weil ihnen also die Sehnsucht fehlt, fehlt ihnen zwangsläufig auch der Genuss. Sie haben nichts, wovon sie sich ernähren könnten, und gelten als arm, weil sie keine Nahrung haben.

Nun können wir erklären, was die Taube meinte: „Lieber soll meine Nahrung bitter wie eine Olive aus der Hand des Schöpfers sein als süß wie Honig aus der Hand von Fleisch und Blut.“

Wenn der Mensch zu arbeiten beginnt, um sich Nahrung zu verschaffen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste ist, dass die Nahrung in der Hand des Schöpfers liegt. So sagten unsere Weisen: „Israel ernährt seinen Vater im Himmel.“ Der Mensch hat also entschieden, dass seine gesamte Nahrung, an der er Freude hat, darin besteht, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Er befindet sich in Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer, die Angleichung der Form genannt wird, nach den Worten: „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“ Seine Nahrung besteht somit darin, dass er möchte, sie solle der Hand des Schöpfers übergeben sein. Wenn er empfindet, dass er ganz und gar arbeitet, um zu geben, heißt dies „aus der Hand des Schöpfers“, und die Hände von Fleisch und Blut reichen nicht dorthin. Denn „Hand“ bedeutet ein Kli (Gefäß) des Empfangens. Wenn seine ganze Arbeit in das Kli des Schöpfers eingeht und nicht in seine eigenen Empfangsgefäße, die Eigenliebe genannt werden, dann heißt es, dass seine Nahrung der Hand des Schöpfers übergeben ist.

Nun erklären wir, warum die Nahrung bitter wie eine Olive ist, wenn sie der Hand des Schöpfers übergeben ist. „In der Hand des Schöpfers“ bedeutet, um zu geben. Da dies der Natur widerspricht – denn die Natur, mit der wir geboren wurden, besteht allein im Empfangen –, widersetzt sich der Körper dieser Arbeit, sobald der Mensch gegen die Natur arbeiten will.

Der Körper möchte vielmehr, dass seine Nahrung in den Händen des Menschen liegt. Die Hände von Fleisch und Blut sind die Eigenliebe, die „Empfangen, um zu empfangen“ genannt wird. Deshalb sagte die Taube, die Nahrung sei „süß wie Honig aus der Hand von Fleisch und Blut“. Wo der Mensch sieht, dass aus seiner Arbeit Nahrung erwächst, also Genüsse, die sein Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) ernähren, heißt dies „in der Hand des Menschen“. Dann ist die Nahrung süß wie Honig, weil sie in die Hände von Fleisch und Blut gelangt.

Wenn er nun die ganze Ordnung seines Lebens von einem Ende zum anderen umkehren will – wenn zuvor sein gesamtes Verlangen und Denken darauf gerichtet war, sein Verlangen zu empfangen zu erfreuen, während er jetzt auf alle Genüsse verzichten will, sobald er erkennt, dass sie mit der Absicht zum eigenen Nutzen einhergehen –, beginnt der Körper bereits, ihn zu verraten, und will ihm keine Kraft zur Arbeit geben. Das geschieht, obwohl er die Stufe des Verlangens zu geben noch nicht erreicht hat, sondern erst daran denkt. Sobald er gegen den Körper zu gehen beginnt, empfindet er daher sofort einen bitteren Geschmack an seiner Arbeit.

Die Taube sagte, dass sie dem zustimmt, obwohl sie einen bitteren Geschmack empfindet, weil dies die Wahrheit ist. Das ist der wahre Weg zum Ziel, für das die Welt erschaffen wurde: Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Der Mensch kann diese Stufe nicht erreichen, bevor er der Angleichung der Form würdig geworden ist, die „um dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten“ heißt. Andernfalls liegt auf ihm der Punkt des Zimzum (Einschränkung), also der Zustand der Verhüllung des Angesichts des Schöpfers.

Deshalb sagte die Taube, sie wolle, dass ihre Nahrung – also ihre Freude – darin besteht, all ihre Arbeiten darauf auszurichten, dessen würdig zu werden, dass alles in die Hand des Schöpfers eingeht und nicht in das Empfangen für sich selbst, denn dieses entfernt sie von dem Ziel, für das sie erschaffen wurde. Während der Arbeit empfindet der Mensch daher einen bitteren Geschmack. Er kann nicht ohne Überwindung arbeiten, sondern erlebt Aufstiege und Abstiege. Diese Zeit dauert an, bis der Mensch Hilfe vom Himmel empfängt, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ Der heilige Sohar fragt: „Womit wird ihm geholfen?“ Mit einer heiligen Seele. Ihm wird also das Licht der Tora gegeben, das „das Licht in ihr führt ihn zum Guten zurück“ genannt wird. Dann gibt es keine Arbeit mit seinem Körper mehr, denn vor dem Höheren Licht annullieren sich alle Kräfte, die dem Schöpfer entgegenstehen.

Wenn daher das Licht des Schabbat kommt und der Mensch seine zusätzliche Seele zu empfinden beginnt, annullieren sich von selbst alle Kräfte, die dem Schöpfer entgegenstehen. Damit bleibt kein Raum mehr für Anstrengung, und er befindet sich in Ruhe. Dies wird „Ruhe und Freude“ genannt. Woher kommt es? Vom „Licht für die Juden“. Das den Juden zugehörige Licht leuchtet, das heißt: Dieses von oben kommende Licht bewirkt, dass der Mensch ein Jude wird. Anders ist es bei den Völkern der Welt, von denen es heißt: „Alles Gute, das sie tun, tun sie für sich selbst“, also um zu empfangen. Das Licht, das kommt, um zu helfen, sodass man dadurch zur Absicht zu geben gelangen kann, wollen sie überhaupt nicht, denn bei ihnen gilt es als Tod. Wenn daher das Licht des Schabbat kommt, ist es nur für die Juden Ruhe und Freude.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Schabbat-Abendlied. ↩

  2. Eruwin, Blatt 7. ↩

  3. Kerum (aram. כרום, Talmud, Brachot 6b): Ausdruck ungeklärter genauer Bedeutung, mit dem das Sich-Verfärben des Gesichts verglichen wird; vermutlich Bezeichnung für ein sich verfärbendes Wesen oder eine Farbe. ↩

  4. Brachot 6b. ↩

  5. Shlach 22, im Sulam. ↩