880. Über Dinim
Rosh Hashana 5735 [18. September 1974]
Mit Dinim ist das Kli (Gefäß) des Verlangens zu empfangen (Razon lekabel) gemeint, über das ein Din (Urteil) ergangen ist: Seit dem Zimzum (Einschränkung) darf es nicht mehr benutzt werden.
Die Milderung der Dinim bedeutet, dass man auf ihnen Massachim (Schirme) errichten kann. Das heißt, man kann die Gefäße, die als Dinim gelten, mit der Absicht zu geben benutzen.
Chessed (Gnade) heißt, dass man Handlungen des Gebens ausführt. Eine „einfache Stimme“ bedeutet, dass Handlung und Gedanke übereinstimmen; das nennt man „gerade“. Wenn ein Mensch zum Beispiel Handlungen des Gebens ausführt und auch seine Absicht darauf gerichtet ist, zu geben, heißt das „gerade und einfach“.
Ebenso wird das Empfangen mit der Absicht zu empfangen „einfach“ genannt; auch das Licht vor dem Zimzum heißt „einfaches Licht“. Das Licht leuchtete also in den Gefäßen, die „Empfangen mit der Absicht zu empfangen“ heißen. Danach jedoch, nach dem Zimzum, gibt es bereits viele Berechnungen; es ist also nicht mehr gerade, wie es im Vers heißt: „Gott schuf den Menschen gerade; sie aber suchten viele Berechnungen.“
Daraus folgt: Die Handlung ist Empfangen, die Absicht muss jedoch darauf gerichtet sein, zu geben.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026