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897. Was ist Chanukka?

Chanukka 5721 [Dezember 1960]

Unsere Weisen sagten: „Was ist Chanukka? Unsere Rabbinen lehrten: Am 25. Kislew [beginnen] die Tage von Chanukka“ usw..1 Das bedeutet Chanu-Koh („sie lagerten am 25.“), denn am 25. legten sie eine Pause vom Krieg ein. Man muss verstehen, dass eine solche Rast gerade mitten in der Arbeit stattfindet. Man hält inne, um sich auszuruhen und neue Kräfte zu sammeln. So kann man weitergehen und den Krieg bis zu seinem Ende gewinnen.

Man muss verstehen, worin diese Rast besteht. Unsere Weisen sagten, dass die Griechen Israel damals verboten, sich mit der Tora zu befassen. Das Wunder betraf also nur die Befreiung des Spirituellen, das heißt die Bedürfnisse der Seele. An Purim dagegen wurden die Körper befreit.

Deshalb wird uns an Chanukka die Anerkennung des Wunders durch Lob und Dank gegeben. Über Purim dagegen steht geschrieben: „Festmahl und Freude“, denn dort betraf das Wunder die Körper. Daher muss die Anerkennung des Wunders bis zum Körper reichen, also durch Festmahl und Freude.

Um all dies im Sinne der spirituellen Arbeit und der ethischen Lehre zu verstehen, müssen wir die Worte unserer Weisen verstehen: „Du sollst den Schöpfer mit deinem ganzen Herzen lieben – mit deinen beiden Trieben, dem Guten Trieb und dem Bösen Trieb (Jezer haRa).“2 Wir müssen dem Schöpfer mit dem Guten Trieb dienen, also uns mit Tora und Mizwot befassen, um unserem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Doch was bedeutet der Böse Trieb? Bekanntlich ist der Böse Trieb das in uns liegende Verlangen zu empfangen (Razon lekabel). Wie aber kann das Verlangen zu empfangen dem Schöpfer dienen?

Wie im Sulam (Leiter-Kommentar) erläutert wird, liegt im Verlangen zu empfangen nichts Böses, wenn ein Mensch Genüsse empfängt, um zu geben. So steht geschrieben: „Ich habe den Bösen Trieb erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.“ Durch die Tora wird der Böse Trieb versüßt, wie dort erklärt wird.

Das Wunder von Chanukka betraf nur den Guten Trieb. Deshalb wird es lediglich „Rast“ genannt, denn die Arbeit war noch nicht vollendet. Der Böse Trieb, der als Körper gilt, musste noch korrigiert werden. Und erst das Wunder von Purim betraf dies.

Dies ist die Bedeutung von „sie bestätigten und nahmen an“: Bis dahin geschah es unter Zwang, denn der Böse Trieb stimmte der Arbeit noch nicht zu, weil er seine Korrektur noch nicht empfangen hatte. Nun aber geschah das Wunder in der Befreiung der Körper, sodass sich „mit deinem ganzen Herzen – mit deinen beiden Trieben“ verwirklichte. Deshalb wird dies „aus freiem Willen“ genannt.

Daher gibt es an Chanukka die Anerkennung des Wunders nur in Lob und Dank, denn dies betrifft lediglich die Bedürfnisse der Seele. An Purim dagegen wird das Wunder durch Festmahl und Freude gewürdigt, denn es reicht bis zum Körper.

„Griechen versammelten sich gegen mich, damals in den Tagen der Hasmonäer; sie durchbrachen die Mauern meines Turms und verunreinigten alle Öle.“

„Griechen“ bezeichnet die Philosophie, die alles mit dem äußeren Verstand begreifen will. „Damals in den Tagen der Hasmonäer“ bedeutet: Gerade wenn es Hasmonäer gibt, also Diener des Schöpfers, erkennen sie, dass die Griechen herrschen.

Chomat („Mauer von“) besteht aus denselben Buchstaben wie Techum („Grenze“), wie in den Schriften des ARI erklärt wird. Das bedeutet: Der Mensch setzt seinem Denken eine Grenze, damit er nicht danach verlangt, die Arbeit mit dem äußeren Verstand zu verstehen, sondern im Glauben. Der Glaube ist eine Mauer gegen die äußeren Kräfte. „Mein Turm“ bedeutet: ein Turm, gefüllt mit allem Guten. „Öle“ bedeutet: Klarheit …

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Schabbat 21a. ↩

  2. Brachot 54a. ↩