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884. Das Gebet zu Rosh Hashana

Im Gebet (Tefilla) zu Rosh Hashana sagen wir: „Glücklich ist der Mann, der Dich nicht vergisst, und der Mensch, der sich um Dich bemüht.“ Man muss fragen: Wenn er den Schöpfer nicht vergisst, worin besteht dann seine Anstrengung?

Im Gebet „Hilfe unserer Urväter“ sagen wir: „Glücklich ist der Mensch, der Deine Mizwot hört und Deine Tora und Dein Wort auf sein Herz legt.“

Man muss verstehen, was es bedeutet, auf die Mizwot des Schöpfers zu hören. Es müsste heißen: „Glücklich ist der Mensch, der Deine Mizwot ausführt oder einhält“, und nicht: „der Deine Mizwot hört.“ Was ist außerdem „Dein Wort“, und was ist „Deine Tora“? Was bedeutet „Wort“, und was bedeutet „Tora“? Und was heißt es, sie „auf sein Herz zu legen“? Wie legt man die Tora und Worte auf das Herz? Warum müssen sie auf das Herz und nicht in den Verstand gelegt werden?

Was bedeutet es außerdem, dass wir im Gebet zu Rosh Hashana „Königsherrschaften, Erinnerungen und Shofarot“ sagen? Unsere Weisen sagten: „Königsherrschaften – damit ihr Mich über euch zum König macht; Erinnerungen – damit die Erinnerung an euch vor Mir aufsteigt. Und wodurch? Durch den Shofar.“ Welcher Zusammenhang besteht hier, und aus welchem Grund bewirkt der Shofar Königsherrschaft und Erinnerung?

Außerdem wird Rosh Hashana „Tag des Gerichts“ genannt. Was bedeuten der Monat Elul sowie die Wiederholung und die Ordnung des Gebets vor Rosh Hashana?

Der Kern der Sache ist, dass man den Schöpfer nicht einmal für einen Augenblick vergessen darf. Wie wird man dessen würdig? Indem man sich jedes Mal mit noch mehr innerem Schwung, Kraft und Entschlossenheit anstrengt. Dadurch wird man der Eigenschaft des „Erinnerns“ würdig. Deshalb ist diese Formulierung als Rat gemeint.

Ebenso bedeutet „Glücklich ist der Mensch, der Deine Mizwot hört“, dass es die Ebene des Tuns und die Ebene des Hörens gibt. „Hören“ bedeutet, dass man dessen würdig wird, aus dem Mund des Schöpfers zu hören. Dies wird als „Anhaftung von Geist an Geist“ bezeichnet und ist eine Form der Anhaftung (Dwekut), denn man hört den Geber der Tora.

Er erklärt, dass der Rat, um dessen würdig zu werden, lautet: „Deine Tora legt er auf sein Herz“ – und nicht in den Verstand. Denn der Verstand dient dem Menschen nur; er ist lediglich eine äußere Kraft. Darum wird das Herz als der Mensch selbst bezeichnet, wie geschrieben steht: „Denn der Trieb des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an.“

„Dein Wort“ bedeutet, dass der Mensch glauben muss, dass alle Worte, die er mit seinem Mund ausspricht, nur durch die Kraft des Schöpfers hervorgebracht werden. Das wird „Dein Wort“ genannt. Wenn der Mensch daran glaubt, wird er gewiss keine nichtigen Worte, Lügen, Klatsch oder üble Nachrede äußern. Denn das Licht in der Tora führt das Böse in seinem Herzen zum Guten zurück; dann wird er des Hörens der Tora würdig.

Was die Königsherrschaften, Erinnerungen und Shofarot betrifft, heißt es: „damit die Erinnerung an euch vor Mir aufsteigt.“ Das bedeutet: Die ganze Kraft der Erinnerung, die in euch ist, soll allein vor Mir sein – also vor dem Schöpfer, mit anderen Worten: für den Schöpfer.

An Rosh Hashana nimmt man das Joch des Königtums des Himmels auf sich. Da dieser Tag der Beginn des neuen Monats ist, braucht man eine neue Ordnung, also die Annahme des Jochs des Königtums des Himmels. Das kann man vergessen. Deshalb heißt es „Erinnerungen“: Man muss sich immer an die Annahme des Jochs des Königtums des Himmels erinnern. Der Rat, um es nicht zu vergessen, ist der Shofar. Und wie wird der Shofar bezeichnet? Als die Schönheit Rabbi Yochanans, als Shufra deAdam haRishon (die Schönheit des ersten Menschen); und Schönheit heißt …

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026