896. Vertreibe Admon im Schatten von Zalmon
1. Tag von Chanukka 5732 [13. Dezember 1971]
„Vertreibe Admon im Schatten von Zalmon.“ Das bedeutet, Esau zu vertreiben, der Admoni, der Rötliche, genannt wird. „Im Schatten von Zalmon“ bedeutet „im Zalmavet“, also im Schatten des Todes.
Dies ist im Sinne der spirituellen Arbeit zu verstehen. Bekanntlich gibt es drei Linien: Chessed ist die Rechte Linie, Gwura (Strenge) die Linke Linie und Tiferet (Schönheit) die Mittlere Linie. Die Arbeit beginnt in der Rechten Linie, die „weiß“ genannt wird, denn bei einem Menschen, der auf der Rechten Linie geht, werden dort keine Mängel sichtbar.
Später wird man jedoch der Linken Linie gewürdigt, die Gwura heißt. Dort gibt es ein Din (Gericht), das „Röte“ genannt wird, denn man kann in die Klipa (Schale) Esaus fallen, den Abfall Isaaks. Esau will Chochma herabziehen, also die Geheimnisse der Tora von oben nach unten offenbaren, das heißt in die Gefäße des Empfangens hinein.
Vor dem Ende der Korrektur (Gmar Tikun) ist es jedoch unmöglich, die Fülle in die Gefäße des Empfangens herabzuziehen und dabei mit der Absicht zu geben zu handeln. Deshalb gibt es Dinim, die die Fülle bewahren: Wenn man sie in die Gefäße des Empfangens herabziehen will, empfindet man Leiden.
Wenn man in die Gefäße des Empfangens herabziehen will – dies wird „von oben nach unten“ genannt –, herrschen die Völker der Welt über die Gesamtheit Israels. Denn das Volk Israel stimmt dann der Methode der Völker der Welt zu, die dem Verlangen zu empfangen (Razon lekabel) entspricht.
Das Wunder von Chanukka war, wie geschrieben steht: „Und Du hast in Deiner großen Barmherzigkeit … Deinem Volk Israel eine große Rettung bereitet.“ Ein Wunder bedeutet ein Erwachen von oben. Dann leuchtet die Mittlere Linie, die als Chassadim bezeichnet wird und Chochma einkleidet. Das heißt, Er gab den Zustand des Schattens, der dem Offenbaren entgegengesetzt ist. Denn Schatten bezeichnet einen Ort, an dem die Sonne verborgen ist und nicht scheint, weil etwas sie verdeckt.
Durch die Kraft des Gebens, die der Mensch enthüllt, will er keinerlei Erlangung oder Wissen empfangen. Vielmehr zieht er an dem Ort, an dem er Wissen erlangen könnte, den Glauben heran und legt damit einen Schatten über das Wissen. So sagten unsere Weisen: „Als Lohn dafür, dass Moses sein Gesicht verbarg, weil er sich fürchtete hinzublicken, wurde er dessen gewürdigt, das Bild des Ewigen zu schauen.“1 Dann verlässt man die Dinim der Linken Linie, die „rötlich“ genannt werden und die Klipa Esaus sind, und tritt in den Zustand Israel ein.
Dies bedeutet „Vertreibe Admon“: Der Schöpfer wird dieses Rote im Schatten von Zalmon vertreiben. Zalmon bezeichnet den Zustand: „In Seinem Schatten verlangte ich zu sitzen, und Seine Frucht ist meinem Gaumen süß.“
Es gibt den Zustand des Schattens des Todes. Dabei weicht das Sonnenlicht wegen einer Sünde. Wenn der Mensch empfangen will, um zu empfangen, herrschen Zimzum (Einschränkung) und das Verschwinden der Fülle. Dies wird Zerbrechen (Shwira) und Tod genannt.
Daneben gibt es einen Schatten, der entsteht, weil der Mensch aus Ehrfurcht (Jira) vor dem Himmel die Fülle nicht empfangen will, wie oben über Moses gesagt wurde: „Moses verbarg [sein Gesicht].“ Dies heißt „Sein Schatten“: Der Schatten entsteht aufgrund der Größe des Schöpfers. Der Mensch will am Schöpfer anhaften und fürchtet, sich durch das Empfangen der Fülle von Ihm zu entfernen.
Dies heißt: „In Seinem Schatten verlangte ich zu sitzen, und Seine Frucht ist meinem Gaumen süß.“ Gerade dadurch offenbart sich die Mittlere Linie, und es entstehen Früchte. Dagegen heißt es: „Ein anderer Gott ist unfruchtbar und trägt keine Früchte.“ Von der Linken Linie, die als Rot gilt, wird die Fülle blockiert, und es werden keine Früchte herangezogen.
Der ganze Unterschied zwischen Zalmon und dem Schatten des Todes liegt im Waw. Dies lässt sich anhand dessen erklären, was im Sohar, BeReshit, geschrieben steht: „Tausende Shin’an“ (Shin’an steht für Stier, Adler und Löwe; das abschließende Nun steht für das Waw, das in die Klipot fiel). Dort wird erklärt: In den ersten neun, die Gefäße des Gebens genannt werden, gibt es Malchut, die „Mensch“ heißt, im Geheimnis von „Löwe, Stier, Adler, Mensch“. Unterhalb von Chase (Brust) dagegen herrscht Malchut.
Vor dem Ende der Korrektur kann das Licht von Malchut nicht mit der Absicht zu geben empfangen werden. Deshalb enthält „Shin’an“ nur den Hinweis auf Stier, Adler und Löwe. Auf den Zustand Mensch weist lediglich das Waw hin, das sich vom oberen Zustand Mensch ausbreitete, also von Malchut der ersten neun. Will man jedoch nicht durch das Waw empfangen, sondern nach unten in Malchut herabziehen, wird daraus ein Taw, also der Zustand „Zalmavet“, Schatten des Todes.
Deshalb sagen wir: „Vertreibe Admon im Schatten von Zalmon.“
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026
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Brachot 7a. ↩