<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek
Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 921. Die Notwendigkeit einer Handlung von unten

921. Die Notwendigkeit einer Handlung von unten

„‚Jeder soll sich ein Lamm für sein Vaterhaus nehmen.‘ Der Schöpfer sagte: ‚Vollzieht ihr unten eine Handlung, und Ich werde ihre Kraft oben zerbrechen. Und so, wie ihr es im Feuer tut – denn es steht geschrieben: „nur über Feuer gebraten“ –, werde auch Ich es im Feuer, im Feuerstrom Dinur, hindurchführen.‘.“1

Es ist zu verstehen, weshalb der Schöpfer eine Handlung von unten braucht und was es bedeutet, die Kraft der Klipot (Schalen) oben zu zerbrechen und zu verbrennen. Worin besteht die Kraft der Sitra Achra (die andere Seite)?

Ebenso ist zu verstehen, was geschrieben steht: „Es wurde gelehrt: Israel zog erst aus Ägypten aus, nachdem die Herrschaft aller Herrscher oben gebrochen worden war. Dann verließ Israel ihren Machtbereich, trat in den Bereich der höheren Heiligkeit (Kedusha) beim Schöpfer ein und verband sich mit Ihm. Darüber steht geschrieben: ‚Denn Mir sind die Kinder Israels Diener; Meine Diener sind sie.‘ Warum heißt es: ‚Meine Diener sind sie‘? – ‚Die Ich aus dem Land Ägypten herausgeführt habe‘: Ich führte sie aus einem fremden Machtbereich heraus und nahm sie in Meinen Machtbereich auf.“

Um all dies im Sinne der ethischen Lehre zu verstehen: Bekanntlich besteht das Ziel der Schöpfung darin, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Dafür ist im Menschen ein Verlangen verankert, Genuss zu empfangen, und diese Kraft beherrscht ihn. Deshalb wird der Böse Trieb (Jezer haRa) „König“ genannt: Er herrscht durch diese Kraft, das heißt, er gibt dem Menschen Genüsse. Durch sie wird der Mensch ihm unterworfen und zum Diener, während der Böse Trieb der König ist.

Diese Kraft, Genuss zu geben, ist die Herrschaft des Bösen Triebs; der Mensch befindet sich im Exil unter seiner Herrschaft. Wenn er dem Menschen jedoch nichts zu geben hat, besitzt er keinerlei Macht über ihn. Und könnte ein Mensch auf seine Genüsse verzichten, wäre er ihm ebenfalls nicht unterworfen.

Deshalb waren die Israeliten im ägyptischen Exil dem Pharao unterworfen und konnten das Exil nicht verlassen, solange der Pharao ihnen seine Genüsse gab. Doch nachdem sie eine Handlung vollzogen hatten, das heißt, nachdem in ihnen das Erwachen entstanden war, das Exil zu verlassen – denn diese Handlung gilt als Wahl –, zerbrach der Schöpfer seine Kräfte oben. Das bedeutet: Er nahm ihm die Genüsse, mit denen er das Volk Israel versklavt hatte.

Wenn er nichts mehr zu geben hat, heißt das, dass der Schöpfer seine Kraft zerbrochen und ihn im Feuerstrom Dinur verbrannt hat, das heißt, Er nahm ihm alles, was von ihm ausging. Dann hat die Sitra Achra nichts, womit sie den Menschen beherrschen kann. Deshalb hatten sie die Kraft, das Exil zu verlassen. Daraufhin traten sie in den Bereich der Heiligkeit ein und begannen, Geschmack an der Kraft des Gebens zu finden. So wurden sie anschließend zu Dienern der Heiligkeit.

Daraus folgt: Was den Menschen beherrscht, ist der Genuss, und Diener heißt, wer dem Genuss unterworfen ist. Stammt der Genuss eines Menschen aus dem Empfangen, wird er „Diener des Pharao“ genannt. Stammt sein Genuss dagegen aus dem Geben, heißt er „Diener des Schöpfers“. Ohne Genuss kann man nicht bestehen.

Der Mensch kann den Genuss nicht aus eigener Kraft zerbrechen. Nur der Schöpfer kann ihn zerbrechen, indem Er dem Bösen Trieb die Fülle entzieht, sodass dieser den Geschöpfen nichts mehr geben kann. Das nennt man das Zerbrechen (Shwira) der Kraft der Sitra Achra. Der Mensch muss nur in sich das Verlangen nach der Kraft des Gebens aufdecken und den Schöpfer bitten, ihm diese Kraft zu geben. Dies heißt Wahl vonseiten des Menschen, und nur dies gilt als Erwachen von unten (Itaruta deLetata).

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Bo, Punkt 162. ↩