924. Und Gott sprach zu Moses
„Und Gott sprach zu Moses und sagte zu ihm: Ich bin der Ewige.“
Man muss verstehen, was uns diese Aussage lehrt. Offenbar bezieht sie sich auf die Frage von Moses, unserem Lehrer, Friede sei mit ihm, am Ende des Wochenabschnitts Shemot, wo es heißt: „Seit ich zu Pharao gegangen bin, um in Deinem Namen zu sprechen, hat er diesem Volk Böses getan, und Du hast Dein Volk keineswegs gerettet.“
Die Frage von Moses bestand darin: Als er ihnen sagte, sie müssten in der Eigenschaft liShma arbeiten, glaubten alle, sie würden ihre Arbeit mit noch größerer Kraft und Entschlossenheit verrichten. Tatsächlich geschah das Gegenteil: Sie wurden in der Arbeit schwächer.
Daraufhin riefen sie Moses zu: „Was hast du uns Gutes getan? Du hast uns versprochen, wir würden aus dem ägyptischen Exil herauskommen – das heißt, unser Verstand befindet sich im Exil. Und auf dem Weg, den du uns weist, indem wir liShma arbeiten, würden wir aus der Knechtschaft des Körpers, die ‚Pharao‘ genannt wird, in die Freiheit gelangen. Tatsächlich aber fehlt uns der Brennstoff. Unser Verstand zwingt uns daher zu dem Schluss, dass wir das erhabene Ziel, das du vertrittst, nicht annehmen können.“
Darauf kam die Antwort: „Und Gott sprach zu Moses.“ Gott steht für die Eigenschaft der Natur. Aus der Sicht der Natur habt ihr recht: Euch fehlt der Brennstoff, um eure Arbeit fortzusetzen. „Und Er sagte zu ihm: Ich bin der Ewige.“ Der Ewige steht für die Eigenschaft der Barmherzigkeit. Kraft Seiner Barmherzigkeit könnt ihr Kräfte und Brennstoff heranziehen, die über der Natur und über dem Verstand liegen. Darüber könnt ihr nicht mehr streiten.
Denn alle Argumente, auf die sich ein Mensch stützen kann, beruhen nur auf dem, was sein Verstand ihm zwingend vorgibt. Über dem Verstand dagegen ist alles möglich. Man muss sich lediglich im Glauben stärken, dass der Schöpfer über der Natur helfen kann. In Wahrheit kann man nichts über der Natur empfangen, bevor der Mensch zu dem Entschluss gelangt ist, dass es innerhalb der Natur unmöglich ist.
Erst nachdem er in Bezug auf die Natur verzweifelt ist, kann er den Himmel um Hilfe bitten, damit ihm über der Natur geholfen wird.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026