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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Aufzeichnungen / 944. Die Tora wird mit zwei Augen gegeben

944. Die Tora wird mit zwei Augen gegeben

„Du hast mein Herz mit einem deiner Augen gewonnen.“ Vor dem Empfang der Tora galt: „mit einem deiner Augen“, nach dem Empfang der Tora dagegen: „mit deinen beiden Augen.“

Wir müssen den Unterschied zwischen zwei Augen und einem Auge verstehen. Zunächst müssen wir klären, worauf das Auge hinweist. Es steht geschrieben: „Denn Auge in Auge werden sie sehen, wenn der Ewige nach Zion zurückkehrt.“ Das bedeutet: Das Auge des Geschöpfes sieht das Auge des Schöpfers, also die höhere Lenkung. Ebenso haben wir den Vers erklärt: „Ein Land, auf dem die Augen des Ewigen, deines Gottes, ruhen, vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres.“

Solange der Mensch glauben muss, dass „ein Auge sieht“ und so weiter, befasst er sich mit dem „Wir werden tun“, hat aber das „Wir werden hören“ noch nicht erlangt. Dann sieht der Schöpfer, während der Mensch selbst nichts sieht. Wenn der Mensch hingegen das „Wir werden hören“ erlangt, sieht auch er: Er sieht die Offenbarung der Göttlichkeit. Das wird „Auge in Auge“ genannt.

Als sie die Tora empfingen, erlangten sie daher das „Wir werden hören“. Nun waren bereits zwei Augen da, das obere und das untere Auge, wie geschrieben steht: „Siehe, das Auge des Ewigen ruht auf denen, die Ihn fürchten, auf denen, die auf Seine Güte hoffen.“ Wer die Gottesfurcht (Jirat HaShem) auf der Stufe des „Wir werden tun“ erlangt hat, wird des „Auges des Schöpfers“ würdig. Diese Menschen sehen durch Sein Auge die höhere Lenkung und erkennen, wie Er die Welt als der Gute lenkt, der Gutes tut.

Daraus folgt: Das „Auge des Schöpfers“ bezeichnet die Lenkung „gut und Gutes tuend“. Wenn der Mensch diese Lenkung als gut und Gutes tuend sehen darf, wird dies „das Auge des Menschen“ genannt.

Die Arbeit des Menschen muss der Stufe eines Auges folgen: Er muss an das Auge des Schöpfers glauben, noch bevor er selbst sehen darf. Das ist nur durch Ehrfurcht vor dem Himmel auf der Stufe des „Wir werden tun“ möglich. Das Maß dieser Arbeit muss dem Vers entsprechen: „Du hast mein Herz mit einem deiner Augen gewonnen.“ Hat der Mensch danach das „Wir werden hören“ erlangt, befindet er sich, wie oben erklärt, auf der Stufe der zwei Augen.

Weiter lässt sich auf dieselbe Weise sagen: Das eine Auge bezeichnet das „Wir werden tun“, also die Rechte Linie. Dort befasst sich der Mensch ausschließlich mit Chassadim, ohne etwas als Gegenleistung empfangen zu wollen. Das zweite Auge ist die Linke Linie und bezeichnet das „Wir werden hören“.

Das rechte Auge bezeichnet „jemanden, der die Tora liShma (um des Gebens willen) studiert“. Das linke Auge bezeichnet: „Ihm werden die Geheimnisse der Tora offenbart“; dies entspricht dem „Wir werden hören“. Der Empfang der Tora ist das „Wir werden tun“, die Gabe der Tora erfolgt jedoch bereits mit zwei Augen.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026