62. Lohn und Strafe
In der Arbeit bedient man sich des Lohns und der Strafe in dieser Welt; des Lohns und der Strafe in der Kommenden Welt bedient man sich dagegen nicht, obwohl es sie gibt. Bei der Allgemeinheit hingegen bedient man sich hauptsächlich des Lohns und der Strafe in der Kommenden Welt und nicht des Lohns und der Strafe in dieser Welt.
Denn als Lohn wird Genuss bezeichnet, als Strafe Leiden. Wenn die Allgemeinheit zum eigenen Nutzen arbeitet, bedient sie sich des Lohns und der Strafe der Kommenden Welt. Denn nur in der Kommenden Welt wird sie den Genuss an der Erfüllung von Tora und Mizwot sowie das Leiden darüber empfinden, Tora und Mizwot nicht erfüllt zu haben.
In dieser Welt hingegen empfindet sie weder Genuss noch Leiden an der Erfüllung von Tora und Mizwot oder am Gegenteil davon. Daher muss sie sich ausschließlich auf die Kommende Welt stützen.
Diejenigen hingegen, die auf der Ebene des Einzelnen arbeiten, empfinden eine Strafe, wenn sie keinen Glauben an den Schöpfer haben – nämlich das Leiden darüber, dass ihnen der Glaube fehlt. Und sie empfinden Genuss, also Lohn, weil sie glauben können, dass der Schöpfer die Welt als „gut und Gutes tuend“ lenkt. Das wird als Lohn und Strafe in dieser Welt bezeichnet.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026