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74. Vater und Mutter

„Der Vater gibt das Weiße“: Der männliche Teil bringt das Empfangsgefäß von Bchina Dalet herab, das Selbstliebe genannt wird. „Die Mutter gibt das Rote“1: Der weibliche Teil gibt Gefäße, doch es sind Gefäße des Gebens.

Daraus folgt, dass es unmöglich ist, Gefäße des Gebens zu erlangen, bevor man entschieden hat, dass die Gefäße des Empfangens nicht zum Gebrauch geeignet sind. Das bedeutet: Es ist unmöglich, Gefäße des Gebens – also die Liebe zum Schöpfer – zu erlangen, bevor man weiß, dass Selbstliebe etwas Untaugliches ist und man diese Gefäße nicht benutzen darf.

Anders ist es bei der Arbeitsweise der Allgemeinheit: Zur Selbstliebe will man zusätzlich auch die Liebe zum Schöpfer hinzufügen. Da diese beiden Dinge nicht in einem Träger bestehen können, muss man in der Selbstliebe bleiben und gelangt nicht zur Liebe zum Schöpfer, sondern erlebt ein Auf und Ab.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026


  1. Talmud, Traktat Nidda 31a. ↩