60. Bitte um Hilfe
Wenn ein Mensch materielles Leid erfährt, muss er darüber betrübt sein, dass der Schöpfer ihm eine Strafe gegeben hat, die er als Leid empfindet. Wenn er jedoch nicht betrübt ist, ist es keine Strafe. Denn Strafe nennt man das, was einem Menschen wehtut und ihn seinen Zustand nicht ertragen lässt – sei es Leid wegen des Lebensunterhalts oder Leid durch Krankheit.
Wenn er sagt, dass er das Leid nicht empfindet, hat er die Strafe, die der Schöpfer ihm gibt, nicht erhalten. Denn man muss wissen, dass diese Strafe eine Korrektur für seine Seele ist. Wenn er also nicht betrübt ist, ist ihm die Korrektur entgangen.
Er muss zum Schöpfer beten, dass Er ihm die Leiden und den Schmerz nimmt, die er empfindet. Denn das Gebet, das aus den Leiden hervorgeht, ist eine größere Korrektur als die Korrektur durch die Strafe. Und wie ich von Baal HaSulam hörte: Wenn der Schöpfer dem Menschen eine Strafe gibt, ist dies nicht wie Rache und Groll, sodass Er ihn dafür bestraft, dass er nicht auf Seine Stimme gehört hat, wie es bei einem Menschen aus Fleisch und Blut üblich ist. Vielmehr ist die Strafe eine Korrektur.
Wenn der Mensch zum Schöpfer betet, dass Er ihm die Strafe nimmt, scheint es, als bitte er den Schöpfer, ihm die Korrektur zu nehmen. Er fragte: Wie kann der Mensch den Schöpfer bitten, ihm die Korrektur zu nehmen? Die Korrektur ist doch zum Wohl des Menschen.
Er antwortete: Durch das Gebet, in dem der Mensch den Schöpfer um Hilfe bittet, entsteht eine Verbindung mit dem Schöpfer. Das ist eine größere Korrektur als die Korrektur, die der Mensch durch die Strafe erhält.
korrEY, Buchfassung, 25.09.2026