<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek

885. Erneuere durch den Shofar

Wer zwingt den Schöpfer dazu, dass Er ohne das Blasen des Shofars nicht auf dem Thron der Barmherzigkeit sitzen kann und gerade durch das Blasen des Shofars auf dem Thron der Barmherzigkeit sitzen kann?

Das Schöpfungsziel (Mattarat haBeria) besteht darin, den Geschöpfen Gutes zu tun. Damit es kein Brot der Schande (Nahama deKisufa) gibt, muss es die Möglichkeit der Wahl geben. Nachdem der Mensch gewählt hat, wird er der Offenbarung würdig.

Der Zimzum (Einschränkung) dient dazu, Raum für die Wahl zu schaffen.

Die Selbsthingabe ist erforderlich, weil der Mensch dem Schöpfer nichts außer seiner Seele geben kann. Dann ist er würdig, alle Genüsse zu empfangen, denn seine ganze Absicht ist nur zu geben: Er will sich vor dem Schöpfer annullieren.

Oben wird darüber verhandelt, ob man ihm die Genüsse bereits geben darf. Dem Menschen wurden materielle Genüsse gegeben, damit er bestehen kann. Spirituelle Genüsse wurden ihm jedoch nicht gegeben; das wird als Eigenschaft des Gerichts bezeichnet. Das heißt: Dieser Zimzum wird Gericht genannt und zugleich „Festtag“.

Der Mensch hat zwei Kräfte:

1) zu geben, das heißt Barmherzigkeit;

2) zu empfangen, was Gericht genannt wird.

„Dieser Tag ist der Beginn Deiner Werke.“ Der Schöpfer will die Offenbarung geben, doch dort wirkt der Aspekt des Gerichts: Darf der Mensch die Offenbarung empfangen? Dieser Tag wird Festtag genannt, weil dann die Offenbarung leuchtet. Das geschieht dadurch, dass der Schöpfer auf dem Thron sitzt, das heißt, dass Er Sich den Unteren offenbart. Damit der Mensch diese Offenbarung empfangen kann, die als „Gericht“ bezeichnet wird, muss er beim Empfangen die Eigenschaft des Gebens erwecken, die „barmherzig“ genannt wird.

Der Schöpfer sitzt auf dem Thron des Gerichts, das heißt, dass Er Sich den Unteren offenbart.

„Barmherzig“ bedeutet, dass der Mensch sich mit dem Geben beschäftigen muss: „Wann werden meine Taten an die Taten meiner Urväter heranreichen?“ Das heißt, er bringt sich selbst dem Schöpfer dar, und dies ist vollständig auf das Geben ausgerichtet.

Damit der Mensch würdig wird, gilt folgende Arbeitsordnung: Malchut soll das Joch des Königtums des Himmels annehmen – Erinnerungen und Shofarot. Das heißt, der Mensch soll das gute Kli (Gefäß) geben, wie geschrieben steht: „Mein Herz strömt über von einem guten Wort“ und „Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet.“ Wodurch? Durch den Shofar, wie es im Midrash heißt: „Erneuert durch den Shofar eure Taten“ – also durch den Shofar. Der Thron des Gerichts bedeutet Enge, in der er nicht empfangen kann; die Eigenschaft der Barmherzigkeit heißt dagegen Weite.

korrEY, Buchfassung, 25.09.2026