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Nicht endkorriegiert. 1988/02 Was ist das Ausmaß der Teshuva [Rückkehr]?

Die Schrift sagt: „Kehre um, Israel, bis zum Schöpfer, deinem Gott“ (Hosea 14).

Daraus geht hervor, dass das Maß der Teshuwa (Umkehr) „bis zum Schöpfer, deinem Gott“ reicht. Doch ist zu verstehen, was „bis zum Schöpfer, deinem Gott“ bedeutet. Es klingt so, als müsse man bis zu diesem Ort umkehren, und wenn man ihn erreicht, braucht man nicht mehr umzukehren, weil man schon an seinen Ort zurückgekehrt ist, von dem man gekommen ist. Doch ist zu verstehen: Wie kam es, dass der Mensch von diesem Ort fortging, sodass man ihm sagt, er muss an seinen Ort zurückkehren, von dem er kam? Das nennt man „Teshuwa“. Und welcher Ort ist es demnach, von dem er fortging und an den er zurückkehren soll?

Bekanntlich schrieben die Kabbalisten, dass die Seele des Menschen ein göttlicher Teil von oben ist. So heißt es (Einführung in das Buch Sohar, Punkt 2), und das sind seine Worte: „Die dritte Untersuchung betrifft das, was die Kabbalisten sagten – dass die Seele des Menschen ein göttlicher Teil von oben ist, sodass kein Unterschied zwischen Ihm, gepriesen sei Er, und der Seele besteht, außer dass Er, gepriesen sei Er, das ‚Ganze‘ ist und die Seele ein ‚Teil‘.“

Und es heißt (Einführung in das Buch Sohar, Punkt 9): „Du findest, dass im Spirituellen die Verschiedenheit der Form wirkt wie eine Axt, die das Materielle trennt. Daraus wirst du verstehen: Da den Seelen das Verlangen, Seinen Genuss zu empfangen, eingeprägt wurde, bewirkt diese Verschiedenheit der Form, die die Seelen erlangten, ihre Trennung von Seinem Wesen. Durch diese Verschiedenheit der Form traten die Seelen also aus dem Bereich des Schöpfers heraus und sonderten sich von Ihm ab, um Geschöpfe zu werden.“

Und es heißt (Einführung in das Buch Sohar, Punkt 11): „Die Welten entwickelten sich herab bis zur Wirklichkeit dieser materiellen Welt, also bis zu einem Ort, an dem es das Dasein von Körper und Seele gibt sowie eine Zeit des Verderbens und der Korrektur.“ Und es heißt (Einführung in das Buch Sohar, Punkt 12): „Durch Tora und Mizwot gelangen sie schließlich dahin, die Form des Verlangens zu empfangen in die Form des Verlangens zu geben zu verwandeln. Dann können sie das ganze Gute empfangen, das im Schöpfungsgedanken liegt, und zugleich erlangen sie eine starke Anhaftung (Dwekut) an Ihn, gepriesen sei Er – weil sie durch die Arbeit in Tora und Mizwot die Gleichheit der Form mit ihrem Schöpfer erlangten, was als Ende der Korrektur (Gmar Tikun) gilt.“ So weit seine Worte.

Aus dem Gesagten ergibt sich: Alles, was wir in dieser Welt zu tun haben, ist, uns zu korrigieren und vorzubereiten, damit wir das Gute und den Genuss empfangen können, die im Schöpfungsgedanken liegen. Daraus folgt: Weil der Mensch mit einem Verlangen zu empfangen erschaffen wurde, das dem Schöpfer entgegengesetzt ist, gilt er in dieser Hinsicht als einer, der von seinem Ort fortging. Von welchem Ort? Von der Wurzel. Denn die Seele ist ein göttlicher Teil von oben. Sie entfernte sich aber durch die Verschiedenheit der Form vom Schöpfer und stieg in diese Welt herab, um in einen Körper eingekleidet zu werden.

Wie gesagt, gibt es in dieser Welt eine Zeit des Verderbens und der Korrektur, sodass durch die Kraft von Tora und Mizwot korrigiert wird, was verdorben wurde. Und da das ganze Verderben darin besteht, dass das Verlangen zu empfangen den Menschen vom Schöpfer entfernt, wird daher, wenn der Mensch sich mit Tora und Mizwot beschäftigt, damit der Mensch die Eigenschaft, um zu geben, erlangt – was „Gleichheit der Form“ heißt –, eine Korrektur am Verderben vollzogen.

Damit verstehen wir die Frage, welcher Ort es ist, von dem der Mensch fortging und an den er, wie man ihm sagt, zurückkehren soll – was „Teshuwa“ heißt. Es lässt sich so erklären: Die Seele ist ein göttlicher Teil von oben und entfernte sich vom Schöpfer, sodass sie nur noch ein „Teil“ ist und nicht „das Ganze“, wie oben. Und all das rührt von der Verschiedenheit der Form her. Wenn er dies nun durch die Kraft von Tora und Mizwot korrigiert – mit der Absicht, dass es ihm die Korrektur bringt, sodass er alles um zu geben tun kann –, dann wird er wieder mit dem „Ganzen“ verbunden, was „Anhaftung an den Schöpfer“ heißt, wie oben. Und das ist das Maß, das der Mensch kennen muss: wie weit er arbeiten muss, bis er zur Umkehr gelangt.

Darauf kommt die Antwort: „Kehre um, Israel, bis zum Schöpfer, deinem Gott.“ Dabei steht „deinem Gott“ (אלקיך) im Singular. Denn durch das Verlangen zu empfangen, das im Menschen ist, teilte er sich in zwei Bereiche, und der Mensch entfernte sich vom Schöpfer. Wenn der Mensch sich aber korrigiert und alles um zu geben tut, wodurch er zur Anhaftung gelangt, dann wird die Verschiedenheit der Form, die den Menschen geteilt und ihn dadurch von seinem Ursprung entfernt hatte – was bedeutet, dass der Mensch sich von seinem Ort entfernt hatte –, aufgehoben, und jetzt ist er an seinen Ort zurückgekehrt. Das ist mit „deinem Gott“ im Singular gemeint – dass es nichts mehr gibt, was zwischen den Schöpfer und das Geschöpf trennt. Und das nennt man „Teshuwa“: dass der Mensch an seinen Ort zurückkehrt, so wie es vor der Schöpfung war, als die Seele im Ganzen enthalten war. Danach teilte sie sich durch das Verlangen zu empfangen in einen Teil des Ganzen, wie oben. Und jetzt wird sie zum „Bereich des Einzelnen“. Eben das heißt „Umkehr“. Das ist „Kehre um, Israel“. Und wie weit soll er umkehren? Der Prophet sagt uns: „bis zum Schöpfer“ – dass Er „dein Gott“ wird, der Bereich des Einzelnen.

Aus dem Gesagten sehen wir, dass die Schrift uns zeigen will, was Umkehr ist. Auf der Ebene der Allgemeinheit (Klal), wo man die Menschen lehrt, sich mit Tora und Mizwot in lo liShma (nicht um Ihretwillen) zu beschäftigen, dort, also auf der Ebene der Allgemeinheit, muss der Mensch die Umkehr auf der Ebene der Tat vollziehen. Das heißt: Wenn der Mensch darauf achtet, Tora und Mizwot in allen ihren Einzelheiten und Feinheiten zu erfüllen, muss er in dieser Hinsicht über dem Verstand glauben, dass er seiner Pflicht beim Erfüllen von Tora und Mizwot sicher noch nicht nachgekommen ist. Und er beginnt immer zu suchen: Vielleicht hat er üble Nachrede (Lashon haRa) gesprochen oder vielleicht müßige Worte geredet.

Das heißt, wer Vollkommenheit erlangen will, ist immer damit beschäftigt, die eigene Arbeit, die er verrichtet, zu prüfen. Gewöhnlich sieht der Mensch keine Schuld bei sich selbst. Ebenso bei der Niedrigkeit: Wie unsere Weisen sagten, „Sei überaus, überaus niedrigen Geistes“ (Awot 4,4), sucht er auch hier bei sich irgendeinen Mangel, durch den er sich sagen kann, er ist schlechter als andere; denn der Mensch soll sich selbst für gering halten, und Falsches zu sagen ist gewiss verboten. Darum sorgt er sich und denkt ständig daran, bei sich irgendeinen Mangel zu finden, sodass er sagen kann, er ist schlechter als andere.

Und gewiss tut sich ein Mensch in einem solchen Zustand sehr schwer, die Umkehr zu vollziehen. Und alles, was er nach all seiner Anstrengung sagen kann, ist, dass er Zweifel finden kann: Vielleicht hat er nicht richtig gebetet, vielleicht hat er üble Nachrede gesprochen, ohne es zu bemerken. Das heißt, er findet bei sich einen Anlass, um auf Übertretungen umzukehren, die er möglicherweise begangen hat. Und ebenso bei der Niedrigkeit sagt er: Vielleicht bin ich aus Zweifel schlechter als andere. So bezieht sich seine ganze Umkehr nur auf eine zweifelhafte Übertretung. Das heißt, er glaubt über dem Verstand, dass ihm sicher noch die Vollkommenheit fehlt. Und all das gilt für jene Menschen, die zur Allgemeinheit gehören.

Doch für die Menschen, die zum Einzelnen (Prat) gehören und deren Streben es ist, die Anhaftung an den Schöpfer zu erlangen – also die Gleichheit der Form –, das heißt, die wollen, dass alle ihre Handlungen um des Himmels willen geschehen, beginnt hier eine ganz andere Ordnung. Denn ihr Maßstab bei Tora und Mizwot ist nicht nur die Tat allein, sondern sie wollen, dass auch die Absicht um des Himmels willen ist. Das heißt, sie geben sich nicht damit zufrieden, die Mizwot des Schöpfers nur der Tat nach zu erfüllen. Das heißt, zwar erfüllen sie Tora und Mizwot, weil der Schöpfer uns geboten hat, die Tora und die Mizwot zu halten, und nicht deshalb, weil die Umgebung sie zum Erfüllen der Tora und Mizwot verpflichtet – was bedeutet, dass sie nicht deshalb handeln, weil die Umgebung sie achten oder nicht achten würde; das wäre der Grund, der sie zum Erfüllen von Tora und Mizwot verpflichtet.

Vielmehr tun sie alles im Verborgenen mit „dem Schöpfer, deinem Gott“, und deshalb verlangen sie von der Umgebung keine Ehre und dergleichen. Vielmehr wollen sie Tora und Mizwot mit der Absicht erfüllen, nicht um eine Belohnung zu empfangen, sondern allein um des Schöpfers willen. Und sie sehen, dass der Körper dieser Arbeit nicht zustimmt. Und weil sie zur Wahrheit gelangen wollen, offenbart man ihnen vom Himmel jedes Mal, je nach dem Wert ihrer Arbeit, die Wahrheit: wie das Verlangen zu empfangen in seiner Form dem Schöpfer entgegengesetzt ist. Und jedes Mal widersetzt es sich noch heftiger dem, dass der Mensch nur zum Nutzen des Schöpfers arbeiten will.

Dieser Mensch sieht nicht, dass er etwas hat, irgendeinen Vorzug im Spirituellen. Und er sieht, dass er grober ist als die übrigen Diener des Schöpfers, die sich mit Tora und Mizwot beschäftigen. Und der Grund ist wie oben: Weil man dem Menschen, wenn er mehr Kräfte aufwendet, um zur Wahrheit zu gelangen, von oben den wahren Zustand des Bösen offenbart. Und dann sieht er, dass er nicht die Kraft hat, sich selbst zu helfen. Und er hat dann ein Bedürfnis – das „Kli“ (Gefäß) genannt wird –, dass der Schöpfer ihm hilft, aus der Herrschaft des Bösen in ihm herauszukommen.

Aus dem Gesagten ergibt sich: Es heißt „Kehre um, Israel, bis zum Schöpfer, deinem Gott“, damit der Mensch sich nicht selbst täuscht und sagt: „Ich sehe bei mir gar keine Sünde.“ Vielmehr kann er verstehen, dass er möglicherweise Übertretungen hat, für die er umkehren muss. Darum sagt uns die Schrift „Kehre um, Israel“. Und wenn du fragst, bis wohin das Maß der Umkehr reicht, damit ich mit Sicherheit weiß, dass ich umkehren muss – darauf kommt die Schrift und sagt uns: „Kehre um, Israel, bis zum Schöpfer, deinem Gott.“ Denn wenn er sieht, dass er noch zwei Bereiche hat – das heißt, dass er will, dass der Schöpfer ihm Gutes und Genuss in den Bereich des Menschen gibt, was „Verlangen, für sich selbst zu empfangen“ heißt –, dann weiß er gewiss, dass er vom Schöpfer entfernt ist und zu einem abgesonderten Teil des Ganzen geworden ist, wie oben. Und er muss alles in seiner Macht Stehende tun, um zu seinem Ursprung und seiner Wurzel zurückzukehren, also an seinen Ort zurückzukehren, was „der Schöpfer, dein Gott“ heißt.

Gemeint ist, dass es nur noch einen einzigen Bereich gibt, nämlich den Bereich des Heiligen, gepriesen sei Er. Eben das ist gemeint mit dem Vers: „An jenem Tag wird der Schöpfer einer sein und Sein Name einer“ – das heißt, ein einziger Bereich.

korrOp, EY, 16.7.2026, Ver4