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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Artikel / 1986/31 Betreffend Yenika [Stillen] und Ibur [Schwangerschaft]

Rabash – 1986 – Artikel 31 (תשמ״ו – מאמר ל״א)

„Über Yenika (Säugen) und Ibur (Schwangerschaft)“ · ענין יניקה, ועיבור

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1

Ibur (Schwangerschaft), Yenika (Säugen) und Mochin (reifes Bewusstsein) sind drei Stufen. Sobald ein Mensch den Eintritt in die Heiligkeit (Kedusha) erlangt hat, beginnt er sie zu erreichen. Man nennt sie Nefesh im Ibur, Ruach in der Yenika und Neshama in den Mochin.

עיבור, יניקה ומוחין, הם שלשה מדרגות. לאחר שהאדם כבר זכה להכנס לקדושה, אז מתחיל להשיג אותם, הנקראים נפש בעיבור, ורוח ביניקה, ונשמה במוחין.

Ibur [Schwangerschaft], Yenika [Stillen], Mochin [Erwachsensein/Größe] sind drei Stufen. Sobald ein Mensch mit dem Eintritt in die Kedusha [Heiligkeit] belohnt wurde, beginnt er, sie zu erlangen. Man nennt sie Nefesh in Ibur, Ruach in Yenika und Neshama in Mochin.

2

Doch schon in der Vorbereitung auf die Arbeit – also bevor ein Mensch den dauerhaften Eintritt in die Heiligkeit erlangt – gelten diese Dinge ebenfalls.

אבל גם בהכנה של העבודה, היינו עוד מטרם שהאדם זכה להכנס בקביעות להקדושה, גם כן נוהג ענינים אלו.

Doch auch während der Vorbereitung auf die Arbeit, bevor man mit der dauerhaften Aufnahme in die Kedusha [Heiligkeit] belohnt wird, gelten diese Aspekte noch.

3

Ibur“ nennt man die Zeit, in der ein Mensch sein Selbst für eine Weile beiseiteschiebt und sagt: „Jetzt will ich nichts zu meinem eigenen Nutzen denken, und ich will auch meinen Verstand nicht gebrauchen. Zwar ist er für mich das Allerwichtigste – ich kann nämlich nichts tun, was ich nicht verstehe; das heißt, tun könnte ich alles, aber ich muss den Sinn der Sache einsehen –, dennoch sage ich: Für eine Weile bin ich in der Lage, in den Zeiten, die ich dafür festsetze, meinen Verstand nicht zu gebrauchen. Stattdessen glaube ich über dem Verstand, glaube mit dem Glauben an die Weisen (Emunat Chachamim) und glaube, dass es einen Aufseher gibt, der jeden Einzelnen auf der Welt mit persönlicher Vorsehung betrachtet.“

"עיבור" נקרא, בזמן שהאדם מעביר ממנו את עצמותו לזמן מה, ואומר עכשיו אני לא רוצה לחשוב משהו לתועלת עצמי, וגם איני רוצה להשתמש עם השכל שלי, והגם שזה הוא אצלי, דבר החשוב ביותר, זאת אומרת היות שאני איני מסוגל לעשות שום דבר מה שאני לא מבין, פירוש, אני יכול לעשות הכל, אבל אני צריך להבין את הכדאיות של הדבר, מכל מקום הוא אומר, עכשיו אני מסוגל לזמן מה, לומר שאני מקבל עלי בזמנים אלו שאני קובע לא להשתמש עם השכל שלי, אלא אני מאמין בלמעלה מהדעת, להאמין באמונת חכמים, להאמין שיש משגיח ומסתכל על כל אחד ואחד בעולם בהשגחה פרטית.

Von Ibur [עיבור] spricht man dann, wenn ein Mensch sein Selbst entfernt [maavir, מעביר] und sagt: „Jetzt will ich überhaupt nicht an meinen eigenen Nutzen denken, und ich will auch meinen Verstand nicht benutzen, obwohl er für mich das Wichtigste ist. Das heißt, da ich nicht etwas tun kann, was ich nicht verstehe – das heißt, ich kann alles tun, aber ich muss den Nutzen davon verstehen -, sagt er dennoch: „Jetzt kann ich vorübergehend sagen, dass ich in dieser Zeit auf mich nehme, dass ich beschließe, meinen Intellekt nicht zu benutzen. Vielmehr glaube ich über dem Verstand, ich vertraue an den Glauben an die Weisen, ich glaube, dass es einen Aufseher gibt, der in persönlicher Vorsehung über jeden Einzelnen auf der Welt wacht.“

4

„Und warum soll ich daran glauben, wenn ich nicht spüren kann, dass es so ist? Auch der Verstand sagt: Würde ich die Wirklichkeit des Schöpfers spüren, könnte ich Ihm gewiss dienen und würde mich danach sehnen, Ihm zu dienen. Wozu also diese Verhüllung? Was gewinnt der Schöpfer dadurch, dass Er Sich vor den Geschöpfen verbirgt?“ Auch darauf gibt er keine Antwort. Vielmehr geht er auch bei dieser Frage über dem Verstand und sagt: Wenn der Schöpfer wüsste, dass es für die Geschöpfe besser wäre, keine Verhüllung zu schaffen, hätte Er gewiss keine geschaffen.

ומדוע אני צריך להאמין על זה ואני לא יכול להרגיש שכך הוא. וגם השכל מחייב באם אני הייתי מרגיש את המציאות ה', בטח הייתי יכול לעבוד את ה', והיה לי השתוקקות לשמש אותו, אם כן הסתר זה למה לי, מה מרויח הקב"ה בזה, שהסתיר עצמו מהנבראים. גם על זה לא מתרץ שום תירוץ, אלא גם על הקשיא הזו הוא מתרץ שהוא הולך למעלה מהדעת, ואומר אם הקב"ה היה יודע, שאם לא היה עשה הסתר היה יותר טוב להנבראים, בטח שלא היה עושה הסתרה.

Aber warum sollte ich das glauben, wenn ich nicht spüren kann, dass es so ist? Wenn ich die Existenz des Schöpfers spüren würde, könnte ich sicherlich für ihn arbeiten und würde danach streben, ihm zu dienen. Warum also diese Verhüllung? Was hat der Schöpfer davon, sich vor den Geschöpfen zu verstecken? Auch darauf gibt er keine Antwort, sondern antwortet, dass er auch bei dieser Frage über den Verstand geht und sagt, wenn der Schöpfer wüsste, dass es für die Geschöpfe besser wäre, die Verhüllung nicht zu machen, würde er keine Verhüllung erschaffen.

5

So sagt er zu allen Fragen, die in seinem Verstand aufsteigen, dass er über dem Verstand geht. Jetzt geht er mit geschlossenen Augen, allein im Glauben. Das ist es, was Baal HaSulam zum Vers „Kusch streckt seine Hände zum Schöpfer aus“ (Psalmen 68,32) sagte. Er sagte: Kann ein Mensch „Kusch“ sagen – also dass seine Fragen (kushiot) selbst die Antworten sind –, so braucht er keine Antwort mehr, sondern empfängt aus der Frage selbst die Antwort. Das heißt: Er sagt, gerade jetzt, da er eine Frage hat, kann er über dem Verstand gehen. Dann sind „seine Hände zum Schöpfer“ gerichtet, das heißt, seine Hände – sein Empfangsgefäß, im Sinne von „wenn die Hand erlangt“ – gehören dann dem Schöpfer, und der Mensch gilt als ganz mit dem Schöpfer vereint.

נמצא שעל כל הקושיות שעולה במוחו, על הכל הוא אומר שהוא הולך למעלה מהדעת, והוא הולך עכשיו בעינים עצומות, ורק באמונה. וזהו כמו שאמר אאמו"ר זצ"ל, על פסוק "כוש תריץ ידיו לאלקים" (תהלים סח, לב). ואמר אם האדם יכול לומר "כוש" היינו הקושיות שלו הם תירוצים, היינו שאינו צריך לתירוץ, אלא הקושיא בעצמו, מזה הוא מקבל תירוץ, פירוש, שאומר שעכשיו שיש לו קושיא, אני יכול ללכת למעלה מהדעת. אז "ידיו לאלוקים", היינו שאז הידיים שלו היינו הכלי קבלה שלו מלשון "כי תשיג יד", ואז האדם נבחן לשלם, עם אלקים.

Es stellt sich heraus, dass er auf alle Schwierigkeiten, die in seinem Verstand auftauchen, antwortet, dass er über den Verstand hinausgeht, und dass er jetzt mit geschlossenen Augen und allein mit dem Glauben geht. Es ist, wie Baal HaSulam über den Vers (Psalmen, 68:32) sagte: „Kusch streckt seine Hände zu Gott aus.“ Er sagte, wenn jemand „Kusch“ sagen kann und damit meint, dass seine Kuschiot [Schwierigkeiten] Rechtfertigungen sind, bedeutet das, dass er keine Rechtfertigungen braucht, sondern die Schwierigkeit selbst ist die Rechtfertigung. Er sagt also, dass er jetzt, wo er eine Schwierigkeit hat, über den Verstand hinausgehen kann. Dann sind „seine Hände zu Gott“, das heißt, dann sind seine Hände, also sein Empfangsgefäß im Sinne von „wenn die Hand erfasst“, und dann wird der Mensch als vollständig mit Gott betrachtet.

6

Deshalb ist der Beginn des Eintritts in die Arbeit für den Schöpfer die Stufe des Ibur: Der Mensch annulliert sein eigenes Selbst und tritt als Embryo in den Mutterleib ein, wie geschrieben steht: „Höre, mein Sohn, die Unterweisung deines Vaters, und verwirf nicht die Weisung deiner Mutter.“ Das knüpft an den Vers an „Denn du wirst Bina ‚Mutter‘ nennen“: Er annulliert die Eigenliebe, die „Malchut“ genannt wird und deren ursprüngliches Wesen das Verlangen zu empfangen ist, um zu empfangen, und tritt in die Gefäße des Gebens ein, die „Bina“ genannt werden.

לכן תחילת הכניסה לעבודת ה', הוא בחינת עיבור, היינו שמבטל את בחינת עצמותו, ונכנס בעיבור לבטן האם, כמו שכתוב: "שמע בני מוסר אביך, ואל תיטוש אמך". וזהו מלשון "כי אֵם לבינה תקרא", היינו שמבטל את אהבה עצמית המכונה "מלכות" שבחינתה המקורי היא נקראת רצון לקבל בעמ"נ לקבל, ונכנס לבחינת כלים דהשפעה המכונה בחינת "בינה".

Deshalb gilt der Beginn des Eintritts in die Arbeit des Schöpfers als Ibur [Befruchtung], wenn er sich selbst annulliert und im Schoß der Mutter befruchtet wird, wie geschrieben steht: „Höre, mein Sohn, die Unterweisung deines Vaters, und verlasse nicht die Lehre deiner Mutter.“ Das kommt aus dem Vers „Denn du sollst Bina ‚Mutter‘ nennen“, was bedeutet, dass er die Eigenliebe, genannt Malchut, deren ursprüngliches Wesen „Wille zu empfangen, um des Gebens willen“ genannt wird, aufhebt und in die Gefäße des Gebens, genannt Bina, eintritt.

7

Der Mensch muss glauben, dass die Seele, bevor sie geboren wurde – das heißt, bevor sie in den Körper hinabstieg –, an Ihm angehaftet war, und dass er sich nun danach sehnt, wieder so anzuhaften wie vor ihrem Abstieg. Das nennt man „Ibur“: Er annulliert sein Selbst völlig. Zwar sagt ihm sein Herz, dass er nur jetzt der Annullierung zustimmt, es aber später bereuen wird; dazu kann man sagen: „Sorge dich nicht um die Sorge von morgen.“ Und „morgen“ meint nicht unbedingt den Tag nach heute: Heute und morgen können Gegenwart und Zukunft sein, und der Zeitunterschied kann sogar bloß zwischen dieser Stunde und der nächsten liegen.

והאדם צריך להאמין, שטרם שנולד היינו מטרם שירדה הנשמה בהגוף היתה הנשמה דבוקה בו ית', ועכשיו הוא משתוקק לחזור ולהדבק כמו שהיה לפני ירידתה, זה נקרא "עיבור" היינו שמבטל את עצמותו לגמרי. אבל הגם שלבו אומר לו שרק עכשיו הוא מסכים לבחינת ביטול אבל אח"כ, הוא יתחרט, על זה יכולים לומר אל תדאג דאגת מחר. ומחר, לאו דוקא, למחרת היום, אלא היום ומחר יכול להיות ההוה, והעתיד, והבדל הזמן יכול אפילו שעה זו, ולאחר כך.

Man sollte glauben, *dass die Seele, bevor sie geboren wurde, d.h. bevor sie in den Körper hinabstieg, an Ihm angehaftet war, und sich nun danach sehnt, wieder an Ihm anzuhaften wie vor ihrem Abstieg. Das nennt man Ibur***, wenn er sein Selbst vollkommen annulliert. Doch obwohl sein Herz ihm sagt, dass er jetzt der Annullierung zustimmt, er es aber später bereuen wird, können wir sagen: „Sorge dich nicht um die Sorgen von morgen.“ Und „morgen“ bedeutet nicht unbedingt den Tag nach heute, sondern heute und morgen können Gegenwart und Zukunft sein, und der zeitliche Unterschied kann sogar diese Stunde und danach sein.

8

Das ist es, was unsere Weisen sagten: „Wer heute zu essen hat und fragt: ‚Was werde ich morgen essen?‘, dem mangelt es an Glauben“ (Sota 48). Das lässt sich so deuten: Wenn er heute zu essen hat – also jetzt bereit ist, den Glauben über dem Verstand auf sich zu nehmen –, aber nur daran denkt, was später sein wird, dann trägt er bereits Reshimot (Eindrücke) früherer Zustände in sich. Damals dachte er, er werde für immer im Zustand des Aufstiegs bleiben, stieg danach aber wieder zum Ort der Niedrigkeit hinab, einem Ort des Mülls – „Müll“ deshalb, weil man dort allen Abfall hinwirft.

וזהו כמו שאמרו חז"ל: "כל מי שיש לו מה יאכל היום, ואומר מה אוכל למחר, הרי זה מחוסר אמונה" (סוטה מח). ויש לפרש זה דהכונה הוא באם יש לו לאכול היום, היינו אם עכשיו הוא מוכן לקבל על עצמו בחינה אמונה למעלה מהדעת, ורק חושב, מה יהיה אח"כ, היינו שכבר יש בו רשימות ממצבים, כאלו שהוא היה חושב שישאר כך במצב העליה לעולמים, ואח"כ שוב ירד למקום השפלות, שהוא מקום של אשפה, שפירושו של אשפה הוא, ששם זורקים כל הפסולת.

Es ist, wie unsere Weisen sagten: „Wer heute was zu essen hat und sagt: ‚Was werde ich morgen essen?‘, dem mangelt es an Glauben“ (Sutah, 48). Wir sollten das so interpretieren, dass er, wenn er heute was zu essen hat, also freiwillig den Glauben über dem Verstand auf sich nimmt und nur denkt: „Was wird später sein?“, also bereits Reshimot [Erinnerungen] aus Zuständen hat, in denen er dachte, dass er für immer in diesem Zustand des Aufstiegs bleiben würde, dann aber wieder zu einem Platz der Niedrigkeit herabgestiegen ist, der ein Platz des Mülls ist, wobei Müll bedeutet, dass der ganze Abfall dort hingeworfen wird.

9

Während des Aufstiegs nämlich dachte er, die ganze Eigenliebe sei nichts als Abfall, den man auf den Müll werfen sollte; er empfand also das Verlangen zu empfangen als Müll. Jetzt aber, in der Zeit des Abstiegs, steigt er selbst zum Ort des Mülls hinab, um von dort Nahrung zu holen – wie die Katzen, die im Müll stöbern, um etwas zum Fressen zu finden und ihr Leben zu erhalten. So gleicht er in der Zeit des Abstiegs den Katzen und nicht den verwöhnten Menschen, die immer aussuchen, was zu essen lohnt und was nicht.

היינו בזמן העליה היה חושב, שכל ענין של אהבה עצמית הוא רק פסולת, שכדאי לזרוק זה למקום אשפה, זאת אומרת שהיה מרגיש שהרצון לקבל הוא בחינת אשפה, ועכשיו בזמן הירידה הוא בעצמו יורד למקום האשפה, בכדי לקבל משם מזונות כדוגמת החתולים, שנוקרים באשפה למצוא משהו לאכול, להחיות את נפשם, כן בזמן הירידה הוא דומה לחתולים ולא לאנשים מפונקים שבוררים תמיד מה שכדאי לאכול, ומאי לא.

Er dachte also während des Aufstiegs, dass die ganze Sache mit der Eigenliebe nichts als Abfall ist, der auf den Müll geworfen werden sollte. Er war also in der Empfindung, dass der Wille, etwas zu empfangen, Müll ist. Aber jetzt, während des Abstiegs, steigt er selbst auf den Platz des Mülls hinab, um von dort Nahrung zu empfangen, wie Katzen, die im Müll stöbern, um etwas zu finden, das sie fressen können, um sich zu ernähren. Er ist während des Abstiegs auch wie eine Katze und nicht wie verwöhnte Menschen, die sich immer aussuchen, was sie essen und was nicht.

10

Das ist es, was wir im Hallel (Lobpreis) sagen: „Er richtet den Geringen aus dem Staub auf, aus dem Abfall erhebt Er den Armen.“ Daraus folgt: In der Zeit, in der ein Mensch sein Selbst für eine Weile annullieren kann, sagt er: „Jetzt will ich mich für die Heiligkeit annullieren“ – also jetzt nicht an Eigenliebe denken, sondern dem Schöpfer Wohlgefallen bereiten.

וזה שאנו אומרים בהלל: "מקימי מעפר דל, מאשפות ירים אביון". ולפי זה יוצא שהאדם בזמן שהוא יכול לבטל את עצמו, בקצת זמן ובזמן זה הוא אומר אני רוצה עכשיו לבטל עצמי לקדושה, היינו לא לחשוב עכשיו על אהבה עצמית, אלא שהוא רוצה עכשיו לעשות נחת רוח להקב"ה.

11

Und er glaubt über dem Verstand: Obwohl er noch nichts spürt, glaubt er über dem Verstand, dass der Schöpfer das Gebet eines jeden Mundes hört, dass vor Ihm Klein und Groß gleich sind und dass Er, wie Er dem Größten der Großen helfen kann, ebenso dem Kleinsten der Kleinen helfen kann.

והוא מאמין למעלה מהדעת אף על פי שהוא עוד לא מרגיש שום דבר, הוא למעלה מהדעת שהקב"ה הוא שומע תפלת כל פה, ולפניו קטן וגדול שוים, וכמו שהוא יכול להושיע לגדול שבגדולים, כמו כן הוא יכול לעזור לקטן שבקטנים.

Das ist die Bedeutung dessen, was wir im Hallel [Lobpreis] sagen: „Er erhebt die Armen aus dem Staub, er hebt die Armen aus dem Abfall.“ Daraus folgt, dass wenn der Mensch sich selbst ein wenig annullieren kann und dann sagt: „Jetzt will ich mich vor der Kedusha [Heiligkeit] annullieren“, er also nicht an Eigenliebe denken möchte. Vielmehr will er jetzt dem Schöpfer Zufriedenheit bringen und glaubt über dem Verstand, dass er zwar noch nichts fühlt, aber über dem Verstand glaubt, dass der Schöpfer das Gebet eines jeden Mundes hört und vor Ihm Klein und Groß gleich sind, und wie Er den Größten der Größten erlösen kann, kann Er auch dem Kleinsten der Kleinen helfen.

12

Das nennt man die Stufe des „Ibur“: Er geht aus seinem eigenen Bereich in den Bereich des Schöpfers über. Doch das ist nur vorübergehend. Das heißt: In Wahrheit will er sich für immer annullieren, kann aber nicht glauben, dass es nun eine Annullierung für immer sein wird – denn schon viele Male hatte er gedacht, es werde so bleiben, war danach aber von seiner Stufe gefallen und zum Ort des Mülls herabgesunken.

וזה נקרא בחינת "עיבור", היינו שעובר מבחינתו עצמו, לבחינת רשותו של הקב"ה, אבל זה הוא זמני, פירוש שהוא באמת רוצה לבטל את עצמו לעולמים, אבל הוא לא יכול להאמין שיהיה עכשיו ביטול לעולמים היות שהיה כבר הרבה פעמים שהוא היה חשב שיהיה כך, אבל אח"כ ירד מדרגתו, ונפל למקום אשפה.

Dies wird Ibur genannt, was bedeutet, dass er aus seinem eigenen Bereich in den Bereich des Schöpfers übergeht. Aber das ist nur vorübergehend. Das heißt, er will sich wirklich für immer annullieren, kann aber nicht glauben, dass es jetzt eine Annullierung für immer geben wird, da er schon viele Male gedacht hat, dass es so sein wird, aber dann von seiner Stufe herabgestiegen und auf dem Müllplatz herabgefallen ist.

13

Doch er soll sich nicht sorgen, „was wir morgen essen“ – also, wie gesagt, dass er später gewiss von seiner Stufe fallen werde –, denn das käme aus mangelndem Glauben. Vielmehr muss man glauben, dass die Rettung des Schöpfers im Nu kommt. Da er sich also für den Augenblick annulliert und für immer so bleiben möchte, hat er den Rang des Ibur.

אבל הוא לא צריך לדאוג מה נאכל למחר, היינו כנ"ל, שבטח הוא יפול אח"כ מדרגתו, כי זה מחוסר אמונה אלא צריכים להאמין ישועת ה' כהרף עין, נמצא כיון שהוא מבטל עצמו לשעתו, ורצה להשאר כך בתמידיות נמצא שיש לו ערך של עיבור.

Er braucht sich aber nicht darum zu sorgen, was er morgen essen wird, denn wie oben gesagt wurde, wird er später sicher von seiner Stufe herabfallen, weil ihm der Glaube fehlt. Er muss vielmehr glauben, dass die Rettung des Ewigen wie ein Wimpernschlag ist. Da er sich vorerst annulliert und für immer so bleiben will, folgt daraus, dass er den Wert von Ibur hat.

14

In Wahrheit aber muss der Mensch glauben, dass sein jetziges Verlangen, in die Arbeit für den Schöpfer einzutreten und sein Selbst zu annullieren, ein Ruf von oben ist; denn es entspringt nicht der Weisheit des Menschen. Der Beweis dafür: Vor diesem Ruf hatte er viele Fragen. Jedes Mal, wenn er etwas um des Gebens willen tun wollte, sträubte sich der Körper, und er konnte nicht begreifen, ob es überhaupt einen Menschen auf der Welt gibt, der sein Selbst dem Schöpfer annullieren und sich gar nicht um den eigenen Nutzen sorgen kann; immer lag eine gewisse Furcht auf ihm, ob er sich denn dem Schöpfer annullieren könne.

אבל באמת האדם צריך להאמין, זה שהוא רוצה עכשיו להכנס לעבודת ה' בבחינת ביטול עצמותו, הוא קריאה מלמעלה, כי זה לא מחכמתו של האדם. והראיה לזה, כי בזמן הקריאה זו, כל הקושיות שהיה לו טרם שקראו לו מלמעלה, היה לו הרבה קושיות, וכל פעם שהיה רוצה לעשות משהו בעל מנת להשפיע היה הגוף מתנגד, ולא היה יכול להבין אם יש אדם בעולם, שכן יכול לבטל את עצמותו לה', ולא לדאוג כלל לתועלת עצמו, ותמיד היה שורה עליו איזה פחד אם הוא לבטל עצמו לה'.

In Wahrheit muss man jedoch glauben, dass sein Verlangen, in die Arbeit des Schöpfers einzutreten und sich selbst zu annullieren, ein Ruf von oben ist, denn es liegt nicht in der Weisheit des Menschen. Der Beweis dafür ist, dass er während dieses Rufs alle Fragen hatte, bevor er von oben gerufen wurde – er hatte viele Fragen, und jedes Mal, wenn er etwas tun wollte, um den Körper zu geben, wehrte sich dieser und konnte nicht verstehen, ob es einen Menschen auf der Welt gibt, der sein Selbst vor dem Schöpfer annullieren kann und sich überhaupt nicht um seinen eigenen Nutzen sorgt. Er hatte immer eine gewisse Ehrfurcht, ob er sich vor dem Schöpfer annullieren könnte.

15

Jetzt aber sieht er, dass all diese Gedanken und Zweifel vollständig verbrannt sind, und er empfindet jetzt großen Genuss daran, sich dem Schöpfer annullieren zu können. Er sieht jetzt, dass sein ganzer Verstand nichts wert ist – obwohl er zuvor dachte, niemand auf der Welt könne ihn überzeugen, dass man sich dem Schöpfer annullieren müsse, und obwohl er sagte, das sei eine harte Arbeit, in die nicht jeder eintreten könne. Jetzt sieht er, dass ihn nichts mehr hindert, am Schöpfer anzuhaften und sich Ihm zu annullieren. Doch das ist, wie gesagt, ein Leuchten von oben; deshalb gaben alle Störer, die kamen und ihm das Argument der Kundschafter vortrugen, vor ihm auf und verschwanden vom Horizont.

ועכשיו הוא רואה שכל המחשבות והספקות נשרפו לגמרי, והוא מרגיש עכשיו תענוג גדול בזה, אם הוא יכול לבטל עצמו לה'. הלא הוא רואה עכשיו שכל הדעת שלו, כלום לא שוה, אעפ"י שקודם לכן היה חושב שאין מי שהוא בעולם, שיהיה בידו לשכנע אותו שצריכים לבטל עצמו לה', והיה אומר זה עבודה קשה שלא כל אחד ואחד יכול להכנס לתוך עבודה זו, ועכשיו הוא רואה שאין שום דבר שיהא לו למפריע מלהדבק ולהבטל לה'. אלא זו הוא כנ"ל היות שזהו הארה מלמעלה לכן נכנעו מלפניו כל המפריעים שבאו ואמרו לו טענת המרגלים, כולם נעלמו מן האופק.

Aber jetzt sieht er, dass alle Gedanken und Zweifel vollkommen verbrannt sind und er empfindet großen Genuss daran, sich vor dem Schöpfer zu annullieren. Jetzt sieht er, dass all sein Verstand wertlos ist, obwohl er früher dachte, dass niemand auf der Welt ihn davon überzeugen könnte, sich vor dem Schöpfer zu annullieren, und er würde sagen, dass dies eine harte Arbeit ist, in die nicht einfach jeder kommen kann. Aber jetzt sieht er, dass es nichts gibt, was ihn daran hindert, an den Schöpfer anzuhaften und sich vor ihm zu annullieren. Vielmehr, wie oben gesagt, da es ein Leuchten von oben ist, haben alle Hindernisse, die kamen und ihm das Argument der Kundschafter erzählten, aufgegeben und sind aus seinem Blickfeld verschwunden.

16

So steht geschrieben: „Denn ein Wind fuhr über ihn hin, und er ist nicht mehr, und seine Stätte kennt ihn nicht mehr“ (Psalmen 103,16). Und das bedeutet: Wenn ein Mensch einen Wind (Ruach) aus der Höhe empfängt, verschwinden alle Störer, und sogar ihre Stätte ist nicht mehr erkennbar. Das heißt: In der Zeit des Aufstiegs, wenn er einen Ruach aus der Höhe empfängt, begreift er nicht, wie es überhaupt eine Stätte geben konnte, an der die Bösen mit ihren Einwänden etwas ausrichten konnten.

וזהו כמו שכתוב: "כי רוח עברה בו ואיננו ולא יכירנו עוד מקומו" (תהלים קג, טז). וזהו כנ"ל, כי רוח עברה בו, בשעה שאדם מקבל רוח ממרום כל המפריעים נעלמו ואפילו מקומו אינו ניכר. פירוש שבזמן עליה כשהוא מקבל רוח ממרום, אז באותו זמן אינו מבין איך יכול להיות מקומו שהרשעים יכלו לפעול משהו עם טענותיהם.

Es steht geschrieben (Psalm 103,16): „Denn der Wind ist über ihn hinweggegangen, und er ist nicht mehr, und sein Platz wird ihn nicht mehr kennen.“ So steht geschrieben: „Denn der Wind ist über ihn hinweggegangen.“ Wenn der Mensch Ruach [Geist/Wind] von oben empfängt, verschwinden alle Hindernisse und auch sein Platz ist nicht mehr erkennbar. Das heißt, während des Aufstiegs, wenn er Ruach von oben empfängt, versteht er nicht, wie es einen Platz geben kann, an dem die Frevler mit ihren Argumenten etwas ausrichten können.

17

In der Zeit des Ibur sehen wir nun, dass es eine Zeit der Fehlgeburt gibt: Wird das Kind geboren, bevor die Zeit der Korrekturen des Ibur vollendet ist – so wie im Materiellen eine Schwäche in der Schwangerschaft eine Fehlgeburt verursacht, sodass das Kind vor der Zeit herauskommt, nicht bestehen kann und stirbt –, so ist es auch im Spirituellen. Gibt es eine Schwäche, so tritt der Mensch vorzeitig aus dem Ibur heraus und kommt in die Luft dieser Welt; dann fallen alle Gedanken dieser Welt in seinen Sinn, und alle Begierden dieser Welt haften sich an ihn. Das nennt man: Der Ibur ist gestorben.

נמצא בזמן העיבור, היות שאנו רואים שיש זמן הפלה, היינו שאם הולד נולד לפני שנגמר זמן של תיקוני עיבור, וכמו שיש בגשמיות איזה חולשה בהעיבור זה גורם הפלה, שהולד יוצא לחוץ לפני הזמן אז הולד אינו יכול להתקיים ומת. כמו כן ברוחניות אם יש איזה חולשה אז האדם יוצא לחוץ מהעיבור, והוא בא לאויר העולם הזה, וכל המחשבות שישנם בעוה"ז נופלים למחשבתו וכל הרצוניות של עוה"ז מתדבקים בו, וזה נקרא שהעיבור מת.

Wenn wir also während des Ibur sehen, dass es eine Zeit der Fehlgeburt gibt, wenn der Fötus geboren wird, bevor die Zeit der Korrekturen des Ibur vollendet ist, weil so wie im materiellen irgendeine Schwäche in der Befruchtung eine Fehlgeburt verursacht – wenn der Fötus zu früh abgeht und nicht existieren kann und stirbt, dann ist es in der Spiritualität genauso. Wenn es eine Schwäche gibt, dann tritt der Mensch aus dem Ibur aus und kommt in die Luft dieser Welt, und alle Gedanken, die in dieser Welt existieren, fallen in seinen Verstand, und alle Verlangen dieser Welt haften an ihm. Das heißt, dass der Ibur gestorben ist.

18

Im „Studium der Zehn Sefirot“, Teil 9 (S. 788, Punkt 83), schreibt Baal HaSulam – und dies sind seine Worte: „Und siehe, es muss in der Frau eine Art Türen geben, um sie zu schließen und das Kind dort drinnen zurückzuhalten, damit es nicht herauskommt, bis es sich vollständig ausgeformt hat; und es muss in ihr auch eine Kraft sein, welche die Gestalt des Kindes formt.“ So weit seine Worte.

ובתע"ס חלק ט' (דף תשפ"ח אות פג) כותב שם, וזה לשון הרב: "והנה צריך להיות באשה, בחינת דלתות, כדי לסוגרם ולעכב הוולד שם בפנים שלא יצא לחוץ, עד שיגמור להצטייר לגמרי, וגם צריך שיהיה בה, כח המצייר את צורת הולד", עד כאן לשונו.

Im Studium der Zehn Sefirot, Teil 9 (S. 788, Punkt 83), schreibt der ARI: „Es sollte Türen in einer Frau geben, um sie zu schließen und den Fötus darin zu halten, damit er nicht herauskommt, bis er vollkommen ausgebildet ist. Und es sollte auch eine Kraft in ihr sein, die die Form des Fötus gestaltet.“

19

Dort erklärt er im „Inneren Licht“ (Or Pnimi), dass es im Ibur zwei Kräfte gibt. Erstens die formende Kraft: Die Gestalt des Kindes ist Katnut (Kleinheit). Auch um Katnut zu erlangen, gibt es eine Ordnung, denn auch Katnut ist eine Vorbereitung auf Gadlut (Erwachsensein); ohne Katnut in der Stufe gibt es keine Gadlut. Solange er in Katnut ist, ist er noch nicht vollkommen. Überall aber, wo ein Mangel in der Heiligkeit besteht, hat die Sitra Achra (die andere Seite) einen Halt und kann den Ibur verderben, sodass er seine Vollkommenheit nicht empfangen kann; dadurch kommt es zur Fehlgeburt – das heißt, er wird geboren, bevor die Stufe des Ibur vollendet ist.

ומבאר שם ב"אור פנימי", כי בעיבור יש שם שני כוחות. א) כח המצייר שהציור של הוולד הוא קטנות, היינו שגם להשיג קטנות, יש סדר שגם קטנות הוא הכנה לגדלות, שאם אין קטנות בהמדרגה, אין גדלות. וכל זמן שהוא בקטנות נמצא שהוא עדיין אינו בשלימות, ובכל מקום שיש חסרון בקדושה יש אחיזה לס"א, ויכולה לקלקל, את בחינת העיבור שלא תוכל לקבל את שלימותה, ועל ידי זה הוא בא לידי הפלה, היינו שנולד מטרם שנגמר בחינת העיבור שלה.

Er erklärt dort in „Inneres Licht“, dass es zwei Kräfte im Ibur gibt: 1. Eine gestaltende Kraft, wobei die Gestalt des Fötus Katnut [Kindheit/Kleinheit] ist, denn um Katnut zu erhalten, gibt es eine Ordnung, denn Katnut ist die Vorbereitung auf Gadlut [Erwachsensein/Größe], und ohne Katnut in der Stufe gibt es kein Gadlut. Und solange er sich in Katnut befindet, ist er noch unvollkommen, und wo immer ein Mangel an Kedusha besteht, gibt es einen Halt der Sitra Achra [aramäisch: andere Seite], die den Ibur verderben könnte, sodass er nicht vollendet werden kann. Er wird also abgetrieben, d.h. er wird geboren, bevor der Zustand des Ibur vollendet ist.

20

Denn im Ibur gibt es fünfundzwanzig Parzufim, nämlich NaRaNChaY, von denen jedes wiederum NaRaNChaY enthält. Deshalb muss es eine zurückhaltende Kraft geben, damit auch in der Katnut Vollkommenheit herrscht. Diese empfängt das Kind durch seine Mutter. Zwar hat das Kind von sich aus keine Gefäße, mit denen es Gadlut um des Gebens willen empfangen könnte; doch indem es sich der Mutter annulliert, kann es Gadlut aus den Gefäßen der Mutter empfangen. Das nennt man: „Der Embryo ist der Schenkel seiner Mutter; er isst, was seine Mutter isst.“

כי בעיבור יש כ"ה פרצופים היינו נרנח"י, שבכל אחד מהם יש גם כן נרנח"י, לכן צריך להיות כח המעכב, היינו שאפילו בקטנות יהיה שם שלימות. וזהו מקבל ע"י אמו, הגם שהוולד מצד עצמו אין לו כלים שיכול לקבל גדלות בעמ"נ להשפיע, מכל מקום ע"י שהוא מתבטל להאם, הוא יכול לקבל גדלות מכלים דאמו, שזה נקרא עיבור ירך אמו, אוכל מה שאמו אוכלת.

Das ist so, weil es fünfundzwanzig Parzufim [Plural von Parzuf] im Ibur gibt, was NaRaNCHaY bedeutet, und in jedem von ihnen gibt es auch NaRaNCHaY. Deshalb muss es eine zurückhaltende Kraft geben, was bedeutet, dass es auch in Katnut eine Vollkommenheit geben sollte. Er empfängt dies durch seine Mutter, obwohl der Fötus an sich keine Kelim [Gefäße] hat, in denen er Gadlut um des Gebens willen empfangen kann. Doch der Fötus kann Gadlut von den Kelim der Mutter empfangen. Das gilt als „Ein Embryo ist der Schenkel seiner Mutter; er isst, was seine Mutter isst.“

21

Das heißt, er hat keine eigene Wahl, sondern isst nur, was die Mutter isst – also das, wovon die Mutter weiß, dass man es essen darf, das isst auch er. Mit anderen Worten: Er hat die Wahl, was gut und was böse ist, von sich genommen; alles geht auf Rechnung der Mutter. Das meint „der Schenkel seiner Mutter“: dass er selbst keinen eigenen Namen trägt.

היינו שאין לו בחירה מצד עצמו אלא מה שאמו אוכלת, היינו מה שאמו יודעת שמותר לאכול, הוא גם כן אוכל, זאת אומרת כי העביר ממנו את הבחירה שהוא יבחור מה זה טוב ומה זה רע, אלא הכל על חשבון אמו, שזה נקרא "ירך אמו", שפירושו שהוא עצמו אינו עולה בשם.

Das heißt, da er keine eigene Wahl hat, sondern isst, was seine Mutter isst, d.h., was seine Mutter weiß, was erlaubt ist zu essen, isst er auch, das heißt, er hat die Wahl, was gut und was böse ist, von sich weggeschoben. Vielmehr wird das alles der Mutter zugeschrieben. Er wird „der Schenkel seiner Mutter“ genannt, was bedeutet, dass er selbst keinen Namen verdient.

22

Dort ist von oberen Lichtern die Rede; doch dasselbe gilt auch in der Zeit der Vorbereitung, wenn man in den Palast des Königs eintreten will – auch dort gelten dieselben Ordnungen. Denn so wie es dort viele Stufen gibt und der Ibur nicht auf einmal vollendet wird – man sagt, es brauche neun Schwangerschaftsmonate, bis man fünfundzwanzig Parzufim erlangt –, so gibt es auch in der Vorbereitung viele Stufen, bis man in der Vorbereitungszeit den Ibur in Vollkommenheit erlangt. Deshalb gibt es viele Aufstiege und Abstiege, und manchmal verdirbt der Ibur – das nennt man ebenfalls Fehlgeburt –, und man muss die Ordnung der Arbeit von Neuem beginnen.

ושם המדובר באורות עליונים, ואותו דבר נוהג גם כן בעת ההכנה שרוצה להכנס להיכל המלך, נוהג גם כן אותו סדרים. כי כמו ששם יש הרבה בחינות ואין העיבור נגמר בפעם אחת, ואומרים שיש שם תשעה ירחי לידה, עד שמשיג כ"ה פרצופים, כמו כן בהכנה גם כן יש הרבה בחינות עד שמשיג בחינת עיבור בשלימות, בזמן ההכנה, לכן יש הרבה עליות וירידות ולפעמים העיבור מתקלקל, שנקרא גם כן הפלה, וצריכים להתחיל מחדש את סדר העבודה.

Dort wird von oberen Lichtern gesprochen, aber dasselbe gilt auch bei der Vorbereitung, wenn man den Palast des Königs betreten will – es gilt dieselbe Reihenfolge. Da es dort viele Unterscheidungen gibt und der Ibur nicht auf einmal vollendet wird – es wird gesagt, dass es neun Monate Schwangerschaft gibt, bis er fünfundzwanzig Parzufim erhält –, gibt es auch in der Vorbereitung viele Unterscheidungen, bis er den vollkommenen Ibur während der Vorbereitung erlangt. Deshalb gibt es viele Höhen und Tiefen, und manchmal wird der Ibur verdorben, was auch als „Fehlgeburt“ bezeichnet wird, und wir müssen die Reihenfolge der Arbeit von neuem beginnen.

23

Erklären wir nun die formende Kraft, wie sie in der Zeit der Vorbereitung wirkt. Die Gestalt des Ibur ist Katnut; das bedeutet: Nur in den Gefäßen des Gebens – also wenn er sich mit Tora und Arbeit befasst – kann er die Absicht ausrichten, alles um des Gebens willen zu tun.

ונבאר ענין כח המצייר שישנו בזמן ההכנה, שהציור של העיבור הוא קטנות, שענינו הוא שרק בכלים דהשפעה היינו בזמן שעוסק בתורה ועבודה אז הוא יכול לכוון, שעושה הכל על הכוונה של השפעה.

Erklären wir nun die gestaltende Kraft, die während der Vorbereitungszeit besteht. Die Gestaltung des Ibur ist Katnut, was bedeutet, dass er einzig und allein in den Gefäßen des Gebens, wenn er sich mit Tora und Arbeit befasst, darauf ausgerichtet ist, alles mit der Absicht zu geben, zu tun.

24

Das heißt: Er befasst sich jetzt deshalb mit Tora und Mizwot, weil er an den Schöpfer und an Seine Größe glaubt. Er nimmt auf sich, dass sein ganzer Genuss von nun an einzig darin liegt, dem König dienen zu wollen. Das gilt ihm so viel, als hätte er ein riesiges Vermögen erworben und als blicke die ganze Welt auf ihn und beneide ihn darum, dass er es verdient hat, in die höchsten Höhen aufzusteigen, wozu ein anderer nicht gelangt ist. Von selbst ist er voller Wonne und Freude und spürt nichts Böses in der Welt, sondern lebt dann in einer Welt, die ganz gut ist.

היינו מה שעוסק עכשיו בתו"מ, הוא מטעם שמאמין בה', ובגדלותו. והוא מקבל על עצמו, שמהיום והלאה, כל הנאה שלו יהיה רק בזה, שיש לו רצון לשמש את המלך, שזה יחשב לו, כאילו הרויח הון תועפות, וכאילו כל העולם כולו, מסתכלים עליו, ומקנאים בו בזה, שהוא זכה, לעלות ברום המעלות, מה שאדם אחר לא זכה לזה. וממילא הוא שש ושמח, ולא מרגיש בעולם שום דבר רע, אלא שהוא חי אז בעולם שכולו טוב.

Er befasst sich also deshalb mit Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten], weil er an den Schöpfer und seine Größe glaubt. Er nimmt sich vor, dass sein ganzer Genuss fortan darin besteht, dass er das Verlangen hat, dem König zu dienen, und er wird dies so betrachten, als hätte er ein Vermögen gemacht und als würde die ganze Welt auf ihn schauen und ihn beneiden, dass es ihm vergönnt ist, in die höchsten Stufen aufzusteigen, mit denen kein anderer belohnt worden ist. Natürlich fühlt er sich herrlich und glücklich und fühlt nichts Böses in der Welt, sondern dass er in einer Welt lebt, die nur gut ist.

25

Doch all dieser Genuss und diese Bedeutung liegen darin, dass er gibt – dass er nämlich dem Schöpfer geben will. Den ganzen Tag geht er mit einem einzigen Gedanken umher: „Was soll ich tun, um den Schöpfer damit zu erfreuen?“ Einerseits sagen wir also, der Mensch müsse arbeiten, ohne Lohn empfangen zu wollen, sondern allein für den Schöpfer; andererseits sagen wir, er müsse Genuss empfinden und sich ausmalen, wie er Genuss empfängt.

אבל כל הנאה וחשיבות הוא בזה, שהוא נותן, היינו שהוא רוצה לתת לה', היינו הוא הולך כל היום, עם מחשבה אחת. ומה עלי, לעשות איזה מעשה, שאני אוכל לשמח, את ה' בזה. היינו מצד אחד אנו אומרים שהאדם צריך לעבוד שלא עמ"נ לקבל שכר, אלא בלתי ה' לבדו, ומצד השני אנו אומרים שהוא צריך לקבל הנאה ולעשות ציורים, איך לקבל הנאה.

Die ganze Bedeutung und Freude liegen jedoch darin, dass er gibt, das heißt, dass er dem Schöpfer etwas geben möchte. Das heißt, den ganzen Tag über wandelt er nur mit einen Gedanken: „Was soll ich tun, um dem Schöpfer Freude zu bereiten?“ Das heißt, einerseits sagen wir, dass der Mensch die Arbeit nicht braucht, um Belohnung zu empfangen, sondern einzig und allein für den Schöpfer arbeitet. Andererseits sagen wir, dass er genießen soll und sich vorstellen muss, wie er genießen kann.

26

Das heißt, er muss sich Bilder von Größe und Bedeutung ausmalen: wie man einen König aus Fleisch und Blut oder überhaupt die Großen der Welt ehrt, und wie die Allgemeinheit sie ehrt. Danach lerne er von der Welt, wie sehr diese es genießen, den Großen der Welt zu dienen, und übertrage es auf die Größe des Schöpfers – sodass er, wenn er dem Schöpfer dient, denselben Genuss empfinden muss, den jene empfinden, wenn sie den Großen der Welt dienen.

זאת אומרת הוא צריך לעשות ציורים של גדלות וחשיבות, איך שמכבדים את מלך בשר ודם, או סתם גדולי עולם, ולראות איך שהכלל מכבדים אותם. ואח"כ, ילמוד מהעולם, איך שהם נהנין מזה שהם משמשים את גדולי עולם, ולהשתמש בזה לגדלות הבורא, שגם כשהוא, משמש את הבורא, הוא מוכרח להרגיש אותו הנאה כפי שהם נהנים מזה, שהם משמשים את הגדולים שבעולם.

Das bedeutet, dass er sich Bilder von Größe und Bedeutung vorstellen muss, wie wir Könige aus Fleisch und Blut oder andere Anführer der Welt schätzen, und sehen soll, wie die Öffentlichkeit sie schätzt. Danach sollte er von der Welt lernen, wie sie es genießen, den Anführern der Welt zu dienen und dies für die Größe des Schöpfers nutzen, damit er, wenn er dem Schöpfer dient, den gleichen Genuss empfindet, wie sie es genießen, den Anführern der Welt zu dienen.

27

Andernfalls – wenn er also keinen großen Genuss daran hat, sich mit Tora und Mizwot zu befassen – ist das ein Zeichen, dass er den Schöpfer nicht so hoch schätzt, wie jene Menschen die Großen der Welt schätzen und Genuss und Vergnügen daraus ziehen, ihnen zu dienen.

אחרת, היינו אם אין לו הנאה גדולה בזה שעוסק בתו"מ, זהו סימן שאינו מחשיב את הבורא בחשיבות כזאת, כמו שהם מחשיבים ומקבלים הנאה ותענוג, מזה שהם משמשים לגדולי עולם כנ"ל.

Wenn er sich nicht mit Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] befasst, ist das ein Zeichen dafür, dass er den Schöpfer nicht so wertschätzt, wie sie ihn schätzen und Freude und Genuss empfangen, wenn sie den Anführern der Welt dienen.

28

Deshalb muss er, bevor er zum Schöpfer spricht, sich zuerst ausmalen, zu wem er spricht – wie groß und bedeutend Er ist. Das heißt, mit welcher Ehrerbietung und mit welchem Maß an ehrfürchtiger Scheu ich zu Ihm spreche, und dass Er zuhört und mich ansieht, während ich zu Ihm spreche.

אי לזאת בעת שהוא מדבר להבורא, הוא צריך מקודם לעשות איזה ציור למי אני מדבר, היינו מה גדלו וחשיבותו שלו. היינו באיזה דרך ארץ, ובאיזה שיעור יראת הכבוד, אני מדבר אליו, והוא שומע ומסתכל עלי, בעת שאני מדבר אליו.

Deshalb muss er, wenn er mit dem Schöpfer spricht, sich zuerst vorstellen, zu wem er spricht, d.h. wie groß und wichtig er ist. Das heißt, in welcher Art und Weise und mit welcher Ehrfurcht ich zu Ihm spreche, und Er hört zu und sieht mich an, wenn ich zu Ihm spreche.

29

Wenn ein Mensch zum Beispiel einen Kuchen oder eine Frucht isst, dann wissen wir, dass wir an den Schöpfer glauben müssen, der all dies erschaffen hat, und dass wir jetzt davon Genuss empfangen, was Er uns zum Genießen bereitet hat. Dafür wenden wir uns an Ihn und danken Ihm; wir sagen zu Ihm: „Wir danken und preisen Dich für diesen Genuss“, und wir sagen: „Gesegnet seist Du, Schöpfer, der die Frucht des Baumes hervorbringt“ – und dergleichen.

לדוגמה, כשאדם אוכל איזה עוגה או איזה פרי, וכדומה, אז אנו יודעים שצריכים להאמין בהבורא, שהוא ברא כל אלה, ואנחנו מקבלים עכשיו הנאה מזה שהוא הוכן לנו ממה להנות, ועל זה אנו פונים אליו, ונותנים לו תודה על זה. ואומרים אליו אנו מודים ומשבחים אותך, עבור הנאה זו, ואומרים ברוך אתה ה', בורא פרי העץ. וכדומה.

Wenn der Mensch zum Beispiel einen Kuchen oder eine Frucht isst, wissen wir, dass wir daran glauben müssen, dass der Schöpfer all dies erschaffen hat und wir nun das genießen, was für uns zubereitet wurde. Wir wenden uns dafür an Ihn und danken Ihm dafür und sagen: „Wir danken und preisen Dich für diesen Genuss und sagen: ‚Gesegnet seist Du, oh Ewiger, Schöpfer der Frucht des Baumes.'“

30

Dann hat der Mensch zu prüfen, was er soeben zum Schöpfer gesagt hat: mit welcher ehrfürchtigen Scheu er während dieser Worte erfüllt war, als er zu Ihm sprach. Und was empfindet er, nachdem er mit Ihm gesprochen hat – welchen Eindruck, welche Erhebung des Geistes es in ihm hinterlassen hat? Denn wenn er wirklich glaubt, dass er mit dem König gesprochen hat – wo sind dann die Erregung und die Freude? Wie geschrieben steht: „Bin Ich Vater, wo ist Meine Ehre? Und bin Ich Herr, wo ist die Ehrfurcht vor Mir?“

אז יש לאדם לעשות בקורת על הדיבור הזה שאמר עכשיו להבורא, באיזה יראת הכבוד, הוא הרגיש בזמן הדבורים, שדיבר אליו. ומה הוא מרגיש לאחר שדיבר אתו, היינו איזה רושם השאיר אצלו, איזה התרוממות רוח, היות שאם באמת הוא מאמין שדיבר עם המלך, איפוא ההתרגשות והשמחה. כמו שכתוב: "אם אב אני איה כבודי, ואם אדונים אני איה מוראי".

Zu diesem Zeitpunkt kann ein Mensch beobachten, was er gerade zum Schöpfer gesagt hat, welche Ehrfurcht er empfunden hat, während er zu Ihm sprach, und was er fühlt, nachdem er zu Ihm gesprochen hat, d.h. welchen Eindruck es in ihm hinterlassen hat, welches Hochgefühl, denn wenn er wirklich glaubt, dass er zum König gesprochen hat, wo sind dann die Aufregung und das Hochgefühl? Es ist so wie geschrieben steht: „Wenn ich ein Vater bin, wo ist dann meine Ehre? Wenn ich ein Herr bin, wo ist dann die Ehrfurcht vor Mir?“

31

Gehen wir ins Einzelne, so sind bei dieser Handlung zwei Aspekte zu unterscheiden. Erster Aspekt: dass er sich an der Frucht erfreut, die er isst. Dieser Genuss an der Frucht und dergleichen gehört zum tierischen Verlangen zu empfangen. Denn Genuss an Speise, Trank und Ähnlichem empfinden auch die Tiere; es braucht dazu nicht die Stufe des Menschen. Deshalb nennt man diesen Genuss einen tierischen Genuss.

אם נכנס בפרטים יש להבחין בפעולה זו ב' הבחנות. א', מזה שהוא נהנה מהפרי שהוא אוכל. והנאה זו שהוא נהנה מהפרי וכדומה, שייך להרצון לקבל הבהמי. פירוש, שהנאה מאכילה ושתיה וכדומה, גם בהמות נהנים, ולא צריכים לאדם שיקבל הנאה כזו, ומשום זה, נקרא הנאה הזו, הנאה בהמית.

Wenn wir genauer hinschauen, können wir zwei Unterscheidungen in dieser Handlung erkennen: 1. Er erfreut sich an der Frucht, die er isst. Dieser Genuss, den er aus der Frucht oder Ähnlichem zieht, gehört zum tierischen Verlangen zu empfangen. Das bedeutet, dass der Genuss aus Essen und Trinken und dergleichen auch von Tieren erfahren wird und es keinen Bedarf an [der Stufe des] “Menschen” gibt, um solchen Genuss zu erfahren; deshalb wird dieser Genuss als tierischer Genuss bezeichnet.

32

Doch beim Segen und beim Dank, den er dem Schöpfer dafür darbringt, sind mehrere Unterscheidungen zu treffen. Es zeigt sich nämlich: Der zweite Aspekt jener Handlung – der Genuss daran, dem Schöpfer Dank darzubringen – gehört allein dem Menschen und kommt bei den Tieren nicht vor. Hier gelten viele Unterscheidungen, weil bei dieser Handlung, die dem Menschen eigen ist, viele Stufen zu unterscheiden sind.

אבל הברכה והתודה, שנתן להבורא על זה, יש להבחין בזה כמה הבחנות. נמצא שבבחינה ב' שבהפעולה הנ"ל, היינו הנאה מזה שנותן תודה להבורא, זה, שייך דוקא לאדם, וזה אינו נוהג בבהמות. וכאן נוהג הרבה הבחנות, מטעם שבפעולה זו השייך לאדם, כי באדם, יש להבחין הרבה דרגות.

Aber den Segen und die Dankbarkeit, die er dem Schöpfer dafür gibt, sollten wir in mehreren Unterscheidungen festhalten. Die zweite Unterscheidung im obigen Handeln, also die Freude, dem Schöpfer zu danken, bezieht sich speziell auf den Menschen und fehlt bei den Tieren. Es gibt hier viele Unterscheidungen, weil es bei dieser Handlung, die zum Menschen gehört, viele Stufen zu unterscheiden gibt.

33

Zum Beispiel ist beim Menschen das Maß seines Glaubens zu unterscheiden: wie sehr er daran glaubt, dass der Schöpfer ihm all diese Genüsse zum Genießen gegeben hat. Dann ist beim Sprechen zum Schöpfer zu unterscheiden, in welchem Maß er glaubt, dass er zum Schöpfer spricht. Und schließlich ist zu unterscheiden, in welchem Maß er an die Größe und Bedeutung des Schöpfers glaubt. Darin besteht gewiss ein Unterschied von Mensch zu Mensch; und auch beim einzelnen Menschen ist nach seinem jeweiligen Zustand zu unterscheiden, denn der Mensch ist ein „Gehender“ und kann daher aufsteigen und absteigen. So sind an einem einzigen Menschen mehrere Zustände zu unterscheiden, wie geschrieben steht: „Und Ich gebe Wandelnde unter diesen Stehenden.“

למשל אצל אדם יש להבחין בו, שיעור האמונה, כמה הוא מאמין, בזה שהבורא נתן לו כל הנאות להנות. ואח"כ יש להבחין בזה, היינו בהדיבור שמדבר להבורא, כמה הוא שיעור, שמאמין שמדבר להבורא. ואח"כ יש להבחין כמה שיעורו הוא מאמין, בגדלות וחשיבות הבורא. ובזה בטח שיש הבדל בין אדם לחבירו, וגם באדם עצמו יש להבחין בו, לפי מצבו שהוא נמצא עכשיו, היות שהאדם הוא בחינת הולך, וממילא הוא יכול להיות בחינת עולה ויורד. אם כן באדם אחד יש להבחין כמה מצבים, וזהו כמו שכתוב: "ונתתי מהלכים בין העומדים האלו".

Zum Beispiel sollten wir beim Menschen das Maß seines Glaubens erkennen, wie sehr er daran glaubt, dass ihm der Schöpfer alle Genüsse gegeben hat. Danach sollten wir erkennen, inwieweit er beim Sprechen mit dem Schöpfer glaubt, dass er mit dem Schöpfer spricht. Danach sollten wir erkennen, inwieweit er an die Größe und Bedeutung des Schöpfers glaubt. Dabei ist es sicher, dass dies bei jedem Menschen anders ist. Und bei einem Menschen selbst sollten wir nach seinem aktuellen Zustand unterscheiden, denn weil ein Mensch geht, könnte er auf- oder absteigen. So können wir in einem Menschen mehrere Zustände erkennen, wie geschrieben steht: „Und ich werde diejenigen, die sich bewegen, unter diesen Stehenden platzieren.“

34

Daraus folgt: Beim Verlangen, einen Genuss zu empfangen, der im Allgemeinen der Stufe des Tieres zugehört, ist nichts weiter zu unterscheiden, denn es ist ein allgemeiner Genuss. Anders beim Genuss, der dem Menschen eigen ist – dort sind bereits viele Unterscheidungen zu treffen. Es zeigt sich: Beim Genuss, der der Stufe des Menschen eigen ist, ordnet man die Grundlage nicht mehr dem Empfangsgefäß zu, sondern sie gehört bereits zum Geben. Denn sein ganzer Genuss baut auf dem Schöpfer auf: Der ganze Treibstoff, aus dem ihm Gefäße für die Arbeit erwachsen, hängt von der Größe des Schöpfers ab und nicht vom Maß des menschlichen Genusses. Das heißt: Das Maß des menschlichen Genusses hängt davon ab, wie hoch er die Größe des Schöpfers veranschlagt.

ובהאמור יוצא, שברצון לקבל הנאה השייכת לבחינת בהמה בדרך כלל, אין מה להבחין בה, היות שזהו הנאה כללית. מה שאין כן בהנאה השייך להאדם, שם יש כבר להבחין הבחנות רבות. נמצא שבהנאה השייך לבחינת אדם, הנאה זו, כבר היסוד שלה לא מיחסים אותו לכלי קבלה, אלא זה כבר שייך לבחינת השפעה, היות שכל הנאה שלו נבנית, על הבורא. היינו שכל חמרי דלק, שמזה ניתן לו כלים לעבודה, תלוי בגדלות הבורא, ולא בשיעור הנאת האדם. פירוש, ששיעור הנאת האדם תלוי כמה הוא משער את גדלות של הבורא.

Es stellt sich heraus, dass in meinem Willen, Genuss zu empfangen, der sich im Großen und Ganzen auf das Tier bezieht, nichts zu erkennen ist, da es sich um allgemeinen Genuss handelt. Anders verhält es sich mit dem Genuss, der den Menschen betrifft. Dort sollten wir schon zahlreiche Unterscheidungen treffen. Daraus folgt, dass die Grundlage der Freude, die den Menschen betrifft, nicht den Gefäßen des Empfangens zuzuschreiben ist. Vielmehr gehört sie zum Geben, denn sein ganzer Genuss ist auf den Schöpfer aufgebaut. Das heißt, der ganze Treibstoff, aus dem er Kelim [Gefäße] für die Arbeit hat, hängt von der Größe des Schöpfers ab und nicht von dem Maß des Genusses des Menschen. Das bedeutet, dass das Maß des Genusses davon abhängt, inwieweit er die Größe des Schöpfers wertschätzt.

35

Das nennt man einen Genuss, der dem Menschen auf indirekte Weise zukommt. Denn auf direkte Weise will er dem König geben; und je größer er sich die Größe des Königs ausmalt, desto mehr freut er sich darüber, einem großen König Genuss zu bereiten. Und auf indirekte Weise empfängt er daraus selbst Genuss. Es zeigt sich: Nur auf solche Weise ist der Genuss erlaubt, denn seine Absicht zielt nicht auf eigenen Genuss, während er dem König dient; vielmehr verpflichtet ihn die Bedeutung des Königs, dem König zu dienen.

שזה נקרא הנאה הבאה לאדם באופן בלתי ישר. כי באופן ישר הוא רוצה להשפיע להמלך, ובשיעור שהוא מצייר לעצמו גדלות המלך, בשיעור זה הוא יותר שמח, בזה שהוא משפיע הנאה למלך גדול. ובאופן בלתי ישר, הוא מקבל הנאה מזה. נמצא שרק באופן כזה הנאה מותרת, כי אין כוונתו על הנאה עצמית בשעה שהוא משמש את המלך, אלא חשיבותו של מלך מחייב אותו שישמש את המלך.

Das nennt man „Genuss, der einem Menschen indirekt zuteilwird“. Er will dem König direkt geben, und in dem Maße, in dem er sich die Größe des Königs vorstellt, in dem Maße ist er glücklicher, dass er einem großen König Freude bereitet. Er empfängt dadurch indirekten Genuss. Daraus folgt, dass Genuss einzig und allein auf diese Weise erlaubt ist, denn er hat nicht die Absicht, sich selbst zu erfreuen, wenn er dem König dient, sondern die Bedeutung des Königs verpflichtet ihn, dem König zu dienen.

36

Es zeigt sich also: Seine Absicht ist, dem König Genuss zu bereiten, damit der König sich freue; von selbst folgt daraus, dass auch er Genuss hat. Und solcher Genuss ist erlaubt, weil bei diesem Genuss, während er ihn empfängt, keine Scham aufkommt – die man „Brot der Scham“ (Nahama de Kisufa) nennt –, denn sein Genuss kommt aus dem Geben und nicht aus etwas, das er unmittelbar vom Schöpfer empfängt.

נמצא כוונתו הוא להנות להמלך, שהמלך יהיה שמח, וממילא נמשך מזה שגם הוא נהנה. והנאה כזו מותרת, משום שזה הנאה, בעת שהוא מקבל, אינו נמצא כאן ענין של בושה, המכונה נהמא דכסופא, מטעם שהנאה שלו הוא מהנתינה, ולא מדבר שהוא מקבל ישר מהבורא.

Es stellt sich heraus, dass es seine Absicht ist, den König zu erfreuen, den König glücklich zu machen, also folgt daraus natürlich, dass er sich auch erfreut. Dieser Genuss ist erlaubt, denn wenn er diesen Genuss empfängt, ist es keine Sache der Scham, die hier „Brot der Scham“ genannt wird, denn sein Genuss kommt vom Geben und nicht von etwas, das er direkt vom Schöpfer empfangen hat.

37

Erfreut er sich dagegen an dem, was der Schöpfer ihm gibt, so nennt man das einen Genuss, der auf direkte Weise vom Gebenden her kommt: im Bereich der Lichter heißt das „Licht der Weisheit“ (Or Chochma), das den Empfänger auf direkte Weise erreicht. Das heißt, der Empfänger erfreut sich an dem, was er empfängt; und das bedarf bereits einer Korrektur, die man „auf das Geben ausrichten“ nennt. Liegt sein Genuss hingegen darin, dass er dem Schöpfer gibt, und besteht seine Freude darin, Ihm zu dienen, so nennt man diesen Genuss einen, der auf indirekte Weise kommt – denn seine Absicht ist, dass der König Genuss habe, und er denkt nicht daran, dass ihm selbst daraus Genuss und Vergnügen erwachsen.

ומהדבר שהבורא נותן לו הוא נהנה, זה נקרא שהנאה באה באופן ישר מצד המשפיע בבחינת האורות, נקרא זה אור החכמה, הבאה להמקבל באופן ישר. היינו שהמקבל נהנה ממה שהוא מקבל, ודבר זה כבר צריך תיקון המכונה לכוון בעמ"נ להשפיע, מה שאין כן אם הנאה שלו הוא מצד שהוא נותן להבורא, והנאה שלו הוא בזה שהוא משמש אותו, הנאה זו נקרא שבאה, באופן בלתי ישר, משום שכוונתו שהמלך יהנה, ולא חושב שמזה יהיה לו הנאה ותענוג.

Wenn er sich an etwas erfreut, das ihm vom Schöpfer gegeben wird, wird es als Genuss betrachtet, der direkt vom Gebenden kommt, als Licht. Dies wird als Or Chochma [Licht der Weisheit] bezeichnet, das den Empfänger direkt erreicht. Das heißt, der Empfänger erfreut sich am Empfangen, und das erfordert eine Korrektur, die „Absicht des Gebens“ genannt wird. Wenn sein Genuss aber darin besteht, dass er dem Schöpfer gibt und es genießt, ihm zu dienen, wird dieser Genuss als indirekt kommend betrachtet, weil seine Absicht darin besteht, dass der König genießt, und er nicht daran denkt, dies zu genießen.

38

Dazu heißt es: „Dienet dem Schöpfer mit Freude.“ Das heißt: Die Freude soll dem Menschen daraus erwachsen, dass er dem Schöpfer dient. Dient er aber ohne Freude, so kommt das aus mangelndem Glauben an die Größe und Bedeutung des Königs; andernfalls müssten Freude und Erhebung des Geistes von selbst da sein, ohne jede Vorbereitung. Das heißt: Er soll nicht darauf zielen, Freude an der Arbeit zu haben, sondern darauf, sich bereitzumachen, zu erkennen, wem er dient und wie bedeutend Er ist; die Freude aber ist eine Folge. Mit anderen Worten: Hat er keine Freude an der Arbeit, so ist das ein Zeichen, dass er keinen Begriff von der Bedeutung des Schöpfers hat, und dann muss er sich in Sachen des Glaubens korrigieren.

ועל זה נאמר: "עבדו את ה', בשמחה", היינו שהשמחה צריך לבוא להאדם מזה שהוא עובד ה'. אבל אם הוא עובד בלי שמחה, זהו מצד חיסרון אמונה בגדלות וחשיבות המלך, אחרת מוכרח להיות בחינת שמחה והתרוממות רוח, בלי שום הכנה לזה. היינו אין הוא צריך לראות שיהיה לו שמחה מהעבודה, אלא הוא צריך לראות שיכין עצמו לדעת למי הוא עובד מה חשיבותו, ושמחה זהו תוצאה, היינו לומר שאם אין לו שמחה בהעבודה, סימן שאין לו מושג בחשיבות הבורא, ואז הוא צריך לתקן עצמו, בעניני אמונה.

So wurde gesagt: „Dienet dem Ewigen mit Freude.“ Das heißt, die Freude sollte einem Menschen aus dem Dienst am Schöpfer erwachsen. Wenn er jedoch ohne Freude dient, dann mangelt es ihm am Glauben an die Größe und Bedeutung des Königs. Andernfalls muss es Freude und Hochgefühl geben, ohne dass er sich darauf vorbereitet. Das heißt, er braucht nicht zu sehen, dass er Freude an der Arbeit hat, sondern er muss sehen, dass er sich darauf vorbereitet, zu wissen, wem er dient und wie bedeutend er ist. Die Freude ist das Ergebnis. Wenn er also keine Freude an der Arbeit hat, ist das ein Zeichen dafür, dass er keine Ahnung von der Bedeutung des Schöpfers hat, und dann muss er sich in Sachen des Glaubens korrigieren.

39

Das heißt, er soll nicht darauf hinarbeiten, Freude an der Arbeit für den Schöpfer zu haben; vielmehr soll er Mühe darauf verwenden, die Bedeutung und Größe des Schöpfers zu erlangen. Bei allem, was er tut, lernt und an Mizwot übt, will er nämlich Lohn für seine Mühe – er will mit der Größe und Bedeutung des Schöpfers belohnt werden. Und in dem Maß, in dem er die Bedeutung des Schöpfers empfängt, wird er von Natur aus dazu hingezogen, sich Ihm zu annullieren, und wird Verlangen und Lust verspüren, Ihm zu dienen.

זאת אומרת שאין הוא צריך לעבוד שיהיה לו שמחה בעבודת ה', אלא הוא צריך להשקיע יגיעה איך להשיג חשיבות וגדלות ה', דהיינו כל מה שהוא עושה, לומד, עוסק במצות, הוא רוצה שכר עבור יגיעתו, לזכות לגדלות וחשיבות ה'. ובשיעור שיקבל את החשיבות של הבורא, אז ממילא הוא נמשך מצד הטבע להבטל אליו ית', ויהיה לו רצון וחשק לשמש אותו.

Er braucht also nicht daran zu arbeiten, Freude am Dienst für den Schöpfer zu haben. Er muss sich vielmehr darin anstrengen, die Bedeutung und Größe des Schöpfers zu erkennen. Das heißt, bei allem, was er tut, lernt und sich mit den Mizwot [Geboten] befasst, will er Belohnung für seine Arbeit – er will mit der Größe und Bedeutung des Schöpfers belohnt werden. Und in dem Maße, in dem er die Bedeutung des Schöpfers empfängt, wird er sich von Natur aus dazu hingezogen fühlen, sich vor Ihm zu annullieren, und er wird danach verlangen und sich danach sehnen, Ihm zu dienen.

40

Und alles, was wir bisher gesagt haben, nennt man die Stufe des Ibur, weil er glauben muss, dass alles vom Schöpfer kommt, der ihm jetzt den Gedanken und das Verlangen gegeben hat, sich Ihm zu annullieren.

וכל מה שדברנו עד כה נקרא בחינת עיבור מטעם שהוא צריך להאמין שהכל בא מצד הבורא שהוא נתן לו עכשיו את המחשבה ורצון, להיות בטל אליו ית'.

41

In dieser Zeit muss er dort einen Ort der Vorstellung finden – also achtgeben, wie sehr ihn dieses Erwachen ergreift – und sich prüfen; gewiss wird er dort Mängel finden, die zu korrigieren sind. Doch wenn er sieht, was dort fehlt, kann er nicht in Freude sein, denn jeder Mangel bereitet ihm Leid, und wie könnte er da in Freude sein? Andererseits ist es nicht gut, so voller Mängel zu sein, denn nach der Regel hat dort, wo ein Mangel in der Heiligkeit besteht, die Klipot (Schalen) einen Halt, und er könnte von seiner Stufe fallen und dadurch eine Schwäche in der Arbeit empfangen.

ובזמן זה הוא צריך למצוא שם מקום ציור היינו איך שהוא מתפעל מההתעוררות הזו, ולעשות ביקורת, ובטח שימצא שם חסרונות לתקן, אבל בזמן שהוא רואה את מה שחסר שם, אין הוא יכול להיות בשמחה, מטעם שכל חסרון גורם לו יסורים ואיך הוא יכול להיות בשמחה, ומאידך שני, זה לא טוב להיות כך בחסרונות, לפי הכלל במקום שיש חסרון בקדושה יש אחיזה לקליפות, והוא יכול לפול ממדרגתו, ויקבל מזה חולשה בעבודה.

Alles, was wir bisher gesagt haben, gilt als Ibur, denn er muss glauben, dass alles vom Schöpfer kommt, welcher ihm den Gedanken und das Verlangen gegeben hat, sich vor Ihm zu annullieren. Dann muss er einen Platz für die Vorstellung finden, d.h. wie er von dieser Erweckung inspiriert ist, und sich kritisch prüfen, und er wird dort sicherlich Makel finden, die er korrigieren kann. Aber wenn er sieht, was dort fehlt, kann er nicht glücklich sein, denn jeder Makel verursacht ihm Leid, wie kann er also glücklich sein? Er ist andererseits nicht gut, makelhaft zu sein, nach der Regel, dass dort, wo ein Makel an der Kedusha [Heiligkeit] besteht, die Klipot [Schalen/unreinen Kräften] einen Halt haben, und er könnte von seiner Stufe fallen und von dieser Schwäche in der Arbeit nichts empfangen.

42

Deshalb ist der Mensch gehalten, sich in Vollkommenheit zu sehen – also, dass er keinerlei Mangel hat. Er betrachtet sich als glücklich in seinem Leben und als jemanden, aus dessen Lage Genuss zu schöpfen ist: Denn er sieht, dass es viele Menschen wie ihn gibt, die nicht das Leben haben, das er genießt; und hätten sie denselben Genuss, den er hat, sie alle würden ihn beneiden.

אי לזאת מוטל על האדם לראות את עצמו בשלימות. היינו, שאין לו שום חסרון, והוא מסתכל על עצמו שהוא מאושר בחיים שלו, ויש ממה לשאוב תענוג, מזה שהוא רואה שיש הרבה אנשים כמוהו, שאין להם אותו החיים ממה שהוא נהנה, ואם היה להם אותו תענוג, מה שיש לו כולם היה מקנאים בו.

Deshalb muss der Mensch sich in seiner Vollkommenheit sehen, dass er keinen Makel hat. Er sieht sich selbst als glücklich mit seinem Leben und als jemand, der einen Ort hat, an dem er Genuss findet, denn es gibt viele Menschen wie ihn, die nicht das Leben genießen, das er genießt, und wenn sie den Genuss hätten, den er hat, würden sie ihn alle beneiden.

43

Sagen wir es als Gleichnis: Menschen sitzen im Gefängnis, und niemandem wird erlaubt, die Mauern des Gefängnisses zu verlassen, um draußen Luft zu schöpfen. Ein Einziger aber gewann die Gunst des Gefängnisdirektors – und niemand weiß davon –, und dieser lässt ihn eine Stunde am Tag in Freiheit hinaus. Dann geht er nach Hause zu Besuch, kehrt danach aber ins Gefängnis zurück. Wie glücklich ist dieser Mensch! Erstens ist er glücklich, weil er zu Hause zu Besuch ist. Zweitens: Wenn er die übrigen Gefangenen betrachtet, denen eine solche Freiheit nicht gewährt ist – aus diesem Blick auf die anderen, die im Gefängnis sitzen und kein Licht sehen, schöpft er einen Genuss und ein Vergnügen, das es draußen gibt.

נגיד על דרך משל, אנשים שיושבים בבית הסהר, ולא נותנים לאף אחד לצאת מכותלי בית הסהר לשאוב אויר בחוץ, ולאיש אחד נשא חן בעיני מנהל בית הסהר, ואף אחד לא יודע מזה והוא נותן לו לצאת לחפשי שעה אחת ביום ואז הוא הולך לבקר בבית, אבל אח"כ הוא חוזר לבית הסהר, כמה מאושר אדם זה. א', הוא מאושר בזה שהוא מבקר בבית. ב', כשהוא מסתכל על שאר אסורים, שלא ניתן להם חופש כזה, ההסתכלות הזו מה שמסתכל על אחרים שהם יושבים בבית הסהר, ולא רואים שום אור, מה שיש בחוץ איזה הנאה ותענוג, הוא לוקח מזה.

Sagen wir zum Beispiel, dass es Gefangene gibt und niemand aus dem Gefängnis herauskommen darf, um Luft zu schnappen. Aber ein Mensch gewinnt die Gunst des Gefängnisdirektors, und niemand weiß es, aber er lässt ihn eine Stunde am Tag frei. Er geht nach Hause, um alle zu besuchen und kehrt dann ins Gefängnis zurück. Wie glücklich ist dieser Mensch? 1. Er ist glücklich, weil er sein Zuhause besucht. 2. Wenn er die anderen Gefangenen betrachtet, denen diese Freiheit nicht gegeben wird, empfindet er große Freude und Genuss bei der Betrachtung der anderen, die im Gefängnis sitzen und nichts von dem Licht sehen, das es draußen gibt.

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Das heißt: Außer dem Genuss, den er aus sich selbst hat – also dem Genuss, den er aus dem schöpft, woran er sich erfreut –, hat er auch einen Genuss aus dem, was außerhalb seiner liegt. Mit anderen Worten: Er hat einen Genuss daraus, zu sehen, dass er hat, was andere nicht haben. Es zeigt sich, dass dieser Genuss von außen kommt – nämlich daraus, dass er nach draußen blickt und sieht, wie jene leiden, weil sie keine Freiheit empfangen; daraus, dass er selbst Freiheit hat, schöpft er Genuss.

זאת אומרת, חוץ מזה שיש לו תענוג מצד עצמו היינו שהתענוג הוא מקבל מעצמו ממה שהוא נהנה, יש לו לקחת תענוג ממה שהוא מבחוץ ממנו, זאת אומרת שיש לו תענוג מזה שהוא רואה שיש לו, מה שאין לאחרים. נמצא שהתענוג הזה באה מבחוץ היינו מזה שהוא מסתכל לחוץ, ורואה איך שהם סובלים, מזה שאין הם מקבלים שום חופשה, מזה שכן יש לו חופשה הוא נהנה.

Das bedeutet, dass er neben seinem eigenen Genuss, d.h. dem Genuss, den er selbst genießt, auch Freude an dem hat, was außerhalb von ihm ist. Er genießt es, zu sehen, was er hat und was andere nicht haben. Daraus folgt, dass dieser Genuss von außen kommt, d.h. in der Betrachtung dessen, was außerhalb ist; und wie sie darunter leiden, dass sie keine Freiheit haben, während er sich an seiner Freiheit erfreut.

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Demnach sind hier zwei Genüsse zu unterscheiden:

נמצא לפי זה, שיש כאן, להבחין ב' הנאות:

Daraus folgt, dass wir hier zwei Genüsse unterscheiden sollten:

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Erstens: der Genuss, den er aus dem empfängt, woran er sich erfreut.

א. מה שהוא מקבל תענוג מזה שהוא נהנה.

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Zweitens: der Genuss, den er daraus empfängt, dass er etwas hat, was andere nicht haben – diesen nennt man einen Genuss, den er von außen empfängt.

ב. הוא מקבל תענוג מזה שיש לו, ואין לאחרים אותו דבר, נקרא זה, שהוא מקבל הנאה מבחוץ.

1. ) den Genuss, den er durch das Genießen empfängt, 2. ) den Genuss, den er dadurch empfängt, dass er das hat, was andere nicht haben, was man „Freude von außen empfangen“ nennt. Die Lektion ist, dass wir, da wir eingekerkert sind, wie wir (in den Kaparot [Sühnetagen] am Vorabend von Jom Kippur [Versöhnungstag]) sagen: „Bewohner der Finsternis und des Todesschattens, Gefangene der Armut und des Eisens, Er wird sie aus Finsternis und Todesschatten befreien.“

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Und die Deutung: Wir sitzen in einem Gefängnis, wie wir (im Ablauf der Kaparot (Sühneritus) am Vorabend von Jom Kippur) sagen: „Menschen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, Gefangene in Elend und Eisen – Er wird sie aus Finsternis und Todesschatten herausführen“ und so weiter.

והנמשל, היות שאנחנו יושבים בבית אסורים, וזהו כמו שאנו אומרים (בסדר כפרות, דערב יום כפור): "בני אדם יושבי חשך וצלמות, אסירי עני וברזל, יוציאם מחשך וצלמות וכו'".

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Und weil wir gesündigt haben, gab man uns in das Gefängnis, in dem alle Gefangenen sitzen, die sich am König versündigt haben und ihr ganzes Leben lang kein Licht sehen – man gab ihnen also lebenslange Haft für alle Tage ihres Lebens. Und sie sind von den Eltern losgerissen, die „Väter der Welt“ genannt werden; das ist es, was unsere Weisen sagten (Tana deBei Eliyahu Rabba, Kapitel 25): „Wann werden meine Taten die Taten meiner Väter erreichen?“

והיות שאנחנו חטאנו, ונתנה אותנו, לבית הסהר, ששם יושבים כל האסורים החוטאים להמלך, שלא רואים שום אור כל ימי חייהם, היינו שנתנו להם מאסר עולם לכל ימי חייהם. והם נעתקים מההורים הנקראים "אבות העולם", פירוש זהו כמו שאמרו חז"ל (תנא דבי אליהו רבה, פרק כ"ה) "מתי יגיע מעשי למעשי אבותי".

Wir haben gesündigt und wurden ins Gefängnis gesteckt, wo alle Gefangenen, die vor dem König gesündigt haben, ihr ganzes Leben lang kein Licht sehen, das heißt, ihnen wurde eine lebenslange Haftstrafe im Gefängnis gegeben. Sie sind von den Eltern getrennt, die „Väter der Welt“ genannt werden, wie unsere Weisen sagten (Tana de Bei Eliyahu Rabah, Kapitel 25): „Wann werden meine Taten die Taten meiner Väter erreichen?“

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Das heißt: Dort, wo eine Verbindung zu den Vätern besteht, wo man die guten Taten der Väter kennt, kann man sagen, dass er bittet: „Wann werden meine Taten die Taten meiner Väter erreichen?“ – also dass auch er die Fähigkeit habe, gute Taten zu tun wie die Väter. Anders durch die Sünde: Wie wir sagen, „und wegen unserer Sünden wurden wir aus unserem Land verbannt“ und so weiter, gab man uns in ein Gefängnis, und wir haben keinerlei Verbindung mehr zu den Vätern. Das heißt, wir wissen nicht, dass wir Väter hatten, die am Schöpfer anhafteten, und von der ganzen spirituellen Sache haben wir keinen Begriff – sodass auch uns gar nicht in den Sinn kommt zu sagen, dass wir Taten tun wollen, durch die wir am Schöpfer anhaften könnten.

היינו במקום שיש קשר עם האבות, שהוא יודע המעשים טובים של האבות, שייך לומר שהוא מבקש "מתי יגיע מעשי למעשי אבותי", היינו שגם הוא יהיה לו היכולת לעשות מעשים טובים כמו האבות. מה שאין כן ע"י החטא, כמ"ש אומרים "ומפני חטאינו גלינו מארצנו" וכו', נתנו אותנו לבית אסורים, ואין לנו שום קשר עם האבות, היינו שאין אנו יודעים שהיה לנו אבות שהיו דבוקים בה'. וכל ענין רוחני אין לנו שום מושג ששיך לנו גם כן לומר שאנחנו רוצים לעשות מעשים שעל ידם נוכל להדבק בהבורא.

Das heißt, dort, wo es eine Verbindung zu den Vätern gibt, wenn man die guten Taten der Väter kennt, kann man sagen, dass er fragt: „Wann werden meine Taten die Taten meiner Väter erreichen?“ Das heißt, dass auch er die Fähigkeit haben wird, gute Taten zu tun wie die Väter. Aber wegen der Sünde – es wird gesagt: „Aufgrund unserer Sünden sind wir aus unserem Land verbannt worden“ – wurden wir in ein Gefängnis gesteckt, das völlig von den Vätern getrennt ist, d.h. wir wissen nicht, dass wir Väter hatten, die dem Schöpfer anhafteten, und wir haben keine Ahnung, dass es auch uns betrifft, von jeder spirituellen Sache zu sagen, dass wir Dinge tun wollen, durch die wir dem Schöpfer anhaften können.

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Es zeigt sich: Die Menschen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden und ihr ganzes Leben lang kein Licht sehen, finden sich mit ihrer Lage ab. Sie gewöhnen sich daran, nur das zu genießen, was der Gefängnisdirektor ihnen zu geben für richtig hält, damit sie sich davon ernähren; und die Gewöhnung lässt sie aus dem Herzen vergessen, was sie einst hatten: ein Leben außerhalb des Gefängnisses, in dem sie das Leben genossen, das sie sich selbst aussuchten, und in dem sie ihre Nahrung nicht nach den Bedingungen des Gefängnisses empfangen mussten. Doch all das haben sie vergessen.

נמצא שהאנשים שנידונו למאסר עולם, ולא רואים אור כל ימי חייהם, ומשלימים עם המצב שבו הם נמצאים, ומרגילים את עצמם להנות רק ממה שמנהל בית הסהר מבין לתת להם, ממה שיתפרנסו והרגילות מביא להם שנשכח מליבם מה שהיה להם פעם, חיים מחוץ לבית הסהר, ששם הם היו נהנים מחיים ממה שהם בוחרים לעצמם, ולא היו מוכרחים לקבל מזונות לפי תנאי בית הסהר, אבל הכל נשכח מהם.

Daraus folgt, dass die Menschen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, ihr ganzes Leben lang kein Licht sehen und ihre Situation akzeptieren. Sie gewöhnen sich daran, nur das zu genießen, was der Gefängnisdirektor meint, dass er ihnen als Nahrung geben sollte, und die Gewohnheit lässt sie vergessen, was sie einmal hatten – ein Leben außerhalb des Gefängnisses, in dem sie das Leben genossen, das sie sich selbst ausgesucht hatten, und in dem sie sich nicht nach den Bedingungen des Gefängnisses ernähren mussten. Aber sie haben alles vergessen.

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Und die Deutung ist: Der Mensch soll sich darüber freuen, dass der Gefängnisdirektor ihn liebt und ihm deshalb jeden Tag ein wenig Freiheit gewährt, das Gefängnis zu verlassen und das zu genießen, was rechtschaffene Menschen genießen – so, als wäre er jetzt einer, der sich nie am König versündigt hat. Er geht nach Hause und nimmt teil am Leben aller Familienmitglieder und der übrigen Lieben und Freunde, die er hat; danach aber muss er wieder ins Gefängnis zurückkehren.

והנמשל הוא, האדם צריך לשמוח בזה, שהמנהל בית הסהר אוהב אותו, ובשביל זה נתן לו כל יום קצת חופשה לצאת מבית הסהר, ולהנות ממה שאנשים ישרים נהנים היינו כאילו הוא היה עכשיו כאיש שלא חטא מעולם להמלך. והולך הביתה ומשתתף עם כל אחד מהמשפחה שלו ושאר אוהבים וידידים שיש לו, אבל אח"כ הוא מוכרח שוב לכנס לבית הסהר.

Die Lehre daraus ist, dass man froh sein sollte, dass der Gefängnisdirektor ihn liebt und ihm deshalb jeden Tag ein wenig Freiheit gegeben hat, um aus dem Gefängnis zu gehen und das zu genießen, was unschuldige Menschen genießen, also so, als hätte er nie gegen den König gesündigt. Er geht nach Hause und vergnügt sich mit seiner Familie, seinen Freunden und Bekannten, aber dann muss er wieder ins Gefängnis zurückkehren.

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Und das wiederholt sich jeden Tag. Das heißt: Wenn dem Menschen das Verlangen und der Gedanke kommen, in die Synagoge zu gehen, um zu beten, ein wenig zu lernen und ein wenig zu spüren, dass es ein spirituelles Leben gibt – dass er es letztlich glaubt, also Glauben besitzt –, so nennt man das ein geringes Empfinden in allem, was zur Heiligkeit gehört, ein Leuchten, das er aus der Ferne empfängt. Das heißt: Obwohl er noch fern von der Gleichheit der Form ist – denn weil er mit Eigenliebe gesündigt hat, was man Veränderung der Form nennt, erging über ihn das Urteil, für immer im Gefängnis zu sitzen; „Gefängnis“ heißt der Ort, an dem es kein spirituelles Leben gibt, sondern ein Ort für die Bösen, die sich am König versündigt haben.

וזה נוהג כל יום, זאת אומרת בזמן שבא לאדם רצון ומחשבה לכנס לבית הכנסת להתפלל וללמוד קצת ולהרגיש קצת, שיש חיים רוחניים, שסוף כל סוף הוא מאמין בזה, היינו זה, שיש לו אמונה, זה נקרא הרגשה מועטת, בכל דברים שבקדושה, שמקבל הארה מרחוק. פירוש שהגם שהוא עוד רחוק מהשתוות הצורה, שבגלל זה שחטא באהבה עצמית הנקרא שנוי צורה, יצא פסק דינו לשבת בבית הסהר לעולם, היינו בית הסהר נקרא, שאין שם חיים רוחניים, אלא שם מקום לרשעים, שהם חטאו להמלך.

Das passiert jeden Tag. Wenn der Mensch das Verlangen hat, in die Synagoge zu gehen und zu beten und ein bisschen zu lernen und ein bisschen zu fühlen, dass es spirituelles Leben gibt, dass er es schließlich glaubt, das heißt, dass er Glauben hat, so heißt das „verkleinertes Gefühl über all die Dinge in Kedusha„, dass er Leuchten aus der Ferne empfängt. Dies ist so, obwohl er noch weit von der Gleichheit der Form entfernt ist, denn weil er mit Eigenliebe gesündigt hat, die „Ungleichheit der Form“ genannt wird, wurde er zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Das Gefängnis ist dort, wo es kein spirituelles Leben gibt, sondern ein Platz für die Frevler, die sich gegen den König versündigt haben.

54

Doch er hat Gunst in den Augen des Gefängnisdirektors gefunden, und dieser gibt ihm den Gedanken und das Verlangen, das Leben des Menschen zu genießen – aus jener Stufe, die man nennt: „‚Mensch‘ seid ihr; ihr werdet ‚Mensch‘ genannt, und die Völker der Welt werden nicht ‚Mensch‘ genannt“ –, weil sie sich an der Speise des Menschen erfreuen, die man „spirituelles Leben“ nennt, da sie Berührung mit dem König aller Könige haben: Das heißt, sie empfinden für den Augenblick, dass sie mit dem König sprechen.

והוא נמצא חן בעיני המנהל בית הסהר, ונותן לו מחשבה ורצון להנות מחיי אדם, מבחינה הנקרא: "אדם אתם, אתם קרויים אדם, ואין אומות העולם קרויים אדם", משום שנהנים ממאכלי אדם, הנקרא חיים רוחניים, שיש להם מגע עם מלך מלכי המלכים, היינו שמרגישים לשעתו שמדברים להמלך.

Aber er hat in den Augen des Gefängnisdirektor Gefallen gefunden, der ihm das Verlangen gibt, das Leben der Menschen zu genießen, wie in „Ihr werdet ‚Mensch‘ genannt, und die Völker der Welt werden nicht ‚Mensch‘ genannt“, denn sie genießen die Nahrung des Menschen, die „spirituelles Leben“ genannt wird, wenn sie mit dem König der Könige verbunden sind, was bedeutet, dass sie vorübergehend das Gefühl haben, mit dem König zu sprechen.

55

Und wenn der Mensch sich ausmalt, wie er Gunst in den Augen des Gefängnisdirektors gefunden hat, der ihm für den Augenblick Freiheit gewährt – obwohl er weiß, dass er danach einen Abstieg haben und ins Gefängnis zurückkehren muss –, so kann er dennoch sogar im Gefängnis in Freude sein. Denn er weiß aus der Vergangenheit, dass es Aufstiege und Abstiege gibt; deshalb weiß er auch in der Zeit, in der man ihn ins Gefängnis zurückgebracht hat, dass er manchmal wieder Gunst beim Gefängnis findet und man ihm erneut für den Augenblick Freiheit gewährt – und dass er in dieser kurzen Zeit sich umsehen und bei Freunden bemühen kann, dass sie ihn ganz befreien.

וכשהאדם עושה ציור לעצמו, איך שיש לו חן בעיני מנהל בית הסהר, שנותן לו חופשה לשעתו, הגם שיודע שאח"כ יהיה לו ירידה ויהא מוכרח לשוב לבית הסהר, מכל מקום אפילו כשהוא נמצא בבית הסהר, הוא גם כן יכול להיות בשמחה, מטעם שהוא יודע מזמן העבר - שיש ענין עליות וירידות, לכן אפילו בזמן שהחזירו לבית הסהר, מכל מקום הוא יודע שיש לפעמים שהוא נושא חן בעיני בית הסהר, ויתן לו עוד הפעם חופשה לשעתו, שבקצת זמן הזה, הוא יכול לראות ולהשתדל אצל ידידים שישחררו אותו בכלל.

Wenn ein Mensch sich vorstellt, dass er vom Gefängnisdirektor begünstigt wird, der ihm einen vorübergehenden Freigang gegeben hat, obwohl er weiß, dass er später einen Abstieg hat und ins Gefängnis zurückkehren muss, kann er selbst im Gefängnis glücklich sein, weil er aus Erfahrung weiß, dass es Höhen und Tiefen gibt. Deshalb weiß er auch, dass der Gefängnisdirektor ihm manchmal einen weiteren befristeten Urlaub geben wird, wenn er ins Gefängnis zurückkehrt, und in dieser kurzen Zeit kann er seine Freunde sehen und sie bitten, ihn vollkommen freizulassen.

56

Das bedeutet: Sogar in der Zeit des Abstiegs kommen ihm manchmal Gedanken. Er ist bereits daran gewöhnt, dass man ihn aus den Gedanken und Begierden der Sünder herausholt, die in Eigenliebe versunken sind. Wenn er danach einen Ruf von oben empfängt – denn so glaubt er –, dann hat er in der Zeit des Abstiegs Gedanken und Begierden und spürt, dass es keinerlei Möglichkeit gibt, je aus der Eigenliebe herauszukommen. Denn er sieht den Widerstand des Körpers; und jedes Mal kleidet sich der Widerstand in andere Gestalten, sodass kein Einwand dem anderen gleicht. Doch das Gemeinsame an ihnen ist, dass sie ihm alle einreden, die Sache sei schwer und es liege nicht im Bereich dieser Welt, dass ein Mensch aus ihnen herauskommen könne.

פירוש הדבר, אפילו בזמן ירידה, בא לו לפעמים מחשבות, שהוא כבר רגיל שמוציאים אותו מהמחשבות ורצון של חוטאים המשוקעים באהבה עצמית, ואח"כ כשהוא מקבל כרוז מלמעלה, שכך הוא מאמין, אז המחשבות והרצוניות שיש לו בזמן ירידה והוא מרגיש שאין שום אפשרות שיהיה לו מציאות אף פעם לצאת מאהבה עצמית. מטעם שהוא רואה את ההתנגדות הגוף, וכל פעם ההתנגדות מתלבשת בצורות משונות שאין טענה אחת דומה לשניה, אבל הצד השוה שבהם הוא, שכולם נותנים לו להבין שזה דבר קשה, ואין זה במציאות עוה"ז, שהאדם יכול לצאת מהם.

Das bedeutet, dass er selbst während eines Abstiegs manchmal auf den Gedanken kommt, dass er bereits daran gewöhnt ist, von den Gedanken und Verlangen der in Eigenliebe versunkenen Sünder ausgestoßen zu werden. Später, wenn er einen Ruf von oben erhält – denn so glaubt er über die Gedanken und Verlangen, die er während des Abstiegs hat –, fühlt er, dass es unmöglich ist, jemals aus der Eigenliebe herauszukommen, denn er sieht den Widerstand des Körpers. Jedes Mal nimmt der Widerstand andere Formen an, und jedes Argument unterscheidet sich vom anderen, aber sie sind alle gleich, indem sie ihn erkennen lassen, dass es schwierig ist und dass es in Wirklichkeit nicht so ist, dass ein Mensch aus ihnen herauskommen kann.

57

Dennoch sieht er: In der Zeit, in der ihm ein Erwachen von oben kommt, vergisst er all ihre Einwände, und sie alle verbrennen, als hätte es sie nie auf der Welt gegeben. Und er will jetzt nur eines – sich dem Schöpfer zu annullieren; und gerade jetzt spürt er darin einen Geschmack von Genuss.

ומכל מקום הוא רואה שבזמן שבאה לו התעוררות מלמעלה הוא שוכח כל טענותיהם, וכולם נשרפו כמו שלא היה אף פעם בעולם. והוא רוצה עכשיו רק דבר אחד היינו להבטל להבורא, ועכשיו דוקא הוא מרגיש טעם של תענוג בזה.

Er sieht jedoch, dass, wenn eine Erweckung von oben zu ihm kommt, er all ihre Argumente vergisst und sie alle verbrennen, als hätten sie nie existiert. Er will jetzt nur noch eines – sich vor dem Schöpfer annullieren, und genau daran hat er jetzt Freude.

58

Deshalb kann der Mensch, wenn er einen kleinen Halt im Spirituellen hat – mag er auch noch so winzig sein –, bereits in Freude und Vollkommenheit sein, wie gesagt, auf zweierlei Weise. Erstens, dass er in die Freiheit hinausgetreten ist und für den Augenblick genießt, das Gefängnis zu verlassen – also Tora und Mizwot. Zweitens, dass er Genuss daraus zieht, zu sehen, dass die Allgemeinheit im Gefängnis ist; er blickt mit Erbarmen auf sie, und manchmal möchte er um Erbarmen für sie bitten, dass der Schöpfer ihnen erlaube, aus dem Gefängnis herauszukommen.

ובגלל זה האדם, כשיש לו קצת אחיזה ברוחניות, אפילו שזהו מעט מן מעט, הוא כבר יכול להיות בשמחה ובשלימות, כנ"ל, מב' אופנים. אחד, שהוא יצא לחופשה, והוא נהנה לשעתו מיציאת בית הסהר היינו מתו"מ. שנית הוא נהנה מזה שהוא רואה שהכלל נמצא בבית הסהר, והוא מסתכל עליהם מצד הרחמנות, ויש לפעמים שהוא רוצה לבקש עליהם רחמים שה' יתן להם רשות לצאת מבית אסורים.

Deshalb kann sich jemand, der einen gewissen Halt in der Spiritualität hat, auch wenn es nur der kleinste ist, schon aus zwei Gründen glücklich und vollkommen fühlen: 1. Ihm wurde ein Urlaub gegeben. Er genießt es, vorübergehend aus dem Gefängnis, also zu Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten], heraus zu kommen. 2. Er genießt es, zu sehen, dass alle anderen im Gefängnis sind. Er betrachtet sie mitleidig. Und manchmal möchte er um Gnade für sie bitten, dass der Schöpfer ihnen erlaubt, aus dem Gefängnis zu kommen.

59

Nach dem Gesagten verstehen wir: In der Zeit des Ibur, da seine formende Kraft nur Katnut ist und er Tora und Mizwot kaum mit irgendeiner Absicht einhalten kann, muss er glauben, dass darin eine große Bedeutung liegt – darin, dass der Schöpfer ihm einen Ort gegeben hat, sich aus der Allgemeinheit der Menschen der Welt herauszuheben, die keinerlei Verbindung zum Judentum haben und deren ganzes Streben sich nur in tierische Genüsse kleidet, also in das, wovon sich die Tiere nähren und ernähren; auch sie geben sich damit zufrieden. Hinsichtlich des Spirituellen aber brüsten sie sich, nicht so dumm zu sein wie die Religiösen, die behaupten, es gebe ein spirituelles Leben. Vielmehr haben sie ein starkes und klares Wissen, dass das Recht auf ihrer Seite ist, und sagen sich: „Wir sind die Weisen der Generation, weil wir nicht an Spirituelles glauben; vielmehr ist das ganze Ziel unseres Lebens allein das körperliche Leben.“

ובהאמור נבין שבזמן העיבור שאז הוא כח הציור שלו הוא רק קטנות, שבקושי הוא יכול לקיים תו"מ, אפילו באיזה כוונה שהוא, הוא צריך להאמין שיש בזה חשיבות גדולה, בזה שהבורא נתן לו מקום לצאת מכלל כללות אנשים שבעולם, שאין להם כל קשר ליהדות, וכל שאיפותיהם הוא מלובש רק תענוגי בהמיות היינו ממה שהבהמות ניזונים ומתפרנסים, גם הם מסתפקים בזה, ובקשר לרוחניות, הם מתגאים בזה שאין הם טיפשים, כמו הדתיים, שאומרים שיש ענין של חיים רוחניים. אלא יש להם ידיעה חזקה וברורה, שהצדק איתם, והם אומרים לעצמם, אנחנו חכמים שבדור, מזה שאין אנו מאמינים ברוחניים, אלא כל מטרת חיינו הוא רק חיים גשמיים.

Jetzt können wir verstehen, dass er während des Ibur, wenn seine gestaltende Kraft nur noch Katnut ist, wenn er Tora und Mizwot kaum noch mit Absicht einhalten kann, glauben muss, dass es sehr wichtig ist, dass der Schöpfer ihm einen Platz gegeben hat, um sich vom Rest der Menschen in der Welt zu unterscheiden, die keine Verbindung zum Judentum haben und deren Streben sich nur in tierische Genüsse kleidet, was bedeutet, dass sie sich mit dem begnügen, was die Tiere nährt und am Leben erhält. Was die Spiritualität angeht, so sind sie stolz darauf, nicht so dumm zu sein wie die Religiösen, die sagen, dass es eine Angelegenheit des spirituellen Lebens gibt. Stattdessen haben sie ein starkes und klares Gefühl dafür, dass sie im Recht sind. Sie sagen sich: „Wir sind die Klügsten in der Generation, weil wir nicht an Spiritualität glauben und unser Lebensziel einzig und allein das irdische Leben ist.“

60

Sie wissen zu hundert Prozent, dass es kein Spirituelles auf der Welt gibt – so sehr, dass sie sogar die Religiösen beeinflussen wollen, damit auch diese wissen: Der klare Verstand sagt, dass es auf der Welt nur körperliches Leben gibt, ganz wie bei allen Lebewesen. Und es gibt noch größere „Weise“: Weil es auf der Welt kein Leben gebe außer dem der Tiere, sind sie zu der Ansicht gelangt, man dürfe keine Tiere essen, da das „sprechende Wesen“ kein höheres Ziel habe als das tierische Wesen. „Warum also essen wir sie, wo wir doch alle zusammen auf einer Stufe und mit einem Ziel sind?“

והם יודעים מאה אחוז שאין שום רוחניות בעולם, עד כדי כך שהם רוצים להשפיע על הדתיים שגם הם ידעו שהשכל הבהיר הוא שאין בעולם, רק חיים גשמיים, בדיוק כמו כל בעלי חי. ויש עוד יותר חכמים גדולים שבגלל זה שאין חיים בעולם אלא כמו בהמות, לכן באו לכלל דעה שאסור לאכול בעלי חי, מטעם שאין לבחינת מדבר מטרה יותר נעלה, מבחינת בעלי חי. אם כן מדוע אנחנו אוכלים אותם הלא כולנו יחד הם במדרגה אחת, ובמטרה אחת.

Sie sind hundertprozentig sicher, dass es keine Spiritualität in der Welt gibt, und zwar so sicher, dass sie den Religiösen weismachen wollen, dass der gesunde Menschenverstand ihnen sagt, dass es in der Welt nichts anderes gibt als körperliches Leben, genau wie bei Tieren. Es gibt sogar noch größere “Gelehrte”, die – weil sie wie Tiere leben – zu dem Schluss gekommen sind, dass wir keine Tiere essen sollten, weil das “sprechende Tier” keinen höheren Zweck hat als ein Tier, warum sollten wir sie also essen, wenn wir alle auf der gleichen Stufe stehen und den gleichen Zweck haben?

61

Daraus folgt einerseits: Der Mensch muss den Gedanken und das Verlangen, einfache Taten zu tun – ohne jedes Verstehen und ohne Verstand, sondern ganz über dem Verstand –, hochschätzen und glauben, dass auch dieses Verlangen, ein wenig Tora und Mizwot einzuhalten, ihm der Schöpfer gegeben hat, weil er Gunst in den Augen des Schöpfers gefunden hat. Zwar weiß der Mensch nicht, welches Verdienst er vor den übrigen Menschen hat, die der Schöpfer im körperlichen Leben belassen hat, während Er gerade ihn aus der Allgemeinheit der Menschen herausgehoben hat – wie im Gleichnis vom Gefängnis. Und das soll ihm Freude und Vollkommenheit bringen; und weil er Vollkommenheit spürt, kann er dem Schöpfer dafür großen Dank darbringen. Wie Baal HaSulam sagte: In dem Maß, in dem der Mensch dem Schöpfer dafür dankt, dass Er ihn ein wenig näher gebracht hat, in diesem Maß empfängt er immer Hilfe von oben.

היוצא מזה מצד אחד אדם צריך להחשיב את המחשבה ורצון לעשות מעשים פשוטים בלי שום הבנה ושכל אלא הכל למעלה מהדעת, ולהאמין שזה שהרצון הזה שיש לקיים קצת תו"מ, גם זה נתן לו הבורא, מצד מציאות חן בעיני ה', הגם שהאדם לא יודע איזה זכות יש לו משאר אנשים שה' הניח אותם בבחינת חיים הגשמיים, ואותו הוציא מכללות אנשים כנ"ל מהמשל של בית האסורים. ודבר זה צריך להביא לו שמחה ושלימות, ובגלל זה, שהוא מרגיש שלימות, הוא יכול לתת תודה רבה להבורא על זה, וכמו שאמר אאמו"ר זצ"ל, בשיעור שהאדם נותן תודה להבורא, בזה שמקרב אותו קצת, בשיעור הזה הוא מקבל תמיד עזרה מלמעלה.

Daraus folgt, dass man einerseits den Gedanken und das Verlangen, einfache Dinge zu tun, ohne jeden Verstand oder Intellekt, sondern vollkommen über dem Verstand zu schätzen weiß und glaubt, dass auch das kleine Verlangen, Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] einzuhalten, ihm vom Schöpfer gegeben wurde, da Er ihn begünstigt. Er weiß jedoch nicht, welchen Verdienst er gegenüber anderen Menschen hat, die der Schöpfer im körperlichen Leben belassen hat, während Er ihn aus allen Menschen herausgepickt hat, wie in der Gefängnisallegorie. Diese Sache sollte ihm Freude und Vollkommenheit bringen, und weil er Vollkommenheit fühlt, kann er dem Schöpfer dafür danken. Es ist so, wie Baal HaSulam sagte: „In dem Maße, in dem ein Mensch dem Schöpfer dafür dankt, dass er ihn ein wenig nähergebracht hat, in dem Maße empfängt er immer Hilfe von oben.“

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Und man kann den Grund so deuten: Wenn der Mensch begreift, dass man dem Schöpfer danken muss, so heißt das nicht, dass der Schöpfer den Dank nötig hätte, wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Vielmehr ist es so: In dem Maß, in dem er begreift, dass man danken muss, beginnt der Gedanke zu erwägen, wie groß das Maß des Dankes ist, das ich Ihm geben muss.

ויכולים לפרש שהטעם הוא, אם האדם מבין שצריכים לתת תודה להבורא אין הפירוש שהקב"ה צריך שיתן לו תודה, כמו בשר ודם, אלא הענין הוא בשיעור שהוא מבין שצריכים לתת תודה, אז מתחיל המחשבה לחשוב כמה שיעור התודה מה שאני צריך לתת לו.

Wir können auslegen, dass der Grund dafür ist, dass wenn ein Mensch versteht, dass er dem Schöpfer danken muss, das nicht bedeutet, dass der Schöpfer den Dank benötigt, wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Vielmehr liegt die Sache darin, dass es auf das Maß des Verständnisses ankommt, dass man Dank aussprechen muss. Dann beginnt er zu überlegen, wie viel Dankbarkeit Ihm gegeben werden sollte.

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Denn es gibt eine Regel: Nach dem Maß der Gabe bemisst sich das Maß des Dankes. Hat zum Beispiel jemand einem anderen geholfen, der keine Arbeit hatte, um sich zu ernähren, und ist er für ihn losgegangen, hat sich bemüht und ihm eine Arbeitsstelle gefunden – gewiss ist dann sein Dank groß.

היות שיש כלל, לפי ערך הנתינה, כך הוא ערך נתינת התודה. למשל אם האדם עזר למי שהוא, שלא היה מקום עבודה להתפרנס, והוא הלך והשתדל בעדו ומצא מקום עבודה בשבילו, בטח שהתודה שלו היא גדולה.

Es gibt eine Regel, nach der das Ausmaß des Gebens das Ausmaß der Dankbarkeit ist. Wenn zum Beispiel jemand einem anderen Menschen hilft, der keine Arbeit hatte, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und er sich für ihn abmüht und ihm eine Arbeit besorgt, empfindet er natürlich tiefe Dankbarkeit.

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Sagen wir es aber als Gleichnis: Dieser Mensch hat ein Verbrechen gegen die Regierung begangen, und der Richter verurteilte ihn zu zwanzig Jahren Haft. Er muss seine Familie verlassen; er hat bereits Söhne und Töchter, die er verheiraten muss; und er hat soeben ein neues Geschäft eröffnet – nämlich eine Fabrik gegründet –, und er müsste hundert Arbeiter einstellen, hat aber bislang erst fünfzig. Und nun muss er wegen des Verbrechens, bei dem ihn die Regierung gefasst hat, für zwanzig Jahre ins Gefängnis. Er sorgt sich, was nun aus all seinen Plänen und aus seiner ganzen Familie werde und dass er von der Welt abgeschnitten sein werde; er sagt, jetzt sei ihm der Tod lieber als das Leben – im Gefängnis zu sitzen und sich um alles zu sorgen.

אבל נגיד דרך משל, האדם הזה עשה איזה חטא נגד הממשלה והשופט פסק דינו לעשרים שנות מאסר. והוא מוכרח לעזוב את המשפחה שלו, וכבר יש לו בנים ובנות שצריך להשיאם, והוא פתח עכשיו עסק חדש, היינו שפתח בית חרושת וצריך לקבל מאה פועלים, ובנתיים השיג רק חמישים פועלים. ועכשיו לפי החטא שהממשלה תפס אותו הוא צריך עכשיו להכנס לבית אסורים על עשרים שנה, הוא דואג, מה יהיה עכשיו עם כל התכניות שלו, ועם כל משפחתו, והוא יהיה פרוש מהעולם, ואומר שעכשיו טוב לו מותי מחיי, להיות בבית האסורים ולדאוג על הכל.

Wenn aber zum Beispiel ein Mensch ein Verbrechen gegen die Regierung begeht und der Richter ihn zu zwanzig Jahren Gefängnis verurteilt, und er muss seine Familie verlassen, und er hat schon Söhne und Töchter, die heiraten sollen, und er hat gerade ein Unternehmen gegründet, d.h. eine Fabrik mit hundert Arbeitern, aber inzwischen hat er nur fünfzig Arbeiter, und jetzt muss er aufgrund des Verbrechens, für das er gefasst wurde, für zwanzig Jahre ins Gefängnis, dann macht er sich Sorgen um den Ausgang seiner Pläne und um seine Familie, während er von der Welt getrennt ist. Er sagt, dass er jetzt lieber sterben würde, als im Gefängnis zu leben und sich um alles zu sorgen.

65

Da kommt ein Mann und gibt ihm Ratschläge, durch die er freikommt und von allen Anschuldigungen freigesprochen wird. Gewiss beginnt der Mensch dann zu überlegen: „Was kann ich diesem Mann geben, der mein Leben gerettet hat?“ Und gewiss hat dieser Mensch jetzt nur eine Sorge: „Womit kann ich vor diesen Mann treten, um ihm mein Herz zu öffnen – wie alle meine zweihundertachtundvierzig Glieder ihm danken und ihn preisen?“ Wie geschrieben steht: „All meine Gebeine sollen sprechen“ – Lieder und Lobgesänge für diesen Mann.

ובא איש אחד ונתן לו עצות ועל ידי זה יצא לחפשי וזיכו אותו מכל האשמות, אז בטח האדם מתחיל לחשוב מה אני יכול לתת לאדם הזה שהציל את חיי, ובטח האדם הזה יש לו עכשיו, דאגה אחת במה אני יכול לבוא לאיש, לגלות את לבי, איך שכל רמ"ח אברי, מודים לו ומשבחים אותו. וזהו כמו שכתוב "כל עצמותי תאמרנה", שירות ותשבחות לאיש הזה.

Da kommt ein Mensch vorbei, der ihm Tipps gibt, durch die er von allen Anschuldigungen freigesprochen wird, und er kommt frei. Er beginnt zu überlegen, was er diesem Menschen, der ihm das Leben gerettet hat, geben kann. Zweifellos hat dieser Mensch jetzt nur noch eine Sorge: „Womit kann ich diesem Menschen mein Herz offenbaren, dass jeder meiner Knochen ihm dankt und ihn lobt.“ Es steht geschrieben: „Alle meine Gebeine sollen Lieder und Lobgesänge für diesen Menschen sagen“.

66

Es zeigt sich: Dadurch, dass er danken muss, beginnt er zu überlegen, wie groß die Rettung war, die jener ihm gewährt hat, damit ich weiß, welchen Dank ich ihm geben soll. Deshalb hängt es, wenn der Mensch dem Schöpfer dankt, davon ab, wie hoch er die Bedeutung dessen veranschlagt, dass der Schöpfer ihn für einen Augenblick aus dem Gefängnis herausgeführt hat, damit er ein wenig neue Luft aus der Welt der Heiligkeit schöpfe.

נמצא שבזה שהוא צריך לתת תודה אז הוא מתחיל לחשוב מה גודל הישועה שהוא נתן לי, בכדי שאדע איזה תודה עליו לתת, ובגלל זה, כשהאדם נותן תודה לה' אז תלוי כמה הוא מעריך את החשיבות שה' הוציא אותו מבית אסורים לרגע אחד שישאוב קצת עבור חדש מאויר העולם דקדושה.

Daraus folgt, dass er dadurch, dass er ihm danken muss, beginnt, über das Maß an Erlösung nachzudenken, das er ihm gegeben hat, um zu wissen, welche Art von Dankbarkeit er ihm geben sollte. Wenn der Mensch dem Schöpfer dankt, hängt es davon ab, inwieweit er es zu schätzen weiß, dass der Schöpfer ihn für einen Moment aus dem Gefängnis befreit hat, um noch etwas von der Luft der Welt der Kedusha [Heiligkeit] zu atmen.

67

Nach dem Gesagten ergibt sich: Dass der Mensch einen Abstieg erleidet, kommt daher, dass er die Annäherung an den Schöpfer nicht hochgeschätzt hat; und dass er nicht hochzuschätzen wusste, das führte zu seinem Verlust. Wie unsere Weisen sagten: „Wer ist ein Narr? Wer verliert, was man ihm gibt.“ Das heißt, er hat nicht den Verstand, das Maß der Annäherung an Tora und Mizwot hochzuschätzen. Der Mensch muss nämlich glauben, dass sogar das Geringste an Tora und Mizwot sehr wichtig ist, auch wenn er ihre Bedeutung noch nicht spürt.

ובהאמור יוצא זה שהאדם מקבל ירידה הוא משום שלא החשיב את ההתקרבות לה', וזה שלא ידע להחשיב, זהו שגרם לאבדתו. וזה כמו שאמרו חז"ל: "איזה שוטה המאבד מה שנותנו לו". שפירושו שאין לו שכל להחשיב את שיעור התקרבות לתו"מ, היינו שהאדם צריך להאמין שאפילו דבר פעוט שבתו"מ גם כן חשוב מאד, אף על פי שהוא עוד לא מרגיש את חשיבותה.

Deshalb folgt daraus, dass ein Mensch einen Abstieg erleidet, weil er die Annäherung an den Schöpfer nicht zu schätzen wusste, und dass die mangelnde Wertschätzung dazu führte, dass er sie verlor. Es ist so, wie unsere Weisen sagten: „Wer ist ein Narr? Jener, der verliert, was ihm gegeben wurde.“ Das bedeutet, dass er nicht den Verstand hat, um das Maß der Annäherung an Tora und Mizwot zu schätzen. Das bedeutet, dass ein Mensch glauben sollte, dass auch die kleinste Sache in Tora und Mizwot sehr wichtig ist, obwohl er ihre Bedeutung noch nicht spürt.

68

Es zeigt sich: Das, was man Glauben nennt, gilt in Dingen, die der Mensch noch nicht spüren und erlangen kann; dann muss er mit dem Glauben an die Weisen glauben, was unsere Lehrer uns zu glauben aufgetragen haben – dass es so ist, wie unsere Lehrer sagten, und nicht nach unserem Empfinden. Denn unser Empfinden ist in uns noch nicht so weit entwickelt, dass wir jene Empfindungen spüren könnten, die sich einstellen, wenn man weiß, dass man mit dem König spricht. Denn das ist einfach: Weiß einer, dass er mit dem König spricht, so braucht er sich gar nicht bereitzumachen, die Bedeutung des Königs zu spüren – das ist eine natürliche Sache, an der zu arbeiten unnötig wäre.

נמצא שענין אמונה מה שאומרים, הוא בדברים, שאין האדם עוד יכול להרגיש ולהשיג אותם, אז הוא צריך להאמין באמונת חכמים מה שרבותינו ז"ל אמרו לנו להאמין בדבר שכך הוא, היינו כמו שרבותינו אמרו ולא כפי הרגשתינו, מטעם שעוד לא מפותח בנו את הרגשתינו, שנוכל להרגיש אותם ההרגשות הנמשכות בזמן שיודעים שמדברים להמלך, שזה פשוט שאם הוא יודע שהוא מדבר להמלך, אז אין לו שום צורך להכין את עצמו שירגיש את חשיבות המלך כי זהו ענין טבעי, שאין לו ענין לעבוד על זה ללא צורך.

Daraus folgt, dass der Glaube an Dinge darin besteht, die der Mensch noch nicht fühlen oder erlangen kann. Zu diesem Zeitpunkt muss er an die Weisen glauben, an das, was unsere Weisen uns gesagt haben, um zu glauben, dass es so ist, d.h. wie unsere Weisen es uns gesagt haben und nicht wie wir es fühlen. Das ist so, weil unsere Gefühle in uns noch nicht so weit entwickelt sind, dass sie sich entfalten, wenn wir wissen, dass wir mit dem König sprechen. Das ist ganz einfach: Wenn jemand weiß, dass er mit dem König spricht, braucht er sich nicht darauf vorzubereiten, die Bedeutung des Königs zu spüren, denn das ist eine natürliche Sache und er braucht nicht unnötig daran zu arbeiten.

69

Demnach: Was ist der Grund, dass der Mensch nicht ergriffen ist, wenn er Worte des Dankes und Worte der Tora spricht und dabei glaubt, dass es die Tora des Schöpfers ist? Der Grund ist, dass sein Glaube noch kein vollkommener Glaube ist – also noch nicht einem klaren Wissen gleicht –, sondern dass ihm im Bereich des Glaubens noch etwas fehlt.

ולפי זה מהו הסיבה שאין האדם מתרגש בזמן שמדבר דברי תודה ודברי תורה בזמן שהוא מאמין שהוא תורת ה', והסיבה הוא שעדיין אין אמונתו אמונה שלימה, היינו שיהא דומה האמונה שלו, כמו ידיעה ברורה, אלא שיש לו עדיין חסרון בבחינת האמונה.

Was ist also der Grund dafür, dass ein Mensch nicht aufgeregt ist, wenn er Worte der Dankbarkeit und Worte der Tora sagt, wenn er glaubt, dass es die Tora des Schöpfers ist? Der Grund ist, dass sein Glaube noch nicht vollkommen ist, d.h. dass sein Glaube als klares Wissen gelten wird, sondern dass sein Glaube noch makelhaft ist.

70

Vielmehr muss er im Bereich des Glaubens daran arbeiten, wie er zu einem bedeutenden König spricht; das Empfinden aber ist etwas, das ohne Arbeit kommt. Denn das Empfinden ist nur eine Folge von etwas Neuem, das den Menschen ergreift. Es zeigt sich: Das Wesentliche ist die Arbeit des Glaubens – dass er glaube, Er sei ein großer König.

אלא הוא צריך לעבוד, בבחינת אמונה, איך שהוא מדבר למלך חשוב, וההרגשה, זה דבר שבא בלי עבודה. היות שענין הרגשה הוא רק תוצאה מאיזה דבר חידוש שהאדם מתפעל, נמצא שעיקר הוא עבודת האמונה שיאמין שהוא מלך גדול.

Er muss vielmehr an seinem Glauben arbeiten, dass er mit einem wichtigen König spricht, und das Gefühl ist etwas, das ohne Arbeit kommt, denn das Gefühl ist einzig und allein das Ergebnis von etwas Neuem, das einen Menschen inspiriert. Daraus folgt, dass die Hauptarbeit in der Arbeit am Glauben liegt, daran zu glauben, dass Er ein großer König ist.

71

Das ist die Sache, die im heiligen Sohar an mehreren Stellen angeführt wird: dass der Mensch über das Exil der Shechina (göttliche Gegenwart) beten soll, oder in anderer Sprache: „Shechina im Exil“ oder „Shechina im Staub“. Das heißt: Wir besitzen nicht die Wertschätzung dessen, zu dem wir beten oder zu dem wir sprechen und dem wir danken – sei es beim Segen über die Genüsse, sei es beim Segen über die Gebote. Ebenso machen wir uns keine Rechnung und veranschlagen nicht, wessen Gebote wir einhalten. Und all das nennt man „Shechina im Exil“.

שזהו הענין שמובא בזוהר הקדוש בכמה מקומות, שהאדם צריך להתפלל על גלות השכינה, או בלשון אחר שכינתא בגלותא, או שכינתא בעפרא. היינו שאין לנו את החשיבות למי אנו מתפללים, או למי אנו מדברים, ונותנים לו תודות, הן על ברכת נהנין, או על ברכת המצוות. וכמו כן, אין אנו עושים חשבון ולהעריך את מצוות של מי אנו מקיימים, וכל זה נקרא שכינתא בגלותא.

Das ist die Angelegenheit, die an mehreren Stellen im Sohar dargelegt wird, nämlich dass man über das Exil der Shechina [Göttlichen Gegenwart] beten soll, oder anders gesagt, über die „Shechina im Exil“ oder „Shechina im Staub.“ Das bedeutet, dass wir nicht die Bedeutung dessen erkennen, zu dem wir beten oder zu wem wir sprechen und wem wir danken, sei es für den Segen der Genüsse oder für den Segen der Gebote. Auch denken wir nicht über den Wert der Mizwot nach und schätzen nicht die Gebote Desjenigen, Wessen Mizwot wir einhalten. All das wird „Shechina im Exil“ genannt.

72

Von selbst können wir beim Einhalten von Tora und Mizwot kein Empfinden empfangen, denn es gibt die Regel: Von etwas Kleinem wird der Mensch nicht ergriffen, sodass ihn eine Erregung überkäme.

וממילא אי אפשר לנו לקבל הרגשה בהקיום תו"מ, משום שיש כלל מדבר קטן אין האדם מתפעל, בשיעור שיבאו לו איזה התרגשות.

Natürlich können wir kein Gefühl für das Einhalten von Tora und Mizwot haben, denn es gibt von Natur aus eine Regel, die besagt, dass ein Mensch sich nicht von etwas Kleinem inspirieren lässt, das ihn in Aufregung versetzt.

73

Nach dem Gesagten ergibt sich: Der Mensch muss dem Schöpfer mit Freude dienen. Das heißt: In welchem Zustand er sich auch befindet – selbst wenn er sich im Zustand der Niedrigkeit befindet und beim Befassen mit Tora und Mizwot keinerlei Lebendigkeit hat –, muss er sich ausmalen, dass er jetzt das Gebot des Glaubens über dem Verstand erfüllt. Das heißt: Obwohl der Körper ihm seine Niedrigkeit vor Augen führt, kann er sich dennoch stärken und sagen: „Dass ich Tora und Mizwot ohne jede Absicht einhalten kann, das ist eine sehr wichtige Sache.“ Denn in Wahrheit erfüllt er ja alles in der Tat; nur fehlt dem Menschen die Absicht. Hätte er nämlich auch die gute Absicht, so wäre der Körper zufrieden, und er fühlte sich als ein vollkommener Mensch.

ובהאמור יוצא, שהאדם צריך לעבוד את ה' בשמחה היינו שבאיזה מצב שהוא נמצא, היינו אפילו שהוא נמצא במצב השפלות, ואין לו שום חיות, בעת התעסקותו בתו"מ, אז הוא צריך לעשות לעצמו ציור, שעכשיו הוא מקיים מצות אמונה למעלה מהדעת. זאת אומרת אף על פי שהגוף, מראה לו את שפלותו, מכל מקום הוא יכול לחזק את עצמו, ולומר זה שאני יכול לקיים תו"מ בלי שום כוונה, זהו ענין חשוב מאד, היות שבאמת הוא מקיים הכל במעשה, אלא חסר לאדם את הכוונה, היינו שאם היה לו גם כוונה טובה, היה הגוף אז שבע רצון, והיה מרגיש עצמו לאדם שלם.

Daraus folgt, dass man dem Schöpfer mit Freude dienen soll, was bedeutet, dass er sich, egal in welchem Zustand er sich befindet, selbst wenn er sich in einem niederen Zustand befindet und sich beim Einhalten von Tora und Mizwot völlig leblos fühlt, sich vorstellen soll, dass er jetzt das Einhalten der Mizwa [Einzahl von Mizwot] über dem Verstand tut. Das heißt, obwohl der Körper ihm seine Niedrigkeit zeigt, kann er sich dennoch stärken und sagen: „Mein Einhalten von Tora und Mizwot ohne jegliche Absicht ist sehr wichtig“, denn in Wirklichkeit befolgt er zwar alles in der praktischen Handlung, aber ihm mangelt es an der Absicht. Das heißt, wenn er auch die richtige Absicht hätte, wäre der Körper zufrieden und er würde sich wie ein vollkommener Mensch fühlen.

74

Jetzt aber, da der Körper an Tora und Mizwot keinen Genuss haben kann – was fehlt hier also? Nur der Genuss des Körpers. Und weil er um des Himmels willen arbeiten will, zeigt sich: Gerade jetzt, da der Körper keinen Genuss hat, kann er umso mehr um des Gebens willen arbeiten. Und wenn er über dem Verstand glaubt, dass es so ist, dann nennt man diese Überwindung „Erweckung von unten“ (Itaruta diLetata). Danach muss er Lebendigkeit empfangen, denn jetzt haftet er wahrhaft am Schöpfer und will dem Schöpfer ohne jede Gegenleistung dienen.

מה שאין כן עתה, אין הגוף יכול להנות מתו"מ, אם כן מה חסר כאן, רק הנאת הגוף, והיות שהוא רוצה לעבוד לשם שמים, נמצא דוקא עכשיו שאין להגוף הנאה, הוא יכול יותר לעבוד בעל מנת להשפיע, ואם הוא מאמין למעלה מהדעת שכך הוא, ההתגברות הזאת נקרא אתערותא דלתתא. ולאחר זה, הוא מוכרח לקבל חיות, היות שעכשיו הוא דבוק באמת בה', ורוצה לעבוד את ה', בלי שום תמורה.

Aber jetzt kann der Körper Tora und Mizwot nicht genießen, also fehlt hier nur noch der Genuss des Körpers. Da er aber für den Schöpfer arbeiten will, folgt daraus, dass er gerade jetzt, wo der Körper keinen Genuss hat, mehr um des Gebens willen arbeiten kann. Wenn er über dem Verstand glaubt, dass dies so ist, wird diese Überwindung „Erweckung von unten“ genannt. Danach muss er Lebenskraft empfangen, weil er jetzt wirklich dem Schöpfer anhaftet und ihm ohne Gegenleistung dienen will.

75

Kann er hingegen nicht über dem Verstand gehen, so kommen zwei Vollzugsbeamte zu ihm und stecken ihn ins Gefängnis, zusammen mit allen, die sich am König versündigt haben. Diese beiden Beamten sind „Verstand und Herz“ (Mocha und Liba). Dann wird er für eine gewisse, ihm zugemessene Zeit verurteilt; danach lässt man ihn für eine kurze Freiheit hinaus und sieht zu, wie er sich verhält. Und all das wiederholt sich, bis man sich von oben über ihn erbarmt und ihn aus dem Gefängnis in die Freiheit entlässt.

מה שאין כן, אם הוא אינו יכול ללכת למעלה מהדעת, אז באים אליו שני שוטרים ומכניסים אותו לבית האסורים, יחד עם כל החוטאים להמלך. ושני שוטרים אלו, הם בחינת מוחא וליבא. ואז הוא נידון לכמה זמן שדנין אותו, ואח"כ מוציאין אותו קצת לחופשה. ורואים איך שהוא מתנהג. וכל זה נוהג עד שמרחמים עליו מלמעלה, ומוציאים אותו לחרות, מבית האסורים.

Wenn er jedoch nicht über den Verstand gehen kann, kommen zwei Vollzugsbeamte zu ihm und stecken ihn zusammen mit allen Frevler, die gegen den König gesündigt haben, ins Gefängnis. Diese beiden Beamten sind „Verstand“ und „Herz“. Dann wird er zu einer wie auch immer langen Strafe verurteilt, und dann wird ihm ein kurzer Urlaub gegeben, um sein Verhalten zu überprüfen. Das geht so lange, bis er von oben bemitleidet und aus dem Gefängnis befreit wird.

76

Daraus folgt, dass man zweierlei braucht: erstens die sogenannte formende Kraft, die Katnut ist; zweitens die zurückhaltende Kraft, damit es keine Fehlgeburt gibt, also damit der Ibur nicht verdorben wird, wie oben gesagt. Die formende Kraft braucht man, weil es die Regel gibt: kein Licht ohne Gefäß – also keine Füllung ohne Mangel; deshalb wird es, wenn es keine Katnut gibt, niemals Gadlut geben.

היוצא מזה שצריכים לב' דברים, א' נקרא כח המצייר שהוא קטנות, ב' כח המעכב שלא יהיה הפלה, היינו שלא יקלקל העיבור, כנ"ל. שכח המצייר צריכים, כי יש כלל אין אור בלי כלי. היינו אין מלוי בלי חסרון, לכן אם אין קטנות אף פעם לא יהיה גדלות.

Daraus folgt, dass wir zwei Dinge brauchen: erstens die gestaltende Kraft, die Katnut ist, und zweitens die festhaltende Kraft, um einen Fehlgeburt zu verhindern, das heißt, um die Ibur nicht zu verderben. Wir brauchen die gestaltende Kraft, weil es eine Regel gibt, die besagt, dass es kein Licht ohne Kli gibt, d.h. keine Füllung ohne Mangel. Wenn es also keine Katnut gibt, wird es niemals Gadlut geben.

77

Doch man braucht Kraft, um standzuhalten, während er spürt, dass er einen Mangel hat; denn Mangel heißt, dass es ihm wehtut, keine Vollkommenheit zu haben. Und bekanntlich ist Leid schwer zu ertragen: Sieht er kein Ende des Leidens, so flieht er vom Schlachtfeld. Es zeigt sich: Man muss ihm Vollkommenheit geben, damit er standhält und nicht aus dem Krieg gegen den Trieb flieht. Eine Lüge aber darf man ihm nicht geben – dass er sich also selbst täusche und sage, er sei vollkommen –, denn es steht geschrieben: „Wer Lügen redet, besteht nicht vor Meinen Augen.“

אבל צריכים כח להחזיק מעמד בעת שהוא מרגיש שהוא בעל חסרון, כי חסרון משמע שכואב לו זה שאין לו שלימות. וידוע שיסורים קשה לסבול, אם הוא אינו רואה סוף להיסורים, אז הוא בורח מהמערכה. נמצא שצריכים לתת לו שלימות שיוכל להחזיק מעמד, ולא יברח ממלחמת היצר. אבל שקר אסור לתת לו, היינו שירמה את עצמו ויאמר שהוא שלם, "כי דובר שקרים לא יכון נגד עיני" כתיב.

Wir brauchen jedoch Kraft, um durchzuhalten, während wir uns makelhaft fühlen, denn ein Makel bedeutet, dass es ihn schmerzt, dass er noch unvollständig ist. Es ist bekannt, dass es schwer ist, Leid zu ertragen. Wenn er kein Ende des Leidens sieht, entflieht er dem Kampfplatz. Daraus folgt, dass wir ihm Vollkommenheit geben müssen, damit er durchhält und dem Krieg des Triebs nicht entflieht. Ihm darf jedoch keine Lüge gegeben werden, dass er sich also selbst täuschen und sagen soll, dass er ganz ist, denn es steht geschrieben: „Wer Lügen spricht, wird nicht vor Mir bestehen.“

78

Deshalb, wenn man zum Menschen sagt: „Du siehst, dass alle im Gefängnis sitzen“ – wie im obigen Gleichnis – „und sogar vergessen, dass sie Eltern und Freunde haben“, nämlich Menschen, die sich mit Tora und Mizwot befassen und die Freunde ihrer Seele sind. Doch all das haben sie vergessen und meinen, es gebe auf der Welt nur diese Menschen, die im Gefängnis sitzen, und der Gefängnisdirektor, der über sie herrscht – das heißt, sie stehen unter dem Urteil des Bösen Triebs. Und wer gegen ihre Ansicht handelt, von dem meinen sie, das seien Menschen, die sich bewusst zugrunde richten – also das körperliche Leben verlassen, das sie im Gefängnis genießen, und etwas über dem Verstand suchen: nämlich zu glauben, dass es ein größeres Vergnügen gibt als das, was man aus dem körperlichen Leben genießen kann.

אי לזאת כשאומרים לאדם שאתה רואה שכולם יושבים בבית האסורים, במשל דלעיל, ושוכחים אפילו שיש להם הורים וידידים, שהם אנשים שעוסקים בתורה ומצות שהם ידידי הנשמה שלהם. והכל נשכחו מהם, וחושבים שאין בעולם רק אלו אנשים שיושבים בבית האסורים ומנהל בית הסהר שולט עליהם, היינו שהם עומדים תחת שיפוט היצר הרע. ומי שהוא הולך נגד דעתם הם חושבים שאלו אנשים מאבדים עצמם לדעת, היינו שעוזבים את החיים הגשמיים שנהנים מבית הסהר, והולכים לבקש משהו למעלה מהדעת, היינו להאמין שיש משהו יותר תענוג ממה שיכולים להנות מחיים הגשמיים.

Wenn wir deshalb zu einem Menschen sagen: „Du siehst, dass alle im Gesfängnis eingesperrt sind“, wie in dem obigen Gleichnis, „und vergessen, dass sie sogar Eltern und Freunde haben“, die Menschen sind, die sich mit der Tora und den Geboten beschäftigen, die die Freunde ihrer Seelen sind. Sie haben alles vergessen und denken, dass es in der Welt nur diese Menschen gibt, die im Gefängnis sitzen und der Gefängnisleiter über sie herrscht, das bedeutet, dass sie unter dem Urteil des bösen Triebes stehen, Und diejenigen, die gegen ihre Meinung handeln, denken sie, sind Menschen, die sich selbst dem Verstand entfremden, das heißt, sie verlassen das physische Leben, das sie im Gefängnis genießen, und suchen etwas über den Verstand hinaus, das heißt, sie glauben, dass es mehr Vergnügen gibt als das, was sie vom physischen Leben genießen können.

79

Er aber macht sich die Rechnung, dass ihm ein großes Verdienst zuteilwurde, indem er Gunst in den Augen des Schöpfers fand und Er ihn sogar für den Augenblick aus dem körperlichen Leben herausgeführt hat, um ein wenig Luft der Heiligkeit zu atmen. Wie glücklich muss er in dieser Zeit sein, wenn er auf jene und auf sich selbst blickt! Gewiss nennt man diese Vollkommenheit eine wahre Vollkommenheit. Denn im Materiellen sehen wir am obigen Gleichnis vom Gefängnis, wie viel Freude eine Freiheit für den Augenblick dem Menschen gibt – darin, dass er sieht, wie er Gunst in den Augen des Gefängnisdirektors gefunden hat und nicht alle Gefangenen dessen gewürdigt werden.

והוא עושה חשבון לנפשו שיש לו זכיה גדולה שמצא חן בעיני ה', והוציא אותו אפילו לשעתו מהחיים הגשמיים לנשום קצת אויר דקדושה, כמה הוא צריך להיות מאושר, בזמן הזה כשהוא מסתכל עליהם ועל עצמו, בטח שהשלמות הזה נקרא שלימות של אמת היות, שבגשמיות אנו [רואים] שחופשה לשעתו, מהמשל הנ"ל של בית האסורים, כמה שמחה נותנת זה להאדם, בזה שהוא רואה שהוא מצא חן בעיני מנהל בית הסהר וכל האסורים לא זוכים לזה.

Aber er berechnet für sich selbst, dass er sehr privilegiert ist, dass er Gefallen in den Augen des Schöpfers gefunden hat und dass Er ihn sogar für einen Moment aus dem körperlichen Leben befreit hat, um etwas Luft der Kedusha [Heiligkeit] zu atmen. Er sollte glücklich sein, wenn er an sie und an sich selbst denkt. Gewiss, diese Vollkommenheit wird als wahre Vollkommenheit bezeichnet, denn in der Körperlichkeit [sehen wir], dass ein vorübergehender Urlaub, gemäß dem obigen Gleichnis des Gefängnisses, einem Menschen so viel Freude gibt, wenn er sieht, dass er vom Gefängnisdirektor begünstigt wurde und nicht alle Gefangenen damit privilegiert wurden.

80

Und außer dass diese Vollkommenheit wahr ist, muss der Mensch große Mühe darauf verwenden, sie hochzuschätzen. Denn diese Arbeit hebt die Bedeutung der Arbeit, indem man einen kleinen Dienst im Spirituellen hochschätzt. Dadurch wird er danach gewürdigt, die Bedeutung so weit zu steigern, dass der Mensch sagen kann, er habe keinerlei Möglichkeit, die Bedeutung des Dienstes am König zu veranschlagen. Und das nennt man die Stufe des Ibur.

וחוץ מזה שהשלימות הזה הוא אמת, אלא האדם צריך לתת בזה יגיעה רבה להחשיב את זה. כי העבודה הזו מרים את החשיבות של העבודה בזה שמחשיבים שרות קטן ברוחניות. מזה זוכים אח"כ להגדיל את החשיבות עד שהאדם יכול לומר שאין לו שום אפשרות להעריך את החשיבות לשמש את המלך. וזה נקרא בחינת עיבור.

Abgesehen davon, dass diese Vollkommenheit wahr ist, muss sich ein Mensch sehr anstrengen, um sie wertzuschätzen. Denn diese Arbeit hebt die Bedeutung der Arbeit hervor, indem man die Bedeutung eines kleinen Dienstes in der Spiritualität wertschätzt. Dadurch werden wir später damit belohnt, dass wir die Bedeutung bis zu einem Punkt steigern, von dem man sagen kann, dass man keine Möglichkeit hat, die Bedeutung des Dienstes am König zu schätzen. Dies wird Ibur genannt.

81

Ibur“ nennt man es, wenn das Erwachen von der oberen Seite kommt. In der Zeit der Vorbereitung aber – also bevor der Mensch den Eintritt in den Palast des Königs erlangt, wo man von „Ibur“ spricht, sobald er NaRaNChaY des Nefesh erlangt – gibt es viele Aufstiege und Abstiege; doch alles fällt unter die Stufe des Ibur, weil alles von der oberen Erweckung her kommt.

"עיבור" נקרא שההתעוררות בא מצד העליון, אבל בזמן ההכנה שנקרא מטרם שהאדם זוכה להכנס בהיכל המלך, ששם נקרא עיבור שהוא זוכה לנרנח"י דנפש, ישנם הרבה עליות וירידות, אבל הכל נכנס בבחינת עבור היות שהכל בא מצד ההתעוררות העליון.

Ibur bedeutet, dass die Erweckung von oben kommt. Aber während der Vorbereitung, also, bevor man mit dem Eintritt in den Palast des Königs belohnt wird, wo Ibur ist, wenn man mit NaRaNCHaY de Nefesh belohnt wird, gibt es viele Höhen und Tiefen. Doch alles geht in den Ibur ein, denn alles kommt von der Erweckung des Oberen.

82

Yenika“ aber, vom Standpunkt der Vorbereitung, nennt man es, wenn er von sich aus erwacht und durch Autoren und Bücher etwas saugen will – etwas Heiligkeit zu saugen, um damit den Geist mit spirituellem Leben zu beleben. Deshalb sehnt er sich, wenn er sich mit Tora und Mizwot befasst, danach, aus ihnen das Licht der Tora zu holen, das ihn zum Guten zurückbringt, wie unsere Weisen sagten: „Ich erschuf den Bösen Trieb, Ich erschuf die Tora als Gewürz.“

ו"יניקה" מצד ההכנה, נקרא, שהוא מצד עצמו מתעורר ורוצה לינק ע"י סופרים וספרים, לינק משהו קדושה שיוכל להחיות את רוח, בחיים רוחניים. ומשום זה כשהוא עוסק בתו"מ, הוא משתוקק להוציא מהם את מאור התורה שזהו מחזירו למוטב, כמו שאמרו חז"ל: "בראתי יצר הרע בראתי תורה תבלין".

Aus der Perspektive der Vorbereitung bedeutet Yenika hingegen, dass er von sich aus erwacht und durch Autoren und Bücher etwas von Kedusha [Heiligkeit] aufsaugen will, damit er den Geist mit spirituellem Leben beleben kann. Aus diesem Grund begehrt er, wenn er sich mit Tora und Mizwot befasst, von ihnen das Licht der Tora, das ihn korrigiert, wie unsere Weisen sagten: „Ich habe den Bösen Trieb erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.“

83

Doch um das Licht der Tora zu holen, muss man Glauben besitzen, wie in der „Einführung zum Buch Sohar“ geschrieben steht. Der Grund ist: Er glaubt an den Schöpfer und an Seine Tora und will an Ihm anhaften, sieht aber, dass er es nicht kann – wegen des Bösen in ihm, das im Verlangen zu empfangen liegt; diese Gestalt bewirkt seine Entfernung vom Schöpfer. Deshalb ist auch sein Glaube nicht beständig, wie im Sulam (Leiter-Kommentar) geschrieben steht: Der Glaube kann nicht beständig im Menschen weilen. Denn solange der Mensch keine Ehrfurcht hat – das heißt, solange er immer fürchtet, er könnte vielleicht nicht in der Lage sein, sich auf das Geben auszurichten, sondern habe nur Lust, um des Empfangens willen zu empfangen, was eine Veränderung der Form ist –, kann das Licht des Glaubens nicht beständig in ihm weilen.

אבל בכדי להוציא מאור התורה, צריכים להיות בעלי אמונה, כמ"ש בהקדמה לספר הזהר. והטעם הוא, כשהוא מאמין בה' ובתורתו, והוא רוצה להדבק בו, אבל הוא רואה שלא יכול מסיבת הרע שבו שהוא הרצון לקבל, שצורה הזו גורם לו ההתרחקות מה'. ומשום זה גם האמונה שלו אינו בקביעות כמו שכתוב בהסולם, שאין האמונה יכול לשרות באדם בקביעות, משום שכל זמן שאין לאדם יראה, הנקרא שהוא מפחד תמיד אולי לא יהיה היכולת באדם לכוון בעמ"נ להשפיע, אלא יהיה לו חשק לקבל בעמ"נ לקבל, שזהו שנוי צורה, אין אור האמונה יכול לשרות בו בקביעות.

Um das Licht der Tora zu entlocken, müssen wir jedoch Glauben haben, wie es in der „Einleitung zum Buch Sohar“ geschrieben steht. Der Grund dafür ist, dass er an den Schöpfer und seine Tora glaubt und sich an ihm haften will, aber sieht, dass er das nicht kann, weil das Böse in ihm ist, das im Willen zu empfangen liegt, und diese Form bewirkt, dass er sich vom Schöpfer entfernt. Aus diesem Grund ist auch sein Glaube widersprüchlich, wie es im Sulam [Kommentar zum Sohar] geschrieben steht, dass der Glaube nicht dauerhaft in einem Menschen sein kann, denn solange jemand keine Ehrfurcht hat – was als ständige Furcht angesehen wird, dass er nicht in der Lage sein könnte, sich auszurichten, um des Gebens willen zu empfangen, was eine Ungleichheit der Form ist – kann das Licht des Glaubens nicht dauerhaft in ihm sein.

84

Nach dem Gesagten ergibt sich: Es kann keinen beständigen Glauben geben, wenn er keine Anhaftung (Dwekut) hat, die man Gleichheit der Form nennt. Doch wie nimmt man diese Kraft auf, mit der er seine Natur überwinden kann, die ganz in der Gegensätzlichkeit der Form steht? Dazu sagten sie: „Stets befasse sich der Mensch mit Tora und Mizwot, auch nicht um Ihretwillen (lo liShma); denn aus dem Nichtumihretwillen kommt er zum Umihretwillen (liShma), weil das Licht darin ihn zum Guten zurückbringt“ (Pesachim 50). Es zeigt sich: Das Licht in der Tora ist es, das ihn zum Guten zurückbringt – doch das gilt eigens dann, wenn er das Licht in der Tora will, um zum Guten zurückgebracht zu werden, also damit er all sein Tun auf das Geben an seinen Schöpfer ausrichten könne.

ובהאמור יוצא שאין יכול להיות אמונה בקביעות, אם אין לו דביקות, הנקרא השתוות הצורה, אבל איך לוקחים הכח הזה, שיוכל להתגבר על הטבע שלו שהוא רק בהפכיות הצורה, על זה אמרו: לעולם יעסוק אדם בתו"מ, אפילו שלא לשמה, ומתוך שלא לשמה בא לשמה, מטעם המאור שבה מחזירו למוטב (פסחים נ). נמצא שהמאור שבתורה, זהו שמחזירו למוטב, אבל זה נאמר דוקא שהוא רוצה את המאור שבתורה, כדי להחזירו למוטב, היינו שיוכל לכוון כל מעשיו בעמ"נ להשפיע ליוצרו.

Wenn er also keine Dwekut [Anhaftung] hat, die „Gleichheit der Form“ genannt wird, kann es keinen dauerhaften Glauben geben. Aber wie nimmt man diese Kraft auf, damit er seine Natur überwinden kann, die einzig und allein in der Gegensätzlichkeit der Form besteht? Darüber wurde gesagt: „Man soll sich immer mit Tora und Mizwot befassen, auch in lo liShma [nicht um Ihretwillen], denn von lo liShma kommt er zu liShma [um Ihretwillen], weil das Licht darin ihn korrigiert“ (Pesachim, 50). Daraus folgt, dass das Licht in der Tora das ist, was ihn korrigiert, aber das wurde ausdrücklich gesagt, wenn er das Licht in der Tora will, um ihn zu korrigieren, d.h. um all sein Handeln darauf auszurichten, seinem Schöpfer Zufriedenheit zu bereiten.

85

Dadurch, dass er zum Guten zurückgebracht wird – was bedeutet, dass er Anhaftung erlangt –, wird er dann den beständigen Glauben erlangen. Anders ein Mensch, der sich nicht darum sorgt, dass er nur einen teilweisen Glauben hat, und dessen Tora-Lernen nur darin besteht, daraus Genuss zu ziehen, der in die Empfangsgefäße eingeht, und der sich nicht um die Gefäße des Gebens sorgt: Der hat dann keinerlei Bedarf am Licht der Tora, das ihm die Eigenschaft gäbe, zum Guten zurückgebracht zu werden – das heißt, das ihm die Kraft gäbe, sein Tun so zu korrigieren, dass es einzig dem Schöpfer Wohlgefallen bereitet. Das nennt man „Anhaftung“, durch die er den beständigen Glauben erlangt.

אז על ידי זה שיחזירו למוטב, שפירושו שיהיה לו דביקות אז יזכה לאמונה בקביעות, מה שאין כן, אדם שאינו דואג על זה שאין לו יותר מאמונה חלקית, ומה שלומד תורה אינו אלא מה שאפשר לו להוציא מזה הנאה שיכנס בכלים דקבלה, ואינו דואג לכלים דהשפעה, אם כן אין לו שום צורך למאור התורה, שיתן לו הסגולה שיחזירו למוטב. היינו שיתן לו כח שיוכל לתקן מעשיו, שיהיו אך ורק להשפיע נחת רוח ליוצרו, שזה נקרא "דבקות" שעל ידי זה יזכה לאמונה בקביעות.

Dann wird er, indem er zum Guten zurückkehrt, was bedeutet, dass er Dwekut [Anhaftung] hat, mit dauerhaftem Glauben belohnt werden. Im Gegensatz dazu sorgt sich ein Mensch, der nicht darüber besorgt ist, dass er nur einen teilweisen Glauben hat, und dessen Tora-Studium nichts weiter ist als das, was er daraus an Vergnügen ziehen kann, das in die Gefäße der Empfangens eintritt, nicht um die Gefäße der Gebens. Wenn dem so ist, hat er keinen Bedarf an dem Licht der Tora, das ihm die Eigenschaft geben könnte, zum Guten zurückzukehren. Das heißt, ihm die Kraft zu geben, seine Handlungen so zu korrigieren, dass sie einzig und allein dazu dienen, seinem Schöpfer Zufriedenheit zu geben. Dies wird Dwekut genannt, wodurch er zu einem festen Glauben gelangen wird.

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Anders aber, wenn ihm der beständige Glaube nicht fehlt und er keinen Bedarf an Anhaftung hat, sondern das Licht nur deshalb erhofft, weil das Licht in der Tora vom Oberen kommt und in diesem Licht Gutes und Vergnügen liegen: Dann zeigt sich, dass er sich nach dem Licht sehnt – nicht damit es ihm Hilfe bringe, sein Empfangsgefäß in ein Gebegefäß zu verwandeln, sondern er will, dass das Licht das Gegenteil dessen wirke, was seine Aufgabe ist.

מה שאין כן אם לא חסר לו ענין אמונה בקביעות, ואין לו צורך לדביקות, אלא מה שהוא מצפה לזכות להמאור הוא מטעם שהמאור שבהתורה הוא בא מהעליון, שיש שם בהמאור הזה טוב ועונג, נמצא שהוא משתוקק להמאור, לא שיביאו לו עזרה שיוכל להפוך את הכלי קבלה שלו לכלי השפעה, אלא הוא רוצה את המאור שיעשה פעולה הפוכה ממה שתפקידו לעשות.

Wenn er keinen dauerhaften Glauben und keine Dwekut [Anhaftung] braucht, ist das nicht so, und er erwartet das Licht, weil das Licht in der Tora von oben kommt und es Freude und Genuss in diesem

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Denn die Aufgabe des Lichts ist es, zu kommen, um ihn zum Guten zurückzubringen. Und was ist „gut“? Wie geschrieben steht: „Mein Herz wallt über von einem guten Wort; ich spreche: Mein Tun gehört dem König“ (Psalmen 45) – „gut“ heißt also, dass der Mensch durch das Licht die Gefäße des Gebens erlangt. Jener aber will das Licht, um daraus Genuss zu ziehen – das heißt, dieses Licht solle sein Empfangsgefäß vergrößern. Es zeigt sich, dass dies geradezu das Gegenteil dessen ist, was das Licht geben soll: Er will von ihm empfangen; deshalb wird das Licht nicht zu ihm kommen.

כי התפקיד של המאור, הוא צריך לבוא בכדי להחזירו למוטב, ומה זה "טוב" זהו כמו שכתוב "רחש לבי דבר טוב, אומר אני מעשי למלך" (תהלים מה), היינו שטוב נקרא שעל ידו האדם זוכה לכלים דהשפעה. והוא רוצה את המאור בכדי להנות ממנו, זאת אומרת שהמאור הזה יגדיל את הכלי קבלה שלו. נמצא שזה ממש דבר הפוך ממה שהמאור צריך לתת, הוא רוצה לקבל ממנו, ומשום זה המאור לא יבוא אליו.

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Und in der „Einführung zum Studium der Zehn Sefirot“ (Punkt 15) schreibt er – und dies sind seine Worte: Der Mensch dürfe nicht erwarten, dass ihn das Befassen mit Tora und Mizwot nicht um Ihretwillen zum Umihretwillen bringe, außer in der Zeit, in der er in seiner Seele weiß, dass er den Glauben an den Schöpfer und an Seine Tora gebührend erlangt hat; denn dann bringt ihn das Licht darin zum Guten zurück, und er wird des „Tages des Schöpfers, der ganz Licht ist“ gewürdigt. Denn die Heiligkeit des Glaubens läutert die Augen des Menschen, sodass sie sich an Seinem Licht erfreuen, bis das Licht in der Tora ihn zum Guten zurückbringt und so weiter; ebenso werden denen, die des Glaubens entbehren, die Augen blind gegenüber dem Licht des Schöpfers. So weit seine Worte.

ובהקדמה לתע"ס (אות טו) כותב שם, וזה לשונו, שאין לאדם לצפות שהעסק בתורה ומצות שלא לשמה יביאהו לשמה, רק בזמן שידע בנפשו שזכה באמונת השי"ת ותורתו כראוי, כי אז המאור שבה מחזירו למוטב, ויזכה ליום ה' שכולו אור. כי קדושת האמונה מזככת את העינים של האדם שתהנינה מאורו ית', עד שהמאור שבתורה מחזירו למוטב וכו'. כן מחוסרי אמונה עיניהם מתעוורות כלפי אור ה', עד כאן לשונו.

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Und man muss das, was er sagt – dass das Licht des Glaubens denen sich offenbart, die Glauben haben –, näher deuten. Denn nach dem, was wir erklärt haben, besitzen die, die den beständigen Glauben erlangt haben, bereits alles Gute. Vielmehr ist es so, wie Baal HaSulam zum Vers „Er gibt den Weisen Weisheit“ sagte: Die Leute fragen, müsste es nicht heißen „Er gibt den Toren Weisheit“? Und er sagte: Da es kein Licht ohne Gefäß gibt, kann man den Toren keine Weisheit geben, weil sie keinen Bedarf danach haben. Demnach – was bedeutet „Er gibt den Weisen Weisheit“? Wer das Verlangen hat, weise zu sein, also wer ein Gefäß hat, der kann eine Füllung empfangen, wie gesagt, denn es gibt keine Füllung ohne Mangel.

וצריכים לפרש מה שאומר שאור אמונה מתגלה לאלו שיש להם אמונה, ולפי מה שבארנו כי אלו שזכו לאמונה בקביעות, יש להם כבר כל טוב. אלא זהו על דרך שאמר אאמו"ר זצ"ל, על מה שכתוב "יהיב חכמתא לחכימין", ומקשים העולם, יהיב חכמתא לטיפשים היה צריך לומר. ואמר, היות שאין אור בלי כלי, לכן לא יכולים לתת חכמה לטיפשים משום שאין להם צורך. ולפי זה, מה יהיה הפירוש "יהיב חכמתא לחכמים", היינו למי שיש לו רצון להיות חכם היינו שיש לו כלי, הוא יכול לקבל מלוי, כנ"ל כי אין מלוי בלי חסרון.

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Demnach muss man auch hier, in Sachen des Glaubens, auf die obige Weise deuten: Wer Bedarf am Glauben hat – weil er sieht, dass er nur einen teilweisen Glauben hat, wie gesagt (Einführung, Punkt 14), und sich danach sehnt, einen Glauben in Vollkommenheit zu haben –, der wird bereits „einer, der Glauben besitzt“ genannt, das heißt, einer, der Verlangen und Bedarf nach dem Licht des Glaubens hat. Diesen Menschen, die den Glauben suchen, offenbart sich das Licht der Tora. Und das ist es, was geschrieben steht: dass die Heiligkeit des Glaubens die Augen des Menschen läutert, sodass sie sich an Seinem Licht erfreuen, bis das Licht in der Tora ihn zum Guten zurückbringt.

לפי זה צריכים כאן בעניני אמונה, גם כן לפרש על דרך הנ"ל. היינו למי שיש צורך לאמונה, כי הוא רואה שאין לו רק אמונה חלקית כנ"ל (בהקדמה אות יד) ומשתוקק שיהיה לו אמונה בשלימות, הוא כבר נקרא "בעלי אמונה", שפירושו שיש לו רצון וצורך לאור האמונה. לאלו אנשים שמחפשים אמונה, לאלו אנשים מתגלה מאור התורה. וזה שכתוב, כי קדושת האמונה מזככת את העינים של אדם, שתהנינה מאורו ית' עד שמאור שבתורה מחזירו למוטב.

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Nach dem Gesagten ergibt sich: Die Stufe „Ibur“ nennt man das, wenn der Mensch das Erwachen von oben empfängt. Und wie im Materiellen die Schwangerschaft von den Eltern abhängt, so hängt hier der Ibur von dem Ruf ab, der von oben kommt und den Menschen ruft, zum Guten zurückzukehren. Dann beginnt er, andere Gedanken zu denken, und alle Begierden, die er vor dem Ruf von oben hatte, verbrennen und tragen keinen Namen mehr.

בהאמור יוצא שבחינת "עיבור" נקרא מה שהאדם מקבל ההתעוררות מלמעלה. וכמו בגשמיות העיבור תלוי בההורים כן כאן העיבור, בהקריאה, שבא מלמעלה שקוראים להאדם שיחזור למוטב, והוא מתחיל אז לחשוב מחשבות אחרות, וכל הרצונות שהיה לו מטרם הכרוז שקבל מלמעלה הכל נשרף ולא עולים בשם.

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Und die Stufe „Yenika“ nennt man es, wenn er selbst beginnt, irgendeine Nahrung zu suchen, die er aus Büchern oder von Autoren empfängt, und das Licht der Tora aus ihnen saugen will, damit er die Fähigkeit erlange, am Schöpfer anzuhaften und einen vollkommenen Glauben zu erlangen

ובחינת "יניקה" נקרא שהוא בעצמו מתחיל לחפש איזה יניקה לקבל מפי ספרים, או מפי סופרים ורוצה לינק את המאור התורה, מהם בכדי שיהיה לו היכולת להדבק בה' ולזכות לאמונה שלימה.

Rabash – 1986 – Artikel 31 (תשמ״ו – מאמר ל״א)

„Über Yenika (Säugen) und Ibur (Schwangerschaft)“

Ibur (Schwangerschaft), Yenika (Säugen) und Mochin (reifes Bewusstsein) sind drei Stufen. Sobald ein Mensch den Eintritt in die Heiligkeit (Kedusha) erlangt hat, beginnt er sie zu erreichen. Man nennt sie Nefesh im Ibur, Ruach in der Yenika und Neshama in den Mochin.

Doch schon in der Vorbereitung auf die Arbeit – also bevor ein Mensch den dauerhaften Eintritt in die Heiligkeit erlangt – gelten diese Dinge ebenfalls.

Ibur“ nennt man die Zeit, in der ein Mensch sein Selbst für eine Weile beiseiteschiebt und sagt: „Jetzt will ich nichts zu meinem eigenen Nutzen denken, und ich will auch meinen Verstand nicht gebrauchen. Zwar ist er für mich das Allerwichtigste – ich kann nämlich nichts tun, was ich nicht verstehe; das heißt, tun könnte ich alles, aber ich muss den Sinn der Sache einsehen –, dennoch sage ich: Für eine Weile bin ich in der Lage, in den Zeiten, die ich dafür festsetze, meinen Verstand nicht zu gebrauchen. Stattdessen glaube ich über dem Verstand, glaube mit dem Glauben an die Weisen (Emunat Chachamim) und glaube, dass es einen Aufseher gibt, der jeden Einzelnen auf der Welt mit persönlicher Vorsehung betrachtet.“

„Und warum soll ich daran glauben, wenn ich nicht spüren kann, dass es so ist? Auch der Verstand sagt: Würde ich die Wirklichkeit des Schöpfers spüren, könnte ich Ihm gewiss dienen und würde mich danach sehnen, Ihm zu dienen. Wozu also diese Verhüllung? Was gewinnt der Schöpfer dadurch, dass Er Sich vor den Geschöpfen verbirgt?“ Auch darauf gibt er keine Antwort. Vielmehr geht er auch bei dieser Frage über dem Verstand und sagt: Wenn der Schöpfer wüsste, dass es für die Geschöpfe besser wäre, keine Verhüllung zu schaffen, hätte Er gewiss keine geschaffen.

So sagt er zu allen Fragen, die in seinem Verstand aufsteigen, dass er über dem Verstand geht. Jetzt geht er mit geschlossenen Augen, allein im Glauben. Das ist es, was Baal HaSulam zum Vers „Kusch streckt seine Hände zum Schöpfer aus“ (Psalmen 68,32) sagte. Er sagte: Kann ein Mensch „Kusch“ sagen – also dass seine Fragen (kushiot) selbst die Antworten sind –, so braucht er keine Antwort mehr, sondern empfängt aus der Frage selbst die Antwort. Das heißt: Er sagt, gerade jetzt, da er eine Frage hat, kann er über dem Verstand gehen. Dann sind „seine Hände zum Schöpfer“ gerichtet, das heißt, seine Hände – sein Empfangsgefäß, im Sinne von „wenn die Hand erlangt“ – gehören dann dem Schöpfer, und der Mensch gilt als ganz mit dem Schöpfer vereint.

Deshalb ist der Beginn des Eintritts in die Arbeit für den Schöpfer die Stufe des Ibur: Der Mensch annulliert sein eigenes Selbst und tritt als Embryo in den Mutterleib ein, wie geschrieben steht: „Höre, mein Sohn, die Unterweisung deines Vaters, und verwirf nicht die Weisung deiner Mutter.“ Das knüpft an den Vers an „Denn du wirst Bina ‚Mutter‘ nennen“: Er annulliert die Eigenliebe, die „Malchut“ genannt wird und deren ursprüngliches Wesen das Verlangen zu empfangen ist, um zu empfangen, und tritt in die Gefäße des Gebens ein, die „Bina“ genannt werden.

Der Mensch muss glauben, dass die Seele, bevor sie geboren wurde – das heißt, bevor sie in den Körper hinabstieg –, an Ihm angehaftet war, und dass er sich nun danach sehnt, wieder so anzuhaften wie vor ihrem Abstieg. Das nennt man „Ibur“: Er annulliert sein Selbst völlig. Zwar sagt ihm sein Herz, dass er nur jetzt der Annullierung zustimmt, es aber später bereuen wird; dazu kann man sagen: „Sorge dich nicht um die Sorge von morgen.“ Und „morgen“ meint nicht unbedingt den Tag nach heute: Heute und morgen können Gegenwart und Zukunft sein, und der Zeitunterschied kann sogar bloß zwischen dieser Stunde und der nächsten liegen.

Das ist es, was unsere Weisen sagten: „Wer heute zu essen hat und fragt: ‚Was werde ich morgen essen?‘, dem mangelt es an Glauben“ (Sota 48). Das lässt sich so deuten: Wenn er heute zu essen hat – also jetzt bereit ist, den Glauben über dem Verstand auf sich zu nehmen –, aber nur daran denkt, was später sein wird, dann trägt er bereits Reshimot (Eindrücke) früherer Zustände in sich. Damals dachte er, er werde für immer im Zustand des Aufstiegs bleiben, stieg danach aber wieder zum Ort der Niedrigkeit hinab, einem Ort des Mülls – „Müll“ deshalb, weil man dort allen Abfall hinwirft.

Während des Aufstiegs nämlich dachte er, die ganze Eigenliebe sei nichts als Abfall, den man auf den Müll werfen sollte; er empfand also das Verlangen zu empfangen als Müll. Jetzt aber, in der Zeit des Abstiegs, steigt er selbst zum Ort des Mülls hinab, um von dort Nahrung zu holen – wie die Katzen, die im Müll stöbern, um etwas zum Fressen zu finden und ihr Leben zu erhalten. So gleicht er in der Zeit des Abstiegs den Katzen und nicht den verwöhnten Menschen, die immer aussuchen, was zu essen lohnt und was nicht.

Das ist es, was wir im Hallel (Lobpreis) sagen: „Er richtet den Geringen aus dem Staub auf, aus dem Abfall erhebt Er den Armen.“ Daraus folgt: In der Zeit, in der ein Mensch sein Selbst für eine Weile annullieren kann, sagt er: „Jetzt will ich mich für die Heiligkeit annullieren“ – also jetzt nicht an Eigenliebe denken, sondern dem Schöpfer Wohlgefallen bereiten.

Und er glaubt über dem Verstand: Obwohl er noch nichts spürt, glaubt er über dem Verstand, dass der Schöpfer das Gebet eines jeden Mundes hört, dass vor Ihm Klein und Groß gleich sind und dass Er, wie Er dem Größten der Großen helfen kann, ebenso dem Kleinsten der Kleinen helfen kann.

Das nennt man die Stufe des „Ibur“: Er geht aus seinem eigenen Bereich in den Bereich des Schöpfers über. Doch das ist nur vorübergehend. Das heißt: In Wahrheit will er sich für immer annullieren, kann aber nicht glauben, dass es nun eine Annullierung für immer sein wird – denn schon viele Male hatte er gedacht, es werde so bleiben, war danach aber von seiner Stufe gefallen und zum Ort des Mülls herabgesunken.

Doch er soll sich nicht sorgen, „was wir morgen essen“ – also, wie gesagt, dass er später gewiss von seiner Stufe fallen werde –, denn das käme aus mangelndem Glauben. Vielmehr muss man glauben, dass die Rettung des Schöpfers im Nu kommt. Da er sich also für den Augenblick annulliert und für immer so bleiben möchte, hat er den Rang des Ibur.

In Wahrheit aber muss der Mensch glauben, dass sein jetziges Verlangen, in die Arbeit für den Schöpfer einzutreten und sein Selbst zu annullieren, ein Ruf von oben ist; denn es entspringt nicht der Weisheit des Menschen. Der Beweis dafür: Vor diesem Ruf hatte er viele Fragen. Jedes Mal, wenn er etwas um des Gebens willen tun wollte, sträubte sich der Körper, und er konnte nicht begreifen, ob es überhaupt einen Menschen auf der Welt gibt, der sein Selbst dem Schöpfer annullieren und sich gar nicht um den eigenen Nutzen sorgen kann; immer lag eine gewisse Furcht auf ihm, ob er sich denn dem Schöpfer annullieren könne.

Jetzt aber sieht er, dass all diese Gedanken und Zweifel vollständig verbrannt sind, und er empfindet jetzt großen Genuss daran, sich dem Schöpfer annullieren zu können. Er sieht jetzt, dass sein ganzer Verstand nichts wert ist – obwohl er zuvor dachte, niemand auf der Welt könne ihn überzeugen, dass man sich dem Schöpfer annullieren müsse, und obwohl er sagte, das sei eine harte Arbeit, in die nicht jeder eintreten könne. Jetzt sieht er, dass ihn nichts mehr hindert, am Schöpfer anzuhaften und sich Ihm zu annullieren. Doch das ist, wie gesagt, ein Leuchten von oben; deshalb gaben alle Störer, die kamen und ihm das Argument der Kundschafter vortrugen, vor ihm auf und verschwanden vom Horizont.

So steht geschrieben: „Denn ein Wind fuhr über ihn hin, und er ist nicht mehr, und seine Stätte kennt ihn nicht mehr“ (Psalmen 103,16). Und das bedeutet: Wenn ein Mensch einen Wind (Ruach) aus der Höhe empfängt, verschwinden alle Störer, und sogar ihre Stätte ist nicht mehr erkennbar. Das heißt: In der Zeit des Aufstiegs, wenn er einen Ruach aus der Höhe empfängt, begreift er nicht, wie es überhaupt eine Stätte geben konnte, an der die Bösen mit ihren Einwänden etwas ausrichten konnten.

In der Zeit des Ibur sehen wir nun, dass es eine Zeit der Fehlgeburt gibt: Wird das Kind geboren, bevor die Zeit der Korrekturen des Ibur vollendet ist – so wie im Materiellen eine Schwäche in der Schwangerschaft eine Fehlgeburt verursacht, sodass das Kind vor der Zeit herauskommt, nicht bestehen kann und stirbt –, so ist es auch im Spirituellen. Gibt es eine Schwäche, so tritt der Mensch vorzeitig aus dem Ibur heraus und kommt in die Luft dieser Welt; dann fallen alle Gedanken dieser Welt in seinen Sinn, und alle Begierden dieser Welt haften sich an ihn. Das nennt man: Der Ibur ist gestorben.

Im „Studium der Zehn Sefirot“, Teil 9 (S. 788, Punkt 83), schreibt Baal HaSulam – und dies sind seine Worte: „Und siehe, es muss in der Frau eine Art Türen geben, um sie zu schließen und das Kind dort drinnen zurückzuhalten, damit es nicht herauskommt, bis es sich vollständig ausgeformt hat; und es muss in ihr auch eine Kraft sein, welche die Gestalt des Kindes formt.“ So weit seine Worte.

Dort erklärt er im „Inneren Licht“ (Or Pnimi), dass es im Ibur zwei Kräfte gibt. Erstens die formende Kraft: Die Gestalt des Kindes ist Katnut (Kleinheit). Auch um Katnut zu erlangen, gibt es eine Ordnung, denn auch Katnut ist eine Vorbereitung auf Gadlut (Erwachsensein); ohne Katnut in der Stufe gibt es keine Gadlut. Solange er in Katnut ist, ist er noch nicht vollkommen. Überall aber, wo ein Mangel in der Heiligkeit besteht, hat die Sitra Achra (die andere Seite) einen Halt und kann den Ibur verderben, sodass er seine Vollkommenheit nicht empfangen kann; dadurch kommt es zur Fehlgeburt – das heißt, er wird geboren, bevor die Stufe des Ibur vollendet ist.

Denn im Ibur gibt es fünfundzwanzig Parzufim, nämlich NaRaNChaY, von denen jedes wiederum NaRaNChaY enthält. Deshalb muss es eine zurückhaltende Kraft geben, damit auch in der Katnut Vollkommenheit herrscht. Diese empfängt das Kind durch seine Mutter. Zwar hat das Kind von sich aus keine Gefäße, mit denen es Gadlut um des Gebens willen empfangen könnte; doch indem es sich der Mutter annulliert, kann es Gadlut aus den Gefäßen der Mutter empfangen. Das nennt man: „Der Embryo ist der Schenkel seiner Mutter; er isst, was seine Mutter isst.“

Das heißt, er hat keine eigene Wahl, sondern isst nur, was die Mutter isst – also das, wovon die Mutter weiß, dass man es essen darf, das isst auch er. Mit anderen Worten: Er hat die Wahl, was gut und was böse ist, von sich genommen; alles geht auf Rechnung der Mutter. Das meint „der Schenkel seiner Mutter“: dass er selbst keinen eigenen Namen trägt.

Dort ist von oberen Lichtern die Rede; doch dasselbe gilt auch in der Zeit der Vorbereitung, wenn man in den Palast des Königs eintreten will – auch dort gelten dieselben Ordnungen. Denn so wie es dort viele Stufen gibt und der Ibur nicht auf einmal vollendet wird – man sagt, es brauche neun Schwangerschaftsmonate, bis man fünfundzwanzig Parzufim erlangt –, so gibt es auch in der Vorbereitung viele Stufen, bis man in der Vorbereitungszeit den Ibur in Vollkommenheit erlangt. Deshalb gibt es viele Aufstiege und Abstiege, und manchmal verdirbt der Ibur – das nennt man ebenfalls Fehlgeburt –, und man muss die Ordnung der Arbeit von Neuem beginnen.

Erklären wir nun die formende Kraft, wie sie in der Zeit der Vorbereitung wirkt. Die Gestalt des Ibur ist Katnut; das bedeutet: Nur in den Gefäßen des Gebens – also wenn er sich mit Tora und Arbeit befasst – kann er die Absicht ausrichten, alles um des Gebens willen zu tun.

Das heißt: Er befasst sich jetzt deshalb mit Tora und Mizwot, weil er an den Schöpfer und an Seine Größe glaubt. Er nimmt auf sich, dass sein ganzer Genuss von nun an einzig darin liegt, dem König dienen zu wollen. Das gilt ihm so viel, als hätte er ein riesiges Vermögen erworben und als blicke die ganze Welt auf ihn und beneide ihn darum, dass er es verdient hat, in die höchsten Höhen aufzusteigen, wozu ein anderer nicht gelangt ist. Von selbst ist er voller Wonne und Freude und spürt nichts Böses in der Welt, sondern lebt dann in einer Welt, die ganz gut ist.

Doch all dieser Genuss und diese Bedeutung liegen darin, dass er gibt – dass er nämlich dem Schöpfer geben will. Den ganzen Tag geht er mit einem einzigen Gedanken umher: „Was soll ich tun, um den Schöpfer damit zu erfreuen?“ Einerseits sagen wir also, der Mensch müsse arbeiten, ohne Lohn empfangen zu wollen, sondern allein für den Schöpfer; andererseits sagen wir, er müsse Genuss empfinden und sich ausmalen, wie er Genuss empfängt.

Das heißt, er muss sich Bilder von Größe und Bedeutung ausmalen: wie man einen König aus Fleisch und Blut oder überhaupt die Großen der Welt ehrt, und wie die Allgemeinheit sie ehrt. Danach lerne er von der Welt, wie sehr diese es genießen, den Großen der Welt zu dienen, und übertrage es auf die Größe des Schöpfers – sodass er, wenn er dem Schöpfer dient, denselben Genuss empfinden muss, den jene empfinden, wenn sie den Großen der Welt dienen.

Andernfalls – wenn er also keinen großen Genuss daran hat, sich mit Tora und Mizwot zu befassen – ist das ein Zeichen, dass er den Schöpfer nicht so hoch schätzt, wie jene Menschen die Großen der Welt schätzen und Genuss und Vergnügen daraus ziehen, ihnen zu dienen.

Deshalb muss er, bevor er zum Schöpfer spricht, sich zuerst ausmalen, zu wem er spricht – wie groß und bedeutend Er ist. Das heißt, mit welcher Ehrerbietung und mit welchem Maß an ehrfürchtiger Scheu ich zu Ihm spreche, und dass Er zuhört und mich ansieht, während ich zu Ihm spreche.

Wenn ein Mensch zum Beispiel einen Kuchen oder eine Frucht isst, dann wissen wir, dass wir an den Schöpfer glauben müssen, der all dies erschaffen hat, und dass wir jetzt davon Genuss empfangen, was Er uns zum Genießen bereitet hat. Dafür wenden wir uns an Ihn und danken Ihm; wir sagen zu Ihm: „Wir danken und preisen Dich für diesen Genuss“, und wir sagen: „Gesegnet seist Du, Schöpfer, der die Frucht des Baumes hervorbringt“ – und dergleichen.

Dann hat der Mensch zu prüfen, was er soeben zum Schöpfer gesagt hat: mit welcher ehrfürchtigen Scheu er während dieser Worte erfüllt war, als er zu Ihm sprach. Und was empfindet er, nachdem er mit Ihm gesprochen hat – welchen Eindruck, welche Erhebung des Geistes es in ihm hinterlassen hat? Denn wenn er wirklich glaubt, dass er mit dem König gesprochen hat – wo sind dann die Erregung und die Freude? Wie geschrieben steht: „Bin Ich Vater, wo ist Meine Ehre? Und bin Ich Herr, wo ist die Ehrfurcht vor Mir?“

Gehen wir ins Einzelne, so sind bei dieser Handlung zwei Aspekte zu unterscheiden. Erster Aspekt: dass er sich an der Frucht erfreut, die er isst. Dieser Genuss an der Frucht und dergleichen gehört zum tierischen Verlangen zu empfangen. Denn Genuss an Speise, Trank und Ähnlichem empfinden auch die Tiere; es braucht dazu nicht die Stufe des Menschen. Deshalb nennt man diesen Genuss einen tierischen Genuss.

Doch beim Segen und beim Dank, den er dem Schöpfer dafür darbringt, sind mehrere Unterscheidungen zu treffen. Es zeigt sich nämlich: Der zweite Aspekt jener Handlung – der Genuss daran, dem Schöpfer Dank darzubringen – gehört allein dem Menschen und kommt bei den Tieren nicht vor. Hier gelten viele Unterscheidungen, weil bei dieser Handlung, die dem Menschen eigen ist, viele Stufen zu unterscheiden sind.

Zum Beispiel ist beim Menschen das Maß seines Glaubens zu unterscheiden: wie sehr er daran glaubt, dass der Schöpfer ihm all diese Genüsse zum Genießen gegeben hat. Dann ist beim Sprechen zum Schöpfer zu unterscheiden, in welchem Maß er glaubt, dass er zum Schöpfer spricht. Und schließlich ist zu unterscheiden, in welchem Maß er an die Größe und Bedeutung des Schöpfers glaubt. Darin besteht gewiss ein Unterschied von Mensch zu Mensch; und auch beim einzelnen Menschen ist nach seinem jeweiligen Zustand zu unterscheiden, denn der Mensch ist ein „Gehender“ und kann daher aufsteigen und absteigen. So sind an einem einzigen Menschen mehrere Zustände zu unterscheiden, wie geschrieben steht: „Und Ich gebe Wandelnde unter diesen Stehenden.“

Daraus folgt: Beim Verlangen, einen Genuss zu empfangen, der im Allgemeinen der Stufe des Tieres zugehört, ist nichts weiter zu unterscheiden, denn es ist ein allgemeiner Genuss. Anders beim Genuss, der dem Menschen eigen ist – dort sind bereits viele Unterscheidungen zu treffen. Es zeigt sich: Beim Genuss, der der Stufe des Menschen eigen ist, ordnet man die Grundlage nicht mehr dem Empfangsgefäß zu, sondern sie gehört bereits zum Geben. Denn sein ganzer Genuss baut auf dem Schöpfer auf: Der ganze Treibstoff, aus dem ihm Gefäße für die Arbeit erwachsen, hängt von der Größe des Schöpfers ab und nicht vom Maß des menschlichen Genusses. Das heißt: Das Maß des menschlichen Genusses hängt davon ab, wie hoch er die Größe des Schöpfers veranschlagt.

Das nennt man einen Genuss, der dem Menschen auf indirekte Weise zukommt. Denn auf direkte Weise will er dem König geben; und je größer er sich die Größe des Königs ausmalt, desto mehr freut er sich darüber, einem großen König Genuss zu bereiten. Und auf indirekte Weise empfängt er daraus selbst Genuss. Es zeigt sich: Nur auf solche Weise ist der Genuss erlaubt, denn seine Absicht zielt nicht auf eigenen Genuss, während er dem König dient; vielmehr verpflichtet ihn die Bedeutung des Königs, dem König zu dienen.

Es zeigt sich also: Seine Absicht ist, dem König Genuss zu bereiten, damit der König sich freue; von selbst folgt daraus, dass auch er Genuss hat. Und solcher Genuss ist erlaubt, weil bei diesem Genuss, während er ihn empfängt, keine Scham aufkommt – die man „Brot der Scham“ (Nahama de Kisufa) nennt –, denn sein Genuss kommt aus dem Geben und nicht aus etwas, das er unmittelbar vom Schöpfer empfängt.

Erfreut er sich dagegen an dem, was der Schöpfer ihm gibt, so nennt man das einen Genuss, der auf direkte Weise vom Gebenden her kommt: im Bereich der Lichter heißt das „Licht der Weisheit“ (Or Chochma), das den Empfänger auf direkte Weise erreicht. Das heißt, der Empfänger erfreut sich an dem, was er empfängt; und das bedarf bereits einer Korrektur, die man „auf das Geben ausrichten“ nennt. Liegt sein Genuss hingegen darin, dass er dem Schöpfer gibt, und besteht seine Freude darin, Ihm zu dienen, so nennt man diesen Genuss einen, der auf indirekte Weise kommt – denn seine Absicht ist, dass der König Genuss habe, und er denkt nicht daran, dass ihm selbst daraus Genuss und Vergnügen erwachsen.

Dazu heißt es: „Dienet dem Schöpfer mit Freude.“ Das heißt: Die Freude soll dem Menschen daraus erwachsen, dass er dem Schöpfer dient. Dient er aber ohne Freude, so kommt das aus mangelndem Glauben an die Größe und Bedeutung des Königs; andernfalls müssten Freude und Erhebung des Geistes von selbst da sein, ohne jede Vorbereitung. Das heißt: Er soll nicht darauf zielen, Freude an der Arbeit zu haben, sondern darauf, sich bereitzumachen, zu erkennen, wem er dient und wie bedeutend Er ist; die Freude aber ist eine Folge. Mit anderen Worten: Hat er keine Freude an der Arbeit, so ist das ein Zeichen, dass er keinen Begriff von der Bedeutung des Schöpfers hat, und dann muss er sich in Sachen des Glaubens korrigieren.

Das heißt, er soll nicht darauf hinarbeiten, Freude an der Arbeit für den Schöpfer zu haben; vielmehr soll er Mühe darauf verwenden, die Bedeutung und Größe des Schöpfers zu erlangen. Bei allem, was er tut, lernt und an Mizwot übt, will er nämlich Lohn für seine Mühe – er will mit der Größe und Bedeutung des Schöpfers belohnt werden. Und in dem Maß, in dem er die Bedeutung des Schöpfers empfängt, wird er von Natur aus dazu hingezogen, sich Ihm zu annullieren, und wird Verlangen und Lust verspüren, Ihm zu dienen.

Und alles, was wir bisher gesagt haben, nennt man die Stufe des Ibur, weil er glauben muss, dass alles vom Schöpfer kommt, der ihm jetzt den Gedanken und das Verlangen gegeben hat, sich Ihm zu annullieren.

In dieser Zeit muss er dort einen Ort der Vorstellung finden – also achtgeben, wie sehr ihn dieses Erwachen ergreift – und sich prüfen; gewiss wird er dort Mängel finden, die zu korrigieren sind. Doch wenn er sieht, was dort fehlt, kann er nicht in Freude sein, denn jeder Mangel bereitet ihm Leid, und wie könnte er da in Freude sein? Andererseits ist es nicht gut, so voller Mängel zu sein, denn nach der Regel hat dort, wo ein Mangel in der Heiligkeit besteht, die Klipot (Schalen) einen Halt, und er könnte von seiner Stufe fallen und dadurch eine Schwäche in der Arbeit empfangen.

Deshalb ist der Mensch gehalten, sich in Vollkommenheit zu sehen – also, dass er keinerlei Mangel hat. Er betrachtet sich als glücklich in seinem Leben und als jemanden, aus dessen Lage Genuss zu schöpfen ist: Denn er sieht, dass es viele Menschen wie ihn gibt, die nicht das Leben haben, das er genießt; und hätten sie denselben Genuss, den er hat, sie alle würden ihn beneiden.

Sagen wir es als Gleichnis: Menschen sitzen im Gefängnis, und niemandem wird erlaubt, die Mauern des Gefängnisses zu verlassen, um draußen Luft zu schöpfen. Ein Einziger aber gewann die Gunst des Gefängnisdirektors – und niemand weiß davon –, und dieser lässt ihn eine Stunde am Tag in Freiheit hinaus. Dann geht er nach Hause zu Besuch, kehrt danach aber ins Gefängnis zurück. Wie glücklich ist dieser Mensch! Erstens ist er glücklich, weil er zu Hause zu Besuch ist. Zweitens: Wenn er die übrigen Gefangenen betrachtet, denen eine solche Freiheit nicht gewährt ist – aus diesem Blick auf die anderen, die im Gefängnis sitzen und kein Licht sehen, schöpft er einen Genuss und ein Vergnügen, das es draußen gibt.

Das heißt: Außer dem Genuss, den er aus sich selbst hat – also dem Genuss, den er aus dem schöpft, woran er sich erfreut –, hat er auch einen Genuss aus dem, was außerhalb seiner liegt. Mit anderen Worten: Er hat einen Genuss daraus, zu sehen, dass er hat, was andere nicht haben. Es zeigt sich, dass dieser Genuss von außen kommt – nämlich daraus, dass er nach draußen blickt und sieht, wie jene leiden, weil sie keine Freiheit empfangen; daraus, dass er selbst Freiheit hat, schöpft er Genuss.

Demnach sind hier zwei Genüsse zu unterscheiden:

Erstens: der Genuss, den er aus dem empfängt, woran er sich erfreut.

Zweitens: der Genuss, den er daraus empfängt, dass er etwas hat, was andere nicht haben – diesen nennt man einen Genuss, den er von außen empfängt.

Und die Deutung: Wir sitzen in einem Gefängnis, wie wir (im Ablauf der Kaparot (Sühneritus) am Vorabend von Jom Kippur) sagen: „Menschen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, Gefangene in Elend und Eisen – Er wird sie aus Finsternis und Todesschatten herausführen“ und so weiter.

Und weil wir gesündigt haben, gab man uns in das Gefängnis, in dem alle Gefangenen sitzen, die sich am König versündigt haben und ihr ganzes Leben lang kein Licht sehen – man gab ihnen also lebenslange Haft für alle Tage ihres Lebens. Und sie sind von den Eltern losgerissen, die „Väter der Welt“ genannt werden; das ist es, was unsere Weisen sagten (Tana deBei Eliyahu Rabba, Kapitel 25): „Wann werden meine Taten die Taten meiner Väter erreichen?“

Das heißt: Dort, wo eine Verbindung zu den Vätern besteht, wo man die guten Taten der Väter kennt, kann man sagen, dass er bittet: „Wann werden meine Taten die Taten meiner Väter erreichen?“ – also dass auch er die Fähigkeit habe, gute Taten zu tun wie die Väter. Anders durch die Sünde: Wie wir sagen, „und wegen unserer Sünden wurden wir aus unserem Land verbannt“ und so weiter, gab man uns in ein Gefängnis, und wir haben keinerlei Verbindung mehr zu den Vätern. Das heißt, wir wissen nicht, dass wir Väter hatten, die am Schöpfer anhafteten, und von der ganzen spirituellen Sache haben wir keinen Begriff – sodass auch uns gar nicht in den Sinn kommt zu sagen, dass wir Taten tun wollen, durch die wir am Schöpfer anhaften könnten.

Es zeigt sich: Die Menschen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden und ihr ganzes Leben lang kein Licht sehen, finden sich mit ihrer Lage ab. Sie gewöhnen sich daran, nur das zu genießen, was der Gefängnisdirektor ihnen zu geben für richtig hält, damit sie sich davon ernähren; und die Gewöhnung lässt sie aus dem Herzen vergessen, was sie einst hatten: ein Leben außerhalb des Gefängnisses, in dem sie das Leben genossen, das sie sich selbst aussuchten, und in dem sie ihre Nahrung nicht nach den Bedingungen des Gefängnisses empfangen mussten. Doch all das haben sie vergessen.

Und die Deutung ist: Der Mensch soll sich darüber freuen, dass der Gefängnisdirektor ihn liebt und ihm deshalb jeden Tag ein wenig Freiheit gewährt, das Gefängnis zu verlassen und das zu genießen, was rechtschaffene Menschen genießen – so, als wäre er jetzt einer, der sich nie am König versündigt hat. Er geht nach Hause und nimmt teil am Leben aller Familienmitglieder und der übrigen Lieben und Freunde, die er hat; danach aber muss er wieder ins Gefängnis zurückkehren.

Und das wiederholt sich jeden Tag. Das heißt: Wenn dem Menschen das Verlangen und der Gedanke kommen, in die Synagoge zu gehen, um zu beten, ein wenig zu lernen und ein wenig zu spüren, dass es ein spirituelles Leben gibt – dass er es letztlich glaubt, also Glauben besitzt –, so nennt man das ein geringes Empfinden in allem, was zur Heiligkeit gehört, ein Leuchten, das er aus der Ferne empfängt. Das heißt: Obwohl er noch fern von der Gleichheit der Form ist – denn weil er mit Eigenliebe gesündigt hat, was man Veränderung der Form nennt, erging über ihn das Urteil, für immer im Gefängnis zu sitzen; „Gefängnis“ heißt der Ort, an dem es kein spirituelles Leben gibt, sondern ein Ort für die Bösen, die sich am König versündigt haben.

Doch er hat Gunst in den Augen des Gefängnisdirektors gefunden, und dieser gibt ihm den Gedanken und das Verlangen, das Leben des Menschen zu genießen – aus jener Stufe, die man nennt: „‚Mensch‘ seid ihr; ihr werdet ‚Mensch‘ genannt, und die Völker der Welt werden nicht ‚Mensch‘ genannt“ –, weil sie sich an der Speise des Menschen erfreuen, die man „spirituelles Leben“ nennt, da sie Berührung mit dem König aller Könige haben: Das heißt, sie empfinden für den Augenblick, dass sie mit dem König sprechen.

Und wenn der Mensch sich ausmalt, wie er Gunst in den Augen des Gefängnisdirektors gefunden hat, der ihm für den Augenblick Freiheit gewährt – obwohl er weiß, dass er danach einen Abstieg haben und ins Gefängnis zurückkehren muss –, so kann er dennoch sogar im Gefängnis in Freude sein. Denn er weiß aus der Vergangenheit, dass es Aufstiege und Abstiege gibt; deshalb weiß er auch in der Zeit, in der man ihn ins Gefängnis zurückgebracht hat, dass er manchmal wieder Gunst beim Gefängnis findet und man ihm erneut für den Augenblick Freiheit gewährt – und dass er in dieser kurzen Zeit sich umsehen und bei Freunden bemühen kann, dass sie ihn ganz befreien.

Das bedeutet: Sogar in der Zeit des Abstiegs kommen ihm manchmal Gedanken. Er ist bereits daran gewöhnt, dass man ihn aus den Gedanken und Begierden der Sünder herausholt, die in Eigenliebe versunken sind. Wenn er danach einen Ruf von oben empfängt – denn so glaubt er –, dann hat er in der Zeit des Abstiegs Gedanken und Begierden und spürt, dass es keinerlei Möglichkeit gibt, je aus der Eigenliebe herauszukommen. Denn er sieht den Widerstand des Körpers; und jedes Mal kleidet sich der Widerstand in andere Gestalten, sodass kein Einwand dem anderen gleicht. Doch das Gemeinsame an ihnen ist, dass sie ihm alle einreden, die Sache sei schwer und es liege nicht im Bereich dieser Welt, dass ein Mensch aus ihnen herauskommen könne.

Dennoch sieht er: In der Zeit, in der ihm ein Erwachen von oben kommt, vergisst er all ihre Einwände, und sie alle verbrennen, als hätte es sie nie auf der Welt gegeben. Und er will jetzt nur eines – sich dem Schöpfer zu annullieren; und gerade jetzt spürt er darin einen Geschmack von Genuss.

Deshalb kann der Mensch, wenn er einen kleinen Halt im Spirituellen hat – mag er auch noch so winzig sein –, bereits in Freude und Vollkommenheit sein, wie gesagt, auf zweierlei Weise. Erstens, dass er in die Freiheit hinausgetreten ist und für den Augenblick genießt, das Gefängnis zu verlassen – also Tora und Mizwot. Zweitens, dass er Genuss daraus zieht, zu sehen, dass die Allgemeinheit im Gefängnis ist; er blickt mit Erbarmen auf sie, und manchmal möchte er um Erbarmen für sie bitten, dass der Schöpfer ihnen erlaube, aus dem Gefängnis herauszukommen.

Nach dem Gesagten verstehen wir: In der Zeit des Ibur, da seine formende Kraft nur Katnut ist und er Tora und Mizwot kaum mit irgendeiner Absicht einhalten kann, muss er glauben, dass darin eine große Bedeutung liegt – darin, dass der Schöpfer ihm einen Ort gegeben hat, sich aus der Allgemeinheit der Menschen der Welt herauszuheben, die keinerlei Verbindung zum Judentum haben und deren ganzes Streben sich nur in tierische Genüsse kleidet, also in das, wovon sich die Tiere nähren und ernähren; auch sie geben sich damit zufrieden. Hinsichtlich des Spirituellen aber brüsten sie sich, nicht so dumm zu sein wie die Religiösen, die behaupten, es gebe ein spirituelles Leben. Vielmehr haben sie ein starkes und klares Wissen, dass das Recht auf ihrer Seite ist, und sagen sich: „Wir sind die Weisen der Generation, weil wir nicht an Spirituelles glauben; vielmehr ist das ganze Ziel unseres Lebens allein das körperliche Leben.“

Sie wissen zu hundert Prozent, dass es kein Spirituelles auf der Welt gibt – so sehr, dass sie sogar die Religiösen beeinflussen wollen, damit auch diese wissen: Der klare Verstand sagt, dass es auf der Welt nur körperliches Leben gibt, ganz wie bei allen Lebewesen. Und es gibt noch größere „Weise“: Weil es auf der Welt kein Leben gebe außer dem der Tiere, sind sie zu der Ansicht gelangt, man dürfe keine Tiere essen, da das „sprechende Wesen“ kein höheres Ziel habe als das tierische Wesen. „Warum also essen wir sie, wo wir doch alle zusammen auf einer Stufe und mit einem Ziel sind?“

Daraus folgt einerseits: Der Mensch muss den Gedanken und das Verlangen, einfache Taten zu tun – ohne jedes Verstehen und ohne Verstand, sondern ganz über dem Verstand –, hochschätzen und glauben, dass auch dieses Verlangen, ein wenig Tora und Mizwot einzuhalten, ihm der Schöpfer gegeben hat, weil er Gunst in den Augen des Schöpfers gefunden hat. Zwar weiß der Mensch nicht, welches Verdienst er vor den übrigen Menschen hat, die der Schöpfer im körperlichen Leben belassen hat, während Er gerade ihn aus der Allgemeinheit der Menschen herausgehoben hat – wie im Gleichnis vom Gefängnis. Und das soll ihm Freude und Vollkommenheit bringen; und weil er Vollkommenheit spürt, kann er dem Schöpfer dafür großen Dank darbringen. Wie Baal HaSulam sagte: In dem Maß, in dem der Mensch dem Schöpfer dafür dankt, dass Er ihn ein wenig näher gebracht hat, in diesem Maß empfängt er immer Hilfe von oben.

Und man kann den Grund so deuten: Wenn der Mensch begreift, dass man dem Schöpfer danken muss, so heißt das nicht, dass der Schöpfer den Dank nötig hätte, wie ein Mensch aus Fleisch und Blut. Vielmehr ist es so: In dem Maß, in dem er begreift, dass man danken muss, beginnt der Gedanke zu erwägen, wie groß das Maß des Dankes ist, das ich Ihm geben muss.

Denn es gibt eine Regel: Nach dem Maß der Gabe bemisst sich das Maß des Dankes. Hat zum Beispiel jemand einem anderen geholfen, der keine Arbeit hatte, um sich zu ernähren, und ist er für ihn losgegangen, hat sich bemüht und ihm eine Arbeitsstelle gefunden – gewiss ist dann sein Dank groß.

Sagen wir es aber als Gleichnis: Dieser Mensch hat ein Verbrechen gegen die Regierung begangen, und der Richter verurteilte ihn zu zwanzig Jahren Haft. Er muss seine Familie verlassen; er hat bereits Söhne und Töchter, die er verheiraten muss; und er hat soeben ein neues Geschäft eröffnet – nämlich eine Fabrik gegründet –, und er müsste hundert Arbeiter einstellen, hat aber bislang erst fünfzig. Und nun muss er wegen des Verbrechens, bei dem ihn die Regierung gefasst hat, für zwanzig Jahre ins Gefängnis. Er sorgt sich, was nun aus all seinen Plänen und aus seiner ganzen Familie werde und dass er von der Welt abgeschnitten sein werde; er sagt, jetzt sei ihm der Tod lieber als das Leben – im Gefängnis zu sitzen und sich um alles zu sorgen.

Da kommt ein Mann und gibt ihm Ratschläge, durch die er freikommt und von allen Anschuldigungen freigesprochen wird. Gewiss beginnt der Mensch dann zu überlegen: „Was kann ich diesem Mann geben, der mein Leben gerettet hat?“ Und gewiss hat dieser Mensch jetzt nur eine Sorge: „Womit kann ich vor diesen Mann treten, um ihm mein Herz zu öffnen – wie alle meine zweihundertachtundvierzig Glieder ihm danken und ihn preisen?“ Wie geschrieben steht: „All meine Gebeine sollen sprechen“ – Lieder und Lobgesänge für diesen Mann.

Es zeigt sich: Dadurch, dass er danken muss, beginnt er zu überlegen, wie groß die Rettung war, die jener ihm gewährt hat, damit ich weiß, welchen Dank ich ihm geben soll. Deshalb hängt es, wenn der Mensch dem Schöpfer dankt, davon ab, wie hoch er die Bedeutung dessen veranschlagt, dass der Schöpfer ihn für einen Augenblick aus dem Gefängnis herausgeführt hat, damit er ein wenig neue Luft aus der Welt der Heiligkeit schöpfe.

Nach dem Gesagten ergibt sich: Dass der Mensch einen Abstieg erleidet, kommt daher, dass er die Annäherung an den Schöpfer nicht hochgeschätzt hat; und dass er nicht hochzuschätzen wusste, das führte zu seinem Verlust. Wie unsere Weisen sagten: „Wer ist ein Narr? Wer verliert, was man ihm gibt.“ Das heißt, er hat nicht den Verstand, das Maß der Annäherung an Tora und Mizwot hochzuschätzen. Der Mensch muss nämlich glauben, dass sogar das Geringste an Tora und Mizwot sehr wichtig ist, auch wenn er ihre Bedeutung noch nicht spürt.

Es zeigt sich: Das, was man Glauben nennt, gilt in Dingen, die der Mensch noch nicht spüren und erlangen kann; dann muss er mit dem Glauben an die Weisen glauben, was unsere Lehrer uns zu glauben aufgetragen haben – dass es so ist, wie unsere Lehrer sagten, und nicht nach unserem Empfinden. Denn unser Empfinden ist in uns noch nicht so weit entwickelt, dass wir jene Empfindungen spüren könnten, die sich einstellen, wenn man weiß, dass man mit dem König spricht. Denn das ist einfach: Weiß einer, dass er mit dem König spricht, so braucht er sich gar nicht bereitzumachen, die Bedeutung des Königs zu spüren – das ist eine natürliche Sache, an der zu arbeiten unnötig wäre.

Demnach: Was ist der Grund, dass der Mensch nicht ergriffen ist, wenn er Worte des Dankes und Worte der Tora spricht und dabei glaubt, dass es die Tora des Schöpfers ist? Der Grund ist, dass sein Glaube noch kein vollkommener Glaube ist – also noch nicht einem klaren Wissen gleicht –, sondern dass ihm im Bereich des Glaubens noch etwas fehlt.

Vielmehr muss er im Bereich des Glaubens daran arbeiten, wie er zu einem bedeutenden König spricht; das Empfinden aber ist etwas, das ohne Arbeit kommt. Denn das Empfinden ist nur eine Folge von etwas Neuem, das den Menschen ergreift. Es zeigt sich: Das Wesentliche ist die Arbeit des Glaubens – dass er glaube, Er sei ein großer König.

Das ist die Sache, die im heiligen Sohar an mehreren Stellen angeführt wird: dass der Mensch über das Exil der Shechina (göttliche Gegenwart) beten soll, oder in anderer Sprache: „Shechina im Exil“ oder „Shechina im Staub“. Das heißt: Wir besitzen nicht die Wertschätzung dessen, zu dem wir beten oder zu dem wir sprechen und dem wir danken – sei es beim Segen über die Genüsse, sei es beim Segen über die Gebote. Ebenso machen wir uns keine Rechnung und veranschlagen nicht, wessen Gebote wir einhalten. Und all das nennt man „Shechina im Exil“.

Von selbst können wir beim Einhalten von Tora und Mizwot kein Empfinden empfangen, denn es gibt die Regel: Von etwas Kleinem wird der Mensch nicht ergriffen, sodass ihn eine Erregung überkäme.

Nach dem Gesagten ergibt sich: Der Mensch muss dem Schöpfer mit Freude dienen. Das heißt: In welchem Zustand er sich auch befindet – selbst wenn er sich im Zustand der Niedrigkeit befindet und beim Befassen mit Tora und Mizwot keinerlei Lebendigkeit hat –, muss er sich ausmalen, dass er jetzt das Gebot des Glaubens über dem Verstand erfüllt. Das heißt: Obwohl der Körper ihm seine Niedrigkeit vor Augen führt, kann er sich dennoch stärken und sagen: „Dass ich Tora und Mizwot ohne jede Absicht einhalten kann, das ist eine sehr wichtige Sache.“ Denn in Wahrheit erfüllt er ja alles in der Tat; nur fehlt dem Menschen die Absicht. Hätte er nämlich auch die gute Absicht, so wäre der Körper zufrieden, und er fühlte sich als ein vollkommener Mensch.

Jetzt aber, da der Körper an Tora und Mizwot keinen Genuss haben kann – was fehlt hier also? Nur der Genuss des Körpers. Und weil er um des Himmels willen arbeiten will, zeigt sich: Gerade jetzt, da der Körper keinen Genuss hat, kann er umso mehr um des Gebens willen arbeiten. Und wenn er über dem Verstand glaubt, dass es so ist, dann nennt man diese Überwindung „Erweckung von unten“ (Itaruta diLetata). Danach muss er Lebendigkeit empfangen, denn jetzt haftet er wahrhaft am Schöpfer und will dem Schöpfer ohne jede Gegenleistung dienen.

Kann er hingegen nicht über dem Verstand gehen, so kommen zwei Vollzugsbeamte zu ihm und stecken ihn ins Gefängnis, zusammen mit allen, die sich am König versündigt haben. Diese beiden Beamten sind „Verstand und Herz“ (Mocha und Liba). Dann wird er für eine gewisse, ihm zugemessene Zeit verurteilt; danach lässt man ihn für eine kurze Freiheit hinaus und sieht zu, wie er sich verhält. Und all das wiederholt sich, bis man sich von oben über ihn erbarmt und ihn aus dem Gefängnis in die Freiheit entlässt.

Daraus folgt, dass man zweierlei braucht: erstens die sogenannte formende Kraft, die Katnut ist; zweitens die zurückhaltende Kraft, damit es keine Fehlgeburt gibt, also damit der Ibur nicht verdorben wird, wie oben gesagt. Die formende Kraft braucht man, weil es die Regel gibt: kein Licht ohne Gefäß – also keine Füllung ohne Mangel; deshalb wird es, wenn es keine Katnut gibt, niemals Gadlut geben.

Doch man braucht Kraft, um standzuhalten, während er spürt, dass er einen Mangel hat; denn Mangel heißt, dass es ihm wehtut, keine Vollkommenheit zu haben. Und bekanntlich ist Leid schwer zu ertragen: Sieht er kein Ende des Leidens, so flieht er vom Schlachtfeld. Es zeigt sich: Man muss ihm Vollkommenheit geben, damit er standhält und nicht aus dem Krieg gegen den Trieb flieht. Eine Lüge aber darf man ihm nicht geben – dass er sich also selbst täusche und sage, er sei vollkommen –, denn es steht geschrieben: „Wer Lügen redet, besteht nicht vor Meinen Augen.“

Deshalb, wenn man zum Menschen sagt: „Du siehst, dass alle im Gefängnis sitzen“ – wie im obigen Gleichnis – „und sogar vergessen, dass sie Eltern und Freunde haben“, nämlich Menschen, die sich mit Tora und Mizwot befassen und die Freunde ihrer Seele sind. Doch all das haben sie vergessen und meinen, es gebe auf der Welt nur diese Menschen, die im Gefängnis sitzen, und der Gefängnisdirektor, der über sie herrscht – das heißt, sie stehen unter dem Urteil des Bösen Triebs. Und wer gegen ihre Ansicht handelt, von dem meinen sie, das seien Menschen, die sich bewusst zugrunde richten – also das körperliche Leben verlassen, das sie im Gefängnis genießen, und etwas über dem Verstand suchen: nämlich zu glauben, dass es ein größeres Vergnügen gibt als das, was man aus dem körperlichen Leben genießen kann.

Er aber macht sich die Rechnung, dass ihm ein großes Verdienst zuteilwurde, indem er Gunst in den Augen des Schöpfers fand und Er ihn sogar für den Augenblick aus dem körperlichen Leben herausgeführt hat, um ein wenig Luft der Heiligkeit zu atmen. Wie glücklich muss er in dieser Zeit sein, wenn er auf jene und auf sich selbst blickt! Gewiss nennt man diese Vollkommenheit eine wahre Vollkommenheit. Denn im Materiellen sehen wir am obigen Gleichnis vom Gefängnis, wie viel Freude eine Freiheit für den Augenblick dem Menschen gibt – darin, dass er sieht, wie er Gunst in den Augen des Gefängnisdirektors gefunden hat und nicht alle Gefangenen dessen gewürdigt werden.

Und außer dass diese Vollkommenheit wahr ist, muss der Mensch große Mühe darauf verwenden, sie hochzuschätzen. Denn diese Arbeit hebt die Bedeutung der Arbeit, indem man einen kleinen Dienst im Spirituellen hochschätzt. Dadurch wird er danach gewürdigt, die Bedeutung so weit zu steigern, dass der Mensch sagen kann, er habe keinerlei Möglichkeit, die Bedeutung des Dienstes am König zu veranschlagen. Und das nennt man die Stufe des Ibur.

Ibur“ nennt man es, wenn das Erwachen von der oberen Seite kommt. In der Zeit der Vorbereitung aber – also bevor der Mensch den Eintritt in den Palast des Königs erlangt, wo man von „Ibur“ spricht, sobald er NaRaNChaY des Nefesh erlangt – gibt es viele Aufstiege und Abstiege; doch alles fällt unter die Stufe des Ibur, weil alles von der oberen Erweckung her kommt.

Yenika“ aber, vom Standpunkt der Vorbereitung, nennt man es, wenn er von sich aus erwacht und durch Autoren und Bücher etwas saugen will – etwas Heiligkeit zu saugen, um damit den Geist mit spirituellem Leben zu beleben. Deshalb sehnt er sich, wenn er sich mit Tora und Mizwot befasst, danach, aus ihnen das Licht der Tora zu holen, das ihn zum Guten zurückbringt, wie unsere Weisen sagten: „Ich erschuf den Bösen Trieb, Ich erschuf die Tora als Gewürz.“

Doch um das Licht der Tora zu holen, muss man Glauben besitzen, wie in der „Einführung zum Buch Sohar“ geschrieben steht. Der Grund ist: Er glaubt an den Schöpfer und an Seine Tora und will an Ihm anhaften, sieht aber, dass er es nicht kann – wegen des Bösen in ihm, das im Verlangen zu empfangen liegt; diese Gestalt bewirkt seine Entfernung vom Schöpfer. Deshalb ist auch sein Glaube nicht beständig, wie im Sulam (Leiter-Kommentar) geschrieben steht: Der Glaube kann nicht beständig im Menschen weilen. Denn solange der Mensch keine Ehrfurcht hat – das heißt, solange er immer fürchtet, er könnte vielleicht nicht in der Lage sein, sich auf das Geben auszurichten, sondern habe nur Lust, um des Empfangens willen zu empfangen, was eine Veränderung der Form ist –, kann das Licht des Glaubens nicht beständig in ihm weilen.

Nach dem Gesagten ergibt sich: Es kann keinen beständigen Glauben geben, wenn er keine Anhaftung (Dwekut) hat, die man Gleichheit der Form nennt. Doch wie nimmt man diese Kraft auf, mit der er seine Natur überwinden kann, die ganz in der Gegensätzlichkeit der Form steht? Dazu sagten sie: „Stets befasse sich der Mensch mit Tora und Mizwot, auch nicht um Ihretwillen (lo liShma); denn aus dem Nichtumihretwillen kommt er zum Umihretwillen (liShma), weil das Licht darin ihn zum Guten zurückbringt“ (Pesachim 50). Es zeigt sich: Das Licht in der Tora ist es, das ihn zum Guten zurückbringt – doch das gilt eigens dann, wenn er das Licht in der Tora will, um zum Guten zurückgebracht zu werden, also damit er all sein Tun auf das Geben an seinen Schöpfer ausrichten könne.

Dadurch, dass er zum Guten zurückgebracht wird – was bedeutet, dass er Anhaftung erlangt –, wird er dann den beständigen Glauben erlangen. Anders ein Mensch, der sich nicht darum sorgt, dass er nur einen teilweisen Glauben hat, und dessen Tora-Lernen nur darin besteht, daraus Genuss zu ziehen, der in die Empfangsgefäße eingeht, und der sich nicht um die Gefäße des Gebens sorgt: Der hat dann keinerlei Bedarf am Licht der Tora, das ihm die Eigenschaft gäbe, zum Guten zurückgebracht zu werden – das heißt, das ihm die Kraft gäbe, sein Tun so zu korrigieren, dass es einzig dem Schöpfer Wohlgefallen bereitet. Das nennt man „Anhaftung“, durch die er den beständigen Glauben erlangt.

Anders aber, wenn ihm der beständige Glaube nicht fehlt und er keinen Bedarf an Anhaftung hat, sondern das Licht nur deshalb erhofft, weil das Licht in der Tora vom Oberen kommt und in diesem Licht Gutes und Vergnügen liegen: Dann zeigt sich, dass er sich nach dem Licht sehnt – nicht damit es ihm Hilfe bringe, sein Empfangsgefäß in ein Gebegefäß zu verwandeln, sondern er will, dass das Licht das Gegenteil dessen wirke, was seine Aufgabe ist.

Denn die Aufgabe des Lichts ist es, zu kommen, um ihn zum Guten zurückzubringen. Und was ist „gut“? Wie geschrieben steht: „Mein Herz wallt über von einem guten Wort; ich spreche: Mein Tun gehört dem König“ (Psalmen 45) – „gut“ heißt also, dass der Mensch durch das Licht die Gefäße des Gebens erlangt. Jener aber will das Licht, um daraus Genuss zu ziehen – das heißt, dieses Licht solle sein Empfangsgefäß vergrößern. Es zeigt sich, dass dies geradezu das Gegenteil dessen ist, was das Licht geben soll: Er will von ihm empfangen; deshalb wird das Licht nicht zu ihm kommen.

Und in der „Einführung zum Studium der Zehn Sefirot“ (Punkt 15) schreibt er – und dies sind seine Worte: Der Mensch dürfe nicht erwarten, dass ihn das Befassen mit Tora und Mizwot nicht um Ihretwillen zum Umihretwillen bringe, außer in der Zeit, in der er in seiner Seele weiß, dass er den Glauben an den Schöpfer und an Seine Tora gebührend erlangt hat; denn dann bringt ihn das Licht darin zum Guten zurück, und er wird des „Tages des Schöpfers, der ganz Licht ist“ gewürdigt. Denn die Heiligkeit des Glaubens läutert die Augen des Menschen, sodass sie sich an Seinem Licht erfreuen, bis das Licht in der Tora ihn zum Guten zurückbringt und so weiter; ebenso werden denen, die des Glaubens entbehren, die Augen blind gegenüber dem Licht des Schöpfers. So weit seine Worte.

Und man muss das, was er sagt – dass das Licht des Glaubens denen sich offenbart, die Glauben haben –, näher deuten. Denn nach dem, was wir erklärt haben, besitzen die, die den beständigen Glauben erlangt haben, bereits alles Gute. Vielmehr ist es so, wie Baal HaSulam zum Vers „Er gibt den Weisen Weisheit“ sagte: Die Leute fragen, müsste es nicht heißen „Er gibt den Toren Weisheit“? Und er sagte: Da es kein Licht ohne Gefäß gibt, kann man den Toren keine Weisheit geben, weil sie keinen Bedarf danach haben. Demnach – was bedeutet „Er gibt den Weisen Weisheit“? Wer das Verlangen hat, weise zu sein, also wer ein Gefäß hat, der kann eine Füllung empfangen, wie gesagt, denn es gibt keine Füllung ohne Mangel.

Demnach muss man auch hier, in Sachen des Glaubens, auf die obige Weise deuten: Wer Bedarf am Glauben hat – weil er sieht, dass er nur einen teilweisen Glauben hat, wie gesagt (Einführung, Punkt 14), und sich danach sehnt, einen Glauben in Vollkommenheit zu haben –, der wird bereits „einer, der Glauben besitzt“ genannt, das heißt, einer, der Verlangen und Bedarf nach dem Licht des Glaubens hat. Diesen Menschen, die den Glauben suchen, offenbart sich das Licht der Tora. Und das ist es, was geschrieben steht: dass die Heiligkeit des Glaubens die Augen des Menschen läutert, sodass sie sich an Seinem Licht erfreuen, bis das Licht in der Tora ihn zum Guten zurückbringt.

Nach dem Gesagten ergibt sich: Die Stufe „Ibur“ nennt man das, wenn der Mensch das Erwachen von oben empfängt. Und wie im Materiellen die Schwangerschaft von den Eltern abhängt, so hängt hier der Ibur von dem Ruf ab, der von oben kommt und den Menschen ruft, zum Guten zurückzukehren. Dann beginnt er, andere Gedanken zu denken, und alle Begierden, die er vor dem Ruf von oben hatte, verbrennen und tragen keinen Namen mehr.

Und die Stufe „Yenika“ nennt man es, wenn er selbst beginnt, irgendeine Nahrung zu suchen, die er aus Büchern oder von Autoren empfängt, und das Licht der Tora aus ihnen saugen will, damit er die Fähigkeit erlange, am Schöpfer anzuhaften und einen vollkommenen Glauben zu erlangen

korrigiert, EY, CO4.8, 12.07.2026, Ver4