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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Artikel / 1986/06 Das Vertrauen betreffend

Über das Vertrauen · ענין בטחון

Rabash – 1986, Artikel 6

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1

Im Heiligen Sohar (Toldot, Blatt 53, Abschnitt 122–125, und im Sulam) heißt es: „Rabbi Elasar eröffnete und sagte: ‚Glücklich der Mensch, dessen Stärke in Dir ist‘ (Psalm 84,6) – glücklich der Mensch, der sich am Schöpfer stärkt und sein Vertrauen auf Ihn setzt. Man könnte meinen: gleich Chananja, Mischael und Asarja. Man kann das Vertrauen so auslegen, wie es Chananja und seine Gefährten sagten, die vertrauten und sprachen: ‚Siehe, unser Gott [ist da]‘ – das heißt, sie vertrauten darauf, dass der Schöpfer sie sicher aus dem Feuerofen erretten werde. Doch [der Sohar] sagt, dass es nicht so ist. Vielmehr komm und sieh: Würde Er sie nicht erretten und Sich nicht eigens über ihnen offenbaren, so würde der Name des Schöpfers nicht in den Augen aller geheiligt. Doch nachdem sie erkannten, dass sie nicht in rechter Weise gesprochen hatten, sprachen sie aufs Neue: ‚Und wenn nicht, so sei dir kund, o König‘ – das heißt, sie sagten: Ob Er rettet oder nicht rettet, sei dir kund, dass wir uns vor dem Standbild nicht niederwerfen werden.“

בזהר הקדוש (תולדות דף נ"ג, אות קכ"ב - ד' ובהסולם) אומר וזה לשונו, "רבי אלעזר פתח ואמר, אשרי אדם עוז לו בך, אשרי האדם שמתחזק בהקב"ה, ושם מבטחו בו. יכול כחנניה מישאל ועזריה. אפשר לפרש את הבטחון על דרך שאמרו חנניה, שבטחו ואמרו הן איתי אלהנא, דהיינו, שבטחו, שהקב"ה יצילם בודאי מכבשן האש. ואומר, שאינו כן, אלא בוא וראה, אם לא יצילם ולא יתייחד עליהם הקב"ה, נמצא שלא יתקדש שמו של הקב"ה בעיני כל. אלא אחר שידעו שלא אמרו כראוי, חזרו ואמרו והן לא ידיע להוי לך מלכא, דהיינו, שאמרו בין שיציל ובין שלא יציל, יהיה ידוע לך, שלא נשתחוה לצלם.

Im heiligen Sohar (Toldot, Punkt 122-125) steht geschrieben: „Rabbi Elasar begann und sagte: ‚Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in Dir liegt, glücklich ist der Mensch, der sich auf den Schöpfer stützt und sein Vertrauen in Ihn setzt.‘ Wir können das Vertrauen so interpretieren, wie es Chananja, Mischa’el und Asarja taten [Daniel 1:6-20], die vertrauten und sagten: ‚Hier ist unser Gott‘, was bedeutet, dass sie dem Schöpfer vertrauten, dass er sie mit Sicherheit aus dem Feuerofen erlösen würde [weil sie sich weigerten, sich vor dem Bild des Königs von Babylon zu verneigen]. Doch er sagt, dass es nicht so ist. Komm und sieht, wenn der Schöpfer sie nicht errettet und mit ihnen eins wird, wird sein Name nicht in den Augen aller geheiligt werden. Aber nachdem sie wussten, dass sie nicht richtig gesprochen hatten, fügten sie hinzu: „Aber selbst wenn Er es nicht tut, sollst Du König wissen.’ Das heißt, sie sagten: ‘Ob Er nun rettet oder nicht, du sollst wissen, dass wir uns nicht vor dem Götzen verneigen werden.’

2

„Ein Mensch aber soll nicht [bloß] vertrauen und sagen: Der Schöpfer wird uns erretten, oder: Der Schöpfer wird mir dies und das tun. Vielmehr setze er sein Vertrauen auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft, wie es nötig ist – sofern er sich um die Gebote der Tora müht und sich bemüht, auf dem Weg der Wahrheit zu gehen. Und da der Mensch, der kommt, um sich zu reinigen, Hilfe empfängt, so vertraue er darin auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft; und er vertraue auf Ihn und setze sein Vertrauen auf keinen anderen außer Ihm. Darüber steht geschrieben: ‚Dessen Stärke in Dir ist‘.“

אלא לא יבטח אדם ויאמר, הקב"ה יצילנו, או הקב"ה יעשה לי כך וכך, אלא ישים מבטחו בהקב"ה, שיעזור לו כמו שצריך, כאשר ישתדל במצות התורה, וישתדל ללכת בדרך האמת. וכיון שאדם בא לטהר, עוזרים לו, ובזה יבטח בהקב"ה, שהוא יעזור אותו, ויבטח בו ולא ישים מבטחו באחר זולתו, ועל זה כתוב "עוז לו בך".

„Ein Mensch sollte nicht zuversichtlich sein und sagen: ‚Der Schöpfer, gelobt sei Er, wird uns retten‘ oder ‚Der Schöpfer wird mir dies und das tun‘, sondern er sollte sein Vertrauen in den Schöpfer setzen, dass Er ihm helfen wird, wie es notwendig ist, wenn er sich bemüht, die Gebote der Tora zu befolgen und auf dem Pfad der Wahrheit zu wandeln. Und wenn jemand kommt, um sich zu reinigen, wird ihm geholfen. Dabei sollte er dem Schöpfer vertrauen, dass er ihm hilft. Er sollte sein Vertrauen auf Ihn setzen und keinem anderen als Ihm vertrauen. Darüber steht geschrieben: „Seine Stärke ist in dir.”

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„‚Pfade in ihren Herzen‘ (Psalm 84,6) bedeutet, dass er sein Herz richtig bereiten soll, sodass kein fremder Gedanke in ihm aufkommt, sondern es wie jener gebahnte Pfad sei, auf dem man überallhin gelangt, wohin man muss – sowohl nach rechts als auch nach links. ‚Und so sei sein Herz‘ – das heißt: Ob der Schöpfer ihm Gutes tut oder das Gegenteil, sei sein Herz bereit und gefestigt, am Schöpfer unter keinen Umständen der Welt zu zweifeln.“

"מסילות בלבבם". פירושו, שיעשה את לבו כראוי, שלא יבוא בו הרהור זר, אלא כאותה מסילה המתוקנת לעבור בה, לכל מקום שצריכים, הן לימין והן לשמאל. "וכן יהיה לבו", כלומר, שבין אם הקב"ה יעשה עמו טובה או להיפך, יהיה לבו מוכן ומתוקן, שלא יהרהר אחר הקב"ה בשום פנים שבעולם.

„‚Pfade in ihren Herzen‘ bedeutet, dass man sein Herz richtig ausrichten soll, damit kein fremder Gedanke in ihm aufkommt, sondern genau wie jener ordnungsgemäße Pfad, den man beschreiten sollte, um überall hin zu gelangen, sei es nach rechts oder nach links. „Und so soll sein Herz sein“, das heißt, ob der Schöpfer ihm nun Gutes tut oder das Gegenteil, sein Herz sollte bereit und korrigiert sein, den Schöpfer unter keinen Umständen in Frage zu stellen.

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„Eine andere Auslegung: ‚Glücklich der Mensch, dessen Stärke in Dir ist.‘ Das ist, wie wenn du sagst: ‚Der Ewige wird Seinem Volk Stärke geben‘ (Psalm 29,11) – das bedeutet die Tora. ‚Dessen Stärke in Dir ist‘ bedeutet, dass der Mensch sich mit der Tora um des Namens des Schöpfers willen befassen soll, das heißt der Shechina, die ‚Name‘ genannt wird. Denn jeder, der sich mit der Tora befasst und sich nicht um Ihretwillen müht, dem wäre besser, er wäre nicht geschaffen worden. ‚Pfade in ihren Herzen‘ ist, wie wenn du sagst: ‚Macht Bahn dem, der in den Himmeln einherfährt, dessen Name der Ewige ist‘ (Psalm 68,5) – das bedeutet, den, der in den Himmeln einherfährt, zu erhöhen.“

דבר אחר, "אשרי אדם עוז לו בך". הוא כמו שאתה אומר, "ה' עוז לעמו יתן", שפירושו תורה. "עוז לו בך", פירושו, שהאדם צריך לעסוק בתורה לשמו של הקב"ה, דהיינו השכינה, שנקראת שם, כי כל מי שעוסק בתורה ואינו משתדל לשמה, טוב לו שלא היה נברא. "מסילות בלבבם" הוא כמו שאתה אומר, "סולו לרוכב בערבות ביה שמו", שפירושו, לרומם לרוכב בערבות.

„Und noch etwas: ‚Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in Dir liegt.‘ Es ist so, wie wenn du sagst: ‚Der Ewige wird seinem Volk Stärke geben‘, womit die Tora gemeint ist. Seine Stärke ist in dir‘ bedeutet, dass man sich mit der Tora um des Schöpfers willen beschäftigen soll, d.h. der Shechina [Schöpfers Gegenwart], welche ‚Name‘ genannt wird, denn wer sich mit der Tora beschäftigt und nicht liShma [um Ihretwillen] beabsichtigt, für den ist es besser, nicht geboren worden zu sein. ‘Pfade in ihren Herzen‘ bedeutet, wie wenn du sagst: ‚Bereitet den Weg für den Reiter in der Wüste, dessen Name der Ewige ist‘, was bedeutet, den Reiter in der Wüste, zu preisen.

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Und ebenso bedeutet ‚Pfade in ihren Herzen‘: dass seine Absicht bei jener Tora, mit der er sich befasst, darin liegt, den Schöpfer zu erhöhen und Ihn in der Welt geehrt und bedeutend zu machen. Das heißt, er richtet sein Herz darauf, durch das Studium seiner Tora die Fülle der Erkenntnis auf sich und die ganze Welt herabzuziehen, damit der Name des Schöpfers in der Welt groß wird, wie geschrieben steht: ‚Und die Erde wird voll Erkenntnis des Ewigen sein‘ (Jesaja 11,9). Und dann wird sich erfüllen: ‚Und der Ewige wird König sein über die ganze Erde‘ (Sacharja 14,9).

וכן "מסילות בלבבם" פירושו, שאותה התורה שהוא עוסק בה, תהיה כוונתו לרומם את הקב"ה, ולעשותו מכובד וחשוב בעולם, דהיינו, שיכוון בלבו, שבעסק תורתו ימשיך שפע הדעת לו ולכל העולם, כדי ששמו של הקב"ה יתגדל בעולם, כמו שכתוב "ומלאה הארץ דעה את ה'". ואז יקויים "והיה ה' למלך על כל הארץ".

„Sich mit der Tora beschäftigen, mit der Absicht, den Schöpfer zu preisen und Ihm in der Welt Ansehen und Bedeutung zu verschaffen“, bedeutet, sein Herz so auszurichten, dass seine Beschäftigung mit der Tora, ihm und der ganzen Welt eine Fülle von Wissen bringt, damit der Name des Schöpfers in der Welt wächst, wie es geschrieben steht: „Und die Erde wird voll sein von der Erkenntnis des Ewigen.’ Dann werden die Worte ‚Und der Ewige wird König sein über die ganze Erde‘ wahr werden.“

6

Nach dem oben Gesagten ist das Wesen des Vertrauens schwer zu verstehen, das der Heilige Sohar uns erklärt, wenn er sagt: ‚Ein Mensch aber soll nicht vertrauen und sagen: Der Schöpfer wird uns erretten‘ oder ‚Der Schöpfer wird mir dies und das tun‘. Wir sehen doch: Wenn jemand seinen Mitmenschen um einen Gefallen bittet und dieser Mensch sein Freund ist und er weiß, dass er ein gutes Herz hat, dann vertraut er darauf, dass dieser Mensch seine Bitte erfüllt. Wie aber lässt sich sagen, dass er auf Ihn vertraut, selbst wenn Er seine Bitte nicht erfüllt, wie geschrieben steht: ‚Ein Mensch aber soll nicht vertrauen und sagen: Der Schöpfer wird uns erretten‘?

ולפי הנ"ל קשה להבין את ענין הבטחון, מה שהזהר הקדוש מפרש לנו, ואומר "אלא לא יבטח אדם ויאמר הקב"ה יצילנו", או "הקב"ה יעשה לי כך וכך". הלא אנו רואים, אם מי שהוא מבקש מחבירו, שיעשה לו איזה טובה, ואם האדם הזה הוא ידיד שלו, ויודע שיש לו לב טוב, אז הוא בוטח באדם זה שיעשה את מבוקשו. אבל איך שייך לומר שהוא בוטח בו, אפילו שלא יעשה את מבוקשו, כמו שכתוב "אלא לא יבטח אדם ויאמר, הקב"ה יצילנו".

Nach dem oben Gesagten ist es schwierig, das Vertrauen zu verstehen, das der Heilige Sohar für uns in seiner Auslegung nahe bringt: „Man sollte jedoch nicht vertrauen und sagen: ‚Der Schöpfer wird mich retten‘ oder ‚Der Schöpfer wird dies und das für mich tun'“, denn wir sehen, wenn jemand seinen Freund um einen Gefallen bittet und dieser Mensch sein Freund ist und weiß, dass er ein gütiges Herz hat, dann vertraut er ihm, dass er tut, worum er bittet. Aber wie kann man sagen, dass er ihm auch dann vertraut, wenn er nicht tut, worum er ihn bittet, wenn doch geschrieben steht: „Der Mensch soll nicht vertrauen und sagen: ‚Der Schöpfer wird mich retten'“?

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Und noch etwas ist schwer zu verstehen, wenn er sagt: ‚Und er setze sein Vertrauen auf keinen anderen außer Ihm‘, und darüber steht geschrieben: ‚Dessen Stärke in Dir ist‘. Das gilt es zu verstehen. Denn einerseits sagt er, man soll nicht sagen, der Schöpfer wird ihn erretten – das heißt, das Vertrauen muss selbst dann bestehen, wenn Er ihn nicht errettet, gleich Chananja. Was lässt sich dann angesichts des Zweifels davon sagen, er soll ‚auf keinen anderen vertrauen‘, was doch nahelegt, dass ein anderer ihm sicher helfen und ihn erretten würde?

ועוד קשה להבין במה שאומר, "ולא ישים מבטחו באחר זולתו". ועל זה כתוב "עוז לו בך". וזה צריכים להבין. כי מצד אחד הוא אומר, שלא יאמר "שהקב"ה יצילנו", שפירושו, שהבטחון צריך להיות אפילו כשאינו מצילו, כעין חנניה. ומה שייך לומר אז על הספק, "שלא יבטח באחר", שמשמע שאחר בודאי יעזור ויציל אותו.

Ein weiterer verwirrender Punkt ist, dass er sagt: „Er sollte kein Vertrauen auf … keinen anderen als Ihn setzen.“ Es steht darüber geschrieben: „Seine Stärke ist in Dir.“ Das müssen wir verstehen, denn einerseits sagt er, dass er nicht sagen soll, dass der Schöpfer ihn retten wird, was bedeutet, dass man auch dann Vertrauen haben soll, wenn er ihn nicht rettet, wie Chananja. Wie können wir dann von dem Zweifel sprechen, dass er keinem anderen vertrauen soll, was bedeutet, dass ein anderer ihm sicher helfen und ihn retten wird?

8

Das heißt, als gäbe es jemanden, der ihn sicher erretten könnte, ohne jeden Zweifel. Und darum bestünde ein Verbot, auf einen anderen zu vertrauen, sondern man darf sich allein auf den Schöpfer verlassen, obwohl man nicht weiß, ob der Schöpfer ihn errettet, wie oben. Wie aber lässt sich sagen, dass es jemanden gibt, der ihn erretten könnte? Er bringt doch das Beispiel von Chananja, Mischael und Asarja – und wie lässt sich dort sagen, sie sollen ‚auf keinen anderen vertrauen‘, was nahelegt, als gäbe es jemanden in der Welt, der sie aus dem Feuerofen erretten könnte? Lässt sich so etwas sagen?

זאת אומרת, כאילו יש מי שהוא, שכן יכול להצילו בודאי, בלי שום ספק. ולכן יש איסור לבטוח באחר, רק שיבטיח עצמו בה', אף על פי שאינו יודע אם ה' יצילו כנ"ל. ואיך שייך לומר, שיש מי שהוא, שיכול להצילו, הלא מביא דוגמא מחנניה מישאל ועזריה, ושם איך שייך לומר, שלא יבטחו באחר, משמע כאילו שיש מי שהוא בעולם, שיכול להציל אותם מכבשן האש, היתכן לומר כך.

Das heißt, es ist so, als gäbe es jemanden, der ihn ganz sicher retten kann, und deshalb ist es verboten, jemand anderem als dem Schöpfer zu vertrauen, obwohl er nicht weiß, ob Er ihn retten kann. Wie kann man sagen, dass es jemanden gibt, der ihn retten kann? Er führt das Beispiel von Chananja, Mischa’el und Asarja an. Wie kann man da sagen, dass sie keinem anderen vertrauen sollen, als gäbe es jemanden auf der Welt, der sie aus dem Feuerofen retten kann? Kann man das sagen?

9

Um die Worte des Heiligen Sohar zu verstehen, müssen wir das Ziel der Schöpfung voranstellen. Es gibt nämlich ein Ziel vonseiten des Schöpfers – das, was der Schöpfer von der Schöpfung wollte. Und es gibt auch ein Ziel vonseiten der Geschöpfe – also das Ziel, das die Geschöpfe erreichen müssen, sodass man sagen kann, sie sind zu ihrem Ziel gelangt, dem, wozu sie geschaffen wurden.

וכדי להבין את דברי הזה"ק, צריכים להקדים את מטרת הבריאה, היינו שיש מטרה מצד הבורא, מה שהבורא רצה מהבריאה. וגם יש מטרה מצד הנבראים, היינו לאיזה מטרה הנבראים צריכים להגיע, שנגיד, שהם באו להמטרה שלהם, היינו לשם מה שהם נבראו.

Um die Worte des Heiligen Sohar zu verstehen, müssen wir uns zunächst an den Schöpfungszweck erinnern. Das bedeutet, dass es ein Ziel von Seiten des Schöpfers gibt, das er sich von der Schöpfung wünschte. Und es gibt auch ein Ziel auf Seiten der Geschöpfe, also das Ziel, das die Geschöpfe erreichen müssen, so dass wir sagen können, dass sie für ihr Ziel gekommen sind, also den Grund, warum sie erschaffen wurden.

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Und es ist bekannt, dass das Ziel vonseiten des Schöpfers dieses ist: Da Sein Verlangen ist, Seinen Geschöpfen wohlzutun, hat Er die Geschöpfe geschaffen, um ihnen Gutes und Wonne zu geben. Und da Er wollte, dass das Gute, das Er ihnen gibt, vollkommen ist, schuf Er eine Korrektur: Bevor die Geschöpfe um des Gebens willen empfangen können, sollen sie keinerlei Fülle empfangen, die ‚Gutes und Wonne‘ genannt wird. Und das hat den Grund, dass es die Natur des Zweiges ist, seiner Wurzel zu gleichen. Da nun die Wurzel der Geschöpfe das Geben an die Geschöpfe ist, würden die Geschöpfe, wenn sie sich mit dem Empfangen befassen, ein Unbehagen empfinden.

וזה ידוע, שהמטרה מצד הבורא היא, היות שרצונו להטיב לנבראיו, לכן ברא את הנבראים בכדי לתת להם טוב ועונג. והיות שרצה שההטבה שהוא נותן להם, תהיה בה שלימות. לכן עשה תיקון, שמטרם שהנבראים יכלו לקבל בעל מנת להשפיע, לא יקבלו שום שפע, הנקרא טוב ועונג. וזהו מטעם, שמטבע הענף להדמות לשורשו. והיות שהשורש של הנבראים הוא להשפיע להנבראים, לכן בזמן שהנבראים יעסקו בקבלה, הם ירגישו אי נעימות.

Es ist bekannt, dass es aus der Perspektive des Schöpfers das Ziel ist, dass Er Seinen Geschöpfen Freude bereiten möchte. Deshalb hat Er die Geschöpfe erschaffen, um ihnen Freude und Genuss zu geben. Und da Er möchte, dass der Nutzen, den Er ihnen gibt, vollkommen ist, hat Er eine Korrektur vorgenommen, die besagt, dass die Geschöpfe vor dem Geben keine Fülle empfangen können, die „Freude und Genuss“ genannt wird. Das ist so, weil die Natur des Zweigs der Natur seiner Wurzel ähnelt. Und weil die Wurzel der Geschöpfe darin besteht, den Geschöpfen zu geben, empfinden die Geschöpfe, wenn sie sich mit dem Empfangen beschäftigen, Unbehagen.

11

Und deshalb geschah eine Korrektur, Zimzum (Einschränkung) und Massach (Schirm) genannt: Nur dadurch, dass die Geschöpfe um des Gebens willen empfangen, können sie das Gute und die Wonne genießen, die im Schöpfungsgedanken lagen. Und das Ziel der Geschöpfe ist, dass sie zum Aspekt der Anhaftung (Dwekut) gelangen müssen, die ‚Gleichheit der Form‘ genannt wird. Das heißt: So wie der Schöpfer Seinen Geschöpfen wohltun will, so müssen auch die Geschöpfe dahin gelangen, dass ihr ganzes Verlangen ist, dem Schöpfer wohlzutun.

ומשום זה נעשה תיקון, המכונה צמצום ומסך, שרק ע"י זה שהנבראים יקבלו בעמ"נ להשפיע, אז הם יכולים להנות מהטוב ועונג שהיה במחשבת הבריאה. ומטרת הנבראים היא, שהם צריכים להגיע לבחינת דביקות, המכונה השתוות הצורה, דהיינו, כמו שהבורא רוצה להטיב לנבראיו, כמו כן צריכים הנבראים גם כן להגיע, שיהיה כל רצונם להטיב לה'.

Daher wurde eine Korrektur vorgenommen, die Zimzum und Massach genannt wird, denn nur durch sie können die Geschöpfe empfangen, um zu geben, und dann können sie die Freude und den Genuss genießen, die im Schöpfungsgedanken lagen. Der Zweck der Geschöpfe ist, dass sie Dwekut [Anhaftung] erreichen, was „Gleichheit der Form“ genannt wird. Das heißt, so wie der Schöpfer seinen Geschöpfen Freude bereiten will, sollen auch die Geschöpfe einen Zustand erreichen, in dem ihr einziger Wunsch darin besteht, dem Schöpfer zu geben.

12

Und deshalb müssen jene Menschen, die auf den Weg der Wahrheit treten wollen, um zum Aspekt der Dwekut zu gelangen, sich daran gewöhnen, dass all ihr Denken, Reden und Handeln auf die Absicht gerichtet ist, dass aus dieser Arbeit – dem Erfüllen der Mizwot und dem Studium der Tora – dem Schöpfer Wohlgefallen erwächst. Und es ist ihnen verboten, die Rechnung aufzumachen, was sie vom Schöpfer dafür empfangen könnten, dass sie Ihm Wohlgefallen bereiten wollen. Das heißt, es darf ihnen nicht in den Sinn kommen, was der Schöpfer ihnen geben wird, sodass sie die Fähigkeit hätten, etwas aus dem Bereich des Schöpfers in ihren eigenen Bereich zu überführen. Denn das würde sie dazu bringen, zwei Herrschaftsbereiche zu schaffen – den Bereich des Schöpfers und den Bereich der Geschöpfe –, was das Gegenteil von Dwekut ist; denn Dwekut bedeutet Vereinigung, dass aus zwei Dingen ein einziges wird, indem sie sich miteinander vereinen.

ומשום זה, אלה אנשים שרוצים להכנס לדרך האמת, שיגיעו לבחינת הדביקות, צריכים להרגיל עצמם, שכל המחשבה דיבור ומעשה שלהם יהיו על הכוונה, שע"י זה שהם עושים מעשי המצות ועוסקים בתורה, תצמח מהעבודה זו נחת רוח להבורא, ואסור להם לעשות חשבון, מה שהם יכולים לקבל מהבורא, עבור זה שהם רוצים לתת לו נחת רוח, זאת אומרת, שלא יעלו על מחשבותיהם, מה הבורא יתן להם, שתהיה להם היכולת להוציא מרשותו של הבורא לרשות שלהם, שזה יגרום להם שיעשו שתי רשויות, היינו רשות הבורא ורשות של הנבראים, שזהו ההיפך מבחינת הדביקות, שדביקות פירושו יחוד, שמשני דברים נעשה דבר אחד, בזמן שהם מתאחדים זה בזה.

Aus diesem Grund müssen sich diejenigen, die den Pfad der Wahrheit betreten und Dwekut erreichen wollen, daran gewöhnen, dass jeder Gedanke, jedes Wort und jede Handlung die Absicht hat, dem Schöpfer durch die Mizwot, die sie tun, und die Tora, mit der sie sich beschäftigen, Zufriedenheit zu bringen. Sie dürfen nicht daran denken, was sie vom Schöpfer empfangen können, wenn sie ihm Zufriedenheit bereiten wollen. Das heißt, sie dürfen nicht denken: „Was wird mir der Schöpfer geben?“, was bedeutet, dass sie die Herrschaft des Schöpfers in ihre eigene verwandeln können. Das würde dazu führen, dass sie zwei Herrschaften erschaffen: eine Herrschaft des Schöpfers und eine Herrschaft der Geschöpfe, was das Gegenteil von Dwekut ist, denn Dwekut bedeutet Vereinigung, wenn zwei Dinge eins werden, weil sie sich miteinander vereinen.

13

Zwei Herrschaftsbereiche dagegen bedeuten Trennung. Und dadurch, dass sie an sich selbst denken – nämlich etwas vom Schöpfer in ihren eigenen Bereich zu empfangen –, werden sie durch dieses Empfangen noch getrennter, als sie es bisher waren.

מה שאין כן שתי רשויות זהו פירוד. ובזה שהם חושבים על עצמם, היינו לקבל משהו מהבורא לתוך הרשות שלהם, נמצא, מהקבלה זו הם נעשים יותר נפרדים, מכפי שהיו עד עכשיו.

Umgekehrt bedeuten zwei Herrschaften eine Trennung. Dieses Empfangen, wenn sie an sich selbst denken, etwas vom Schöpfer in ihre eigene Herrschaft zu empfangen, macht sie noch getrennter, als sie es bisher waren.

14

Und damit verstehen wir die Worte des Heiligen Sohar, der über den Vers ‚Und die Güte der Völker ist Sünde‘ (Sprüche 14,34) sagt: weil ‚all das Gute, das sie tun, sie für sich selbst tun‘. Da erhebt sich die Frage: Warum genügt es nicht zu sagen, dass sie keinen Lohn dafür empfangen, wenn sie sich mit Güte (Chessed) befassen – also mit Werken des Gebens, indem sie Gutes tun? Weil ihre Absicht nicht der Tat der Güte selbst gilt, sondern dem Entgelt, das sie dafür empfangen werden – das wird ‚für sich selbst‘ genannt. Das heißt, dass sie sich mit Güte nicht in der Absicht befassen, dem anderen Gutes zu tun, sondern ihre Absicht ist: Dadurch, dass sie dem anderen etwas Gutes tun, sollen sie irgendein Entgelt empfangen. Ob sie Geld oder Ehre und dergleichen empfangen, ist nicht wesentlich – Hauptsache, sie empfangen ein Entgelt für ihr Verlangen zu empfangen.

ובזה מובן לנו דברי הזה"ק, שאמרו על פסוק "וחסד לאומים חטאת", משום ש"כל טיבו דעובדין לגרמייהו עובדין". ומתעוררת השאלה, מדוע כשהם עוסקים בחסד, היינו שעוסקים בדברים דלהשפיע, שעושים חסד, ומדוע לא די שנגיד, שלא מקבלים שכר על זה, משום שאין כוונתם למעשה החסד, אלא כוונתם על התמורה שהם יקבלו תמורת זה, שזה נקרא "לגרמייהו", שפירושו, שעוסקים בחסד הוא לא על הכוונה לעשות טוב להשני, אלא כוונתם הוא, שע"י זה שעושים דבר טוב להשני, הם יקבלו איזה תמורה, לא חשוב שיקבלו כסף או כבוד וכדומה, העיקר שיקבלו תמורה עבור הרצון לקבל שלהם.

So verstehen wir die Worte des Heiligen Sohar, die zu dem Vers sagt: „Sünde ist eine Schande für jedes Volk, denn ‚Alles Gute, das sie tun, tun sie für sich selbst.’” Das wirft die Frage auf: „Warum reicht es nicht aus zu sagen, dass sie nicht belohnt werden, wenn sie sich mit Vorhaben der Barmherzigkeit beschäftigen – das heißt, wenn sie geben und Gutes tun –, denn ihre Absicht ist nicht die Tat der Barmherzigkeit, sondern die Belohnung, die sie dafür empfangen, was „für sich selbst“ genannt wird? Das heißt, sie beschäftigen sich mit der Barmherzigkeit nicht mit der Absicht, einem Anderen Gutes zu tun, sondern mit der Absicht, dass das Gute, das sie für einen Anderen tun, ihnen eine Gegenleistung bringt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Geld oder Ehre handelt, solange sie die Belohnung für ihren Willen zum Empfangen erhalten.

15

Doch man muss verstehen: Da das Wort ‚Sünde‘ nahelegt, dass es besser gewesen wäre, hätten sie die Güte nicht getan – lässt sich so etwas sagen? Es liegt doch keinerlei Vergehen darin, Güte zu üben. Warum also wird dies ‚Sünde‘ genannt?

אבל צריכין להבין, היות שמכאן משמע, משאמר "חטאת", שהיה יותר טוב אם לא היו עושים את החסד. היתכן לומר כן, הלא אין שום עבירה בזה שעושים חסד. אם כן מדוע נקרא זה "חטאת".

Wir sollten jedoch verstehen, dass das Wort „Sünde“ andeutet, dass es besser wäre, wenn sie die Barmherzigkeit nicht tun würden. Kann man so etwas sagen? Schließlich ist es kein Verbrechen, barmherzig zu sein, warum wird es dann als Sünde bezeichnet?

16

Nach dem, was wir erklärt haben, gilt für Menschen, die auf dem Weg der Wahrheit gehen wollen – also der Dwekut an den Schöpfer gewürdigt werden und die Gleichheit der Form anstreben –: Solange sie sich im ‚Sitze und tue nichts‘ befinden und nichts in ihre Empfangsgefäße hineinfordern, vollbringen sie keine Handlung, die sie vom Schöpfer entfernte.

ולפי מה שהסברנו, באנשים שרוצים ללכת בדרך האמת, היינו לזכות לדביקות ה', שרוצים בהשתוות הצורה, נמצא, כשהם ב"שב ואל תעשה", לא דורשים שום דבר לתוך כלי קבלה שלהם, אם כן אין הם עושים שום פעולה שיתרחקו מה'.

Nach dem, was wir über Menschen erklärt haben, die auf dem Weg der Wahrheit wandeln wollen, d.h. die mit Dwekut an den Schöpfer belohnt werden wollen, die nach Gleichheit der Form streben, folgt, dass wenn sie „sitzen und nichts tun“, nichts für ihre Gefäße des Empfangens fordern. Sie tun also nichts, um sich vom Schöpfer zu entfernen.

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Anders, wenn sie irgendeine Handlung der Güte vollbringen: Dann zeigt sich, dass sie damit bitten, der Schöpfer möge ihnen ein Entgelt in ihre Empfangsgefäße geben. Es zeigt sich also, dass sie etwas fordern, das sie vom Schöpfer trennen würde. Und demnach wird die Güte ‚Sünde‘ genannt. (Doch das bezieht sich nicht auf Tora und Mizwot; denn über Tora und Mizwot sagten unsere Weisen: ‚Stets befasse sich der Mensch mit der Tora, auch nicht um Ihretwillen (lo liShma), denn aus dem lo liShma gelangt man zum liShma.‘)

מה שאין כן כשעושים איזו פעולה של חסד, נמצא, שע"י זה הם מבקשים שהקב"ה יתן להם איזו תמורה לתוך כלי קבלה שלהם. נמצא, שהם דורשים דבר שיפריד אותם מה'. ולפי זה נקרא החסד "חטאת" (אבל אין הכוונה על תורה ומצות, כי בתורה ומצות, אמרו חז"ל, "לעולם יעסוק אדם בתורה שלא לשמה, כי מתוך שלא לשמה באים לשמה").

Aber wenn sie eine barmherzige Tat ausführen, bitten sie den Schöpfer, ihnen eine Gegenleistung in ihre Gefäße des Empfangens zu geben. Daraus folgt, dass sie um etwas bitten, das sie vom Schöpfer trennen wird. Deshalb wird die Barmherzigkeit als Sünde bezeichnet (aber das bezieht sich nicht auf Tora und Mizwot, denn in Bezug auf Tora und Mizwot sagten unsere Weisen: „Man sollte sich immer mit Tora und Mizwot lo liShma [nicht um Ihretwillen] beschäftigen, denn von lo liShma kommen wir zu liShma [um Ihretwillen]“).

18

Doch nach der Regel, dass sich ohne Genuss keine Handlung vollbringen lässt – wie kann man dann um des Gebens willen wirken und nichts in den eigenen Bereich als Entgelt empfangen, sondern sich Ihm gegenüber annullieren und den eigenen Bereich auflösen, sodass nur noch der eine Bereich bleibt, der Bereich des Schöpfers? Was also ist der Treibstoff, der ihnen die Kraft zur Arbeit gibt, sodass sie um des Gebens willen wirken können?

אולם לפי הכלל, בלי תענוג אי אפשר לעשות שום פעולה, אם כן איך יכולים לעבוד בעמ"נ להשפיע ולא לקבל לרשות של עצמו שום תמורה, אלא להיבטל אליו ולבטל את רשות של עצמו, ולא ישאר רק רשות היחיד, היינו רשותו של הקב"ה. אם כן מהם החומרי דלק שיתנו להם כח עבודה, שיוכלו לעבוד בעמ"נ להשפיע.

Doch wie können wir nach der Regel, dass es unmöglich ist, etwas ohne Genuss zu tun, arbeiten, um zu geben und keine Gegenleistung in unsere eigene Herrschaft empfangen, sondern uns Ihm gegenüber annullieren und unsere eigene Herrschaft aufheben, so dass nur eine einzige Herrschaft bleibt, nämlich die des Schöpfers? Was ist der Treibstoff, der ihnen die Kraft zur Arbeit gibt, damit sie arbeiten können um zu geben?

19

Der Treibstoff, der die Kraft zur Arbeit gibt, muss vielmehr daraus entstehen, dass der Mensch dem König dient – und das nach Maßgabe der Bedeutung des Königs. Denn der Schöpfer hat in die Natur die Kraft gelegt, dass ein großer Genuss darin liegt, einem bedeutenden Menschen zu dienen. Und je nach der Bedeutung des Königs empfindet der Mensch den Genuss. Das heißt: Spürt der Mensch, dass er einem großen König dient, so wächst in eben diesem Maß sein Genuss. Darum empfängt er, je bedeutender der König ist, umso mehr Freude und Genuss aus seinem Dienst.

אלא החומר דלק, שיתן כח לעבודה, צריך להיות מזה שהאדם משמש את המלך. ולפי חשיבותו של המלך. היות שהקב"ה נתן כח בהטבע, שיש תענוג גדול מזה שמשמשים אדם חשוב. ולפי חשיבותו של המלך, כן האדם מרגיש את התענוג. זאת אומרת, אם האדם מרגיש שהוא משמש מלך גדול, בשיעור זה מתגדלת הנאה שלו. לכן כל כמה שהמלך חשוב ביותר, כן הוא מקבל יותר הנאה ותענוג מעבודתו.

Der Treibstoff, der die Kraft zur Arbeit gibt, sollte aus dem Dienst am König kommen, und zwar entsprechend der Wichtigkeit des Königs, denn der Schöpfer hat der Natur eine Macht gegeben, dass wir großen Genuss daraus ziehen, einem wichtigen Menschen zu dienen. So empfindet der Mensch Genuss entsprechend der Bedeutung des Königs. Das heißt, wenn er also das Gefühl hat, einem großen König zu dienen, wächst sein Genuss in dem Maße von dessen Wichtigkeit. Deshalb hat er umso mehr Freude und Genuss an seiner Arbeit, je wichtiger der König ist.

20

Und dieser Genuss, den er aus seinem Dienst am König empfängt, besteht darin: Je größer der König, desto mehr will er sich Ihm gegenüber annullieren. Es zeigt sich, dass aller Genuss und alle Freude, die er empfängt, nicht in den Bereich des Menschen eingehen; vielmehr will er sich nach Maßgabe der Größe und Bedeutung des Königs in eben diesem Maß dem König gegenüber annullieren. Und es gibt hier nur einen einzigen Bereich, der ‚Herrschaft des Einen‘ (Reshut haJachid) genannt wird.

ותענוג זה שמקבל משמושו של המלך הוא, שכל מה שהמלך גדול ביותר, הוא רוצה יותר להיבטל אליו. נמצא, כל הנאה ותענוג שהוא מקבל, לא נכנס לרשותו של אדם, אלא לפי גדלותו וחשיבותו של מלך, בשיעור זה הוא רוצה להיבטל להמלך. ואין כאן אלא רשות אחת, הנקראת רשות היחיד.

Der Genuss, den er empfängt, wenn er dem König dient, besteht darin, dass er, je größer der König ist, sich umso mehr vor ihm annullieren möchte. Daraus folgt, dass all die Freude und die Genüsse, die er empfängt, nicht in die Herrschaft des Menschen eingehen, sondern gemäß der Wichtigkeit und Größe des Königs möchte er sich in dem Maße annullieren. Es gibt hier also nur eine einzige Herrschaft, die „singuläre Herrschaft“ genannt wird.

21

Anders, wenn er irgendein Entgelt vom König für seine Arbeit empfangen will: Dann hat er zwei Bereiche, voneinander getrennt. Es zeigt sich, dass der Mensch, statt zur Dwekut an den Schöpfer zu gelangen, zur Trennung vom Schöpfer gelangt – das ist genau der entgegengesetzte Weg zu dem Ziel, das die Geschöpfe erreichen sollen.

מה שאין כן כשהוא רוצה לקבל איזו תמורה מהמלך עבור עבודתו, יש לו אז שתי רשויות, נפרדות זו מזו. נמצא, במקום שהאדם צריך להגיע לדביקות ה', הוא מגיע לפירוד מה', שהוא ממש דרך הפוך מהמטרה, שהנבראים צריכים להגיע אליה.

Wenn er aber eine Belohnung vom König für seine Arbeit empfangen will, dann hat er zwei voneinander getrennte Herrschaften. Daraus folgt, dass der Mensch dort, wo er Dwekut an den Schöpfer erreichen sollte, die Trennung vom Schöpfer erreicht, was das vollkommene Gegenteil von dem Ziel ist, das die Geschöpfe erreichen sollten.

22

Es zeigt sich also, dass der Grund, der ihm die Kraft zur Arbeit gibt, allein dieser ist: dass er dem König geben kann. Doch bevor der Mensch zur Empfindung der Größe des Schöpfers gelangt ist, hat er Kämpfe mit dem Körper, da dieser nicht einwilligt, ohne Entgelt zu arbeiten. Und aus dem Grund zu arbeiten, dass ein großer Genuss im Dienst am König liegt – das hat er nicht, weil ihm die Empfindung der Größe des Königs fehlt. Und wahrer noch: weil ihm der Glaube fehlt, nämlich zu glauben, dass es einen König in der Welt gibt.

נמצא, הסיבה שנותנת לו כח העבודה, היא רק זה שיכול להשפיע להמלך. אבל מטרם שהאדם הגיע לידי הרגשת גדלות ה', אז יש לו מלחמות עם הגוף, היות שהוא לא מסכים לעבוד בלי תמורה. ולעבוד מטעם שיש תענוג גדול, בזה שמשמש את המלך, זה אין לו, מטעם שחסרה לו הרגשת גדלות המלך. ויותר אמת הוא, מטעם שחסרה לו אמונה, היינו להאמין שיש מלך בעולם.

Daraus folgt, dass der Grund, der ihm Kraft zur Arbeit gibt, nur der ist, dass er dem König geben kann. Doch bevor man einen Zustand erreicht hat, in dem er die Größe des Schöpfers spürt, steht er mit dem Körper auf Kriegsfuß, denn er ist nicht damit einverstanden, ohne Belohnung zu arbeiten, und er kann nicht arbeiten, weil er den großen Genuss, dem König zu dienen, nicht spürt, da ihm das Gefühl für die Größe des Königs fehlt. Mehr noch, es fehlt ihm der Glaube, also der Glaube, dass es einen König in der Welt gibt.

23

Und wie unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 2): ‚Wisse, was über dir ist – ein sehendes Auge, ein hörendes Ohr, und alle deine Taten werden in ein Buch geschrieben.‘ Wenn er den Glauben hat, dass es einen Wächter in der Welt gibt, dann beginnen die Berechnungen über dessen Größe und Bedeutung. Und sobald er den Glauben hat, dass es einen Wächter in der Welt gibt, bringt ihm dieser Glaube bereits die Empfindung der Bedeutung – auch wenn er keine Berechnung über die Größe des Schöpfers anstellt; dennoch hat er bereits Kraft zur Arbeit, um dem Schöpfer zu dienen.

וכמו שאמרו חז"ל (אבות פרק ב') וזה לשונם, "דע מה למעלה ממך, עין רואה ואוזן שומעת וכל מעשיך בספר נכתבים. וכשיש לו אמונה, שיש משגיח בעולם, אז מתחילים החשבונות, מה גודלו וחשיבותו. ובזמן שיש לו אמונה, שיש משגיח בעולם, האמונה הזאת כבר מביא לו הרגשת החשיבות, אפילו שהוא לא עושה חשבון על גדלותו של ה', מכל מקום יש לו כבר כח עבודה לשמש לה'".

Und es ist so wie unsere Weisen sagten (Avot, Sprüche der Väter, Kapitel 2): „Wisse, was über dir ist. Ein sehendes Auge und ein hörendes Ohr, und alle deine Arbeiten sind in dem Buch beschrieben. Wenn er einen Glauben hat, dass es einen Aufseher in der Welt gibt, beginnen die Berechnungen über seine Größe und Bedeutung. Wenn er den Glauben hat, dass es einen Aufseher in der Welt gibt, bringt ihm dieser Glaube das Gefühl der Wichtigkeit, auch wenn er die Größe des Schöpfers nicht in Betracht zieht. Dennoch hat er bereits die Kraft, in der Arbeit dem Schöpfer zu dienen.“

24

Da ihm jedoch der Glaube fehlt und er nur einen teilweisen Glauben hat (siehe Einführung in den Talmud Eser Sefirot, Punkt 14), und er dann um des Gebens willen arbeiten will, kommt sofort der Körper und schreit aus vollem Halse: Bist du denn von Sinnen, dass du ohne Lohn arbeiten gehst? Und wenn du sagst, du willst dem König dienen, was selbst schon ein großer Lohn ist – das lässt sich von dem sagen, der den König spürt, dass der König auf ihn blickt, auf jede einzelne Bewegung, die er macht; von dem lässt sich sagen, dass er aus dem Grund arbeitet, dass es ein großer Vorzug ist, dem König zu dienen – aber nicht von dir.

אולם היות שחסר לו אמונה, ואין לו אלא אמונה חלקית (עיין בהקדמה לתע"ס אות י"ד), והוא רוצה אז לעבוד בעמ"נ להשפיע, בא תיכף הגוף וצועק בקולי קולות, וכי אתה משוגע, שאתה הולך לעבוד בלי שכר, ומה שאתה אומר, שאתה רוצה לשמש את המלך, שזה בעצמו הוא שכר גדול, זה שייך לומר במי שמרגיש את המלך, שהמלך מסתכל עליו על כל תנועה ותנועה, מה שהוא עושה, שייך לומר, שהוא עובד מטעם שזוהי זכיה גדולה לשמש את המלך, אבל לא אתה.

Da ihm aber der Glaube fehlt und er nur einen Teil des Glaubens hat (siehe „Einführung in das Studium der Zehn Sefirot“, Punkt 14), kommt, wenn er arbeiten will, um zu geben, prompt der Körper und schreit laut: „Bist du verrückt?! Du willst ohne Lohn arbeiten und sagst, dass du dem König dienen willst, was an sich schon eine große Belohnung ist. Das gilt für diejenigen, die den König spüren und bei denen der König jede ihrer Bewegungen untersucht, die sie machen. Sie können sagen, dass sie arbeiten, weil es ein großes Privileg ist, dem König zu dienen – aber nicht du!“

25

Und das verursacht den Kampf des Triebes: Bald siegt er über den Körper, bald siegt der Körper über ihn. Denn er hält dem Körper entgegen: Dass ich die Größe des Königs nicht spüre, daran bist du schuld, weil du alles in deinen Bereich empfangen willst – das heißt ‚Empfangen um des Empfangens willen‘. Und über diesen Aspekt lagen Zimzum und Verbergung, sodass man nichts Wahres sehen kann. Darum lass mich aus deinem Verlangen heraus, und wir wollen anfangen, um des Gebens willen zu wirken; dann wirst du sicher die Bedeutung und Größe des Königs sehen, und dann wirst du selbst mir zustimmen, dass es sich lohnt, dem König zu dienen, und dass es nichts anderes in der Welt gibt, das bedeutender wäre als dies.

וזה גורם מלחמת היצר, שפעם הוא גובר על הגוף, ופעם הגוף גובר עליו. כי הוא טוען להגוף, כי זה שאני לא מרגיש את גדלות המלך, אתה אשם בדבר, היות שאתה רוצה לקבל הכל לתוך הרשות שלך, הנקראת מקבל בעמ"נ לקבל. ועל בחינה זו היה צמצום והסתר, שלא יכולים לראות שום דבר אמת. אי לזאת, תן לי לצאת מהרצון שלך, ונתחיל לעבוד בעמ"נ להשפיע, ובטח תראה אז חשיבות וגדלות המלך, ואז אתה בעצמך תסכים עמי, שכדאי להיות משמש להמלך, ואין שום דבר אחר בעולם יותר חשוב מזה.

Das verursacht den Krieg gegen den Trieb: Manchmal überwindet er den Körper, und ein anderes Mal überwindet der Körper ihn. Er sagt zu seinem Körper: „Die Tatsache, dass ich die Größe des Königs nicht spüre, ist deine Schuld, weil du alles in deiner eigenen Herrschaft empfangen willst, was man ‚Empfangen, um zu empfangen‘ nennt, aber es gab eine Einschränkung und Verhüllung dieser Unterscheidung, so dass es unmöglich ist, etwas von der Wahrheit zu sehen. Deshalb lass mich aus deinem Verlangen heraus und lass uns anfangen zu arbeiten, um zu geben, und du wirst sicherlich die Bedeutung und Größe des Königs erkennen. Dann wirst du selbst mit mir übereinstimmen, dass es sich lohnt, dem König zu dienen und nichts auf der Welt wichtiger ist als das.“

26

Und deshalb: Wenn der Mensch nur um des Gebens willen wirken und nichts empfangen will, und all seine Rechnungen darin liegen, dass der Schöpfer aus seiner Arbeit Genuss hat – dass er Ihm Wohlgefallen bereiten will und auf sich selbst überhaupt nicht blickt –, wie kann der Mensch dann wissen, ob er wirklich auf diesem Weg geht? Es könnte sein, dass er sich selbst täuscht, dass also seine ganze Absicht ‚um des Empfangens willen‘ ist. Das heißt, dass er im Aspekt des ‚Gebens um des Empfangens willen‘ steht und nicht auf dem Weg der Wahrheit geht – nämlich so, dass all sein Begehren und Verlangen darin liegt, ein Gebender um des Gebens willen zu sein.

ומשום זה, בזמן שהאדם רוצה לעבוד רק בעמ"נ להשפיע ולא לקבל כלום, וכל החשבונות שלו, הם בזה שיש הנאה להבורא מעבודתו, מה שהוא רוצה לעשות לו נחת רוח, ועל עצמו לא מסתכל כלום, ואיך אדם יכול לדעת, אם הולך באמת על דרך הזה. יכול להיות שהוא מרמה את עצמו, היינו, שכל כוונתו בעמ"נ לקבל. זאת אומרת, שהוא בבחינת משפיע על מנת לקבל, ולא הולך בדרך אמת, היינו לומר, שכל חשקו ומאווייו הוא בכדי להיות משפיע בעמ"נ להשפיע.

Wenn ein Mensch aus diesem Grund nur arbeiten will, um zu geben und nichts zu empfangen, und alle seine Berechnungen darauf abzielen, dem Schöpfer Zufriedenheit durch seine Arbeit zu bringen – er will ihm Zufriedenheit bringen – und er sich selbst überhaupt nicht dabei berücksichtigt, wie kann man dann wissen, ob er wirklich auf diesem Weg ist? Vielleicht täuscht er sich selbst und seine Absicht ist nur, zu empfangen? Das heißt, er gibt, um zu empfangen, und wandelt nicht auf dem Weg der Wahrheit, das heißt, er will nur geben, um zu geben.

27

Und daran kann der Mensch sich selbst prüfen, nämlich seine Absicht. Denn wenn er zum Schöpfer betet, dass Er ihm im Kampf des Triebes hilft, sodass der Trieb nicht über ihn kommt und ihn nicht mit den Einwänden, die er gegen seine Arbeit hat, beherrschen will, so wird der Schöpfer ihm allein das Verlangen geben, für Ihn arbeiten zu wollen, mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Und sicher gibt es kein Gebet ohne Vertrauen – nämlich darauf, dass der Schöpfer das Gebet erhört. Sonst, wenn er kein Vertrauen hat, dass der Schöpfer sein Gebet erhört, kann er nicht beten, wenn er nicht darauf vertraut, dass es jemanden gibt, der sein Gebet hört.

ובזה האדם יכול לבקר את עצמו, היינו את כוונתו. כי בזמן שהוא מתפלל לה', שיעזור לו במלחמת היצר, שלא יבוא אליו היצר, וירצה לשלוט עליו עם הטענות שיש לו על עבודתו, הקב"ה יתן לו רק רצון להיות רוצה לעבוד בשבילו בכל לבבו ובכל נפשו. ובטח אין תפילה בלי בטחון, היינו שהקב"ה הוא שומע תפלה, אחרת אם אין לו בטחון שהקב"ה ישמע תפלתו, אין הוא יכול להתפלל, אם אין הוא בטוח שיש מי ששומע תפלתו.

Hier kann man sich selbstkritisch betrachten, also seine Absicht. Wenn er zum Schöpfer betet, dass er ihm im Kampf gegen den Trieb hilft, damit der Trieb nicht zu ihm kommt und ihn mit seinen Beschwerden gegen seine Arbeit beherrschen will, wird der Schöpfer ihm den Wunsch geben, nur noch mit ganzem Herzen und ganzer Seele für ihn arbeiten zu wollen. Und natürlich gibt es kein Gebet ohne das Vertrauen, dass heißt, dass der Schöpfer das Gebet erhört, denn wenn er kein Vertrauen hat, dass der Schöpfer sein Gebet erhört, wird er nicht beten können, wenn er nicht sicher ist, dass jemand sein Gebet hört.

28

Und dann erhebt sich die Frage: Wenn er sieht, dass sein Gebet nicht erhört wird – dass man ihm also nicht auf sein Gebet antwortet, wie er es versteht, dass man ihm geben müsste, worum er bittet, da der Schöpfer doch barmherzig und gnädig ist und sicher gegeben hätte, worum der Mensch bittet, wenn Er es hörte –, warum wird ihm demnach auf sein Gebet nicht geantwortet? Hört der Schöpfer denn das Gebet nicht? Lässt sich so etwas sagen?

ואז נשאלת השאלה, אם הוא רואה שאין תפלתו נשמעת, היינו שלא עונים לו על תפלתו, כמו שהוא מבין שצריכים לתת לו מה שהוא דורש, מטעם שהקב"ה הוא רחום וחנון, ואם הוא שומע, בטח היה נותן לו מה שהאדם דורש. ולפי זה מדוע הוא לא נענה על תפלתו, וכי אין הקב"ה שומע תפילה חס ושלום, היתכן לומר כך.

Das wirft die Frage auf: „Wenn er sieht, dass sein Gebet nicht erhört wird, das heißt, dass es nicht so gewährt wird, wie er es meint – dass ihm gegeben wird, worum er bittet, weil der Schöpfer barmherzig und gnädig ist, und wenn er erhört würde, würde der Schöpfer sicherlich geben, worum man bittet – weshalb wird sein Gebet dann nicht beantwortet? Hört der Schöpfer das Gebet nicht? Kann man das sagen?“

29

Vielmehr muss der Mensch glauben, dass der Schöpfer das Gebet hört, wie wir im Achtzehngebet sagen: ‚Denn Du hörst das Gebet eines jeden Mundes Deines Volkes Israel mit Erbarmen.‘ Vielmehr muss man glauben, was geschrieben steht: ‚Denn Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken‘ (Jesaja 55,8). Das heißt, der Schöpfer weiß, was dem Menschen gut ist – nämlich für seine Vollkommenheit –, und was seine Vollkommenheit stören könnte.

אלא שהאדם צריך להאמין, שהקב"ה הוא שומע תפלה, כמו שאנו אומרים בתפלת שמונה עשרה, "כי אתה שומע תפלת כל פה עמך ישראל ברחמים". אלא צריכים להאמין במה שכתוב "כי לא מחשבותי מחשבותיכם". זאת אומרת, שהקב"ה יודע מה שטוב לאדם, היינו לשלימותו, ומה שיכול להפריע לשלימותו.

Man sollte jedoch glauben, dass der Schöpfer das Gebet erhört, wie wir es im Achtzehn-Gebet sagen: „Denn Du erhörst das Gebet eines jeden Mundes Deines Volkes Israel mit Barmherzigkeit.“ Wir sollten aber auch glauben, was geschrieben steht: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken“. Das heißt, der Schöpfer weiß, was das Beste für den Menschen ist, also für seine Vollkommenheit, und was seine Vollkommenheit behindern kann.

30

Darum muss man sagen, dass der Schöpfer ihn immer hört und ihm antwortet, so wie es dem Menschen gut sein wird. Und eben das gibt Er ihm: Jene Zustände, die der Mensch empfindet – man muss glauben, dass der Schöpfer will, dass der Mensch so empfindet, weil dies zum Wohl des Menschen ist.

אי לזאת צריכים לומר, שתמיד הקב"ה שומע ועונה לו, כפי מה שיהיה טוב לאדם. ואת זה הוא נותן לו, היינו אלו המצבים מה שהאדם מרגיש, צריכים להאמין שהקב"ה רוצה שהאדם ירגיש כך, משום שזה הוא לטובתו של האדם.

Deshalb sollten wir sagen, dass der Schöpfer immer auf das hört und antwortet, was für den Menschen am besten ist, und das ist es, was Er dem Menschen gibt. Man sollte also glauben, dass die Zustände, die ein Mensch fühlt, die sind, die der Schöpfer will, dass wir sie also fühlen, weil es zu Gunsten des Menschen ist.

31

Und es zeigt sich, dass das Wesentliche des Vertrauens, das der Mensch auf den Schöpfer setzen soll, dieses ist: dass der Schöpfer sicher sein Gebet hört und ihm auf sein Gebet antwortet – aber nicht so, wie der Mensch es versteht, sondern so, wie der Schöpfer es versteht, dass es ihm zu geben sich lohnt. Demnach zeigt sich, dass das Wesentliche des Vertrauens ist, auf den Schöpfer zu vertrauen, dass der Schöpfer allen hilft, wie geschrieben steht: ‚Und Sein Erbarmen ist über all Seinen Werken‘ (Psalm 145,9). Doch das Vertrauen darf nicht darin bestehen, dass der Schöpfer ihm nach dem Verstand des Menschen hilft, sondern nach dem, was die Augen des Schöpfers sehen.

ונמצא, שעיקר הבטחון, שהאדם צריך לבטוח בה', הוא שבטח הקב"ה שומע תפלתו, ועונה לו על תפלתו, אלא לא לפי מה שהאדם מבין, אלא מה שהקב"ה מבין, שכדאי לתת לו. נמצא לפי זה, שעיקר הבטחון הוא לבטוח בה', שה' עוזר לכולם, כמו שכתוב "ורחמיו על כל מעשיו". אבל אין הבטחון צריך להיות שהקב"ה יעזור לו כפי שכלו של האדם, אלא לפי ראות עיני ה'.

Daraus folgt, dass das Vertrauen, das wir in den Schöpfer haben sollten, darin besteht, dass der Schöpfer unsere Gebete sicherlich erhört und sie beantwortet, aber nicht nach dem Verständnis des Menschen, sondern nach dem Verständnis des Schöpfers, was uns gegeben werden soll. Deshalb geht es bei dem Vertrauen in erster Linie darum, dem Schöpfer zu vertrauen, dass Er jedem hilft, wie es geschrieben steht: „Seine Barmherzigkeit waltet über all seinen Werken.“ Das Vertrauen sollte jedoch nicht darin bestehen, dass der Schöpfer uns nach unserem Verständnis hilft, sondern nach dem Verständnis des Schöpfers.

32

Und es gibt Menschen, die meinen, das Vertrauen richtet sich gerade danach, was der Mensch als seinen Mangel versteht – darauf muss sich das Maß des Vertrauens beziehen. Und wenn er nicht glaubt, dass der Schöpfer ihm nach dem Maß des menschlichen Verstandes helfen muss, so heißt das nicht, dass er an den Schöpfer glaubt und auf Ihn vertraut. Vielmehr muss der Mensch sein Vertrauen gerade so haben, wie der Mensch es will.

ויש אנשים, שחושבים שהבטחון הוא דוקא לפי מה שהאדם מבין שחסר לו, על זה צריך להיות מידת הבטחון. ואם לא מאמין, שהקב"ה מוכרח לעזור לו, כפי מידת שכלו של אדם, לא נקרא זה שהוא מאמין ובוטח בה'. אלא דוקא האדם צריך להיות לו בטחון, דוקא כמו שהאדם רוצה.

Es gibt Leute, die meinen, das Vertrauen richte sich danach, was ein Mensch meint, was er braucht, und wenn er nicht glaubt, dass der Schöpfer ihm nach dem Verständnis des Menschen helfen muss, wird das nicht als Glaube und Vertrauen in den Schöpfer angesehen. Vielmehr sollte man das Vertrauen genau so haben, wie der Mensch es will.

33

Und damit können wir die Worte des Heiligen Sohar verstehen, nach denen wir fragten, wo er sagt: ‚Ein Mensch aber soll nicht vertrauen und sagen: Der Schöpfer wird uns erretten, oder: Der Schöpfer wird mir dies und das tun. Vielmehr setze er sein Vertrauen auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft, wie es nötig ist.‘ Und er bringt den Beweis von Chananja, Mischael und Asarja, die sagten: ‚Ob Er rettet oder nicht rettet.‘ Und der Sohar sagt dort: Da der Mensch, der kommt, um sich zu reinigen, Hilfe empfängt, so vertraue er darin auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft, und vertraue auf Ihn und setze sein Vertrauen auf keinen anderen außer Ihm.

ובזה נוכל להבין דברי הזה"ק, ששאלנו על מה שהוא אומר "אלא לא יבטח אדם ויאמר, הקב"ה יצילנו, או הקב"ה יעשה לי כך וכך. אלא ישים מבטחו בהקב"ה, שיעזור לו כמו שצריך". ומביא ראיה מחנניה מישאל ועזריה, שאמרו, "בין שיציל ובין שלא יציל". והזה"ק אומר שם, וכיון שאדם בא לטהר, עוזרים לו. ובזה יבטח בהקב"ה, שהוא יעזור אותו ויבטח בו, ולא ישים מבטחו באחר, זולתו.

So können wir die Worte des Heiligen Sohar verstehen, als wir nach seinem Spruch fragten: „Der Mensch sollte jedoch nicht zuversichtlich sein und sagen: ‚Der Schöpfer wird mich retten‘ oder ‚Der Schöpfer wird dies und das für mich tun.‘ Vielmehr sollte man darauf vertrauen, dass der Schöpfer einem hilft, so wie es sein sollte.“ Er bringt Beweise von Chananja, Mischa’el und Asarja, die sagten: „Ob Er rettet oder nicht rettet.“ Der Heilige Sohar sagt dort, dass, wenn jemand kommt, um gereinigt zu werden, ihm geholfen wird, und dabei wird er dem Schöpfer vertrauen, dass er ihm hilft und auf Ihn vertraut und sein Vertrauen nicht auf einen anderen außer Ihm setzt.

34

Und darüber steht geschrieben: ‚Dessen Stärke in Dir ist‘. Und wir fragten: Was bedeutet ‚und er setze sein Vertrauen auf keinen anderen‘? Gibt es denn einen anderen, der ihm helfen könnte, sodass das Gebot ergeht, nicht auf einen anderen zu vertrauen? Er spricht doch vom Vertrauen Chananjas – und wer hätte sie aus dem Feuerofen erretten können, sodass deswegen ein Verbot ausgesprochen werden müsste, nicht auf einen anderen zu vertrauen?

ועל זה כתוב "עוז לו בך". ושאלנו, מהו הפירוש "ולא ישים באחר". וכי יש אחר שיכול לעזור לו, שעל זה בא הציווי, שלא יבטח באחר. הלא הוא מדבר מענין בטחון מחנניה, ומי היה יכול להציל אותם מכבשן האש, שמשום זה היה צריך ליתן איסור, שלא יבטח באחר.

Es steht darüber geschrieben: „Seine Stärke ist in Dir.“ Wir fragten: „Was bedeutet es, dass er ’sein Vertrauen nicht auf einen anderen setzen‘ wird?“ Gibt es einen anderen, der ihm helfen kann, für den es ein Gebot gibt, nicht auf einen anderen zu vertrauen? Er spricht von Vertrauen in Bezug auf Chananja, und wer hätte sie aus dem Feuerofen retten können, für den er ein Verbot aussprechen musste, einem anderen zu vertrauen?

35

Vielmehr verhält es sich wie oben: Da der Mensch auf dem Weg der Wahrheit gehen will – sodass all seine Handlungen um des Himmels willen geschehen, was ‚um des Gebens willen und nicht zum eigenen Nutzen‘ heißt –, muss er glauben, dass der Schöpfer weiß, was Er ihm geben soll und was nicht. Denn damit der Mensch sich nicht selbst täuscht und jedes Mal prüft, ob er auf dem Weg geht, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, muss er sich selbst betrachten: In welchem Zustand er sich auch befindet, er muss zufrieden sein.

אלא הענין הוא כנ"ל, כיון שהאדם רוצה ללכת בדרך האמת, היינו שכל מעשיו יהיו לשם שמים, הנקרא בעמ"נ להשפיע ולא לתועלת עצמו, אז הוא צריך להאמין, שהקב"ה יודע מה לתת לו, ומה לא לתת. כי בכדי שהאדם לא ירמה את עצמו, ויראה כל פעם, אם הוא הולך על דרך להשפיע נחת רוח להקב"ה, אז הוא צריך לראות את עצמו, באיזה מצב שהוא נמצא, הוא צריך להיות שבע רצון.

Die Sache ist wie oben angeführt: Wenn ein Mensch auf dem Weg der Wahrheit wandeln will, was bedeutet, dass alle seine Handlungen für den Schöpfer sind, „um zu geben und nicht zu seinem eigenen Nutzen“, so muss er glauben, dass der Schöpfer weiß, was er ihm geben soll und was nicht. Damit sich der Mensch nicht selbst täuscht und jedes Mal sieht, ob er auf dem Weg des Gebens der Zufriedenheit des Schöpfers wandelt, muss er sich selbst sehen und unabhängig von seinem Zustand zufrieden sein.

36

Und er muss auf den Schöpfer vertrauen, dass dies sicher Sein Wille ist. Demnach ist es für mich nicht wichtig, in welchem Zustand ich mich befinde; vielmehr muss ich Mühe und Gebet aufwenden für das, was der Mensch versteht, und auf den Schöpfer vertrauen, dass der Schöpfer ihm zum Wohl des Menschen hilft. Und was zum Wohl des Menschen ist, das weiß der Schöpfer, nicht der Mensch. Und darin liegt für den Menschen die Möglichkeit, an sich selbst Kritik zu üben – an seiner Beschäftigung mit Tora und Mizwot –, ob seine Absicht darin liegt, dem Schöpfer zu geben und nicht zum eigenen Nutzen, das heißt, dass seine Absicht nicht ist, ein Gebender um des Empfangens willen zu sein.

והוא צריך לבטוח בה', שבטח זה הוא רצונו יתברך, אם כן לא חשוב לי באיזה מצב שאני נמצא, אלא אני צריך ליתן יגיעה ותפלה, על מה שהאדם מבין, ויבטח בה', שהקב"ה יעזור לו לטובת האדם. ומהו לטובת אדם, זה הוא ה' יודע, ולא האדם. ובזה יש יכולת להאדם, שיוכל לעשות על עצמו בקורת, על התעסקותו בתורה ומצות, אם כוונתו היא, משום שרצונו הוא בכדי להשפיע להקב"ה ולא לתועלת עצמו, היינו שאין כוונתו להיות משפיע בעמ"נ לקבל.

Er sollte auf den Schöpfer vertrauen, dass dies der Wille des Schöpfers sein muss, also ist es mir egal, in welchem Zustand ich mich befinde. Vielmehr muss ich mich abmühen und für das beten, was ich verstehe, und auf den Schöpfer vertrauen, dass er mir helfen wird, zu meinem eigenen Wohl. Aber was zum Wohl des Menschen ist, weiß der Schöpfer. Wenn man die Absicht hat, sich mit der Tora und den Mizwot [Geboten] zu beschäftigen, kann man kritisieren, dass man dem Schöpfer etwas geben will und nicht zu seinem eigenen Nutzen, also dass man nicht die Absicht hat, etwas zu geben, um etwas zu empfangen.

37

Und deshalb muss der Mensch, wenn er sich die Ordnung seiner Arbeit aufstellt und hingeht, zum Schöpfer zu beten – und sicher muss er auf den Schöpfer vertrauen, dass der Schöpfer sein Gebet annimmt –, auf den Schöpfer vertrauen. Das heißt, das Maß des Vertrauens richtet sich nach der Sicht des Schöpfers, und nicht darauf, auf einen anderen zu vertrauen. Und wer ist der andere? Es ist der Mensch selbst. Das heißt: Das Maß des Vertrauens, dass der Schöpfer ihm hilft, muss so sein, wie der Schöpfer es versteht, und nicht so, wie der Mensch es versteht.

ומשום זה, בזמן שהאדם מסדר לעצמו את סדר עבודתו, והולך להתפלל לה', ובטח שצריך לבטוח בה', שה' מקבל תפלתו, אז הוא צריך לבטוח בה', היינו שמידת הבטחון הוא על דעתו של הקב"ה, ולא לבטוח באחר. ומי הוא האחר, הוא האדם בעצמו. היינו, שמידת הבטחון, שה' יעזור לו, צריכה להיות כפי שהקב"ה מבין, ולא כפי שהאדם מבין.

Aus diesem Grund sollte man, wenn man seine Arbeit ordnet und zum Schöpfer betet, auf den Schöpfer vertrauen, dass Er sein Gebet empfangen wird. Zu diesem Zeitpunkt sollte er auf den Schöpfer vertrauen, was bedeutet, dass das Maß des Vertrauens die Sicht des Schöpfers betrifft und nicht, dass er einem anderen vertrauen wird. Und wer ist der andere? Es ist der Mensch selbst. Das heißt, das Maß des Vertrauens, dass der Schöpfer ihm helfen wird, sollte so sein, wie der Schöpfer es versteht, und nicht so, wie der Mensch es versteht.

38

Und der Mensch wird ‚ein anderer‘ genannt, wie unsere Weisen sagten (Sukka 45b): ‚Und es wurde gelehrt: Jeder, der den Namen des Himmels mit etwas anderem verbindet, wird aus der Welt entwurzelt, wie gesagt ist: außer dem Schöpfer allein.‘ Das legt nahe, dass es ‚allein dem Schöpfer‘ sein soll, das heißt ohne eigenen Genuss, der ‚Empfangen‘ genannt wird. Das heißt: Selbst wenn er bei der Mizwa die Absicht auf den Namen des Schöpfers richtet, dabei aber auch ein wenig zum eigenen Nutzen will, wird er aus der Welt entwurzelt.

והאדם נקרא "אחר", כמו שאמרו חז"ל (סוכה מה ע"ב) וזה לשונם, "ותניא, כל המשתף שם שמים ודבר אחר נעקר מן העולם, שנאמר, בלתי ה' לבדו. משמע, שצריך להיות בלתי ה' לבדו, היינו, בלי הנאה עצמית, הנקראת קבלה. זאת אומרת, שאפילו כשהוא מכוון בהמצוה לשם השם, אלא הוא רוצה גם קצת לתועלת עצמו, הוא נעקר מן העולם".

Der Mensch wird als „Anderer“ bezeichnet, wie unsere Weisen sagten (Sukka, 45b): „Wir lernen, dass jeder, der die Arbeit für den Schöpfer mit einer anderen Sache verbindet, von der Welt entwurzelt wird, wie es heißt: ‚Nur für den Ewigen.‘ Das bedeutet, dass es nur für den Schöpfer sein soll, ohne Eigennutzen, welcher ‚Empfangen‘ genannt wird. Das bedeutet, dass er auch dann von der Welt entwurzelt ist, wenn er die Mizwa [Gebot] auf den Schöpfer abzielt, aber auch ein bisschen für sich selbst will.“

39

Und was bedeutet ‚wird aus der Welt entwurzelt‘? Werden denn jene, die nicht gewürdigt werden, all ihre Handlungen [recht] auszurichten, aus der Welt entwurzelt? Und man muss verstehen, welche Welt sie meinen. Nach dem, was wir lernen, meint er die ewige Welt, die ‚die Welt des Schöpfers‘ genannt wird. Das bedeutet, dass dort der Name des Schöpfers erkannt wird, der ‚der Gute und Wohltuende‘ genannt wird; dort ist Sein Gedanke offenbar, der Sein Verlangen ist, Seinen Geschöpfen wohlzutun.

ומה פירושו ש"נעקר מן העולם". וכי אלו שלא זוכים לכוון כל מעשיהם הם נעקרים מן העולם. וצריכים להבין, לאיזה עולם הם מתכוונים. ולפי מה שאנו לומדים, כוונתו העולם הנצחי, הנקרא עולמו של הקב"ה, שפירושו, ששם ניכר את שמו של הקב"ה, הנקרא טוב ומטיב, ששם מגולה מחשבתו יתברך, שהיא רצונו להטיב לנבראיו.

Was bedeutet es, dass er „von der Welt entwurzelt“ ist? Sind diejenigen, die nicht mit der Absicht belohnt werden, alle ihre Arbeiten zu tun, von der Welt entwurzelt? Wir müssen verstehen, auf welche Welt sie sich beziehen. Nach dem, was wir erfahren, meinen sie die ewige Welt, die „Welt des Schöpfers“ genannt wird. Das bedeutet, dass der Name des Schöpfers, der „Der Gute und Gütige“ genannt wird, dort offensichtlich ist. Dort wird der Gedanke offenbart, seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

40

Zu diesem Ziel hat Er die Welt geschaffen. Und aus jener Welt wird er entwurzelt – das heißt, er kann nicht gewürdigt werden, dass ihm das Gute und die Wonne offenbar werden, wegen der Korrektur des Zimzum, die geschah, damit der Mensch der Dwekut gewürdigt wird, die ‚Gleichheit der Form‘ heißt. Und deshalb: Wenn der Mensch auch nur ein wenig zum eigenen Nutzen empfangen will, entfernt er sich in eben diesem Maß von der Dwekut an den Schöpfer und kann folglich nicht des Guten und der Wonne gewürdigt werden, die im Ziel der Schöpfung liegen. Darum wird er aus jener Welt entwurzelt.

לכן למטרה זו ברא העולם. ומעולם ההוא, הוא נעקר, היינו שלא יכול לזכות, שיהיה מגולה אליו את הטוב והעונג, משום תיקון הצמצום, שהיה בכדי שהאדם יזכה לדביקות, הנקרא השתוות הצורה. ומשום זה, כשאדם רוצה לקבל גם כן קצת לתועלת עצמו, ובשיעור הזה הוא מתרחק מדביקות ה', וממילא לא יכול לזכות לטוב ועונג שישנם במטרת הבריאה. לכן הוא נעקר מעולם ההוא.

Zu diesem Zweck hat Er die Welt erschaffen, und aus dieser Welt wird er entwurzelt. Das heißt, er kann nicht mit der Freude und dem Genuss belohnt werden, die ihm aufgrund der Korrektur des Zimzum [Einschränkung] offenbart wurden, damit der Mensch Dwekut [Anhaftung], genannt „Gleichheit der Form“, erhält. Aus diesem Grund entfernt er sich, wenn er auch nur etwas für sich selbst empfangen will, von der Dwekut an den Schöpfer und kann deshalb nicht mit der Freude und dem Genuss belohnt werden, welche im Schöpfungsziel liegen. So wird er aus dieser Welt entwurzelt.

41

Aus all dem Obigen ergibt sich: Wenn der Mensch wissen will, ob er sich nicht selbst täuscht, und dem Schöpfer mit der Absicht dienen will, Ihm allein Wohlgefallen zu bereiten – da sagt der Heilige Sohar, dass er, wenn er zum Schöpfer betet, dass Er ihm hilft, sicher Vertrauen haben muss, dass der Schöpfer ihm hilft. Sonst, wenn er nicht vertraut, wie kann er bitten, wenn er nicht darauf vertraut, dass der Schöpfer ihm hilft? Andernfalls gibt es keinen Raum für das Gebet; denn der Mensch kann nicht beten und von jemandem einen Gefallen erbitten, wenn er nicht weiß, dass es in der Macht dieses Menschen liegt, ihm den Gefallen zu tun.

היוצא מכל הנ"ל, שאם האדם רוצה לדעת, אם הוא לא מרמה את עצמו, ורוצה לעבוד לה' בכוונה רק להשפיע נחת רוח להבורא, ואומר הזה"ק, שבזמן שהוא מתפלל לה' שיעזור לו, ובודאי צריך להיות לו בטחון, שה' יעזור לו, אחרת, אם הוא לא בוטח, איך אפשר לבקש, אם אין הוא בוטח שה' יעזור לו, אחרת אין מקום לתפלה, כי אין האדם יכול להתפלל ולבקש טובה ממי שהוא, אם הוא לא יודע שהאדם הזה יש בידו לעשות לו את הטובה.

Aus all dem folgt: Wenn jemand wissen will, ob er sich nicht selbst betrügt und dem Schöpfer mit der Absicht dienen will, ihm nur Zufriedenheit zu geben, und der Heilige Sohar sagt, dass er, wenn er zum Schöpfer betet und den Schöpfer um Hilfe bittet, auf jeden Fall Vertrauen haben sollte, dass der Schöpfer ihm helfen wird. Wenn er kein Vertrauen hat, wie kann er dann bitten? Wenn er nicht darauf vertraut, dass der Schöpfer ihm hilft, kann er nicht beten, denn man kann nicht beten und jemanden um einen Gefallen bitten, wenn man nicht weiß, dass dieser Mensch ihm diesen Gefallen tun kann.

42

Darum muss er sicher vertrauen, wenn er zum Schöpfer betet, dass der Schöpfer dem Menschen sicher helfen wird. Und wenn der Mensch sieht, dass der Schöpfer ihm nicht so geholfen hat, wie der Mensch es versteht, dann zweifelt er am Schöpfer, dass Er das Gebet nicht hört. Darum sagt der Heilige Sohar, dass er beten und auf den Schöpfer vertrauen muss, dass der Schöpfer ihm sicher so hilft, wie der Schöpfer es versteht – da dieser Mensch sich ja gerade mit Dingen befassen will, die allein zum Wohl des Schöpfers und nicht zum eigenen Nutzen sind.

לכן בטח שמוכרח להיות בטוח, בזמן שהוא מתפלל לה', שבטח יעזור לו להאדם. ואם האדם רואה, שהקב"ה לא עזר לו, כמו שהאדם מבין, לכן הוא מהרהר אז על הקב"ה, שחס ושלום הוא לא שומע תפלה, לכן אומר הזה"ק, שהוא צריך להתפלל ולבטוח בה', שבטח שה' יעזור לו כמו שה' מבין, כיון שהאדם הזה הוא רוצה דוקא לעסוק בענינים שהם רק לטובת ה' ולא לתועלת עצמו.

Deshalb muss er sich, während er zum Schöpfer betet, sicher sein, dass Er ihm ganz sicher helfen wird. Wenn er sieht, dass der Schöpfer ihm nicht so geholfen hat, wie er es versteht, zweifelt er am Schöpfer, dass er, Gott bewahre, das Gebet nicht erhört. Deshalb sagt der Heilige Sohar, dass der Mensch beten und dem Schöpfer vertrauen soll, dass Er ihm sicherlich so helfen wird, wie Er es versteht, denn der Mensch will sich ja gerade mit Angelegenheiten beschäftigen, die nur zum Wohle des Schöpfers und nicht um seiner selbst willen sind.

43

Wenn dem so ist – welchen Unterschied macht es dann, wie er arbeitet und dem Schöpfer gibt? Das heißt, er muss glauben: Wenn der Schöpfer versteht, dass es zum Nutzen des Menschen sein wird, sofern er in dem Zustand arbeitet, in dem er sich befindet, dann ist nicht wichtig, was der Mensch bemisst – nämlich dass der Schöpfer mehr Genuss davon hätte, wenn Er ihm nach dem Verständnis des Menschen hülfe, nach dem, was der Mensch versteht, dass der Schöpfer mehr Genuss davon hätte.

אם כן מה הוא ההבדל איך שהוא עובד ומשפיע לה'. זאת אומרת, הוא צריך להאמין, שאם הקב"ה מבין, שיהיה לתועלת האדם, אם יעבוד באיזה מצב שהוא נמצא, ולא חשוב הוא את מה שהאדם מודד, שמזה יהיה להקב"ה יותר הנאה, באם יעזור לו לפי הבנת האדם, מה שהאדם מבין, שמזה יהיה להקב"ה יותר הנאה.

Und wenn das so ist, dann macht es keinen Unterschied, wie er für den Schöpfer arbeitet und was er ihm gibt. Deshalb sollte man glauben, dass, wenn der Schöpfer entschieden hat, dass der Zustand, in dem sich ein Mensch befindet, derjenige ist, der ihm nützt, dann spielt es keine Rolle, welchen Maßstab der Mensch anlegt, um zu messen, was das Beste für den Schöpfer ist. Es spielt dann auch keine Rolle, ob der Schöpfer dem Menschen nach seinem eigenen Verständnis helfen wird, wie er dem Schöpfer mehr Freude bereiten kann.

44

Vielmehr muss er auf den Schöpfer vertrauen, dass der Schöpfer ihm nach dem Verständnis des Schöpfers hilft. Und das nennt der Heilige Sohar: ‚Vielmehr setze er sein Vertrauen auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft, wie es nötig ist‘ – das heißt: so, wie der Schöpfer versteht, dass der Mensch sich nur in einem solchen Zustand befinden soll. Und um den Zustand, in dem er sich befindet, muss er den Schöpfer bitten, ihm zu helfen. (Das heißt: In dem Zustand, in dem er sich befindet und von dem er versteht, dass ihm dies fehlt – das, was er versteht, darum bitte er. Der Schöpfer aber tue, was gut ist in Seinen Augen.)

אלא הוא צריך לבטוח בה', שה' יעזור לו כפי הבנת הקב"ה. וזה נקרא בלשון הזה"ק "אלא ישים מבטחו בהקב"ה, שיעזור לו כמו שצריך", שפירושו, מה שהקב"ה מבין, שרק במצב כזה צריך האדם להמצא. ועל המצב שבו הוא נמצא, הוא צריך לבקש מה' שיעזור לו. (היינו שבמצב, שבו הוא נמצא, והוא מבין, שזה חסר לו. את זה שהוא מבין, את זה הוא יבקש. רק ה', הטוב בעיניו יעשה).

Vielmehr sollte er darauf vertrauen, dass der Schöpfer ihm nach dessen Verständnis hilft. Das nennt der Heilige Sohar: „Man sollte darauf vertrauen, dass der Schöpfer einem hilft, wie es sein sollte.“ Das bedeutet, dass der Mensch nur in dem Zustand sein sollte, den der Schöpfer versteht. Und was den Zustand angeht, in dem man sich befindet, sollte man den Schöpfer bitten, ihm zu helfen. (Das heißt, in dem Zustand, in dem er sich befindet, und er versteht, dass es das ist, was er braucht, wird er darum bitten, aber der Schöpfer wird tun, was Er für richtig hält.)

45

Denn wann lässt sich sagen, dass er dem Willen des Schöpfers zustimmt und nicht hartnäckig darauf besteht, dass der Schöpfer ihm nach dem Willen des Menschen hilft? Eben dann, wenn der Mensch um das bittet, was der Mensch versteht, und betet, dass der Schöpfer ihm hilft, wie er es versteht – und dennoch seinen Willen vor dem Willen des Schöpfers annulliert. Dann lässt sich sagen, dass er sein Vertrauen auf den Schöpfer setzt, dass Er ihm hilft, wie es nötig ist, also so, wie der Schöpfer es versteht, und nicht so, wie der Mensch es versteht.

כי מתי שייך לומר, שהוא מסכים לרצון ה', ולא יתעקש לומר, שהוא רוצה שה' יעזור לו כרצונו של האדם. זה דוקא שהאדם מבקש, מה שהאדם מבין, ומתפלל שה' יעזור לו כמו שהוא מבין. ומכל מקום הוא מבטל רצונו בפני רצון ה'. אז שייך לומר שהוא שם מבטחו בה', שיעזור לו כמו שצריך, היינו כפי מה שה' מבין, ולא כפי מה שהאדם מבין.

Wann kann man sagen, dass er dem Willen des Schöpfers zustimmt und nicht darauf besteht zu sagen, dass er möchte, dass der Schöpfer ihm nach seinem eigenen Wunsch hilft? Das passiert genau dann, wenn man fragt, was man versteht, und betet, dass der Schöpfer ihm so hilft, wie Er es versteht, aber seinen Willen vor dem Willen des Schöpfers annulliert. Dann kann man sagen, dass er sein Vertrauen in den Schöpfer gesetzt hat, ihm so zu helfen, wie es sein sollte, also so, wie der Schöpfer es versteht und nicht so, wie der Mensch es versteht.

46

Und das nennt man ‚Annulliere deinen Willen vor Seinem Willen‘, wie unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 2). Anders aber, wenn er gar kein Verlangen hat, zu irgendeinem Ziel zu gelangen, während er zum Schöpfer betet, dass Er ihm hilft, es zu erreichen – dann lässt sich folglich nicht sagen, dass er seinen Willen vor dem Willen des Schöpfers annulliert. Sagt er hingegen: Ich will, was ich will, und das, wovon ich verstehe, dass es mir fehlt – und Du tue mir, wie Du es verstehst –, dann lässt sich sagen, dass er seinen Willen vor dem Willen des Schöpfers annulliert.

וזה נקרא "בטל רצונך מפני רצונו", כמו שאמרו חז"ל (אבות פרק ב'). מה שאין כן אם אין לו שום רצון להגיע לאיזה מטרה בעת שהוא מתפלל לה', שהוא יעזור לו להגיע אליה, וממילא לא שייך לומר שיבטל את רצונו מפני רצון ה', ולומר, אני רוצה מה שאני רוצה, ומה שאני מבין שחסר לי, ואתה תעשה לי כמו שאתה מבין. אז שייך לומר, שהוא מבטל את רצונו מפני רצון ה'.

Das nennt man „Deinen Willen vor Seinem Willen aufheben“, wie unsere Weisen sagten (Avot – Sprüche der Väter, Kapitel 2). Wenn er aber kein Verlangen hat, irgendein Ziel zu erreichen, während er zum Schöpfer betet, ihm dabei zu helfen, kann man eindeutig nicht sagen, dass er seinen Willen vor dem Willen des Schöpfers annulliert und sagt: „Ich will, was ich will und was ich verstehe, das mir fehlt, aber Du wirst mit mir tun, was Du für richtig hältst.“ Dann kann man sagen, dass er seinen Willen vor dem Willen des Schöpfers annulliert.

47

Doch wozu muss der Mensch seinen Willen annullieren? Und wenn er kein Verlangen hat, das er annullieren könnte, so legt das nahe, als sei dies keine Vollkommenheit. Im Gegenteil doch – der Verstand verlangt: Wenn der Mensch dem Willen des Schöpfers zustimmt, ist das sicher besser, als wenn er ein anderes Verlangen als den Willen des Schöpfers hat und es annullieren muss, als hätte er etwas Schlechtes und müsste das Schlechte annullieren. Wäre es nicht besser, er hätte überhaupt nichts Schlechtes?

אבל בשביל מה צריכים שהאדם יבטל את רצונו. ואם אין לו רצון, שיהיה לו מה לבטל, משמע כאילו שאין זה שלימות. הלא אדרבה, השכל מחייב, אם האדם מסכים לרצון ה', בודאי הוא יותר טוב, מכפי שיש לו רצון אחר מרצון ה', והוא צריך לבטלו. כאילו יש לו דבר רע, וצריך לבטל את הרע. הלא היה יותר טוב, אם לא היה לו רע בכלל.

Aber warum muss man sein Verlangen annullieren? Wenn er kein Verlangen hat, hat er dann nichts zu annullieren? Wenn er mit dem Willen des Schöpfers übereinstimmt, ist es doch sicher besser, als wenn er ein anderes Verlangen als das des Schöpfers hat und es annullieren muss, als hätte er etwas Schlechtes und müsste das Schlechte aufheben. Wenn er gar nichts Schlechtes hätte, wäre es dann nicht besser?

48

Vielmehr verhält es sich so: Bekanntlich muss das spirituelle Gefäß, damit es geeignet ist, die Fülle des Guten und der Wonne zu empfangen, zwei Bedingungen erfüllen:

אלא הענין הוא, כי ידוע שהכלי הרוחני, שתהיה מוכשרת לקבל שפע של טוב ועונג, צריך להיות בה ב' תנאים:

Damit das spirituelle Kli [Gefäß] die Fülle der Freude und des Genusses empfangen kann, muss es bekanntlich zwei Bedingungen erfüllen:

49

Erstens: dass es den Aspekt der Awiut (Grobheit) hat, nämlich das Verlangen, Genuss und Wonne zu empfangen;

א. שיהיה לה בחינת עביות, שהיא הרצון לקבל הנאה ותענוג,

1.) Awiut [Grobheit] zu haben, also das Verlangen, Freude und Genuss zu empfangen,

50

Zweitens: dass es einen Massach (Schirm) hat – nämlich nicht nach seinem Begehren und Verlangen zu empfangen, mit dem es danach strebt, Genuss und Wonne zu empfangen, sondern nach dem, was dem Schöpfer daraus Genuss bereitet; und das nennt man ‚empfangen, um seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten‘.

ב. שיהיה לה מסך, היינו שלא לקבל כפי חשקו ורצונו, מה שהוא משתוקק לקבל הנאה ותענוג, אלא כפי מה שיהיה מזה הנאה להבורא, שזה מכונה לקבל בעמ"נ להשפיע נחת רוח ליוצרו.

2.) einen Massach [Schirm] zu haben, um nicht nach dem eigenen Verlangen nach Freude und Genuss zu empfangen, sondern nach dem Verlangen des Schöpfers. Das nennt man „Empfangen, um seinem Schöpfer Zufriedenheit zu geben“.

51

Wenn er jedoch kein Empfangsgefäß hat – nämlich kein Verlangen, Genuss und Wonne zu empfangen –, dann ist er nicht geeignet, die Fülle von oben zu empfangen; denn es gibt keine Füllung ohne Mangel. Darum muss man sich bemühen, sich selbst einen Mangel zu schaffen: danach zu verlangen, dass der Schöpfer ihn näher bringt und ihm von all dem Guten gibt, das in der Macht des Schöpfers liegt zu geben. Und er verlangt, dies zu empfangen. Und zugleich annulliert er seinen Willen und vertraut auf den Schöpfer, dass der Schöpfer ihm sicher hilft und ihm das gibt, von dem der Schöpfer versteht, dass es zu seinem Wohl ist. Und darum hat er dann keine Einwände, dass der Schöpfer ihm nicht geholfen hat, wie der Mensch es versteht.

אולם אם אין לו כלי קבלה, היינו שאין לו השתוקקות לקבל הנאה ותענוג, אז הוא לא מוכשר לקבל שפע מלמעלה, כי אין מילוי בלי חסרון. ומשום זה מוכרחים להשתדל לעשות לעצמו חסרון, להשתוקק שהבורא יקרב אותו ויתן לו מכל טוב, שיש בידו של הקב"ה לתת. והוא משתוקק לקבל את זה. ויחד עם זה הוא מבטל את רצונו, ובוטח בה', שבטח ה' יעזור לו, ויתן לו מה שהקב"ה מבין שזה הוא לטובתו. ולכן אין לו אז טענות, שהקב"ה לא עזר לו, כפי שהאדם מבין.

Wenn er jedoch kein Gefäß des Empfangens hat, also keine Sehnsucht, Freude und Genuss zu empfangen, ist er nicht in der Lage, die Fülle von oben zu empfangen, denn es gibt keine Füllung ohne Mangel. Aus diesem Grund muss er prüfen, ob er sich selbst einen Mangel zufügt – ob er sich danach sehnt, dass der Schöpfer ihm näher kommt und ihm die Fülle gibt, die der Schöpfer geben kann und nach der er sich sehnt, sie zu empfangen. Gleichzeitig hebt er sein Verlangen auf und vertraut darauf, dass der Schöpfer ihm hilft und ihm das gibt, was der Schöpfer als zu seinen Gunsten versteht. Deshalb kann er sich nicht beschweren, dass der Schöpfer ihm nicht nach dem Verständnis des Menschen geholfen hat.

52

Und das nennt man, dass er seinen Willen annulliert und sagt: Ich tue das Meine – nämlich das, wovon ich verstehe, dass es zu meinem Wohl ist –, und ich verstehe und glaube, dass der Schöpfer sicher meinen Zustand besser kennt; und ich willige ein, hinzugehen und mich mit Tora und Mizwot zu befassen, als hätte der Schöpfer mir geholfen, so wie ich verstehe, dass Er mir auf mein Gebet antworten müsste. Und obwohl ich sehe, dass Er mir auf das, worum ich gebeten habe, keinerlei Antwort gegeben hat, glaube ich dennoch, dass der Schöpfer mein Gebet erhört hat und mir antwortet, so wie es mir gut ist. Und darum muss ich immer beten, dass der Schöpfer mir hilft, wie ich es verstehe – und der Schöpfer hilft mir, wie Er versteht, dass es mir gut ist.

וזה נקרא שמבטל רצונו ואומר, אני עושה את שלי, היינו מה שאני מבין שזהו לטובתי, ואני מבין ומאמין, שבטח הקב"ה יודע יותר טוב את מצבי, ואני מסכים ללכת ולעסוק בתורה ומצות, כאילו הקב"ה עזר לי, כפי שאני מבין שהוא צריך לענות לי על תפלתי. והגם שאני רואה, שעל מה שבקשתי הוא לא נתן לי שום מענה, ומכל מקום אני מאמין, שה' שמע את תפלתי ועונה לי, כפי מה שהוא טוב בשבילי. ומשום זה אני צריך תמיד להתפלל, שה' יעזור לי, כפי שאני מבין, וה' עוזר לי, כפי מה שהוא מבין שטוב בשבילי.

Das wird als Annullierung des Verlangens bezeichnet und als die Aussage: „Ich tue meinen Teil“, also das, was ich zu meinen Gunsten verstehe, „und ich verstehe und glaube, dass der Schöpfer meine Situation wahrscheinlich besser kennt, und ich stimme zu, zu gehen und mich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen, als ob der Schöpfer mir geholfen hat, so wie ich verstehe, dass Er mein Gebet beantworten sollte. Und obwohl ich sehe, dass Er mir keine Antwort auf meine Bitte gegeben hat, glaube ich immer noch, dass der Schöpfer mein Gebet erhört hat und mir so antwortet, wie es gut für mich ist. Aus diesem Grund muss ich immer beten, dass der Schöpfer mir nach meinem Verständnis hilft, und der Schöpfer hilft mir nach dem, was Er versteht, was gut für mich ist.“

53

Und demnach erhebt sich die Frage: Da der Schöpfer so oder so hilft, wie Er es versteht – wozu dann das Gebet, das der Mensch betet? Denn der Schöpfer antwortet auf das Gebet, das der Mensch betet, nicht anders, als der Schöpfer versteht, dass Er handeln soll. Wie also nützt das Gebet des Menschen, und wozu braucht Er es, dass wir um das beten, wovon wir verstehen, dass es uns fehlt, während Er antwortet, wie Er es versteht, wie oben?

ולפי זה מתעוררת השאלה, היות שבין כך ובין כך הקב"ה עוזר כפי מה שהוא מבין, אם כן התפלה הזו, שהאדם מתפלל, למה לי. כיון שאין הקב"ה עונה על התפלה, מה שהאדם מתפלל, אם כן מה שהבורא מבין, שהוא יעשה, ומה מועיל תפלתו של האדם, ולאיזה תועלת הוא צריך את זה, שאנו נתפלל, על מה שאנו מבינים שחסר לנו, והוא עונה כמו שהוא מבין, כנ"ל.

Das wirft eine Frage auf: „Da der Schöpfer sowieso nach seinem Verständnis hilft, wozu soll der Mensch dann beten?“ Der Schöpfer antwortet nämlich nicht auf das Gebet eines Menschen und tut das, was Er versteht, dass Er es tun soll. Wie hilft also das Gebet des Menschen? Was nützt es Ihm, wenn wir um das beten, was wir für unseren Bedarf halten, während Er so antwortet, wie Er es versteht?

54

Vielmehr muss man wissen: Das Wesen des Gebets – dass wir um das beten, was uns fehlt – ist dieses: Wir wissen sicher, was uns fehlt, und wir wollen, dass der Schöpfer uns auf unser Gebet so antwortet, wie wir es verstehen, sodass wir, wenn Er unsere Bitten erfüllt, dann glückliche Menschen wären; denn alles, was uns gefehlt hat, hätte Er uns gegeben.

אלא צריכים לדעת, כי ענין התפלה, מה שאנו מתפללים על מה שחסר לנו, ואנו יודעים בודאי מה שחסר לנו, ואנו רוצים שהקב"ה יענה לנו על תפלתנו, כפי מה שאנו מבינים, שאם הוא ימלא את בקשותינו, אנו נהיה אז אנשים מאושרים, כי כל מה שהיה חסר לנו, הכל נתן לנו.

Wir müssen wissen, dass das Gebet, dass wir für das beten, woran es uns mangelt, und wir wissen sicherlich, was wir brauchen, und wir wollen, dass der Schöpfer unser Gebet so beantwortet, wie wir es verstehen – dass wir, wenn Er unsere Wünsche erfüllt, glückliche Menschen sind, weil Er uns alles gegeben hat, was wir brauchten. Es gibt eine Regel: Es gibt kein Licht ohne ein Kli. Das heißt, es kann keine Befriedigung ohne einen Bedarf geben.

55

Man muss wissen, dass es eine Regel gibt: ‚Es gibt kein Licht ohne Gefäß.‘ Das heißt, es kann keine Füllung ohne Mangel geben. Demnach zeigt sich: Selbst wenn wir sagen, der Mensch wisse, was ihm fehlt, so wird das dennoch nicht ‚Mangel‘ genannt – ein Mangel, der bereitsteht, gefüllt zu werden. Denn dass der Mensch meint, ihm fehlt etwas, sagt noch nicht, dass er einen Mangel hat. Denn ‚Mangel‘ bedeutet etwas, das ihm wirklich fehlt. Doch ‚Mangel‘ nennt man nicht das, was er nicht hat; denn es gibt viele Dinge, die der Mensch nicht hat, und dennoch gilt das noch nicht als Mangel, sodass dort ein Raum wäre, der gefüllt werden könnte.

יש לדעת שיש כלל, "אין אור בלי כלי". פירוש, שאי אפשר להיות מילוי בלי חסרון. נמצא לפי זה, אפילו שנגיד שהאדם יודע מה שחסר לו, מכל מקום אין זה נקרא חסרון, שהחסרון הזה עומד להתמלאות. כי מה שהאדם חושב שחסר לו, עוד זה לא אומר שיש לו חסרון. כי החסרון משמע דבר שחסר לו ממש. אבל חסרון לא נקרא מה שאין לו, היות שיש הרבה דברים שאין לו לאדם, ומכל מקום עוד לא נבחן זה לחסרון, שיהיה שם מקום להתמלאות.

Daraus folgt: Selbst wenn ein Mensch weiß, was er braucht, heißt das noch lange nicht, dass er einen Mangel hat, der gestillt werden muss, denn was der Mensch denkt, dass er braucht, bedeutet nicht, dass er einen Mangel hat. Ein Mangel bedeutet, dass es ihm wirklich an etwas mangelt. Ein Mangel ist nicht etwas, das wir nicht haben. Es gibt viele Dinge, die wir nicht haben, aber sie werden nicht als Mangel angesehen, der gestillt werden kann.

56

Zum Beispiel: Ein Mensch ist Bürger eines Landes, und im Land finden Wahlen statt, wen man zum Präsidenten des Landes machen soll; und man machte irgendjemanden zum Präsidenten, er aber blieb ein einfacher Bürger – und er empfindet keinerlei Leiden darüber, dass man ihn nicht zum Präsidenten gemacht hat. Und es gibt einen anderen Menschen im Land, der dachte, man würde ihn zum Präsidenten machen, und er steckte viel Kraft hinein, unter Freunden und angesehenen Leuten, dass sie ihm helfen sollten, Präsident zu werden; und am Ende machte man irgendjemand anderen zum Präsidenten, und er blieb allein mit seinem Verlangen zurück. Gewiss besteht ein Unterschied zwischen diesen beiden Menschen. Zwar haben beide dasselbe Negative – dass beide nicht Präsident sind –, und dennoch ist ein gewaltiger Unterschied zwischen dem, der Kraft hineingesteckt hat, um Präsident zu werden, und mit einem Verlangen ohne Füllung zurückblieb, und dem anderen, der zwar nicht Präsident ist, aber kein Leiden darüber empfindet, dass man ihn nicht zum Präsidenten gemacht hat. Das heißt: Selbst wenn man ihn zum Präsidenten machen wollte, hätte er keine Gefäße dafür – keine Mittel, wie man mit der Präsidentschaft umgeht.

על דרך משל, אדם, שהוא אזרח במדינה, ויש בחירות בהמדינה, את מי לעשות נשיא המדינה, ועשו את מי שהוא נשיא המדינה, והוא נשאר אזרח פשוט, ואין לו שום יסורים, בזה שלא עשו אותו נשיא המדינה. ויש אדם אחר בהמדינה, שהוא חשב שיעשו אותו נשיא המדינה, והשקיע הרבה כוחות בין הידידים ואנשי השם, שהם יהיו בעזרו להיות נשיא המדינה, ולבסוף עשה את מי שהוא נשיא המדינה, והוא נשאר רק עם הרצון שלו. בטח שיש הבדל בין אלו שני אנשים, הגם שלשניהם יש אותו שלילי, ששניהם אינם נשיאים, ומכל מקום יש הבדל עצום בין זה שהשקיע כוחות להיות נשיא ונשאר עם רצון בלי מילוי, להשני, הגם שאינו נשיא, אבל הוא לא מרגיש יסורים, בזה שלא עשו אותו נשיא. זאת אומרת, אפילו שירצה לעשותו נשיא, אין לו כלים לזה, שיהיו לו אמצעים איך להתנהג עם הנשיאות.

Wenn es zum Beispiel einen Bürger in einem bestimmten Land gibt und in diesem Land Präsidentschaftswahlen stattfinden und jemand zum Präsidenten gewählt wird, während der Bürger ein gewöhnlicher Mensch bleibt, schmerzt es ihn überhaupt nicht, dass er nicht Präsident geworden ist. Aber es gibt einen anderen Menschen in dem Land, der dachte, er würde Präsident werden. Er bemühte sich und investierte viele Kräfte unter Freunden und berühmten Leuten, um ihm zu helfen, Präsident zu werden, aber am Ende wurde jemand anderes Präsident und ihm blieb nur sein Verlangen. Es gibt sicherlich einen Unterschied zwischen diesen beiden Menschen, obwohl sie die gleiche Abwesenheit haben, nämlich dass sie keine Präsidenten sind. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen dem einen, der sich angestrengt hat, um Präsident zu werden und unzufrieden zurückblieb, und dem anderen, der, obwohl er nicht Präsident wurde, nicht darunter leidet, nicht Präsident geworden zu sein. Das heißt, selbst wenn sie ihn zum Präsidenten machen wollten, hätte er keine Kelim [Gefäße] dafür, also das Wissen, wie man mit einem Präsidentenamt umgeht.

57

Vielmehr ist das Gefäß für die Füllung das Verlangen nach der Sache. Und ‚Verlangen‘ nennt man es, wenn er Leiden um die Sache hat, die er will. Und selbst wenn er ein Verlangen nach irgendetwas hat und man meint, dies wird bereits ‚Verlangen‘ genannt, so wird es dennoch noch nicht wahrer Mangel genannt, sodass dieses Verlangen geeignet wäre, die Füllung zu empfangen.

אלא כלי להמילוי הוא הרצון להדבר. ורצון נקרא, שיש לו יסורים להדבר שהוא רוצה. ואפילו שיש לו רצון לאיזה דבר, וחושבים שזה כבר נקרא רצון, אבל זה עוד לא נקרא חסרון אמיתי, שיהא הרצון הזה מוכשר לקבל את המילוי.

Vielmehr ist das Kli für die Füllung das Verlangen nach etwas, und ein Verlangen bedeutet, dass er wegen der Sache, die er will, gequält wird. Und selbst wenn er ein Verlangen nach etwas hat und denkt, dass dies bereits als Verlangen angesehen wird, ist es noch kein wirklicher Mangel, der dieses Verlangen für das Empfangen der Erfüllung tauglich macht.

58

Und der Grund ist: ‚Mangel‘ nennt man das Leiden über das, was er nicht hat. Und ‚Füllung‘ nennt man den Genuss daran, dass er sein Begehrtes erlangt hat. Es zeigt sich, dass in dem Maß, in dem er Leiden über das Fehlen hat, in eben diesem Maß Genuss aus der Füllung sein kann.

והטעם הוא, כי חסרון נקרא יסורים במה שאין לו. והמילוי נקרא תענוג בזה שהשיג את מבוקשו. נמצא, שכפי היסורים שיש לו מהשלילה, באותו שיעור יכול להיות תענוג מהמילוי.

Der Grund ist, dass ein Mangel als Leid bezeichnet wird, weil etwas fehlt. Die Erfüllung hingegen wird als Genuss bezeichnet, weil man dadurch das Ersehnte erlangt. Daraus folgt, dass das Maß des Genusses durch die Erfüllung dem Maß des Leids durch den Mangel entspricht.

59

Und nun wollen wir das Wesen des Gebets verstehen, das wir beten, dass der Schöpfer uns hilft, so wie wir es verstehen; und zu glauben, was geschrieben steht: ‚Denn Du hörst das Gebet eines jeden Mundes‘; und zugleich auf den Schöpfer zu vertrauen, dass Er das Gebet eines jeden Mundes hört. Aber nicht darauf zu vertrauen, dass der Schöpfer nach dem Verständnis des Menschen helfen muss, sondern auf den Schöpfer zu vertrauen, dass Er ihm hilft, so wie der Schöpfer es versteht.

ועתה נבוא להבין את ענין התפלה, שאנו מתפללים, שה' יעזור לנו, כפי שאנחנו מבינים. ולהאמין במה שכתוב, "כי אתה שומע תפלת כל פה". ויחד עם זה לבטוח בה', שהוא שומע תפלת כל פה. אבל לא לבטוח, שהקב"ה צריך לעזור כפי שהאדם מבין, אלא לבטוח בה', שהוא יעזור לו כפי שה' מבין.

Jetzt werden wir die Bedeutung des Gebets verstehen, mit dem wir den Schöpfer bitten, uns zu helfen, wenn wir verstehen und glauben, was geschrieben steht: „Denn Du hörst das Gebet eines jeden Mundes“, und gleichzeitig darauf vertrauen, dass der Schöpfer das Gebet eines jeden Mundes hört. Allerdings sollten wir nicht darauf vertrauen, dass der Schöpfer uns nach unserem Verstand hilft, sondern darauf, dass der Schöpfer uns nach Seinem Verstand helfen wird.

60

Und wir fragten: Wenn dem so ist, wozu dann das Gebet, das der Mensch betet? Denn der Schöpfer wird immer so handeln, wie der Schöpfer es versteht. Doch durch das Gebet weitet sich das Verlangen nach der Füllung. Denn durch die Vielzahl der Gebete mehrt sich der Mangel im Menschen – das heißt, er beginnt einen Mangel an dem zu empfinden, worum er betet. Denn als er anfing, um irgendeine Füllung für seinen Mangel zu bitten, hatte er bei sich selbst noch nicht die Empfindung, dass ihm das, worum er bittet, wirklich fehlt. Vielmehr sah er, dass andere um irgendeine Füllung bitten, und hörte von den Gefährten, dass man den Schöpfer um irgendeine Füllung bitten muss; da begann auch er, zum Schöpfer zu beten, dass Er ihm sein Begehrtes gibt. Doch dass er wirklich empfindet, ihm fehlt, worum er bittet – das war ihm noch nicht in den Sinn gekommen.

ושאלנו, אם כן התפלה שאדם מתפלל למה לי. כי ה' יעשה תמיד כפי שהקב"ה מבין. אלא ע"י התפלה מתרחב הרצון להמילוי, כי בריבוי תפלות מתרבה החסרון בהאדם, היינו שמתחיל להרגיש חסרון על זה שהוא מתפלל. כי כשהתחיל לבקש איזה מילוי על חסרונו, עוד לא היתה בעצמו ההרגשה, שחסר לו באמת את זה שהוא מבקש. אלא הוא ראה שאחרים מבקשים איזה מילוי, ושמע מהחברים שצריכים לבקש מה' איזה מילוי, אז גם הוא התחיל להתפלל לה', שיתן לו את מבוקשו. אבל שהוא ירגיש באמת, שחסר לו את מה שהוא מבקש, את זה עוד לא עלה על לבו.

Wir haben gefragt: „Was nützt mein Gebet, wenn der Schöpfer tut, was Er für richtig hält?“ Doch das Gebet erweitert das Verlangen nach der Erfüllung, denn je mehr jemand betet, desto mehr wächst der Mangel in ihm. Das heißt, er beginnt, einen Mangel an dem zu spüren, worum er betet. Denn als er begann, um die Erfüllung seines Mangels zu bitten, hatte er noch nicht das Gefühl, dass er das, worum er bat, wirklich brauchte. Er sah einfach, dass andere um Erfüllung baten, und hörte von den Freunden, dass wir den Schöpfer um Erfüllung bitten sollten, also begann auch er, den Schöpfer zu bitten, ihm zu geben, was er wollte. Er hatte jedoch nicht das Gefühl, dass er das, worum er bat, wirklich brauchte; es hatte sich noch nicht in seinem Herzen festgesetzt.

61

Aber durch die Vielzahl der Gebete, die er darbringt, beginnt er selbst zu prüfen, ob ihm das, worum er bittet, wirklich fehlt, oder ob es nur etwas Zusätzliches für ihn ist – das heißt, dass er Überflüssiges will. Das heißt: Was er als Jude notwendig tun muss, das tut er; doch er will Überflüssiges – nämlich ein besseres Leben im Spirituellen zu führen und nicht ein einfacher Mensch zu sein wie die Allgemeinheit, die Diener des Schöpfers sind.

אבל ע"י ריבוי התפלות שהוא נותן, אז הוא בעצמו מתחיל להתבונן, אם באמת חסר לו, מה שהוא מבקש, או זה רק דבר נוסף עליו, היינו שהוא רוצה מותרות. זאת אומרת, מה שהוא צריך ליהדות לעשות בהכרח, זה הוא עושה, אלא שהוא רוצה מותרות, היינו שיעשה חיים יותר טובים ברוחניות, ולא להיות איש פשוט, כמו הכלל, שהם עובדי ה'.

Aufgrund der vielen Gebete, die er betet, beginnt er zu prüfen, ob er das, worum er bittet, wirklich braucht, oder ob es nur ein Beiwerk ist, also, dass er um Luxus bittet. Das heißt, er tut, was er als Jude tun muss, aber er will Überfluss, das heißt, er will ein besseres spirituelles Leben führen und kein gewöhnlicher Mensch sein wie alle anderen, die dem Schöpfer dienen.

62

Und diese Betrachtung in den Gebeten, die er betet, wird ihn zu der Erkenntnis bringen, dass er wirklich der Hilfe des Schöpfers bedarf, dass Er ihm hilft, im Spirituellen etwas zu erfüllen. Denn jedes Mal, wenn er betet, bringen ihn die Gebete zur Aufmerksamkeit: Er beginnt, auf sich selbst zu blicken, wozu er betet. Diese Gebete, die unsere Weisen uns festgesetzt haben – fehlt mir wirklich das, wovon sie sagten, dass wir darum beten sollen, oder fehlen mir andere Dinge, nämlich Dinge, von denen mein Körper versteht, dass man um sie bitten muss?

וההתבוננות זו בהתפלות, מה שהוא מתפלל, תביאהו להכרה, שהוא באמת נצרך לעזרת ה', שיעזור לו לקיים משהו ברוחניות. כי ע"י התפלות, שכל פעם שהוא מתפלל, מביאו לידי תשומת לב, שמתחיל להסתכל על עצמו, לשם מה הוא מתפלל. אלו התפלות, שסדרוהם לנו חז"ל, אם באמת חסר לי מה שהם אמרו, שעל זה אנו צריכים להתפלל, או שחסר לי שאר דברים, היינו שחסר לי דברים מה שהגוף שלי מבין, שצריך לבקש עליהם.

Diese Prüfung der Gebete, die er betet, lässt ihn erkennen, dass er wirklich die Hilfe des Schöpfers braucht, um irgendetwas in der Spiritualität umzusetzen, denn die Gebete, die er jedes Mal betet, lassen ihn merken, dass er beginnt, sich selbst zu prüfen, wofür er betet. Diese Gebete, die unsere Weisen für uns festgelegt haben – mangelt es mir wirklich darum, wofür sie gesagt haben, dass wir beten sollen, oder brauche ich andere Dinge, also Dinge, von denen mein Körper versteht, dass er sie erbitten muss?

63

Es zeigt sich also: Durch die Vielzahl der Gebete, die er darbringt, beginnt er dann, einen wahren Mangel zu empfangen, bis er Leiden darüber empfindet, dass ihm etwas fehlt. Und das gibt ihm ein wahres Verlangen, dass er will, dass der Schöpfer ihn Sich nähere. Und das nennt man, dass der Schöpfer ihm hilft – nämlich, wie im Sohar geschrieben steht: ‚Vielmehr setze er sein Vertrauen auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft, wie es nötig ist‘ –, das heißt, das Vertrauen muss darin bestehen, dass der Schöpfer ihm auf die Gebete so hilft, wie der Schöpfer versteht, dass man ihm antworten soll.

נמצא, שריבוי תפלות, מה שהוא נותן, הוא מתחיל אז לקבל חסרון אמיתי, עד שהוא מרגיש יסורים, בזה שחסר לו. וזה נותן לו רצון אמיתי, שירצה שהקב"ה יקרב אותו אליו. וזה נקרא שהקב"ה עוזרו, היינו כמו שכתוב בזה"ק "אלא ישים מבטחו בהקב"ה, שיעזור לו כמו שצריך", היינו שהבטחון צריך להיות, שהקב"ה עוזרו על התפלות, כמו שהקב"ה מבין שצריכים לענות לו.

Es stellt sich heraus, dass er mit der Vermehrung seiner Gebete einen echten Bedarf bekommt, bis es ihn quält, dass es ihm an etwas fehlt. Dadurch bekommt er ein echtes Verlangen nach dem Schöpfer, ihm näher zu kommen, und das wird so genannt, dass der Schöpfer ihm hilft, wie es im Heiligen Sohar geschrieben steht: „Vielmehr sollte man sein Vertrauen darauf setzen, dass der Schöpfer ihm hilft, so wie es sein sollte“, was bedeutet, dass das Vertrauen darin bestehen sollte, dass der Schöpfer ihm mit den Gebeten so hilft, wie der Schöpfer versteht, dass er erhört werden sollte.

64

Und nun wollen wir die Fortsetzung der Worte des Heiligen Sohar erklären: ‚Eine andere Auslegung: Glücklich der Mensch, dessen Stärke in Dir ist. Das ist, wie wenn du sagst: Der Ewige wird Seinem Volk Stärke geben, das bedeutet die Tora. Und dessen Stärke in Dir ist bedeutet, dass der Mensch sich mit der Tora um des Namens des Schöpfers willen befassen soll, das heißt der Shechina, die Name genannt wird.‘

ועתה נבאר המשך דברי הזה"ק, וזה לשונו, "דבר אחר, אשרי אדם עוז לו בך. הוא כמו שאתה אומר, ה' עוז לעמו יתן, שפירושו תורה. ועוז לו בך, פירושו שהאדם צריך לעסוק בתורה לשמו של הקב"ה, דהיינו השכינה, שנקראת שם".

Nun werden wir den Rest der Worte des heiligen Sohar erklären: „‚Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in Dir ist‘, wie Du sagst: ‚Der Ewige wird seinem Volk Stärke geben‘, womit die Tora gemeint ist. ‘Seine Stärke ist in Dir‘ bedeutet, dass man sich mit der Tora um des Schöpfers willen beschäftigen sollte, also um die Shechina [Gegenwart Gottes], die ‚Name‘ genannt wird.“

65

Und es gilt zu verstehen, was er dort im Sulam sagt: ‚um des Namens des Schöpfers willen, das heißt der Shechina, die Name genannt wird‘. Es ist doch bekannt, dass unsere ganze Absicht, die wir richten müssen, ‚um des Gebens willen‘ ist, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Was bedeutet dann das, was er zu den Worten des Sohar sagt, dass der Mensch sich mit der Tora um des Namens des Schöpfers willen befassen soll, das heißt der Shechina, die Name genannt wird – was nahelegt, dass all unsere Beschäftigung mit Tora und Mizwot um der Shechina willen ausgerichtet sein soll? Dann gilt es zu verstehen, was ‚für die Shechina‘ bedeutet. Und ebenso finden wir an mehreren Stellen im Sohar, dass man bei der Beschäftigung mit Tora und Mizwot die Absicht richten soll, ‚die Shechina aus dem Staub aufzurichten‘. Dann gilt es, den Unterschied im Ausdruck zwischen ‚dem Schöpfer‘ (Kudsha Brich Hu) und ‚Seiner Shechina‘ zu verstehen.

ויש להבין, מהו שאומר שם בהסולם, "לשמו של הקב"ה, דהיינו השכינה, שנקראת שם". הלא ידוע, שכל כוונתנו, שאנו צריכים לכוון, הוא בעמ"נ להשפיע נחת רוח להקב"ה. אם כן מהו הפירוש שהוא אומר, על מה שאומר הזה"ק, שהאדם צריך לעסוק בתורה לשמו של הקב"ה, דהיינו השכינה, שנקראת שם, שמשמע, שאנו צריכים לכוון עבור השכינה, יהיה כל העסק בתו"מ. אם כן צריכים להבין, מהו הפירוש "להשכינה". וכן אנו מוצאים בכמה מקומות בזה"ק, שצריכים לכוון בעסק התורה ומצות, "לאוקמא שכינתא מעפרא". אם כן צריכים להבין את שינוי הלשון בין קוב"ה ושכינתיה.

Wir sollten verstehen, was er dort im Sulam [Kommentar zum Sohar] sagt: „um des Schöpfers willen, also um der Shechina [Gegenwart Gottes] willen, die ‚Name‘ genannt wird.“ Es ist bekannt, dass unsere ganze Absicht darin bestehen sollte, dem Schöpfer Zufriedenheit zu geben. Was bedeutet es also, dass er über das sagt, was der Heilige Sohar sagt, nämlich dass man sich mit der Tora um des Schöpfers willen beschäftigen soll, also um der Shechina willen, die „Name“ genannt wird? Das deutet darauf hin, dass wir unser ganzes Vorhaben, uns mit der Tora und den Geboten zu beschäftigen, auf die Shechina ausrichten sollten. Wenn dem so ist, sollten wir verstehen, was die Bedeutung von „für die Shechina“ ist. Und auch im Sohar steht an mehreren Stellen, dass wir das Vorhaben, uns mit der Tora und den Geboten zu beschäftigen, darauf ausrichten müssen, „die Shechina aus dem Staub zu erheben“. Wir haben also Bedarf, die unterschiedlichen Formulierungen zwischen dem Schöpfer und seiner Shechina zu verstehen.

66

In den vorangehenden Artikeln haben wir angeführt, was mein Vater und Lehrer (Baal HaSulam) als schlichte Erklärung zu den Worten des Sohar sagte, der sagt: ‚Er ist der Wohnende (Shochen), und sie ist die Wohnstatt (Shechina).‘ Und er sagte, das bedeute: Der Ort, an dem der Wohnende offenbar ist, dieser Ort wird Shechina genannt. Es sind also nicht zwei Dinge, sondern ein einziges. Das heißt, wir haben Licht und Gefäß: Was wir vom Schöpfer erlangen, geschieht allein durch die Gefäße, die Ihn erlangen. Darum, wenn wir vom Schöpfer reden, ist unser Reden nur von dem, was Sich uns der Schöpfer durch die Gefäße offenbart.

במאמרים הקודמים הביאנו את מה שאמר אאמו"ר זצ"ל פשט בדברי הזה"ק, שאומר, "איהו שוכן ואיהי שכינה". ואמר, שהפירוש הוא, המקום שהשוכן מגולה, המקום הזה נקרא שכינה. אם כן אין זה שני דברים, אלא זהו דבר אחד. זאת אומרת, שיש לנו אור וכלי. היינו מה שמשיגים את הבורא, הוא רק על ידי הכלים, המשיגים אותו. לכן כשמדברים מהבורא, אז הדיבור שלנו הוא רק מה שהבורא מתגלה אלינו על ידי הכלים.

In früheren Artikeln haben wir dargestellt, was Baal HaSulam über die Worte des Heiligen Sohar erklärt hat, in denen es heißt: „Er ist der Shochen, und sie ist die Shechina.“ Er sagte, dass es bedeutet, dass der Ort, an dem sich der Shochen [Bewohner, Residierender] offenbart, Shechina genannt wird. Sie sind also nicht zwei Dinge, sondern eins. Das heißt, wir haben Licht und Kli. Mit anderen Worten: Wir erreichen den Schöpfer nur durch die Kelim [Gefäße], die ihn erlangen. Deshalb sprechen wir, wenn wir vom Schöpfer sprechen, nur davon, wie sich uns der Schöpfer durch die Kelim offenbart.

67

Anders ein Licht ohne Gefäß – davon reden wir überhaupt nicht. Das heißt, wir benennen den Schöpfungsgedanken, der ist, Seinen Geschöpfen wohlzutun, mit dem Namen Ejn Sof (der Unendliche), nämlich der Wohltuende – das heißt, der Wohltuende gibt den Geschöpfen. Und das Gefäß, in dem sich die Fülle offenbart, wird Malchut genannt, die Shechina genannt wird, in der sich das Gute und die Wonne offenbaren.

מה שאין כן אור בלי כלי לא מדברים כלל. היינו שאנו מכנים את מחשבת הבריאה, שהיא להטיב לנבראיו, בשם אין סוף, היינו המטיב, זאת אומרת, המטיב משפיע להנבראים. והכלי, שבו נתגלה השפע, נקרא מלכות, שהיא נקראת שכינה, שבה מגולה הטוב והעונג.

Aber wir sprechen überhaupt nicht von einem Licht ohne ein Kli. Den Schöpfungsgedanken, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, nennen wir Ejn Sof [unendlich/ohne Ende], also den Gütigen. Das heißt, der Wohltäter gibt den Geschöpfen etwas. Das Kli, in dem sich die Fülle offenbart, heißt Malchut, die Shechina, in dem sich die Freude und der Genuss offenbaren.

68

Und demnach ergibt sich: Da der Schöpfer den Geschöpfen Gutes und Wonne geben will, es aber den Unteren an Gefäßen fehlt, mit denen sie empfangen könnten – wegen der Entgegengesetztheit der Form zwischen den Empfangenden und dem Gebenden –, sind das Gute und die Wonne folglich nicht offenbar. Und so zeigt sich, dass es einen bösen Trieb in der Welt gibt; denn er stellt das Spirituelle so dar, dass das Geben etwas Schlechtes ist, und nur das, was er um des Empfangens willen empfangen kann, ist etwas Gutes.

ולפי זה יוצא, היות שהבורא רוצה להשפיע להנבראים טוב ועונג, רק אין כלים להתחתונים, שיוכלו לקבל, מסיבת הופכיות הצורה בין המקבלים להמשפיע. וממילא אין הטוב ועונג מגולים. ואז נמצא, שיש יצר הרע בעולם, כי הוא מצייר על רוחניות, היינו להשפיע הוא דבר רע. ורק מה שהוא יכול לקבל בעמ"נ לקבל, רק זהו דבר טוב.

Deshalb will der Schöpfer den Geschöpfen Freude und Genuss geben, aber die unteren Geschöpfe haben keine Kelim, mit denen sie Freude und Genuss empfangen können, weil die Form des Empfängers und des Gebenden gegensätzlich sind. Daher werden Freude und Genuss nicht offenbart. Zu dieser Zeit gibt es einen bösen Trieb in der Welt, weil er das Spirituelle, also das Geben, als schlecht darstellt und nur das, was er empfangen kann, um zu empfangen, als gut erachtet.

69

Und deshalb haben die Unteren keinen Raum, in dem sie irgendetwas um des Gebens willen wirken könnten; denn kein Mensch tut sich selbst Böses. Es zeigt sich, dass es für den Menschen keine Möglichkeit gibt, Treibstoff für die Arbeit um des Gebens willen zu haben. Und folglich kann sich die obere Fülle, die das Gute und die Wonne ist, den Unteren nicht offenbaren.

ומשום זה אין מקום להתחתונים, שיוכלו לעבוד משהו בעמ"נ להשפיע, כי אין האדם עושה רע לעצמו. נמצא, שאין אפשרות לאדם, שיהיה לו חומרי דלק לעבודה בעל מנת להשפיע. וממילא אין השפע העליון, שהוא הטוב והעונג, יכול להתגלות לתחתונים.

Aus diesem Grund haben die Unteren keinen Ort, an dem sie arbeiten können, um zu geben, denn kein Mensch schadet sich selbst. Der Mensch kann also nicht die Motivation haben, zu arbeiten, um zu geben, und deshalb kann der höhere Reichtum, der aus Freude und Genuss besteht, den Unteren nicht offenbart werden.

70

Demnach zeigt sich, dass der Name des Schöpfers, der der allgemeine Name ‚der Gute und Wohltuende‘ ist, vor den Unteren verborgen und verhüllt ist. Und dieser Name wird Shechina genannt – der Name des Schöpfers vom Aspekt ‚der Gute und Wohltuende‘. Und dieser Name ist im Exil: Das heißt, an dem Ort, wo man anfängt, ein wenig um des Gebens willen zu wirken, empfindet man sofort den Aspekt des Exils in dieser Arbeit, sodass man aus solchen Zuständen fliehen will. Denn solange der Mensch in der Eigenliebe versunken ist, hat er keinerlei Begriff von der Arbeit des Gebens. Und sobald er zu spüren beginnt, dass er auf der Linie des Gebens geht und nichts empfängt, wird es finster in seinen Augen, und er will aus diesem Zustand fliehen – wie einer, der aus dem Exil fliehen will, das man ihm auferlegt hat.

אי לזאת נמצא, ששמו של הבורא, שהוא שם כללי טוב ומטיב, נעלם ונסתר מהתחתונים. ושם הזה נקרא שכינה, שהוא שמו של הקב"ה מבחינת טוב ומטיב. וזה השם הוא בגלות, היינו במקום שמתחילים לעבוד קצת בעמ"נ להשפיע, מרגישים תיכף בחינת גלות בעבודה זו, שרוצים לברוח ממצבים כאלו. משום שכל זמן שהאדם משוקע באהבה עצמית, אין לו שום מושג בעבודה דלהשפיע. וכשהתחיל להרגיש שהולך על קו דלהשפיע ולא לקבל כלום, אז חושך נעשה בעיניו, ורוצה לברוח ממצב הזה, כמו מי שרוצה לברוח מהגלות שנתנו לו.

Daraus folgt, dass der Name des Schöpfers, der allgemeine Name, der Gute, der gütig ist, vor den Unteren verborgen und verhüllt ist. Dieser Name heißt Shechina, das ist der Name des Schöpfers in Bezug auf den Guten, der gütig ist, und dieser Name ist im Exil. Das heißt, sobald man anfängt, ein bisschen zu arbeiten, um zu geben, fühlt man sich in dieser Arbeit sofort im Exil – man will solchen Zuständen entfliehen. Er ist so, weil der Mensch, solange er in Selbstliebe versunken ist, keine Ahnung von der Arbeit des Gebens hat, und wenn er anfängt zu spüren, dass er auf der Linie des Gebens wandelt und nichts empfängt, wird es dunkel für ihn und er will diesem Zustand entfliehen, wie einer, der dem Exil entfliehen will, das ihm gegeben wurde.

71

Und das gleicht einem Menschen, der sich gegen die Regierung verging und dem man als Strafe das Exil auferlegte. Und er denkt ständig daran, wie er von dort fliehen kann. Ebenso der Mensch: Wenn er spürt, dass seinem Empfangenden aus dieser Arbeit nichts zukommen wird, dann hat er keine Lust zur Arbeit und will dann ganz vom Schlachtfeld fliehen. Und darum wird dann der Name des Schöpfers, der die Shechina ist, als im Exil befindlich bezeichnet – das heißt, dass der Mensch in dieser Arbeit den Geschmack des Exils schmeckt.

ודומה לאדם שחטא נגד הממשלה, ונתנו לו עונש גלות. והוא חושב תמיד איך לברוח משם. כמו כן האדם, כשמרגיש שמעבודה זו לא יהיה להמקבל שלו שום דבר, אז אין לו חשק לעבודה, ורוצה אז לברוח כלל מהמערכה. ולכן נקרא אז שמו של הקב"ה, שהוא השכינה, שהיא בגלות, היינו שהאדם טועם טעם גלות בעבודה זו.

Das ist ähnlich wie bei einem Menschen, der sich gegen die Regierung versündigt hat und zur Verbannung verurteilt wurde. Er denkt ständig darüber nach, wie er von dort entfliehen kann. Ebenso hat er, wenn er spürt, dass er von der Arbeit nichts empfangen wird, keine Lust zu arbeiten und will der Schlacht ganz entfliehen. Deshalb heißt es zu diesem Zeitpunkt, dass der Name des Schöpfers, der Shechina ist, als im Exil befindlich gilt, was bedeutet, dass ein Mensch in dieser Arbeit den Geschmack des Exils schmeckt.

72

Und deshalb beten wir zum Schöpfer und befassen uns mit Tora und Mizwot, um ‚die Shechina aus dem Staub aufzurichten‘. Das bedeutet: dass dieser Ort der Shechina, der der Name des Schöpfers ist – nämlich dass ‚der Gute und Wohltuende‘ sich in den Gefäßen des Gebens offenbart, wie oben –, aufgerichtet wird. Und der Mensch empfindet in dieser Arbeit den Geschmack von Staub; und auch das ist das Wesen der ‚Shechina im Exil‘, dass der Mensch in ihr den Geschmack des Exils empfindet, wie oben, und aus dieser Arbeit fliehen will – nämlich aus der heiligen Arbeit, deren Wesen, die Heiligkeit (Kedusha), darin liegt, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten.

ומשום זה אנו מתפללים להבורא, ועוסקים בתורה ומצות, בכדי "לאקמא שכינתא מעפרא", שהפירוש הוא, המקום הזה של השכינה, שהוא שמו של הקב"ה, היינו שהטוב ומטיב מתגלה בכלים דלהשפיע כנ"ל, והאדם מרגיש בעבודה זו טעם עפר, וגם זה ענין שכינתא בגלותא, שהאדם מרגיש בה טעם גלות כנ"ל, ורוצה לברוח מעבודה זו, היינו מעבודת הקודש, שענין קדושה הוא בעמ"נ להשפיע נחת רוח להבורא.

Aus diesem Grund beten wir zum Schöpfer und beschäftigen uns mit Tora und Mizwot, „um die Shechina aus dem Staub zu erheben“, was bedeutet, dass sich dieser Ort der Shechina, der der Name des Schöpfers ist, also der Gute und Gütige sich in Gefäßen des Gebens offenbaren wird. Aber der Mensch spürt den Geschmack von Staub in dieser Arbeit, und auch das ist die Bedeutung der Shechina im Exil, wenn man in ihr den Geschmack des Exils schmeckt und dieser Arbeit entfliehen will, das heißt der heiligen Arbeit in der Kedusha [Heiligkeit], die bedeutet, dem Schöpfer Zufriedenheit zu geben.

73

Und deshalb müssen wir um die Erlösung im Aspekt des Einzelnen (prat) bitten – nämlich, dass jeder Einzelne empfindet, dass er aus dem Exil herausgekommen ist. Das bedeutet: dass er, wenn er um des Gebens willen wirkt, dann empfindet, dass er sich im Land Israel befindet – das heißt, dass sein Verlangen allein nach ‚Jaschar-El‘ (gerade zum Schöpfer) verlangt, was ‚Land Israel‘ (Erez Israel) genannt wird.

ומשום זה אנו צריכים לבקש על הגאולה בענין הפרט, שהוא, שכל אחד ואחד ירגיש, שהוא יצא מהגלות, שפירושו, שבזמן שעובד בעמ"נ להשפיע, שירגיש אז שהוא נמצא בארץ ישראל, היינו שהרצון שלו ישתוקק רק לישר-אל, שזה נקרא ארץ ישראל.

Aus diesem Grund müssen wir um eine persönliche Erlösung bitten, bei der jeder Mensch spürt, dass er aus dem Exil herausgekommen ist. Das heißt, wenn er arbeitet, um zu geben, sollte er das Gefühl haben, dass er im Land Israel ist, das heißt, dass sein Verlangen nur nach Jaschar-El [direkt zum Schöpfer], das Erez Ysrael [Land Israel] heißt, verlangt.

74

Und das Zeichen dafür ist, ob er aus ganzem Herzen sagen kann, was wir im Tischsegen (Birkat haMazon) sagen: ‚Wir danken Dir, der Schöpfer, unser Gott, dass Du unseren Vätern ein begehrenswertes, gutes und weites Land zum Erbe gegeben hast.‘ Das heißt: Außer dass wir um die allgemeine Erlösung beten müssen, müssen wir auch um die persönliche Erlösung beten.

והסימן לדבר הוא, אם הוא יכול לומר בלב שלם, מה שאנו אומרים בברכת המזון, "נודה לך ה' אלקינו על שהנחלת לאבותינו ארץ חמדה טובה ורחבה". זאת אומרת, חוץ מזה שאנו צריכים להתפלל על גאולה הכללית, אנו צריכים להתפלל גם על גאולה הפרטית.

Das Zeichen dafür ist, wenn man von ganzem Herzen sagen kann, was wir im Segen für das Essen sagen: „Lass uns dir, dem Ewigen, unserem Gott, dafür danken, dass du unseren Vätern ein begehrenswertes, gutes und weites Land vermacht hast.“ Das heißt, wir müssen nicht nur für die allgemeine Erlösung beten, sondern auch für die persönliche Erlösung.

75

Demnach zeigt sich: Zu der Zeit, da er im Exil war – das heißt, da er den Geschmack des Exils empfand, sobald ihm das Bild kam, allein um des Himmels willen und nicht zum eigenen Nutzen zu geben, empfand er Exil und den Geschmack von Staub, wie oben –, da empfindet er zur Zeit der Erlösung, das heißt, wenn er aus dem Exil herauskommt, in der Arbeit des Gebens den Geschmack ‚eines begehrenswerten, guten und weiten Landes‘.

נמצא לפי זה, במקום, בזמן שהיה בגלות, היינו שהיה מרגיש טעם של גלות, בזמן שהיתה באה אליו תמונה של להשפיע רק לשם שמים ולא לתועלת עצמו, היה מרגיש גלות וטעם עפר כנ"ל. ובזמן הגאולה, היינו שיוצא מהגלות, הוא מרגיש טעם בעבודה דלהשפיע טעם של ארץ חמדה טובה ורחבה.

Daraus folgt, dass er an einem Ort, als er im Exil war, als er also den Geschmack des Exils schmeckte und das Bild des Gebens einzig für den Schöpfer und nicht für sich selbst zu ihm kam, den Geschmack des Exils und des Staubs spürte. Und zur Zeit der Erlösung, wenn er also aus dem Exil kommt, spürt er in der Arbeit des Gebens den Geschmack eines begehrenswerten, guten und weiten Landes.

76

Das heißt: ‚Land des Exils‘ nennt man es, dass man den Geschmack der Leiden empfindet und ständig darauf schaut, wie man aus diesem Land fliehen kann. Anders das Herauskommen aus dem Exil – das nennt man, dass er in ‚ein begehrenswertes, gutes und weites Land‘ gelangt, über das wir sagen: ‚Wir danken Dir, der Schöpfer, unser Gott.‘ Und das wird ‚Land Jaschar-El‘ genannt, wie oben. Und nach dieser Erlösung muss man verlangen, sie zu erreichen.

היינו, שארץ הגלות נקרא שמרגישים טעם יסורים, שמסתכלים תמיד איך לברוח מארץ זו. מה שאין כן יציאה מהגלות נקרא, שבא לארץ חמדה טובה ורחבה, שעל ארץ זו אנו אומרים, נודה לך ה' אלקינו. וזה נקרא, ארץ ישר-אל כנ"ל. ולגאולה זו צריכים להשתוקק להגיע אליה.

Das Land des Exils bedeutet also, dass wir den Geschmack der Leiden spüren und immer darüber nachdenken, wie wir diesem Land entfliehen können. Im Gegensatz dazu bedeutet aus dem Exil zu kommen, dass er in ein begehrenswertes, gutes und weites Land gekommen ist. Wir sagen über dieses Land: „Wir danken dir, dem Ewigen, unserem Gott.“ Dies wird Erez Yashar-El [ein Land (Verlangen) direkt zum Schöpfer] genannt, und das ist die Erlösung, die wir anstreben sollten.

77

Doch die Frage erhebt sich von selbst: Warum empfindet der Mensch in der Arbeit des Gebens den Geschmack von Staub und will aus ihr fliehen, gleich einem, der sich im Exil befindet?

אולם השאלה מתעוררת מעצמה, מדוע האדם מרגיש טעם של עפר בעבודה דלהשפיע, ורוצה לברוח ממנה, כמו מי שנמצא בגלות.

Aber es stellt sich natürlich die Frage: „Warum fühlen wir den Geschmack von Staub in der Arbeit des Gebens und wollen davor fliehen wie jemand, der im Exil ist?“

78

Und obwohl es dafür viele Gründe gibt, ist diesem noch ein Grund hinzuzufügen: Da es die Regel gibt, dass es kein Licht ohne Gefäß gibt – das heißt, keine Füllung ohne Mangel –, muss man zuerst ins Exil eintreten, nämlich Leiden aus dieser Arbeit empfinden. Denn der Körper, der ‚Verlangen zu empfangen‘ genannt wird, sträubt sich gegen diese Arbeit und widersetzt sich ihr, weil sie gegen seine Natur ist – und [dies geschieht] durch die Leiden, die er empfindet, während er im Exil ist.

והגם שיש על זה הרבה טעמים. יש עוד להוסיף טעם לזה. היות שיש כלל, שאין אור בלי כלי, שפירושו, שאין מילוי בלי חסרון, לכן צריכים מקודם להכנס להגלות, היינו להרגיש יסורים מעבודה זו, כי הגוף, הנקרא רצון לקבל, בועט ומתנגד לעבודה זו, כי היא נגד טבעו, ועל ידי היסורים, שהוא מרגיש בהיותו בגלות.

Obwohl es dafür viele Gründe gibt, sollten wir einen weiteren hinzufügen: Es gibt nämlich eine Regel, dass es kein Licht ohne ein Kli gibt, was bedeutet, dass es keine Erfüllung ohne einen Mangel gibt. Deshalb müssen wir zuerst ins Exil gehen, das heißt, die Qualen in der Arbeit spüren, denn der Körper, der „Wille zum Empfangen“ genannt wird, tritt und wehrt sich gegen diese Arbeit, weil sie gegen seine Natur ist, und durch das Leid, das er im Exil spürt.

79

Das heißt: Gerade jene, die sich mit der Arbeit des Gebens befassen, während der Körper sich widersetzt, und die sich den Einwänden des Körpers nicht beugen und die Leiden des Körpers erdulden – nämlich das, womit der Körper sich ihnen widersetzt – und nicht vom Schlachtfeld fliehen, sondern sich immer im Kampf des Triebes befinden: bald siegt er, bald siegt der Körper, und er ist beständig in Aufstiegen und Abstiegen, und seine Seele hat keinen Frieden.

זאת אומרת, שדוקא אלו שעוסקים בעבודה דלהשפיע והגוף מתנגד, ולא נכנעים לטענות הגוף, וסובלים יסורי הגוף, היינו מה שהגוף מתנגד להם, והם אינם בורחים מהמערכה, אלא שהם נמצאים תמיד במלחמת היצר, פעם הוא גובר ופעם הגוף גובר, והוא נמצא תמיד בעליות וירידות, ואין שלום לנפשו.

Das heißt, gerade diejenigen, die sich mit der Arbeit des Gebens beschäftigen und der Körper ihr widersteht, geben den Argumenten des Körpers nicht nach und erleiden die Qualen des Körpers, also den Widerstand ihres Körpers, aber sie entgehen der Schlacht nicht, sondern befinden sich immer im Krieg mit dem Trieb. Mal setzt er sich durch, mal setzt sich der Körper durch, so dass er immer im Auf und Ab ist und seine Seele nie zur Ruhe kommt.

80

Dann, durch die Leiden, die er erduldet – ist er doch nicht gleich den übrigen Menschen, die, sobald sie sehen, dass der Körper sich der Arbeit des Gebens widersetzt, sofort aus der Arbeit fliehen. Sie erdulden keine Leiden, da sie sich nicht in dieser Arbeit befinden, um den Geschmack des Exils zu schmecken, wenn der Körper sich ihnen widersetzt; denn sie beugen sich unter die Herrschaft des Körpers und reden darüber wie der Einwand der Kundschafter, die üble Nachrede über das Land Israel führten.

אז ע"י היסורים שסובל, וכי הוא לא דומה לשאר אנשים, כשהם רואים שהגוף מתנגד לעבודה דלהשפיע, תיכף הם בורחים מהעבודה, הם לא סובלים יסורים, כי אינם נמצאים בעבודה זו, שיטעמו טעם גלות, בזה שהגוף מתנגד להם, כי הם נכנעים תחת שליטת הגוף, ואומרים על זה, כמו טענת המרגלים, שדברו לשון הרע על ארץ ישראל.

Dann leidet er, weil er nicht wie andere Menschen ist, die sofort vor der Arbeit fliehen, wenn sie sehen, dass der Körper sich dem Werk des Gebens widersetzt. Sie leiden nicht, weil sie nicht in dieser Arbeit der Verkostung des Exils sind, wenn der Körper sich ihnen widersetzt, weil sie sich der Herrschaft des Körpers unterwerfen und darüber sprechen wie die Spione, die das Land Israel verleumdeten.

81

Wie wir in den vorangehenden Artikeln sagten, wo wir die Worte des Heiligen Sohar anführten, haben sie folglich keine Gefäße, mit denen sie die Erlösung empfangen könnten – wie im Buch Matan Tora (Die Gabe der Tora, Blatt 149) erklärt wird: ‚Das Exil (das heißt die Verbannung) ist der Aspekt des Fehlens, das dem Sein vorausgeht, nämlich der Aspekt der Erlösung. Darum finden wir alle Buchstaben von ‚Erlösung‘ (Geula) in ‚Exil‘ (Gola), außer dem Buchstaben Alef, der auf den ‚Gebieter der Welt‘ (Alufo schel Olam) hinweist, wie es das Wort unserer Weisen ist. Und das lehrt uns, dass die Gestalt des Fehlens nichts anderes ist als der Aspekt der Verneinung des Seins.‘

כמו שאמרנו במאמרים הקודמים, שהבאנו את דברי הזה"ק, וממילא אין להם כלים, שיוכלו לקבל את הגאולה, כמבואר בספר מתן תורה (דף קמ"ט) וזה לשונו, "שהגולה (היינו הגלות) היא ענין "ההעדר הקודם להויה", שהוא ענין הגאולה. לפיכך כל האותיות של גאולה אנו מוצאים בגולה, חוץ מאות אל"ף, אשר אות זו מורה על אלופו של עולם, כמאמר חז"ל. והוא ללמדנו, שצורתו של ההעדר אינה אלא בחינת השלילה של הויה".

Wie wir in den vorangegangenen Artikeln, in denen wir die Worte des Heiligen Sohar wiedergaben, sagten, haben sie natürlich keine Kelim [Gefäße], in denen sie die Erlösung empfangen können, wie in dem Artikel „Die Gabe der Tora“ (Matan Tora) erklärt wurde, dass das Exil eine Angelegenheit der Abwesenheit ist, die der Existenz vorausgeht, welche die Erlösung ist. Deshalb findest du alle Buchstaben von Ge’ula [Erlösung] in Gola [Exil], außer dem Buchstaben Alef, der auf Alupho Shel Olam [Meister der Welt/der Schöpfer] hinweist, wie unsere Weisen sagten. Das lehrt uns, dass die Form der Abwesenheit nur die Negation der Existenz ist.

82

Und deshalb, wenn wir im Tischsegen ‚Wir danken Dir‘ sagen, sagen wir: ‚Und dafür, dass Du uns, der Schöpfer, unser Gott, aus dem Land Ägypten herausgeführt und uns aus dem Sklavenhaus erlöst hast.‘ Das kommt, uns zu lehren: Damit wir in ‚ein begehrenswertes, gutes und weites Land‘ gelangen, müssen wir zuerst die Stufe der Bildung der Gefäße durchlaufen, wie oben – nämlich im Land Ägypten zu sein und zu sehen, dass sie Sklaven sind, die dem Pharao, dem König von Ägypten, dienen. Und die Leiden des Exils bringen ihnen das Bedürfnis, zum Schöpfer zu beten, dass Er sie aus dem Exil herausführe, wie gesagt ist (Exodus 2,23): ‚Und die Kinder Israels seufzten unter der Arbeit, und sie schrien, und ihr Hilferuf stieg empor zu Gott.‘ Es zeigt sich, dass das Exil der Aspekt des Gefäßes ist und die Erlösung das Licht und die Fülle.

ומשום זה, כשאנו אומרים בברכת המזון, "נודה לך", אנו אומרים "ועל שהוצאתנו ה' אלקינו מארץ מצרים ופדיתנו מבית עבדים", שזה בא ללמדנו, שבכדי שנגיע לארץ חמדה טובה ורחבה, מוכרחים מקודם לעבור את השלב של עשיית הכלים כנ"ל, היינו להיות בארץ מצרים, ולראות שהם עבדים, שעובדים לפרעה מלך מצרים, והיסורי הגלות מביאים להם צורך להתפלל לה', שיוציאו מהגלות, כמו שנאמר (שמות שלישי) "ויאנחו בני ישראל מן העבודה, ויזעקו, ותעל שועתם אל אלקים". נמצא, שהגלות היא בחינת כלי, והגאולה היא האור והשפע.

Aus diesem Grund sagen wir im Speisesegen: „Wir danken dir“, „dass du uns, der Ewige, unser Gott, aus dem Land Ägypten befreit hast und uns aus dem Sklavenhaus erlöst hast.“ Das lehrt uns, dass wir, um das wünschenswerte, gute und weite Land zu erreichen, zuerst die Phase der Erstellung der Kelim durchlaufen müssen, was bedeutet, dass wir uns im Land Ägypten befinden und sehen, dass wir Sklaven sind, die dem Pharao, dem König von Ägypten, dienen, und dass die Qualen des Exils uns den Bedarf bringen, zum Schöpfer zu beten, dass er uns aus dem Exil befreit, wie es heißt (2. Mose 2,23): „Und die Kinder Israels seufzten von der Arbeit, und sie schrien, und ihr Schrei wegen der Arbeit stieg zu Gott hinauf.“ Daraus folgt, dass das Exil ein Kli ist, und die Erlösung ist das Licht und die Fülle.

83

Und damit ergibt sich das Wesen des Namens des Schöpfers, das er dort im Sulam erklärt – nämlich die Shechina, die ‚der Name des Schöpfers‘ genannt wird. Wir fragten, was es bedeute zu sagen, dass wir bei Tora und Mizwot die Absicht um der Shechina willen richten sollen. Und wir erklärten dies anhand dessen, was mein Vater und Lehrer sagte, dass das Wesen des Wohnenden und das Wesen der Shechina ein und dasselbe sind. Nur ist jener Ort, an dem der Wohnende offenbar ist, Shechina genannt.

ובזה יוצא, שענין שמו של הקב"ה, שמבאר שם בהסולם, שהיא השכינה, שנקראת שמו של הקב"ה, ששאלנו, מה שייך לומר, שנכוון בתו"מ לשם השכינה. והסברנו זה על מה שאמר אאמו"ר זצ"ל, שענין השוכן וענין השכינה הוא דבר אחד. אלא זה המקום שהשוכן מגולה נקרא שכינה.

Es stellt sich heraus, dass der Name des Schöpfers – den er dort im Sulam erklärt – die Shechina ist, die „der Name des Schöpfers“ genannt wird. Als wir fragten: „Wie kann man sagen, dass wir Tora und Mizwot um der Shechina willen befolgen?“, erklärten wir dies mit dem, was Baal HaSulam sagte, dass der Shochen [Bewohner, Residierender] und die Shechina [Gegenwart Gottes] ein und dasselbe sind, und der Ort, an dem der Shochen offenbart wird, Shechina genannt wird.

84

Und das kann man am Beispiel verstehen, dass wir jemanden weise, oder reich, oder freigebig nennen. Sind all diese Namen denn etwas anderes – nämlich ein anderer Körper als der Mensch selbst? Vielmehr [beziehen sie sich] auf einen einzigen Körper: Wenn sich seine Weisheit den Menschen offenbart, nennen sie ihn weise, oder reich – also je nach dem, was sich den anderen offenbart. Es zeigt sich, dass sein Name nur eine Offenbarung vom Schöpfer ist.

ואת זה יכולים להבין בדוגמת, שאנו קוראים למי שהוא חכם, או עשיר, או נדבן. האם כל אלה השמות זה הוא ענין אחר, היינו גוף אחר מהאדם בעצמו, היינו על גוף אחד בזמן שמגולה חכמתו לאנשים, אז הם קוראים אותו חכם, או עשיר, היינו לפי מה שמגולה לאחרים. נמצא ששמו הוא רק גילוי מהבורא.

Wir können das anhand eines Beispiels verstehen: Wenn wir jemanden als klug, reich oder großzügig bezeichnen, sind diese Namen dann andere Aspekte, die einen anderen Körper bedeuten als der Mensch selbst? Das heißt, wenn die Weisheit eines Menschen offenbart wurde, nennen wir ihn „klug“ oder „reich“, dann bezieht sich dies auf das, was anderen offenbart wurde. Daraus folgt, dass sein Name nur eine Offenbarung des Schöpfers ist.

Über das Vertrauen

Rabash – 1986, Artikel 6

Im Heiligen Sohar (Toldot, Blatt 53, Abschnitt 122–125, und im Sulam) heißt es: „Rabbi Elasar eröffnete und sagte: ‚Glücklich der Mensch, dessen Stärke in Dir ist‘ (Psalm 84,6) – glücklich der Mensch, der sich am Schöpfer stärkt und sein Vertrauen auf Ihn setzt. Man könnte meinen: gleich Chananja, Mischael und Asarja. Man kann das Vertrauen so auslegen, wie es Chananja und seine Gefährten sagten, die vertrauten und sprachen: ‚Siehe, unser Gott [ist da]‘ – das heißt, sie vertrauten darauf, dass der Schöpfer sie sicher aus dem Feuerofen erretten werde. Doch [der Sohar] sagt, dass es nicht so ist. Vielmehr komm und sieh: Würde Er sie nicht erretten und Sich nicht eigens über ihnen offenbaren, so würde der Name des Schöpfers nicht in den Augen aller geheiligt. Doch nachdem sie erkannten, dass sie nicht in rechter Weise gesprochen hatten, sprachen sie aufs Neue: ‚Und wenn nicht, so sei dir kund, o König‘ – das heißt, sie sagten: Ob Er rettet oder nicht rettet, sei dir kund, dass wir uns vor dem Standbild nicht niederwerfen werden.“

„Ein Mensch aber soll nicht [bloß] vertrauen und sagen: Der Schöpfer wird uns erretten, oder: Der Schöpfer wird mir dies und das tun. Vielmehr setze er sein Vertrauen auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft, wie es nötig ist – sofern er sich um die Gebote der Tora müht und sich bemüht, auf dem Weg der Wahrheit zu gehen. Und da der Mensch, der kommt, um sich zu reinigen, Hilfe empfängt, so vertraue er darin auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft; und er vertraue auf Ihn und setze sein Vertrauen auf keinen anderen außer Ihm. Darüber steht geschrieben: ‚Dessen Stärke in Dir ist‘.“

„‚Pfade in ihren Herzen‘ (Psalm 84,6) bedeutet, dass er sein Herz richtig bereiten soll, sodass kein fremder Gedanke in ihm aufkommt, sondern es wie jener gebahnte Pfad sei, auf dem man überallhin gelangt, wohin man muss – sowohl nach rechts als auch nach links. ‚Und so sei sein Herz‘ – das heißt: Ob der Schöpfer ihm Gutes tut oder das Gegenteil, sei sein Herz bereit und gefestigt, am Schöpfer unter keinen Umständen der Welt zu zweifeln.“

„Eine andere Auslegung: ‚Glücklich der Mensch, dessen Stärke in Dir ist.‘ Das ist, wie wenn du sagst: ‚Der Ewige wird Seinem Volk Stärke geben‘ (Psalm 29,11) – das bedeutet die Tora. ‚Dessen Stärke in Dir ist‘ bedeutet, dass der Mensch sich mit der Tora um des Namens des Schöpfers willen befassen soll, das heißt der Shechina, die ‚Name‘ genannt wird. Denn jeder, der sich mit der Tora befasst und sich nicht um Ihretwillen müht, dem wäre besser, er wäre nicht geschaffen worden. ‚Pfade in ihren Herzen‘ ist, wie wenn du sagst: ‚Macht Bahn dem, der in den Himmeln einherfährt, dessen Name der Ewige ist‘ (Psalm 68,5) – das bedeutet, den, der in den Himmeln einherfährt, zu erhöhen.“

Und ebenso bedeutet ‚Pfade in ihren Herzen‘: dass seine Absicht bei jener Tora, mit der er sich befasst, darin liegt, den Schöpfer zu erhöhen und Ihn in der Welt geehrt und bedeutend zu machen. Das heißt, er richtet sein Herz darauf, durch das Studium seiner Tora die Fülle der Erkenntnis auf sich und die ganze Welt herabzuziehen, damit der Name des Schöpfers in der Welt groß wird, wie geschrieben steht: ‚Und die Erde wird voll Erkenntnis des Ewigen sein‘ (Jesaja 11,9). Und dann wird sich erfüllen: ‚Und der Ewige wird König sein über die ganze Erde‘ (Sacharja 14,9).

Nach dem oben Gesagten ist das Wesen des Vertrauens schwer zu verstehen, das der Heilige Sohar uns erklärt, wenn er sagt: ‚Ein Mensch aber soll nicht vertrauen und sagen: Der Schöpfer wird uns erretten‘ oder ‚Der Schöpfer wird mir dies und das tun‘. Wir sehen doch: Wenn jemand seinen Mitmenschen um einen Gefallen bittet und dieser Mensch sein Freund ist und er weiß, dass er ein gutes Herz hat, dann vertraut er darauf, dass dieser Mensch seine Bitte erfüllt. Wie aber lässt sich sagen, dass er auf Ihn vertraut, selbst wenn Er seine Bitte nicht erfüllt, wie geschrieben steht: ‚Ein Mensch aber soll nicht vertrauen und sagen: Der Schöpfer wird uns erretten‘?

Und noch etwas ist schwer zu verstehen, wenn er sagt: ‚Und er setze sein Vertrauen auf keinen anderen außer Ihm‘, und darüber steht geschrieben: ‚Dessen Stärke in Dir ist‘. Das gilt es zu verstehen. Denn einerseits sagt er, man soll nicht sagen, der Schöpfer wird ihn erretten – das heißt, das Vertrauen muss selbst dann bestehen, wenn Er ihn nicht errettet, gleich Chananja. Was lässt sich dann angesichts des Zweifels davon sagen, er soll ‚auf keinen anderen vertrauen‘, was doch nahelegt, dass ein anderer ihm sicher helfen und ihn erretten würde?

Das heißt, als gäbe es jemanden, der ihn sicher erretten könnte, ohne jeden Zweifel. Und darum bestünde ein Verbot, auf einen anderen zu vertrauen, sondern man darf sich allein auf den Schöpfer verlassen, obwohl man nicht weiß, ob der Schöpfer ihn errettet, wie oben. Wie aber lässt sich sagen, dass es jemanden gibt, der ihn erretten könnte? Er bringt doch das Beispiel von Chananja, Mischael und Asarja – und wie lässt sich dort sagen, sie sollen ‚auf keinen anderen vertrauen‘, was nahelegt, als gäbe es jemanden in der Welt, der sie aus dem Feuerofen erretten könnte? Lässt sich so etwas sagen?

Um die Worte des Heiligen Sohar zu verstehen, müssen wir das Ziel der Schöpfung voranstellen. Es gibt nämlich ein Ziel vonseiten des Schöpfers – das, was der Schöpfer von der Schöpfung wollte. Und es gibt auch ein Ziel vonseiten der Geschöpfe – also das Ziel, das die Geschöpfe erreichen müssen, sodass man sagen kann, sie sind zu ihrem Ziel gelangt, dem, wozu sie geschaffen wurden.

Und es ist bekannt, dass das Ziel vonseiten des Schöpfers dieses ist: Da Sein Verlangen ist, Seinen Geschöpfen wohlzutun, hat Er die Geschöpfe geschaffen, um ihnen Gutes und Wonne zu geben. Und da Er wollte, dass das Gute, das Er ihnen gibt, vollkommen ist, schuf Er eine Korrektur: Bevor die Geschöpfe um des Gebens willen empfangen können, sollen sie keinerlei Fülle empfangen, die ‚Gutes und Wonne‘ genannt wird. Und das hat den Grund, dass es die Natur des Zweiges ist, seiner Wurzel zu gleichen. Da nun die Wurzel der Geschöpfe das Geben an die Geschöpfe ist, würden die Geschöpfe, wenn sie sich mit dem Empfangen befassen, ein Unbehagen empfinden.

Und deshalb geschah eine Korrektur, Zimzum (Einschränkung) und Massach (Schirm) genannt: Nur dadurch, dass die Geschöpfe um des Gebens willen empfangen, können sie das Gute und die Wonne genießen, die im Schöpfungsgedanken lagen. Und das Ziel der Geschöpfe ist, dass sie zum Aspekt der Anhaftung (Dwekut) gelangen müssen, die ‚Gleichheit der Form‘ genannt wird. Das heißt: So wie der Schöpfer Seinen Geschöpfen wohltun will, so müssen auch die Geschöpfe dahin gelangen, dass ihr ganzes Verlangen ist, dem Schöpfer wohlzutun.

Und deshalb müssen jene Menschen, die auf den Weg der Wahrheit treten wollen, um zum Aspekt der Dwekut zu gelangen, sich daran gewöhnen, dass all ihr Denken, Reden und Handeln auf die Absicht gerichtet ist, dass aus dieser Arbeit – dem Erfüllen der Mizwot und dem Studium der Tora – dem Schöpfer Wohlgefallen erwächst. Und es ist ihnen verboten, die Rechnung aufzumachen, was sie vom Schöpfer dafür empfangen könnten, dass sie Ihm Wohlgefallen bereiten wollen. Das heißt, es darf ihnen nicht in den Sinn kommen, was der Schöpfer ihnen geben wird, sodass sie die Fähigkeit hätten, etwas aus dem Bereich des Schöpfers in ihren eigenen Bereich zu überführen. Denn das würde sie dazu bringen, zwei Herrschaftsbereiche zu schaffen – den Bereich des Schöpfers und den Bereich der Geschöpfe –, was das Gegenteil von Dwekut ist; denn Dwekut bedeutet Vereinigung, dass aus zwei Dingen ein einziges wird, indem sie sich miteinander vereinen.

Zwei Herrschaftsbereiche dagegen bedeuten Trennung. Und dadurch, dass sie an sich selbst denken – nämlich etwas vom Schöpfer in ihren eigenen Bereich zu empfangen –, werden sie durch dieses Empfangen noch getrennter, als sie es bisher waren.

Und damit verstehen wir die Worte des Heiligen Sohar, der über den Vers ‚Und die Güte der Völker ist Sünde‘ (Sprüche 14,34) sagt: weil ‚all das Gute, das sie tun, sie für sich selbst tun‘. Da erhebt sich die Frage: Warum genügt es nicht zu sagen, dass sie keinen Lohn dafür empfangen, wenn sie sich mit Güte (Chessed) befassen – also mit Werken des Gebens, indem sie Gutes tun? Weil ihre Absicht nicht der Tat der Güte selbst gilt, sondern dem Entgelt, das sie dafür empfangen werden – das wird ‚für sich selbst‘ genannt. Das heißt, dass sie sich mit Güte nicht in der Absicht befassen, dem anderen Gutes zu tun, sondern ihre Absicht ist: Dadurch, dass sie dem anderen etwas Gutes tun, sollen sie irgendein Entgelt empfangen. Ob sie Geld oder Ehre und dergleichen empfangen, ist nicht wesentlich – Hauptsache, sie empfangen ein Entgelt für ihr Verlangen zu empfangen.

Doch man muss verstehen: Da das Wort ‚Sünde‘ nahelegt, dass es besser gewesen wäre, hätten sie die Güte nicht getan – lässt sich so etwas sagen? Es liegt doch keinerlei Vergehen darin, Güte zu üben. Warum also wird dies ‚Sünde‘ genannt?

Nach dem, was wir erklärt haben, gilt für Menschen, die auf dem Weg der Wahrheit gehen wollen – also der Dwekut an den Schöpfer gewürdigt werden und die Gleichheit der Form anstreben –: Solange sie sich im ‚Sitze und tue nichts‘ befinden und nichts in ihre Empfangsgefäße hineinfordern, vollbringen sie keine Handlung, die sie vom Schöpfer entfernte.

Anders, wenn sie irgendeine Handlung der Güte vollbringen: Dann zeigt sich, dass sie damit bitten, der Schöpfer möge ihnen ein Entgelt in ihre Empfangsgefäße geben. Es zeigt sich also, dass sie etwas fordern, das sie vom Schöpfer trennen würde. Und demnach wird die Güte ‚Sünde‘ genannt. (Doch das bezieht sich nicht auf Tora und Mizwot; denn über Tora und Mizwot sagten unsere Weisen: ‚Stets befasse sich der Mensch mit der Tora, auch nicht um Ihretwillen (lo liShma), denn aus dem lo liShma gelangt man zum liShma.‘)

Doch nach der Regel, dass sich ohne Genuss keine Handlung vollbringen lässt – wie kann man dann um des Gebens willen wirken und nichts in den eigenen Bereich als Entgelt empfangen, sondern sich Ihm gegenüber annullieren und den eigenen Bereich auflösen, sodass nur noch der eine Bereich bleibt, der Bereich des Schöpfers? Was also ist der Treibstoff, der ihnen die Kraft zur Arbeit gibt, sodass sie um des Gebens willen wirken können?

Der Treibstoff, der die Kraft zur Arbeit gibt, muss vielmehr daraus entstehen, dass der Mensch dem König dient – und das nach Maßgabe der Bedeutung des Königs. Denn der Schöpfer hat in die Natur die Kraft gelegt, dass ein großer Genuss darin liegt, einem bedeutenden Menschen zu dienen. Und je nach der Bedeutung des Königs empfindet der Mensch den Genuss. Das heißt: Spürt der Mensch, dass er einem großen König dient, so wächst in eben diesem Maß sein Genuss. Darum empfängt er, je bedeutender der König ist, umso mehr Freude und Genuss aus seinem Dienst.

Und dieser Genuss, den er aus seinem Dienst am König empfängt, besteht darin: Je größer der König, desto mehr will er sich Ihm gegenüber annullieren. Es zeigt sich, dass aller Genuss und alle Freude, die er empfängt, nicht in den Bereich des Menschen eingehen; vielmehr will er sich nach Maßgabe der Größe und Bedeutung des Königs in eben diesem Maß dem König gegenüber annullieren. Und es gibt hier nur einen einzigen Bereich, der ‚Herrschaft des Einen‘ (Reshut haJachid) genannt wird.

Anders, wenn er irgendein Entgelt vom König für seine Arbeit empfangen will: Dann hat er zwei Bereiche, voneinander getrennt. Es zeigt sich, dass der Mensch, statt zur Dwekut an den Schöpfer zu gelangen, zur Trennung vom Schöpfer gelangt – das ist genau der entgegengesetzte Weg zu dem Ziel, das die Geschöpfe erreichen sollen.

Es zeigt sich also, dass der Grund, der ihm die Kraft zur Arbeit gibt, allein dieser ist: dass er dem König geben kann. Doch bevor der Mensch zur Empfindung der Größe des Schöpfers gelangt ist, hat er Kämpfe mit dem Körper, da dieser nicht einwilligt, ohne Entgelt zu arbeiten. Und aus dem Grund zu arbeiten, dass ein großer Genuss im Dienst am König liegt – das hat er nicht, weil ihm die Empfindung der Größe des Königs fehlt. Und wahrer noch: weil ihm der Glaube fehlt, nämlich zu glauben, dass es einen König in der Welt gibt.

Und wie unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 2): ‚Wisse, was über dir ist – ein sehendes Auge, ein hörendes Ohr, und alle deine Taten werden in ein Buch geschrieben.‘ Wenn er den Glauben hat, dass es einen Wächter in der Welt gibt, dann beginnen die Berechnungen über dessen Größe und Bedeutung. Und sobald er den Glauben hat, dass es einen Wächter in der Welt gibt, bringt ihm dieser Glaube bereits die Empfindung der Bedeutung – auch wenn er keine Berechnung über die Größe des Schöpfers anstellt; dennoch hat er bereits Kraft zur Arbeit, um dem Schöpfer zu dienen.

Da ihm jedoch der Glaube fehlt und er nur einen teilweisen Glauben hat (siehe Einführung in den Talmud Eser Sefirot, Punkt 14), und er dann um des Gebens willen arbeiten will, kommt sofort der Körper und schreit aus vollem Halse: Bist du denn von Sinnen, dass du ohne Lohn arbeiten gehst? Und wenn du sagst, du willst dem König dienen, was selbst schon ein großer Lohn ist – das lässt sich von dem sagen, der den König spürt, dass der König auf ihn blickt, auf jede einzelne Bewegung, die er macht; von dem lässt sich sagen, dass er aus dem Grund arbeitet, dass es ein großer Vorzug ist, dem König zu dienen – aber nicht von dir.

Und das verursacht den Kampf des Triebes: Bald siegt er über den Körper, bald siegt der Körper über ihn. Denn er hält dem Körper entgegen: Dass ich die Größe des Königs nicht spüre, daran bist du schuld, weil du alles in deinen Bereich empfangen willst – das heißt ‚Empfangen um des Empfangens willen‘. Und über diesen Aspekt lagen Zimzum und Verbergung, sodass man nichts Wahres sehen kann. Darum lass mich aus deinem Verlangen heraus, und wir wollen anfangen, um des Gebens willen zu wirken; dann wirst du sicher die Bedeutung und Größe des Königs sehen, und dann wirst du selbst mir zustimmen, dass es sich lohnt, dem König zu dienen, und dass es nichts anderes in der Welt gibt, das bedeutender wäre als dies.

Und deshalb: Wenn der Mensch nur um des Gebens willen wirken und nichts empfangen will, und all seine Rechnungen darin liegen, dass der Schöpfer aus seiner Arbeit Genuss hat – dass er Ihm Wohlgefallen bereiten will und auf sich selbst überhaupt nicht blickt –, wie kann der Mensch dann wissen, ob er wirklich auf diesem Weg geht? Es könnte sein, dass er sich selbst täuscht, dass also seine ganze Absicht ‚um des Empfangens willen‘ ist. Das heißt, dass er im Aspekt des ‚Gebens um des Empfangens willen‘ steht und nicht auf dem Weg der Wahrheit geht – nämlich so, dass all sein Begehren und Verlangen darin liegt, ein Gebender um des Gebens willen zu sein.

Und daran kann der Mensch sich selbst prüfen, nämlich seine Absicht. Denn wenn er zum Schöpfer betet, dass Er ihm im Kampf des Triebes hilft, sodass der Trieb nicht über ihn kommt und ihn nicht mit den Einwänden, die er gegen seine Arbeit hat, beherrschen will, so wird der Schöpfer ihm allein das Verlangen geben, für Ihn arbeiten zu wollen, mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Und sicher gibt es kein Gebet ohne Vertrauen – nämlich darauf, dass der Schöpfer das Gebet erhört. Sonst, wenn er kein Vertrauen hat, dass der Schöpfer sein Gebet erhört, kann er nicht beten, wenn er nicht darauf vertraut, dass es jemanden gibt, der sein Gebet hört.

Und dann erhebt sich die Frage: Wenn er sieht, dass sein Gebet nicht erhört wird – dass man ihm also nicht auf sein Gebet antwortet, wie er es versteht, dass man ihm geben müsste, worum er bittet, da der Schöpfer doch barmherzig und gnädig ist und sicher gegeben hätte, worum der Mensch bittet, wenn Er es hörte –, warum wird ihm demnach auf sein Gebet nicht geantwortet? Hört der Schöpfer denn das Gebet nicht? Lässt sich so etwas sagen?

Vielmehr muss der Mensch glauben, dass der Schöpfer das Gebet hört, wie wir im Achtzehngebet sagen: ‚Denn Du hörst das Gebet eines jeden Mundes Deines Volkes Israel mit Erbarmen.‘ Vielmehr muss man glauben, was geschrieben steht: ‚Denn Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken‘ (Jesaja 55,8). Das heißt, der Schöpfer weiß, was dem Menschen gut ist – nämlich für seine Vollkommenheit –, und was seine Vollkommenheit stören könnte.

Darum muss man sagen, dass der Schöpfer ihn immer hört und ihm antwortet, so wie es dem Menschen gut sein wird. Und eben das gibt Er ihm: Jene Zustände, die der Mensch empfindet – man muss glauben, dass der Schöpfer will, dass der Mensch so empfindet, weil dies zum Wohl des Menschen ist.

Und es zeigt sich, dass das Wesentliche des Vertrauens, das der Mensch auf den Schöpfer setzen soll, dieses ist: dass der Schöpfer sicher sein Gebet hört und ihm auf sein Gebet antwortet – aber nicht so, wie der Mensch es versteht, sondern so, wie der Schöpfer es versteht, dass es ihm zu geben sich lohnt. Demnach zeigt sich, dass das Wesentliche des Vertrauens ist, auf den Schöpfer zu vertrauen, dass der Schöpfer allen hilft, wie geschrieben steht: ‚Und Sein Erbarmen ist über all Seinen Werken‘ (Psalm 145,9). Doch das Vertrauen darf nicht darin bestehen, dass der Schöpfer ihm nach dem Verstand des Menschen hilft, sondern nach dem, was die Augen des Schöpfers sehen.

Und es gibt Menschen, die meinen, das Vertrauen richtet sich gerade danach, was der Mensch als seinen Mangel versteht – darauf muss sich das Maß des Vertrauens beziehen. Und wenn er nicht glaubt, dass der Schöpfer ihm nach dem Maß des menschlichen Verstandes helfen muss, so heißt das nicht, dass er an den Schöpfer glaubt und auf Ihn vertraut. Vielmehr muss der Mensch sein Vertrauen gerade so haben, wie der Mensch es will.

Und damit können wir die Worte des Heiligen Sohar verstehen, nach denen wir fragten, wo er sagt: ‚Ein Mensch aber soll nicht vertrauen und sagen: Der Schöpfer wird uns erretten, oder: Der Schöpfer wird mir dies und das tun. Vielmehr setze er sein Vertrauen auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft, wie es nötig ist.‘ Und er bringt den Beweis von Chananja, Mischael und Asarja, die sagten: ‚Ob Er rettet oder nicht rettet.‘ Und der Sohar sagt dort: Da der Mensch, der kommt, um sich zu reinigen, Hilfe empfängt, so vertraue er darin auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft, und vertraue auf Ihn und setze sein Vertrauen auf keinen anderen außer Ihm.

Und darüber steht geschrieben: ‚Dessen Stärke in Dir ist‘. Und wir fragten: Was bedeutet ‚und er setze sein Vertrauen auf keinen anderen‘? Gibt es denn einen anderen, der ihm helfen könnte, sodass das Gebot ergeht, nicht auf einen anderen zu vertrauen? Er spricht doch vom Vertrauen Chananjas – und wer hätte sie aus dem Feuerofen erretten können, sodass deswegen ein Verbot ausgesprochen werden müsste, nicht auf einen anderen zu vertrauen?

Vielmehr verhält es sich wie oben: Da der Mensch auf dem Weg der Wahrheit gehen will – sodass all seine Handlungen um des Himmels willen geschehen, was ‚um des Gebens willen und nicht zum eigenen Nutzen‘ heißt –, muss er glauben, dass der Schöpfer weiß, was Er ihm geben soll und was nicht. Denn damit der Mensch sich nicht selbst täuscht und jedes Mal prüft, ob er auf dem Weg geht, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, muss er sich selbst betrachten: In welchem Zustand er sich auch befindet, er muss zufrieden sein.

Und er muss auf den Schöpfer vertrauen, dass dies sicher Sein Wille ist. Demnach ist es für mich nicht wichtig, in welchem Zustand ich mich befinde; vielmehr muss ich Mühe und Gebet aufwenden für das, was der Mensch versteht, und auf den Schöpfer vertrauen, dass der Schöpfer ihm zum Wohl des Menschen hilft. Und was zum Wohl des Menschen ist, das weiß der Schöpfer, nicht der Mensch. Und darin liegt für den Menschen die Möglichkeit, an sich selbst Kritik zu üben – an seiner Beschäftigung mit Tora und Mizwot –, ob seine Absicht darin liegt, dem Schöpfer zu geben und nicht zum eigenen Nutzen, das heißt, dass seine Absicht nicht ist, ein Gebender um des Empfangens willen zu sein.

Und deshalb muss der Mensch, wenn er sich die Ordnung seiner Arbeit aufstellt und hingeht, zum Schöpfer zu beten – und sicher muss er auf den Schöpfer vertrauen, dass der Schöpfer sein Gebet annimmt –, auf den Schöpfer vertrauen. Das heißt, das Maß des Vertrauens richtet sich nach der Sicht des Schöpfers, und nicht darauf, auf einen anderen zu vertrauen. Und wer ist der andere? Es ist der Mensch selbst. Das heißt: Das Maß des Vertrauens, dass der Schöpfer ihm hilft, muss so sein, wie der Schöpfer es versteht, und nicht so, wie der Mensch es versteht.

Und der Mensch wird ‚ein anderer‘ genannt, wie unsere Weisen sagten (Sukka 45b): ‚Und es wurde gelehrt: Jeder, der den Namen des Himmels mit etwas anderem verbindet, wird aus der Welt entwurzelt, wie gesagt ist: außer dem Schöpfer allein.‘ Das legt nahe, dass es ‚allein dem Schöpfer‘ sein soll, das heißt ohne eigenen Genuss, der ‚Empfangen‘ genannt wird. Das heißt: Selbst wenn er bei der Mizwa die Absicht auf den Namen des Schöpfers richtet, dabei aber auch ein wenig zum eigenen Nutzen will, wird er aus der Welt entwurzelt.

Und was bedeutet ‚wird aus der Welt entwurzelt‘? Werden denn jene, die nicht gewürdigt werden, all ihre Handlungen [recht] auszurichten, aus der Welt entwurzelt? Und man muss verstehen, welche Welt sie meinen. Nach dem, was wir lernen, meint er die ewige Welt, die ‚die Welt des Schöpfers‘ genannt wird. Das bedeutet, dass dort der Name des Schöpfers erkannt wird, der ‚der Gute und Wohltuende‘ genannt wird; dort ist Sein Gedanke offenbar, der Sein Verlangen ist, Seinen Geschöpfen wohlzutun.

Zu diesem Ziel hat Er die Welt geschaffen. Und aus jener Welt wird er entwurzelt – das heißt, er kann nicht gewürdigt werden, dass ihm das Gute und die Wonne offenbar werden, wegen der Korrektur des Zimzum, die geschah, damit der Mensch der Dwekut gewürdigt wird, die ‚Gleichheit der Form‘ heißt. Und deshalb: Wenn der Mensch auch nur ein wenig zum eigenen Nutzen empfangen will, entfernt er sich in eben diesem Maß von der Dwekut an den Schöpfer und kann folglich nicht des Guten und der Wonne gewürdigt werden, die im Ziel der Schöpfung liegen. Darum wird er aus jener Welt entwurzelt.

Aus all dem Obigen ergibt sich: Wenn der Mensch wissen will, ob er sich nicht selbst täuscht, und dem Schöpfer mit der Absicht dienen will, Ihm allein Wohlgefallen zu bereiten – da sagt der Heilige Sohar, dass er, wenn er zum Schöpfer betet, dass Er ihm hilft, sicher Vertrauen haben muss, dass der Schöpfer ihm hilft. Sonst, wenn er nicht vertraut, wie kann er bitten, wenn er nicht darauf vertraut, dass der Schöpfer ihm hilft? Andernfalls gibt es keinen Raum für das Gebet; denn der Mensch kann nicht beten und von jemandem einen Gefallen erbitten, wenn er nicht weiß, dass es in der Macht dieses Menschen liegt, ihm den Gefallen zu tun.

Darum muss er sicher vertrauen, wenn er zum Schöpfer betet, dass der Schöpfer dem Menschen sicher helfen wird. Und wenn der Mensch sieht, dass der Schöpfer ihm nicht so geholfen hat, wie der Mensch es versteht, dann zweifelt er am Schöpfer, dass Er das Gebet nicht hört. Darum sagt der Heilige Sohar, dass er beten und auf den Schöpfer vertrauen muss, dass der Schöpfer ihm sicher so hilft, wie der Schöpfer es versteht – da dieser Mensch sich ja gerade mit Dingen befassen will, die allein zum Wohl des Schöpfers und nicht zum eigenen Nutzen sind.

Wenn dem so ist – welchen Unterschied macht es dann, wie er arbeitet und dem Schöpfer gibt? Das heißt, er muss glauben: Wenn der Schöpfer versteht, dass es zum Nutzen des Menschen sein wird, sofern er in dem Zustand arbeitet, in dem er sich befindet, dann ist nicht wichtig, was der Mensch bemisst – nämlich dass der Schöpfer mehr Genuss davon hätte, wenn Er ihm nach dem Verständnis des Menschen hülfe, nach dem, was der Mensch versteht, dass der Schöpfer mehr Genuss davon hätte.

Vielmehr muss er auf den Schöpfer vertrauen, dass der Schöpfer ihm nach dem Verständnis des Schöpfers hilft. Und das nennt der Heilige Sohar: ‚Vielmehr setze er sein Vertrauen auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft, wie es nötig ist‘ – das heißt: so, wie der Schöpfer versteht, dass der Mensch sich nur in einem solchen Zustand befinden soll. Und um den Zustand, in dem er sich befindet, muss er den Schöpfer bitten, ihm zu helfen. (Das heißt: In dem Zustand, in dem er sich befindet und von dem er versteht, dass ihm dies fehlt – das, was er versteht, darum bitte er. Der Schöpfer aber tue, was gut ist in Seinen Augen.)

Denn wann lässt sich sagen, dass er dem Willen des Schöpfers zustimmt und nicht hartnäckig darauf besteht, dass der Schöpfer ihm nach dem Willen des Menschen hilft? Eben dann, wenn der Mensch um das bittet, was der Mensch versteht, und betet, dass der Schöpfer ihm hilft, wie er es versteht – und dennoch seinen Willen vor dem Willen des Schöpfers annulliert. Dann lässt sich sagen, dass er sein Vertrauen auf den Schöpfer setzt, dass Er ihm hilft, wie es nötig ist, also so, wie der Schöpfer es versteht, und nicht so, wie der Mensch es versteht.

Und das nennt man ‚Annulliere deinen Willen vor Seinem Willen‘, wie unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 2). Anders aber, wenn er gar kein Verlangen hat, zu irgendeinem Ziel zu gelangen, während er zum Schöpfer betet, dass Er ihm hilft, es zu erreichen – dann lässt sich folglich nicht sagen, dass er seinen Willen vor dem Willen des Schöpfers annulliert. Sagt er hingegen: Ich will, was ich will, und das, wovon ich verstehe, dass es mir fehlt – und Du tue mir, wie Du es verstehst –, dann lässt sich sagen, dass er seinen Willen vor dem Willen des Schöpfers annulliert.

Doch wozu muss der Mensch seinen Willen annullieren? Und wenn er kein Verlangen hat, das er annullieren könnte, so legt das nahe, als sei dies keine Vollkommenheit. Im Gegenteil doch – der Verstand verlangt: Wenn der Mensch dem Willen des Schöpfers zustimmt, ist das sicher besser, als wenn er ein anderes Verlangen als den Willen des Schöpfers hat und es annullieren muss, als hätte er etwas Schlechtes und müsste das Schlechte annullieren. Wäre es nicht besser, er hätte überhaupt nichts Schlechtes?

Vielmehr verhält es sich so: Bekanntlich muss das spirituelle Gefäß, damit es geeignet ist, die Fülle des Guten und der Wonne zu empfangen, zwei Bedingungen erfüllen:

Erstens: dass es den Aspekt der Awiut (Grobheit) hat, nämlich das Verlangen, Genuss und Wonne zu empfangen;

Zweitens: dass es einen Massach (Schirm) hat – nämlich nicht nach seinem Begehren und Verlangen zu empfangen, mit dem es danach strebt, Genuss und Wonne zu empfangen, sondern nach dem, was dem Schöpfer daraus Genuss bereitet; und das nennt man ‚empfangen, um seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten‘.

Wenn er jedoch kein Empfangsgefäß hat – nämlich kein Verlangen, Genuss und Wonne zu empfangen –, dann ist er nicht geeignet, die Fülle von oben zu empfangen; denn es gibt keine Füllung ohne Mangel. Darum muss man sich bemühen, sich selbst einen Mangel zu schaffen: danach zu verlangen, dass der Schöpfer ihn näher bringt und ihm von all dem Guten gibt, das in der Macht des Schöpfers liegt zu geben. Und er verlangt, dies zu empfangen. Und zugleich annulliert er seinen Willen und vertraut auf den Schöpfer, dass der Schöpfer ihm sicher hilft und ihm das gibt, von dem der Schöpfer versteht, dass es zu seinem Wohl ist. Und darum hat er dann keine Einwände, dass der Schöpfer ihm nicht geholfen hat, wie der Mensch es versteht.

Und das nennt man, dass er seinen Willen annulliert und sagt: Ich tue das Meine – nämlich das, wovon ich verstehe, dass es zu meinem Wohl ist –, und ich verstehe und glaube, dass der Schöpfer sicher meinen Zustand besser kennt; und ich willige ein, hinzugehen und mich mit Tora und Mizwot zu befassen, als hätte der Schöpfer mir geholfen, so wie ich verstehe, dass Er mir auf mein Gebet antworten müsste. Und obwohl ich sehe, dass Er mir auf das, worum ich gebeten habe, keinerlei Antwort gegeben hat, glaube ich dennoch, dass der Schöpfer mein Gebet erhört hat und mir antwortet, so wie es mir gut ist. Und darum muss ich immer beten, dass der Schöpfer mir hilft, wie ich es verstehe – und der Schöpfer hilft mir, wie Er versteht, dass es mir gut ist.

Und demnach erhebt sich die Frage: Da der Schöpfer so oder so hilft, wie Er es versteht – wozu dann das Gebet, das der Mensch betet? Denn der Schöpfer antwortet auf das Gebet, das der Mensch betet, nicht anders, als der Schöpfer versteht, dass Er handeln soll. Wie also nützt das Gebet des Menschen, und wozu braucht Er es, dass wir um das beten, wovon wir verstehen, dass es uns fehlt, während Er antwortet, wie Er es versteht, wie oben?

Vielmehr muss man wissen: Das Wesen des Gebets – dass wir um das beten, was uns fehlt – ist dieses: Wir wissen sicher, was uns fehlt, und wir wollen, dass der Schöpfer uns auf unser Gebet so antwortet, wie wir es verstehen, sodass wir, wenn Er unsere Bitten erfüllt, dann glückliche Menschen wären; denn alles, was uns gefehlt hat, hätte Er uns gegeben.

Man muss wissen, dass es eine Regel gibt: ‚Es gibt kein Licht ohne Gefäß.‘ Das heißt, es kann keine Füllung ohne Mangel geben. Demnach zeigt sich: Selbst wenn wir sagen, der Mensch wisse, was ihm fehlt, so wird das dennoch nicht ‚Mangel‘ genannt – ein Mangel, der bereitsteht, gefüllt zu werden. Denn dass der Mensch meint, ihm fehlt etwas, sagt noch nicht, dass er einen Mangel hat. Denn ‚Mangel‘ bedeutet etwas, das ihm wirklich fehlt. Doch ‚Mangel‘ nennt man nicht das, was er nicht hat; denn es gibt viele Dinge, die der Mensch nicht hat, und dennoch gilt das noch nicht als Mangel, sodass dort ein Raum wäre, der gefüllt werden könnte.

Zum Beispiel: Ein Mensch ist Bürger eines Landes, und im Land finden Wahlen statt, wen man zum Präsidenten des Landes machen soll; und man machte irgendjemanden zum Präsidenten, er aber blieb ein einfacher Bürger – und er empfindet keinerlei Leiden darüber, dass man ihn nicht zum Präsidenten gemacht hat. Und es gibt einen anderen Menschen im Land, der dachte, man würde ihn zum Präsidenten machen, und er steckte viel Kraft hinein, unter Freunden und angesehenen Leuten, dass sie ihm helfen sollten, Präsident zu werden; und am Ende machte man irgendjemand anderen zum Präsidenten, und er blieb allein mit seinem Verlangen zurück. Gewiss besteht ein Unterschied zwischen diesen beiden Menschen. Zwar haben beide dasselbe Negative – dass beide nicht Präsident sind –, und dennoch ist ein gewaltiger Unterschied zwischen dem, der Kraft hineingesteckt hat, um Präsident zu werden, und mit einem Verlangen ohne Füllung zurückblieb, und dem anderen, der zwar nicht Präsident ist, aber kein Leiden darüber empfindet, dass man ihn nicht zum Präsidenten gemacht hat. Das heißt: Selbst wenn man ihn zum Präsidenten machen wollte, hätte er keine Gefäße dafür – keine Mittel, wie man mit der Präsidentschaft umgeht.

Vielmehr ist das Gefäß für die Füllung das Verlangen nach der Sache. Und ‚Verlangen‘ nennt man es, wenn er Leiden um die Sache hat, die er will. Und selbst wenn er ein Verlangen nach irgendetwas hat und man meint, dies wird bereits ‚Verlangen‘ genannt, so wird es dennoch noch nicht wahrer Mangel genannt, sodass dieses Verlangen geeignet wäre, die Füllung zu empfangen.

Und der Grund ist: ‚Mangel‘ nennt man das Leiden über das, was er nicht hat. Und ‚Füllung‘ nennt man den Genuss daran, dass er sein Begehrtes erlangt hat. Es zeigt sich, dass in dem Maß, in dem er Leiden über das Fehlen hat, in eben diesem Maß Genuss aus der Füllung sein kann.

Und nun wollen wir das Wesen des Gebets verstehen, das wir beten, dass der Schöpfer uns hilft, so wie wir es verstehen; und zu glauben, was geschrieben steht: ‚Denn Du hörst das Gebet eines jeden Mundes‘; und zugleich auf den Schöpfer zu vertrauen, dass Er das Gebet eines jeden Mundes hört. Aber nicht darauf zu vertrauen, dass der Schöpfer nach dem Verständnis des Menschen helfen muss, sondern auf den Schöpfer zu vertrauen, dass Er ihm hilft, so wie der Schöpfer es versteht.

Und wir fragten: Wenn dem so ist, wozu dann das Gebet, das der Mensch betet? Denn der Schöpfer wird immer so handeln, wie der Schöpfer es versteht. Doch durch das Gebet weitet sich das Verlangen nach der Füllung. Denn durch die Vielzahl der Gebete mehrt sich der Mangel im Menschen – das heißt, er beginnt einen Mangel an dem zu empfinden, worum er betet. Denn als er anfing, um irgendeine Füllung für seinen Mangel zu bitten, hatte er bei sich selbst noch nicht die Empfindung, dass ihm das, worum er bittet, wirklich fehlt. Vielmehr sah er, dass andere um irgendeine Füllung bitten, und hörte von den Gefährten, dass man den Schöpfer um irgendeine Füllung bitten muss; da begann auch er, zum Schöpfer zu beten, dass Er ihm sein Begehrtes gibt. Doch dass er wirklich empfindet, ihm fehlt, worum er bittet – das war ihm noch nicht in den Sinn gekommen.

Aber durch die Vielzahl der Gebete, die er darbringt, beginnt er selbst zu prüfen, ob ihm das, worum er bittet, wirklich fehlt, oder ob es nur etwas Zusätzliches für ihn ist – das heißt, dass er Überflüssiges will. Das heißt: Was er als Jude notwendig tun muss, das tut er; doch er will Überflüssiges – nämlich ein besseres Leben im Spirituellen zu führen und nicht ein einfacher Mensch zu sein wie die Allgemeinheit, die Diener des Schöpfers sind.

Und diese Betrachtung in den Gebeten, die er betet, wird ihn zu der Erkenntnis bringen, dass er wirklich der Hilfe des Schöpfers bedarf, dass Er ihm hilft, im Spirituellen etwas zu erfüllen. Denn jedes Mal, wenn er betet, bringen ihn die Gebete zur Aufmerksamkeit: Er beginnt, auf sich selbst zu blicken, wozu er betet. Diese Gebete, die unsere Weisen uns festgesetzt haben – fehlt mir wirklich das, wovon sie sagten, dass wir darum beten sollen, oder fehlen mir andere Dinge, nämlich Dinge, von denen mein Körper versteht, dass man um sie bitten muss?

Es zeigt sich also: Durch die Vielzahl der Gebete, die er darbringt, beginnt er dann, einen wahren Mangel zu empfangen, bis er Leiden darüber empfindet, dass ihm etwas fehlt. Und das gibt ihm ein wahres Verlangen, dass er will, dass der Schöpfer ihn Sich nähere. Und das nennt man, dass der Schöpfer ihm hilft – nämlich, wie im Sohar geschrieben steht: ‚Vielmehr setze er sein Vertrauen auf den Schöpfer, dass Er ihm hilft, wie es nötig ist‘ –, das heißt, das Vertrauen muss darin bestehen, dass der Schöpfer ihm auf die Gebete so hilft, wie der Schöpfer versteht, dass man ihm antworten soll.

Und nun wollen wir die Fortsetzung der Worte des Heiligen Sohar erklären: ‚Eine andere Auslegung: Glücklich der Mensch, dessen Stärke in Dir ist. Das ist, wie wenn du sagst: Der Ewige wird Seinem Volk Stärke geben, das bedeutet die Tora. Und dessen Stärke in Dir ist bedeutet, dass der Mensch sich mit der Tora um des Namens des Schöpfers willen befassen soll, das heißt der Shechina, die Name genannt wird.‘

Und es gilt zu verstehen, was er dort im Sulam sagt: ‚um des Namens des Schöpfers willen, das heißt der Shechina, die Name genannt wird‘. Es ist doch bekannt, dass unsere ganze Absicht, die wir richten müssen, ‚um des Gebens willen‘ ist, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Was bedeutet dann das, was er zu den Worten des Sohar sagt, dass der Mensch sich mit der Tora um des Namens des Schöpfers willen befassen soll, das heißt der Shechina, die Name genannt wird – was nahelegt, dass all unsere Beschäftigung mit Tora und Mizwot um der Shechina willen ausgerichtet sein soll? Dann gilt es zu verstehen, was ‚für die Shechina‘ bedeutet. Und ebenso finden wir an mehreren Stellen im Sohar, dass man bei der Beschäftigung mit Tora und Mizwot die Absicht richten soll, ‚die Shechina aus dem Staub aufzurichten‘. Dann gilt es, den Unterschied im Ausdruck zwischen ‚dem Schöpfer‘ (Kudsha Brich Hu) und ‚Seiner Shechina‘ zu verstehen.

In den vorangehenden Artikeln haben wir angeführt, was mein Vater und Lehrer (Baal HaSulam) als schlichte Erklärung zu den Worten des Sohar sagte, der sagt: ‚Er ist der Wohnende (Shochen), und sie ist die Wohnstatt (Shechina).‘ Und er sagte, das bedeute: Der Ort, an dem der Wohnende offenbar ist, dieser Ort wird Shechina genannt. Es sind also nicht zwei Dinge, sondern ein einziges. Das heißt, wir haben Licht und Gefäß: Was wir vom Schöpfer erlangen, geschieht allein durch die Gefäße, die Ihn erlangen. Darum, wenn wir vom Schöpfer reden, ist unser Reden nur von dem, was Sich uns der Schöpfer durch die Gefäße offenbart.

Anders ein Licht ohne Gefäß – davon reden wir überhaupt nicht. Das heißt, wir benennen den Schöpfungsgedanken, der ist, Seinen Geschöpfen wohlzutun, mit dem Namen Ejn Sof (der Unendliche), nämlich der Wohltuende – das heißt, der Wohltuende gibt den Geschöpfen. Und das Gefäß, in dem sich die Fülle offenbart, wird Malchut genannt, die Shechina genannt wird, in der sich das Gute und die Wonne offenbaren.

Und demnach ergibt sich: Da der Schöpfer den Geschöpfen Gutes und Wonne geben will, es aber den Unteren an Gefäßen fehlt, mit denen sie empfangen könnten – wegen der Entgegengesetztheit der Form zwischen den Empfangenden und dem Gebenden –, sind das Gute und die Wonne folglich nicht offenbar. Und so zeigt sich, dass es einen bösen Trieb in der Welt gibt; denn er stellt das Spirituelle so dar, dass das Geben etwas Schlechtes ist, und nur das, was er um des Empfangens willen empfangen kann, ist etwas Gutes.

Und deshalb haben die Unteren keinen Raum, in dem sie irgendetwas um des Gebens willen wirken könnten; denn kein Mensch tut sich selbst Böses. Es zeigt sich, dass es für den Menschen keine Möglichkeit gibt, Treibstoff für die Arbeit um des Gebens willen zu haben. Und folglich kann sich die obere Fülle, die das Gute und die Wonne ist, den Unteren nicht offenbaren.

Demnach zeigt sich, dass der Name des Schöpfers, der der allgemeine Name ‚der Gute und Wohltuende‘ ist, vor den Unteren verborgen und verhüllt ist. Und dieser Name wird Shechina genannt – der Name des Schöpfers vom Aspekt ‚der Gute und Wohltuende‘. Und dieser Name ist im Exil: Das heißt, an dem Ort, wo man anfängt, ein wenig um des Gebens willen zu wirken, empfindet man sofort den Aspekt des Exils in dieser Arbeit, sodass man aus solchen Zuständen fliehen will. Denn solange der Mensch in der Eigenliebe versunken ist, hat er keinerlei Begriff von der Arbeit des Gebens. Und sobald er zu spüren beginnt, dass er auf der Linie des Gebens geht und nichts empfängt, wird es finster in seinen Augen, und er will aus diesem Zustand fliehen – wie einer, der aus dem Exil fliehen will, das man ihm auferlegt hat.

Und das gleicht einem Menschen, der sich gegen die Regierung verging und dem man als Strafe das Exil auferlegte. Und er denkt ständig daran, wie er von dort fliehen kann. Ebenso der Mensch: Wenn er spürt, dass seinem Empfangenden aus dieser Arbeit nichts zukommen wird, dann hat er keine Lust zur Arbeit und will dann ganz vom Schlachtfeld fliehen. Und darum wird dann der Name des Schöpfers, der die Shechina ist, als im Exil befindlich bezeichnet – das heißt, dass der Mensch in dieser Arbeit den Geschmack des Exils schmeckt.

Und deshalb beten wir zum Schöpfer und befassen uns mit Tora und Mizwot, um ‚die Shechina aus dem Staub aufzurichten‘. Das bedeutet: dass dieser Ort der Shechina, der der Name des Schöpfers ist – nämlich dass ‚der Gute und Wohltuende‘ sich in den Gefäßen des Gebens offenbart, wie oben –, aufgerichtet wird. Und der Mensch empfindet in dieser Arbeit den Geschmack von Staub; und auch das ist das Wesen der ‚Shechina im Exil‘, dass der Mensch in ihr den Geschmack des Exils empfindet, wie oben, und aus dieser Arbeit fliehen will – nämlich aus der heiligen Arbeit, deren Wesen, die Heiligkeit (Kedusha), darin liegt, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten.

Und deshalb müssen wir um die Erlösung im Aspekt des Einzelnen (prat) bitten – nämlich, dass jeder Einzelne empfindet, dass er aus dem Exil herausgekommen ist. Das bedeutet: dass er, wenn er um des Gebens willen wirkt, dann empfindet, dass er sich im Land Israel befindet – das heißt, dass sein Verlangen allein nach ‚Jaschar-El‘ (gerade zum Schöpfer) verlangt, was ‚Land Israel‘ (Erez Israel) genannt wird.

Und das Zeichen dafür ist, ob er aus ganzem Herzen sagen kann, was wir im Tischsegen (Birkat haMazon) sagen: ‚Wir danken Dir, der Schöpfer, unser Gott, dass Du unseren Vätern ein begehrenswertes, gutes und weites Land zum Erbe gegeben hast.‘ Das heißt: Außer dass wir um die allgemeine Erlösung beten müssen, müssen wir auch um die persönliche Erlösung beten.

Demnach zeigt sich: Zu der Zeit, da er im Exil war – das heißt, da er den Geschmack des Exils empfand, sobald ihm das Bild kam, allein um des Himmels willen und nicht zum eigenen Nutzen zu geben, empfand er Exil und den Geschmack von Staub, wie oben –, da empfindet er zur Zeit der Erlösung, das heißt, wenn er aus dem Exil herauskommt, in der Arbeit des Gebens den Geschmack ‚eines begehrenswerten, guten und weiten Landes‘.

Das heißt: ‚Land des Exils‘ nennt man es, dass man den Geschmack der Leiden empfindet und ständig darauf schaut, wie man aus diesem Land fliehen kann. Anders das Herauskommen aus dem Exil – das nennt man, dass er in ‚ein begehrenswertes, gutes und weites Land‘ gelangt, über das wir sagen: ‚Wir danken Dir, der Schöpfer, unser Gott.‘ Und das wird ‚Land Jaschar-El‘ genannt, wie oben. Und nach dieser Erlösung muss man verlangen, sie zu erreichen.

Doch die Frage erhebt sich von selbst: Warum empfindet der Mensch in der Arbeit des Gebens den Geschmack von Staub und will aus ihr fliehen, gleich einem, der sich im Exil befindet?

Und obwohl es dafür viele Gründe gibt, ist diesem noch ein Grund hinzuzufügen: Da es die Regel gibt, dass es kein Licht ohne Gefäß gibt – das heißt, keine Füllung ohne Mangel –, muss man zuerst ins Exil eintreten, nämlich Leiden aus dieser Arbeit empfinden. Denn der Körper, der ‚Verlangen zu empfangen‘ genannt wird, sträubt sich gegen diese Arbeit und widersetzt sich ihr, weil sie gegen seine Natur ist – und [dies geschieht] durch die Leiden, die er empfindet, während er im Exil ist.

Das heißt: Gerade jene, die sich mit der Arbeit des Gebens befassen, während der Körper sich widersetzt, und die sich den Einwänden des Körpers nicht beugen und die Leiden des Körpers erdulden – nämlich das, womit der Körper sich ihnen widersetzt – und nicht vom Schlachtfeld fliehen, sondern sich immer im Kampf des Triebes befinden: bald siegt er, bald siegt der Körper, und er ist beständig in Aufstiegen und Abstiegen, und seine Seele hat keinen Frieden.

Dann, durch die Leiden, die er erduldet – ist er doch nicht gleich den übrigen Menschen, die, sobald sie sehen, dass der Körper sich der Arbeit des Gebens widersetzt, sofort aus der Arbeit fliehen. Sie erdulden keine Leiden, da sie sich nicht in dieser Arbeit befinden, um den Geschmack des Exils zu schmecken, wenn der Körper sich ihnen widersetzt; denn sie beugen sich unter die Herrschaft des Körpers und reden darüber wie der Einwand der Kundschafter, die üble Nachrede über das Land Israel führten.

Wie wir in den vorangehenden Artikeln sagten, wo wir die Worte des Heiligen Sohar anführten, haben sie folglich keine Gefäße, mit denen sie die Erlösung empfangen könnten – wie im Buch Matan Tora (Die Gabe der Tora, Blatt 149) erklärt wird: ‚Das Exil (das heißt die Verbannung) ist der Aspekt des Fehlens, das dem Sein vorausgeht, nämlich der Aspekt der Erlösung. Darum finden wir alle Buchstaben von ‚Erlösung‘ (Geula) in ‚Exil‘ (Gola), außer dem Buchstaben Alef, der auf den ‚Gebieter der Welt‘ (Alufo schel Olam) hinweist, wie es das Wort unserer Weisen ist. Und das lehrt uns, dass die Gestalt des Fehlens nichts anderes ist als der Aspekt der Verneinung des Seins.‘

Und deshalb, wenn wir im Tischsegen ‚Wir danken Dir‘ sagen, sagen wir: ‚Und dafür, dass Du uns, der Schöpfer, unser Gott, aus dem Land Ägypten herausgeführt und uns aus dem Sklavenhaus erlöst hast.‘ Das kommt, uns zu lehren: Damit wir in ‚ein begehrenswertes, gutes und weites Land‘ gelangen, müssen wir zuerst die Stufe der Bildung der Gefäße durchlaufen, wie oben – nämlich im Land Ägypten zu sein und zu sehen, dass sie Sklaven sind, die dem Pharao, dem König von Ägypten, dienen. Und die Leiden des Exils bringen ihnen das Bedürfnis, zum Schöpfer zu beten, dass Er sie aus dem Exil herausführe, wie gesagt ist (Exodus 2,23): ‚Und die Kinder Israels seufzten unter der Arbeit, und sie schrien, und ihr Hilferuf stieg empor zu Gott.‘ Es zeigt sich, dass das Exil der Aspekt des Gefäßes ist und die Erlösung das Licht und die Fülle.

Und damit ergibt sich das Wesen des Namens des Schöpfers, das er dort im Sulam erklärt – nämlich die Shechina, die ‚der Name des Schöpfers‘ genannt wird. Wir fragten, was es bedeute zu sagen, dass wir bei Tora und Mizwot die Absicht um der Shechina willen richten sollen. Und wir erklärten dies anhand dessen, was mein Vater und Lehrer sagte, dass das Wesen des Wohnenden und das Wesen der Shechina ein und dasselbe sind. Nur ist jener Ort, an dem der Wohnende offenbar ist, Shechina genannt.

Und das kann man am Beispiel verstehen, dass wir jemanden weise, oder reich, oder freigebig nennen. Sind all diese Namen denn etwas anderes – nämlich ein anderer Körper als der Mensch selbst? Vielmehr [beziehen sie sich] auf einen einzigen Körper: Wenn sich seine Weisheit den Menschen offenbart, nennen sie ihn weise, oder reich – also je nach dem, was sich den anderen offenbart. Es zeigt sich, dass sein Name nur eine Offenbarung vom Schöpfer ist.

korrigiert, EY, CO4.8, 11.07.2026, Ver5