Rabash – 1986 – Artikel 22 (תשמ״ו – מאמר כ״ב)
„Wenn eine Frau befruchtet“ · אשה כי תזריע
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1 | Der heilige Sohar (Tasria, Blatt 3, und im Sulam, Punkt 9) fragt: Wir haben gelernt: „Eine Frau, die zuerst Samen gibt, gebiert einen Knaben.“ Rabbi Acha sagte: Wir haben doch gelernt, dass der Schöpfer über den Tropfen bestimmt, ob er männlich oder weiblich wird – und du sagst: „Eine Frau, die zuerst Samen gibt, gebiert einen Knaben.“ Dann bräuchte es die Bestimmung des Schöpfers gar nicht. Rabbi Jossi sagte: Gewiss unterscheidet der Schöpfer zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tropfen, und weil Er an ihm unterscheidet, bestimmt Er über ihn, ob er männlich oder weiblich sein wird. | הזה"ק (תזריע דף ג' ובהסולם אות ט') שואל, למדנו, אשה מזרעת תחילה יולדת זכר. רבי אחא אמר, זה שלמדנו, שהקב"ה גוזר על הטפה, אם הוא זכר או נקבה, ואתה אומר, אשה מזרעת תחילה יולדת זכר. ואם כן לא צריכים לגזירת הקב"ה. אמר רבי יוסי, ודאי שהקב"ה מבחין בין טפה של זכר ובין טפה של נקבה, ומשום שהבחין בה, גזר עליה, אם תהיה זכר או נקבה. | Der Sohar (Tasria, Punkt 9) fragt: „Wir haben gelernt: ‚Wenn eine Frau als Erste befruchtet, bringt sie einen Sohn zur Welt.‘ Rabbi Acha sagt: „Wir haben gelernt, dass der Schöpfer entscheidet, ob ein Tropfen männlich oder weiblich sein wird, und du sagst: ‚Eine Frau, die als Erste befruchtet, bringt einen Sohn zur Welt.‘ Wenn dem so ist, benötigen wir die Entscheidung des Schöpfers nicht.‘ Rabbi Yossi sagt: ‚Natürlich unterscheidet der Schöpfer zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tropfen. Und weil Er es unterscheidet, entscheidet Er darüber, ob es männlich oder weiblich sein wird.'“ |
2 | Dort erklärt der Sulam: Es gibt drei Teilhaber am Menschen – den Schöpfer, seinen Vater und seine Mutter. Der Vater gibt das Weiße in ihm, die Mutter das Rote in ihm, und der Schöpfer gibt die Seele. Ist der Tropfen männlich, so gibt der Schöpfer eine männliche Seele; ist er weiblich, so gibt der Schöpfer eine weibliche Seele. Der Schöpfer trifft am Tropfen eine Unterscheidung – ob er einer männlichen oder einer weiblichen Seele würdig ist. Diese Unterscheidung gilt als Seine Bestimmung. Denn hätte Er nicht unterschieden und keine männliche Seele gesandt, so wäre der Tropfen nicht zu einem männlichen geworden. Somit widersprechen die beiden Aussagen einander nicht. Rabbi Acha sagte: „Und sie gebiert einen Knaben“ – gebiert sie etwa schon dadurch, dass sie Samen gibt? Das hängt doch von der Schwangerschaft ab! Dieser Vers hätte lauten müssen: „Wenn eine Frau schwanger wird und einen Knaben gebiert.“ Rabbi Jossi sagte: Von dem Tag, an dem die Frau Samen gegeben hat und schwanger wurde, bis zu dem Tag, an dem sie gebiert, ist kein Wort auf ihren Lippen außer, ob ihr Kind ein Knabe sein wird. So weit seine Worte. | ומפרש שם בהסולם וזה לשונו, כי ג' שותפין באדם, הקב"ה ואביו ואמו, שאביו נותן הלבן שבו, ואמו האדום שבו, והקב"ה נותן הנשמה. ואם הטיפה היא זכר, נותן הקב"ה נשמה של זכר. ואם נקבה, נותן הקב"ה נשמה של נקבה. והבחנה זו שהקב"ה מבחין בהטפה, שהיא ראויה לנשמה של זכר או של נקבה, נחשבת לגזירה של הקב"ה. שאם לא הבחין בזה ולא שלח נשמה של זכר, לא היתה נגמרת הטפה להיות זכר. ונמצא שב' המאמרים אינם סותרים זה את זה. אמר רבי אחא, וילדה זכר, וכי כיון שמזרעת יולדת, הלא בהריון תלוי הדבר. והכתוב הזה היה צריך לומר, אשה כי תהר וילדה זכר. אמר רבי יוסי, אשה מיום שהזריעה ונתעברה עד יום שיולדת אין מלה בפיה אלא הולד שלה אם יהיה זכר", עד כאן לשונו. | Und es wir im Sulam-Kommentar erklärt: „Es gibt drei Partner im Menschen: den Schöpfer, seinen Vater und seine Mutter. Sein Vater gibt das Weiße in ihm, seine Mutter das Rote und der Schöpfer gibt die Seele. Wenn der Tropfen männlich ist, gibt der Schöpfer eine männliche Seele. Wenn der Tropfen weiblich ist, gibt der Schöpfer eine weibliche Seele. Diese Unterscheidung, die der Schöpfer in dem Tropfen trifft – ob er für eine männliche oder weibliche Seele geeignet ist – wird als Entscheidung des Schöpfers angesehen. Wenn Er es nicht unterscheiden würde und keine männliche Seele geschickt hätte, würde der Tropfen nicht zu einem Mann werden. Die beiden Aussagen widersprechen sich also nicht. Rabbi Acha sagt: „bringt einen Sohn zur Welt“, aber wie wird sie gebären, da sie befruchtet? Es kommt auf die Schwangerschaft an! Der Vers hätte also folgendermaßen lauten müssen: „Eine Frau, die schwanger wird, bringt einen Sohn zur Welt. Rabbi Yossi sagt: ‚Von dem Tag an, an dem eine Frau befruchtet und schwanger wird, bis zu dem Tag, an dem sie entbindet, hat die Frau kein anderes Wort im Mund als das, ob ihr Kind ein Junge wird.'“ |
3 | Die ganze obige Sache will verstanden werden. Was nützt uns dieses Wissen, dass „eine Frau zuerst Samen gibt“? Und was nützt es, dass uns gesagt wird, die Größe des Schöpfers bestehe darin, dass Er zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tropfen zu unterscheiden weiß? Ist das etwa die Größe des Schöpfers, von der ein Mensch beeindruckt werden und durch die er es auf sich nehmen soll, ein Diener des Schöpfers zu werden? Ebenso ist zu verstehen, was Rabbi Acha fragt: Der Vers „Wenn eine Frau Samen gibt und schwanger wird“ hätte „einen Knaben“ sagen müssen. Und Rabbi Jossi antwortet: Von dem Tag, an dem die Frau Samen gegeben hat und schwanger wurde, bis zu dem Tag, an dem sie gebiert, ist kein Wort auf ihren Lippen außer, ob ihr Kind ein Knabe sein wird – das heißt, sie sorgt sich darum, dass ihr Kind ein Knabe wird. Doch was nützt uns das Wissen darüber, was auf den Lippen der Frau ist? Was gewinnen wir, wenn wir diese Sorge der Frau kennen, dass ihr Kind ein Knabe werde? | ויש להבין את כל הענין הנ"ל, וכי מה נותנת לנו הידיעה הזאת "אשה מזרעת תחילה". וגם מה שאומר לנו, שגדלות ה' הוא, שיודע להבחין בין טפת זכר לטפת הנקבה. וכי זה הוא גדלות יתברך, שמזה אדם יקבל התפעלות, וע"י זה הוא יקבל על עצמו להיות עבד ה'. וכמו כן יש להבין מה שרבי אחא שואל, אשה כי תזריע ותהר. זכר, היה צריך לומר. ומתרץ רבי יוסי, אשה מיום שהזריעה ונתעברה עד יום שיולדת אין מלה בפיה אלא אם הולד שלה יהיה זכר. היינו שהיא דואגת, שהולד שלה יהיה זכר. ומה נותנת לנו הידיעה הזאת מה שיש בפיה של האשה, ומה יהיה שנדע את הדאגה הזאת של האשה, מה שהיא דואגת שהוולד שלה יהיה זכר. | Wir sollten die obige Angelegenheit verstehen. Was bringt uns das Wissen über die erste Befruchtung einer Frau? Und außerdem sagt er uns, dass die Größe des Schöpfers darin besteht, dass Er zwischen einem männlichen Tropfen und einem weiblichen Tropfen unterscheidet. Ist das die Größe, von der sich der Mensch begeistern lassen sollte, damit er es auf sich nimmt, ein Diener des Schöpfers zu sein? Wir sollten auch verstehen, was Rabbi Acha fragt: „Eine Frau, die befruchtet und schwanger wird.“ Es hätte „männlich“ heißen müssen. Rabbi Yossi erklärt: ‚Von dem Tag an, an dem eine Frau befruchtet und schwanger wird, bis zu dem Tag, an dem sie entbindet, hat die Frau kein anderes Wort im Mund als das, ob ihr Kind ein Junge wird.’“ Das heißt, sie sorgt sich darum, dass ihr Fötus ein Junge wird. Was bringt es uns, zu wissen, worüber eine Frau spricht? Wenn wir die Sorge einer Frau kennen, dass ihr Fötus ein Junge sein wird – was passiert dann? |
4 | Um all dies zu verstehen, legen wir dar, was im „Vorwort zur Weisheit der Kabbala“ (Blatt 129, Punkt 57) steht: „Der ganze Zweck der Einschränkung (Zimzum), die in der vierten Stufe (Bchina Dalet) geschah, bestand darin, sie so zu korrigieren, dass beim Empfang des Höheren Lichts keinerlei Formverschiedenheit in ihr bleibt – also um den Körper des Menschen aus eben dieser vierten Stufe zu erschaffen. Durch sein Befassen mit Tora und Mizwot, um seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, wandelt er die Empfangskraft der vierten Stufe so um, dass sie um zu geben wirkt; damit gleicht er die Form des Empfangens dem vollständigen Geben an. Dann ist das Ende der Korrektur erreicht, denn dadurch wird die vierte Stufe wieder zu einem Gefäß, das das Höhere Licht empfängt, und steht zugleich in vollkommener Anhaftung (Dwekut) mit dem Licht, ganz ohne Formverschiedenheit. Dazu muss der Mensch auch etwas von den höheren Stufen oberhalb der vierten Stufe in sich aufnehmen, damit er die Eignung besitzt, gute Werke des Gebens zu vollbringen. Denn die vierte Stufe, die zur Wurzel des Körpers des Menschen werden sollte, ist ganz ein leerer, lichtloser Raum, weil sie sich in entgegengesetzter Form zum Höheren Licht befindet – und darum gilt sie als Trennung und Tod. Wäre der Mensch aus ihr erschaffen worden, hätte er seine Taten überhaupt nicht korrigieren können, weil in ihm kein einziger Funke des Gebens wäre.“ | ולהבין כל זה נבאר מה שכתוב בספר "פתיחה לחכמת הקבלה" (דף קכ"ט אות נ"ז) וזה לשונו "כי כל הנרצה בדבר הצמצום שנעשה בבחי"ד, היה בכדי לתקנה שלא תהיה בה שום שינוי צורה עם קבלתה את אור העליון, והיינו כדי לברוא גוף האדם מבחינה ד' ההיא, ועם העסק שלו בתורה ומצות על מנת להשפיע נחת רוח ליוצרו, יהפך את כח הקבלה שבבחי"ד שיהיה על מנת להשפיע, שבזה משוה צורת הקבלה להשפעה גמורה. ואז יהיה גמר התיקון, כי בזה תחזור הבחי"ד להיות לכלי קבלה על אור העליון, וגם תהיה בדביקות גמורה עם האור בלי שנוי צורה כלל, כי לענין זה צריך האדם להיות כלול גם מבחינת העליונות שלמעלה מבחי"ד, כדי שיהיה בו ההכשר לעשות מעשים טובים של השפעה, כי הבחי"ד הצריכה להיות לשורש גופו של האדם, היתה כולה, בבחינת חלל פנוי וריקן בלי אור, להיותה נמצאת בהפכיות הצורה מאור העליון, שנבחנת משום זה לבחינת פרודא ומיתה. ואם היה נברא האדם ממנה, לא היה יכול לתקן מעשיו כלל, כי לא היה בו שום נצוצין של השפעה". | Um all das zu verstehen, erklären wir, was in dem Aufsatz „Vorwort zur Weisheit der Kabbala“ (Punkt 57) geschrieben steht: „Der ganze Zweck des Zimzum [Einschränkung], der sich in Bchina Dalet entfaltete, bestand darin, eine Korrektur zu bewirken, damit es keine Ungleichheit der Form in ihm gibt, wenn er das Höhere Licht empfängt, also mit anderen Worten – um den Körper des Menschen aus dieser Bchina Dalet zu erschaffen. Durch sein Vorhaben, sich mit Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] zu befassen, um seinem Schöpfer Zufriedenheit zu geben, wird er die Kraft des Empfangens in Bchina Dalet umkehren, um zu geben. Er gleicht damit die Form des Empfangens der vollkommenen Anhaftung an das Geben an, und damit ist die Korrektur beendet, denn dadurch wird Bchina Dalet wieder zu einem Gefäß des Empfangens für das Höhere Licht, während er in vollkommener Dwekut [Anhaftung] mit dem Licht ist, ohne dass die Form ungleich ist. Dies erfordert jedoch, dass man mit den höheren Bchinot, die über Bchina Dalet stehen, verbunden ist, um gute Taten des Gebens ausführen zu können. Das liegt daran, dass Bchina Dalet, das die Wurzel des Körpers des Menschen sein musste, die Form eines leeren Raumes hatte, ohne Licht, da es eine dem Höheren Licht entgegengesetzte Form hatte. Daher wird sie als getrennt und tot bezeichnet. Wenn der Mensch [einzig und alleine] aus ihr erschaffen worden wäre, hätte er sein Handeln überhaupt nicht korrigieren können, da es in ihm keinerlei Funken des Gebens gäbe.“ |
5 | Um dies zu korrigieren, gab es die Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit (Rachamim) mit dem Urteil (Din); denn aus der Eigenschaft des Urteils allein kann die Welt nicht bestehen, wie oben gesagt. So steht es in Punkt 58: „Und Er sah, dass die Welt nicht bestehen kann. Das heißt, wie oben gesagt: Auf diese Weise hätte der Mensch, der aus dieser vierten Stufe erschaffen werden sollte, keinerlei Möglichkeit, sich Handlungen des Gebens anzueignen, durch die die Welt im gewünschten Maß der Korrektur bestünde. Durch diese Verbindung wurde auch die vierte Stufe, die die Eigenschaft des Urteils ist, mit Funken des Gebens aus dem Gefäß der Bina durchdrungen. Dadurch wurde der Körper des Menschen, der aus der vierten Stufe hervorgeht, dafür geeignet, auch die Eigenschaft des Gebens einzuschließen, sodass er gute Werke um zu geben vollbringen kann, um seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten – bis die Empfangseigenschaft in ihm sich gänzlich in ein Geben verwandelt. Dadurch besteht die Welt in der Korrektur, die von der Erschaffung der Welt an gewünscht war.“ | ובכדי לתקן זה היה ענין של שיתוף מדת הרחמים בדין, כי מבחינת מדת הדין אין העולם יכול להתקיים כנ"ל, כמו שכתוב (באות נ"ח) וזה לשונו "וראה שאין העולם מתקיים, דהיינו כנ"ל, שבאופן זה לא היה שום אפשרות להאדם הצריך להבראות מבחי"ד הזו, שיוכל לסגל מעשים של השפעה, שעל ידו יתקיים העולם במדת התיקון הנרצה, שע"י השתתפות הזו נעשתה גם הבחי"ד, שהיא מדת הדין, כלולה מניצוצי השפעה שבכלי דבינה, שבזה נעשה הכשר לגוף האדם היוצא מבחי"ד, שיהיה כלול גם ממדת ההשפעה, אשר יוכל לעשות מעשים טובים עמ"נ להשפיע נחת רוח ליוצרו, עד שיהפך מדת הקבלה שבו, שתהיה כולה על מנת להשפיע, שע"י זה יתקיים העולם לתיקון הנרצה מבריאת העולם". | Dies zu korrigieren war die Angelegenheit der Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit [Rachamim] mit dem Urteil [Din], da die Welt nicht in der Eigenschaft des Urteils bestehen kann, wie geschrieben steht (Brief 58): „‚Er sah, dass die Welt nicht existiert‘ bedeutet, dass es auf diese Weise für den Menschen, der aus dieser Bchina Dalet erschaffen werden sollte, unmöglich war, Handlungen des Gebens zu vollbringen, durch die die Welt in dem gewünschten Ausmaß durch ihn korrigiert werden könnte. Durch diese Verbindung wurde Bchina Dalet – die Eigenschaft des Urteils – mit den Funken des Gebens im Kli [Gefäß des Gebens] von Bina vereinigt. Dadurch wurde auch der Körper des Menschen, der aus Bchina Dalet entstand, mit der Eigenschaft des Gebens integriert und konnte gute Taten vollbringen, um seinem Schöpfer Zufriedenheit zu geben, bis er die Eigenschaft des Empfangens in ihm ganz zum Geben umwandelt. Auf diese Weise wird die Welt die gewünschte Korrektur von der Schöpfung der Welt her erreichen.“ |
6 | Die „Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit mit dem Urteil“ erklärt der Sulam (Tasria, Punkt 95, Blatt 31): „Du weißt bereits, dass es zwei Punkte in Malchut gibt. Der eine ist der Punkt der Malchut der ersten Einschränkung (Zimzum Alef), der in Bina – der Eigenschaft der Barmherzigkeit – nicht versüßt wurde; aus dieser Sicht ist er nicht würdig, irgendein Licht zu empfangen, denn die Kraft des Schirms (Massach) und der Einschränkung lastet auf ihm. Der zweite Punkt ist der Punkt der Malchut. Er wurde mit der Eigenschaft der Barmherzigkeit, also mit Bina, versüßt. Alle Lichter, die Malchut empfängt, stammen aus dem zweiten Punkt. Deshalb ist der erste Punkt in ihr verborgen, und nur der zweite Punkt ist enthüllt und herrscht in ihr, und darum ist sie würdig, die höheren Lichter zu empfangen. Aus diesem Grund wird Malchut „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ genannt. Denn wird der Mensch würdig, so ist es gut: Der erste Punkt ist verborgen und nur der zweite Punkt herrscht, und dann ist alles Gute in Malchut, und der Untere empfängt von ihr. Wird er nicht würdig, sondern sündigt, so hat die Schlange die Kraft, den ersten Punkt in Malchut zu enthüllen, der nicht mit Bina verbunden wurde – und dann ist sie böse.“ | וענין "שיתוף מדה"ר בדין", הסולם מפרש (תזריע אות צ"ה דף ל"א) וזה לשונו, "כבר ידעת, שיש ב' נקודות במלכות, אחת היא נקודת המלכות דצמצום א', שלא נמתקה בבינה, שהיא מדת הרחמים, ומבחינה זו אינה ראויה לקבל שום אור, כי כח המסך והצמצום רוכב עליה. ונקודה הב' היא נקודת המלכות שנמתקה במדת הרחמים, שהיא בינה. וכל האורות שהמלכות מקבלת הם מבחינת נקודה הב'. ולפיכך נקודה הא' היא גנוזה בתוכה, ורק נקודה הב' היא גלויה ושולטת בה, ועל כן היא ראויה לקבל אורות העליונים. ומטעם זה המלכות נקראת "עץ הדעת טוב ורע", כי אם האדם זוכה, הרי טוב, שנקודה א' גנוזה ורק נקודה ב' שולטת, ואז יש במלכות כל טוב והתחתון מקבל ממנה. אם לא זכה, שהוא חוטא, אז יש כח בנחש לגלות נקודה הא' במלכות, שלא נשתתפה בבינה, אז היא רע". | Er interpretiert die Verbindung der Eigenschaft von Rachamim mit Din [Urteil] im Sulam (Tasria, Punkt 95): „Ihr wisst bereits, dass es zwei Punkte in Malchut gibt: Der erste ist Malchut de Zimzum [Einschränkung] Alef [erste Einschränkung], der in Bina, der Eigenschaft von Barmherzigkeit, nicht gemildert wurde und deshalb nichts empfangen kann, da die Kraft des Massach [Schirm] und Zimzum [Einschränkung] über ihm liegt. Der zweite Punkt ist der Punkt von Malchut, der mit der Eigenschaft von Rachamim, also Bina, versüßt, also gemildert, wurde. Alle Lichter, die Malchut empfängt, stammen von dem zweiten Punkt. Der erste Punkt ist also in ihm verhüllt, und nur der zweite Punkt ist enthüllt und beherrscht ihn. Deshalb ist er geeignet, die Höheren Lichter zu empfangen. Aus diesem Grund wird Malchut „der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ genannt, denn wenn man würdig wird, ist es gut, denn der erste Punkt ist darin verborgen und nur der zweite Punkt regiert. Zu dieser Zeit gibt es Fülle in Malchut und der Untere empfängt von ihr. Wenn er nicht würdig wird, weil er ein Sünder ist, hat die Schlange die Macht, den ersten Punkt in Malchut zu enthüllen, der nicht an Bina teilhat, und dann ist sie böse.“ |
7 | Nach dem Gesagten lassen sich die Worte des heiligen Sohar zur Sache „Wenn eine Frau Samen gibt und einen Knaben gebiert“ auslegen. Wir hatten gefragt: Was will uns das lehren, wenn „eine Frau, die zuerst Samen gibt, einen Knaben gebiert“? Nach den genannten Worten des Sohar ergibt sich, dass im Menschen zwei Kräfte sind: | ובהאמור יש לפרש דברי הזה"ק בענין "אשה כי תזריע וילדה זכר", ששאלנו, מה בא זה ללמדנו, באם "אשה מזרעת תחילה יולדת זכר". ולפי דברי הזה"ק הנ"ל, יוצא שיש באדם שני כוחות: | Jetzt können wir die Worte des Sohar interpretieren: „Wenn eine Frau befruchtet und ein männliches Kind zur Welt bringt.“ Wir haben gefragt: „Was lehrt es uns, wenn eine Frau, die zuerst befruchtet, einen Sohn zur Welt bringt?“ Nach den Worten des Sohar gibt es zwei Kräfte im Menschen: |
8 | erstens die der Eigenschaft des Urteils (Din), die das „Weibliche“ ist und Malchut genannt wird; | א. "דמדת הדין", שהוא בחינת "נקבה", המכונה מלכות", | 1.) die Eigenschaft des Urteils [Din], die als weiblich gilt und Malchut genannt wird, |
9 | zweitens die der Eigenschaft der Barmherzigkeit (Rachamim), die das „Männliche“ ist – eine männliche Kraft, also die Eigenschaft des Gebens, wie unsere Weisen sagten: „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“ | ב. "דמדת הרחמים", שהוא בחינת "זכר", שהוא כח זכר, היינו בחינת השפעה, כמו שאמרו חז"ל "מהו רחום אף אתה רחום". | 2.) die Eigenschaft der Barmherzigkeit [Rachamim], die als männlich gilt, nämlich eine männliche Kraft, die Geben bedeutet, wie unsere Weisen sagten: „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“ |
10 | Diese beiden Kräfte herrschen im Menschen, doch einmal ist die Eigenschaft des Urteils verborgen und die Eigenschaft der Barmherzigkeit herrscht, ein andermal ist die Eigenschaft der Barmherzigkeit verborgen und die Eigenschaft des Urteils herrscht. Man muss wissen: Die „Aussaat“ gleicht jemandem, der etwa Weizen in den Boden sät. Die Körner verrotten, und dann beginnt guter, essbarer Weizen zu wachsen. Auch bemüht man sich, den Boden reichlich zu düngen, damit der Weizen, der danach aufgeht, schöner, essbarer Weizen wird. | ואלו שני כוחות שולטים באדם, אלא פעם מדת הדין בגנוזה ומדת הרחמים שולטת, ופעם מדת הרחמים בגנוזה ומדת הדין שולטת. ויש לדעת שענין "זריעה" הוא דומה כמי שזורע למשל חיטים בקרקע והחיטים נרקבים, אז מתחילים לצמוח חיטים טובים למאכל. וגם משתדלים להרבות זבל באדמה, שע"י זה יהיו החיטים שיצמחו אח"כ חיטים יפים למאכל. | Diese beiden Kräfte beherrschen den Menschen, aber manchmal ist die Eigenschaft von Din verhüllt und die Eigenschaft von Rachamim regiert, und manchmal ist die Eigenschaft von Rachamim verhüllt und die Eigenschaft von Din regiert. Wir sollten wissen, dass die „Befruchtung“ [im Hebräischen auch: Aussaat] mit demjenigen vergleichbar ist, der Weizen in den Boden sät. Die Samen verrotten und der Weizen, der gut zu essen ist, beginnt zu wachsen. Wir versuchen auch, den Boden zu düngen, damit der Weizen gut wächst und zu Nahrung wird. |
11 | Damit lässt sich der genannte Ausspruch „Wenn eine Frau Samen gibt“ erklären. Wenn der Mensch den Weg der Arbeit betreten will, um zur Anhaftung an den Schöpfer zu gelangen, und sich an „menschlicher Nahrung“ und nicht an „tierischer Nahrung“ erfreuen will, dann muss die Ordnung seiner Arbeit so aussehen, dass er sein „Weibliches“ aussät – das „Verlangen zu empfangen“ genannt wird. Das heißt, er muss sein empfangendes Kli (Gefäß) in die Erde werfen und sich bemühen, dass das Empfangen für sich selbst im Boden verrottet. Und je mehr er düngt – sich also bemüht zu begreifen und zu spüren, dass ihm die Eigenliebe verächtlich wird wie Mist –, je mehr er sich bemüht, die Niedrigkeit der Eigenliebe zu erkennen, und je mehr er will, dass seine Eigenliebe verrottet, das nennt man „Wenn eine Frau Samen gibt“: Das Weibliche in ihm, das empfangende Gefäß, begräbt er im Boden, weil er will, dass seine Eigenliebe verrottet. Dann „gebiert sie einen Knaben“, nämlich die Gefäße des Gebens. Denn dadurch, dass er sich bemüht, die empfangenden Gefäße – die Eigenliebe – in sich zu annullieren, wird er der Gefäße des Gebens würdig. | ובזה נוכל לבאר את המאמר הנ"ל "אשה כי תזריע". היינו אם האדם רוצה להכנס בדרך עבודה להגיע לדביקות ה', ורוצה להנות "ממאכלי אדם" ולא "ממאכלי בהמיות", סדר העבודה שלו צריך להיות, שיזרע את "בחינת האשה" שלו, הנקרא "בחינת רצון לקבל". זאת אומרת, שהוא צריך לזרוק את הכלי קבלה שלו בתוך הארץ, ולהשתדל שהקבלה עצמית תרקב בעפר. ועד כמה שהוא מרבה זבל, היינו שמשתדל להבין ולהרגיש שאהבה עצמית תהיה מאוסה בעיניו כמו זבל, וכל כמה שהוא משתדל לראות את השפלות של בחינת אהבה עצמית, והוא רוצה שתרקב את אהבה עצמית שלו, זה נקרא "אשה כי תזריע", היינו את בחינת הנקבה שבו, שהוא כלי קבלה, את זה הוא קובר בקרקע, היינו שהוא רוצה שאהבה עצמית שלו תרקב, אז "וילדה זכר", היינו כלים דהשפעה, שע"י זה שהוא משתדל שהכלי קבלה יתבטלו אצלו, היינו אהבה עצמית, אז הוא זוכה לכלי השפעה. | So können wir den Vers „Wenn eine Frau befruchtet“ erklären. Wenn ein Mensch die Arbeit beginnen will, um Dwekut [Anhaftung] mit dem Schöpfer zu erreichen, und „die Nahrung des Menschen“ und nicht „die tierische Nahrung“ genießen will, sollte seine Arbeitsreihenfolge so aussehen, dass er die „Frau“ in sich sät, die „Wille zu empfangen“ heißt. Das heißt, er sollte sein Gefäß des Empfangens in den Boden stecken und sich bemühen, das egoistische Empfangen im Boden verrotten zu lassen. Je mehr er es düngt – also sich bemüht zu verstehen und zu fühlen, dass die Eigenliebe für ihn so abscheulich ist wie Mist – und je mehr er sich bemüht, die Niedrigkeit der Eigenliebe zu sehen und will, dass seine Eigenliebe verrottet, heißt das „Wenn eine Frau befruchtet“, d.h. das Weibliche in ihm, die Gefäße des Empfangens. Er vergräbt sie in der Erde, was bedeutet, dass er will, dass seine Eigenliebe verrottet, und dann „bringt sie einen Jungen zur Welt“, was Gefäße des Gebens bedeutet. Indem er versucht, seine Gefäße des Empfangens, also die Eigenliebe, zu annullieren, wird er mit Gefäßen des Gebens belohnt. |
12 | Das gleicht jemandem, der Weizen nimmt und ihn im Boden vergräbt, damit er verrottet, und dadurch hat er danach Weizen „als menschliche Nahrung“. „Nahrung“ meint das, woran man sich erfreut. Das heißt: Während er sich, bevor er die Arbeit auf dem Weg der Wahrheit begann, nur an dem erfreute, was in die Gefäße der Eigenliebe einging, erfreut er sich nun an Dingen, die in die Gefäße des Gebens eingehen. Das nennt man „menschliche Nahrung“ und nicht „tierische Nahrung“, also tierische Genüsse. Und das nennt man: „Wird er würdig, ist die Eigenschaft des Urteils verborgen“ – das Verlangen zu empfangen ist verborgen und herrscht nicht, und nur das Verlangen zu geben, das „Eigenschaft der Barmherzigkeit“ genannt wird, herrscht. | וזה דומה שלוקח חיטים וקברן בקרקע שירקבו. וע"י זה יהיו לו אח"כ חיטים "למאכל אדם". שענין "מאכל" נקרא מזה שנהנים. זאת אומרת, במקום שטרם שנכנס לעבודה על דרך האמת היה נהנה רק ממה שנכנס בכלים דאהבה עצמית, (מזה) הוא נהנה עכשיו מדברים שנכנסים בכלים דהשפעה, שזה נקרא "מאכל אדם" ולא "מאכל בהמה", שנקרא תענוגי בהמיות. וזה נקרא "זכה, מדת הדין נגנזה", היינו הרצון לקבל נגנז ואינו שולט, ורק הרצון להשפיע, שנקרא "מדת הרחמים", הוא השולט. | Das ist so ähnlich, wie wenn man Weizen in der Erde vergräbt, damit er verrottet, und dadurch wird er Weizen haben, der sich als Nahrung für den Menschen eignet. „Nahrung“ bedeutet, dass wir es genießen. Das heißt, bevor man beginnt, auf dem Weg der Wahrheit zu arbeiten, genoss er nur das, was in die Gefäße der Eigenliebe gelangte. Jetzt genießt er das, was in die Gefäße des Gebens kommt, was „Nahrung für den Menschen“ genannt wird und nicht „Nahrung für das Tier“, was tierische Genüsse sind. Das heißt: „Wenn er würdig wird, ist die Eigenschaft von Din verhüllt.“ Das heißt, der Wille zu empfangen ist verhüllt und regiert nicht, und nur der Wille zu geben, genannt „die Eigenschaft von Rachamim„, regiert. |
13 | Die Sache „wird würdig“ (sacha) bedeutet, dass er rein (sach) sein will – und das bedeutet zu geben. „Grob“ (av) hingegen heißt das Verlangen zu empfangen. Und weil er zur Eigenschaft der Barmherzigkeit gelangen will, wird er dessen würdig, dass die empfangenden Gefäße verschwinden, also nicht mehr herrschen. Vielmehr herrscht die Eigenschaft der Barmherzigkeit, die „Geben“ und „das Männliche“ genannt wird. Das nennt man „und sie gebiert einen Knaben“: Das Kind, das durch die „Aussaat der Frau“ geboren wird – also durch das Begraben des Verlangens zu empfangen in der Erde –, bedeutet, dass er all seine Genüsse in den Gefäßen des Gebens empfangen will, wie oben. | וענין "זכה" יהיה פירושו, שרוצה להיות זך, שענינו להשפיע. ו"עב" נקרא רצון לקבל. ומשום שהוא רוצה להגיע למדת הרחמים, הוא זוכה שהכלי קבלה נעלמו, היינו שאינם שולטים. אלא מדת הרחמים, הנקרא "השפעה" ו"בחינת זכר" היא השולטת. וזה נקרא "וילדה זכר", שהוולד הנולד ע"י "זריעת האשה", היינו ע"י קבורת הרצון לקבל באדמה, היינו שהוא רוצה להיות לקבל כל הנאות שלו בכלים דהשפעה, כנ"ל. | „Würdig“ [Zachah] bedeutet, dass er rein sein will, was Geben bedeutet. „Av“ [Vater] bedeutet das Verlangen zu empfangen. Weil er die Eigenschaft von Rachamim erreichen will, wird er mit dem Verschwinden der Gefäße des Empfangens belohnt. Das heißt, sie regieren nicht, sondern die Eigenschaft von Rachamim regiert, die „Geben“ und „männlich“ genannt wird. Das wird „einen Sohn gebären“ genannt, wobei das Kind durch die Befruchtung der Frau geboren wird, d.h. durch das Vergraben des Willens zu empfangen in der Erde, was bedeutet, dass er alle seine Freuden in Gefäßen des Gebens empfangen will. |
14 | Anders verhält es sich, wenn „ein Mann zuerst Samen gibt“: wenn also der Anfang seiner Arbeit darin besteht, dass er die Gefäße des Gebens – die er aus der Wurzel der Korrektur einschließt, wie oben, durch die Verbindung der Barmherzigkeit mit dem Urteil – begraben will, die „das Männliche“ genannt werden. Dann „gebiert sie ein Mädchen“, das heißt, in ihm tritt die Eigenschaft des Urteils zutage und herrscht, während die Eigenschaft der Barmherzigkeit, die „das Männliche“ genannt wird, verschwindet, und er keine Kraft mehr hat, mit den Gefäßen des Gebens irgendetwas auszurichten. | מה שאין כן אם "איש מזריע תחילה", שתחילת עבודתו הוא, שכלים דהשפעה ממה שהוא נכלל מתוך שורש התיקון כנ"ל, שע"י שיתוף מדת הרחמים בדין, הוא חושק לקבור את הכלים דהשפעה, הנקרא "זכר", אז "וילדה נקבה", שפירוש שמתגלה אז מדת הדין שבו, והיא השולטת, ומדת הרחמים, הנקרא "בחינת זכר" נעלמת, ואין לו שום כח לעשות משהו עם כלים דהשפעה. | Wenn aber der Mann zuerst befruchtet, ist das nicht so, wenn der Anfang seiner Arbeit die Gefäße des Gebens sind, aus denen er von der Wurzel der Korrektur an besteht. Durch die Verbindung der Eigenschaft von Rachamim mit Din will er die Gefäße des Gebens, die „männlich“ genannt werden, begraben, und dann „bringt sie ein Mädchen zur Welt“. Das bedeutet, dass dann die Eigenschaft von Din in ihm zum Vorschein kommt und regiert, während die Eigenschaft von Barmherzigkeit, genannt „männlich“, verschwindet und er keine Kraft haz, um mit den Gefäßen des Gebens etwas anzufangen. |
15 | Dann ist all seine Nahrung tierische Nahrung, denn er steckt – wie das Vieh – nur in der Eigenliebe. Das heißt: Sät er die empfangenden Gefäße, die „das Weibliche“ genannt werden, in den Boden, so geht daraus „menschliche Nahrung“ hervor, nämlich die Kräfte zu geben. Begräbt er aber die Kräfte des Gebens im Boden, dann „gebiert sie ein Mädchen“, und seine ganze Nahrung liegt nur in den empfangenden Gefäßen – das nennt man „und sie gebiert ein Mädchen“. Damit verstehen wir, was Rabbi Jossi auf die Frage des Rabbi Acha antwortete: dass „der Schöpfer zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tropfen unterscheidet, und weil Er an ihm unterschied, über ihn bestimmte, ob er männlich oder weiblich sein wird“. Und wir fragten: Was will uns das lehren? | שאז כל המאכלים שלו הוא מאכל של בהמיות, שהוא מונח רק באהבה עצמית, כדוגמת הבהמות. זאת אומרת, אם הוא זורע באדמה את הכלים דקבלה, הנקרא "נקבה", אז יוצא מזה "מאכל אדם", היינו כוחות להשפיע. ואם הוא קובר באדמה את כוחות דהשפעה, אז "וילדה נקבה", שאז כל מאכלו הוא רק בכלים דקבלה, שזה נקרא "וילדה נקבה". ובזה נבין מה שרבי יוסי השיב לשאלת רבי אחא, ש"הקב"ה מבחין בין טפה של זכר ובין טפה של נקבה, ומשום שהבחין בה, גזר עליה, אם תהיה זכר או נקבה". ושאלנו, מה בא זה ללמדנו. | Er isst dann nur noch tierische Nahrung und ist nur noch in Eigenliebe versunken, wie die Tiere. Wenn er also die Gefäße des Empfangens, die „weiblich“ genannt werden, in den Boden sät, dann kommt Nahrung für den Menschen heraus, also die Kraft des Gebens. Wenn er aber die Kräfte des Gebens in der Erde vergräbt, dann „gebiert sie ein Mädchen“, und alle seine Nahrung ist in Gefäßen des Empfangens, die als das Geburt eines Weibchens angesehen werden. Darunter verstehen wir, was Rabbi Yossi auf die Frage von Rabbi Acha antwortete, nämlich dass der Schöpfer zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tropfen unterscheidet, und weil Er es unterschieden hat, verurteilt Er es dazu, ein männliches oder ein weibliches Kind zu sein. |
16 | Nun sagten unsere Weisen: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ Und der heilige Sohar sagt: „mit einer heiligen Seele.“ Demnach gilt: Wenn die Frau zuerst Samen gibt, ist der Anfang seiner Arbeit das „Säen“, also das „Begraben seines Weiblichen im Boden“ – des Verlangens zu empfangen für sich selbst. Sein ganzes Denken ist nur darauf gerichtet, wie er die Eigenliebe loswird, und darum bittet er den Schöpfer. Dann unterscheidet der Schöpfer am Tropfen, ob er männlich ist, also ob der Mensch will, dass der Schöpfer ihm Gefäße des Gebens gibt. Dann gibt der Schöpfer ihm eine „männliche Seele“, das heißt, Er gibt ihm eine Kraft von oben, die „heilige Seele“ genannt wird, und damit kann er ein Gebender sein. Wenn der Schöpfer sieht, dass seine Absicht bei der Arbeit an Tora und Mizwot darin besteht, sich selbst zu reinigen, weil er aus der Unreinheit (Tuma) der Eigenliebe heraustreten will, dann gibt der Schöpfer ihm eine männliche Seele. | הנה חז"ל אמרו "הבא לטהר מסייעין אותו". ואומר הזה"ק "בנשמתא קדישא". נמצא לפי זה, בזמן שהאשה מזרעת תחילה, שפירושו שתחילת עבודתו היא "לזרוע", היינו "לקבור באדמה את בחינת האשה שלו", שהיא הרצון לקבל לעצמו, שכל מחשבתו הוא רק איך להפטר מאהבה עצמית, ואת זה הוא מבקש מה', אז הקב"ה מבחין בהטפה, אם היא של זכר, היינו שהוא רוצה שה' יתן כלים דהשפעה, ואז הקב"ה נותן לו "נשמה של זכר", היינו שנותן לו כח מלמעלה, הנקרא "נשמתא קדישא", ובזה הוא יכול להיות משפיע, אם הקב"ה רואה, שכוונתו בהעבודה של תו"מ היא בכדי לטהר את עצמו, כי הוא רוצה לצאת מטומאת אהבה עצמית, אז הקב"ה נותן לו נשמה של זכר. | Wir fragten: „Was lehrt uns das?“ Unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen“, und der Sohar sagt: „mit einer heiligen Seele.“ Daraus folgt, dass, wenn die Frau zuerst befruchtet, was bedeutet, dass der Beginn seiner Arbeit darin besteht, zu säen, also die Frau in ihm in der Erde zu begraben, nämlich seinen Willen, für sich selbst zu empfangen – und alle seine Gedanken drehen sich darum, wie er die Eigenliebe loswerden kann, und das ist es, was er vom Schöpfer erbittet –, dann erkennt der Schöpfer, ob der Tropfen von einem Mann ist, was bedeutet, dass er vom Schöpfer Gefäße des Gebens haben will. Dann gibt der Schöpfer ihm die Seele eines Mannes. (..) Wenn der Schöpfer sieht, dass er die Absicht hat, sich in der Arbeit von Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] reinigen zu lassen, weil er der Tuma’a [Unreinheit] der Eigenliebe entkommen will, gibt er ihm die Seele eines Mannes, das heißt, er gibt ihm die Kraft von oben, die „heilige Seele“ genannt wird, mit der er ein Gebender sein kann. |
17 | Unterscheidet der Schöpfer aber am Tropfen, dass er weiblich ist – also „ein Mann gibt zuerst Samen“ –, so besteht der Anfang seiner Arbeit darin, sein empfangendes Gefäß zu erweitern. (Es ist das, was er von seiner Wurzel her einschließt und „Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit mit dem Urteil“ genannt wird.) Seine Absicht bei seinen Handlungen ist dabei nur darauf gerichtet, einen höheren Lohn zu empfangen, wie es im heiligen Sohar steht: „Die wie ein Hund bellen und sagen: Gib uns den Reichtum dieser Welt, und gib uns den Reichtum der kommenden Welt“. | ואם הקב"ה מבחין בהטפה שהיא של נקבה, היינו "איש מזריע תחילה", שתחילת עבודתו הוא בכדי להרחיב את הכלי קבלה שלו, שמה שהוא נכלל מבחינת שורשו, שנקרא "שיתוף דמדת הרחמים בדין", ע"י מעשיו שהוא עושה כוונתו היא רק בכדי לקבל שכר יותר גבוה, וכמו שכתוב בזה"ק "דצווחין ככלבא ואמרין, הב לן עותרא עלמא הדין, והב לן עותרא דעלמא דאתי" [צועקים ככלבה ואומרים, תן לנו שכר של העולם הזה, ותן לנו שכר מעולם הבא]. | Wenn der Schöpfer erkennt, dass der Tropfen weiblich ist, was bedeutet, dass der Mann zuerst befruchtet, nämlich dass der Anfang seiner Arbeit darin besteht, seine Gefäße des Empfangens zu erweitern, die seine Wurzel einschließt, die „die Verbindung der Eigenschaft von Rachamim mit Din“ genannt wird, er aber nur beabsichtigt, durch sein Handeln eine höhere Belohnung zu empfangen, wie es im Sohar geschrieben steht: „Sie bellen wie Hunde und sagen: ‚Gebt uns den Reichtum dieser Welt, und gebt uns den Reichtum der nächsten Welt'“, dann folgt daraus, dass sein Ziel einzig und alleine darin besteht, die Besitztümer zu erweitern, die der Eigenliebe gehören. |
18 | Dann zeigt sich, dass sein ganzes Streben nur darauf gerichtet war, die Besitztümer der Eigenliebe zu erweitern. Durch die Aussaat begräbt er also das Maß an Barmherzigkeit, das in ihm eingeschlossen ist, und bewirkt, dass die Eigenschaft der Barmherzigkeit – die „Kraft des Gebens“ – verborgen wird. Das nennt man „Aussaat“: Man verbirgt das Korn und legt es in die Erde, und das Korn wird in der Erde verborgen. Das deutet uns an, dass die Kraft des Gebens verborgen und die Kraft des Empfangens enthüllt wird – und das nennt man „und sie gebiert ein Mädchen“. | נמצא שכל מגמתו היתה רק בכדי להרחיב את הקנינים השייכים לאהבה עצמית. נמצא שע"י הזריעה, זאת אומרת, שהוא קובר את ההתכללות שיש בו מבחינת רחמים, וגורם שהמדת הרחמים, שהיא "בחינת כח השפעה", תהיה בגניזו, שזה נקרא "זריעה", שמעלים ומכניס את החטה בתוך האדמה, והחטה נגנזת בתוך האדמה, שזה מרמז לנו, שכח השפעה נגנז וכח הקבלה מגולה, שזה נקרא "וילדה נקבה". | Daraus folgt, dass seine ganze Absicht darin bestand, durch das Säen der Eigenschaft des Gebens – der Eigenschaft von Rachamim –, die Rachamim verhüllen will. Das nennt man „säen“, wenn wir den Weizen in die Erde legen und verhüllen, und der Weizen wird im Boden verborgen. Das deutet uns an, dass die Kraft des Gebens verhüllt wurde und die Kraft des Empfangens enthüllt wird. Das heißt: „Sie bringt ein Mädchen zur Welt“. |
19 | Was Rabbi Jossi also sagte – dass der Schöpfer unterscheidet, ob es ein männlicher oder ein weiblicher Tropfen ist –, will uns lehren: Der Mensch soll nicht sagen: „Ich befasse mich schon so lange Zeit mit Tora und Mizwot und halte alles ein, das Leichte wie das Schwere, und sehe doch nicht, dass der Schöpfer mir Hilfe von oben gibt, damit ich auf den heiligen Stufen aufsteigen kann.“ Und er fragt: Wo ist die Hilfe von oben, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen“? | נמצא, שמה שאמר רבי יוסי, שהקב"ה מבחין אם היא טפת זכר או נקבה, זה בא ללמדנו, שאין לאדם לומר, אני עוסק כל כך הרבה זמן בתורה ומצות, ואני שומר הכל "קלה כבחמורה", ואין אני רואה שהקב"ה יתן לי עזרה מלמעלה, שתהיה לי אפשרות לעלות במדרגות הקודש. ושואל, איפה הסיוע של מלמעלה, כמו שאמרו חז"ל "הבא לטהר מסייעין אותו". | Daraus folgt, dass das, was Rabbi Yossi sagt – dass der Schöpfer unterscheidet, ob ein Tropfen männlich oder weiblich ist – uns lehren soll, dass man nicht sagen soll: „Ich befasse mich schon so lange mit Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] und befolge alles, was leicht und schwer ist, aber ich sehe nicht, dass der Schöpfer mir von oben hilft, damit ich die Stufen der Heiligkeit erklimmen kann.“ Er fragt: „Wo ist die Hilfe von oben, so wie unsere Weisen sagten: ‚Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen‘?“ |
20 | Darauf antwortet Rabbi Jossi: Der Schöpfer unterscheidet am Tropfen, was er ist. Ob er männlich ist – ob du also die Arbeit des Gebens willst – oder ob es die Arbeit des Weiblichen ist, bei der deine ganze Arbeit darauf zielt, Lohn zu empfangen: Das nennt man zwar „gebend“, doch es ist um zu empfangen. Darum darf der Mensch nicht sagen, der Schöpfer höre sein Gebet nicht. Vielmehr hört der Schöpfer und weiß, worum er betet. Denn in Wahrheit will er seine Eigenliebe gar nicht in der Erde begraben – wie also könnte der Schöpfer ihm geben, was er nicht will? | על זה בא רבי יוסי ואומר, שהקב"ה מבחין על הטפה מה הוא. אם זכר, אם אתה רוצה בעבודה דלהשפיע, או בעבודה דנקבה, היינו שכל עבודתך היא בכדי לקבל שכר, הנקרא "משפיע", אבל הוא בעל מנת לקבל. לכן אין לו לומר, שהקב"ה אינו שומע תפלתו. אלא הקב"ה שומע ויודע על מה הוא מתפלל. היינו, שבכלל הוא לא רוצה לקבור בארץ את אהבה עצמית שלו, אם כן איך הקב"ה יכול לתת מה שהוא לא רוצה. | Daraufhin kommt Rabbi Yossi und sagt, dass der Schöpfer erkennt, was der Tropfen ist – ob es ein männlicher ist, wenn du also die Arbeit des Gebens willst, oder die Arbeit eines weiblichen, was bedeutet, dass deine ganze Arbeit darin besteht, Belohnung zu empfangen, was „Geben“ genannt wird, aber um zu empfangen. Deshalb kann er nicht sagen, dass der Schöpfer sein Gebet nicht hört. Vielmehr hört und weiß der Schöpfer, wofür er betet, was bedeutet, dass er seine Eigenliebe gar nicht in den Boden eingraben will, wie kann der Schöpfer ihm also geben, was er nicht will? |
21 | Bekanntlich gibt es „kein Licht ohne ein Gefäß“. Denn „Gefäß“ bedeutet Mangel, und „Licht“ bedeutet die Erfüllung des Mangels. Hat ein Mensch keinen Mangel – spürt er also nicht, dass ihm das Verlangen zu geben fehlt –, so ist dies die eigentliche Niedrigkeit des Menschen, derentwegen er von der Heiligkeit (Kedusha) entfernt ist und nicht fähig, der Anhaftung an den Schöpfer würdig zu werden. Das nennt man: Er hat kein Gefäß, um Erfüllung zu empfangen. Darum sagt Rabbi Jossi, der Schöpfer unterscheide, welcher Tropfen es ist – das heißt, welche Seele der Mensch sich vom Schöpfer wünscht, nämlich ein Licht, das in ein Gefäß des Gebens gekleidet ist. Gibt Er ihm also ein Licht, damit er die Kraft des Gebens oder die Kraft des Empfangens habe? Darum hat der Mensch keinerlei Einwand gegen den Schöpfer, denn Er gibt dem Menschen, was der Mensch will. | וידוע ש"אין אור בלי כלי". כי "כלי" נקרא חסרון ו"אור" נקרא מילוי החסרון. ואם אין לו להאדם חסרון, שירגיש מה שאין לו רצון להשפיע, זהו עיקר שפלותו של אדם, שבעבורו הוא מרוחק מהקדושה, ואין הוא מסוגל לזכות לדביקות ה', זה נקרא שאין לו כלי לקבל מילוי. ומשום זה אומר רבי יוסי, שהקב"ה מבחין איזו טפה היא, היינו מה שאדם רוצה שהקב"ה יתן שם איזו נשמה, היינו אור המלובש בכלי דהשפעה, היינו שנותן לו אור, שיהיה לו כח דהשפעה, או כח דקבלה. לכן אין לו שום טענות להבורא, כי הוא נותן להאדם מה שאדם רוצה. | Es ist bekannt, dass es kein Licht ohne ein Kli gibt. Ein Kli wird als Mangel bezeichnet, und „Licht“ ist die Füllung des Mangels. Wenn ein Mensch keinen Mangel hat und fühlt, dass er kein Verlangen hat, zu geben, ist dies das Hauptmerkmal für die Niedrigkeit des Menschen, durch die er von der Kedusha [Heiligkeit] entfernt ist und nicht mit Dwekut [Anhaftung] mit dem Schöpfer belohnt werden kann. Dies wird so angesehen, dass er kein Kli hat, um Füllung zu empfangen. Deshalb sagt Rabbi Yossi, dass der Schöpfer erkennt, welcher Tropfen es ist – das heißt, Er erkennt, was der Mensch vom Schöpfer bekommen will, also welche Seele. Das heißt, dass Er ihm Licht gibt, um Gefäße des Gebens oder die Kraft des Empfangens zu erhalten. Aus diesem Grund darf er sich nicht beim Schöpfer beklagen, weil Er dem Menschen das gibt, was er will. |
22 | Das entspricht dem, was unsere Weisen sagten: „Wie sieht wahre Umkehr (Teshuwa) aus? Wenn der, der die verborgenen Dinge kennt, über ihn bezeugt, dass er nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehrt.“ Das bedeutet: Dadurch, dass der Schöpfer ihm eine männliche Seele gibt – ein Licht, damit er die Kraft zu geben habe –, zeigt sich das Zeugnis des Schöpfers, „der bezeugt, dass er nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehrt“. Denn weil der Schöpfer ihm die Seele gegeben hat, ist sicher, dass er von diesem Tag an nicht mehr für die Eigenliebe arbeiten wird, sondern alles um zu geben. | וזה הוא על דרך שאמרו חז"ל "הכי דמי תשובה, עד שיעיד עליו יודע תעלומות, שלא ישוב לכסלו עוד". שפירושו, שבזה שהקב"ה נותן לו נשמה של זכר, היינו אור, שיהיה לו כח להשפיע, בזה מתראה עדותו של הקב"ה, "שמעיד שלא ישוב לכסלו", מטעם שהקב"ה נתן לו את הנשמה, בזה הוא בטוח שמהיום והלאה הוא לא יעבוד בשביל אהבה עצמית, אלא הכל בעמ"נ להשפיע. | So wie unsere Weisen sagten: „Was bedeutet Umkehr? Wer die Geheimnisse kennt, wird bezeugen, dass er nicht zur Torheit zurückkehren wird.“ Das bedeutet, dass dadurch, dass der Schöpfer ihm eine männliche Seele, also Licht, gegeben hat, um ihm die Macht zu geben zu geben, sich das Zeugnis des Schöpfers offenbart, wenn er „bezeugt, dass er nicht zur Torheit zurückkehren wird“, da der Schöpfer ihm die Seele gegeben hat. Er ist sich sicher, dass er von nun an nicht mehr aus Eigenliebe arbeiten wird, sondern nur noch um des Gebens willen. |
23 | Das ist es, was im heiligen Sohar steht: dass dem geholfen wird, der kommt, um sich zu reinigen. Und das ist es, was Rabbi Jossi sagte: Gewiss unterscheidet der Schöpfer zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tropfen, und weil Er an ihm unterschied, bestimmte Er über ihn, ob er männlich oder weiblich sein wird. Das nennt man: Der, der die verborgenen Dinge kennt, bezeugt über ihn, dass er nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehrt. Doch wie kann der Mensch dahin gelangen, dass er das Verlangen hat, seine Eigenliebe zu begraben – die wir mit dem Namen „Gefäß“ bezeichnen –, und dass der Schöpfer ihm Licht in dieses Gefäß gibt, also die männliche Seele, in das Gefäß, das durch das Begraben des Verlangens zu empfangen entsteht und „Wenn eine Frau Samen gibt“ genannt wird, wie oben? | וזהו כנ"ל בדברי הזה"ק, שהבא לטהר מסייעין אותו. וזהו מה שאמר רבי יוסי, ודאי שהקב"ה מבחין בין טיפה של זכר ובין טיפה של נקבה. ומשום שהבחין בה, גזר עליה, אם תהיה זכר או נקבה. וזה נקרא, שהיודע תעלומות מעיד עליו שלא ישוב לכסלו עוד. אולם איך האדם יכול להגיע, שיהיה לו רצון לקבור את אהבה עצמית שלו, שאנו מכנים זה בשם "כלי", והקב"ה יתן לו אור בתוך הכלי זו, היינו הנשמה של זכר, בכלי שבא ע"י קבירת הרצון לקבל, הנקרא בחינת "אשה כי תזריע", כנ"ל. | Ähnlich steht es in den Worten des Sohar geschrieben, dass demjenigen geholfen wird, der kommt, um sich zu reinigen. So sagt Rabbi Yossi, dass der Schöpfer sicher erkennt, ob ein Tropfen von einem männlichen oder einem weiblichen Wesen stammt. Und weil Er es erkannt hat, unterscheidet Er, ob es männlich oder weiblich sein soll. Das gilt als „Wer die Geheimnisse kennt, wird über ihn bezeugen, dass er nicht zur Torheit zurückkehren wird.“ Wie kann ein Mensch erreichen, dass jemand seine Eigenliebe, die wir ein Kli nennen, begraben will und der Schöpfer ihm in diesem Kli – also der Seele eines Mannes in einem Kli, das durch das Begraben des Willens zu empfangen entsteht, „Wenn eine Frau befruchtet“ – Licht schenken wird? |
24 | Denn es ist für den Menschen sehr schwer – nachdem der Mensch so erschaffen wurde, dass die Eigenschaft des Urteils enthüllt und die Eigenschaft der Barmherzigkeit verborgen ist. Der Anfang der Erschaffung des Menschen ist nämlich „Als Wildesel wird der Mensch geboren“. Die Eigenschaft der Barmherzigkeit ist in ihm nur ein schwarzer Punkt, der nicht leuchtet. Deshalb hat er kein Bedürfnis und keinen Mangel, der in ihm den Gedanken erzeugen würde, dass er Gefäße des Gebens braucht. Seine ganze Sorge gilt vielmehr nur dem, wie er all das erfüllt, was die Eigenliebe verlangt. Und hülfe ihm der Schöpfer, dass er das Verlangen zu empfangen ganz erfüllt bekäme, so würde er sich für den glücklichsten Menschen der Welt halten – was fehlte ihm dann noch? | כי מאוד קשה להאדם, לאחר שהאדם נברא שיהא מדת הדין בגלוי ומדת הרחמים היא בגניזו [בגניזה]. כי תחילת בריאת האדם היא בבחינת "עייר פרא אדם יולד". ומדת הרחמים שבו היא אצלו בבחינת נקודה שחורה, שאינה מאירה. משום זה אין לו שום צורך וחסרון שיוליד לו מחשבה, שהוא זקוק לכלים דהשפעה. אלא שכל דאגתו היא איך למלאות כל מה שאהבה עצמית דורשת. ובאם הקב"ה יעזור לו, שיהיה לו כל המילוי של הרצון לקבל, הוא ירגיש שהוא איש המאושר בעולם, ומה חסר לו עוד. | Es ist nämlich sehr schwierig für einen Menschen, nachdem der Mensch erschaffen wurde, die Eigenschaft von Din zu offenbaren und die Eigenschaft von Rachamim zu verbergen. Denn der Beginn der Schöpfung des Menschen ist wie in „Der Mensch wird als Wildesel geboren“. Die Eigenschaft von Rachamim ist in ihm ein schwarzer Punkt, der nicht leuchtet. Aus diesem Grund hat er keinen Bedarf oder Mangel, der in ihm den Gedanken hervorruft, dass er Gefäße des Gebens braucht. Vielmehr drehen sich all seine Sorgen darum, all das zu befriedigen, was die Eigenliebe verlangt. Wenn der Schöpfer ihm hilft, seinen Willen zu empfangen vollkommen zu befriedigen, wird er sich als der glücklichste Mensch auf Erden fühlen, und was fehlt ihm sonst noch? |
25 | Demnach – wer könnte ihm sagen, dass ihm ein Mangel fehlt, nämlich das Verlangen zu geben? Etwas Neues hört er, wenn man ihm sagt, dass ihm ein Mangel fehlt. Das heißt: Was ihm fehlt, ist nun gerade der „Mangel“ – das, was mit dem Namen „Gefäß“ bezeichnet wird. Ihm fehlt also der Mangel selbst. Und die Erfüllung besteht darin, dass er diesen Mangel empfängt. Demnach beziehen sich der Name „Gefäß“ wie auch „Licht“ beide auf den Mangel. | נמצא לפי זה, מי הוא שיכול להגיד לו, שחסר לו חסרון, הנקרא רצון להשפיע. ודבר חדש הוא שומע, שאומרים לו, שחסר לו חסרון. זאת אומרת, ששם "כלי", הנקרא חסרון, יהיה עכשיו מה שחסר לו, היינו שחסר לו חסרון, והמילוי יהיה שיקבל את החסרון. נמצא לפי זה, ששם "כלי" "ואור" יהיה הכל על חסרון. | Wer kann ihm also sagen, dass er einen Mangel namens „Verlangen zu geben“ braucht? Und es ist neu für ihn zu hören, dass ihm gesagt wird, dass ihm ein Mangel fehlt. Das heißt, dass ein Kli, der „Mangel“ heißt, das ist, was ihm fehlt, was bedeutet, dass ihm der Mangel fehlt, und die Befriedigung wird sein, den Mangel zu empfangen. Daraus folgt, dass sich Kli und Or [Licht] nur auf den Mangel beziehen. |
26 | Um dies zu verstehen, schicken wir voraus, was unsere Weisen sagten: „Das Gebet wird Arbeit des Herzens genannt.“ Warum aber wird das Gebet „Arbeit des Herzens“ genannt? Ein Gebet geschieht doch nur mit dem Mund. Man kann es so erklären: „Gebet“ bedeutet Mangel, wenn der Mensch will, dass ihm sein Begehren erfüllt wird – das heißt, dass er dadurch einen Mangel erlangt, dass ihm das Bedürfnis fehlt, geben zu wollen, während sein ganzes Verlangen auf Eigenliebe gerichtet ist. Doch wie kann ein Mensch etwas verlangen, wofür er kein Bedürfnis hat? Zwar hört er, wie man ihm sagt, dass ihm nur dies fehle; aber wenn er es nicht spürt, was soll er tun, um zu spüren, dass es ihm fehlt? | ובכדי להבין את זה נקדים מה שאמרו חז"ל, "שתפלה נקרא עבודה שבלב". ומדוע נקראת "תפלה" "עבודה שבלב", הלא אין תפלה אלא בפה. ויש לפרש, ש"תפלה" נקראת חסרון, שהאדם רוצה שימלאו לו את מבוקשו, היינו שישיג חסרון בזה, שאין לו צורך שירצה להשפיע, אלא כל רצונו הוא באהבה עצמית. אבל איך אדם יכול לדרוש את דבר שאין לו בזה שום צורך, הגם שהוא שומע שאומרים לו, שרק זה חסר לו, אבל אם הוא לא מרגיש, מה עליו לעשות, שירגיש שחסר לו. | Um das zu verstehen, sollten wir die Worte unserer Weisen vorausschicken, dass ein Gebet „Arbeit im Herzen“ genannt wird. Warum wird das Gebet „Arbeit im Herzen“ genannt? Schließlich wird das Gebet nur mit dem Mund gesprochen. Wir sollten auslegen, dass ein Gebet „Mangel“ heißt, wenn jemand möchte, dass seine Bitte erfüllt wird, d.h. dass er einen Mangel dadurch erlangt, dass er keinen Bedarf hat, etwas geben zu wollen, sondern nur Eigenliebe will. Aber wie kann jemand etwas verlangen, wofür er keinen Bedarf hat, obwohl er hört, dass ihm gesagt wird: „Das ist alles, was dir fehlt“? Wenn er dies aber nicht fühlt, was soll er dann tun, um zu fühlen, dass es ihm an etwas fehlt? |
27 | Dafür gaben uns unsere Weisen einen Rat, der „Gebet“ heißt und „Arbeit des Herzens“ ist. Das bedeutet: Der Mensch sagt mit dem Mund, dass ihm das Verlangen zu geben fehlt, das Herz aber sagt ihm, dass ihm nur fehle, all das zu erfüllen, was die Eigenliebe verlangt, und nicht an Mängel zu denken, sondern an Erfüllungen. Darum hat er eine große Arbeit mit seinem Herzen, damit es bereit wird, um einen solchen Mangel zu bitten, der dem ganzen Verlangen zu empfangen – dem ganzen Wesen des Geschöpfs – zuwiderläuft. Einmal gewinnt das Herz die Oberhand, einmal der Mund. Dann stimmen sein Mund und sein Herz nicht überein; denn man muss wissen, dass letztlich gerade das Herz im Menschen herrscht und nicht der Mund. | על זה נתנו לנו חז"ל עצה, הנקראת "תפלה", שהיא "עבודה שבלב". פירוש, האדם אומר בפה, שחסר לו רצון להשפיע, והלב אומר לו, שחסר לו רק למלאות את כל מה שאהבה עצמית דורשת, ולא לחשוב על חסרונות אלא על מילויים. ומשום זה יש לו עבודה גדולה עם הלב שלו, שירצה לבקש חסרון כזה, שהוא נגד כל הרצון לקבל, שזהו כל עצמותו של הנברא. ופעם הלב גובר ופעם הפה גובר. נמצא, שאז אין פיו ולבו שוים, כי צריכים לדעת שסוף כל סוף דוקא הלב הוא השולט באדם ולא הפה. | Unsere Weisen haben uns dazu einen Rat gegeben, der „Gebet“ heißt und die Arbeit des Herzens ist. Das heißt, ein Mensch sagt verbal, dass ihm das Verlangen zu geben fehlt, und das Herz sagt ihm, dass es nur darin Bedarf hat, alles zu befriedigen, was die Eigenliebe verlangt, und nicht an Mangel zu denken, sondern an Füllung. Aus diesem Grund hat er viel Arbeit mit seinem Herzen, wenn er um einen Mangel bitten will, der dem Willen zu empfangen, der das eigentliche Wesen des Geschöpfes ist, völlig widerspricht. Mal überwiegt das Herz, mal der Mund. Daraus folgt, dass dann sein Mund und sein Herz nicht übereinstimmen, denn wir müssen wissen, dass es letztlich das Herz ist, das regiert, und nicht der Mund. |
28 | Darum sagten sie, der Mensch müsse mit seinem Herzen arbeiten, damit es einwilligt, um einen Mangel zu bitten – also darum, dass der Schöpfer seinen Mangel erfüllt. Das heißt, hier wird die Erfüllung mit dem Namen „Mangel“ bezeichnet. Und das ist die Bedeutung von „Der Allgegenwärtige erfülle seinen Mangel“: dass nämlich der Mangel „Erfüllung“ genannt wird. | לכן אמרו, שהאדם צריך לעבוד עם הלב שלו, שיסכים לבקש חסרון, היינו שהקב"ה ימלא חסרונו, זאת אומרת שכאן נקרא המילוי בשם "חסרון". וזה פירוש "המקום ימלא חסרונו", שפירושו שהחסרון נקרא מילוי. | Deshalb wurde gesagt, dass der Mensch mit seinem Herzen arbeiten muss, um zuzustimmen, um den Mangel zu bitten, was bedeutet, dass der Schöpfer seinen Mangel stillen wird, nämlich dass hier die Füllung „Mangel“ genannt wird. Das ist die Bedeutung von „Der Schöpfer wird seinen Bedarf stillen“, was bedeutet, dass der Mangel als Füllung angesehen wird. |
29 | Nach dem Gesagten verstehen wir: Der einzige Rat, um einen Mangel zu erlangen – da uns das Verlangen zu geben fehlt –, führt allein über das Gebet, das ein „Mittel“ zwischen dem Menschen und dem Mangel ist. Das heißt, er betet zum Schöpfer, ihm etwas zu geben, das ihm nicht fehlt, damit es ihm fehle. So ist das Gefäß, das „Mangel“ genannt wird, ein Mangel hinsichtlich der Empfindung – er spürt seinen Mangel nämlich nicht. Und das Gebet besteht darin, dass der Schöpfer ihm das Licht gibt, das die Erfüllung seines Mangels ist. Somit ergibt sich hier, dass die Erfüllung ein Mangel ist. Es bleibt ihm also kein anderer Rat, als zum Schöpfer zu beten, ihm einen Mangel zu geben. Und das ist es, was das Gefäß mit dem Licht verbindet. | ובהאמור נבין, שהעצה היחידה להשיג חסרון, שחסר לנו רצון להשפיע, היא רק ע"י תפלה, שהיא בחינת "אמצעי" בין האדם להחסרון. היינו שהוא מתפלל לה' שיתן לו דבר שלא חסר לו, שיחסר לו. נמצא, הכלי שנקרא חסרון, הוא חסרון מבחינת הרגשה, היינו שלא מרגיש בחסרונו. והתפלה היא, שהקב"ה יתן לו את האור, שהוא המילוי של חסרונו. אם כן יוצא כאן שהמילוי הוא חסרון. נמצא, שאין לו שום עצה אחרת, אלא להתפלל לה' שיתן לו חסרון. וזהו המקשר בין הכלי להאור. | Jetzt können wir verstehen, dass der einzige Weg, einen Mangel zu erlangen, der uns fehlt, das Verlangen zu geben ist, und das Gebet das Mittel zwischen dem Menschen und dem Mangel ist. Das heißt, man betet darum, dass der Schöpfer einem etwas gibt, für das man keinen Mangel hat, dass es einem also mangelt. Daraus folgt, dass das Kli, das „Mangel“ genannt wird, ein Mangel in Bezug auf das Gefühl ist, was bedeutet, dass er seinen Mangel nicht spürt, und das Gebet ist, dass der Schöpfer ihm das Licht geben wird, das die Füllung seines Mangels ist. Deshalb folgt daraus, dass die Füllung ein Mangel ist. Er hat also keine andere Wahl, als den Schöpfer zu bitten, ihm einen Mangel zu geben, und das ist es, was das Kli mit dem Licht verbindet. |
30 | So sagte es mein Vater und Lehrer seligen Andenkens im Namen des Admor von Pursow seligen Andenkens zu dem Ausspruch des Rabbi Schimon: „Besonders dort muss die Schrift drängen, wo es um einen Verlust am Geldbeutel geht.“ Der „Geldbeutel“ ist ein Gefäß, in das man Geld legt; „Geldbeutel“ bedeutet also Mangel, und „Geld“ bedeutet die Erfüllung des Mangels. Hat ein Mensch keinen Geldbeutel, also keinen Mangel, so ist das noch schlimmer, als wenn er keine Erfüllung hat, denn das nennt man „bewusstlos“. Daraus folgt: Wo ein Mensch keine Empfindung des Mangels hat – weil ihm das Gefäß des Verlangens zu geben fehlt –, muss er sich umso mehr drängen. Und womit? Mit dem Gebet, das das Mittel zwischen dem Gefäß und dem Licht ist, also zwischen dem fehlenden Mangel und der Erfüllung, bei der er den Mangel bereits spürt: dass er nicht um zu geben arbeiten kann. | וזהו כמו שאמר אאמו"ר זצ"ל בשם אדמו"ר מפורסוב זצ"ל, על המאמר שאמר רבי שמעון, "ביותר צריך הכתוב לזרז במקום שיש חסרון כיס", שפירושו של "כיס" הוא כלי, שמכניסים שם כסף, ש"כיס" נקרא חסרון, ו"כסף" נקרא מילוי החסרון. נמצא, שאם אין להאדם כיס היינו חסרון, זהו עוד יותר גרוע משאין לו מילוי, כי זה נקרא שהוא "מחוסר הכרה". היוצא מזה, שבמקום שאין להאדם הרגש חסרון, בזה שאין לו כלי של רצון להשפיע, הוא צריך ביותר לזרז את עצמו. ובמה, בתפלה, שהיא האמצעי בין הכלי להאור, היינו בין חסרון לחסרון ובין המילוי, שהוא כבר מרגיש את החסרון, שאינו יכול לעבוד בעמ"נ להשפיע. | Es ist so, wie Baal HaSulam im Namen des ADMOR von Pursov über den Ausspruch von Rabbi Shimon sagte: „Die Schrift sollte sich besonders beeilen, wo die Hosentaschen leer sind.“ Eine „Hosentasche“ [Kis] bedeutet ein Kli, in das man Geld steckt. Eine „Hosentasche“ bedeutet Mangel, und „Geld“ ist das Füllen des Mangels. Wenn ein Mensch also keine Tasche, also einen Mangel, hat, ist das noch schlimmer, als wenn er keine Füllung hat, denn das wird als Bewusstlosigkeit angesehen. Daraus folgt, dass er sich beeilen muss, wenn er kein Gefühl des Mangels hat, wenn er also kein Kli des Verlangens zu geben hat. Womit beeilen? Mit dem Gebet, das das Medium zwischen dem Kli und dem Licht ist, zwischen einem Mangel für den Mangel, und der Füllung, wo er bereits diesen Mangel spürt, dass er nicht arbeiten kann, um des Gebens willen. |
31 | Nun wollen wir das klären, was wir zu Rabbi Jossis Antwort auf den Einwand des Rabbi Acha gefragt haben: Warum steht geschrieben „Wenn eine Frau Samen gibt und einen Knaben gebiert“, wo die Sache doch von der Schwangerschaft abhängt? Es hätte heißen müssen: „Wenn eine Frau Samen gibt und mit einem Knaben schwanger wird.“ Und Rabbi Jossi antwortete: „Von dem Tag, an dem die Frau Samen gegeben hat und schwanger wurde, bis zu dem Tag, an dem sie gebiert, ist kein Wort auf ihren Lippen außer, ob ihr Kind ein Knabe sein wird.“ Und wir fragten: Was will uns das lehren, was eine Frau spricht? | ועכשיו נבאר את מה ששאלנו על תירוצו של רבי יוסי על קושייתו של רבי אחא, למה כתוב "אשה כי תזריע וילדה זכר", הלא בהריון תליא מילתא [הדבר תלוי], והיה צריך לומר "אשה כי תזריע ותהר זכר". ורבי יוסי השיב "שהאשה מיום שהזריעה ונתעברה עד יום שיולדת, אין מילה בפיה אלא אם הולד שלה יהיה זכר". ושאלנו, מה זה בא ללמדינו, מה שאשה מדברת. | Nun wollen wir erklären, was wir zu Rabbi Yossis Antwort auf Rabbi Achas Frage gefragt haben, warum es so geschrieben steht: „Wenn eine Frau als Erste befruchtet, bringt sie einen Jungen zur Welt“, da die Angelegenheit von der Empfängnis abhängt, und es hätte heißen müssen: „Wenn eine Frau befruchtet und einen Jungen empfängt.“ Rabbi Yossi antwortete: „Von dem Tag an, an dem sie befruchtet und schwanger wird, hat die Frau kein anderes Wort im Mund als das, ob ihr Kind ein Junge wird.“ Wir fragten: „Was lehrt uns das, was die Frau sagt?“ |
32 | Nach dem Gesagten, gemäß unserer Erklärung der Ordnung der Arbeit, müssen wir „Wenn eine Frau Samen gibt“ so auslegen, dass der Mensch gemeint ist, der die Eigenliebe im Boden begräbt, damit daraus das Männliche aufgeht – das heißt, damit er des Verlangens zu geben würdig wird. Demnach beginnt er, sobald er die Arbeit aufnimmt, durch die er zum Verlangen zu geben gelangen soll – was „Wenn eine Frau Samen gibt“ genannt wird –, gleich zu Beginn der Arbeit in dieser Richtung schon zu sagen: „Möge ich doch einen Knaben gebären!“ | ובהאמור, לפי מה שביארנו הענין על סדר העבודה, אז צריכים לפרש "אשה כי תזריע" הכוונה על האדם שקובר את אהבה עצמית באדמה, על מנת שיצמח מזה בחינת זכר, זאת אומרת שיזכה לרצון להשפיע. נמצא לפי זה, תיכף משהתחיל בעבודה שיגיע להשיג רצון להשפיע, שזה נקרא "אשה כי תזריע", תיכף מתחילת עבודה בכוון זה, מתחיל כבר להגיד "הלואי שאני אלד זכר". | Nach dem, was wir über die Reihenfolge der Arbeit erklärt haben, sollten wir „Wenn eine Frau befruchtet“ so auslegen, dass der Mensch gemeint ist, der die Eigenliebe in den Boden vergräbt, damit ein männliches Kind daraus wächst, mit dem Verlangen zu geben belohnt wird. Daraus folgt, dass sobald er die Arbeit zur Erlangung des Verlangens zu geben beginnt, die „Wenn eine Frau befruchtet“ heißt, er von Beginn an sagt: „Ich wünsche, dass ich einen Jungen zur Welt bringe.“ |
33 | Das heißt: Zwar muss man einen Prozess durchlaufen, in dem man die Eigenliebe verabscheut und das Maß des Bösen spürt, das in der Eigenliebe steckt. Es genügt nämlich nicht, sich nur zu entscheiden, nicht mehr die gewohnte Bahn zu gehen, und sich ändern und aus der Gewohnheit heraustreten zu wollen. Vielmehr muss ihm das Ausmaß des Schadens enthüllt werden, den die Eigenliebe ihm zufügt; denn nur dadurch, dass er sieht, was er verliert, kann er sicher sein, dass er es nicht auf halbem Weg bereut. | היינו, שהגם שצריכים לעבור תהליך של למאוס באהבה עצמית ולהרגיש את שיעור הרע, הנמצא בתוך האהבה עצמית. זאת אומרת שלא מספיק בזה שמחליט שלא ללכת על המסלול שהוא רגיל בו, והוא רוצה לשנות ולצאת מהרגילות, אבל צריך להיות מגולה לפניו את שיעור ההזקות (הנזק), מה שהאהבה עצמית גורמת לו, כי רק בזה שהוא רואה מה שמפסיד, אז הוא יכול להיות בטוח שלא יתחרט באמצע. | Das heißt, wir müssen einen Prozess durchlaufen, in dem wir die Eigenliebe verabscheuen und das Maß des Bösen, das in der Eigenliebe steckt, spüren. Es reicht nicht aus, sich zu entscheiden, nicht den Weg zu gehen, den man gewohnt ist und seine Gewohnheiten ändern zu wollen. Vielmehr sollte ihm das Ausmaß des Schadens, das die Eigenliebe ihm zufügt, offenbart werden, denn nur wenn er sieht, was er verliert, kann er sicher sein, dass er es nicht auf halbem Weg bereut. |
34 | Das ähnelt der Vorschrift, die für einen Konvertiten (Ger) gilt, der zum Judentum übertreten will (Traktat Jewamot 47a): „Die Weisen lehrten: Einem Konvertiten, der übertreten will, sagt man in dieser Zeit: Was hast du gesehen, dass du übertreten willst? Weißt du nicht, dass Israel in dieser Zeit leidgeprüft, verstoßen, erniedrigt und gehetzt ist und dass Leiden über es kommen? Sagt er: Ich weiß es und bin nicht würdig, so nimmt man ihn sogleich an.“ (Rashi erklärt zu „erniedrigt“: niedrig und unterworfen, wie ein umgestülptes Gefäß, das herabgedrückt ist.) Und der SMaG (der Verfasser des „Großen Buches der Gebote“) schrieb: „Der Grund ist, damit er nicht hinterher sagt: Hätte ich es gewusst, wäre ich nicht übergetreten“ (Joreh De’a, Abschnitt 268). | וזה דומה בערך הדין שנוהג בגר שבא להתגייר (יבמות מ"ז ע"א) וזה לשונו, "תנו רבנן, גר שבא להתגייר, בזמן הזה אומרים לו, מה ראית שבאת להתגייר, אי אתה יודע שישראל בזמן הזה דוויים דחופים סחופין ומטורפין ויסורים באין עליהם (ופירש רש"י סחופין, שפלים, וכפויין, כמו סחופי כסא כפיית הכלי). אם אומר, יודע אני ואיני כדאי, מקבלין אותו מיד". וסמ"ג (מחבר "ספר מצוות גדול") כתב, "הטעם הוא כדי שלא יאמר לאחר מכאן, אילו הייתי יודע לא הייתי מתגייר", (יורה דעה סימן רס"ח). | Das ist vergleichbar mit dem Satz über einen Fremden, der kommt, um zu konvertieren (Jewamot, 47a): „Unsere Weisen sagten: ‚Einem Fremden, der kommt, um zu konvertieren, wird gesagt: ‚Was hast du gesehen, dass du gekommen bist, um zu konvertieren? Weißt du nicht, dass Israel in diesen Tagen bedrängt, gedrängt, verachtet, wahnsinnig gemacht und gequält wird (RASHI interpretiert „verachtet“ im Sinne von „niedrig“ und „gezwungen“ im Sinne von „entthront und genötigt“)?‘ Wenn er sagt: ‚Ich weiß, und ich bin nicht würdig‘, wird er sofort angenommen. Im Großen Buch der Mizwot heißt es: ‚Der Grund dafür ist, dass er hinterher nicht sagen wird: ‚Hätte ich es gewusst, wäre ich nicht konvertiert'“ (Joreh De’ah, Punkt 268). |
35 | Denn wer aus der Eigenliebe heraustreten und die Arbeit des Gebens beginnen will, der gleicht jemandem, der alle Zustände verlässt, in denen er gelebt hat. Nun lässt er alles los und tritt in einen Bereich ein, in dem er nie zuvor war. Darum muss er die Stufe der „Empfängnis und der Monate der Geburt“ durchlaufen, bis er die Fähigkeit erlangt, neue Eigenschaften zu erwerben, die seinem Geist fremd sind verglichen mit allem, was er von seiner Geburt an bis jetzt empfangen hat. Denn alles, was er von seiner Umgebung empfing – mit der er aufwuchs und die ihn mit ihren Ansichten und Gedanken erzog –, ruhte ganz auf der Grundlage der Eigenliebe. Stets dachte er daran, Herrschaft über andere zu erlangen. Und wo immer es ihm schien, einen Platz für seine Herrschaft zu finden, begriff er, dass es sich lohnt, Mühe aufzuwenden, weil dies dem Verlangen zu empfangen Genuss bringt. Die Vielen unterstützten ihn dabei. Das nennt man: Er empfing die Kraft für seine Bestrebungen aus der Kraft der Vielen. Er sah nämlich, dass alle diesen Weg gehen, und so wusste der Körper von selbst, dass es sich lohnt, Mühe aufzuwenden, um einen Ort der Herrschaft, Ehre oder Geld zu erlangen. Alles war auf eine einzige Linie ausgerichtet, die „Verlangen, sein Gefäß zu erfüllen“ heißt – und das nennt man Eigenliebe. | כי זה שרוצה לצאת מאהבה עצמית ולהתחיל בעבודה דלהשפיע, דומה שעוזב את כל המצבים שבו היה חי בהם, ועכשיו הוא מניח ועוזב את הכל, ונכנס לתחום שאף פעם לא היה נמצא שם. ומשום זה הוא צריך לעבור בחינת "עיבור וירחי לידה", עד שתהיה לו היכולת לקנות תכונות חדשות, שזה זרה לרוחו ממה שקבל מיום היולדו עד עכשיו. שכל מה שקבל מהסביבה, שעמהם היה מתגדל והם חינכו אותו עם דעותיהם ומחשבותיהם, היה הכל על בסיס של אהבה עצמית, ותמיד היה חושב לקבל שליטה על אחרים, ובמקום שהיה נדמה לו ששם הוא ימצא מקום לשליטתו, היה מבין שכדאי לתת יגיעה, היות שזה מביא הנאה להרצון לקבל, והרבים היו מסייעים לו, שזה נקרא, שהוא קבל כח להשאיפות שלו מכח הרבים, היינו שהוא היה רואה, שכולם הולכים על דרך הזה, וממילא הגוף היה יודע, שכדאי לתת יגיעה כדי לרכוש מקום שליטה או כבוד או כסף, הכל היה מכוון על קו אחד, הנקרא רצון למלאות את הכלי שלו, שהוא נקרא אהבה עצמית. | Den jener, der aus der Eigenliebe aussteigen und die Arbeit des Gebens beginnen will, ist vergleichbar mit jemand, der alle Zustände verlässt, in denen er gelebt hat; alles fallen zu lassen und ein Gebiet zu betreten, in dem er noch nie gewesen ist. Aus diesem Grund muss er durch die Empfängnis und die Monate der Schwangerschaft gehen, bis er die Fähigkeit hat, neue Eigenschaften zu erwerben, die dem Geist, den er seit seiner Geburt empfangen hat, fremd sind. Alles, was er von der Umgebung, mit der er aufgewachsen ist und die ihn mit ihren Ansichten und Gedanken aufgezogen hat, empfangen hat, beruhte ganz auf Eigenliebe. Er dachte immer daran, andere zu beherrschen, und wo er glaubte, einen Platz zu finden, an dem er sie beherrschen konnte, erkannte er, dass es sich lohnt, sich anzustrengen, da es dem Willen, zu empfangen, Genuss verschafft, und die Mehrheit unterstützte ihn. Dies wird als Empfangen von Kraft für seine Bestrebungen aus der Öffentlichkeit betrachtet, d.h. er sah, dass sich alle so verhielten, damit der Körper wusste, dass es sich lohnt, sich anzustrengen, um Macht oder Respekt oder Geld zu erwerben. Alles konzentrierte sich auf eine Linie, die als „Sein Verlangen, sein Kli zu befriedigen“ bezeichnet wird, was „Eigenliebe“ heißt. |
36 | Nun aber, da er übertreten, also aus der Eigenliebe heraustreten will, sagt man ihm: Statt darüber nachzudenken, wie er über andere herrscht, muss er jetzt alle ihm möglichen Anstrengungen darauf richten, wie er über sich selbst herrscht – über andere aber darf er nicht herrschen. Und statt täglich eine Gewissensbilanz zu ziehen, wie viel er an jenem Tag gewonnen und in die Mappe der Eigenliebe gelegt hat, sagt man ihm, er müsse nun jeden Tag Bilanz ziehen, wie viel Gewinn er erzielt hat, den er in die Mappe der Nächstenliebe legen kann. | מה שאין כן עכשיו, שבא להתגייר, היינו לצאת מאהבה עצמית, נמצא שבמקום שהיה חושב איך לשלוט על אחרים, אומרים לו שהוא צריך עכשיו לעשות את כל המאמצים שיש בידו איך לשלוט על עצמו, ועל אחרים אסור לשלוט. ובמקום שכל יום עשה חשבון נפש, כמה שהרויח באותו יום שהכניס את זה בתיק של אהבה עצמית, אומרים לו שעכשיו הוא צריך לעשות חשבון בכל יום, כמה הוא הרויח רוחים שיכול להכניס אותם בתיק של אהבה הזולת. | Aber jetzt, wo er zur Bekehrung, also zum Ausstieg aus der Eigenliebe, gekommen ist, während er darüber nachdachte, andere zu beherrschen, wird ihm jetzt gesagt, dass er sich bemühen muss, sich selbst zu beherrschen und dass es ihm verboten ist, andere zu beherrschen. Und während er jeden Tag darüber nachdachte, wie viel er an diesem Tag gewonnen hat, was er in den Beutel der Eigenliebe steckte, wird ihm jetzt gesagt, dass er jetzt jeden Tag darüber nachdenken soll, wie viel Gewinn er gewonnen hat, den er in den Beutel der Liebe zum Nächsten stecken kann. |
37 | Demnach lässt sich auslegen, was man zu dem Konvertiten sagt, der übertreten will: Der Hinweis darin ist, dass ein Mensch, der bis jetzt wie ein Nichtjude war – nach dem Vers „Und sie vermischten sich mit den Völkern und lernten von ihren Taten“ –, wie der heilige Sohar bekanntlich sagt: „Jeder Mensch ist eine kleine Welt für sich.“ Das bedeutet, dass in jedem Menschen ein Einschluss der „siebzig Völker“ ist, die den „sieben Eigenschaften“ entsprechen, von denen jede aus zehn besteht; darum werden sie „siebzig Völker“ genannt. Und das „Israel in ihm“ ist im Exil, unter der Herrschaft der Völker. | ולפי זה יש לפרש מה שאומרים לגר הבא להתגייר, שהרמז בזה הוא, שאדם שהיה עד עכשיו כמו גוי, על דרך שכתוב "ויתערבו בגויים וילמדו ממעשיהם", היינו כידוע מה שאומר הזה"ק "כי כל אדם הוא עולם קטן בפני עצמו". שפירושו שיש בכל אדם התכללות מ"ע' אומות" שהם כנגד "ז' מדות", שכל אחת כלולה מעשר, לכן הם נקראים "שבעים אומות". ובחינת "ישראל שבו" היא בגלות תחת שליטת הגויים. | Dementsprechend sollten wir auslegen, was zu jemandem gesagt wird, der sich bekehren will. Es bedeutet, dass der Mensch, der bisher wie ein Nichtjude war, wie es geschrieben steht: „Und sie mischten sich unter die Völker und lernten von ihren Handlungen“, der Sohar sagt: „Jeder Mensch ist eine kleine Welt für sich“, nämlich dass jeder Mensch aus den siebzig Völkern besteht, die sieben Eigenschaften entsprechen, von denen jede aus zehn besteht. Deshalb werden sie „siebzig Nationen“ genannt, und das Israel in ihm befindet sich im Exil, unter der Herrschaft der Nationen. |
38 | Wenn der Mensch daher kommt, um das Joch des Königtums des Himmels auf sich zu nehmen und aus dem Exil herauszutreten, in dem er sich ihnen unterworfen hat: Bis jetzt hörte er auf ihre Stimme – was sie von ihm forderten, musste er erfüllen, und er hielt das für richtig. Nun aber ist in ihm der Punkt im Herzen erwacht, und er kommt, um für den Schöpfer zu arbeiten. Dann sagt man ihm: Bis jetzt haben die Völker das „Israel in dir“ nicht erniedrigt; du hattest also noch keinen Widerstand von Seiten deines Körpers. Doch jetzt, da du „Israel“ sein willst und noch nicht aus ihrer Herrschaft herausgetreten bist, werden sie das „Israel in dir“ verhöhnen, denn der Körper wird dich nicht um zu geben arbeiten lassen. Bedenke darum zuerst, ob du diese große Arbeit auf dich nehmen willst. | לכן כשהאדם בא לקבל עליו (עול) מלכות שמים ולצאת מהגלות, שהוא נכנע מפניהם, ועד עכשיו הוא היה שומע בקולם, היינו מה שהם דורשים ממנו הוא היה מוכרח למלאות את רצונם, והיה חושב שכך צריך להיות, אבל נתעוררה בו הנקודה שבלב ובא עכשיו לעבוד עבור הקב"ה. אומרים לו, עד עכשיו הגויים לא היו משפילים את בחינת ישראל שבך, נמצא שעוד לא היתה לך התנגדות מצד הגוף שלך, אבל עתה בו בעת שאתה רוצה להיות "ישראל", ובזמן הזה היינו שעוד לא הגיע לצאת משליטתם, אז הם יבזו את "ישראל" שבך, כי הגוף לא יתן לך לעבוד בעמ"נ להשפיע, לכן חשוב קודם אם אתה רוצה לקבל עליך עבודה גדולה. | Wenn der Mensch deshalb kommt, um (die Last des) Himmelreichs auf sich zu nehmen und das Exil zu verlassen, dem er sich ergeben hat und auf das er bis jetzt gehört hat – was bedeutet, dass er tun musste, was sie verlangten, und dachte, dass es so sein sollte, aber der Punkt in seinem Herzen ist in ihm erweckt worden, und jetzt ist er gekommen, um für den Schöpfer zu arbeiten –, dann sagt man ihm: „Bis jetzt haben die Nationen das Israel in dir nicht erniedrigt. Das bedeutet, dass dein Körper noch keinen Widerstand geleistet hat. Aber jetzt, wo du ‚Israel‘ sein willst, während du noch nicht aus ihrer Herrschaft entstanden bist, verachten sie das ‚Israel‘ in dir, weil der Körper dich nicht arbeiten lässt, um des Gebens willen. „Überleg dir deshalb zuerst, ob du diese große Arbeit auf dich nehmen willst.“ |
39 | Doch danach unterwerfen sich auch die Völker der Welt, also der Körper. Bevor er aber seine Arbeit vollendet, muss er die Monate der Geburt durchlaufen. Darum teilt man dem Menschen nicht die wahre Bedeutung der Annullierung der Eigenliebe mit; vielmehr muss er dieses Wissen nach und nach empfangen, was „Monate der Geburt“ genannt wird. Das heißt: Zwar sagt man „Wenn eine Frau Samen gibt und einen Knaben gebiert“, doch in Wahrheit ist es, wie Rabbi Acha sagt – nicht so, wie die Menschen meinen, dass man, sobald man Samen gibt, also sobald man sich entscheidet, das Verlangen zu empfangen im Boden zu begraben, sogleich „einen Knaben gebiert“. Vielmehr hängt die Sache von der Schwangerschaft ab. Das heißt: Zwar hat er eingewilligt, das Verlangen zu empfangen im Boden zu begraben, doch er weiß noch nicht einmal, was die wahre Bedeutung der Aufhebung der Eigenliebe ist. | אבל אח"כ גם אומות העולם נכנעים, היינו הגוף. אולם מטרם גמר עבודתו הוא מוכרח לעבור ירחי לידה. ומשום זה אין מודיעים לאדם את המשמעות האמיתית של בטול אהבה עצמית, אלא זה הוא מוכרח לקבל הידיעות האלו לאט לאט, שזה נקרא "ירחי לידה". זאת אומרת, הגם שאומרים "אשה כי תזריע וילדה זכר", אבל האמת הוא כדברי רבי אחא, שלא כמו שאנשים חושבים, שתיכף שמזריעים, היינו תיכף כשמחליט לקבור את הרצון לקבל אז תיכף "וילדה זכר", אלא בהריון תליא מילתא [הדבר תלוי], פירוש שהגם שהוא הסכים לקבור את הרצון לקבל, אבל עוד לא יודע אפילו מהו הפירוש אמיתי של בטול אהבה עצמית. | Aber danach ergeben sich auch die Nationen der Welt, also der Körper. Bevor er seine Arbeit vollendet, muss er jedoch eine monatelange Schwangerschaft durchmachen. Aus diesem Grund wird dem Menschen nicht gesagt, was die Annullierung der Eigenliebe wirklich bedeutet. Vielmehr muss er diese Information Stück für Stück empfangen, was als „Monate der Schwangerschaft“ bezeichnet wird. Das heißt, obwohl es heißt: „Wenn eine Frau befruchtet und ein männliches Kind empfängt“, ist es in Wahrheit so, wie Rabbi Acha sagt, dass es nicht so ist, wie die Leute denken, dass man, sobald man befruchtet, also sobald man sich entscheidet, seinen Willen zu begraben, „ein männliches Kind empfängt.“ Vielmehr hängt die Angelegenheit von der Schwangerschaft ab. Das bedeutet, dass er zwar zugestimmt hat, seinen Willen zu empfangen zu begraben, aber er weiß noch nicht einmal, was die Annullierung der Eigenliebe wirklich bedeutet. |
40 | Vielmehr kann der Mensch die wahre Kenntnis vom Wesen des Verlangens zu empfangen nicht auf einmal spüren. Denn das Verlangen zu empfangen muss erst zugerüstet und vorbereitet werden, damit er die Kraft hat, auf einen wahren, ewigen Genuss zu verzichten. Dazu braucht er Übungen, in denen er sich jedes Mal an eine größere Eigenliebe gewöhnt: Sobald nämlich ein Mensch beginnt, in die Arbeit des Gebens einzutreten, gibt man ihm vom Himmel jedes Mal mehr Genuss, sogar in körperlichen Dingen, damit er sich daran gewöhnt, auf die Genüsse zu verzichten und sie nur um zu geben zu empfangen. | אלא שענין ידיעה אמיתית של טיבו של הרצון לקבל, אין האדם יכול להרגיש בפעם אחד, מטעם שענין הרצון לקבל צריכים להכשיר ולהכין, שיהא כח בידו לוותר על תענוג אמיתי, שהוא תענוג נצחי. אם אין לו תרגילים, שהיה מרגיל את עצמו בכל פעם באהבה עצמית יותר גדולה, היינו בזמן שאדם מתחיל להכנס בעבודה דלהשפיע, אז מן השמים נותנים לו כל פעם יותר תענוג אפילו בדברים גשמיים, בכדי שירגיל את עצמו לוויתורים לתענוגים שלא לקבל אותם אלא בעמ"נ להשפיע. | Vielmehr ist das Wissen um die wirkliche Natur des Willens zu empfangen nicht etwas, das man sofort spüren kann, denn der Wille zu empfangen muss qualifiziert und vorbereitet werden, um die Kraft zu haben, auf wirkliche Genüsse, die ewige Genüsse sind, zu verzichten, wenn er keine Übungen hat, um sich jedes Mal an eine größere Eigenliebe zu gewöhnen. Das heißt, wenn der Mensch die Arbeit des Gebens beginnt, werden ihm von oben ständig größere Genüsse auch in körperlichen Dingen gegeben, so dass er sich daran gewöhnt, auf Genüsse zu verzichten und sie nur zu empfangen, um zu geben. |
41 | Nach dem Gesagten verstehen wir, was unsere Weisen sagten: „Den Frevlern erscheint der Böse Trieb wie ein Haar, den Gerechten aber wie ein hoher Berg.“ Und wir fragten: Gibt es denn einen Unterschied in der Wirklichkeit? Doch wie oben: Weil man den Menschen darauf vorbereiten will, dass er die Fähigkeit hat, die ewigen Genüsse um zu geben zu empfangen, gibt man ihm darum jedes Mal mehr Genuss an allem, damit dies ihm als Übung dient: zu lernen, wie er sein empfangendes Gefäß, das „Verlangen zu empfangen“ genannt wird, gebraucht und dennoch die Fähigkeit hat, es um zu geben zu empfangen – andernfalls müsste er auf einen so großen Genuss verzichten. | ובהאמור מובן לנו מה שאמרו חז"ל "שרשעים נדמה להם היצר הרע כחוט השערה, ולצדיקים להר גבוה". ושאלנו, וכי יש הבדל במציאות. אלא כנ"ל, היות שרוצים להכין את האדם שתהיה לו היכולת לקבל את התענוגים הנצחיים בעמ"נ להשפיע, ומשום זה נותנים לו כל פעם יותר תענוג בכל דבר, כדי שזה יהיה בבחינת תרגילים, איך ללמוד שיהיה באופן, שהוא משתמש בכלי קבלה שלו, הנקרא "רצון לקבל", ומכל מקום תהיה לו היכולת לקבל אותו בעל מנת להשפיע, אחרת הוא מוותר על תענוג גדול כזה. | Jetzt können wir verstehen, was unsere Weisen gesagt haben: Den Frevlern erscheint der Böse Trieb wie eine Haaresbreite, den Gerechten wie ein hoher Berg. Wir haben gefragt: „Gibt es einen Unterschied in der Wirklichkeit?“ Aber da der Mensch darauf vorbereitet sein sollte, die Fähigkeit zu haben, die ewigen Genüsse zu empfangen, um zu geben, wird ihm ständig mehr Genuss in allem gegeben, als Übungen, um zu lernen, wie er seine Gefäße des Empfangens, die man „Wille zu empfangen“ nennt, benutzen kann und um des Gebens willen empfangen zu können. Andernfalls wird er auf diesen großen Genuss verzichten. |
42 | Demnach muss er die neun Monate der Geburt durchlaufen, durch die er jedes Mal eine Kraft erwirbt, die „Verlangen zu geben“ genannt wird. Sieht er dann, dass etwas das Verlangen zu geben stört, so hat er die Kraft, diese Sache abzuweisen, und das nennt man „und sie gebiert einen Knaben“. Das gilt aber, nachdem er den Prozess der „Monate der Geburt“ bereits durchlaufen hat, und nicht mitten in der Arbeit – das heißt, dass er nicht, kaum dass er die Arbeit aufgenommen hat, schon sogleich die Kraft des Gebens sehen will, die er erlangt hat. Andernfalls ist er verärgert und klagt: „Ich habe doch die Arbeit der Aussaat schon begonnen – wo sind die Früchte, die ich erlangen sollte?“ Darauf antwortet Rabbi Jossi, dass die Frau von dem Tag, an dem sie schwanger wurde, bis zu dem Tag, an dem sie gebiert, kein Wort auf den Lippen hat außer, ob ihr Kind ein Knabe sein wird. Die Antwort lautet also: Obwohl sie noch nicht geboren hat, hat sie keine Geduld zu warten, sondern will sogleich gebären. | נמצא לפי זה, שהוא מוכרח לעבור תשעה ירחי לידה, שע"י זה הוא קונה כל פעם כח, הנקרא "רצון להשפיע". שאם הוא רואה שיש איזה דבר שמפריע להרצון דלהשפיע, יש בכוחו לדחות את הדבר, ואז נקרא "וילדה זכר". היינו לאחר שכבר עבר עליו את התהליך של "ירחי לידה", ולא באמצע עבודה, היינו שתיכף שנכנס בעבודה, תיכף הוא רוצה לראות את כח השפעה שהשיג, אחרת הוא ברוגז וטוען, הלא כבר התחלתי בעבודת הזריעה ואיפה הפירות מה שאני צריך להשיג. על זה מתרץ רבי יוסי, שהאשה תיכף משנתעברה עד יום שיולדת אין מלה בפיה אלא הולד שלה אם יהיה זכר, שהתירוץ הוא, הגם שעוד לא ילדה אבל אין לה סבלנות לחכות אלא תיכף רוצה ללדת. | Daraus folgt, dass er neun Monate der Schwangerschaft durchlaufen muss, durch die er jedes mal die Kraft erwirbt, die man „Verlangen zu geben“ nennt. Wenn er sieht, dass etwas das Verlangen zu geben stört, hat er die Kraft, es abzuwehren, und dann heißt es „einen Sohn gebären“. Das heißt, sobald er den Prozess der „Monate der Schwangerschaft“ durchlaufen hat, und nicht mitten in der Arbeit, d.h. sobald er mit der Arbeit beginnt, will er die Macht des Gebens sehen, die er erlangt hat. Sonst ärgert er sich und sagt: „Ich habe schon mit der Arbeit der Aussaat begonnen, wo sind also die Früchte, die ich erhalten sollte?“ Rabbi Yossi erklärt: „Eine Frau hat von dem Tag an, an dem sie schwanger wird, bis zu dem Tag, an dem sie entbindet, kein anderes Wort im Mund als das, ob ihr Kind ein Junge sein wird.“ Das bedeutet, dass sie, obwohl sie noch nicht entbunden hat, hat sie keine Geduld und will sofort entbinden. |
Rabash – 1986 – Artikel 22 (תשמ״ו – מאמר כ״ב)
„Wenn eine Frau befruchtet“
Der heilige Sohar (Tasria, Blatt 3, und im Sulam, Punkt 9) fragt: Wir haben gelernt: „Eine Frau, die zuerst Samen gibt, gebiert einen Knaben.“ Rabbi Acha sagte: Wir haben doch gelernt, dass der Schöpfer über den Tropfen bestimmt, ob er männlich oder weiblich wird – und du sagst: „Eine Frau, die zuerst Samen gibt, gebiert einen Knaben.“ Dann bräuchte es die Bestimmung des Schöpfers gar nicht. Rabbi Jossi sagte: Gewiss unterscheidet der Schöpfer zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tropfen, und weil Er an ihm unterscheidet, bestimmt Er über ihn, ob er männlich oder weiblich sein wird.
Dort erklärt der Sulam: Es gibt drei Teilhaber am Menschen – den Schöpfer, seinen Vater und seine Mutter. Der Vater gibt das Weiße in ihm, die Mutter das Rote in ihm, und der Schöpfer gibt die Seele. Ist der Tropfen männlich, so gibt der Schöpfer eine männliche Seele; ist er weiblich, so gibt der Schöpfer eine weibliche Seele. Der Schöpfer trifft am Tropfen eine Unterscheidung – ob er einer männlichen oder einer weiblichen Seele würdig ist. Diese Unterscheidung gilt als Seine Bestimmung. Denn hätte Er nicht unterschieden und keine männliche Seele gesandt, so wäre der Tropfen nicht zu einem männlichen geworden. Somit widersprechen die beiden Aussagen einander nicht. Rabbi Acha sagte: „Und sie gebiert einen Knaben“ – gebiert sie etwa schon dadurch, dass sie Samen gibt? Das hängt doch von der Schwangerschaft ab! Dieser Vers hätte lauten müssen: „Wenn eine Frau schwanger wird und einen Knaben gebiert.“ Rabbi Jossi sagte: Von dem Tag, an dem die Frau Samen gegeben hat und schwanger wurde, bis zu dem Tag, an dem sie gebiert, ist kein Wort auf ihren Lippen außer, ob ihr Kind ein Knabe sein wird. So weit seine Worte.
Die ganze obige Sache will verstanden werden. Was nützt uns dieses Wissen, dass „eine Frau zuerst Samen gibt“? Und was nützt es, dass uns gesagt wird, die Größe des Schöpfers bestehe darin, dass Er zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tropfen zu unterscheiden weiß? Ist das etwa die Größe des Schöpfers, von der ein Mensch beeindruckt werden und durch die er es auf sich nehmen soll, ein Diener des Schöpfers zu werden? Ebenso ist zu verstehen, was Rabbi Acha fragt: Der Vers „Wenn eine Frau Samen gibt und schwanger wird“ hätte „einen Knaben“ sagen müssen. Und Rabbi Jossi antwortet: Von dem Tag, an dem die Frau Samen gegeben hat und schwanger wurde, bis zu dem Tag, an dem sie gebiert, ist kein Wort auf ihren Lippen außer, ob ihr Kind ein Knabe sein wird – das heißt, sie sorgt sich darum, dass ihr Kind ein Knabe wird. Doch was nützt uns das Wissen darüber, was auf den Lippen der Frau ist? Was gewinnen wir, wenn wir diese Sorge der Frau kennen, dass ihr Kind ein Knabe werde?
Um all dies zu verstehen, legen wir dar, was im „Vorwort zur Weisheit der Kabbala“ (Blatt 129, Punkt 57) steht: „Der ganze Zweck der Einschränkung (Zimzum), die in der vierten Stufe (Bchina Dalet) geschah, bestand darin, sie so zu korrigieren, dass beim Empfang des Höheren Lichts keinerlei Formverschiedenheit in ihr bleibt – also um den Körper des Menschen aus eben dieser vierten Stufe zu erschaffen. Durch sein Befassen mit Tora und Mizwot, um seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, wandelt er die Empfangskraft der vierten Stufe so um, dass sie um zu geben wirkt; damit gleicht er die Form des Empfangens dem vollständigen Geben an. Dann ist das Ende der Korrektur erreicht, denn dadurch wird die vierte Stufe wieder zu einem Gefäß, das das Höhere Licht empfängt, und steht zugleich in vollkommener Anhaftung (Dwekut) mit dem Licht, ganz ohne Formverschiedenheit. Dazu muss der Mensch auch etwas von den höheren Stufen oberhalb der vierten Stufe in sich aufnehmen, damit er die Eignung besitzt, gute Werke des Gebens zu vollbringen. Denn die vierte Stufe, die zur Wurzel des Körpers des Menschen werden sollte, ist ganz ein leerer, lichtloser Raum, weil sie sich in entgegengesetzter Form zum Höheren Licht befindet – und darum gilt sie als Trennung und Tod. Wäre der Mensch aus ihr erschaffen worden, hätte er seine Taten überhaupt nicht korrigieren können, weil in ihm kein einziger Funke des Gebens wäre.“
Um dies zu korrigieren, gab es die Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit (Rachamim) mit dem Urteil (Din); denn aus der Eigenschaft des Urteils allein kann die Welt nicht bestehen, wie oben gesagt. So steht es in Punkt 58: „Und Er sah, dass die Welt nicht bestehen kann. Das heißt, wie oben gesagt: Auf diese Weise hätte der Mensch, der aus dieser vierten Stufe erschaffen werden sollte, keinerlei Möglichkeit, sich Handlungen des Gebens anzueignen, durch die die Welt im gewünschten Maß der Korrektur bestünde. Durch diese Verbindung wurde auch die vierte Stufe, die die Eigenschaft des Urteils ist, mit Funken des Gebens aus dem Gefäß der Bina durchdrungen. Dadurch wurde der Körper des Menschen, der aus der vierten Stufe hervorgeht, dafür geeignet, auch die Eigenschaft des Gebens einzuschließen, sodass er gute Werke um zu geben vollbringen kann, um seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten – bis die Empfangseigenschaft in ihm sich gänzlich in ein Geben verwandelt. Dadurch besteht die Welt in der Korrektur, die von der Erschaffung der Welt an gewünscht war.“
Die „Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit mit dem Urteil“ erklärt der Sulam (Tasria, Punkt 95, Blatt 31): „Du weißt bereits, dass es zwei Punkte in Malchut gibt. Der eine ist der Punkt der Malchut der ersten Einschränkung (Zimzum Alef), der in Bina – der Eigenschaft der Barmherzigkeit – nicht versüßt wurde; aus dieser Sicht ist er nicht würdig, irgendein Licht zu empfangen, denn die Kraft des Schirms (Massach) und der Einschränkung lastet auf ihm. Der zweite Punkt ist der Punkt der Malchut. Er wurde mit der Eigenschaft der Barmherzigkeit, also mit Bina, versüßt. Alle Lichter, die Malchut empfängt, stammen aus dem zweiten Punkt. Deshalb ist der erste Punkt in ihr verborgen, und nur der zweite Punkt ist enthüllt und herrscht in ihr, und darum ist sie würdig, die höheren Lichter zu empfangen. Aus diesem Grund wird Malchut „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ genannt. Denn wird der Mensch würdig, so ist es gut: Der erste Punkt ist verborgen und nur der zweite Punkt herrscht, und dann ist alles Gute in Malchut, und der Untere empfängt von ihr. Wird er nicht würdig, sondern sündigt, so hat die Schlange die Kraft, den ersten Punkt in Malchut zu enthüllen, der nicht mit Bina verbunden wurde – und dann ist sie böse.“
Nach dem Gesagten lassen sich die Worte des heiligen Sohar zur Sache „Wenn eine Frau Samen gibt und einen Knaben gebiert“ auslegen. Wir hatten gefragt: Was will uns das lehren, wenn „eine Frau, die zuerst Samen gibt, einen Knaben gebiert“? Nach den genannten Worten des Sohar ergibt sich, dass im Menschen zwei Kräfte sind:
erstens die der Eigenschaft des Urteils (Din), die das „Weibliche“ ist und Malchut genannt wird;
zweitens die der Eigenschaft der Barmherzigkeit (Rachamim), die das „Männliche“ ist – eine männliche Kraft, also die Eigenschaft des Gebens, wie unsere Weisen sagten: „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“
Diese beiden Kräfte herrschen im Menschen, doch einmal ist die Eigenschaft des Urteils verborgen und die Eigenschaft der Barmherzigkeit herrscht, ein andermal ist die Eigenschaft der Barmherzigkeit verborgen und die Eigenschaft des Urteils herrscht. Man muss wissen: Die „Aussaat“ gleicht jemandem, der etwa Weizen in den Boden sät. Die Körner verrotten, und dann beginnt guter, essbarer Weizen zu wachsen. Auch bemüht man sich, den Boden reichlich zu düngen, damit der Weizen, der danach aufgeht, schöner, essbarer Weizen wird.
Damit lässt sich der genannte Ausspruch „Wenn eine Frau Samen gibt“ erklären. Wenn der Mensch den Weg der Arbeit betreten will, um zur Anhaftung an den Schöpfer zu gelangen, und sich an „menschlicher Nahrung“ und nicht an „tierischer Nahrung“ erfreuen will, dann muss die Ordnung seiner Arbeit so aussehen, dass er sein „Weibliches“ aussät – das „Verlangen zu empfangen“ genannt wird. Das heißt, er muss sein empfangendes Kli (Gefäß) in die Erde werfen und sich bemühen, dass das Empfangen für sich selbst im Boden verrottet. Und je mehr er düngt – sich also bemüht zu begreifen und zu spüren, dass ihm die Eigenliebe verächtlich wird wie Mist –, je mehr er sich bemüht, die Niedrigkeit der Eigenliebe zu erkennen, und je mehr er will, dass seine Eigenliebe verrottet, das nennt man „Wenn eine Frau Samen gibt“: Das Weibliche in ihm, das empfangende Gefäß, begräbt er im Boden, weil er will, dass seine Eigenliebe verrottet. Dann „gebiert sie einen Knaben“, nämlich die Gefäße des Gebens. Denn dadurch, dass er sich bemüht, die empfangenden Gefäße – die Eigenliebe – in sich zu annullieren, wird er der Gefäße des Gebens würdig.
Das gleicht jemandem, der Weizen nimmt und ihn im Boden vergräbt, damit er verrottet, und dadurch hat er danach Weizen „als menschliche Nahrung“. „Nahrung“ meint das, woran man sich erfreut. Das heißt: Während er sich, bevor er die Arbeit auf dem Weg der Wahrheit begann, nur an dem erfreute, was in die Gefäße der Eigenliebe einging, erfreut er sich nun an Dingen, die in die Gefäße des Gebens eingehen. Das nennt man „menschliche Nahrung“ und nicht „tierische Nahrung“, also tierische Genüsse. Und das nennt man: „Wird er würdig, ist die Eigenschaft des Urteils verborgen“ – das Verlangen zu empfangen ist verborgen und herrscht nicht, und nur das Verlangen zu geben, das „Eigenschaft der Barmherzigkeit“ genannt wird, herrscht.
Die Sache „wird würdig“ (sacha) bedeutet, dass er rein (sach) sein will – und das bedeutet zu geben. „Grob“ (av) hingegen heißt das Verlangen zu empfangen. Und weil er zur Eigenschaft der Barmherzigkeit gelangen will, wird er dessen würdig, dass die empfangenden Gefäße verschwinden, also nicht mehr herrschen. Vielmehr herrscht die Eigenschaft der Barmherzigkeit, die „Geben“ und „das Männliche“ genannt wird. Das nennt man „und sie gebiert einen Knaben“: Das Kind, das durch die „Aussaat der Frau“ geboren wird – also durch das Begraben des Verlangens zu empfangen in der Erde –, bedeutet, dass er all seine Genüsse in den Gefäßen des Gebens empfangen will, wie oben.
Anders verhält es sich, wenn „ein Mann zuerst Samen gibt“: wenn also der Anfang seiner Arbeit darin besteht, dass er die Gefäße des Gebens – die er aus der Wurzel der Korrektur einschließt, wie oben, durch die Verbindung der Barmherzigkeit mit dem Urteil – begraben will, die „das Männliche“ genannt werden. Dann „gebiert sie ein Mädchen“, das heißt, in ihm tritt die Eigenschaft des Urteils zutage und herrscht, während die Eigenschaft der Barmherzigkeit, die „das Männliche“ genannt wird, verschwindet, und er keine Kraft mehr hat, mit den Gefäßen des Gebens irgendetwas auszurichten.
Dann ist all seine Nahrung tierische Nahrung, denn er steckt – wie das Vieh – nur in der Eigenliebe. Das heißt: Sät er die empfangenden Gefäße, die „das Weibliche“ genannt werden, in den Boden, so geht daraus „menschliche Nahrung“ hervor, nämlich die Kräfte zu geben. Begräbt er aber die Kräfte des Gebens im Boden, dann „gebiert sie ein Mädchen“, und seine ganze Nahrung liegt nur in den empfangenden Gefäßen – das nennt man „und sie gebiert ein Mädchen“. Damit verstehen wir, was Rabbi Jossi auf die Frage des Rabbi Acha antwortete: dass „der Schöpfer zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tropfen unterscheidet, und weil Er an ihm unterschied, über ihn bestimmte, ob er männlich oder weiblich sein wird“. Und wir fragten: Was will uns das lehren?
Nun sagten unsere Weisen: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ Und der heilige Sohar sagt: „mit einer heiligen Seele.“ Demnach gilt: Wenn die Frau zuerst Samen gibt, ist der Anfang seiner Arbeit das „Säen“, also das „Begraben seines Weiblichen im Boden“ – des Verlangens zu empfangen für sich selbst. Sein ganzes Denken ist nur darauf gerichtet, wie er die Eigenliebe loswird, und darum bittet er den Schöpfer. Dann unterscheidet der Schöpfer am Tropfen, ob er männlich ist, also ob der Mensch will, dass der Schöpfer ihm Gefäße des Gebens gibt. Dann gibt der Schöpfer ihm eine „männliche Seele“, das heißt, Er gibt ihm eine Kraft von oben, die „heilige Seele“ genannt wird, und damit kann er ein Gebender sein. Wenn der Schöpfer sieht, dass seine Absicht bei der Arbeit an Tora und Mizwot darin besteht, sich selbst zu reinigen, weil er aus der Unreinheit (Tuma) der Eigenliebe heraustreten will, dann gibt der Schöpfer ihm eine männliche Seele.
Unterscheidet der Schöpfer aber am Tropfen, dass er weiblich ist – also „ein Mann gibt zuerst Samen“ –, so besteht der Anfang seiner Arbeit darin, sein empfangendes Gefäß zu erweitern. (Es ist das, was er von seiner Wurzel her einschließt und „Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit mit dem Urteil“ genannt wird.) Seine Absicht bei seinen Handlungen ist dabei nur darauf gerichtet, einen höheren Lohn zu empfangen, wie es im heiligen Sohar steht: „Die wie ein Hund bellen und sagen: Gib uns den Reichtum dieser Welt, und gib uns den Reichtum der kommenden Welt“.
Dann zeigt sich, dass sein ganzes Streben nur darauf gerichtet war, die Besitztümer der Eigenliebe zu erweitern. Durch die Aussaat begräbt er also das Maß an Barmherzigkeit, das in ihm eingeschlossen ist, und bewirkt, dass die Eigenschaft der Barmherzigkeit – die „Kraft des Gebens“ – verborgen wird. Das nennt man „Aussaat“: Man verbirgt das Korn und legt es in die Erde, und das Korn wird in der Erde verborgen. Das deutet uns an, dass die Kraft des Gebens verborgen und die Kraft des Empfangens enthüllt wird – und das nennt man „und sie gebiert ein Mädchen“.
Was Rabbi Jossi also sagte – dass der Schöpfer unterscheidet, ob es ein männlicher oder ein weiblicher Tropfen ist –, will uns lehren: Der Mensch soll nicht sagen: „Ich befasse mich schon so lange Zeit mit Tora und Mizwot und halte alles ein, das Leichte wie das Schwere, und sehe doch nicht, dass der Schöpfer mir Hilfe von oben gibt, damit ich auf den heiligen Stufen aufsteigen kann.“ Und er fragt: Wo ist die Hilfe von oben, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen“?
Darauf antwortet Rabbi Jossi: Der Schöpfer unterscheidet am Tropfen, was er ist. Ob er männlich ist – ob du also die Arbeit des Gebens willst – oder ob es die Arbeit des Weiblichen ist, bei der deine ganze Arbeit darauf zielt, Lohn zu empfangen: Das nennt man zwar „gebend“, doch es ist um zu empfangen. Darum darf der Mensch nicht sagen, der Schöpfer höre sein Gebet nicht. Vielmehr hört der Schöpfer und weiß, worum er betet. Denn in Wahrheit will er seine Eigenliebe gar nicht in der Erde begraben – wie also könnte der Schöpfer ihm geben, was er nicht will?
Bekanntlich gibt es „kein Licht ohne ein Gefäß“. Denn „Gefäß“ bedeutet Mangel, und „Licht“ bedeutet die Erfüllung des Mangels. Hat ein Mensch keinen Mangel – spürt er also nicht, dass ihm das Verlangen zu geben fehlt –, so ist dies die eigentliche Niedrigkeit des Menschen, derentwegen er von der Heiligkeit (Kedusha) entfernt ist und nicht fähig, der Anhaftung an den Schöpfer würdig zu werden. Das nennt man: Er hat kein Gefäß, um Erfüllung zu empfangen. Darum sagt Rabbi Jossi, der Schöpfer unterscheide, welcher Tropfen es ist – das heißt, welche Seele der Mensch sich vom Schöpfer wünscht, nämlich ein Licht, das in ein Gefäß des Gebens gekleidet ist. Gibt Er ihm also ein Licht, damit er die Kraft des Gebens oder die Kraft des Empfangens habe? Darum hat der Mensch keinerlei Einwand gegen den Schöpfer, denn Er gibt dem Menschen, was der Mensch will.
Das entspricht dem, was unsere Weisen sagten: „Wie sieht wahre Umkehr (Teshuwa) aus? Wenn der, der die verborgenen Dinge kennt, über ihn bezeugt, dass er nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehrt.“ Das bedeutet: Dadurch, dass der Schöpfer ihm eine männliche Seele gibt – ein Licht, damit er die Kraft zu geben habe –, zeigt sich das Zeugnis des Schöpfers, „der bezeugt, dass er nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehrt“. Denn weil der Schöpfer ihm die Seele gegeben hat, ist sicher, dass er von diesem Tag an nicht mehr für die Eigenliebe arbeiten wird, sondern alles um zu geben.
Das ist es, was im heiligen Sohar steht: dass dem geholfen wird, der kommt, um sich zu reinigen. Und das ist es, was Rabbi Jossi sagte: Gewiss unterscheidet der Schöpfer zwischen einem männlichen und einem weiblichen Tropfen, und weil Er an ihm unterschied, bestimmte Er über ihn, ob er männlich oder weiblich sein wird. Das nennt man: Der, der die verborgenen Dinge kennt, bezeugt über ihn, dass er nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehrt. Doch wie kann der Mensch dahin gelangen, dass er das Verlangen hat, seine Eigenliebe zu begraben – die wir mit dem Namen „Gefäß“ bezeichnen –, und dass der Schöpfer ihm Licht in dieses Gefäß gibt, also die männliche Seele, in das Gefäß, das durch das Begraben des Verlangens zu empfangen entsteht und „Wenn eine Frau Samen gibt“ genannt wird, wie oben?
Denn es ist für den Menschen sehr schwer – nachdem der Mensch so erschaffen wurde, dass die Eigenschaft des Urteils enthüllt und die Eigenschaft der Barmherzigkeit verborgen ist. Der Anfang der Erschaffung des Menschen ist nämlich „Als Wildesel wird der Mensch geboren“. Die Eigenschaft der Barmherzigkeit ist in ihm nur ein schwarzer Punkt, der nicht leuchtet. Deshalb hat er kein Bedürfnis und keinen Mangel, der in ihm den Gedanken erzeugen würde, dass er Gefäße des Gebens braucht. Seine ganze Sorge gilt vielmehr nur dem, wie er all das erfüllt, was die Eigenliebe verlangt. Und hülfe ihm der Schöpfer, dass er das Verlangen zu empfangen ganz erfüllt bekäme, so würde er sich für den glücklichsten Menschen der Welt halten – was fehlte ihm dann noch?
Demnach – wer könnte ihm sagen, dass ihm ein Mangel fehlt, nämlich das Verlangen zu geben? Etwas Neues hört er, wenn man ihm sagt, dass ihm ein Mangel fehlt. Das heißt: Was ihm fehlt, ist nun gerade der „Mangel“ – das, was mit dem Namen „Gefäß“ bezeichnet wird. Ihm fehlt also der Mangel selbst. Und die Erfüllung besteht darin, dass er diesen Mangel empfängt. Demnach beziehen sich der Name „Gefäß“ wie auch „Licht“ beide auf den Mangel.
Um dies zu verstehen, schicken wir voraus, was unsere Weisen sagten: „Das Gebet wird Arbeit des Herzens genannt.“ Warum aber wird das Gebet „Arbeit des Herzens“ genannt? Ein Gebet geschieht doch nur mit dem Mund. Man kann es so erklären: „Gebet“ bedeutet Mangel, wenn der Mensch will, dass ihm sein Begehren erfüllt wird – das heißt, dass er dadurch einen Mangel erlangt, dass ihm das Bedürfnis fehlt, geben zu wollen, während sein ganzes Verlangen auf Eigenliebe gerichtet ist. Doch wie kann ein Mensch etwas verlangen, wofür er kein Bedürfnis hat? Zwar hört er, wie man ihm sagt, dass ihm nur dies fehle; aber wenn er es nicht spürt, was soll er tun, um zu spüren, dass es ihm fehlt?
Dafür gaben uns unsere Weisen einen Rat, der „Gebet“ heißt und „Arbeit des Herzens“ ist. Das bedeutet: Der Mensch sagt mit dem Mund, dass ihm das Verlangen zu geben fehlt, das Herz aber sagt ihm, dass ihm nur fehle, all das zu erfüllen, was die Eigenliebe verlangt, und nicht an Mängel zu denken, sondern an Erfüllungen. Darum hat er eine große Arbeit mit seinem Herzen, damit es bereit wird, um einen solchen Mangel zu bitten, der dem ganzen Verlangen zu empfangen – dem ganzen Wesen des Geschöpfs – zuwiderläuft. Einmal gewinnt das Herz die Oberhand, einmal der Mund. Dann stimmen sein Mund und sein Herz nicht überein; denn man muss wissen, dass letztlich gerade das Herz im Menschen herrscht und nicht der Mund.
Darum sagten sie, der Mensch müsse mit seinem Herzen arbeiten, damit es einwilligt, um einen Mangel zu bitten – also darum, dass der Schöpfer seinen Mangel erfüllt. Das heißt, hier wird die Erfüllung mit dem Namen „Mangel“ bezeichnet. Und das ist die Bedeutung von „Der Allgegenwärtige erfülle seinen Mangel“: dass nämlich der Mangel „Erfüllung“ genannt wird.
Nach dem Gesagten verstehen wir: Der einzige Rat, um einen Mangel zu erlangen – da uns das Verlangen zu geben fehlt –, führt allein über das Gebet, das ein „Mittel“ zwischen dem Menschen und dem Mangel ist. Das heißt, er betet zum Schöpfer, ihm etwas zu geben, das ihm nicht fehlt, damit es ihm fehle. So ist das Gefäß, das „Mangel“ genannt wird, ein Mangel hinsichtlich der Empfindung – er spürt seinen Mangel nämlich nicht. Und das Gebet besteht darin, dass der Schöpfer ihm das Licht gibt, das die Erfüllung seines Mangels ist. Somit ergibt sich hier, dass die Erfüllung ein Mangel ist. Es bleibt ihm also kein anderer Rat, als zum Schöpfer zu beten, ihm einen Mangel zu geben. Und das ist es, was das Gefäß mit dem Licht verbindet.
So sagte es mein Vater und Lehrer seligen Andenkens im Namen des Admor von Pursow seligen Andenkens zu dem Ausspruch des Rabbi Schimon: „Besonders dort muss die Schrift drängen, wo es um einen Verlust am Geldbeutel geht.“ Der „Geldbeutel“ ist ein Gefäß, in das man Geld legt; „Geldbeutel“ bedeutet also Mangel, und „Geld“ bedeutet die Erfüllung des Mangels. Hat ein Mensch keinen Geldbeutel, also keinen Mangel, so ist das noch schlimmer, als wenn er keine Erfüllung hat, denn das nennt man „bewusstlos“. Daraus folgt: Wo ein Mensch keine Empfindung des Mangels hat – weil ihm das Gefäß des Verlangens zu geben fehlt –, muss er sich umso mehr drängen. Und womit? Mit dem Gebet, das das Mittel zwischen dem Gefäß und dem Licht ist, also zwischen dem fehlenden Mangel und der Erfüllung, bei der er den Mangel bereits spürt: dass er nicht um zu geben arbeiten kann.
Nun wollen wir das klären, was wir zu Rabbi Jossis Antwort auf den Einwand des Rabbi Acha gefragt haben: Warum steht geschrieben „Wenn eine Frau Samen gibt und einen Knaben gebiert“, wo die Sache doch von der Schwangerschaft abhängt? Es hätte heißen müssen: „Wenn eine Frau Samen gibt und mit einem Knaben schwanger wird.“ Und Rabbi Jossi antwortete: „Von dem Tag, an dem die Frau Samen gegeben hat und schwanger wurde, bis zu dem Tag, an dem sie gebiert, ist kein Wort auf ihren Lippen außer, ob ihr Kind ein Knabe sein wird.“ Und wir fragten: Was will uns das lehren, was eine Frau spricht?
Nach dem Gesagten, gemäß unserer Erklärung der Ordnung der Arbeit, müssen wir „Wenn eine Frau Samen gibt“ so auslegen, dass der Mensch gemeint ist, der die Eigenliebe im Boden begräbt, damit daraus das Männliche aufgeht – das heißt, damit er des Verlangens zu geben würdig wird. Demnach beginnt er, sobald er die Arbeit aufnimmt, durch die er zum Verlangen zu geben gelangen soll – was „Wenn eine Frau Samen gibt“ genannt wird –, gleich zu Beginn der Arbeit in dieser Richtung schon zu sagen: „Möge ich doch einen Knaben gebären!“
Das heißt: Zwar muss man einen Prozess durchlaufen, in dem man die Eigenliebe verabscheut und das Maß des Bösen spürt, das in der Eigenliebe steckt. Es genügt nämlich nicht, sich nur zu entscheiden, nicht mehr die gewohnte Bahn zu gehen, und sich ändern und aus der Gewohnheit heraustreten zu wollen. Vielmehr muss ihm das Ausmaß des Schadens enthüllt werden, den die Eigenliebe ihm zufügt; denn nur dadurch, dass er sieht, was er verliert, kann er sicher sein, dass er es nicht auf halbem Weg bereut.
Das ähnelt der Vorschrift, die für einen Konvertiten (Ger) gilt, der zum Judentum übertreten will (Traktat Jewamot 47a): „Die Weisen lehrten: Einem Konvertiten, der übertreten will, sagt man in dieser Zeit: Was hast du gesehen, dass du übertreten willst? Weißt du nicht, dass Israel in dieser Zeit leidgeprüft, verstoßen, erniedrigt und gehetzt ist und dass Leiden über es kommen? Sagt er: Ich weiß es und bin nicht würdig, so nimmt man ihn sofort an.“ (Rashi erklärt zu „erniedrigt“: niedrig und unterworfen, wie ein umgestülptes Gefäß, das herabgedrückt ist.) Und der SMaG (der Verfasser des „Großen Buches der Gebote“) schrieb: „Der Grund ist, damit er nicht hinterher sagt: Hätte ich es gewusst, wäre ich nicht übergetreten“ (Joreh De’a, Abschnitt 268).
Denn wer aus der Eigenliebe heraustreten und die Arbeit des Gebens beginnen will, der gleicht jemandem, der alle Zustände verlässt, in denen er gelebt hat. Nun lässt er alles los und tritt in einen Bereich ein, in dem er nie zuvor war. Darum muss er die Stufe der „Empfängnis und der Monate der Geburt“ durchlaufen, bis er die Fähigkeit erlangt, neue Eigenschaften zu erwerben, die seinem Geist fremd sind verglichen mit allem, was er von seiner Geburt an bis jetzt empfangen hat. Denn alles, was er von seiner Umgebung empfing – mit der er aufwuchs und die ihn mit ihren Ansichten und Gedanken erzog –, ruhte ganz auf der Grundlage der Eigenliebe. Stets dachte er daran, Herrschaft über andere zu erlangen. Und wo immer es ihm schien, einen Platz für seine Herrschaft zu finden, begriff er, dass es sich lohnt, Mühe aufzuwenden, weil dies dem Verlangen zu empfangen Genuss bringt. Die Vielen unterstützten ihn dabei. Das nennt man: Er empfing die Kraft für seine Bestrebungen aus der Kraft der Vielen. Er sah nämlich, dass alle diesen Weg gehen, und so wusste der Körper von selbst, dass es sich lohnt, Mühe aufzuwenden, um einen Ort der Herrschaft, Ehre oder Geld zu erlangen. Alles war auf eine einzige Linie ausgerichtet, die „Verlangen, sein Gefäß zu erfüllen“ heißt – und das nennt man Eigenliebe.
Nun aber, da er übertreten, also aus der Eigenliebe heraustreten will, sagt man ihm: Statt darüber nachzudenken, wie er über andere herrscht, muss er jetzt alle ihm möglichen Anstrengungen darauf richten, wie er über sich selbst herrscht – über andere aber darf er nicht herrschen. Und statt täglich eine Gewissensbilanz zu ziehen, wie viel er an jenem Tag gewonnen und in die Mappe der Eigenliebe gelegt hat, sagt man ihm, er müsse nun jeden Tag Bilanz ziehen, wie viel Gewinn er erzielt hat, den er in die Mappe der Nächstenliebe legen kann.
Demnach lässt sich auslegen, was man zu dem Konvertiten sagt, der übertreten will: Der Hinweis darin ist, dass ein Mensch, der bis jetzt wie ein Nichtjude war – nach dem Vers „Und sie vermischten sich mit den Völkern und lernten von ihren Taten“ –, wie der heilige Sohar bekanntlich sagt: „Jeder Mensch ist eine kleine Welt für sich.“ Das bedeutet, dass in jedem Menschen ein Einschluss der „siebzig Völker“ ist, die den „sieben Eigenschaften“ entsprechen, von denen jede aus zehn besteht; darum werden sie „siebzig Völker“ genannt. Und das „Israel in ihm“ ist im Exil, unter der Herrschaft der Völker.
Wenn der Mensch daher kommt, um das Joch des Königtums des Himmels auf sich zu nehmen und aus dem Exil herauszutreten, in dem er sich ihnen unterworfen hat: Bis jetzt hörte er auf ihre Stimme – was sie von ihm forderten, musste er erfüllen, und er hielt das für richtig. Nun aber ist in ihm der Punkt im Herzen erwacht, und er kommt, um für den Schöpfer zu arbeiten. Dann sagt man ihm: Bis jetzt haben die Völker das „Israel in dir“ nicht erniedrigt; du hattest also noch keinen Widerstand von Seiten deines Körpers. Doch jetzt, da du „Israel“ sein willst und noch nicht aus ihrer Herrschaft herausgetreten bist, werden sie das „Israel in dir“ verhöhnen, denn der Körper wird dich nicht um zu geben arbeiten lassen. Bedenke darum zuerst, ob du diese große Arbeit auf dich nehmen willst.
Doch danach unterwerfen sich auch die Völker der Welt, also der Körper. Bevor er aber seine Arbeit vollendet, muss er die Monate der Geburt durchlaufen. Darum teilt man dem Menschen nicht die wahre Bedeutung der Annullierung der Eigenliebe mit; vielmehr muss er dieses Wissen nach und nach empfangen, was „Monate der Geburt“ genannt wird. Das heißt: Zwar sagt man „Wenn eine Frau Samen gibt und einen Knaben gebiert“, doch in Wahrheit ist es, wie Rabbi Acha sagt – nicht so, wie die Menschen meinen, dass man, sobald man Samen gibt, also sobald man sich entscheidet, das Verlangen zu empfangen im Boden zu begraben, sofort „einen Knaben gebiert“. Vielmehr hängt die Sache von der Schwangerschaft ab. Das heißt: Zwar hat er eingewilligt, das Verlangen zu empfangen im Boden zu begraben, doch er weiß noch nicht einmal, was die wahre Bedeutung der Aufhebung der Eigenliebe ist.
Vielmehr kann der Mensch die wahre Kenntnis vom Wesen des Verlangens zu empfangen nicht auf einmal spüren. Denn das Verlangen zu empfangen muss erst zugerüstet und vorbereitet werden, damit er die Kraft hat, auf einen wahren, ewigen Genuss zu verzichten. Dazu braucht er Übungen, in denen er sich jedes Mal an eine größere Eigenliebe gewöhnt: Sobald nämlich ein Mensch beginnt, in die Arbeit des Gebens einzutreten, gibt man ihm vom Himmel jedes Mal mehr Genuss, sogar in körperlichen Dingen, damit er sich daran gewöhnt, auf die Genüsse zu verzichten und sie nur um zu geben zu empfangen.
Nach dem Gesagten verstehen wir, was unsere Weisen sagten: „Den Frevlern erscheint der Böse Trieb wie ein Haar, den Gerechten aber wie ein hoher Berg.“ Und wir fragten: Gibt es denn einen Unterschied in der Wirklichkeit? Doch wie oben: Weil man den Menschen darauf vorbereiten will, dass er die Fähigkeit hat, die ewigen Genüsse um zu geben zu empfangen, gibt man ihm darum jedes Mal mehr Genuss an allem, damit dies ihm als Übung dient: zu lernen, wie er sein empfangendes Gefäß, das „Verlangen zu empfangen“ genannt wird, gebraucht und dennoch die Fähigkeit hat, es um zu geben zu empfangen – andernfalls müsste er auf einen so großen Genuss verzichten.
Demnach muss er die neun Monate der Geburt durchlaufen, durch die er jedes Mal eine Kraft erwirbt, die „Verlangen zu geben“ genannt wird. Sieht er dann, dass etwas das Verlangen zu geben stört, so hat er die Kraft, diese Sache abzuweisen, und das nennt man „und sie gebiert einen Knaben“. Das gilt aber, nachdem er den Prozess der „Monate der Geburt“ bereits durchlaufen hat, und nicht mitten in der Arbeit – das heißt, dass er nicht, kaum dass er die Arbeit aufgenommen hat, schon sofort die Kraft des Gebens sehen will, die er erlangt hat. Andernfalls ist er verärgert und klagt: „Ich habe doch die Arbeit der Aussaat schon begonnen – wo sind die Früchte, die ich erlangen sollte?“ Darauf antwortet Rabbi Jossi, dass die Frau von dem Tag, an dem sie schwanger wurde, bis zu dem Tag, an dem sie gebiert, kein Wort auf den Lippen hat außer, ob ihr Kind ein Knabe sein wird. Die Antwort lautet also: Obwohl sie noch nicht geboren hat, hat sie keine Geduld zu warten, sondern will sofort gebären.
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