<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Artikel / 1986/26 Ein naher Weg und ein ferner Weg

Rabash – 1986 – Artikel 26 (תשמ״ו – מאמר כ״ו)

„Ein naher Weg und ein ferner Weg“ · דרך קרובה ודרך רחוקה

Nr.

Deutsch NEU

עברית

Deutsch ALT

1

Im Wochenabschnitt Beshalach finden wir die Worte: „Und der Schöpfer führte sie nicht den Weg durch das Land der Philister, denn dieser war nah, damit das Volk nicht bereue, wenn es Krieg sieht, und nach Ägypten zurückkehre.“ Daraus geht hervor, dass der nahe Weg nicht gut ist. Über das zweite Pessach dagegen heißt es (Beha’alotcha 9,10): „Sprich zu den Söhnen Israels: Wenn ein Mensch durch einen Toten unrein oder auf einer weiten Reise ist, so halte er das Pessach für den Schöpfer im zweiten Monat.“ Das bedeutet: Wer auf einem weiten Weg ist, kann das Pessach nicht zu seiner Zeit feiern.

בפרשת בשלח אנו מוצאים שהכתוב אומר לנו "ולא נחם אלקים דרך ארץ פלישתים, כי קרוב הוא, פן ינחם העם בראותם מלחמה ושבו מצרימה". אם כן משמע מכאן, שדרך קרובה לא טובה. ולגבי פסח שני אנו רואים (בהעלותך שלישי) "דבר אל בני ישראל לאמור, איש איש כי יהיה טמא לנפש או בדרך רחוקה לכם, ועשה פסח לה' בחדש השני". זאת אומרת, אם הוא בדרך רחוקה, אינו יכול לעשות את הפסח במועדו.

Im Tora -Wochenabschnitt Beshalach [Als Pharao sandte] heißt es: „Und Gott führte sie nicht durch das Land der Philister, obwohl dieser näher war, denn Gott sagte: ‘Vielleicht bereut das Volk wenn es Krieg sieht, und kehrt nach Ägypten zurück.“ Das bedeutet, dass der nahe Weg nicht gut ist. Bezüglich des zweiten Pessach heißt (in Beha’alotcha 9,10): „Sprich zu den Söhnen Israels und sag: ‚Wenn ein Mensch unrein durch eine Leiche oder auf einer weiten Reise ist, soll er das Pessach für den Ewigen im zweiten Monat halten.'“ Das bedeutet, wenn er auf einem weiten Weg ist, kann er das Pessach nicht zu seiner Zeit feiern.

2

Wir sehen: Der Abschnitt Beshalach sagt, der nahe Weg ist nicht gut – „Und er führte sie nicht, denn er war nah“ –, sondern der weite Weg ist besser. Im Abschnitt Beha’alotcha aber steht, dass derjenige, der auf einem weiten Weg ist, auf das zweite Pessach verschoben wird. Das deutet darauf hin, dass der weite Weg schlechter ist als der nahe.

רואים אנו, שפרשת בשלח אומר, שדרך קרובה לא טובה, כמו שכתוב "ולא נחם, כי קרוב הוא", אלא דרך רחוקה יותר טובה. ובפרשת בהעלותך כתוב, שמי שהוא בדרך רחוקה, הוא נדחה לפסח שני. משמע שדרך רחוקה היא יותר גרועה מדרך קרובה.

Wir sehen, dass der Tora -Abschnitt Beshalach uns sagt, dass der nahe Weg nicht gut ist, denn dort steht geschrieben: „Und er führte sie nicht, denn der Weg war nah“, sondern ein weiter Weg ist besser. Im Abschnitt Behaalotcha [Wenn du (die Kerzen) aufstellst] steht geschrieben, dass die Feier desjenigen, der sich auf einem weiten Weg befindet, auf das zweite Pessach verschoben wird. Das deutet darauf hin, dass der weite Weg schlechter ist als der nahe Weg.

3

Zunächst müssen wir wissen: Wenn die Tora von Wegen spricht – vom nahen und vom weiten Weg –, so deutet sie damit gewiss darauf, wie man zur Vollendung des Ziels gelangt. Dann aber ist schwer zu verstehen, wie man sagen kann, der nahe Weg ist nicht gut. Denn die Begründung, die uns die Tora dafür gibt, lautet: „wenn sie Krieg sehen, und sie nach Ägypten zurückkehren“. „Nah“ heißt doch: nah am Schöpfer. Wenn aber jemand dem Schöpfer nah ist, wie kann man dann sagen, er wird „bereuen und nach Ägypten zurückkehren“? Umgekehrt wäre es verständlich: Hätte das Volk auf einem Weg bereut, der weit vom Schöpfer entfernt ist, dann ließe sich sagen: „damit das Volk nicht bereue, wenn es Krieg sieht, und nach Ägypten zurückkehre“.

ראשית כל אנו צריכים לדעת, שענין הדרכים מה שהתורה מדברת, בטח מרמזת דרך קרובה ודרך הרחוקה, היא לענין להגיע לשלימות המטרה. אם כן קשה להבין, איך שייך לומר, שדרך קרובה היא דרך לא טובה. היינו הטעם שהתורה נותנת לנו בזה, "בראותם מלחמה ושבו מצרימה", הלא קרוב נקרא, שקרוב לה'. אם הוא קרוב לה', איך אפשר לומר שהם "ינחם ושבו מצרימה". להיפך אנו מבינים, אם היה נחם העם בדרך שהיא רחוקה מה', אז שייך לומר "פן ינחם העם בראותם מלחמה ושבו מצרימה".

Zunächst müssen wir wissen, dass die Wege, auf die sich die Tora bezieht, sicherlich einen fernen und einen nahen Weg andeuten, wenn es darum geht, das Ziel zu vollenden. Es ist also schwer zu verstehen, wie man sagen kann, dass der nahe Weg nicht gut ist. Der Grund, den uns die Tora dafür nennt, ist nämlich, dass sie den Krieg sehen und nach Ägypten zurückkehren können. Aber nahe bedeutet, dem Schöpfer nahe zu sein. Wenn er dem Schöpfer nahe ist, wie kann man dann sagen, dass sie bereuen und nach Ägypten zurückkehren werden? Im Gegenteil – wenn das Volk auf einem Weg bereut hätte, der weit vom Schöpfer entfernt ist, wäre es passend zu sagen: „Vielleicht bereut das Volk, wenn es Krieg sieht, und kehrt nach Ägypten zurück.“

4

Im Abschnitt Re’eh (Deuteronomium 14,24) heißt es: „Und wenn der Weg für dich zu weit ist, sodass du es nicht tragen kannst, weil der Ort, den der Schöpfer, dein Gott, erwählt, um Seinen Namen dort wohnen zu lassen, zu weit von dir entfernt ist.“ Baal HaSulam erklärte dies und fragte: Warum gibt uns der Vers überhaupt eine Begründung für „wenn der Weg für dich zu weit ist, sodass du es nicht tragen kannst“? Er sagte: Weil der Mensch das Joch des Königtums des Himmels auf sich nehmen muss und „wie ein Ochse unter dem Joch und wie ein Esel unter der Last“ sein soll, der Mensch dies aber nicht tragen kann – das heißt, es fällt ihm schwer, das Joch zu ertragen, und genau das bedeutet „er kann es nicht tragen“. Aus diesem Grund wird der Weg für dich weit.

הנה בפרשת ראה (חמישי) אומר הכתוב "וכי ירבה ממך הדרך, כי לא תוכל שאתו, כי ירחק ממך המקום, אשר יבחר ה' אלקיך לשום שמו שם". אאמו"ר זצ"ל אמר ביאור על זה, ושאל, מהו הטעם שהכתוב נותן לנו טעם על "וכי ירבה ממך הדרך, כי לא תוכל שאתו". אמר, היות שהאדם צריך לקבל עול מלכות שמים, וצריך להיות "כשור לעול וכחמור למשא", והאדם לא יוכל שאתו, היינו שקשה לו לסבול את העול, שזה פירוש "לא יוכל שאתו". ומשום זה תרחק לך הדרך.

Im Tora -Abschnitt Re’eh [Siehe] ( Deuteronomium , 14,24) heißt es: „Wenn die Entfernung für dich so groß ist, dass du sie nicht tragen kannst, weil der Ort, den der Ewige, dein Gott, erwählt hat, um Seinen Namen dort verweilen zu lassen, zu weit von dir entfernt ist.“ Baal HaSulam gab dazu eine Erklärung und fragte: „Was ist der Grund dafür, dass der Text uns den Grund für ‚Wenn die Entfernung für dich so groß ist, dass du sie nicht tragen kannst‘ gibt?“ Er sagte, da der Mensch die Last des Himmelreichs auf sich nehmen muss und dabei sein soll wie ein „Ochse mit der Last und wie ein Esel mit der Bürde“ – und der Mensch dies nicht ertragen kann, was bedeutet, dass es ihm schwerfällt, die Last zu tragen, was die Bedeutung von „kann sie nicht tragen“ ist –, aus diesem Grund wird der Weg für dich weit sein.

5

Würde der Mensch dagegen das Joch des Königtums des Himmels auf sich nehmen, so sähe er, dass ihm alles nah ist. Was der Mensch nämlich als fern von sich empfindet – „den Ort, den der Schöpfer, dein Gott, erwählt, um Seinen Namen dort wohnen zu lassen“, also den Ort, den der Schöpfer erwählt hat, um Seinen Namen darin wohnen zu lassen –, ist das, wovon geschrieben steht: „Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen, dass Ich in ihrer Mitte wohne.“ Dieser Ort liegt dem Menschen fern: dass es nämlich in seiner Macht stünde, in seinem Herzen einen Ort für das Einwohnen der Shechina (göttliche Gegenwart) zu schaffen. Es ist ihm fern, so etwas auch nur zu begreifen – dass der Mensch die Kraft besäße, in seinem Herzen einen Ort für das Einwohnen der Shechina zu schaffen. Und das kommt daher, dass „er es nicht tragen kann“, dass er den überlieferten Weg nicht auf sich nehmen will: „wie ein Ochse unter dem Joch und wie ein Esel unter der Last“.

מה שאין כן אם האדם כן היה מקבל על עצמו את העול של מלכות שמים, אז היה רואה שהכל קרוב אליו. זאת אומרת, מה שהאדם רואה, שרחוק ממנו "המקום אשר יבחר ה' אלקיך לשום שמו שם, היינו המקום שבחר ה' לשכון שמו. הוא כמו שכתוב "ועשו לי מקדש ושכנתי בתוכם", שהמקום הזה רחוק מהאדם, היינו שיהא בידו לעשות בתוך לבו מקום להשראת השכינה, רחוק מלהבין דבר כזה, שיהיה באדם כח לעשות מקום להשראת השכינה בתוך לבו. זהו מטעם, שלא יוכל שאתו, שלא רוצה לקבל עליו את הדרך המקובל, "כשור לעול וכחמור למשא".

Wenn der Mensch die Last des Himmelreichs auf sich nehmen würde, dann würde er sehen, dass alles ihm nahe ist. Das heißt, der Mensch sieht, dass „der Ort, den der Herr, dein Gott, erwählt hat, um seinen Namen dort verweilen zu lassen“, also der Ort, den Gott erwählt hat, um dort Seinen Namen zu platzieren, weit von Ihm entfernt ist. Es ist, wie geschrieben steht: „Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen, damit Ich in ihrer Mitte wohnen kann.“ Dieser Ort liegt dem Menschen fern, d. h. er ist nicht in der Lage, in seinem Herzen Platz für die Shechina [Göttliche Gegenwart] zu schaffen. Er ist weit davon entfernt, zu verstehen, dass der Mensch die Kraft hat, der Shechina in seinem Herzen Raum zu geben. Denn er wird nicht in der Lage sein, sie zu tragen, d.h. er wird den akzeptierten Weg nicht auf sich nehmen wollen, „wie ein Ochse die Last und wie ein Esel die Bürde.“

6

Daraus folgt, dass der Mensch alle seine Kräfte einzig hierauf richten soll: immer nach Mitteln zu suchen, wie er das genannte Joch auf sich nehmen kann. Seine ganze Arbeit soll er darauf ausrichten. Das heißt: In allem, was er in Tora und Mizwot tut, soll er sich danach sehnen, dass diese Handlungen ihn dazu führen, das Joch des Königtums des Himmels auf sich zu nehmen – nicht, um eine Belohnung zu empfangen. Und das ist der Ort, „den der Schöpfer, dein Gott, erwählt, um Seinen Namen dort wohnen zu lassen“.

נמצא לפי זה, שהאדם צריך לתת כל כוחותיו רק על דבר זה. היינו שיחשוב תמיד עצות, איך לקבל על עצמו את העול הנ"ל. וכל עבודותיו צריך האדם לרכז. זאת אומרת, את כל מה שהאדם עוסק בתורה ובמצות, צריך האדם לחשוק שהמעשים האלה יביאו לו את ענין קבלת עול מלכות שמים שלא עמ"נ לקבל פרס. ושזהו המקום אשר בחר ה' אלקיך לשום שמו שם.

Deshalb sollte der Mensch alle seine Kräfte einzig und allein auf diese Sache verwenden. Das heißt, man sollte immer nach Wegen suchen, wie er das oben genannte Joch auf sich nehmen kann. Der Mensch sollte seine ganze Arbeit darauf ausrichten. Er sollte sich also in allem, was er in Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] tut, wünschen, dass diese Arbeiten ihm ermöglichen, die Last des Himmelreichs auf sich nehmen zu können, ohne dafür eine Belohnung zu erhalten. Und das ist der Ort, „den der Ewige, dein Gott, erwählt hat, seinen Namen verweilen zu lassen.“

7

Bekanntlich wird „Sein Name“ Malchut genannt, die auch Shechina heißt. Ihre Bedeutung erklärt der Sohar: „Er ist der Shochen (der Wohnende), und sie ist die Shechina.“ Baal HaSulam sagt dazu: Der Ort, an dem sich der Schöpfer offenbart, heißt Shechina, und der Schöpfer wird Shochen genannt. Doch wann wird Er Shochen genannt? Nur an einem Ort, an dem es jemanden gibt, der den Shochen erlangt. Shochen und Shechina sind demnach nicht zweierlei, sondern eins: Shochen heißt Licht ohne Kli (Gefäß), und Shechina ist der Ort, an dem sich der Schöpfer offenbart. Was also ist an dem Ort, an dem sich der Schöpfer offenbart? Nur der Schöpfer und nichts anderes. Vielmehr, wie gesagt, Licht und Kli – es gibt also ein Kli, das das Licht erlangt.

כידוע ש"שמו" נקראת מלכות, שהיא נקראת "שכינה", שפירושו, כמו שאומר בזה"ק, "דאיהו שוכן ואיהי שכינה", כמו שאומר אאמו"ר זצ"ל, שהמקום שהבורא מגולה נקרא שכינה, שהבורא נקרא "שוכן". אבל מתי הוא נקרא "שוכן", במקום שיש מי שמשיג את השוכן. אז הוא אמר, שאין שוכן ושכינה שני דברים אלא דבר אחד, היינו שוכן נקרא אור בלי כלי, ושכינה היא המקום שמתגלה הבורא. נמצא, מה יש במקום שהבורא מתגלה, רק הבורא ולא דבר אחר. אלא כנ"ל, אור וכלי, היינו שיש כלי המשיג את האור.

Es ist bekannt, dass Sein Name Malchut heißt, welche Shechina genannt wird. So schreibt der Sohar: „Er ist der Shochen [Bewohner]; sie ist die Shechina [Göttliche Gegenwart/wo Er wohnt].“ Wie Baal HaSulam sagt, heißt der Ort, an dem sich der Schöpfer offenbart, Shechina , und der Schöpfer wird Shochen genannt. Aber wann wird Er Shochen genannt? Wenn es jemanden gibt, der den Shochen erlangt hat. Er führt aus, dass Shochen und Shechina nicht zweierlei Dinge sind, sondern eins. Das heißt, der Shochen wird „Licht ohne Kli [Gefäß]“ genannt, und die Shechina ist der Ort, an dem der Schöpfer offenbart wird. Daraus folgt, dass alles, was an dem Ort ist, an dem der Schöpfer offenbart wird, der Schöpfer ist und nichts anderes. Aber es gibt Licht und Kli , das heißt, es gibt ein Kli , das das Licht erlangt.

8

Damit zeigt sich, was der Ort ist, den der Schöpfer erwählt hat, um Seinen Namen darin wohnen zu lassen. Es ist, wie wir lernen: Wir müssen unsere Gefäße des Empfangens so korrigieren, dass sie darauf gerichtet sind, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Das ist die Angleichung der Form, und an diesem Ort offenbart sich der Name des Schöpfers.

ולפי זה יוצא, מהו המקום, אשר בחר ה' לשכן שמו שם. הוא כמו שאנו לומדים, שאנו צריכים לתקן את הכלי קבלה שלנו, שיהיו בעמ"נ להשפיע נחת רוח להבורא. וזהו ענין של השתוות הצורה, אז במקום הזה מתגלה השם של הקב"ה.

Was ist also der Ort, an dem der Schöpfer sich entschieden hat, seinen Namen niederzulassen? Es ist so, wie wir lernen, dass wir unsere Gefäße des Empfangens korrigieren müssen, um dem Schöpfer Zufriedenheit geben zu können. Das ist die Bedeutung der “Gleichheit der Form”. An dieser Stelle offenbart sich dann der Name des Schöpfers.

9

Wie aber kann man dann über den nahen Weg sagen: „Und der Schöpfer führte sie nicht, denn er war nah“? Der weite Weg bedeutet doch, wie es beim zweiten Pessach steht, dass derjenige, der auf einem weiten Weg war, auf das zweite Pessach verschoben wird. Und im Abschnitt Re’eh (Deuteronomium 14,24) steht: „Und wenn der Weg für dich zu weit ist, sodass du es nicht tragen kannst.“ Nach der Auslegung Baal HaSulams rührt die Ferne des Ortes daher, dass man „es nicht tragen kann“, also das Joch des Königtums des Himmels nicht ertragen kann. Wie kann es dann sein, dass der weite Weg besser ist als der nahe?

ואי לזאת, איך אפשר לומר על דרך קרובה "ולא נחם אלקים, כי קרוב הוא". הלא דרך רחוקה משמע, כמו שכתוב אצל פסח שני, שמי שהיה בדרך רחוקה, הוא נדחה לפסח שני. וכמו שכתוב בפרשת ראה (חמישי) "וכי ירבה ממך הדרך, כי לא תוכל שאתו", כנ"ל. ולפי פירושו של אאמו"ר זצ"ל, שענין ריחוק מקום נובע מסיבת "לא תוכל שאתו", היינו לסבול עול מלכות שמים. אם כן איך יכול להיות, שדרך רחוקה תהיה יותר טובה מדרך קרובה.

Wie kann man also über einen nahen Weg sagen: „Und Gott führte sie nicht, denn er war nah“? Schließlich bedeutet ein ferner Weg, wie es über das zweite Pessach geschrieben steht, dass einer, der auf einem fernen Weg war, auf ein zweites Pessach verschoben wird. So steht im Tora -Abschnitt Re’eh ( Deuteronomium , 14:24) geschrieben: „Wenn die Entfernung für dich so groß ist, dass du sie nicht tragen kannst.“ Nach der Auslegung von Baal HaSulam ist die Entfernung so groß, dass man sie nicht tragen kann, was bedeutet, dass man die Last des Himmelreichs nicht ertragen kann. Wie kann es deshalb sein, dass der ferne Weg besser ist als ein naher Weg?

10

Im Traktat Eruwin (53b) wird im Namen von Rabbi Jehoschua ben Chananja berichtet: „Einst ging ich des Weges und sah ein Kind an einer Wegkreuzung sitzen. Ich fragte es: ‚Mein Sohn, auf welchem Weg gelangt man zur Stadt?‘ Es antwortete: ‚Dieser ist lang und kurz, und jener ist kurz und lang.‘ Ich nahm den kurzen und langen. Als ich zur Stadt kam, war sie von Gärten und Obsthainen umgeben. Ich kehrte um und sagte zu ihm: ‚Mein Sohn, hast du mir nicht gesagt, dieser ist kurz?‘ Es antwortete: ‚Mein Lehrer, habe ich dir nicht gesagt: kurz und lang?‘“ Daraus geht hervor, dass es ein „nah und weit“ und ein „weit und nah“ gibt.

במסכת עירובין (דף נ"ג ע"ב) מביא שם בשם רבי יהושע בן חנניא, שאמר, "פעם אחת הייתי מהלך בדרך, וראיתי תינוק אחד, שהיה יושב על פרשת דרכים. אמרתי לו, בני, באיזו דרך נלך לעיר. אמר לי. זו ארוכה וקצרה, וזהו קצרה וארוכה. הלכתי בקצרה וארוכה. כיון שהגעתי לעיר, היה מקיפות לה גנות ופרדסים. חזרתי לאחורי. אמרתי לו, בני, לא כך אמרת לי, זו קצרה. אמר לי, רבי, ולא כך אמרתי לך, קצרה וארוכה". משמע מכאן, שיש ענין קרובה ורחוקה, ורחוקה וקרובה.

In den Massechet Iruvin (S. 53b) schreibt er im Namen von Rabbi Jehoschua Ben Hananja, der sagte: „Einmal wandelte ich auf der Straße und sah ein Kind an einer Kreuzung sitzen. Ich sagte zu ihm: ‚Mein Sohn, welcher Weg führt in die Stadt?‘ Er sagte zu mir: ‚Dieser ist lang und kurz, und dieser ist kurz und lang.‘ Ich folgte dem kurzen und langen Weg. Als ich in der Stadt ankam, war sie von Gärten und Obstplantagen umgeben. Ich ging zurück und sagte zu ihm: „Mein Sohn, hast du mir nicht gesagt, dass dieser kurz ist? Er antwortete: ‚Mein Rav, habe ich nicht gesagt: ‚Kurz und lang‘?'“ Das bedeutet, dass es die Themen “nah und fern” und “fern und nah” gibt.

11

Im Abschnitt Nizawim (Deuteronomium 30,11) steht: „Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht zu wunderbar für dich und nicht zu fern. Die Sache ist dir vielmehr sehr nah – in deinem Mund und in deinem Herzen, sie zu tun.“ Daraus geht hervor, dass „nah“ hier ein guter Weg ist – „in deinem Mund und in deinem Herzen, sie zu tun“ – und nicht wie im Abschnitt Beshalach.

ובפרשת נצבים (שישי) כתוב, "כי המצוה הזאת, אשר אנכי מצווך היום, לא נפלאת היא ממך, ולא רחוקה היא, כי קרוב אליך הדבר מאוד, בפיך ובלבבך לעשותו". משמע מכאן, שענין "קרוב" הוא דרך טובה, כמו שכתוב "בפיך ובלבבך לעשותו" ולא כמו בפרשת בשלח.

Im Tora -Abschnitt Nizawim [Stehen] (Deuteronomium, 30:11) steht geschrieben: „Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht zu nah und nicht zu fern von dir. Denn die Angelegenheit ist dir sehr nahe – in deinem Mund und in deinem Herzen, es zu tun.“ Das bedeutet, dass „nah“ ein guter Weg ist, so wie es geschrieben steht: „In deinem Mund und in deinem Herzen, es zu tun“, und nicht wie im Tora -Wochenabschnitt Beshalach .

12

Um dies zu verstehen, müssen wir es im Zusammenhang mit der Ordnung des Arbeitsbeginns auslegen. Denn es gibt die Arbeit an der Handlung, und es gibt auch die Arbeit an der Absicht – das heißt, der Mensch muss auch an seiner Absicht arbeiten. Beim Ausführen der Mizwot soll er also eine gute Absicht haben: mit welcher Absicht er die Mizwot tut, was ihn dazu bewegt, sie zu erfüllen.

ולהבין את הנ"ל, יש לפרש זה בענין סדר התחלת עבודה. כי יש ענין עבודה במעשה, ויש ענין עבודה גם על הכוונה, היינו שהאדם צריך לעבוד גם על הכוונה. זאת אומרת, שבעת עשית המצות תהיה לו כוונה טובה, שפירושו, על איזה כוונה הוא עושה את המצות, היינו הסיבה הגורמת לו לקיום המצות.

Um das zu verstehen, müssen wir dies in Bezug auf die Ordnung des Beginns der Arbeit interpretieren. Denn es gibt das Thema der Arbeit in der Handlung, und es gibt auch das Thema der Arbeit an der Absicht. Das heißt, der Mensch sollte auch an der Absicht arbeiten. Das bedeutet, dass der Mensch beim Einhalten von Mizwot [Geboten] eine gute Absicht haben sollte, was bedeutet, mit welcher Absicht er die Gebote ausführt, also der Grund, der ihn dazu veranlasst, die Mizwot einzuhalten.

13

Denn die Handlungen sollen darauf ausgerichtet sein, nicht um einer Belohnung willen zu geschehen. Da der Mensch aber mit einem Gefäß des Empfangens geboren wird, kann er keine einzige Regung vollziehen, ohne eine Gegenleistung zu empfangen – also Lohn für seine Mühe. Das liegt in unserer Natur: Wir machen keine einzige Bewegung, ohne ihren Nutzen zu erkennen – ob wir nämlich mehr Genuss davon haben, wenn wir auf unsere Ruhe verzichten.

היות שיש לכוון המעשים, שיהיו שלא על מנת לקבל פרס. והיות שהאדם נולד עם כלי קבלה, שהוא דוקא, שלא אפשר לעשות שום תנועה בלי לקבל תמורה, היינו שכר תמורת עבודתו, שזה נמצא בהטבע שלנו, שאין אנו עושים שום תנועה, אלא אם אנחנו צריכים לראות את הכדאיות שלה, אם יהיה לנו יותר תענוג, בעת שאנו מוותרים על המנוחה.

Da wir die Handlungen darauf ausrichten sollen, nicht um einer Belohnung willen durchzuführen, und da der Mensch mit Gefäßen des Empfangens geboren ist, was bedeutet, dass es unmöglich ist, etwas zu tun, ohne Belohnung für seine Arbeit zu empfangen – denn es liegt in unserer Natur, keine Bewegung zu machen, wenn wir nicht sehen können, dass sie sich lohnt –, es sei denn, wir sehen einen Nutzen darin, wenn wir auf Ruhe verzichten.

14

Das heißt: Wir geben den Zustand, in dem wir uns befinden, nur deshalb auf, um mehr Genuss zu empfangen, als wir jetzt haben. Bevor wir den vorhandenen Genuss verlassen und zu einer anderen Tätigkeit übergehen, muss diese uns gewiss wichtig erscheinen – nämlich dass wir durch die neue Handlung mehr Genuss empfangen.

היינו, מה שאנו מוותרים על המצב שבו אנו נמצאים, הוא בכדי לקבל יותר תענוג, מזה שיש לנו עכשיו, טרם שאנו משאירים את התענוג והולכים לעשות פעולה אחרת, בטח שהוא חשוב, שע"י זה שיעשה עכשיו פעולה חדשה, הוא יקבל יותר תענוג.

Das heißt, wir geben den Zustand auf, in dem wir uns befinden, um mehr Genuss zu empfangen, als wir jetzt haben, bevor wir den Genuss verlassen und etwas anderes tun. Deshalb ist es wichtig, dass er durch die Ausführung einer neuen Handlung mehr Genuss empfängt.

15

Somit erfüllt der Mensch Tora und Mizwot nicht deshalb, weil der Schöpfer es will und wir Seinen Willen tun möchten, damit Er Freude daran hat, dass wir auf Seine Stimme hören, sondern weil Er uns großen Lohn dafür verspricht, dass wir auf Ihn hören. Deshalb bemühen wir uns zu erfüllen, was Er von uns fordert – weil wir auf den guten Lohn blicken, den Er uns für unsere Arbeit zahlen wird.

אם כן הוא מוכרח לעשות ולקיים את התורה והמצות, לא בשביל שה' רוצה שאנו נקיים אותם ואנו רוצים לעשות רצונו, כדי שתהיה לו הנאה מזה שאנחנו שומעים בקולו, אלא היות שהוא מבטיח לנו שכר גדול בזה שאנחנו נשמע בקולו, ומשום זה אנו משתדלים לקיים מה שהוא דורש מאתנו, היות שאנחנו מסתכלים על השכר הטוב, שהוא ישלם לנו תמורת עבודתינו.

Er befolgt also die Tora und Mizwot nicht, weil der Schöpfer will, dass wir sie halten und Seinen Willen tun, damit Er Genuss aus unserem Gehorsam Ihm gegenüber ziehen würde, sondern weil Er uns eine große Belohnung dafür verspricht, dass wir auf Ihn hören, und deshalb bemühen wir uns einzuhalten, was er von uns fordert, denn wir haben die gute Belohnung im Blick, die Er uns für unsere Arbeit zahlen wird.

16

Das ähnelt Menschen, die in einer Fabrik bei einem Geschäftsherrn arbeiten. Üblicherweise arbeiten sie acht Stunden, und dadurch, dass die Arbeiter bei ihm arbeiten, verdient der Geschäftsherr Geld. Er hat also Freude daran, Arbeiter zu haben, die seinen Willen tun. Ein kleiner Teil der Arbeiter kommt nun zu ihm und macht ihm einen Vorschlag: Sie sehen, dass er bekümmert ist, weil er jemandem eine bestimmte Menge an Erzeugnissen zu einem festgesetzten Termin zugesagt hat; und nach dem Arbeitstempo, in dem die Arbeiter in acht Stunden produzieren, erkennen sie, dass er den Vertrag, den er geschlossen hat, nicht wird einhalten können, ihm die gesamte Ware fristgerecht zu liefern.

וזה דומה לאנשים שעובדים בבית חרושת אצל בעל הבית. ומדרך עבודה היא, שעובדים שמונה שעות, וע"י זה שהפועלים עובדים אצלו, הבעל הבית מרויח כסף. אם כן יש לו הנאה לבעל הבית, בזה שיש לו עובדים ועושים את רצונו. וחלק קטן מבין העובדים באים לבעל הבית, ומציעים לו, הואיל שהם רואים, שיש לו צער מזה שהוא הבטיח למי שהוא סכום תוצרת, להמציא בזמן מסוים, והואיל שהם רואים לפי קצב העבודה, שהפועלים עובדים ונותנים תוצרת בשמונה שעות, הוא לא יוכל לעמוד עם החוזה שעשה למי שהוא, שימצא לו כל הסחורה בזמנו הנקוב.

Das ist ähnlich wie bei Menschen, die für einen Besitzer in einer Fabrik arbeiten. Ein normaler Arbeitstag dauert acht Stunden. Durch die Arbeit seiner Angestellten verdient der Besitzer Geld. Deshalb freut sich der Besitzer, wenn seine Arbeiter seinen Willen tun. Einige der Arbeiter treten an den Besitzer heran und sagen ihm, dass sie sehen, dass er Probleme damit hat, dass er jemandem versprochen hat, Produkte bis zu einem bestimmten Datum zu liefern, aber sie können sehen, dass er bei dem Tempo der Arbeit, die die Arbeiter in acht Stunden leisten, nicht in der Lage sein wird, die Bedingungen des Vertrags einzuhalten und alle Waren rechtzeitig zu liefern.

17

Deshalb erklären sie sich bereit, Überstunden für ihn zu leisten. Zwar müssten sie nach dem achtstündigen Arbeitstag sofort nach Hause, weil sie Kinder zu versorgen haben und bei einem von ihnen die Frau ein wenig krank ist – sie bemühen sich also, gleich nach der Arbeit heimzukommen –, doch weil sie den Kummer des Geschäftsherrn sehen, sind sie bereit, Überstunden zu leisten.

אי לזאת, הם מסכימים לעבוד אצלו שעות נוספות, והגם שהם צריכים להיות בבית תיכף אחר עבודה של יום עבודה של שמונה שעות, היות שהם מטפלים בילדים, וגם לאחד מהם האשה חולה קצת, ומשום זה תיכף אחרי העבודה הם משתדלים לבוא תיכף הביתה, אבל מכל מקום, הואיל שהם רואים את הצער של בעל הבית, הם מסכימים לעבוד אצלו שעות נוספות.

Deshalb erklären sie sich bereit, Überstunden für ihn zu machen. Obwohl sie nach dem achtstündigen Arbeitstag sofort nach Hause kommen müssen, da sie Kinder zu versorgen haben und einer von ihnen eine Frau hat, die ein wenig krank ist, bemühen sie sich, sofort nach der Arbeit nach Hause zu kommen, aber weil sie seine Notlage sehen, sind sie bereit, Überstunden für ihn zu machen.

18

Gewiss hört der Geschäftsherr von der Hingabe seiner Arbeiter, die seinen Kummer nicht ertragen können und deshalb bereit sind, Überstunden zu leisten. Denn sie wissen, dass er in Bedrängnis ist: Er muss den Vertrag einhalten, in dem er dem Käufer zugesagt hat, eine bestimmte Menge Ware zu einem bestimmten Termin zu liefern, kann dies aber bei einem Achtstundentag nicht erfüllen.

ובטח בעל הבית, שהוא שומע המסירות שיש לו להפועלים שלו, שלא יכולים לסבול את הצער שלו, ומשום זה הם מסכימים לעבוד שעות נוספות, מפני שהם יודעים, שבעל הבית הוא בדוחק, היות שהוא מוכרח לקיים את החוזה, שהוא הבטיח להקונה לתת סחורה בכמות מסויימת בזמן מסוים, והיות לפי סדר העבודה של שמונה שעות אין באפשרותו לקיים מה שהבטיח.

Als der Besitzer von der Hingabe seiner Arbeiter zu ihm hört, kann er es natürlich nicht ertragen, dass sie seinen Kummer mit tragen und sich deshalb bereit erklären, Überstunden zu machen, denn sie wissen, dass er gestresst ist, weil er den Vertrag einhalten muss, den er dem Käufer versprochen hat, bis zu einem bestimmten Datum eine bestimmte Menge an Waren zu liefern, aber je nach Arbeitstempo in acht Stunden wird er sein Versprechen nicht einhalten können.

19

Das Gefühl in ihren Herzen gegenüber dem Arbeitgeber lässt ihnen also keine Ruhe, solange sie nicht etwas zum Wohl des Geschäftsherrn tun. Darum sind sie bereit, sich über ihre Kräfte hinaus anzustrengen. Obwohl der Arbeitstag vorbei ist, sie kinderreiche Familien haben und bei einem von ihnen die Frau ein wenig krank ist, sodass er auch im Haushalt mit anpacken muss, erlaubt ihr Gewissen ihnen dennoch nicht, den Geschäftsherrn in der Not zu lassen.

אי לזאת, הרגש שיש בלבבם לגבי נותן העבודה, לא נותן להם מנוחה מבלי לעשות משהו לטובת בעל הבית. לכן הם מסכימים לתת יגיעה יותר מכפי כוחם, היינו כנ"ל, אף על פי שהוא אחר יום עבודה, והיות שהם בעלי משפחות ברוכות ילדים, וגם אחד מהם האשה שלו קצת חולה והוא מוכרח לעבוד גם במשק בית, מכל מקום אין המצפון שלהם נותן להם להשאיר את בעל הבית במצוקה.

Deshalb lässt das Gefühl in ihren Herzen gegenüber dem Arbeitgeber sie nicht ruhen, ohne dass sie etwas für den Besitzer tun, und so erklären sie sich bereit, mehr zu arbeiten, als sie können. Das heißt, obwohl der Arbeitstag vorbei ist und sie Familien mit vielen Kindern haben, und einer von ihnen eine Frau hat, die ein wenig krank ist, und er auch die häusliche Arbeit erledigen muss, lässt ihr Gewissen nicht zu, dass sie den Besitzer in seiner Not alleine lassen.

20

Darum kamen sie zu ihm und sagten: „Wir haben beschlossen, für dich Überstunden zu leisten.“ Als der Geschäftsherr die Hingabe ihrer Herzen hört, sieht er nun etwas Neues. Bevor diese Arbeiter zu ihm kamen, um ihm zu zeigen, dass sie an seinem Kummer teilnehmen, hatte er geglaubt, alle Arbeiter sind ohne inneres Gefühl und ohne Gewissen; und dass sie bei ihm arbeiteten und nicht bei anderen, läge nur daran, dass er einen höheren Lohn zahle als andere. Jetzt aber sieht er es anders und erkennt, dass er sich in seinem Urteil über die Arbeiter geirrt hat.

ולכן באו אליו ואמרו לו, אנחנו באנו לידי החלטה, שאנחנו נעבוד שעות נוספות בשבילך. וכשבעל הבית שומע את מסירות לבם של הפועלים שלו, הוא רואה עכשיו דבר חדש, היינו שמטרם שהפועלים האלו באו אצלו, להראות לו שהם משתתפים בצערו, הוא חשב שלכל הפועלים אין שום רגש פנימי ובלי שום מצפון, אלא מה שעובדים אצלו ולא אצל אחרים, הוא משום שהוא נותן משכורת יותר גבוהה מאחרים, לכן הם עובדים אצלו. אבל עכשיו הוא רואה אחרת, שטעה עם הערכה שלו על הפועלים.

Deshalb gehen sie auf ihn zu und sagen ihm: „Wir haben beschlossen, Überstunden für dich zu machen.“ Als der Besitzer die Hingabe seiner Arbeiter hört, sieht er etwas Neues: Bevor diese Arbeiter zu ihm kamen, um ihm zu zeigen, dass sie mit seiner Not mitfühlen, dachte er, dass alle Arbeiter keine Gefühle oder ein Gewissen hätten. Vielmehr arbeiteten sie für ihn und nicht für andere, nur weil er mehr zahlt als andere, also arbeiten sie für ihn. Doch nun sieht er das Gegenteil – dass er sich geirrt hat.

21

Doch danach sagten sie ihm: „Du musst aber wissen: Für die zusätzliche Arbeit, also auch nachts zu arbeiten, sollst du uns für die Überstunden das Doppelte von dem zahlen, was du uns für einen gewöhnlichen Arbeitstag zahlst.“

אבל אח"כ אמרו לו, אבל אתה צריך לדעת, בשביל עבודה נוספת, היינו לעבוד גם בלילה, אנחנו רוצים שאתה תשלם לנו עבור השעות הנוספות פי כפל, ממה שאתה משלם לנו עבור יום עבודה רגיל.

Aber danach sagen sie ihm: „Du musst aber wissen, dass wir für die Überstunden, also auch für die Arbeit in der Nacht, das Doppelte von dem wollen, was du uns für die regulären Stunden zahlst.“ Da beginnt der Besitzer wieder zu grübeln: „Ist der Grund, warum sie Überstunden machen wollen, wirklich, wie sie sagen, dass sie mir in meiner Notlage helfen wollen? Oder ist das Gegenteil der Fall? Sehen sie, dass ich in Not bin und verlangen deshalb mehr Geld für Überstunden, weil sie wissen, dass ich keine andere Wahl habe? Sie lassen mich verstehen, dass ich ihnen geben muss, was sie geboten haben, denn sie erzählen mir von meiner Notlage, damit ich weiß, dass sie meine Situation kennen, und so wollen sie mich unter Druck setzen, ihnen für die Überstunden das Geld zu zahlen, das sie verlangen.“

22

Da beginnt der Geschäftsherr von Neuem zu überlegen: Wollen sie wirklich, wie sie sagen, Überstunden leisten, um mich aus der Bedrängnis zu holen? Oder ist es umgekehrt – sie sehen, dass ich in Not bin, und fordern gerade deshalb eine hohe Summe für die Überstunden, weil sie wissen, dass ich keine Wahl habe? Sie geben mir zu verstehen, dass ich ihnen so viel geben muss, wie sie verlangen: Indem sie mir meine bedrängte Lage vorhalten, soll ich erkennen, dass sie meine Lage kennen – und so wollen sie mich drängen, ihnen für die Überstunden so viel zu zahlen, wie sie fordern.

אז הבעל הבית מתחיל לחשוב שוב, מה שהם רוצים לעבוד שעות נוספות, הוא באמת כמו שהם אומרים, היינו שהם רוצים להוציא אותי מהמצוקה, או להיפך, היות שהם רואים שאני נמצא במצוקה, אי לזאת, הם דורשים ממני סכום גדול עבור שעות נוספות, מטעם שהם יודעים, שאין לי ברירה. לכן הם נותנים להבין, שאני אדע, שאני צריך לתת להם כמה שהם רוצים, היות שהם מספרים לו את מצבו הדחוק, שהוא נמצא, בכדי שהוא ידע, שהם יודעים את מצבו, לכן רוצים ללחוץ עליו, שהוא ישלם להם עבור השעות הנוספות כמה שהם דורשים.

23

Aus dem Gesagten können wir ein Beispiel für unsere Arbeit beim Erfüllen von Tora und Mizwot gewinnen: zwischen Handlung und Absicht zu unterscheiden. „Handlung“ heißt, dass er die Tat zu vollziehen beabsichtigt, die der Schöpfer uns durch Moses, Friede sei mit ihm, geboten hat – Tora und Mizwot in all ihren Einzelheiten und Feinheiten zu erfüllen – und dass wir dabei ausrichten: Die Mizwa, die wir tun, geschieht, um Seinen Willen zu erfüllen, denn Er wollte, dass wir Tora und Mizwot halten.

ומהנ"ל אנו יכולים לקבל דוגמא להעבודה שלנו בקיום תורה ומצות, היינו להבחין בין מעשה לכוונה. מעשה נקרא, שהוא מכוון לעשות את המעשה, שהוא ציווה לנו ע"י משה רבנו עליו השלום, לקיים תורה ומצות בכל פרטיה ודקדוקיה ושנכוון, שהמצוה, שאנו עושים, היא בכדי לקיים רצונו, שהוא רצה שאנחנו נקיים תו"מ.

Daraus können wir ein Beispiel für unsere Arbeit in der Einhaltung von Tora und Mizwot ableiten, was bedeutet, zwischen Handeln und Absicht zu unterscheiden. Handeln bedeutet, dass er die Absicht hat, die Tat zu tun, die der Schöpfer uns durch Moses befohlen hat, Tora und Mizwot in allen Einzelheiten einzuhalten, und dass wir die Ausrichtung haben, dass die Mizwa , die wir tun, dazu dient, Seinen Willen zu tun, dass Er wollte, dass wir Tora und Mizwot halten.

24

Die Absicht, die der Mensch fassen soll, besteht also darin: Wir sollen darauf ausrichten, dass unsere Handlungen dazu dienen, das zu erfüllen, was Er uns geboten hat. Das nennt man „auf die Handlung ausgerichtet sein“, dass sie ordnungsgemäß ist, wie Er es uns durch Moses gesagt hat. So lautet auch das Gesetz zum Blasen des Shofars (Widderhorn): „Hat jemand das Shofar geblasen, um zu üben, oder bläst er, um zu musizieren, und nicht um der Mizwa willen, so hat er seine Pflicht nicht erfüllt“ (wie es in Orach Chajim [Weg des Lebens], Gesetze zu Rosh HaShana, Abschnitt 589, steht).

נמצא, שהכוונה, מה שהאדם צריך לכוון, היא שאנחנו צריכים לכוון, שהמעשים שאנו עושים בכדי לקיים מה שהוא ציווה לנו. וזה נקרא, שהוא מכוון על המעשה, שיהיה בסדר, כמו שהוא אמר לנו ע"י משה רבנו עליו השלום. וכמו שהדין הוא לגבי תקיעת שופר, ש"אם תקע בשופר להתלמד וכן התוקע לשיר ולא לשם מצוה, לא יצא ידי חובתו". (כמו שכתוב, או"ח הלכות ראש השנה, סימן תקפ"ט).

Daraus folgt, dass die Absicht, die ein Mensch haben sollte, darin besteht, dass wir darauf ausgerichtet sind, mit unserem Handeln das zu tun, was Er uns befohlen hat. Das wird als Absicht angesehen, dass das Handeln in Ordnung ist, wie Er es uns durch Moses gesagt hat. Es ist wie das Gesetz über das Blasen des Shofars [Widder-Horn, das an besonderen Tagen geblasen wird]: „Wenn er das Shofar bläst, um zu lernen, oder bläst, um zu singen, und nicht zum Zweck der Mizwa , dann hat er seine Pflicht nicht erfüllt“ (wie es in “ Wege des Lebens ”, Regeln für Rosh HaShana , Punkt 589 geschrieben steht).

25

Demnach bedeutet der Ausspruch „Die Mizwot bedürfen einer Absicht (Kawana)“: Er muss die Handlung, die er ausführt, darauf ausrichten, dass er das Gebot des Schöpfers erfüllen will. Gewiss muss die Handlung der Halacha (dem religiösen Gesetz) entsprechen, denn unsere Weisen haben die Maße von Tora und Mizwot festgelegt – in welcher Form und Weise auch die Ausführung der Mizwot zu geschehen hat.

נמצא לפי זה, מה שאומרים "מצות צריכות כוונה" הפירוש הוא, שהוא צריך לכוון את המעשה שהוא עושה, הוא מטעם שהוא רוצה לקיים את ציווי ה'. ובטח שהמעשה צריך להיות לפי הלכה, שחז"ל קבעו את שיעורי התורה ומצות, באיזה צורה ואופן שצריך להיות בין במעשה המצות.

Wenn wir also sagen, “ Mizwot erfordern eine Absicht [ Kavana ]”, bedeutet das, dass er darauf ausgerichtet sein sollte, dass er die Handlung, die er ausführt, mit der Absicht ausführen wird, das Gebot des Schöpfers zu halten. Natürlich sollte die Handlung dem Gesetz entsprechen, das unsere Weisen für die Maßstäbe von Tora und Mizwot festgelegt haben – wie und auf welche Weise die Gebote ausgeführt werden sollten.

26

Die Sukka (Laubhütte) etwa hat mehrere Bestimmungen, welche Form sie haben muss und Ähnliches; sonst ist die Handlung mangelhaft. Ebenso beim Studium der Tora. Und auch die Verbote – die „Du sollst nicht“-Mizwot – haben viele Bestimmungen. Hält er die dazugehörigen Gesetze nicht ein, so ist die Ausführung der Mizwot mangelhaft. Doch selbst wenn er alles nach der Halacha erfüllt, muss er dennoch ausrichten, dass er die Mizwa deshalb tut, weil der Schöpfer uns geboten hat, Seinen Willen durch das Erfüllen der Mizwot zu tun, die Er uns durch Moses aufgetragen hat.

כגון סוכה, יש לה כמה דינים, באיזה צורה היא צריכה להיות וכדומה, אחרת נמצא חסרון במעשה. וכן בלימוד התורה. וכמו כן במצות "לא תעשה", יש בהן הרבה דינים. ובאם לא שומר את ההלכות, שיש בהן, נמצא, שיש חסרון במעשה המצות. ואפילו שהוא מקיים הכל לפי הלכה, מכל מקום הוא צריך לכוון, שעושה את המצוה, מטעם שה' ציווה לנו לקיים את רצונו, בקיום המצות, שציווה לנו ע"י משה רבנו עליו השלום.

Für die Sukka [die Hütte für Sukkot , das Stifthüttenfest] gibt es zum Beispiel mehreree Gesetze, was die Form angeht. Sonst ist die Arbeit mangelhaft. Das Gleiche gilt für das Studium der Tora und für die negativen Mizwot [Gebote/gute Taten, die zu vermeiden sind]. Für sie gibt es viele Gesetze. Wenn er sich nicht an die entsprechenden Gesetze hält, ist da ein Mangel in der Arbeit der Mizwot . Selbst wenn er alles nach dem Gesetz tut, sollte er dennoch meinen, dass er die Mizwot ausführt, denn der Schöpfer hat uns befohlen, Seinen Willen zu tun, indem wir die Gebote halten, die Er uns durch Moses aufgetragen hat.

27

All dies aber heißt nur „Ausführung der Mizwot“ und nicht „Absicht“. Denn alles, woran er denkt, ist, die Handlung zu erfüllen, die der Schöpfer uns geboten hat; und all die Mühe, die wir in Tora und Mizwot aufwenden, gleicht der aller Menschen auf der Welt, die arbeiten und sich abmühen, um Lohn zu empfangen – und nicht mehr.

וכל זה נקרא רק "מעשה המצות" ולא כוונה. מטעם, שכל מה שהוא חושב, הוא לקיים את המעשה, שה' ציווה לנו, וכל היגיעות, שאנו מתייגעים בתורה ומצות, הן כמו כל אנשים שבעולם, שעובדים ומתייגעים עצמן בכדי לקבל שכר, ולא יותר.

All dies wird nur als „die Ausübung der Mizwot “ betrachtet, nicht aber die Absicht. Das ist so, denn alles, was er über die Ausführung der Handlung denkt, die der Schöpfer uns befohlen hat, und alle Anstrengungen, die wir in Tora und Mizwot verrichten, sind wie alle Menschen in der Welt, die arbeiten und sich abmühen, um belohnt zu werden, und nichts weiter.

28

Hier ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Wenn wir sagen, dass die ganze Arbeit in der Ausführung der Mizwot liegt, so will uns das lehren: Die Mühe gilt der Handlung, und es ist nicht gemeint, dass es eine Arbeit am Lohn gäbe. Eine Mühe, um Lohn als Gegenleistung für die Anstrengung zu empfangen, sehen wir nämlich nicht – dass der Mensch sich also abmühte, um Lohn zu empfangen. Denn der einzige Grund, weshalb wir uns mühen und auf vieles verzichten, ist, dass wir auf den Lohn blicken. Nur der Lohn zwingt uns, schwere Arbeiten zu verrichten, ohne auf die Art der Arbeit noch auf die Arbeitszeit zu achten – allein der Lohn bestimmt alles.

ויש כאן לתשומת לב יתירה, כי מה שאנו אומרים, שכל עבודה היא במעשי המצות, זה בא להשמיענו, שהיגיעה היא על המעשה, ואין כאן ענין לומר, שיש עבודה על השכר. אלא על מנת לקבל שכר תמורת היגיעה, אין אנו רואים דבר כזה, שיהיה לאדם טורח לקבל שכר, מטעם שכל הסיבה, שאנו מתייגעים ומוותרים על הרבה דברים, היא שאנו מסתכלים על השכר, שרק השכר מחייב אותנו לעבוד עבודות קשות, מבלי להסתכל לא על איכות עבודה ולא על זמן עבודה, וכל הדברים רק השכר קובע.

Auch hier ist zusätzliche Aufmerksamkeit geboten, denn wenn wir sagen, dass die ganze Arbeit in der praktischen Ausübung der Mizwot liegt, bedeutet das, dass die Arbeit in der Ausübung liegt, und es kann hier nicht gesagt werden, dass es Arbeit für die Belohnung gibt. Vielmehr können wir sehen, dass ein Mensch nichts für die Belohnung empfangen muss, denn der einzige Grund, warum wir arbeiten und auf vieles verzichten, ist, dass wir an die Belohnung denken, denn nur die Belohnung zwingt uns, hart zu arbeiten, ohne auf die Qualität der Arbeit oder die Zeit der Arbeit zu achten, denn die Belohnung bestimmt alles.

29

Nun ist zu verstehen, was wir meinen, wenn wir von einer Arbeit an der Absicht sprechen, also einer Arbeit am Lohn. Wie lässt sich das überhaupt „Arbeit“ nennen? Die Sache ist diese: Wenn der Mensch sich mit Tora und Mizwot befasst und sich als seinen Lohn wünscht, dass der Schöpfer ihm den Gedanken und das Verlangen gibt, ohne Belohnung zu arbeiten, so stimmt der Körper einem solchen Lohn nicht zu. Denn in der Welt ist es üblich, für Arbeit eine Gegenleistung zu empfangen. Die Arbeit besteht ja im Verzicht auf Bedürfnisse, die ihm Genuss bereiten; und zum Ausgleich empfängt er größere Genüsse, als er aufgibt. Er verzichtet etwa auf Ruhe, mitunter auch auf Schlaf und dergleichen, und empfängt dafür größere und notwendigere Genüsse.

אם כן יש להבין, מה שאנו אומרים, שיש עבודה על הכוונה, הינו עבודה על השכר. הלא איך שייך לומר בזה עבודה. אלא הענין, כי בזמן שהאדם עוסק בתו"מ ורוצה שהשכר שלו יהיה, שה' יתן לו המחשבה ורצון לעבוד שלא על מנת לקבל פרס, על שכר כזה אין הגוף מסכים, כי מדרך העולם הוא, שמקבלים תמורה על העבודה. היינו, העבודה היא בוויתורים על צרכים שהוא נהנה מהם. ותמורת זה הוא יקבל תענוגים יותר גדולים, מכפי שהוא מוותר. למשל, מוותר על המנוחה, ולפעמים גם על שינה וכדומה, והוא מקבל תמורתם תענוגים יותר גדולים ויותר הכרחיים.

Wir sollten also verstehen, warum wir sagen, dass es Arbeit in der Absicht gibt, also Arbeit für die Belohnung. Denn wie können wir hier von Arbeit sprechen? Wenn sich ein Mensch mit Tora und Mizwot befasst und sein Verlangen nach Arbeit nicht in der Absicht, eine Belohnung zu empfangen, sondern in der Absicht liegt, dass der Schöpfer ihm den Gedanken und das Verlangen gibt, zu arbeiten, ist der Körper mit einer solchen Belohnung nicht einverstanden, denn normalerweise empfangen wir eine Belohnung für Arbeit. Das heißt, die Arbeit besteht in Zugeständnissen von Bedürfnissen, die er genießt und für die er im Gegenzug größere Genüsse empfängt, als ihm zusteht. Er verzichtet zum Beispiel auf Ruhe, manchmal auch auf Schlaf und so weiter und empfängt im Gegenzug größere und notwendigere Genüsse.

30

Anders ist es, wenn er auf Genüsse verzichtet, dies aber unter Zwang geschieht – das heißt, der Körper stimmt nicht zu und verlangt eine Gegenleistung dafür, dass er sich überhaupt bereitfände, auf alle Arten von Genüssen zu verzichten. Dann besteht die Arbeit aus Handlungen des Gebens, und auch der Lohn ist die Absicht, allein zu geben, ohne jede Gegenleistung des Empfangens. Für diese Absicht, also für diesen Lohn, muss der Mensch eine große Arbeit verrichten.

מה שאין כן כשהוא מוותר על תענוגים, אבל זהו על דרך הכפיה, היינו שאין הגוף מסכים, והוא רוצה תמורה, שהגוף כן יסכים לוותר על כל מיני תענוגים, נמצא, שהעבודה היא מעשים להשפיע, וגם השכר יהיה הכונה רק להשפיע בלי שום תמורה של קבלה. על הכוונה זו, היינו על השכר הזה, אדם צריך לעבוד עבודה גדולה.

Anders verhält es sich, wenn er auf Genüsse durch Zwang verzichtet, wenn der Körper nicht einverstanden ist und eine Belohnung will, damit er zustimmt, auf alle Arten von Genüssen zu verzichten. Daraus folgt, dass die Arbeit in Handlungen des Gebens besteht und die Belohnung nur die Absicht ist, zu geben, ohne jegliche Belohnung des Empfangens. Für diese Absicht, also für diese Belohnung, muss man viel arbeiten.

31

Sie ist schwerer als die Arbeit an der Handlung – obwohl er für die Absicht am Lohn keine anderen Handlungen und keine andere Zeit aufzuwenden braucht. Dieselbe Handlung, die er ausführt, und dieselbe Zeit, die er ihr widmet, genügen ihm; er bedarf keiner weiteren Handlungen, sondern allein des Gedankens und der Absicht. Und worin besteht die Absicht? Dass sein Denken und Verlangen der Handlung gleichen.

והיא יותר קשה מעבודת המעשה, הגם שעל כוונת השכר הוא לא צריך לעשות מעשים אחרים וזמן אחר. אלא אותו המעשה שהוא עושה, ובאותו זמן שהוא נותן עבור עשיית המעשה, מספיק לו, ואינו צריך למעשים אחרים, אלא סתם מחשבה וכוונה. ומהי הכוונה שהמחשבה ורצון שלו יהיו דוגמת המעשה.

Das ist schwieriger, als in der Praxis zu arbeiten, obwohl er für die Absicht der Belohnung nicht zwei verschiedene Dinge zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt machen muss. Vielmehr genügt ihm dieselbe Arbeit, die er verrichtet, und zwar zur selben Zeit, wenn er arbeitet, und er ist nicht auf anderes Handeln angewiesen, sondern lediglich auf Gedanken und Absichten. Was ist die Absicht? Dass sein Denken und Verlangen wie die Handlung ist.

32

Das heißt: So wie er die Handlung tut, weil der Schöpfer geboten hat, sie zu tun, so soll die Absicht allein darin bestehen, dass er das Gebot des Schöpfers „einzig für den Schöpfer allein“ erfüllen will, ohne jede zurückfließende Gegenleistung. Vom Menschen wird nichts weiter verlangt, als beim Vollziehen einer Handlung, mit der er gerade den Willen des Schöpfers erfüllt, in eben diesem Augenblick die Absicht zu fassen – nicht weil er auf den Lohn blickt. Und das verpflichtet ihn, Tag und Nacht zu arbeiten. Wenn er erfüllt, was geschrieben steht: „du sollst darüber sinnen Tag und Nacht“, so blickt er dabei nicht auf den Lohn, der ihn zur Arbeit bei Tag und Nacht zwänge; vielmehr ist sein Verlangen, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, der Grund, der ihm Kraft zur Arbeit gibt.

זאת אומרת, כמו שהמעשה הוא עושה משום שה' ציווה לעשותו, כן הכוונה תהיה רק שהוא רוצה לקיים מצות ה' בלתי ה' לבדו, בלי שום תמורה חזרה. ודבר זה, היינו שלא דורשים מהאדם, רק בעת קיום מעשה, שהוא עושה עכשיו רצון הבורא, שיכוון באותו זמן שהוא עושה המצוה, לא מטעם שהוא מסתכל על השכר, וזהו מחייב אותו לעבוד ביום ובלילה, היינו מה שהוא מקיים מה שכתוב "והגית בו יומם ולילה", אין זה שהוא מסתכל על השכר, שזה שמחייבו לעבוד ביום ובלילה, אלא מטעם רצונו לעשות נחת רוח להבורא, זוהי הסיבה שהוא נותן כוח לעבודה.

Das heißt, so wie er die Arbeit tut, weil der Schöpfer es ihm befohlen hat, so wird die Absicht nur sein, dass er die Gebote des Schöpfers nur für den Schöpfer halten will, ohne jegliche Belohnung. Die Tatsache, dass alles, was vom Menschen bei der Ausführung der Handlung verlangt wird – wenn er den Willen des Schöpfers ausführt –, die Ausrichtung bei der Ausführung der Mizwa ist, und nicht, weil er an die Belohnung denkt, zwingt ihn dazu, Tag und Nacht zu arbeiten. Das heißt, er hält sich an das, was geschrieben steht: „Und du sollst Ihn Tag und Nacht betrachten“, nicht weil er an die Belohnung denkt, und das zwingt ihn, Tag und Nacht zu arbeiten. Vielmehr ist sein Verlangen, den Schöpfer zufriedenzustellen, der Grund, warum er sich in der Arbeit anstrengt.

33

Das gleicht dem genannten Gleichnis: Die Arbeiter erklärten sich bereit, beim Geschäftsherrn Überstunden zu leisten, auch nachts, verlangten dafür aber den doppelten Lohn gegenüber dem, was sie für gewöhnliche Arbeit empfangen. Wir sehen, welch großer Abstand zwischen einer Arbeit, die um der Belohnung willen geschieht, und einer Arbeit liegt, die nicht um der Belohnung willen geschieht. Niemand würde sagen, die Arbeiter sind dem Geschäftsherrn treu und deshalb bereit, Tag und Nacht für ihn zu arbeiten. Im Gegenteil, man sagt von ihnen: Weil der Geschäftsherr ihre Arbeit braucht, nutzen sie ihn aus und wollen, dass er ihnen das Doppelte zahlt.

וזהו כמשל הנ"ל, שהפועלים הסכימו לעבוד אצל בעל הבית שעות נוספות גם בלילה, אבל הם דרשו לשלם שכרם פי שניים, כפי מה שהם מקבלים בעבודה רגילה. רואים אנו, איזה מרחק יש בין עבודה של עמ"נ לקבל פרס, לעבודה שלא עמ"נ לקבל פרס. ואף אחד לא יאמר שהפועלים הם נאמנים לבעל הבית, ומשום זה הם מסכימים לעבוד אצלו ביום ובלילה, אלא שאומרים עליהם להיפך, היות שהבעל הבית זקוק לעבודה שלהם, לכן הם מנצלים אותו, ורוצים שישלם להם פי כפול.

Das ist vergleichbar mit dem oben erwähnten Gleichnis über die Arbeiter, die sich bereit erklärten, nachts Überstunden für den Besitzer zu machen, aber von ihm verlangten, dass er ihnen doppelt so viel bezahlt, wie sie während der regulären Arbeitszeit empfangen. Wir können den Unterschied sehen zwischen der Arbeit, die getan wird, um Belohnung zu empfangen, und der Arbeit, die nicht getan wird, um Belohnung zu empfangen. Niemand kann sagen, dass die Arbeiter dem Besitzer treu sind und deshalb bereit sind, Tag und Nacht für ihn zu arbeiten. Vielmehr sagen sie das Gegenteil von sich, so dass sie, da der Besitzer ihre Arbeit benötigt, ihn ausnutzen und wollen, dass er ihren Lohn verdoppelt.

34

Ebenso verhält es sich mit der Arbeit. Auch lo liShma (nicht um Ihretwillen) ist Arbeit, und an den Handlungen ist nichts hinzuzufügen; hier aber geht es um die Absicht. Das heißt: Was beabsichtigen sie mit ihrer Arbeit – ist es zum eigenen Nutzen oder zum Nutzen des Schöpfers?

כמו כן עבודה. הגם אפילו שלא לשמה היא עבודה, ואין מה להוסיף על המעשים, אלא כאן ענין של הכוונה. פירוש, מה כונתם בזה שהם עובדים, אם זהו לתועלת עצמם או לתועלת הבורא.

So ist es auch mit der Arbeit. Zwar ist lo liShma [nicht um Ihretwillen] Arbeit, und es gibt nichts hinzuzufügen, was das Handeln betrifft – aber es gibt hier die Angelegenheit der Absicht, d.h. was die Arbeiter mit ihrer Arbeit beabsichtigen – ob es zu ihrem Nutzen oder zum Nutzen des Schöpfers ist.

35

Und es ist eine große, schwere Arbeit, den Körper dazu zu bringen, dass er zum Nutzen des Schöpfers arbeitet. Das heißt, zum Körper zu sagen: Worauf hoffe ich, welchen Lohn will ich vom Schöpfer dafür empfangen, dass ich dich so hart arbeiten lasse? Dass der Schöpfer mir den Lohn gibt, dass du mich nicht stören kannst, wenn ich alles um des Gebens willen tun will.

וזוהי עבודה רבה וקשה, שהגוף יסכים לעבוד לתועלת ה'. היינו להגיד להגוף, למה אני מקוה, איזה שכר אני רוצה לקבל מה', בזה שאני מכריח אותך לעבוד כל כך קשה, שה' יתן לי שכר, שאתה לא תוכל להפריע לי, בזמן שאני רוצה לעשות הכל בעמ"נ להשפיע.

Es erfordert eine Menge harter Arbeit, damit der Körper zustimmt, für den Schöpfer zu arbeiten, d.h. dem Körper zu sagen, was ich mir erhoffe, welche Belohnung ich vom Schöpfer dafür erhalten will, dass ich dich gezwungen habe, so hart zu arbeiten -– damit der Schöpfer mir die Belohnung gibt, dass du mich nicht behinderst, wenn ich alles um des Gebens willen tun will.

36

Selbstverständlich schreit der Körper aus Leibeskräften und tut alles, was in seiner Macht steht, um seine Herrschaft nicht zu verlieren. Darum erlaubt er nicht einmal einfache Handlungen, weil er fürchtet, der Mensch könnte durch die Kraft der Handlung zur Stufe liShma (um Ihretwillen) gelangen, die ganz und gar dem Himmel gewidmet ist und an der er keinen Anteil hat, durch den er etwas für die Eigenliebe empfangen könnte.

וממילא הגוף צועק בקולי קולות, וכל אשר בידו הוא עושה, שלא יאבד את שליטתו. לכן מעשים פשוטים הוא לא מרשה להם לעשות, משום שהוא מפחד, אולי בסגולת המעשה הוא יגיע לבחינת "לשמה", שהיא כולה לשם שמים, ואין לו שום חלק שיכול לקבל משהו עבור אהבה עצמית.

Natürlich schreit der Körper laut auf und tut alles, was er kann, um nicht seine Herrschaft zu verlieren. Deshalb lässt der Körper ihn nicht die einfachsten Dinge tun, denn er hat Angst, dass er durch den Verdienst der Tat zu liShma [um Ihretwillen] gelangt, welches ganz dem Schöpfer zusteht, und er keinen Anteil hat, den er aus Eigenliebe empfangen kann.

37

Deshalb sehen wir: Menschen, die Tora und Mizwot um des Gebens willen erfüllen wollen, kostet jede Kleinigkeit große Mühe. Denn der Körper fürchtet bei jeder Handlung, der Mensch könnte liShma erreichen, sodass die ganze Herrschaft des Verlangens zu empfangen über ihn annulliert würde. Das nennt man „auch eine Arbeit am Lohn“: Er hat daran zu arbeiten, welchen Lohn er als Gegenleistung für seine Arbeit in Tora und Mizwot wählt – einen Lohn, der zur Eigenliebe gehört, oder einen Lohn, der „einzig dem Schöpfer allein“ gilt. Er will der Eigenliebe keinen Anteil an seiner Arbeit geben und wartet beständig: Wann werde ich es verdienen, einzig und allein das Verlangen zu haben, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten?

ומשום זה אנו רואים, שאלו אנשים שרוצים לקיים תו"מ בעמ"נ להשפיע, כל דבר קטן עולה להם ביגיעה גדולה, משום שהגוף מפחד בכל עשיה שהוא עושה, אולי הוא יגיע האדם לשמה, היינו שכל השליטה של רצון לקבל שיש לו על האדם תתבטל. וזה נקרא שיש עבודה גם על השכר, שפירושו, שיש לו עבודה באיזה שכר הוא יבחר תמורת עבודתו בתורה ומצות, אם בשכר השייך לאהבה עצמית או בשכר שהוא "בלתי ה' לבדו", ואינו רוצה לתת לאהבה עצמית שום חלק בעבודתו, והוא מצפה תמיד, מתי אני אזכה, שיהיה לי רצון אך ורק להשפיע נחת רוח להבורא.

Denn wir sehen, dass für diejenigen, die Tora und Mizwot altruistisch halten wollen, jede Kleinigkeit sehr schwierig ist, weil der Körper bei jeder Handlung, die er ausführt, befürchtet, dass der Mensch durch die Arbeit, die er tut, vielleicht Lishma erreicht und die ganze Herrschaft des Willens zu empfangen, die er über den Mensch hat, aufgehoben wird. Auch das wird als Arbeit an der Belohnung angesehen. Es bedeutet, dass er Arbeit hat, um die Belohnung zu wählen, die er für seine Arbeit in Tora und Mizwot haben will – ob es nun eine Belohnung ist, die mit Eigenliebe zu tun hat, oder eine Belohnung, die „einzig und alleine für den Schöpfer“ ist, und er will der Eigenliebe keinen Anteil an seiner Arbeit geben und denkt immer: „Wann wird es mir vergönnt sein, dass ich einzig und alleine das Verlangen habe, dem Schöpfer Zufriedenheit zu geben?“

38

Nun können wir verstehen, was wir gefragt haben: Wie kann der nahe Weg nicht gut sein, wo doch geschrieben steht: „Und der Schöpfer führte sie nicht, denn er war nah“? Wir verstehen es aus dem, was das Kind zu Rabbi Jehoschua ben Chananja sagte: Es gibt einen Weg, der weit und kurz ist, und einen, der kurz und lang ist – also nah, aber zugleich weit. Das heißt: Obwohl er nah ist, ist er doch fern vom Ziel.

ועתה נוכל להבין מה ששאלנו, איך יכולה להיות דרך קרובה לא טובה, כמו שכתוב "ולא נחם אלוקים, כי קרוב הוא". אלא זה יכולים להבין, מה שאמר התינוק לרבי יהושע בן חנניה, ש"יש דרך רחוקה וקצרה, וקצרה וארוכה. היינו קרובה אבל רחוקה", שפירושה, שהגם שהיא קרובה אבל היא רחוקה מהמטרה.

Jetzt können wir verstehen, was wir gefragt haben: „Wie kann da ein böser, naher Weg sein?“, denn es steht geschrieben: „Und Gott führte sie nicht, denn er war nahe.“ Wir können verstehen, was das Kind zu Rabbi Jehoschua Ben Chananja sagte: „Es gibt einen weiten und einen nahen Weg und einen nahen und einen weiten Weg“, was so viel bedeutet wie nah und doch fern. Das bedeutet, dass er zwar nah ist, aber weit vom Ziel entfernt.

39

Bekanntlich sagt Maimonides, dass man die Sache des liShma nicht sofort offenbaren soll. So lauten seine Worte (Hilchot Teshuwa [Regeln der Umkehr], Kapitel 10): „Und die Weisen sagten: Immer befasse sich der Mensch mit der Tora, selbst lo liShma, denn aus dem lo liShma kommt er zum liShma. Wenn man daher die Kleinen, die Frauen und das einfache Volk unterrichtet, lehrt man sie nur, aus Ehrfurcht und um Lohn zu empfangen zu dienen. Erst wenn ihr Wissen zunimmt und sie größere Weisheit erlangen, offenbart man ihnen dieses Geheimnis nach und nach und gewöhnt sie behutsam daran, bis sie es erfassen, erkennen und Ihm aus Liebe dienen.“

ידוע שהרמב"ם אומר, שענין לשמה אין לגלות וזה לשונו (הלכות תשובה פרק עשירי) "ואמרו חכמים, לעולם יעסוק אדם בתורה ואפילו שלא לשמה, שמתוך שלא לשמה בא לשמה. לפיכך, כשמלמדין את הקטנים ואת הנשים וכלל עמי הארץ, אין מלמדין אותם אלא לעבוד מיראה, וכדי לקבל שכר, עד שתרבה דעתן, ויתחכמו חכמה יתירה, מגלים להם רז זה מעט מעט, ומרגילין אותם לענין זה, בנחת עד שישיגוהו וידעוהו ויעבדוהו מאהבה".

Es ist bekannt, dass Maimonides sagt, dass wir die Angelegenheit von liShma nicht offenbaren sollen, denn er sagt (“ Hilchot Teshuva” [Regeln der Umkehr], Kapitel 10): „Die Weisen sagten: ‚Man sollte sich immer mit der Tora befassen, auch in lo liShma , denn von lo liShma [nicht um Ihretwillen] wird er zu liShma kommen.‘ Deshalb lehrt man die Kleinen, die Frauen und die ungebildeten Menschen nur, aus Ehrfurcht zu arbeiten und Belohnung zu empfangen. Bis sie mehr Wissen erlangen und sich viel Weisheit aneignen, wird ihnen dieses Geheimnis Stück für Stück offenbart, und sie werden in aller Ruhe daran gewöhnt, bis sie Ihn erlangen und Ihm aus Liebe dienen.'“

40

Aus den Worten des Maimonides geht hervor, dass es einen nahen Weg gibt – nämlich einen, der dem Herzen des Menschen nah ist, also „um Lohn zu empfangen“. Er heißt demnach „nah“, weil er dem Herzen des Menschen nah ist. Es gibt noch eine weitere Auslegung von „naher Weg“: Der Mensch sieht jedes Mal, dass er sich dem Ziel nähert – wobei das Ziel für ihn „Lohn“ heißt –, und er hofft, sobald er eine bestimmte Menge an Tora und Mizwot angesammelt hat, sofort den Lohn für seine Arbeit zu empfangen, denn bekanntlich wird der Lohn erst am Ende ausgezahlt (Bawa Mezia 65).

מדברי הרמב"ם משמע, שיש דרך קרובה, היינו שקרובה ללבו של אדם, היינו על מנת לקבל שכר. נמצא לפי זה, נקראת קרובה, מטעם שהיא קרובה ללבו של אדם. ויש עוד פירוש של "דרך קרובה" היינו שהאדם רואה כל פעם, שהוא מתקרב להמטרה, שאצלו המטרה נקראת שכר, והוא מקוה שיהיה לו סכום מסוים של תורה ומצות, תיכף יקבל שכר תמורת עבודתו, כידוע שאין שכירות משלמת אלא לבסוף (בבא מציעא, ס"ה).

Aus den Worten von Maimonides deutet sich an, dass es einen nahen Weg gibt, was bedeutet, dass er dem Herzen des Menschen nahe ist, also um Belohnung zu empfangen. Daraus folgt, dass er „nahe“ genannt wird, denn er ist dem Herzen des Menschen nahe. Es gibt aber noch eine andere Auslegung von „naher Weg“, nämlich die, dass der Mensch jedes Mal sieht, dass er dem Ziel näher kommt, und für ihn heißt das Ziel „Belohnung“, und er hofft, dass er, wenn er eine bestimmte Menge an Tora und Mizwot hat, sofort die Belohnung für seine Arbeit empfängt, denn es ist bekannt, dass es sich erst am Ende auszahlt, ein angestellter Arbeiter zu sein ( Bawa Mezia, 65).

41

Darum glaubt er, dass er, wenn er seine Arbeit in dieser Welt vollendet, seinen Lohn in der kommenden Welt empfangen wird – abgesehen von jenen Mizwot, deren Lohn auch in dieser Welt liegt, wie geschrieben steht: „Dies sind die Dinge, von deren Früchten der Mensch in dieser Welt genießt, während ihm das Kapital für die kommende Welt erhalten bleibt.“

לכן הוא מאמין, שיגמור את העבודה בעולם הזה, הוא יקבל שכרו בעולם הבא, חוץ מזה שיש מצות שגם שכרן בעולם הזה, כמו שכתוב "אלו דברים, שאדם אוכל פירותיהם בעולם הזה, והקרן קיימת לו לעולם הבא".

Er glaubt deshalb, dass er, wenn er seine Arbeit in dieser Welt beendet hat, seine Belohnung in der kommenden Welt empfangen wird, abgesehen von den Mizwot , deren Belohnung ebenfalls in dieser Welt liegt, wie geschrieben steht: „Diese sind die Dinge, deren Früchte ein Mensch in dieser Welt isst, und das Kapital ihn in der nächsten Welt erwartet.“

42

Demnach fühlt er Tag für Tag, dass er etwas in der Hand hält – den Lohn eines Arbeitstages –, und jeder Tag fügt sich zu einem Jahr und ein Jahr zum nächsten. Beginnt ein Mensch zum Beispiel mit dreizehn Jahren, die Mizwot zu erfüllen – da treten sie für ihn in Kraft –, so freut er sich mit zwanzig Jahren: Gelobt sei der Schöpfer, sieben Jahre Arbeit stehen ihm bereits zu Buche. Mit dreißig Jahren ist seine Freude gewiss noch größer, denn nun sind in seinem Heft schon siebzehn Jahre Arbeit verzeichnet. So kann er sich jedes Mal, wenn er arbeitet, freuen, denn sein Lohn wächst von Tag zu Tag. Diese Arbeit nennt man „seinem Herzen nah“, weil er sich seines stetig wachsenden Lohns sicher ist. Darum heißt sie „naher Weg“, weil dieser Weg sich auf dem Herzen niederlässt.

נמצא לפי זה, שכל יום ויום הוא מרגיש, שיש לו משהו ביד, היינו שכר של יום עבודה, וכל יום מצטרף לשנה, ושנה לשנה. לדוגמא, אדם מתחיל לקיים מצות מגיל שלוש עשרה שנה, שאז הוא הזמן של חיוב המצות. וכשהגיע לגיל עשרים שנה, הוא שמח, ברוך ה' יש לו כבר רשום על חשבונו עבודה של שבע שנים. וכשהגיע לגיל שלושים שנה, אז בטח הוא שמח ביותר, היות שיש כבר רשום בפנקס שלו שבע עשרה שנים של עבודה. נמצא לפי זה, שכל פעם ופעם שהוא עובד הוא יכול להיות שמח, היות ששכרו הולך ומתוסף מיום ליום. נמצא, עבודה זו נקראת קרובה אל לבו, היות שהוא בטוח עם השכר שלו המתקדם. ומשום זה נקראת "דרך קרובה", היות שהדרך הזו מתישבת על הלב.

Deshalb hat er jeden Tag das Gefühl, etwas in der Hand zu haben, was die Belohnung für einen Tag Arbeit bedeutet, und jeder Tag reiht sich an ein Jahr, und ein Jahr an ein Jahr. Wenn ein Mensch zum Beispiel im Alter von dreizehn Jahren mit dem Einhalten von Mizwot beginnt – das ist der Zeitpunkt, an dem Mizwot verpflichtend werden –, ist er im Alter von zwanzig Jahren glücklich, dass Gott sei Dank bereits sieben Jahre Arbeit auf seinem Konto gutgeschrieben sind. Im Alter von dreißig Jahren ist er überglücklich, denn er hat bereits siebzehn Jahre Arbeit in sein Buch geschrieben. Daraus folgt, dass er sich jedes Mal, wenn er arbeitet, darüber freuen kann, dass seine Belohnung von Tag zu Tag größer wird. Er nennt diese Arbeit „ nah am Herzen „, denn er ist sich seiner fortschreitenden Belohnung sicher.

43

Denn wenn der Mensch auf dem Weg, den er geht, Fortschritt sieht, dann lässt sich dieser Weg auf dem Herzen nieder, weil er etwas hat, worauf er blicken kann: Im Hinblick auf die Handlung, die er vollbringt, sieht er, dass er jeden Tag ein bestimmtes Maß an Arbeitsstunden in Tora und Mizwot leistet, und alles wird in seinem Heft verzeichnet, wie es heißt (Awot [Sprüche der Väter], Kapitel 3): „Er pflegte zu sagen: Alles ist auf Pfand gegeben, und ein Netz ist über alle Lebenden gespannt. Der Laden ist offen, der Händler gewährt Kredit, das Heft liegt offen, und die Hand schreibt.“ Darum ist er sicher, ein großes Vermögen an Lohn zu besitzen, das sich ihm aus der Arbeit Tag für Tag und Jahr für Jahr angesammelt hat; und deshalb heißt dieser „naher Weg“. Aus demselben Grund heißt er auch „kurzer Weg“: Der Mensch braucht nicht viel Zeit, um zu verstehen, dass es sich lohnt, diesen Weg zu gehen, denn dieser Weg ist seinem Herzen nah – darum ist es ein kurzer Weg.

היות שאם האדם רואה התקדמות בדרך שהוא הולך, אז הדרך הזו מתישבת על הלב, הואיל שיש לו על מה להסתכל, כיון שבבחינת המעשה שהוא עושה, הוא רואה שיש לו כל יום שיעור מסוים שעות עבודה בתו"מ, והכל נרשם בפנקסו, כמו שכתוב (אבות פרק שלישי) וזה לשונו, "הוא היה אומר, הכל נתון בערבון, ומצודה פרוסה על כל החיים, החנות פתוחה והחנוני מקיף, והפנקס פתוח והיד כותבת". ומשום זה הוא בטוח, שיש לו רכוש גדול של שכר שנצטבר אצלו מעבודת כל יום ויום ומשנה לשנה, ומשום זה נקראת זו "דרך קרובה". וזהו נקראת "דרך קצרה" גם כן מטעם הנ"ל, היות שאינו צריך לזמן רב, שהאדם יבין שכדאי ללכת בדרך הזאת, מטעם שהדרך הזאת קרובה ללבו, לכן זו דרך קצרה.

Dieser Weg wird „nah am Herzen“ genannt, denn wenn er auf seinem Weg Fortschritte sieht, liegt ihm dieser Weg am Herzen, denn er hat etwas zu betrachten. In der Arbeit, die er ausführt, kann er sehen, dass er jeden Tag ein bestimmtes Pensum an Tora und Mizwot hat, und alles steht in seinem Buch geschrieben, so wie es geschrieben steht ( Awot , Sprüche der Väter, Kapitel 3): „Er sagte: Alles wurde auf Pfand gegeben, und ein Netz ist über allem Leben ausgebreitet. Der Laden ist offen, der Ladenbesitzer gibt Kredit, das Buch ist offen, die Hand schreibt.'“ Deshalb ist er sich sicher, dass er ein großes Vermögen an Belohnung hat, das er durch seine Arbeit jeden Tag und von Jahr zu Jahr angesammelt hat. Aus diesem Grund wird dieser Weg „naher Weg“ genannt. Er wird aus dem genannten Grund auch „kurzer Weg“ genannt, denn der Mensch braucht nicht lange, um zu verstehen, dass es sich lohnt, auf diesem Weg zu wandeln, denn dieser Weg liegt ihm am Herzen. Deshalb ist es ein kurzer Weg.

44

Zugleich aber ist es ein langer Weg. Zur Wahrheit zu gelangen – dass Tora und Mizwot ihn dahin bringen, dass seine ganze Absicht auf das Geben gerichtet ist –, davon ist er sehr weit entfernt, denn dieser Weg ist das Gegenteil des Weges der Dwekut (Anhaftung) an den Schöpfer, der ganz und gar Geben ist. Hier aber beginnt er einen Weg zu gehen, auf dem seine ganze Absicht nur darauf zielt, Lohn zu empfangen. Das Ziel jedoch, das der Mensch durch seine Mühe in Tora und Mizwot erreichen soll, ist, ihn zum Geben zu führen, wie die Weisen sagten: „Ich habe den bösen Trieb (Jezer haRa) erschaffen, und Ich habe die Tora als Gewürz dagegen erschaffen.“ Er soll sehen, dass durch Tora und Mizwot das Böse in ihm korrigiert wird, das „Empfangen, um zu empfangen“ heißt, sodass es ihm möglich wird, alles zum Wohl des Schöpfers zu tun und nicht zum eigenen Nutzen – wie die Weisen über den Vers „Ein Mensch, der im Zelt stirbt“ sagten, dass die Tora nur in dem Bestand hat, der sich für sie tötet, und nicht zum eigenen Nutzen arbeitet.

אולם היא דרך ארוכה, היינו להגיע להאמת, שהתורה ומצות יביאו אותו להגיע שכל כוונתו תהיה בעמ"נ להשפיע, היא רחוקה מאוד, היות שהדרך הזו היא ההיפך מהדרך של דביקות בה', שהיא כולה להשפיע. וכאן הוא מתחיל ללכת בדרך, שכל כוונתו תהיה רק לקבל שכר. אבל המטרה, שהאדם צריך להגיע, ע"י יגיעתו בתו"מ, היא בכדי להביאו בעמ"נ להשפיע, כמו שאמרו חז"ל "בראתי יצר הרע בראתי תורה תבלין", שהוא צריך לראות, שע"י התו"מ יתוקן הרע שבו, הנקרא "מקבל בעמ"נ לקבל", אלא שתהיה באפשרותו לעשות הכל לטובת הבורא, ולא לתועלת עצמו, ועל תועלת עצמו, כמו שאמרו חז"ל על פסוק "אדם כי ימות באוהל, שאין התורה מתקיימת, אלא במי שממית עצמו עליה", ולא לתועלת עצמו.

Es ist jedoch ein langer Weg, um die Wahrheit zu erreichen, damit die Tora und Mizwot ihn dazu bringen, die Absicht zu haben, einzig und alleine zu geben. Er ist sehr weit, denn dieser Weg ist das Gegenteil des Weges der Dwekut [Anhaftung] mit dem Schöpfer, der ganz und gar darin besteht, zu geben. Er beginnt hier auf einem Weg zu wandeln, wo er nur die Absicht hat, Belohnung zu empfangen. Aber das Ziel, das man durch seine Arbeit in Tora und Mizwot erreichen soll, ist, dass er um des Gebens willen arbeitet, wie unsere Weisen sagten: „Ich habe den Bösen Trieb erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.“ Er sollte sehen, dass durch Tora und Mizwot das Böse in ihm, das „Empfangen, um zu empfangen“ genannt wird, korrigiert wird und er in der Lage sein wird, alles um seines Schöpfers willen zu tun, und nicht um seines eigenen willen. Was seinen eigenen Nutzen angeht, so ist es so, wie unsere Weisen über den Vers „Wenn ein Mensch in einem Zelt stirbt“ sagten, dass die Tora nur in demjenigen existiert, der sich für sie in den Tod begibt, und nicht für seinen eigenen Willen arbeitet.

45

Diese wird „nah und fern“ genannt: dem Herzen nah aus den beiden genannten Gründen, aber fern von der Wahrheit – wie Maimonides sagt (Hilchot Teshuwa, Kapitel 10): „Wer aus Liebe dient, sich mit Tora und Mizwot befasst und auf den Pfaden der Weisheit wandelt – nicht um irgendeiner Sache in der Welt willen, nicht aus Furcht vor dem Bösen und nicht, um das Gute zu erben, sondern weil er die Wahrheit tut, da sie Wahrheit ist.“

וזו היא שנקראת "קרובה ורחוקה". היינו קרובה ללבו מב' טעמים הנ"ל, אבל רחוקה מהאמת, כמו שאומר הרמב"ם (הלכות תשובה פרק עשירי) וזה לשונו, "העובד מאהבה, עוסק בתורה ומצות, והולך בנתיבות החכמה, לא מפני דבר בעולם, ולא מפני יראת הרע, ולא כדי לירש הטובה, אלא עושה האמת, מפני שהוא אמת".

Das nennt man „nah und fern“. Das bedeutet, dass sie aus beiden oben genannten Gründen seinem Herzen nahe ist, aber von der Wahrheit fern , wie Maimonides sagt ( Hilchot Teshuva , Kapitel 10): „Wer aus Liebe arbeitet, sich in der Tora und Mizwot befasst und auf den Pfaden der Weisheit wandelt, nicht um irgendetwas in der Welt – nicht aus Furcht vor dem Bösen, und nicht, um reichlich zu erben –, sondern der Wahrheit folgt, weil sie die Wahrheit ist.“

46

Nach den Worten des Maimonides ist der genannte nahe Weg also fern von der Wahrheit. Demnach lässt sich auslegen: „Und der Schöpfer führte sie nicht den Weg durch das Land der Philister, denn er war nah, damit das Volk nicht bereue, wenn es Krieg sieht, und nach Ägypten zurückkehre.“ Die Worte „wenn es Krieg sieht“ sind so zu deuten: Wenn man sich lo liShma befasst, so ist dies der Weg, auf dem ein Leuchten erstrahlt, das einen zum liShma führen soll. Da aber der Anfang der Arbeit lo liShma ist, werden sie keinen Krieg gegen den Trieb führen wollen, weil sie fürchten, von ihrer Stufe zu fallen, auf der sie sich mit Tora und Mizwot befassen.

נמצא לפי דברי הרמב"ם, שדרך קרובה הנ"ל היא רחוקה מהאמת. ולפי זה יכולים לפרש "ולא נחם אלקים דרך ארץ פלישתים, כי קרוב הוא, פן ינחם העם בראותם מלחמה ושבו מצרימה". כי ענין "בראותם מלחמה" צריכים לפרש, היות שע"י זה שיעסקו בשלא לשמה, הדרך היא שמאירה הארה, שצריכים להגיע לשמה. והיות שתחילת עבודה תהיה בשלא לשמה, לא ירצו לעשות מלחמה עם היצר, משום שיפחדו, היינו שיפלו ממדרגתם, שעוסקים בתו"מ.

Daraus folgt nach den Worten von Maimonides, dass der oben genannte nahe Weg weit von der Wahrheit entfernt ist. Dementsprechend können wir interpretieren: „Gott führte sie nicht durch das Land der Philister, denn es war nahe; damit das Volk nicht bereue, wenn es Krieg sieht und nach Ägypten zurückkehrt.“ Die Angelegenheit „wenn sie den Krieg sehen“ sollte dahingehend ausgelegt werden, dass das Vorhaben, sich mit lo liShma [um Ihretwillen] zu befassen, der Weg ist, der das Leuchten, das man erreichen muss, liShma , erhellt. Und da die Arbeit in Lo liShma [nicht um Ihretwillen] beginnt, werden sie nicht mit dem bösen Trieb in den Krieg ziehen wollen, denn sie werden Angst davor haben, sich mit Tora und Mizwot zu befassen.

47

Und das ist ein weiter Weg. Der Schöpfer aber wollte sofort mit ihnen bis zum Berg Sinai gehen und ihnen die Tora geben. Darum sagte Er ihnen sofort, sie müssten den weiten Weg gehen: Obwohl diese Arbeit dem Herzen fern ist, wie gesagt, ist sie doch der Wahrheit nah, sodass sie dadurch fähig werden, die Tora am Berg Sinai zu empfangen.

וזו דרך רחוקה. והקב"ה רצה תיכף ללכת עמהם עד הר סיני ולתת להם התורה. ומשום זה תיכף אמר להם, שצריכים ללכת בדרך רחוקה, היינו אף על פי שהעבודה זו רחוקה מהלב כנ"ל, אבל זו קרובה אל האמת, שע"י זה יהיו מוכשרים לקבלת התורה במעמד הר סיני.

Dies ist ein weiter Weg. Der Schöpfer wollte sofort mit ihnen zum Berg Sinai gehen und ihnen die Tora geben. Deshalb hat er ihnen gleich gesagt, dass sie den weiten Weg gehen müssen. Das heißt, obwohl diese Arbeit weit weg ist, ist sie nahe an der Wahrheit, und dadurch werden sie in der Lage sein, die Tora am Fuße des Berges Sinai zu empfangen.

48

Daraus ergibt sich, dass wir „langer und kurzer Weg“ als „weit und nah“ auslegen können. Die Bedeutung wäre dann „fern vom Herzen“: Man braucht dafür lange Zeit, um es dem Herzen begreiflich zu machen, bis es einsehen kann, dass es sich lohnt, auf das wahre Ziel hinzuarbeiten – Tora und Mizwot in Wahrheit zu erfüllen, weil der Schöpfer uns geboten hat, Tora und Mizwot zu halten, und wir dies erfüllen wollen, damit Er Freude daran hat, dass wir Seinen Willen tun.

אי לזאת יוצא לנו, שנוכל לפרש "דרך ארוכה וקצרה", שהיא רחוקה וקרובה. אז הפירוש יהיה "רחוקה מהלב", היינו שצריכים לזה זמן ארוך, לתת להבין להלב, עד שיוכל להבין, שכדאי לעבוד על המטרה של אמת, היינו לקיים תו"מ באמת, מטעם שה' ציווה לנו לקיים את התורה ומצות, ואנחנו רוצים לקיים זה, בכדי שתהיה לו הנאה, מזה שאנחנו מקיימים את רצונו.

Deshalb können wir „langer und kurzer Weg“ so interpretieren, dass er kurz und nah ist. Die Bedeutung wird also „weit vom Herzen entfernt“ sein, was bedeutet, dass es eine lange Zeit braucht, bis das Herz sehen kann, dass es sich lohnt, für die Wahrheit zu arbeiten, d.h. Tora und Mizwot in Wahrheit zu halten, weil der Schöpfer uns geboten hat, die Tora und Mizwot zu halten, und wir wollen sie halten, damit Er Freude daran hat, dass wir Seinen Willen tun.

49

Der Beweggrund und die Ursache, Seine Gebote zu erfüllen, ist somit der Schöpfer und nicht der Mensch. Das heißt: Die Wichtigkeit des Schöpfers bewegt ihn dazu, das Verlangen und die Sehnsucht zu haben, Ihm zu dienen und Ihm Wohlgefallen zu bereiten. Diese wird „weiter Weg“ genannt, weil sie dem Herzen fern, aber der Wahrheit nah ist. Denn indem ihm die Wahrheit offenbart wird, ist er näher daran, die Wahrheit zu berühren.

נמצא, הגורם והסיבה לקיים מצותיו, הוא הבורא, ולא מטעם האדם. זאת אומרת, חשיבות הבורא מחייבת אותו, שיהיה לו רצון וחשק לשמש אותו ולעשות לו נחת רוח. וזו נקראת "דרך רחוקה", שהוא מטעם רחוקה מהלב אבל קרובה להאמת. שע"י שמגלים לו את האמת, הוא יותר קרוב שיגע להאמת.

Daraus folgt, dass die Ursache und der Grund für das Halten seiner Gebote der Schöpfer ist und nicht der Mensch. Das bedeutet, dass die Bedeutung des Schöpfers ihn dazu zwingt, das Verlangen und das Begehren zu haben, ihm zu dienen und ihm Zufriedenheit zu bringen. Das nennt man einen „fernen Weg“, denn er ist weit weg vom Herzen, aber nahe an der Wahrheit , denn indem ihm die Wahrheit gezeigt wird, ist er näher dran, die Wahrheit zu berühren.

50

Anders verhält es sich mit „nah und fern“, also „kurz und lang“. Die Bedeutung wäre „dem Herzen nah“: Da der Körper nach Genüssen verlangt und man ihm verspricht, durch die Mühe in Tora und Mizwot Lohn zu empfangen, ist der Körper die Ursache, Tora und Mizwot zu erfüllen. Könnte er nämlich anderswo größeren Genuss empfangen, warum sollte er dort arbeiten, wo man kleinen Lohn empfängt? Darum heißt dies „nah und kurz“: Man braucht nicht viel Zeit, um es dem Körper begreiflich zu machen, dass er das Joch von Tora und Mizwot auf sich nimmt.

מה שאין כן "קרובה ורחוקה" היינו "קצרה וארוכה". יהיה הפירוש "קרובה להלב" מטעם, שהיות שהגוף חושק לתענוגים, והוא מבטיח לו, שע"י יגיעתו בתו"מ הוא יקבל שכר, נמצא, שהגוף הוא הסיבה לקיום תו"מ. זאת אומרת, אם היה יכול לקבל תענוג יותר גדול ממקום אחר, למה לו לעבוד במקום שמקבלים משכורת קטנה. לכן נקרא זה "קרובה וקצרה", שאין צריכים הרבה זמן לתת להבין להגוף, שיקבל על עצמו את העול של תו"מ.

Doch „nah und fern“ bedeutet „kurz und lang“. Das bedeutet „nah am Herzen“, denn da der Körper nach Genuss verlangt und er ihm verspricht, dass er durch seine Anstrengungen in Tora und Mizwot Belohnung empfangen wird, folgt daraus, dass der Körper der Grund für das Einhalten von Tora und Mizwot ist. Wenn er also anderswo einen größeren Genuss empfangen könnte, warum sollte er dann dort arbeiten, wo der Lohn niedrig ist? Deshalb heißt es „nah und kurz“, denn es braucht nicht viel Zeit, um dem Körper klarzumachen, dass er die Last von Tora und Mizwot übernehmen soll.

51

Das ist es, was Baal HaSulam im Sulam (Leiterkommentar) sagt (Einführung in das Buch Sohar, S. 185, Punkt 191), und so lauten seine Worte: „1. Wer den Schöpfer fürchtet und Seine Mizwot hält, damit seine Kinder am Leben bleiben und er vor Strafe an seinem Leib oder seinem Besitz bewahrt wird – das ist die Ehrfurcht vor den Strafen in dieser Welt. 2. Wer auch die Strafen der Hölle fürchtet. Diese beiden sind keine wahre Ehrfurcht, denn er hält die Ehrfurcht nicht wegen des Gebots des Schöpfers, sondern um des eigenen Nutzens willen. So zeigt sich, dass der eigene Nutzen die Wurzel ist und die Ehrfurcht ein Zweig, der aus dem eigenen Nutzen hervorgeht. Dies also wird „lang und kurz, weit und nah“ genannt“ – und deshalb steht im Abschnitt Beshalach geschrieben: „Und der Schöpfer führte sie nicht den Weg durch das Land der Philister, denn er war nah.“

וזה כמו שאומר בהסולם (הקדמת ספר הזהר, דף קפ"ה אות קצ"א) וזה לשונו, "א. שמתיירא מהקב"ה ושומר מצותיו, כדי שיחיו בניו, ויהיה נשמר מעונש גופו או ממנו, דהיינו יראה מעונשים שבעולם הזה. ב. שמתיירא גם מעונשים של גיהנום. ואלו השתים אינן יראה אמיתית, כי אינו מקיים היראה מטעם מצות ה', אלא מטעם תועלת עצמו. ונמצא שתועלת עצמו היא השורש, והיראה היא ענף ומסובבת מתועלת עצמו. נמצא, שזו נקראת ארוכה וקצרה, רחוקה וקרובה", ומשום הכתוב בפרשת בשלח "ולא נחם אלוקים דרך ארץ פלישתים, כי קרוב הוא".

Er sagt im Sulam ([Leiterkommentar zum Der Sohar] („ Einführung in das Buch Sohar „, Punkt 191): „1.) Ehrfurcht vor dem Schöpfer und das Halten Seiner Mizwot , damit seine Söhne leben und er vor körperlicher Strafe oder einer Geldstrafe bewahrt wird. Das ist die Ehrfurcht vor den Strafen in dieser Welt. 2.) Auch die Furcht vor Strafen in der Hölle. Diese beiden sind keine echte Ehrfurcht, denn er hält die Ehrfurcht nicht wegen des Gebots des Schöpfers, sondern wegen seines eigenen Nutzens. Daraus folgt, dass sein eigener Nutzen die Wurzel ist, und die Ehrfurcht ein abgeleiteter Zweig seines eigenen Nutzens.“ Daraus folgt, dass dies „lang und kurz, fern und nah“ genannt wird, denn im Tora -Abschnitt Beshalach steht geschrieben: „Gott führte sie nicht durch das Land der Philister, denn es war nah.“

52

Im Abschnitt Beha’alotcha aber steht über das zweite Pessach: „oder wer auf einem weiten Weg war, wird auf das zweite Pessach verschoben.“ Und wir fragten: Daraus geht hervor, dass der weite Weg kein guter Weg ist, weshalb er auf das zweite Pessach verschoben wird. Auf die genannte Weise lässt sich dies auslegen: Wenn der Mensch den nahen Weg geht, der seinem Herzen nah ist, dann fühlt er sich der Kedusha (Heiligkeit) näher als andere, die den weiten Weg gehen – denn Tag für Tag empfindet er, dass die Tora und Mizwot, die er tut, sich von Tag zu Tag mehren.

אולם בפרשת בהעלותך לגבי פסח שני כתוב "או שהיה בדרך רחוקה, נדחה לפסח שני". ושאלנו, משמע מכאן, שדרך רחוקה היא לא דרך טובה. ומשום זה הוא נדחה לפסח שני. יש לפרש על דרך הנ"ל, כי בזמן שהאדם הולך בדרך קרובה, היינו שקרובה ללבו, אז הוא מרגיש את עצמו, שהוא נמצא קרוב לקדושה, יותר מאחרים, שהולכים בדרך רחוקה, מטעם שכל יום ויום הוא מרגיש, שהתו"מ מה שהוא עושה, מתרבים והולכים מיום ליום.

Im Tora -Abschnitt Behaalotcha steht jedoch über das zweite Pessach geschrieben: „oder einer, der auf einem weiten Weg war, wird für ein zweites Pessach aufgeschoben.“ Wir fragten: „Das bedeutet, dass der weite Weg nicht gut ist, und deshalb wurde er auf ein zweites Pessach vertröstet?“ Wir sollten auslegen, dass wenn der Mensch auf dem nahen Weg wandelt, d.h. nahe an seinem Herzen, er sich der Kedusha [Heiligkeit] näher fühlt als andere, die auf dem fernen Weg wandeln, da er jeden Tag spürt, dass die Tora und Mizwot , die er ausführt, sich häufen und zunehmen.

53

Somit hat er nichts an sich zu korrigieren, um der Kedusha nah zu sein. Er sieht es ja mit eigenen Augen und braucht nicht über dem Verstand zu glauben, dass er die heiligen Stufen emporsteigt; schließlich erfüllt er Tora und Mizwot in all ihren Einzelheiten und Feinheiten, und so mehrt sich seine Kedusha von Tag zu Tag, wie gesagt. Er hält sich für einen vollkommenen Gerechten und fragt sich, wie er das erfüllen soll, was die Weisen sagten: „Sei überaus demütig.“

אם כן, אין לו מה לתקן את עצמו, שיהא קרוב לקדושה, הלא רואה בעינים שלו, ולא צריך להאמין למעלה מהדעת, שהוא עולה במעלות הקודש, הלא הוא מקיים את תו"מ בכל פרטיה ודקדוקיה, וממילא מתוספים אצלו הקדושה מיום ליום, כנ"ל, ומרגיש עצמו לצדיק גמור, והוא מסתכל על עצמו, איך אפשר לו לקיים את מה שאמרו חז"ל "מאוד מאוד הוי שפל רוח".

Er muss also nichts an sich selbst korrigieren, um der Kedusha nahe zu sein, denn er kann mit seinen eigenen Augen sehen und braucht nicht über den Verstand zu glauben, dass er auf den Stufen der Heiligkeit aufsteigt. Schließlich hält er die Tora und Mizwot bis ins kleinste Detail ein, und so wächst seine Kedusha natürlich jeden Tag. Er fühlt sich als vollkommener Gerechter und fragt sich, wie er das einhalten kann, was unsere Weisen sagten: „Sei sehr, sehr demütig.“

54

So hat dieser Mensch aus dem Zustand, in dem er sich hinsichtlich der Handlung befindet, keine Aussicht, jemals dem Schöpfer ein Opfer darbringen zu können – das heißt, sich Ihm durch die Angleichung der Form zu nähern –, weil er nicht empfindet, dass er im eigenen Nutzen versunken ist, wie gesagt.

נמצא, האדם הזה, ממצבו שבו הוא נמצא מבחינת המעשה, אין לו סיכויים שתהיה לו היכולת להקריב קורבן לה', היינו שיתקרב אליו מבחינת השתוות הצורה, מטעם שהוא לא מרגיש עצמו, שיהא משוקע בתועלת עצמו, כנ"ל.

Daraus folgt, dass ein solcher Mensch in dem Zustand, in dem er sich in Bezug auf die Praxis befindet, ohne Hoffnung ist, dem Schöpfer jemals ein Opfer zu bringen, d.h. ihm in Bezug auf die Übereinstimmung der Form nahe zu kommen, denn er hat nicht das Gefühl, dass er in Eigennutzen versunken ist.

55

Wenn er sich aber als fern vom Schöpfer empfindet – wenn er also sieht, dass er noch im eigenen Nutzen versunken ist, und zum Schöpfer schreit, Er möge ihn aus dem eigenen Nutzen herausführen und in den Nutzen des Schöpfers hineinbringen –, dann gibt es für ihn Abhilfe: Er wird auf das zweite Pessach verschoben und bringt danach ein Opfer dar, das heißt, dann nähert er sich dem Schöpfer.

אמנם אם הוא מרגיש עצמו, שהוא מרוחק מה', היינו שהוא רואה, שהוא עדיין משוקע בתועלת עצמו, וצעק לה' שיוציאו מתועלת עצמו ולהכניסו בתועלת ה', אז יש לו תקנה, היינו שנדחה לפסח שני, ואח"כ הוא מקריב קורבן, היינו שאז הוא מתקרב לה'.

Wenn er jedoch spürt, dass er weit vom Schöpfer entfernt ist, d.h. sieht, dass er immer noch in Selbstnutzen versunken ist, und zum Schöpfer schreit, ihn aus dem Eigennutzen heraus und in den Nutzen des Schöpfers hineinzulassen, dann kann er korrigiert werden, d.h. er wird für ein zweites Pessach aufgeschoben, und dann bringt er ein Opfer, d.h. dann kommt er dem Schöpfer nahe.

56

Daraus folgt, dass in der Arbeit für den Schöpfer zwei Arten zu unterscheiden sind:

היוצא מזה, שיש להבחין שני מינים בעבודת ה':

Daraus folgt, dass wir in der Arbeit des Schöpfers zwei Arten unterscheiden sollten: Die eine Art umfasst diejenigen, die noch zu Lo liShma [nicht um Ihretwillen] gehören. Die zweite Art bezieht sich auf diejenigen, die bereits zu liShma [um Ihretwillen] gehören. Es sind zwei Arten, die einander nicht verstehen. Das nennt man „lang und kurz, fern und nah“.

57

Die eine Art: jene Menschen, die noch zum lo liShma gehören.

מין אחד, אלו אנשים שעדיין שייכים עוד לשלא לשמה.

58

Die zweite Art: jene, die bereits zum liShma gehören.

ומין הב', הוא אלו ששייכים כבר לשמה.

59

Es sind zwei Arten, von denen die eine die andere nicht verstehen kann. Und das wird „lang und kurz, weit und nah“ genannt.

והם ב' מינים, שמין לא יכול להבין את מין השני. וזה נקרא "ארוכה וקצרה, רחוקה וקרובה".

Rabash – 1986 – Artikel 26 (תשמ״ו – מאמר כ״ו)

„Ein naher Weg und ein ferner Weg“

Im Wochenabschnitt Beshalach finden wir die Worte: „Und der Schöpfer führte sie nicht den Weg durch das Land der Philister, denn dieser war nah, damit das Volk nicht bereue, wenn es Krieg sieht, und nach Ägypten zurückkehre.“ Daraus geht hervor, dass der nahe Weg nicht gut ist. Über das zweite Pessach dagegen heißt es (Beha’alotcha 9,10): „Sprich zu den Söhnen Israels: Wenn ein Mensch durch einen Toten unrein oder auf einer weiten Reise ist, so halte er das Pessach für den Schöpfer im zweiten Monat.“ Das bedeutet: Wer auf einem weiten Weg ist, kann das Pessach nicht zu seiner Zeit feiern.

Wir sehen: Der Abschnitt Beshalach sagt, der nahe Weg ist nicht gut – „Und er führte sie nicht, denn er war nah“ –, sondern der weite Weg ist besser. Im Abschnitt Beha’alotcha aber steht, dass derjenige, der auf einem weiten Weg ist, auf das zweite Pessach verschoben wird. Das deutet darauf hin, dass der weite Weg schlechter ist als der nahe.

Zunächst müssen wir wissen: Wenn die Tora von Wegen spricht – vom nahen und vom weiten Weg –, so deutet sie damit gewiss darauf, wie man zur Vollendung des Ziels gelangt. Dann aber ist schwer zu verstehen, wie man sagen kann, der nahe Weg ist nicht gut. Denn die Begründung, die uns die Tora dafür gibt, lautet: „wenn sie Krieg sehen, und sie nach Ägypten zurückkehren“. „Nah“ heißt doch: nah am Schöpfer. Wenn aber jemand dem Schöpfer nah ist, wie kann man dann sagen, er wird „bereuen und nach Ägypten zurückkehren“? Umgekehrt wäre es verständlich: Hätte das Volk auf einem Weg bereut, der weit vom Schöpfer entfernt ist, dann ließe sich sagen: „damit das Volk nicht bereue, wenn es Krieg sieht, und nach Ägypten zurückkehre“.

Im Abschnitt Re’eh (Deuteronomium 14,24) heißt es: „Und wenn der Weg für dich zu weit ist, sodass du es nicht tragen kannst, weil der Ort, den der Schöpfer, dein Gott, erwählt, um Seinen Namen dort wohnen zu lassen, zu weit von dir entfernt ist.“ Baal HaSulam erklärte dies und fragte: Warum gibt uns der Vers überhaupt eine Begründung für „wenn der Weg für dich zu weit ist, sodass du es nicht tragen kannst“? Er sagte: Weil der Mensch das Joch des Königtums des Himmels auf sich nehmen muss und „wie ein Ochse unter dem Joch und wie ein Esel unter der Last“ sein soll, der Mensch dies aber nicht tragen kann – das heißt, es fällt ihm schwer, das Joch zu ertragen, und genau das bedeutet „er kann es nicht tragen“. Aus diesem Grund wird der Weg für dich weit.

Würde der Mensch dagegen das Joch des Königtums des Himmels auf sich nehmen, so sähe er, dass ihm alles nah ist. Was der Mensch nämlich als fern von sich empfindet – „den Ort, den der Schöpfer, dein Gott, erwählt, um Seinen Namen dort wohnen zu lassen“, also den Ort, den der Schöpfer erwählt hat, um Seinen Namen darin wohnen zu lassen –, ist das, wovon geschrieben steht: „Und sie sollen Mir ein Heiligtum machen, dass Ich in ihrer Mitte wohne.“ Dieser Ort liegt dem Menschen fern: dass es nämlich in seiner Macht stünde, in seinem Herzen einen Ort für das Einwohnen der Shechina (göttliche Gegenwart) zu schaffen. Es ist ihm fern, so etwas auch nur zu begreifen – dass der Mensch die Kraft besäße, in seinem Herzen einen Ort für das Einwohnen der Shechina zu schaffen. Und das kommt daher, dass „er es nicht tragen kann“, dass er den überlieferten Weg nicht auf sich nehmen will: „wie ein Ochse unter dem Joch und wie ein Esel unter der Last“.

Daraus folgt, dass der Mensch alle seine Kräfte einzig hierauf richten soll: immer nach Mitteln zu suchen, wie er das genannte Joch auf sich nehmen kann. Seine ganze Arbeit soll er darauf ausrichten. Das heißt: In allem, was er in Tora und Mizwot tut, soll er sich danach sehnen, dass diese Handlungen ihn dazu führen, das Joch des Königtums des Himmels auf sich zu nehmen – nicht, um eine Belohnung zu empfangen. Und das ist der Ort, „den der Schöpfer, dein Gott, erwählt, um Seinen Namen dort wohnen zu lassen“.

Bekanntlich wird „Sein Name“ Malchut genannt, die auch Shechina heißt. Ihre Bedeutung erklärt der Sohar: „Er ist der Shochen (der Wohnende), und sie ist die Shechina.“ Baal HaSulam sagt dazu: Der Ort, an dem sich der Schöpfer offenbart, heißt Shechina, und der Schöpfer wird Shochen genannt. Doch wann wird Er Shochen genannt? Nur an einem Ort, an dem es jemanden gibt, der den Shochen erlangt. Shochen und Shechina sind demnach nicht zweierlei, sondern eins: Shochen heißt Licht ohne Kli (Gefäß), und Shechina ist der Ort, an dem sich der Schöpfer offenbart. Was also ist an dem Ort, an dem sich der Schöpfer offenbart? Nur der Schöpfer und nichts anderes. Vielmehr, wie gesagt, Licht und Kli – es gibt also ein Kli, das das Licht erlangt.

Damit zeigt sich, was der Ort ist, den der Schöpfer erwählt hat, um Seinen Namen darin wohnen zu lassen. Es ist, wie wir lernen: Wir müssen unsere Gefäße des Empfangens so korrigieren, dass sie darauf gerichtet sind, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Das ist die Angleichung der Form, und an diesem Ort offenbart sich der Name des Schöpfers.

Wie aber kann man dann über den nahen Weg sagen: „Und der Schöpfer führte sie nicht, denn er war nah“? Der weite Weg bedeutet doch, wie es beim zweiten Pessach steht, dass derjenige, der auf einem weiten Weg war, auf das zweite Pessach verschoben wird. Und im Abschnitt Re’eh (Deuteronomium 14,24) steht: „Und wenn der Weg für dich zu weit ist, sodass du es nicht tragen kannst.“ Nach der Auslegung Baal HaSulams rührt die Ferne des Ortes daher, dass man „es nicht tragen kann“, also das Joch des Königtums des Himmels nicht ertragen kann. Wie kann es dann sein, dass der weite Weg besser ist als der nahe?

Im Traktat Eruwin (53b) wird im Namen von Rabbi Jehoschua ben Chananja berichtet: „Einst ging ich des Weges und sah ein Kind an einer Wegkreuzung sitzen. Ich fragte es: ‚Mein Sohn, auf welchem Weg gelangt man zur Stadt?‘ Es antwortete: ‚Dieser ist lang und kurz, und jener ist kurz und lang.‘ Ich nahm den kurzen und langen. Als ich zur Stadt kam, war sie von Gärten und Obsthainen umgeben. Ich kehrte um und sagte zu ihm: ‚Mein Sohn, hast du mir nicht gesagt, dieser ist kurz?‘ Es antwortete: ‚Mein Lehrer, habe ich dir nicht gesagt: kurz und lang?‘“ Daraus geht hervor, dass es ein „nah und weit“ und ein „weit und nah“ gibt.

Im Abschnitt Nizawim (Deuteronomium 30,11) steht: „Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht zu wunderbar für dich und nicht zu fern. Die Sache ist dir vielmehr sehr nah – in deinem Mund und in deinem Herzen, sie zu tun.“ Daraus geht hervor, dass „nah“ hier ein guter Weg ist – „in deinem Mund und in deinem Herzen, sie zu tun“ – und nicht wie im Abschnitt Beshalach.

Um dies zu verstehen, müssen wir es im Zusammenhang mit der Ordnung des Arbeitsbeginns auslegen. Denn es gibt die Arbeit an der Handlung, und es gibt auch die Arbeit an der Absicht – das heißt, der Mensch muss auch an seiner Absicht arbeiten. Beim Ausführen der Mizwot soll er also eine gute Absicht haben: mit welcher Absicht er die Mizwot tut, was ihn dazu bewegt, sie zu erfüllen.

Denn die Handlungen sollen darauf ausgerichtet sein, nicht um einer Belohnung willen zu geschehen. Da der Mensch aber mit einem Gefäß des Empfangens geboren wird, kann er keine einzige Regung vollziehen, ohne eine Gegenleistung zu empfangen – also Lohn für seine Mühe. Das liegt in unserer Natur: Wir machen keine einzige Bewegung, ohne ihren Nutzen zu erkennen – ob wir nämlich mehr Genuss davon haben, wenn wir auf unsere Ruhe verzichten.

Das heißt: Wir geben den Zustand, in dem wir uns befinden, nur deshalb auf, um mehr Genuss zu empfangen, als wir jetzt haben. Bevor wir den vorhandenen Genuss verlassen und zu einer anderen Tätigkeit übergehen, muss diese uns gewiss wichtig erscheinen – nämlich dass wir durch die neue Handlung mehr Genuss empfangen.

Somit erfüllt der Mensch Tora und Mizwot nicht deshalb, weil der Schöpfer es will und wir Seinen Willen tun möchten, damit Er Freude daran hat, dass wir auf Seine Stimme hören, sondern weil Er uns großen Lohn dafür verspricht, dass wir auf Ihn hören. Deshalb bemühen wir uns zu erfüllen, was Er von uns fordert – weil wir auf den guten Lohn blicken, den Er uns für unsere Arbeit zahlen wird.

Das ähnelt Menschen, die in einer Fabrik bei einem Geschäftsherrn arbeiten. Üblicherweise arbeiten sie acht Stunden, und dadurch, dass die Arbeiter bei ihm arbeiten, verdient der Geschäftsherr Geld. Er hat also Freude daran, Arbeiter zu haben, die seinen Willen tun. Ein kleiner Teil der Arbeiter kommt nun zu ihm und macht ihm einen Vorschlag: Sie sehen, dass er bekümmert ist, weil er jemandem eine bestimmte Menge an Erzeugnissen zu einem festgesetzten Termin zugesagt hat; und nach dem Arbeitstempo, in dem die Arbeiter in acht Stunden produzieren, erkennen sie, dass er den Vertrag, den er geschlossen hat, nicht wird einhalten können, ihm die gesamte Ware fristgerecht zu liefern.

Deshalb erklären sie sich bereit, Überstunden für ihn zu leisten. Zwar müssten sie nach dem achtstündigen Arbeitstag sofort nach Hause, weil sie Kinder zu versorgen haben und bei einem von ihnen die Frau ein wenig krank ist – sie bemühen sich also, gleich nach der Arbeit heimzukommen –, doch weil sie den Kummer des Geschäftsherrn sehen, sind sie bereit, Überstunden zu leisten.

Gewiss hört der Geschäftsherr von der Hingabe seiner Arbeiter, die seinen Kummer nicht ertragen können und deshalb bereit sind, Überstunden zu leisten. Denn sie wissen, dass er in Bedrängnis ist: Er muss den Vertrag einhalten, in dem er dem Käufer zugesagt hat, eine bestimmte Menge Ware zu einem bestimmten Termin zu liefern, kann dies aber bei einem Achtstundentag nicht erfüllen.

Das Gefühl in ihren Herzen gegenüber dem Arbeitgeber lässt ihnen also keine Ruhe, solange sie nicht etwas zum Wohl des Geschäftsherrn tun. Darum sind sie bereit, sich über ihre Kräfte hinaus anzustrengen. Obwohl der Arbeitstag vorbei ist, sie kinderreiche Familien haben und bei einem von ihnen die Frau ein wenig krank ist, sodass er auch im Haushalt mit anpacken muss, erlaubt ihr Gewissen ihnen dennoch nicht, den Geschäftsherrn in der Not zu lassen.

Darum kamen sie zu ihm und sagten: „Wir haben beschlossen, für dich Überstunden zu leisten.“ Als der Geschäftsherr die Hingabe ihrer Herzen hört, sieht er nun etwas Neues. Bevor diese Arbeiter zu ihm kamen, um ihm zu zeigen, dass sie an seinem Kummer teilnehmen, hatte er geglaubt, alle Arbeiter sind ohne inneres Gefühl und ohne Gewissen; und dass sie bei ihm arbeiteten und nicht bei anderen, läge nur daran, dass er einen höheren Lohn zahle als andere. Jetzt aber sieht er es anders und erkennt, dass er sich in seinem Urteil über die Arbeiter geirrt hat.

Doch danach sagten sie ihm: „Du musst aber wissen: Für die zusätzliche Arbeit, also auch nachts zu arbeiten, sollst du uns für die Überstunden das Doppelte von dem zahlen, was du uns für einen gewöhnlichen Arbeitstag zahlst.“

Da beginnt der Geschäftsherr von Neuem zu überlegen: Wollen sie wirklich, wie sie sagen, Überstunden leisten, um mich aus der Bedrängnis zu holen? Oder ist es umgekehrt – sie sehen, dass ich in Not bin, und fordern gerade deshalb eine hohe Summe für die Überstunden, weil sie wissen, dass ich keine Wahl habe? Sie geben mir zu verstehen, dass ich ihnen so viel geben muss, wie sie verlangen: Indem sie mir meine bedrängte Lage vorhalten, soll ich erkennen, dass sie meine Lage kennen – und so wollen sie mich drängen, ihnen für die Überstunden so viel zu zahlen, wie sie fordern.

Aus dem Gesagten können wir ein Beispiel für unsere Arbeit beim Erfüllen von Tora und Mizwot gewinnen: zwischen Handlung und Absicht zu unterscheiden. „Handlung“ heißt, dass er die Tat zu vollziehen beabsichtigt, die der Schöpfer uns durch Moses, Friede sei mit ihm, geboten hat – Tora und Mizwot in all ihren Einzelheiten und Feinheiten zu erfüllen – und dass wir dabei ausrichten: Die Mizwa, die wir tun, geschieht, um Seinen Willen zu erfüllen, denn Er wollte, dass wir Tora und Mizwot halten.

Die Absicht, die der Mensch fassen soll, besteht also darin: Wir sollen darauf ausrichten, dass unsere Handlungen dazu dienen, das zu erfüllen, was Er uns geboten hat. Das nennt man „auf die Handlung ausgerichtet sein“, dass sie ordnungsgemäß ist, wie Er es uns durch Moses gesagt hat. So lautet auch das Gesetz zum Blasen des Shofars (Widderhorn): „Hat jemand das Shofar geblasen, um zu üben, oder bläst er, um zu musizieren, und nicht um der Mizwa willen, so hat er seine Pflicht nicht erfüllt“ (wie es in Orach Chajim [Weg des Lebens], Gesetze zu Rosh HaShana, Abschnitt 589, steht).

Demnach bedeutet der Ausspruch „Die Mizwot bedürfen einer Absicht (Kawana)“: Er muss die Handlung, die er ausführt, darauf ausrichten, dass er das Gebot des Schöpfers erfüllen will. Gewiss muss die Handlung der Halacha (dem religiösen Gesetz) entsprechen, denn unsere Weisen haben die Maße von Tora und Mizwot festgelegt – in welcher Form und Weise auch die Ausführung der Mizwot zu geschehen hat.

Die Sukka (Laubhütte) etwa hat mehrere Bestimmungen, welche Form sie haben muss und Ähnliches; sonst ist die Handlung mangelhaft. Ebenso beim Studium der Tora. Und auch die Verbote – die „Du sollst nicht“-Mizwot – haben viele Bestimmungen. Hält er die dazugehörigen Gesetze nicht ein, so ist die Ausführung der Mizwot mangelhaft. Doch selbst wenn er alles nach der Halacha erfüllt, muss er dennoch ausrichten, dass er die Mizwa deshalb tut, weil der Schöpfer uns geboten hat, Seinen Willen durch das Erfüllen der Mizwot zu tun, die Er uns durch Moses aufgetragen hat.

All dies aber heißt nur „Ausführung der Mizwot“ und nicht „Absicht“. Denn alles, woran er denkt, ist, die Handlung zu erfüllen, die der Schöpfer uns geboten hat; und all die Mühe, die wir in Tora und Mizwot aufwenden, gleicht der aller Menschen auf der Welt, die arbeiten und sich abmühen, um Lohn zu empfangen – und nicht mehr.

Hier ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Wenn wir sagen, dass die ganze Arbeit in der Ausführung der Mizwot liegt, so will uns das lehren: Die Mühe gilt der Handlung, und es ist nicht gemeint, dass es eine Arbeit am Lohn gäbe. Eine Mühe, um Lohn als Gegenleistung für die Anstrengung zu empfangen, sehen wir nämlich nicht – dass der Mensch sich also abmühte, um Lohn zu empfangen. Denn der einzige Grund, weshalb wir uns mühen und auf vieles verzichten, ist, dass wir auf den Lohn blicken. Nur der Lohn zwingt uns, schwere Arbeiten zu verrichten, ohne auf die Art der Arbeit noch auf die Arbeitszeit zu achten – allein der Lohn bestimmt alles.

Nun ist zu verstehen, was wir meinen, wenn wir von einer Arbeit an der Absicht sprechen, also einer Arbeit am Lohn. Wie lässt sich das überhaupt „Arbeit“ nennen? Die Sache ist diese: Wenn der Mensch sich mit Tora und Mizwot befasst und sich als seinen Lohn wünscht, dass der Schöpfer ihm den Gedanken und das Verlangen gibt, ohne Belohnung zu arbeiten, so stimmt der Körper einem solchen Lohn nicht zu. Denn in der Welt ist es üblich, für Arbeit eine Gegenleistung zu empfangen. Die Arbeit besteht ja im Verzicht auf Bedürfnisse, die ihm Genuss bereiten; und zum Ausgleich empfängt er größere Genüsse, als er aufgibt. Er verzichtet etwa auf Ruhe, mitunter auch auf Schlaf und dergleichen, und empfängt dafür größere und notwendigere Genüsse.

Anders ist es, wenn er auf Genüsse verzichtet, dies aber unter Zwang geschieht – das heißt, der Körper stimmt nicht zu und verlangt eine Gegenleistung dafür, dass er sich überhaupt bereitfände, auf alle Arten von Genüssen zu verzichten. Dann besteht die Arbeit aus Handlungen des Gebens, und auch der Lohn ist die Absicht, allein zu geben, ohne jede Gegenleistung des Empfangens. Für diese Absicht, also für diesen Lohn, muss der Mensch eine große Arbeit verrichten.

Sie ist schwerer als die Arbeit an der Handlung – obwohl er für die Absicht am Lohn keine anderen Handlungen und keine andere Zeit aufzuwenden braucht. Dieselbe Handlung, die er ausführt, und dieselbe Zeit, die er ihr widmet, genügen ihm; er bedarf keiner weiteren Handlungen, sondern allein des Gedankens und der Absicht. Und worin besteht die Absicht? Dass sein Denken und Verlangen der Handlung gleichen.

Das heißt: So wie er die Handlung tut, weil der Schöpfer geboten hat, sie zu tun, so soll die Absicht allein darin bestehen, dass er das Gebot des Schöpfers „einzig für den Schöpfer allein“ erfüllen will, ohne jede zurückfließende Gegenleistung. Vom Menschen wird nichts weiter verlangt, als beim Vollziehen einer Handlung, mit der er gerade den Willen des Schöpfers erfüllt, in eben diesem Augenblick die Absicht zu fassen – nicht weil er auf den Lohn blickt. Und das verpflichtet ihn, Tag und Nacht zu arbeiten. Wenn er erfüllt, was geschrieben steht: „du sollst darüber sinnen Tag und Nacht“, so blickt er dabei nicht auf den Lohn, der ihn zur Arbeit bei Tag und Nacht zwänge; vielmehr ist sein Verlangen, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, der Grund, der ihm Kraft zur Arbeit gibt.

Das gleicht dem genannten Gleichnis: Die Arbeiter erklärten sich bereit, beim Geschäftsherrn Überstunden zu leisten, auch nachts, verlangten dafür aber den doppelten Lohn gegenüber dem, was sie für gewöhnliche Arbeit empfangen. Wir sehen, welch großer Abstand zwischen einer Arbeit, die um der Belohnung willen geschieht, und einer Arbeit liegt, die nicht um der Belohnung willen geschieht. Niemand würde sagen, die Arbeiter sind dem Geschäftsherrn treu und deshalb bereit, Tag und Nacht für ihn zu arbeiten. Im Gegenteil, man sagt von ihnen: Weil der Geschäftsherr ihre Arbeit braucht, nutzen sie ihn aus und wollen, dass er ihnen das Doppelte zahlt.

Ebenso verhält es sich mit der Arbeit. Auch lo liShma (nicht um Ihretwillen) ist Arbeit, und an den Handlungen ist nichts hinzuzufügen; hier aber geht es um die Absicht. Das heißt: Was beabsichtigen sie mit ihrer Arbeit – ist es zum eigenen Nutzen oder zum Nutzen des Schöpfers?

Und es ist eine große, schwere Arbeit, den Körper dazu zu bringen, dass er zum Nutzen des Schöpfers arbeitet. Das heißt, zum Körper zu sagen: Worauf hoffe ich, welchen Lohn will ich vom Schöpfer dafür empfangen, dass ich dich so hart arbeiten lasse? Dass der Schöpfer mir den Lohn gibt, dass du mich nicht stören kannst, wenn ich alles um des Gebens willen tun will.

Selbstverständlich schreit der Körper aus Leibeskräften und tut alles, was in seiner Macht steht, um seine Herrschaft nicht zu verlieren. Darum erlaubt er nicht einmal einfache Handlungen, weil er fürchtet, der Mensch könnte durch die Kraft der Handlung zur Stufe liShma (um Ihretwillen) gelangen, die ganz und gar dem Himmel gewidmet ist und an der er keinen Anteil hat, durch den er etwas für die Eigenliebe empfangen könnte.

Deshalb sehen wir: Menschen, die Tora und Mizwot um des Gebens willen erfüllen wollen, kostet jede Kleinigkeit große Mühe. Denn der Körper fürchtet bei jeder Handlung, der Mensch könnte liShma erreichen, sodass die ganze Herrschaft des Verlangens zu empfangen über ihn annulliert würde. Das nennt man „auch eine Arbeit am Lohn“: Er hat daran zu arbeiten, welchen Lohn er als Gegenleistung für seine Arbeit in Tora und Mizwot wählt – einen Lohn, der zur Eigenliebe gehört, oder einen Lohn, der „einzig dem Schöpfer allein“ gilt. Er will der Eigenliebe keinen Anteil an seiner Arbeit geben und wartet beständig: Wann werde ich es verdienen, einzig und allein das Verlangen zu haben, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten?

Nun können wir verstehen, was wir gefragt haben: Wie kann der nahe Weg nicht gut sein, wo doch geschrieben steht: „Und der Schöpfer führte sie nicht, denn er war nah“? Wir verstehen es aus dem, was das Kind zu Rabbi Jehoschua ben Chananja sagte: Es gibt einen Weg, der weit und kurz ist, und einen, der kurz und lang ist – also nah, aber zugleich weit. Das heißt: Obwohl er nah ist, ist er doch fern vom Ziel.

Bekanntlich sagt Maimonides, dass man die Sache des liShma nicht sofort offenbaren soll. So lauten seine Worte (Hilchot Teshuwa [Regeln der Umkehr], Kapitel 10): „Und die Weisen sagten: Immer befasse sich der Mensch mit der Tora, selbst lo liShma, denn aus dem lo liShma kommt er zum liShma. Wenn man daher die Kleinen, die Frauen und das einfache Volk unterrichtet, lehrt man sie nur, aus Ehrfurcht und um Lohn zu empfangen zu dienen. Erst wenn ihr Wissen zunimmt und sie größere Weisheit erlangen, offenbart man ihnen dieses Geheimnis nach und nach und gewöhnt sie behutsam daran, bis sie es erfassen, erkennen und Ihm aus Liebe dienen.“

Aus den Worten des Maimonides geht hervor, dass es einen nahen Weg gibt – nämlich einen, der dem Herzen des Menschen nah ist, also „um Lohn zu empfangen“. Er heißt demnach „nah“, weil er dem Herzen des Menschen nah ist. Es gibt noch eine weitere Auslegung von „naher Weg“: Der Mensch sieht jedes Mal, dass er sich dem Ziel nähert – wobei das Ziel für ihn „Lohn“ heißt –, und er hofft, sobald er eine bestimmte Menge an Tora und Mizwot angesammelt hat, sofort den Lohn für seine Arbeit zu empfangen, denn bekanntlich wird der Lohn erst am Ende ausgezahlt (Bawa Mezia 65).

Darum glaubt er, dass er, wenn er seine Arbeit in dieser Welt vollendet, seinen Lohn in der kommenden Welt empfangen wird – abgesehen von jenen Mizwot, deren Lohn auch in dieser Welt liegt, wie geschrieben steht: „Dies sind die Dinge, von deren Früchten der Mensch in dieser Welt genießt, während ihm das Kapital für die kommende Welt erhalten bleibt.“

Demnach fühlt er Tag für Tag, dass er etwas in der Hand hält – den Lohn eines Arbeitstages –, und jeder Tag fügt sich zu einem Jahr und ein Jahr zum nächsten. Beginnt ein Mensch zum Beispiel mit dreizehn Jahren, die Mizwot zu erfüllen – da treten sie für ihn in Kraft –, so freut er sich mit zwanzig Jahren: Gelobt sei der Schöpfer, sieben Jahre Arbeit stehen ihm bereits zu Buche. Mit dreißig Jahren ist seine Freude gewiss noch größer, denn nun sind in seinem Heft schon siebzehn Jahre Arbeit verzeichnet. So kann er sich jedes Mal, wenn er arbeitet, freuen, denn sein Lohn wächst von Tag zu Tag. Diese Arbeit nennt man „seinem Herzen nah“, weil er sich seines stetig wachsenden Lohns sicher ist. Darum heißt sie „naher Weg“, weil dieser Weg sich auf dem Herzen niederlässt.

Denn wenn der Mensch auf dem Weg, den er geht, Fortschritt sieht, dann lässt sich dieser Weg auf dem Herzen nieder, weil er etwas hat, worauf er blicken kann: Im Hinblick auf die Handlung, die er vollbringt, sieht er, dass er jeden Tag ein bestimmtes Maß an Arbeitsstunden in Tora und Mizwot leistet, und alles wird in seinem Heft verzeichnet, wie es heißt (Awot [Sprüche der Väter], Kapitel 3): „Er pflegte zu sagen: Alles ist auf Pfand gegeben, und ein Netz ist über alle Lebenden gespannt. Der Laden ist offen, der Händler gewährt Kredit, das Heft liegt offen, und die Hand schreibt.“ Darum ist er sicher, ein großes Vermögen an Lohn zu besitzen, das sich ihm aus der Arbeit Tag für Tag und Jahr für Jahr angesammelt hat; und deshalb heißt dieser „naher Weg“. Aus demselben Grund heißt er auch „kurzer Weg“: Der Mensch braucht nicht viel Zeit, um zu verstehen, dass es sich lohnt, diesen Weg zu gehen, denn dieser Weg ist seinem Herzen nah – darum ist es ein kurzer Weg.

Zugleich aber ist es ein langer Weg. Zur Wahrheit zu gelangen – dass Tora und Mizwot ihn dahin bringen, dass seine ganze Absicht auf das Geben gerichtet ist –, davon ist er sehr weit entfernt, denn dieser Weg ist das Gegenteil des Weges der Dwekut (Anhaftung) an den Schöpfer, der ganz und gar Geben ist. Hier aber beginnt er einen Weg zu gehen, auf dem seine ganze Absicht nur darauf zielt, Lohn zu empfangen. Das Ziel jedoch, das der Mensch durch seine Mühe in Tora und Mizwot erreichen soll, ist, ihn zum Geben zu führen, wie die Weisen sagten: „Ich habe den bösen Trieb (Jezer haRa) erschaffen, und Ich habe die Tora als Gewürz dagegen erschaffen.“ Er soll sehen, dass durch Tora und Mizwot das Böse in ihm korrigiert wird, das „Empfangen, um zu empfangen“ heißt, sodass es ihm möglich wird, alles zum Wohl des Schöpfers zu tun und nicht zum eigenen Nutzen – wie die Weisen über den Vers „Ein Mensch, der im Zelt stirbt“ sagten, dass die Tora nur in dem Bestand hat, der sich für sie tötet, und nicht zum eigenen Nutzen arbeitet.

Diese wird „nah und fern“ genannt: dem Herzen nah aus den beiden genannten Gründen, aber fern von der Wahrheit – wie Maimonides sagt (Hilchot Teshuwa, Kapitel 10): „Wer aus Liebe dient, sich mit Tora und Mizwot befasst und auf den Pfaden der Weisheit wandelt – nicht um irgendeiner Sache in der Welt willen, nicht aus Furcht vor dem Bösen und nicht, um das Gute zu erben, sondern weil er die Wahrheit tut, da sie Wahrheit ist.“

Nach den Worten des Maimonides ist der genannte nahe Weg also fern von der Wahrheit. Demnach lässt sich auslegen: „Und der Schöpfer führte sie nicht den Weg durch das Land der Philister, denn er war nah, damit das Volk nicht bereue, wenn es Krieg sieht, und nach Ägypten zurückkehre.“ Die Worte „wenn es Krieg sieht“ sind so zu deuten: Wenn man sich lo liShma befasst, so ist dies der Weg, auf dem ein Leuchten erstrahlt, das einen zum liShma führen soll. Da aber der Anfang der Arbeit lo liShma ist, werden sie keinen Krieg gegen den Trieb führen wollen, weil sie fürchten, von ihrer Stufe zu fallen, auf der sie sich mit Tora und Mizwot befassen.

Und das ist ein weiter Weg. Der Schöpfer aber wollte sofort mit ihnen bis zum Berg Sinai gehen und ihnen die Tora geben. Darum sagte Er ihnen sofort, sie müssten den weiten Weg gehen: Obwohl diese Arbeit dem Herzen fern ist, wie gesagt, ist sie doch der Wahrheit nah, sodass sie dadurch fähig werden, die Tora am Berg Sinai zu empfangen.

Daraus ergibt sich, dass wir „langer und kurzer Weg“ als „weit und nah“ auslegen können. Die Bedeutung wäre dann „fern vom Herzen“: Man braucht dafür lange Zeit, um es dem Herzen begreiflich zu machen, bis es einsehen kann, dass es sich lohnt, auf das wahre Ziel hinzuarbeiten – Tora und Mizwot in Wahrheit zu erfüllen, weil der Schöpfer uns geboten hat, Tora und Mizwot zu halten, und wir dies erfüllen wollen, damit Er Freude daran hat, dass wir Seinen Willen tun.

Der Beweggrund und die Ursache, Seine Gebote zu erfüllen, ist somit der Schöpfer und nicht der Mensch. Das heißt: Die Wichtigkeit des Schöpfers bewegt ihn dazu, das Verlangen und die Sehnsucht zu haben, Ihm zu dienen und Ihm Wohlgefallen zu bereiten. Diese wird „weiter Weg“ genannt, weil sie dem Herzen fern, aber der Wahrheit nah ist. Denn indem ihm die Wahrheit offenbart wird, ist er näher daran, die Wahrheit zu berühren.

Anders verhält es sich mit „nah und fern“, also „kurz und lang“. Die Bedeutung wäre „dem Herzen nah“: Da der Körper nach Genüssen verlangt und man ihm verspricht, durch die Mühe in Tora und Mizwot Lohn zu empfangen, ist der Körper die Ursache, Tora und Mizwot zu erfüllen. Könnte er nämlich anderswo größeren Genuss empfangen, warum sollte er dort arbeiten, wo man kleinen Lohn empfängt? Darum heißt dies „nah und kurz“: Man braucht nicht viel Zeit, um es dem Körper begreiflich zu machen, dass er das Joch von Tora und Mizwot auf sich nimmt.

Das ist es, was Baal HaSulam im Sulam (Leiterkommentar) sagt (Einführung in das Buch Sohar, S. 185, Punkt 191), und so lauten seine Worte: „1. Wer den Schöpfer fürchtet und Seine Mizwot hält, damit seine Kinder am Leben bleiben und er vor Strafe an seinem Leib oder seinem Besitz bewahrt wird – das ist die Ehrfurcht vor den Strafen in dieser Welt. 2. Wer auch die Strafen der Hölle fürchtet. Diese beiden sind keine wahre Ehrfurcht, denn er hält die Ehrfurcht nicht wegen des Gebots des Schöpfers, sondern um des eigenen Nutzens willen. So zeigt sich, dass der eigene Nutzen die Wurzel ist und die Ehrfurcht ein Zweig, der aus dem eigenen Nutzen hervorgeht. Dies also wird „lang und kurz, weit und nah“ genannt“ – und deshalb steht im Abschnitt Beshalach geschrieben: „Und der Schöpfer führte sie nicht den Weg durch das Land der Philister, denn er war nah.“

Im Abschnitt Beha’alotcha aber steht über das zweite Pessach: „oder wer auf einem weiten Weg war, wird auf das zweite Pessach verschoben.“ Und wir fragten: Daraus geht hervor, dass der weite Weg kein guter Weg ist, weshalb er auf das zweite Pessach verschoben wird. Auf die genannte Weise lässt sich dies auslegen: Wenn der Mensch den nahen Weg geht, der seinem Herzen nah ist, dann fühlt er sich der Kedusha (Heiligkeit) näher als andere, die den weiten Weg gehen – denn Tag für Tag empfindet er, dass die Tora und Mizwot, die er tut, sich von Tag zu Tag mehren.

Somit hat er nichts an sich zu korrigieren, um der Kedusha nah zu sein. Er sieht es ja mit eigenen Augen und braucht nicht über dem Verstand zu glauben, dass er die heiligen Stufen emporsteigt; schließlich erfüllt er Tora und Mizwot in all ihren Einzelheiten und Feinheiten, und so mehrt sich seine Kedusha von Tag zu Tag, wie gesagt. Er hält sich für einen vollkommenen Gerechten und fragt sich, wie er das erfüllen soll, was die Weisen sagten: „Sei überaus demütig.“

So hat dieser Mensch aus dem Zustand, in dem er sich hinsichtlich der Handlung befindet, keine Aussicht, jemals dem Schöpfer ein Opfer darbringen zu können – das heißt, sich Ihm durch die Angleichung der Form zu nähern –, weil er nicht empfindet, dass er im eigenen Nutzen versunken ist, wie gesagt.

Wenn er sich aber als fern vom Schöpfer empfindet – wenn er also sieht, dass er noch im eigenen Nutzen versunken ist, und zum Schöpfer schreit, Er möge ihn aus dem eigenen Nutzen herausführen und in den Nutzen des Schöpfers hineinbringen –, dann gibt es für ihn Abhilfe: Er wird auf das zweite Pessach verschoben und bringt danach ein Opfer dar, das heißt, dann nähert er sich dem Schöpfer.

Daraus folgt, dass in der Arbeit für den Schöpfer zwei Arten zu unterscheiden sind:

Die eine Art: jene Menschen, die noch zum lo liShma gehören.

Die zweite Art: jene, die bereits zum liShma gehören.

Es sind zwei Arten, von denen die eine die andere nicht verstehen kann. Und das wird „lang und kurz, weit und nah“ genannt.

korrigiert, EY, CO4.8, 12.07.2026, 04:14 Uhr, Ver3