1986/35 Der fünfzehnte Aw
In der Mishna heißt es (Traktat Taanit, Blatt 26b): „Rabbi Shimon ben Gamliel sagte: Es gab für Israel keine besseren Tage als den Fünfzehnten Aw und den Versöhnungstag (Jom Kippur), an denen die Töchter Jerusalems in geliehenen weißen Kleidern hinausgingen, um den nicht zu beschämen, der keine besitzt. Und die Töchter Jerusalems gingen hinaus und tanzten in den Weinbergen. Und was sagten sie? ‚Junger Mann, erhebe doch deine Augen und sieh, was du dir erwählst. Richte deine Augen nicht auf die Schönheit, richte deine Augen auf die Familie.‘“ Und auf Blatt 31: „Es wurde gelehrt: Wer keine Frau hatte, begab sich dorthin. Unsere Weisen lehrten: Die Schönen unter ihnen, was sagten sie? ‚Richtet eure Augen auf die Schönheit, denn die Frau ist nur um der Schönheit willen da.‘ Die Wohlgeborenen unter ihnen, was sagten sie? ‚Richtet eure Augen auf die Familie, denn die Frau ist nur um der Söhne willen da.‘“ Im Ejn Jaakow (Das Auge Jakobs) wird hinzugefügt: „Die Wohlhabenden unter ihnen sagen: ‚Richtet eure Augen auf die Begüterten.‘ Die Unansehnlichen unter ihnen, was sagten sie? ‚Nehmt euren Kauf um des Himmels willen, sofern ihr uns nur mit Goldstücken krönt.‘“
Man muss verstehen, was es mit den guten Tagen der Töchter Jerusalems auf sich hat, die hinausgehen und in den Weinbergen tanzen und mit jungen Männern über Heiratsverbindungen sprechen. Welche Sittsamkeit liegt darin? Dem Anschein nach besagt es, dass die guten Tage, die Israel hatte, dazu führten, dass die Töchter Jerusalems hinausgehen und in den Weinbergen tanzen. Man muss also verstehen, was das eine mit dem anderen zu tun hat.
Bekanntlich wird Malchut „Tochter“ genannt, im Sinne von „Der Vater gründete die Tochter“. In Malchut unterscheiden wir nun vier Aspekte (Bchinot), die heißen: Chochma, Bina, Seir Anpin und Malchut – die sogenannten vier Aspekte der Grobheit (Awiut).
Der erste Aspekt, nämlich Chochma, wird „Schönheit“ genannt; denn bekanntlich heißt es bei Chochma „schön von Augen“.
Der zweite Aspekt, nämlich Bina, wird „Mutter der Söhne“ genannt, denn sie gebar SoN (Seir Anpin und Nukwa). Die Eigenschaft von Bina ist, dass sie die Angleichung der Form will, um dem Gebenden zu gleichen. Deshalb besteht ihr Vorzug darin, dass wir sie Keter zuordnen – sie will also Keter gleichen, der der Gebende ist.
Der dritte Aspekt, nämlich Seir Anpin, wird „reich“ genannt, wie geschrieben steht: „Der Reiche gebe nicht mehr“ (Sohar, Ki Tisa, und im Sulam Blatt 2, Abschnitt 4). Dort heißt es: „‚Der Reiche gebe nicht mehr‘ – das ist die mittlere Säule, nämlich Seir Anpin, der nicht über das Jud hinaus mehren soll. ‚Der Reiche gebe nicht mehr‘ – das ist die mittlere Säule, die ihrem Wesen nach zur rechten Seite neigt, zu den Gnaden (Chassadim), und der Chochma nicht bedarf. Darum wird sie ‚reich‘ genannt.“
Der vierte Aspekt, nämlich Malchut, wird „arm und dürftig“ genannt, wie geschrieben steht: „Sie hat nichts Eigenes, außer dem, was ihr Mann ihr gibt.“ Und bekanntlich wird Malchut als Glaube bezeichnet. Das entspricht dem, was über Abraham gesagt wurde: „Und er glaubte an den Schöpfer, und Er rechnete es ihm als Gerechtigkeit (Zedaka) an.“ Der Glaube wird also Gerechtigkeit genannt – so wie man dem Armen Almosen gibt, ohne irgendeine Gegenleistung zu verlangen. So verhält es sich mit dem Glauben über dem Verstand, der keine Gegenleistung verlangt, sondern nichts will als den Schöpfer allein. Daraus folgt, dass der Glaube gleichsam „dürftig“ heißt, weil er dem Armen gleicht, der für das Almosen, das man ihm gibt, nichts zurückgibt.
Mit dem Gesagten wollen wir die Mishna von „den Töchtern Israels, die hinausgehen“ deuten. Bekanntlich heißen jene Tage „gute Tage“, an denen es Aufstiege der Welten und Offenbarungen gibt. Darum ist dann die Zeit der Offenbarungen, und dann „gehen die Töchter Jerusalems hinaus“. „Hinausgehen“ bedeutet: von der Verhüllung zur Offenbarung. Und jede einzelne Sefira zeigt ihre Bedeutung.
Bekanntlich gibt es vier Aspekte des direkten Lichts (Or Jashar). Das heißt: In Malchut selbst, also im Verlangen zu empfangen – das ist Malchut hinsichtlich des direkten Lichts, deren Eigenschaft „Empfangen, um zu empfangen“ heißt –, werden vier Aspekte unterschieden, wie geschrieben steht (Einführung in die Weisheit der Kabbala, Blatt 6, Abschnitt 20). Dort heißt es: „Dass die fünf Aspekte des Empfangens im vierten Aspekt mit den Namen der Sefirot KaChaB-Tum (Keter, Chochma, Bina, Tiferet und Malchut) bezeichnet werden, rührt daher: Vor dem Zimzum (der Einschränkung) – solange also der vierte Aspekt ein Empfangsgefäß für die zehn Sefirot war, die im Höheren Licht enthalten sind, im Sinne von ‚Er ist Eins und Sein Name ist Eins‘ usw. – wurde dort seine Bekleidung der zehn Sefirot nach jenen genannten Aspekten bestimmt, sodass jeder der fünf Aspekte in ihm den ihm entsprechenden Aspekt unter den zehn Sefirot des Höheren Lichts bekleidete usw.“ So weit seine Worte.
Diese genannten Aspekte offenbaren sich an den „guten Tagen“, das heißt: Jede Sefira offenbart ihren Vorzug. Die Ordnung ist diese: Der erste Aspekt, Chochma genannt, sagt: „Junger Mann“ – also zu dem, der würdig ist, ein erwählter Mann aus dem Volk zu sein. Dann offenbart sie ihren Vorzug, in dem der Aspekt der Schönheit liegt. Wie gesagt, heißt Chochma „schön von Augen“, so wie es heißt „die Augen der Gemeinde“, womit die Weisen der Gemeinde gemeint sind. Darum wird der Aspekt der Chochma „die Schönen“ genannt. Deshalb sagten sie: „Die Frau ist nur um der Schönheit willen da.“ Denn das Empfangsgefäß im Allgemeinen – das Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, schuf ein Gefäß, um das Gute und den Genuss zu empfangen – bezieht sich auf das Licht von Chochma. Deshalb bezieht sich die „Frau“, die Empfangsgefäß genannt wird, nur auf Chochma.
„Die Wohlgeborenen unter ihnen, was sagten sie?“ Der Begriff „Abstammung“ bedeutet, dass jemand eine hohe Wurzel hat. Sagt man zum Beispiel, er sei der Enkel eines großen Mannes, so heißt das: Seine Wurzel ist eine sehr hohe. Nun zeigt die Sefira Bina, der zweite Aspekt, ihren Vorzug darin, dass sie sich nach der Angleichung der Form sehnt, durch die man zur Wurzel gelangen und an ihr anhaften kann – an der Wurzel, die der Emanierende und Keter ist. Daraus folgt: Bina haftet an der Wurzel an. Das nennt man „edle Abstammung der Familie“: Die Söhne, die sie gebären wird, tragen von Natur aus dieselbe Eigenschaft, die sie hat – nämlich ihre Angleichung an die Wurzel. Das ist gemeint mit: „Die Wohlgeborenen unter ihnen, was sagten sie? Die Frau ist nur um der Söhne willen da.“
Das bedeutet: Das Empfangsgefäß, das „Frau“ genannt wird, muss sich bemühen, Söhne hervorzubringen – Söhne, die bedeutend sind. Das ist gemeint mit „Richtet eure Augen auf die Familie“, also auf die edle Abstammung der Familie. Mit anderen Worten: Bina zeigte ihren Vorzug, dass sie an der Wurzel anhaftet, was „Angleichung der Form“ genannt wird; denn die Wurzel von Bina ist Keter, das Verlangen, Gutes zu tun und zu geben. Darum besteht ihr Vorzug darin, dass sie die Kraft des Gebens für die Söhne hervorbringt, die sie später gebären wird.
„Die Wohlhabenden unter ihnen sagen: Richtet eure Augen auf die Begüterten.“ Der dritte Aspekt, nämlich Seir Anpin, wird „reich“ genannt, weil er Gnaden (Chassadim) hat. Er heißt „reich, weil er mit seinem Anteil zufrieden ist und der Chochma nicht bedarf“. Doch er hat auch ein Leuchten der Chochma, neigt aber zu den Chassadim. In dieser Hinsicht gleicht er Bina, wie gesagt, die die Quelle der Chassadim ist, sich von der Wurzel Keter erstreckt und ihrer Wurzel gleichen will. Doch er hat ein Leuchten der Chochma.
Und im Heiligen Sohar (Ki Tisa, Blatt 2, und im Sulam Abschnitt 4) heißt es dort: „Der Reiche gebe nicht mehr – das ist die mittlere Säule, nämlich Seir Anpin, der nicht über das Jud hinaus mehren soll usw. Und das ist gemeint mit: Der Reiche gebe nicht mehr – das ist die mittlere Säule, die ihrem Wesen nach zur rechten Seite, zu den Chassadim, neigt und der Chochma nicht bedarf. Darum wird sie reich genannt. Und es wurde ihr gesagt, sie solle nicht über das Jud hinaus mehren.“ Das bedeutet: Sie soll nicht über das Jud (י) hinaus mehren, sondern das Licht von Chassadim mit einem Leuchten der Chochma nehmen. Siehe dort.
Das ist gemeint mit „die Wohlhabenden unter ihnen“, also dem dritten Aspekt, nämlich Seir Anpin, der „Licht von Chassadim im Leuchten der Chochma“ genannt wird; denn Seir Anpin heißt „reich“. Diese Sefira in Malchut zeigt ihren Vorzug, der in ihr liegt. Das ist gemeint mit „Richtet eure Augen auf die Begüterten“.
„Die Unansehnlichen unter ihnen“ – das ist das eigentliche Wesen von Malchut, der vierte Aspekt innerhalb des vierten, auf dem die Einschränkung (Zimzum) lag. Darum wird dieser Aspekt „dürftig und arm“ genannt, wie es im Heiligen Sohar steht, dass Malchut „dürftig und arm“ heißt, „denn sie hat nichts Eigenes, außer dem, was ihr Mann ihr gibt“. Bekanntlich muss man das „Königtum des Himmels“ über dem Verstand annehmen; das nennt man Glauben – an den Schöpfer zu glauben, obwohl der Körper mit vielen Fragen, Einwänden und Forderungen kommt. Dann muss man sagen: „Augen haben sie und sehen nicht, Ohren und hören nicht“, sondern alles über Geschmack und Verstand hinaus annehmen. Mehr noch: Dies muss in Form der Gerechtigkeit (Zedaka) geschehen, wie über Abraham gesagt wurde: „Und er glaubte an den Schöpfer, und Er rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.“
Der Grund ist: So wie man dem Armen Almosen gibt und von ihm keine Gegenleistung verlangt – denn der Arme hat nichts zurückzugeben, er hat ja nur, was man ihm gibt –, so muss die Annahme des Jochs des Königtums des Himmels sein: ohne jede Gegenleistung, sondern „nichts als der Schöpfer allein“, als hätte der Schöpfer dem Menschen für seine Arbeit, das Joch des Königtums des Himmels auf sich zu nehmen, nichts zurückzugeben.
Und warum eigentlich muss der Glaube gerade auf diese Weise sein? Aus dem bekannten Grund: Auf den Empfangsgefäßen lag eine Einschränkung, damit Raum für die Arbeit bleibe – nämlich um dadurch zur Angleichung der Form zu gelangen, die „Anhaftung“ (Dwekut) genannt wird. Und gerade in diesen Gefäßen, die „Aufhebung der Empfangsgefäße“ genannt werden, erlangt man Gefäße des Gebens, in denen der Mensch die Absicht zu geben ausrichten kann. In diesen Gefäßen leuchten all das Gute und der Genuss, die der Schöpfer Seinen Geschöpfen zugedacht hatte.
Doch bei den Geschöpfen, die mit Empfangsgefäßen erschaffen wurden und denen man sagt, sie müssten über dem Verstand arbeiten, wird diese Arbeit „unwichtige Arbeit“ genannt – ein Aspekt von „gering an Bedeutung“. Denn einem vernünftigen Menschen ziemt es nicht, Handlungen zu vollziehen, denen der Verstand nicht zustimmt.
Das entspricht dem, was mein Vater und Lehrer (Baal HaSulam) über den Vers sagte, den der Schöpfer zu Moses sprach (Exodus, fünfter Abschnitt): „Und der Schöpfer sprach zu ihm: Was ist das in deiner Hand? Und er sagte: Ein Stab. Und Er sprach: Wirf ihn zu Boden! Da wurde er zu einer Schlange, und Moses floh vor ihr.“ Er sagte, die Hände des Moses würden Glaube genannt; und das ist der Aspekt „gering an Bedeutung“. Denn der Mensch sehnt sich nur nach Wissen. Und wo er sieht, dass die Sache, die er erlangen will, vom Verstand her nicht greifbar ist, hat er keine Möglichkeit, sie zu erlangen. Er wendet ein, er habe in diese Arbeit – alles um des Himmels willen zu tun – schon viel Mühe gesteckt und sich keine Haaresbreite bewegt. Also sagt ihm der Körper: Gib diese Sache auf und denke nicht, du könntest sie je erlangen; lass also von diesem Weg ab. Da sprach der Schöpfer zu ihm: „Wirf ihn zu Boden“ – das heißt, so sollst du es vor dem Volk Israel tun. Und man muss wissen: Was Pharao und Ägypten betrifft, so deuten sie auch auf den Aspekt von Pharao und Ägypten hin, der im Herzen Israels ist. „Da wurde er zu einer Schlange“ – das heißt: Sobald man den Aspekt des Glaubens verlässt, der „gering an Bedeutung“ heißt, fällt man sofort in die Klipot (Schalen). Denn gerade durch den Glauben über dem Verstand kann man die ganze Vollkommenheit erlangen.
Aus dem Gesagten folgt: Der Kern der Arbeit liegt in der Zeit, in der der Mensch keinerlei Grundlage des Verstandes hat, auf der er aufbauen könnte. Im Aspekt des Glaubens hat er keine Grundlage in seinem Verstand. Wo der Mensch deshalb nicht sieht, dass ihm daraus ein eigener Nutzen erwächst, verliert er sofort die Kräfte zur Arbeit und wird wie ein Holzklotz, ohne jedes Verlangen und ohne Kraft.
Und gerade dann kann der Mensch die Wahrheit sehen – ob er den Glauben über dem Verstand hat, sodass er seinem Körper antworten kann, der ihm mit Einwänden kommt, die nach dem Verstand berechtigt sind. Der Körper sagt ihm: „Reicht es dir nicht, die Wahrheit zu sehen, dass es keine Möglichkeit gibt, auf deinem Weg voranzukommen? Sag mir doch: Wie viele Erkenntnisse fehlen dir noch, damit du auf meine Stimme hörst, die Hände hebst und sagst: Jetzt bin ich zum Punkt der Wahrheit gelangt – dieser Weg, auf dem man nur um des Himmels willen arbeiten soll, ist nichts für mich. Für wen er ist, weiß ich nicht; aber was ich weiß, ist: Er ist nichts für mich.“
Und obwohl unsere Weisen anders sagten (Sanhedrin, Blatt 37a): „Darum ist jeder Einzelne verpflichtet zu sagen: Für mich wurde die Welt erschaffen“ – so sagt der Körper doch: Was soll ich tun, wenn ich die Wirklichkeit sehe, dass es nicht in meiner Macht steht, diese Wirklichkeit zu erfüllen, nämlich zu sagen, dass ich alles um des Himmels willen tun muss? Darum wird die Arbeit des Glaubens „unwichtige Arbeit“ genannt.
Mit dem Gesagten wollen wir nun deuten, was „die Unansehnlichen sagten: Nehmt euren Kauf um des Himmels willen, sofern ihr uns nur mit Goldstücken krönt.“ Der vierte Aspekt in Malchut, der „dürftig und arm“ genannt wird, wie gesagt – diese Arbeit erscheint dem Menschen unansehnlich. Denn hier gibt es weder eine Schönheit der Spiritualität zu betrachten noch den Aspekt einer edlen Abstammung in der Spiritualität noch einen Reichtum in der Spiritualität.
Sondern was gibt es hier? Nur Dinge, die Verstand und Vernunft nicht ertragen können. Es gleicht einer hässlichen Sache, von der sich der Mensch fernhält, wie geschrieben steht (Chullin 44): „Halte dich fern vom Hässlichen und von dem, was ihm gleicht.“ Und was können sie zu diesem jungen Mann sagen, der ein erwählter Mann aus dem Volk sein will? „Nehmt euren Kauf um des Himmels willen.“ Das heißt: Wir können euch keinen eigenen Nutzen versprechen; doch wenn ihr erwählte Männer aus dem Volk sein wollt, müsst ihr euren Kauf einzig um des Himmels willen annehmen. Wenn ihr also diesen Bedingungen zustimmen könnt, dürft ihr uns nehmen; andernfalls gibt es nichts zu bereden.
Doch auch das ist nicht einfach; vielmehr wollen wir, dass „ihr uns mit Goldstücken krönt“. Rashi erklärte „ihr krönt uns mit Goldstücken“ so: dass ihr uns nach der Hochzeit Schmuck und schöne Kleider geben werdet. Und mein Vater und Lehrer (Baal HaSulam) sagte: Auch wenn der Mensch zustimmt, den Kauf um des Himmels willen auf sich zu nehmen – also selbst wenn sie unansehnlich ist und er auf nichts achtet, sondern es ist wie „die Braut, wie sie ist“ –, so verlangt sie dennoch, dass er ihr danach das Licht der Tora zuführt, das heißt, dass er sich bemüht, die Geschmäcker der Tora und die Geschmäcker der Mizwot zu erlangen. Denn andernfalls stimmt sie nicht zu, aus dem Grund: „Wer den Befehl seines Herrn nicht kennt, wie soll er ihn ausführen?“ Das ist gemeint mit „sofern ihr uns nur mit Goldstücken krönt“: Obwohl der Glaube über dem Verstand steht, muss man danach das Licht der Tora zuführen.
Aus dem Gesagten sehen wir zwei Dinge, die einander entgegengesetzt sind:
Einerseits muss der Glaube über dem Verstand stehen, ohne jede Grundlage.
Andererseits muss man die Geschmäcker der Tora und der Mizwot erlangen.
Auf diese Weise legte mein Vater und Lehrer (Baal HaSulam) aus, was wir im Segen „Ascher Jazar“ („der geformt hat“) sprechen: „...und schuf in ihm viele Öffnungen und viele Hohlräume usw.; würde sich eine von ihnen öffnen oder eine von ihnen schließen, so wäre es unmöglich, vor Dir zu bestehen usw.“ Er sagte, das „Verschließen“ ziele auf den Glauben, der verschlossen bleiben müsse. Das ist die Bedeutung von „würde sich eine öffnen“ – vielmehr muss er verschlossen bleiben. „Oder würde sich eine schließen“ bezieht sich auf die Geschmäcker der Tora und der Mizwot. Vielmehr soll der Glaube über dem Verstand bleiben, und die Geschmäcker der Tora und der Mizwot sollen offenbart werden.
korrOp, EY, 03.08.2026, 05:25 Uhr, Ver4