Rabash – 1986 – Artikel 23 (תשמ״ו – מאמר כ״ג)
„Bezüglich Ehrfurcht und Freude“ · ענין יראה ושמחה
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1 | Der heilige Sohar fragt (Acharei, Blatt 1, Punkt 2 im Sulam [Leiterkommentar]), und dies sind seine Worte: „Rabbi Jizchak begann: ‚Dienet dem Ewigen mit Ehrfurcht und frohlocket mit Zittern.‘ Und es steht geschrieben: ‚Dienet dem Ewigen mit Freude, kommt vor Ihn mit Jubel.‘ Diese Verse widersprechen einander. Doch so haben wir gelernt: Dienet dem Ewigen mit Ehrfurcht. Denn bei jeder Arbeit, die der Mensch vor seinem Herrn verrichten will, braucht er zuerst Ehrfurcht, sich vor Ihm zu fürchten; und um der Ehrfurcht vor seinem Herrn willen wird er später damit belohnt, die Mizwot der Tora mit Freude zu erfüllen. Darum steht geschrieben: ‚Was fordert der Ewige, dein Gott, von dir, als nur Ehrfurcht.‘ Denn durch sie wird er alles erlangen.“ | הזה"ק שואל (אחרי דף א' אות ב' בהסולם) וזו לשונו "רבי יצחק פתח, עבדו את ה' ביראה וגילו ברעדה. וכתיב, עבדו את ה' בשמחה באו לפניו ברננה. מקראות אלו סותרים זה את זה, אלא כך למדנו, עבדו את ה' ביראה. כי בכל עבודה שרוצה האדם לעבוד לפני רבונו, בתחילה צריך יראה, לירא מפניו, ובשביל יראת רבונו יזכה לאחר כך לעשות בשמחה מצות התורה. ועל כן כתוב, מה ה' אלקיך שואל מעמך, כי אם ליראה. שעל ידה יזכה לכל". | Der heilige Sohar fragt ( Acharej Mot, Punkt 2 im Sulam [Leiterkommentar] ): „Rabbi Jizchak begann: ‚Es steht geschrieben: ‚Diene dem Ewigen mit Ehrfurcht, und freue dich mit Zittern.‘ Es steht auch geschrieben: ‚Dienet dem Ewigen mit Freude, kommt vor Ihn mit Gesang.‘ Diese Verse widersprechen sich gegenseitig. Aber wir haben gelernt: „Diene dem Herrn mit Furcht“, denn jede Arbeit, mit der man seinem Meister dienen will, erfordert zuerst Furcht, Ehrfurcht vor ihm. Und wegen der Ehrfurcht vor seinem Meister wird er später damit belohnt, dass er die Mizwot [Gebote] der Tora mit Freude ausführt. Deshalb steht geschrieben: ‚Was verlangt der Ewige, dein Gott, anderes von dir als Ehrfurcht‘, und dadurch wird er mit allem belohnt werden.“ |
2 | Wir müssen verstehen, was es mit der Ehrfurcht auf sich hat. Denn wir sehen, dass Ehrfurcht und Freude zwei Gegensätze sind. Wie kann die Ehrfurcht dann ein Grund für die Freude sein, wie es heißt: „Und um der Ehrfurcht vor seinem Herrn willen wird er später belohnt, die Mizwot der Tora mit Freude zu erfüllen“? Die beiden stehen doch im Widerspruch zueinander. | ויש להבין את ענין יראה מהו, כי אנו רואים שיראה ושמחה הם שני הפכים. ואיך יכול להיות שיראה תהיה סיבה לשמחה, כמו שאומר "ובשביל יראת רבונו יזכה לאחר כך לעשות בשמחה מצות התורה". הלא הם בסתירה זה לזה. | Wir sollten verstehen, was Ehrfurcht ist. Wir sehen, dass Ehrfurcht und Freude zwei Gegensätze sind, und wie kann Ehrfurcht ein Grund für Freude sein, wenn es heißt: „Wegen der Ehrfurcht vor seinem Herrn wird er später mit der Ausführung der Mizwot der Tora mit Freude belohnt werden“, da sie sich gegenseitig widersprechen? |
3 | Weiter müssen wir verstehen: Wozu will der Schöpfer überhaupt, dass man Ihn fürchtet? Was bringt Ihm das? Es ist doch, als ginge ein Mensch in einen Hühnerstall und sagte zu den Hühnern: Wenn ihr Ehrfurcht vor mir auf euch nehmt und euch vor mir fürchtet, gebe ich euch zu essen und zu trinken; alles, was ihr wollt, gebe ich euch dafür, dass ihr mich fürchtet. Kann man denn sagen, dass einem Menschen etwas daran liegt, dass die Hühner ihm Ehre erweisen? | ועוד יש להבין, וכי בשביל מה רוצה ה' שיראו מלפניו. מה זה נותן לו. הלא זה דומה, שאדם יכנס ללול של תרנגולים ויגיד להם, אם אתם תקבלו עליכם יראה, שאתם תיראו מלפני, אני אתן לכם לאכול ולשתות, וכל מה שאתם רוצים אני אתן לכם תמורת שאתם יראים מפני. וכי אפשר לומר שהאדם יש לו איזה התחשבות בזה שהתרנגולים יתנו לו כבוד. | Wir sollten auch verstehen, warum der Schöpfer gefürchtet werden will. Was bringt es Ihm? Es ist, als würde ein Mensch in einen Hühnerstall gehen und sagen: „Wenn ihr mich fürchtet, gebe ich euch Essen und Wasser. Ich werde euch alles geben, was ihr wollt, wenn ihr mich ehrt.“ Kann man sagen, dass der Mensch keine Rücksicht darauf nimmt, ob die Hühner ihn respektieren? |
4 | Und erst recht gilt das für die Geschöpfe gegenüber dem Schöpfer. Welchen Wert, welche Bedeutung hätte die Aussage, der Schöpfer ist darauf angewiesen, dass die Geschöpfe Ihn fürchten? Und das so sehr, dass unsere Weisen sagten, der Mensch braucht überhaupt nichts zu tun, sondern muss sich allein um die Ehrfurcht bemühen, wie geschrieben steht: „Was fordert der Ewige, dein Gott, von dir, als nur Ehrfurcht.“ Ebenso steht geschrieben (Prediger 3): „Gott hat es so gemacht, dass man Ihn fürchtet“ – was bedeutet: Alles, was der Schöpfer geschaffen hat, hat Er geschaffen, damit man Ihn fürchtet. | ועל אחת כמה וכמה הנבראים כלפי הבורא. איזה ערך וחשיבות יש לומר שהבורא זקוק שהנבראים יראו מפניו. עד כדי כך, שחז"ל אמרו, שאין האדם צריך לעשות שום דבר, רק לעסוק ביראה, כמו שכתוב "מה ה' אלקיך שואל מעמך, כי אם ליראה". וכמו כן כתוב (קהלת ג') "אלקים עשה שיראו מלפניו", שפירושו, שכל מה שעשה ה' עשה שיראו מלפניו. | Noch viel mehr gilt das für die Geschöpfe gegenüber dem Schöpfer: Welchen Wert und welche Bedeutung hat es für den Schöpfer, dass die Geschöpfe ihn ehren? So sehr, dass unsere Weisen sagten, der Mensch solle nichts anderes tun, als sich in Ehrfurcht zu üben, denn es steht geschrieben: „Was verlangt der Ewige, dein Gott, anderes von dir als Ehrfurcht?“ Es steht auch geschrieben (Prediger, 3): „Gott hat es so gemacht, dass die Menschen ihn fürchten“, was bedeutet, dass der Schöpfer alles getan hat, damit man ihn fürchtet. |
5 | Um das eben Gesagte zu verstehen, müssen wir uns an das Ziel der Schöpfung erinnern, also daran, wozu der Schöpfer die Schöpfung erschaffen hat. Bekanntlich liegt der Grund darin, dass Er Seinen Geschöpfen Gutes tun will. Damit jedoch die Vollkommenheit Seiner Taten ans Licht kommt – damit es also nicht zum „Brot der Schande“ (nahama de-kisufa) kommt –, nahm Er eine Korrektur vor, die „Zimzum (Einschränkung) und Verhüllung“ genannt wird. Denn solange der Mensch keine Gefäße des Gebens hat, können die Geschöpfe Seine Wirklichkeit nicht sehen und nicht spüren – das, was „Erkenntnis des Schöpfers“ genannt wird. | ובכדי להבין את הנ"ל, צריכים לזכור את מטרת הבריאה, היינו לאיזה צורך ברא הבורא את הבריאה. כידוע, הטעם הוא, משום שרצונו להטיב לנבראיו. אלא בכדי שיצא לאור שלימות פעולותיו, היינו שלא תהיה הבחינת "נהמא דכסופא", עשה תיקון, המכונה "צמצום והסתר", שמטרם שיש לאדם כלים דהשפעה, אין הנבראים יכולים לראות ולהרגיש את מציאותו יתברך, המכונה "הכרה בה'". | Um das zu verstehen, sollten wir uns an den Zweck der Schöpfung erinnern, also an den Zweck, zu dem der Schöpfer die Geschöpfe erschaffen hat. Es ist bekannt, dass der Grund sein Verlangen ist, seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Um jedoch die Vollkommenheit Seiner Taten ans Licht zu bringen, d.h. damit es kein „Brot der Schande“ gibt, hat Er eine Korrektur vorgenommen, die „ Zimzum [Beschränkung] und Verhüllung“ genannt wird, bei der es vor den Gefäßen des Gebens unmöglich ist, Seine Existenz zu sehen oder zu spüren, was „Existenz des Schöpfers“ genannt wird. |
6 | Das heißt: Obwohl wir jeden Tag im Gebet sagen „Die ganze Erde ist erfüllt von Seiner Herrlichkeit“, haben wir dennoch kein Empfinden davon, sondern müssen über den Verstand hinaus glauben, dass es so ist. Der Grund ist folgender: Zwar gibt es im Licht keinerlei Veränderung, denn „im Spirituellen gibt es kein Verschwinden“; auf Seiten der Gefäße aber gibt es Veränderungen, und die Gefäße begrenzen das Licht. Denn an den Gefäßen erkennt man die Größe der Fülle, je nachdem, wie sehr sie von der Fülle beeindruckt werden. Und hat der Mensch keine Gefäße, die dem Licht als Kleid dienen können, so ist überhaupt kein Licht wahrnehmbar, gemäß der Regel „kein Licht ohne Gefäß“. Wir müssen also eines wissen: Wir können nur von dem sprechen, was wir in unserem Empfinden erfassen. | זאת אומרת, הגם שאנו אומרים בכל יום בהתפלה "מלוא כל הארץ כבודו", מכל מקום אין לנו הרגשה בזה, אלא אנו צריכים להאמין למעלה מהדעת שכך הוא. והסיבה היא, כי אף על פי שאין בהאור שום השתנות, מטעם "אין העדר ברוחניות", מכל מקום מצד הכלים יש שינויים, והכלים הם מגבילים את האור. כי בהכלים מבחינים את גדלות השפע, מה שהם מתפעלים מהשפע. ואם אין לו (לאדם) כלים, שיוכלו להיות בחינת לבוש להאור, אז לא ניכר שום אור במציאות, כפי הכלל "אין אור בלי כלי", היינו שאנו צריכים לדעת דבר אחד, שאנו יכולים לדבר ממה שמושג לנו בהרגשתינו. | Das bedeutet, dass wir zwar jeden Tag im Gebet sagen: „Die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit“, aber wir haben trotzdem kein Gefühl dafür. Vielmehr müssen wir über den Verstand hinweg glauben, dass dies so ist. Der Grund dafür ist, dass es zwar keine Veränderungen im Licht gibt, denn „es gibt keine Abwesenheit in der Spiritualität“, aber es gibt dennoch Veränderungen auf Seiten der Kelim [Gefäße], und die Kelim begrenzen das Licht. Das ist so, weil wir in den Kelim die Größe der Fülle erkennen – ihren Eindruck von der Fülle. Wenn man keine Kelim hat, die eine Einkleidung für das Licht sein können, dann ist in Wirklichkeit kein Licht zu sehen, gemäß der Regel: „Es gibt kein Licht ohne ein Kli [Gefäß].“ Das heißt, wir müssen eines wissen: Wir können von dem sprechen, was wir in unseren Empfindungen erlangen. |
7 | Mein Vater und Lehrer (Baal HaSulam) brachte ein Gleichnis zum Zimzum: Er ist wie ein Mensch, der sich bedeckt, damit ihn niemand sieht. Kann man etwa sagen, dass ein Mensch, der sich verborgen hat, damit andere ihn nicht sehen, deshalb auch sich selbst nicht sieht? Ebenso verhält es sich, als der Schöpfer Zimzum und Verhüllung vornahm, damit die Unteren Ihn nicht sehen, solange sie in Selbstliebe versunken sind. Diese ist ein Empfangen, um zu empfangen, und sie ist es, die Ungleichheit der Form und Trennung zwischen dem Gebenden – dem Schöpfer – und den Empfangenden – den Geschöpfen – verursacht. | ואאמו"ר זצ"ל אמר משל על ענין הצמצום, שזה דומה לאדם, המכסה את עצמו שלא יראה אותו אף אחד. וכי שייך לומר, שהאדם שהסתיר עצמו שלא יראו אותו אחרים, וכי בשביל זה הוא לא רואה את עצמו. כמו כן כשהבורא עשה צמצום והסתר, שהתחתונים לא יראו אותו בעת שהם משוקעים באהבה עצמית, שזו היא בחינת מקבל בעל מנת לקבל, שזה הוא הגורם שינוי צורה ופירוד בין המשפיע, שהוא הבורא, לבין המקבלים, שהם הנבראים. | Baal HaSulam sagte eine Allegorie über den Zimzum : Es ist wie ein Mensch, der sich bedeckt, damit ihn niemand sieht. Kann man sagen, dass ein Mensch, der sich verbirgt, damit andere ihn nicht sehen, sich selbst deswegen nicht sieht? Genauso hat der Schöpfer den Zimzum und die Verhüllung gemacht, damit die Unteren ihn nicht sehen, während sie in Selbstliebe versunken sind, die ein Empfangen ist, um zu empfangen, was eine Ungleichheit der Form und eine Trennung zwischen dem Geber, der der Schöpfer ist, und den Empfängern, die die Geschöpfe sind, verursacht. |
8 | Und da das Empfangen in unserer Wurzel, dem Schöpfer, nicht vorkommt, empfindet der Mensch, wenn er doch empfängt, deshalb ein Unbehagen, das „Brot der Schande“ genannt wird. Darum wurde eine Korrektur von Seiten der Unteren vorgenommen – das heißt, wir schreiben den Zimzum den Unteren zu. Das bedeutet: Die Unteren brauchen den Zimzum und die Verhüllung, denn gerade durch diese Korrektur erhalten sie die Fähigkeit, das Empfangen zu korrigieren, sodass es ein Empfangen um des Gebens willen wird. Auf Seiten des Höheren aber gibt es keinerlei Veränderungen; alle Veränderungen betreffen nur die Vorbereitung unserer Gefäße, je nachdem, wieweit sie fähig sind, um des Gebens willen zu empfangen. | והיות שענין קבלה אינו נוהג בהשורש שלנו, שהוא הבורא, אי לזאת, בזמן שהאדם כן עוסק בקבלה, הוא מרגיש משום זה אי נעימות, המכונה "נהמא דכסופא", לכן נעשה תיקון מצד התחתונים, היינו שהצמצום אנו מתייחסים להתחתונים. פירוש, שהתחתונים צריכים את הצמצום וההסתר, כי דוקא ע"י תיקון זה תהיה להם היכולת לתקן את ענין של קבלה, להיות בעמ"נ להשפיע. אבל מצד העליון אין שום שנויים, וכל השינויים הם רק בבחינת הכשרת הכלים שלנו, כפי כמה שהם מסוגלים לקבל בעל מנת להשפיע. | Und da es in unserer Wurzel, dem Schöpfer, kein Empfangen gibt, empfindet der Mensch, wenn er empfängt, ein unangenehmes Gefühl, das „Brot der Schande“ genannt wird. Deshalb gab es eine Korrektur von Seiten der Unteren – dass wir den Zimzum den Unteren zuschreiben. Das heißt, die Unteren brauchen den Zimzum und die Verhüllung, denn gerade durch diese Korrektur können sie das Empfangen zum Geben korrigieren. Aus der Sicht der Höheren gibt es jedoch keine Veränderungen. Alle Veränderungen sind nur zur Vorbereitung unserer Kelim , damit sie empfangen können, um zu geben. |
9 | Da nun das Gute und das Vergnügen am Ort der Trennung nicht leuchten, hat der Mensch nicht die Kraft, einen vollkommenen Glauben zu erlangen, bevor er sein Verlangen zu empfangen korrigiert hat. So heißt es (Einführung zum Buch Sohar, Blatt 138, im Sulam Punkt 138): „Denn dies ist ein Gesetz: Das Geschöpf kann von Ihm kein Übel auf offenbare Weise empfangen, denn es wäre ein Makel an Seiner Herrlichkeit, wenn das Geschöpf Ihn als einen wahrnähme, der Übles wirkt, da dies dem vollkommenen Wirkenden nicht entspricht. Wenn der Mensch daher Übles empfindet, so lagert in eben diesem Maß ein Leugnen Seiner Vorsehung auf ihm, und der Wirkende verbirgt Sich vor ihm.“ | ולפי זה, שאין הטוב ועונג מאיר במקום הפירוד, אין כח בידי אדם לזכות לבחינת אמונה שלימה מטרם שתיקן את הרצון לקבל שלו. כמו שאומר (הקדמת ספר הזהר, דף קל"ח, בהסולם אות קל"ח) וזו לשונו "כי חוק הוא זה, שלא יוכל הנברא לקבל רע מאתו יתברך בגלוי, כי הוא פגם חס ושלום בכבודו יתברך, שהנברא ישיגו כפועל רעות, כי אין זה מתאים לפועל השלם. ועל כן בעת שהאדם מרגיש רע, הנה באותו שיעור שורה עליו כפירה על השגחתו חס ושלום, ונעלם ממנו הפועל יתברך". | Da die Freude und das Vergnügen an einem Ort der Trennung nicht leuchten, kann der Mensch also keinen vollständigen Glauben erlangen, bevor er seinen Willen zum Empfangen korrigiert hat. So sagt er („Einführung in das Buch Sohar“, Punkt 138) : „Es besteht das Gesetz, dass das Geschöpf kein offenbartes Böses von Ihm empfangen kann, denn es wäre ein Makel Seiner Herrlichkeit, dass das Geschöpf Ihn als Übeltäter wahrnimmt, da es dem vollkommen Handelnden nicht entspricht. Wenn sich daher ein Mensch schlecht fühlt, liegt es an ihm selbst, da er in diesem Moment die Führung des Schöpfers leugnet; und im selben Maß ist der Schöpfer dann auch verhüllt.“ |
10 | Daran sehen wir, wie notwendig die Korrektur des Gebens ist: Es ist nämlich nicht nur unmöglich, das Gute und das Vergnügen zu empfangen, das für uns bereitet wurde, sondern es gibt hier auch etwas, das uns vom Glauben an Ihn entfernt – und das ist schlimmer als alles andere. | ומכאן אנו רואים את נחיצות תיקון של ענין השפעה, שלא לבד שאין מציאות לקבל את הטוב והעונג שהוכן בעדינו, אלא שיש כאן דבר המרחיק אותנו מאמונתו יתברך, שזה יותר רע מהכל. | Daran sehen wir die Notwendigkeit der Korrektur des Gebens: Es ist nicht nur unmöglich, die Freude und das Vergnügen zu empfangen, die für uns vorbereitet wurden, sondern es gibt etwas, das uns vom Glauben an Ihn abbringt, und das ist das Schlimmste! |
11 | Nun können wir verstehen, was es mit der Ehrfurcht auf sich hat, nach der wir gefragt haben – ob der Schöpfer es etwa nötig hat, dass wir Ihn fürchten. Nach dem, was wir erklärt haben, ist die Ehrfurcht so gemeint, wie es im Sulam steht: Der Mensch fürchtet sich davor, dass er sich vielleicht nicht überwinden kann, um des Gebens willen zu empfangen, wie es sein sollte, sondern um des Empfangens willen empfängt. Das verursacht ihm eine Trennung – und zwar nicht unbedingt von dem Guten und dem Vergnügen, das er nicht empfangen kann; vielmehr fürchtet er, dass er in ein Leugnen des Glaubens an Ihn gerät. Es zeigt sich also, dass er geradezu in die Sitra Achra (die andere Seite) geraten kann. | ועכשיו נוכל להבין מהו ענין של יראה, ששאלנו, וכי הקב"ה צריך שאנחנו נירא מלפניו. ולפי מה שהסברנו, שענין יראה הוא כמו שכתוב בהסולם, שהאדם מתירא אילו הוא לא יוכל להתגבר ולקבל בעמ"נ להשפיע כמו שצריך להיות, אלא יקבל בעמ"נ לקבל, שזה גורם לו פירוד לאו דוקא מהטוב ועונג שלא יכול לקבל, אלא הוא מתירא שלא יבוא חס ושלום לידי כפירה באמונתו יתברך. נמצא, שהוא יכול לבוא לידי הס"א ממש. | Jetzt können wir die Bedeutung der Ehrfurcht verstehen. Wir haben gefragt: „Braucht der Schöpfer, dass wir ihn fürchten?“ Nach dem, was wir erklärt haben, ist die Ehrfurcht so, wie es im Sulam [Leiterkommentar zum Sohar] geschrieben steht: Der Mensch fürchtet, dass er es vielleicht nicht überwinden und empfangen kann, um zu geben, wie es sein sollte, sondern dass er empfängt, um zu empfangen, was dazu führen würde, dass er getrennt wird, nicht unbedingt von der Freude und dem Vergnügen, das er nicht empfangen kann, sondern er fürchtet, dass er dazu kommt, seinen Glauben zu verleugnen. Daraus folgt, dass er tatsächlich zur Sitra Achra [andere Seite] kommen kann. |
12 | Und dies ist die Bedeutung von „Und Gott hat es so gemacht, dass man Ihn fürchtet“: Durch diese Ehrfurcht wird in zweierlei Hinsicht eine große Korrektur geschehen: | וזה פירוש "והאלקים עשה שיראו מלפניו", שע"י יראה זו יהיה תיקון גדול בשניים: | Das ist die Bedeutung von „Gott hat es so eingerichtet, dass die Menschen Ihn fürchten.“ Durch diese Ehrfurcht werden sie zu einer zweifachen großen Korrektur kommen: |
13 | Erstens: Sie werden Glauben an den Schöpfer haben. | א. שתהיה להם אמונה בה', | 1.) sie werden Vertrauen in den Schöpfer haben, |
14 | Zweitens: Sie werden das Gute und das Vergnügen empfangen können, das der Schöpfer ihnen geben will. | ב. שיוכלו לקבל את הטוב והעונג, מה שהבורא רוצה לתת להם. | 2.) sie werden in der Lage sein, die Freude und das Vergnügen zu empfangen, die der Schöpfer ihnen schenken will. |
15 | Es zeigt sich also: Dass der Schöpfer gefürchtet werden will, geschieht, damit wir Gefäße haben, um das Gute und das Vergnügen zu empfangen, wodurch wir Glauben an Ihn erlangen, wie oben aus dem Sulam (Blatt 138) zitiert: „dass die Ehrfurcht ein Schutz ist, damit wir uns nicht vom Glauben an Ihn entfernen.“ | נמצא, מה שהבורא רוצה שיראה מלפניו, זה הוא בשביל שיהיו לנו כלים לקבל את הטוב והעונג, שעל ידי זה תהיה לנו אמונה בו יתברך, כנ"ל בהסולם (דף קל"ח) "שיראה הוא שמירה שלא נתרחק מאמונתו יתברך חס ושלום". | Daraus folgt, dass der Schöpfer gefürchtet werden will, damit wir die Kelim haben, um die Freude und das Vergnügen zu empfangen. Dadurch werden wir Vertrauen in Ihn haben, wie es im Sulam (S. 138) geschrieben steht: „Ehrfurcht ist ein Schutz, damit wir nicht von Seinem Glauben abfallen.“ |
16 | Daraus verstehen wir das Geschriebene: „Was fordert der Ewige, dein Gott, von dir, als nur Ehrfurcht.“ Es bedeutet: Er will uns alles Gute geben; was es aber aufhält, ist die Ungleichheit der Form, denn das Licht kann sich nicht in ein Gefäß des Empfangens kleiden. Wenn der Mensch daher ehrfürchtig und achtsam ist, dass seine Absicht immer dem Geben gilt, dann kann der Schöpfer ihm Seine Gabe zuteilwerden lassen, und zwar in Vollkommenheit – ohne jedes Unbehagen, das „Brot der Schande“ genannt wird. | ומזה נבין מה שכתוב "מה ה' אלקיך שואל מעמך, כי אם ליראה", שפירושו, שהוא רוצה לתת לנו כל טוב, אלא דבר שהמעכב הוא השינוי צורה, שאין האור יכול להתלבש בכלי דקבלה. לכן כשהאדם מתירא ונזהר, שתמיד תהיה כונתו בעמ"נ להשפיע, אז הבורא יכול לתת לו את השפעתו יתברך, ושיהיה בשלימות, היינו בלי שום אי נעימות, המכונה "נהמא דכסופא". | Daher werden wir verstehen, was geschrieben steht: „Was verlangt der Ewige, dein Gott, anderes von dir als Ehrfurcht?“ Es bedeutet, dass er uns Fülle geben will, aber was uns zurückhält, ist die Ungleichheit der Form, denn das Licht kann sich nicht in Gefäße des Empfangens kleiden. Wenn der Mensch also ehrfürchtig und wachsam ist, um die Absicht zu geben zu haben, kann der Schöpfer ihm Sein Geben in Fülle geben, ohne irgendeine Unannehmlichkeit, die „Brot der Schande“ genannt wird. |
17 | Damit ist verständlich, was wir gefragt haben: wie die Ehrfurcht „ein Grund für die Freude“ sein kann. Nach dem oben Gesagten ist es einfach: Dadurch, dass der Mensch Ehrfurcht hat – das heißt, dass er immer darauf achtet, die Gefäße des Gebens zu gebrauchen –, kann der Schöpfer ihm bereits das Gute und das Vergnügen geben, denn nun hat er Gefäße des Gebens. Und gewiss wird er dann Freude an der Fülle haben, die er um des Gebens willen empfangen hat. Es zeigt sich also, dass die Ehrfurcht die Freude bewirkt. Hat er aber die genannte Ehrfurcht nicht, so ist er von allem entfernt. | ובזה מובן מה ששאלנו, איך יראה יכולה להיות "יראה סיבה לשמחה". ובהנ"ל הוא פשוט, שעל ידי זה שתהיה לו יראה, היינו שיהא נזהר להשתמש תמיד בכלים דהשפעה, אז הבורא יכול כבר לתת לו את הטוב והעונג, כי יש לו כלים דהשפעה. ובטח שאז תהיה לו שמחה מהשפע שקיבל בעמ"נ להשפיע. נמצא שהיראה הוא גורם לשמחה. ואם אין לו היראה כנ"ל, הוא מרוחק מכל. | So verstehen wir, was wir gefragt haben: „Wie kann Ehrfurcht ein Grund zur Freude sein?“ Mit dem oben Gesagten ist es ganz einfach: Indem er Ehrfurcht hat, das heißt, indem er darauf achtet, die Gefäße des Gebens immer zu benutzen, kann der Schöpfer ihm die Freude und das Vergnügen geben, weil er Gefäße des Gebens hat. Und sicherlich wird er dann Freude an der Fülle haben, die er empfangen hat, um zu geben. Daraus folgt, dass die Ehrfurcht die Freude verursacht, und wenn er keine Ehrfurcht hat, ist er von allem entfernt. |
Rabash – 1986 – Artikel 23 (תשמ״ו – מאמר כ״ג)
„Bezüglich Ehrfurcht und Freude“
Der heilige Sohar fragt (Acharei, Blatt 1, Punkt 2 im Sulam [Leiterkommentar]), und dies sind seine Worte: „Rabbi Jizchak begann: ‚Dienet dem Ewigen mit Ehrfurcht und frohlocket mit Zittern.‘ Und es steht geschrieben: ‚Dienet dem Ewigen mit Freude, kommt vor Ihn mit Jubel.‘ Diese Verse widersprechen einander. Doch so haben wir gelernt: Dienet dem Ewigen mit Ehrfurcht. Denn bei jeder Arbeit, die der Mensch vor seinem Herrn verrichten will, braucht er zuerst Ehrfurcht, sich vor Ihm zu fürchten; und um der Ehrfurcht vor seinem Herrn willen wird er später damit belohnt, die Mizwot der Tora mit Freude zu erfüllen. Darum steht geschrieben: ‚Was fordert der Ewige, dein Gott, von dir, als nur Ehrfurcht.‘ Denn durch sie wird er alles erlangen.“
Wir müssen verstehen, was es mit der Ehrfurcht auf sich hat. Denn wir sehen, dass Ehrfurcht und Freude zwei Gegensätze sind. Wie kann die Ehrfurcht dann ein Grund für die Freude sein, wie es heißt: „Und um der Ehrfurcht vor seinem Herrn willen wird er später belohnt, die Mizwot der Tora mit Freude zu erfüllen“? Die beiden stehen doch im Widerspruch zueinander.
Weiter müssen wir verstehen: Wozu will der Schöpfer überhaupt, dass man Ihn fürchtet? Was bringt Ihm das? Es ist doch, als ginge ein Mensch in einen Hühnerstall und sagte zu den Hühnern: Wenn ihr Ehrfurcht vor mir auf euch nehmt und euch vor mir fürchtet, gebe ich euch zu essen und zu trinken; alles, was ihr wollt, gebe ich euch dafür, dass ihr mich fürchtet. Kann man denn sagen, dass einem Menschen etwas daran liegt, dass die Hühner ihm Ehre erweisen?
Und erst recht gilt das für die Geschöpfe gegenüber dem Schöpfer. Welchen Wert, welche Bedeutung hätte die Aussage, der Schöpfer ist darauf angewiesen, dass die Geschöpfe Ihn fürchten? Und das so sehr, dass unsere Weisen sagten, der Mensch braucht überhaupt nichts zu tun, sondern muss sich allein um die Ehrfurcht bemühen, wie geschrieben steht: „Was fordert der Ewige, dein Gott, von dir, als nur Ehrfurcht.“ Ebenso steht geschrieben (Prediger 3): „Gott hat es so gemacht, dass man Ihn fürchtet“ – was bedeutet: Alles, was der Schöpfer geschaffen hat, hat Er geschaffen, damit man Ihn fürchtet.
Um das eben Gesagte zu verstehen, müssen wir uns an das Ziel der Schöpfung erinnern, also daran, wozu der Schöpfer die Schöpfung erschaffen hat. Bekanntlich liegt der Grund darin, dass Er Seinen Geschöpfen Gutes tun will. Damit jedoch die Vollkommenheit Seiner Taten ans Licht kommt – damit es also nicht zum „Brot der Schande“ (nahama de-kisufa) kommt –, nahm Er eine Korrektur vor, die „Zimzum (Einschränkung) und Verhüllung“ genannt wird. Denn solange der Mensch keine Gefäße des Gebens hat, können die Geschöpfe Seine Wirklichkeit nicht sehen und nicht spüren – das, was „Erkenntnis des Schöpfers“ genannt wird.
Das heißt: Obwohl wir jeden Tag im Gebet sagen „Die ganze Erde ist erfüllt von Seiner Herrlichkeit“, haben wir dennoch kein Empfinden davon, sondern müssen über den Verstand hinaus glauben, dass es so ist. Der Grund ist folgender: Zwar gibt es im Licht keinerlei Veränderung, denn „im Spirituellen gibt es kein Verschwinden“; auf Seiten der Gefäße aber gibt es Veränderungen, und die Gefäße begrenzen das Licht. Denn an den Gefäßen erkennt man die Größe der Fülle, je nachdem, wie sehr sie von der Fülle beeindruckt werden. Und hat der Mensch keine Gefäße, die dem Licht als Kleid dienen können, so ist überhaupt kein Licht wahrnehmbar, gemäß der Regel „kein Licht ohne Gefäß“. Wir müssen also eines wissen: Wir können nur von dem sprechen, was wir in unserem Empfinden erfassen.
Mein Vater und Lehrer (Baal HaSulam) brachte ein Gleichnis zum Zimzum: Er ist wie ein Mensch, der sich bedeckt, damit ihn niemand sieht. Kann man etwa sagen, dass ein Mensch, der sich verborgen hat, damit andere ihn nicht sehen, deshalb auch sich selbst nicht sieht? Ebenso verhält es sich, als der Schöpfer Zimzum und Verhüllung vornahm, damit die Unteren Ihn nicht sehen, solange sie in Selbstliebe versunken sind. Diese ist ein Empfangen, um zu empfangen, und sie ist es, die Ungleichheit der Form und Trennung zwischen dem Gebenden – dem Schöpfer – und den Empfangenden – den Geschöpfen – verursacht.
Und da das Empfangen in unserer Wurzel, dem Schöpfer, nicht vorkommt, empfindet der Mensch, wenn er doch empfängt, deshalb ein Unbehagen, das „Brot der Schande“ genannt wird. Darum wurde eine Korrektur von Seiten der Unteren vorgenommen – das heißt, wir schreiben den Zimzum den Unteren zu. Das bedeutet: Die Unteren brauchen den Zimzum und die Verhüllung, denn gerade durch diese Korrektur erhalten sie die Fähigkeit, das Empfangen zu korrigieren, sodass es ein Empfangen um des Gebens willen wird. Auf Seiten des Höheren aber gibt es keinerlei Veränderungen; alle Veränderungen betreffen nur die Vorbereitung unserer Gefäße, je nachdem, wieweit sie fähig sind, um des Gebens willen zu empfangen.
Da nun das Gute und das Vergnügen am Ort der Trennung nicht leuchten, hat der Mensch nicht die Kraft, einen vollkommenen Glauben zu erlangen, bevor er sein Verlangen zu empfangen korrigiert hat. So heißt es (Einführung zum Buch Sohar, Blatt 138, im Sulam Punkt 138): „Denn dies ist ein Gesetz: Das Geschöpf kann von Ihm kein Übel auf offenbare Weise empfangen, denn es wäre ein Makel an Seiner Herrlichkeit, wenn das Geschöpf Ihn als einen wahrnähme, der Übles wirkt, da dies dem vollkommenen Wirkenden nicht entspricht. Wenn der Mensch daher Übles empfindet, so lagert in eben diesem Maß ein Leugnen Seiner Vorsehung auf ihm, und der Wirkende verbirgt Sich vor ihm.“
Daran sehen wir, wie notwendig die Korrektur des Gebens ist: Es ist nämlich nicht nur unmöglich, das Gute und das Vergnügen zu empfangen, das für uns bereitet wurde, sondern es gibt hier auch etwas, das uns vom Glauben an Ihn entfernt – und das ist schlimmer als alles andere.
Nun können wir verstehen, was es mit der Ehrfurcht auf sich hat, nach der wir gefragt haben – ob der Schöpfer es etwa nötig hat, dass wir Ihn fürchten. Nach dem, was wir erklärt haben, ist die Ehrfurcht so gemeint, wie es im Sulam steht: Der Mensch fürchtet sich davor, dass er sich vielleicht nicht überwinden kann, um des Gebens willen zu empfangen, wie es sein sollte, sondern um des Empfangens willen empfängt. Das verursacht ihm eine Trennung – und zwar nicht unbedingt von dem Guten und dem Vergnügen, das er nicht empfangen kann; vielmehr fürchtet er, dass er in ein Leugnen des Glaubens an Ihn gerät. Es zeigt sich also, dass er geradezu in die Sitra Achra (die andere Seite) geraten kann.
Und dies ist die Bedeutung von „Und Gott hat es so gemacht, dass man Ihn fürchtet“: Durch diese Ehrfurcht wird in zweierlei Hinsicht eine große Korrektur geschehen:
Erstens: Sie werden Glauben an den Schöpfer haben.
Zweitens: Sie werden das Gute und das Vergnügen empfangen können, das der Schöpfer ihnen geben will.
Es zeigt sich also: Dass der Schöpfer gefürchtet werden will, geschieht, damit wir Gefäße haben, um das Gute und das Vergnügen zu empfangen, wodurch wir Glauben an Ihn erlangen, wie oben aus dem Sulam (Blatt 138) zitiert: „dass die Ehrfurcht ein Schutz ist, damit wir uns nicht vom Glauben an Ihn entfernen.“
Daraus verstehen wir das Geschriebene: „Was fordert der Ewige, dein Gott, von dir, als nur Ehrfurcht.“ Es bedeutet: Er will uns alles Gute geben; was es aber aufhält, ist die Ungleichheit der Form, denn das Licht kann sich nicht in ein Gefäß des Empfangens kleiden. Wenn der Mensch daher ehrfürchtig und achtsam ist, dass seine Absicht immer dem Geben gilt, dann kann der Schöpfer ihm Seine Gabe zuteilwerden lassen, und zwar in Vollkommenheit – ohne jedes Unbehagen, das „Brot der Schande“ genannt wird.
Damit ist verständlich, was wir gefragt haben: wie die Ehrfurcht „ein Grund für die Freude“ sein kann. Nach dem oben Gesagten ist es einfach: Dadurch, dass der Mensch Ehrfurcht hat – das heißt, dass er immer darauf achtet, die Gefäße des Gebens zu gebrauchen –, kann der Schöpfer ihm bereits das Gute und das Vergnügen geben, denn nun hat er Gefäße des Gebens. Und gewiss wird er dann Freude an der Fülle haben, die er um des Gebens willen empfangen hat. Es zeigt sich also, dass die Ehrfurcht die Freude bewirkt. Hat er aber die genannte Ehrfurcht nicht, so ist er von allem entfernt.
korrigiert, EY, CO4.8, 12.07.2026, 02:54 Uhr, Ver4