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1986/07 Die Wichtigkeit des Gebetes der Vielen

Im Sohar, Wajishlach (Blatt 13, und im Sulam-Kommentar Punkt 45), heißt es: „Komm und sieh, denn Rabbi Shimon sagte: Das Gebet der Vielen steigt vor den Schöpfer auf, und der Schöpfer krönt sich mit diesem Gebet, weil es in mehreren Weisen aufsteigt. Denn der eine bittet um Gnaden (Chassadim), der zweite um Stärken (Gwurot) und der dritte um Erbarmen (Rachamim); und es wird aus mehreren Seiten eingeschlossen, nämlich von der rechten Seite, von der linken und von der Mitte. Und weil es aus mehreren Weisen und Seiten eingeschlossen ist, wird es zu einer Krone (Atara) und wird auf das Haupt des Gerechten gelegt, der ewig lebt – das heißt Jessod, der alle Rettungen der Nukwa zufließen lässt, und von ihr der ganzen Gemeinschaft. Und komm und sieh: Jakob war aus allen drei Linien eingeschlossen. Und deshalb begehrte der Schöpfer sein Gebet, da es in aller Vollkommenheit war, aus allen drei Linien, wie das Gebet der Vielen. Und darum steht geschrieben: ‚Und Jakob fürchtete sich sehr, und ihm war bange’ (Genesis 32:8) – denn der Schöpfer hat ihm dies so gefügt, damit er bete, weil Er sein Gebet begehrte.“

Wir sehen hier in den Worten des heiligen Sohar, dass er das „Gebet der Vielen“ auf einen einzelnen Menschen deutet, indem er sagt, dass Jakob aus allen drei Linien eingeschlossen war. An allen Stellen aber, an denen von der Sache des Gebets der Vielen geschrieben steht, ist schlicht gemeint, dass viele beten – wie unsere Weisen sagten (Traktat Brachot, Blatt 8a), dies sind ihre Worte: „Denn Rabbi Jochanan sagte im Namen von Rabbi Shimon bar Jochai: Was bedeutet das, was geschrieben steht: ‚Ich aber – mein Gebet gilt Dir, Schöpfer, zur Zeit des Wohlwollens’ (Psalm 69:14)? Wann ist eine Zeit des Wohlwollens? In der Stunde, in der die Gemeinschaft betet.“

Von hier aus ist schlicht zu verstehen, dass viele zusammen beten. Und ebenso muss man verstehen, was der heilige Sohar sagt: dass „das Gebet zu einer Krone wird und auf das Haupt des Gerechten, der ewig lebt, gelegt wird“. Was bedeutet es, dass es „zu einer Krone auf dem Haupt wird“? Atara bedeutet ja die Krone des Königs, wie die Krone der Königsherrschaft. Was heißt es, dass aus dem Gebet eine Krone auf seinem Haupt wird? Was gibt uns das zu verstehen über die Wichtigkeit und Größe des Gebets? Es scheint, dass er die Sache der Wichtigkeit des Gebets offenbaren will; daher sagt er uns: Wisst, aus dem Gebet wird eine Krone für den König.

Und er sagt, dass er Jessod genannt wird und dass er es ist, der alle Rettungen der Nukwa zufließen lässt, und von ihr der ganzen Gemeinschaft. Und man muss verstehen: Warum wird die Krone gerade über Jessod gemacht? Es ist doch bekannt, dass wir zum Unendlichen (Ejn Sof) beten. Was bedeutet also die Deutung, dass das Gebet der Vielen gerade über Jessod zur Krone wird? Und was bedeutet es, wenn er sagt, dass Jessod der Nukwa zufließen lässt und von der Nukwa an die Gemeinschaft?

Die Sache des „Gebets der Vielen“ erklärte mein Vater und Lehrer [Baal HaSulam], seligen Angedenkens: Wenn der Mensch für die Vielen betet, wird das „Gebet der Vielen“ genannt. Und darum wird das Gebet der Vielen „Zeit des Wohlwollens“ genannt. Denn in der Zeit, in der der Mensch für sich selbst betet, gibt es Ankläger gegen ihn – ob sein Gebet wirklich würdig ist, angenommen zu werden, oder nicht. Anders, wenn er für die Vielen betet: Da kann man nicht sagen, dass man seinen Fall prüfen müsse, um zu sehen, ob es sich lohnt, ihm auf sein Gebet zu antworten – er erbittet ja nichts für sich selbst, sondern für die Allgemeinheit.

Und deshalb sagten sie, dass das Gebet der Vielen „Zeit des Wohlwollens“ genannt wird, da sein Gebet angenommen wird. Und nach dem, was in den Worten des Sulam an mehreren Stellen erklärt wird, ist mit dem Gebet der Vielen Malchut gemeint, die „Versammlung Israels“ (Knesset Israel) oder „heilige Shechina“ genannt wird; und sie wird „die Vielen“ genannt, weil sie alle Seelen einschließt. Und da die Shechina im Exil ist (Shechinta beGaluta), betet man wegen des Exils der Shechina – manchmal nennt man sie auch „Shechina im Staub“ (Shechinta beAfra). Denn alle diese Namen zeigen uns den Inhalt des Ziels der Schöpfung, das darin bestand, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

Und bekanntlich geschah die Erste Einschränkung (Zimzum Alef) aus dem Grund, damit die Vollkommenheit Seiner Taten offenbart werde. Das bedeutet: An einem Ort, an dem es nur ein Gefäß gibt, das „Empfangen, um zu empfangen“ genannt wird, wird die Höhere Fülle vor diesem Ort verborgen sein. Und nur an einen Ort, an dem man die Absicht „um zu geben“ ausrichten kann, gelangt die Fülle. Und da der Mensch von Natur aus nur zum Empfangen geboren wird, sieht er dort, dass sein „Empfänger“, der die Stufe der Eigenliebe ist, nicht empfangen kann. Sondern er muss alles für die Shechina tun, das heißt für Malchut; denn nur dadurch wird sich Seine Herrlichkeit in der Malchut offenbaren. Denn nur in der Zeit, in der der Schöpfer sich den Unteren offenbaren kann, wird der Name Seiner Herrlichkeit sichtbar – wie oben gesagt: An dem Ort, an dem sich der Wohnende (Shochen) offenbart, wird dieser Ort Shechina genannt. Dann gilt die Stufe von „Erhoben und geheiligt werde Sein großer Name“ (aus dem Kaddisch): Denn der Name des Schöpfers, der „der Gute, der Gutes tut“ genannt wird, offenbart sich in der Welt. Denn das Ziel der Schöpfung, das „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ genannt wird, erlangen dann alle, weil es bereits ein Gefäß gibt, das zum Empfangen geeignet ist – nämlich die Absicht „um zu geben“, die Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer genannt wird.

Demnach ergibt sich: Da die Geschöpfe von Natur aus nur „empfangen, um zu empfangen“ und ohne Überwindung ihrer Natur nicht arbeiten können, um zu geben, bewirken sie, dass Malchut im Staub bleibt – das heißt, dass man ihre Erhabenheit nicht sehen kann. Das bedeutet: Man kann nicht sehen, was sie vom Schöpfer zu empfangen hat, denn alles ist verborgen – wegen der Einschränkung, wie oben gesagt.

Aber wir brauchen eine Selbstprüfung (Cheshbon haNefesh). Das heißt, wir müssen dem glauben, was unsere Weisen uns gesagt haben: dass alle Genüsse, die sich in den materiellen Genüssen finden, nur ein winziges Leuchten (Nehiru Dakik) sind im Vergleich zu den Genüssen, die in der Spiritualität vorhanden sind. Wie es im Sulam heißt (Einführung in das Buch Sohar, Blatt 173): „Und siehe, auch das ist das Geheimnis des Zerbrechens der Gefäße, das vor der Erschaffung der Welt war. Denn durch das Zerbrechen der Gefäße der Heiligkeit (Kedusha) und ihren Fall in die BYA der Trennung fielen mit ihnen heilige Funken zu den Klipot [Schalen]; von ihnen kamen die Angelegenheiten der Genüsse und Lieben aller Arten in den Herrschaftsbereich der Klipot, die sie dem Menschen zum Empfangen und zu seinem Genuss übergeben.“

Demnach ergibt sich, dass die eigentlichen Genüsse sich in der Heiligkeit befinden. Wir aber sehen das Gegenteil: Denn im Materiellen sieht jeder Einzelne, dass es etwas zu genießen gibt. Anders in der Arbeit von Tora und Mizwot (Gebote): Da ist es unmöglich, irgendjemandem zu sagen, er solle sich mit Tora und Mizwot beschäftigen, ohne ihm eine Belohnung als Gegenleistung für seine Arbeit zu versprechen. Denn während seiner Beschäftigung mit der Erfüllung der Mizwot spürt er darin keinerlei Geschmack; sondern gerade dann, wenn man ihm eine Belohnung verspricht und er daran glaubt, kann er in Tora und Mizwot arbeiten – weil er eine Gegenleistung erhalten wird.

Anders, wenn er sich mit materiellen Dingen beschäftigt, wie Essen, Trinken, Geld, Ehre und dergleichen: Da fragt der Mensch nicht, wofür er sich mit diesen materiellen Dingen beschäftigen müsse. Denn dort, wo der Mensch Genuss empfindet, fragt er nicht, was das Ziel dabei sei, dass er den Genuss empfängt. Und alles, worüber er in der Zeit des Empfangens des Genusses nachzudenken hat, ist, wie man den Genuss in Quantität und Qualität erweitern kann. Aber niemals wird er – Gott behüte – über die Sache des Empfangens des Genusses grübeln, das heißt: Wofür muss ich Genuss empfangen?

Und manchmal kommt es vor, dass der Mensch Genuss von einer Sache empfängt, für die er nichts bezahlen musste. Obwohl er viel genießt, erwacht in ihm dennoch die Frage: Was wird der Zweck dieses Genusses sein? Ein Beispiel für einen Genuss, der kein Geld kostet, ist der Genuss der Ruhe: Diesen Genuss muss man nicht kaufen, sondern man erhält ihn ohne Geld.

Aber sehr oft fragt sich der Mensch: Was gewinne ich dadurch, dass ich die Ruhe genieße? In der Zeit jedoch, in der der Mensch wahren Genuss und wahres Vergnügen hat, kommt ihm in diesem Zustand niemals der Gedanke, was der Zweck dieses Genusses sein wird. Und wenn es doch geschieht, dass ihm der Gedanke kommt, darüber nachzudenken, was der Zweck dieses Genusses sein wird, den er jetzt genießt – so ist das ein Zeichen, dass der Genuss, den er empfindet, kein wahrer Genuss ist. Denn es ist in seinem Verstand noch Platz geblieben, über einen Zweck nachzudenken. Und das ist ein Zeichen, dass er in diesem Genuss eine Stufe von Mangel hat. Und dort, wo es einen Mangel gibt, kann ihm der Gedanke kommen, über ein anderes Ziel nachzudenken als das, was er jetzt empfindet.

Aus all dem Gesagten ergibt sich, dass der eigentliche Geschmack des Lebens und des Genusses sich in Tora und Mizwot findet, denn dort befindet sich das Höhere Licht in der Weise einer Hinterlegung (Pikadon). Wie es im Sulam heißt (Einführung in das Buch Sohar, Blatt 242, „Marot haSulam“ Punkt 1): „Und wenn man würdig wird, auf die Stimme Seines Wortes zu hören, werden die 613 Mizwot zur Stufe von Hinterlegungen (Pkudin) – vom Wort Hinterlegung. Denn es gibt 613 Mizwot, und in jeder Mizwa ist das Licht einer besonderen Stufe hinterlegt, die einem besonderen Organ in den 613 Organen und Sehnen der Seele und des Körpers entspricht. Somit zieht man beim Tun der Mizwa auf das ihr entsprechende Organ in seiner Seele und seinem Körper die Stufe des Lichts herab, die zu diesem Organ und dieser Sehne gehört. Und das ist die Stufe des Panim [Angesichts] der Mizwot.“

Somit offenbart sich durch die Erfüllung von Tora und Mizwot das Ziel der Schöpfung, das heißt, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Aber er sagt dort im Sulam, dass dies erst gilt, nachdem man würdig wurde, Tora und Mizwot in der Weise von „auf die Stimme Seines Wortes hören“ zu erfüllen. Anders, wenn man Tora und Mizwot in der Weise von „die Sein Wort tun“ erfüllt, bevor man des „Hörens“ würdig wurde: Dann werden die Mizwot mit dem Namen Ratschläge (Ejtin) bezeichnet, und sie sind die Stufe der Rückseite (Achor). Das bedeutet, dass das Höhere Licht, das zu dieser Mizwa gehört, in ihnen noch nicht leuchtet; sondern sie sind die Stufe von Ratschlägen, wie man zur Stufe des Lichts des Panim gelangt, das zu der Mizwa gehört.

Und die ganze Arbeit und Stärkung – dass der Mensch seinen Willen und seine Gedanken überwinden muss, die ihn daran hindern, auf dem Weg der Wahrheit zu gehen – gilt nur in der Zeit, in der er in der Rückseite (Achorajim) ist, die die Stufe von „die Sein Wort tun“ genannt wird. Denn in diesem Zustand spürt er noch nicht das Höhere Licht, das in Tora und Mizwot eingekleidet ist. Und deshalb tut er alles aus dem Grund, dass er glaubt, dass es ein großes Verdienst ist, wenn er würdig wird, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen – auch wenn er ihre Wichtigkeit nicht spürt, sondern alles im Glauben über dem Verstand tut: dass dies die Bestimmung des Menschen ist, zur Anhaftung an den Schöpfer zu gelangen. Und er tut alles, um dazu zu gelangen. Und da dem so ist, erfüllt er alles und unternimmt große Anstrengungen in allem, was er kann; und seine Absicht ist einzig und allein, zur Vollkommenheit zu gelangen.

Und da er sieht, dass er nach allen Anstrengungen und Überwindungen – mit denen er die Störungen überwinden will, die gegen ihn stehen – dennoch weiterhin außerhalb steht, denn die Sache der Anhaftung ist Gleichheit der Form, und er hat sich noch nicht um Haaresbreite von der Eigenliebe wegbewegt, die eine der Anhaftung an den Schöpfer entgegengesetzte Handlung ist –, dann geht er hin, um zum Schöpfer zu beten, dass Er seine Augen erleuchte, damit er die Shechina aus dem Staub erheben könne. Das bedeutet: In der Herrschaft des Himmels – wie sie dem Menschen erscheint, wenn er nur für sie arbeiten will, das heißt dafür, dass sich die Herrlichkeit des Himmels in der Welt offenbare – spürt er in diesem Zustand den Geschmack von Staub. Und er sieht, dass alle so sind wie er – das heißt, dass sie die Herrlichkeit des Himmels geringschätzen, weil sie ihre Wichtigkeit nicht einzuschätzen wissen. Das wird „Gebet der Vielen“ genannt – das heißt, dass er für die Vielen betet.

Und es sind zwei Unterscheidungen zu treffen:

a) Malchut wird „die Vielen“ genannt, weil sie alle Seelen einschließt.

b) Das Gebet der Vielen ist, dass man für die Vielen betet – das heißt, dass die Vielen die Stufe der Wichtigkeit von Tora und Mizwot erlangen mögen. Das heißt, wie oben gesagt, dass sie die Stufe der 613 Hinterlegungen erlangen, denn von dieser Stufe aus leuchtet das Höhere Licht in jeder einzelnen Mizwa. Somit wird am Ende aus den beiden Stufen der „Vielen“ eins. Das heißt: Man betet, dass die Vielen würdig werden, dass sie an der Malchut, die „die Vielen“ genannt wird, ihre Größe und Wichtigkeit sehen; und das geschieht in der Zeit, in der alle die Stufe der Gefäße des Gebens erlangen. Und dann werden sich die 613 Mizwot von der Stufe „auf die Stimme Seines Wortes hören“ offenbaren, denn dann werden die 613 Mizwot die Stufe der 613 Hinterlegungen genannt.

Und nach dem oben Gesagten ergibt sich: Die Sache der Gebete der Vielen, die nicht leer zurückkehren, ist, wenn man für die Allgemeinheit betet. Und die Allgemeinheit wird „Gesamtheit Israels“ genannt. Und die Allgemeinheit wird die heilige Shechina genannt. Und da die Allgemeinheit aus mehreren Stufen eingeschlossen ist, sagt der heilige Sohar: Der Grund, dass das Gebet der Allgemeinheit angenommen wurde, ist, dass in ihm Vollkommenheit ist. Und dies sind seine Worte: „Und der Schöpfer krönt sich mit diesem Gebet, weil es in mehreren Weisen aufsteigt; denn der eine bittet um Chassadim, der zweite um Gwurot und der dritte um Rachamim.“

Und man muss verstehen, warum ein Gebet nötig ist, das aus allen eingeschlossen ist. Es verhält sich vielmehr nach der Regel, dass alle Unterscheidungen, die wir in der Spiritualität unterscheiden, Offenbarungen sind, die sich zum Zweck der Korrektur der Unteren offenbaren müssen. Somit bedeutet die Sache der drei Linien – von denen wir sagen, dass „Vollkommenheit“ heißt, dass dort die drei Linien offenbart sind – Folgendes: Der Schöpfer will den Unteren Fülle geben, damit sie sie nutzen können und dort kein Makel sei – und nicht so, wie es in der Welt Nekudim war, wo das Zerbrechen der Gefäße geschah, aus dem Grund, dass dort keine Korrektur der Linien war, wie der heilige ARI sagt.

Das heißt: Wenn der Obere dem Unteren irgendeine Fülle gibt, dann will er, dass die Fülle, die der Untere empfängt, zum Wohl des Unteren sei. Anders, wenn das Gefäß, in das die Fülle gelangen soll, nicht in Vollkommenheit ist: Dann wird die ganze Fülle zu den Äußeren gehen. Das ist die Sache des Zerbrechens der Gefäße: dass die Fülle aus der Heiligkeit hinausging. Und deshalb fließt den Unteren die Fülle nicht zu. Und das wird genannt, dass das Gebet nicht angenommen wird.

Und das ist die Sache der Korrektur der Linien, die es in der Allgemeinheit gibt. Die Bedeutung ist, dass die Vielen – das heißt Malchut – aus der Allgemeinheit eingeschlossen wurden. Das heißt, es gibt diese Korrektur, die „drei Linien“ genannt wird, durch die die Fülle in der Heiligkeit bleibt und nicht zu den Äußeren geht. Daher kann ein solches Gebet angenommen werden – das heißt, man kann ihr Fülle geben.

Und darüber erklärt der heilige Sohar: „Denn Jakob war aus drei Linien eingeschlossen“ – da Jakob „mittlere Linie“ genannt wird, die aus rechts und links eingeschlossen ist. „Und deshalb begehrte der Schöpfer sein Gebet, da es in aller Vollkommenheit war, aus allen drei Linien, wie das Gebet der Vielen.“ Das heißt, wie oben gesagt: Vonseiten des Schöpfers gibt es keinerlei Hindernis, die Fülle nach unten fließen zu lassen, denn Sein Wille ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun; sondern Er wartet gleichsam auf ein Gefäß des Empfangens vonseiten der Unteren, damit sie geeignet seien zu empfangen.

In dem Moment also, in dem es vonseiten des Unteren ein taugliches Gefäß gibt – das heißt, das Gebet ist das Gefäß, das zum Empfangen geeignet ist –, muss die Bedingung erfüllt sein, dass die Fülle nicht verloren geht – das heißt, dass die Fülle nicht zu den Äußeren, das heißt zu den Klipot, hinausgeht. Deshalb kam eine Korrektur über das Gefäß Malchut, die die Fülle an die Unteren weiterleiten muss. Und diese Korrektur wird „Korrektur der Linien“ genannt.

Und jetzt wollen wir die Fortsetzung der Worte des heiligen Sohar erklären, zu der wir gefragt haben. Dies sind seine Worte: „Und weil es aus mehreren Weisen und Seiten eingeschlossen ist, wird es zu einer Krone und wird auf das Haupt des Gerechten gelegt, der ewig lebt – das heißt Jessod, der alle Rettungen der Nukwa zufließen lässt, und von ihr der ganzen Gemeinschaft.“

Und wir fragten: Wir beten doch zum Ejn Sof – was bedeutet also die Deutung, dass das Gebet der Vielen gerade über Jessod zur Krone wird? Und die Sache ist: Die Ordnung des Zuflusses der Fülle, die zur Malchut kommt, wird Jessod genannt. Das bedeutet, dass alle ersten neun Sefirot alle ihre Stufen dem Jessod zufließen lassen; und er wird „alles“ genannt, wie bekannt ist.

Demnach ergibt sich, dass wir immer vom Gebenden sprechen und vom Empfänger der Fülle, der Malchut genannt wird. Daher – da der Emanator (Maazil) geben will und auf die Unteren wartet, dass sie die Gefäße geben, die geeignet sind, die Fülle zu empfangen – werden die Gebete, wenn sie nach oben steigen und in der Ordnung sind, die geeignet ist, angenommen zu werden, „Gefäß zum Empfang der Fülle“ genannt. Somit ist das Gefäß zum Gebenden aufgestiegen; und da der allgemeine Gebende Jessod ist, gilt, dass das Gebet zu Jessod aufgestiegen ist.

Und demnach folgt es der Regel „durch die Tat unten wird die Tat oben erweckt“. Das bedeutet: Durch das Erwachen der Unteren, die sich dem Schöpfer annähern und die Anhaftung an den Schöpfer erlangen wollen, erbitten sie dann Hilfe vom Schöpfer, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man“ (Sohar, Noach, Blatt 23, und im Sulam-Kommentar Punkt 63): Wenn der Mensch kommt, um sich zu reinigen, hilft man ihm mit einer heiligen Seele, und man reinigt ihn und heiligt ihn, und er wird „heilig“ genannt.

Wir sehen also: Wenn der Mensch seine Taten verbessern will, verursacht er oben eine Paarung (Siwug), durch die Fülle nach unten gezogen wird. Und das wird „Erhebung von MaN“ genannt – das heißt, dass man oben einen Mangel verursacht. Und man muss verstehen: Wie kann man sagen, dass die Unteren oben einen Mangel verursachen? Man muss aber wissen, was die Bedeutung von „Mangel“ ist. Bekanntlich wird ein Gefäß „Mangel“ genannt – das heißt: Wenn es einen Mangel gibt, gibt es einen Ort, dorthin eine Füllung zu geben, um den Mangel zu füllen.

Und da es vonseiten des Emanators kein Hindernis gibt zu geben – Sein Wille ist vielmehr, Gutes zu tun, und alles, was wir an Verhüllung des Lichts sehen, kommt daher, dass die Unteren keine Gefäße zum Empfang der Fülle haben –, gilt daher: Wenn der Untere erwacht, um sich zu reinigen, und ihm die Kräfte fehlen und er den Schöpfer bittet, ihm zu helfen, dann steigt dieser Mangel nach oben, und der Obere hat jetzt ein Gefäß, um ihm Fülle zufließen zu lassen. Und das wird „Erhebung von MaN“ genannt.

Somit: Das Gebet, das die Stufe des Mangels ist – das, worum der Untere bittet, dass man ihm seinen Mangel fülle –, steigt zum Gebenden auf. Der Gebende wird Jessod genannt, der der Versammlung Israels – sie wird Malchut genannt – die Fülle zufließen lässt. Dort wird das Gebet zur Krone auf seinem Haupt. Denn Atara bedeutet Krone (Keter), und das weist auf die Krone des Königs hin, das heißt auf die Wichtigkeit des Königs. Das bedeutet: In der Zeit, in der es eine Offenbarung Seines Lichts gibt, erkennen alle die Wichtigkeit des Schöpfers.

Anders in der Zeit der Verhüllung des Angesichts: Da wird die Shechina – das heißt der Ort der Offenbarung des Königs – als Exil und als Staub bezeichnet; sie erlangen keinerlei Geschmack in der Spiritualität, sondern Tora und Mizwot erscheinen ihnen, als wäre da der Geschmack von Staub. Und all das kommt daher, dass die Unteren keine Gefäße zum Empfang der Fülle haben. Und deshalb ist Seine Herrlichkeit unter den Völkern entweiht. Das bedeutet: Bevor der Mensch würdig wird, die Stufe eines Juden – also eines Menschen, der ganz dem Einen dient – zu erreichen, gleicht er der Stufe der Völker. Das heißt, wie bekannt: Jeder Mensch ist eine kleine Welt und ist aus den siebzig Völkern und aus der Stufe „Israel“ eingeschlossen.

Und dann, in der Zeit der Verhüllung, in der sich die Höhere Fülle den Unteren nicht offenbaren kann, weil sie keine dafür geeigneten Gefäße haben – würde das, was man ihnen an irgendeinem höheren Leuchten gäbe, zu den Klipot gehen. Und deshalb muss die Höhere Fülle vor ihnen verborgen sein. Dann heißt es: „Gefallen ist die Krone unseres Hauptes“ (Klagelieder 5:16). Das bedeutet, dass die Wichtigkeit des Schöpfers entweiht ist.

Aber in der Zeit, in der der Mensch kommt, um sich zu reinigen – das heißt, er will, dass der Schöpfer ihn zu Sich annähere und ihm ein Gefäß des Gebens gebe, wodurch er die Anhaftung erlange –, so ist alles, wofür er die Offenbarung der Höheren Fülle will, „um zu geben“. Das heißt, er will, dass man ihm von oben Kräfte gebe, damit er die Fähigkeit habe, immer in der Heiligkeit zu sein, die die Stufe der Anhaftung ist. Dann wird aus seinem Gebet eine Krone, die Krone des Königs, weil dann die Wichtigkeit des Königs erkennbar ist. Und das ist die Deutung dessen, was der heilige Sohar sagt: dass das Gebet „zu einer Krone wird und auf das Haupt des Gerechten gelegt wird, der ewig lebt“ – das heißt Jessod, der alle Rettungen der Nukwa zufließen lässt, und von ihr der ganzen Gemeinschaft. Denn durch das Gebet fließt die Höhere Fülle den Unteren zu, und dann offenbaren sich das Gute und der Genuss. Das wird Atara genannt, die Krone des Königs, die Wichtigkeit des Königs.

korrigiert, EY, CO4.8, 07.06.2026