1988/31 Was ist die Handlung im Menschen, die dem Schöpfer zugeschrieben wird
Der Sohar (Ekew, Blatt 1, und im Sulam-Kommentar Punkt 1) sagt dort, und dies sind seine Worte: „‚Und du sollst essen und satt werden und den Ewigen, deinen Gott, preisen.‘ Diese Mizwa besteht darin, den Schöpfer für alles zu preisen, was man in dieser Welt gegessen und getrunken und genossen hat. Und wer nicht preist, wird ‚ein Räuber am Schöpfer‘ genannt. Denn es steht geschrieben: ‚Wer seinen Vater und seine Mutter beraubt‘ – und die Freunde legten dar, dass sich dies auf den Schöpfer bezieht. Denn die Segenssprüche, mit denen der Mensch den Schöpfer preist, dienen dazu, Leben aus der Quelle des Lebens, die Bina ist, zu Seinem heiligen Namen herabzuziehen.“ Soweit seine Worte.
Wir sehen hier, dass zwei Dinge vorhanden sein müssen:
1. der Genuss, den der Mensch hat;
2. dass der Mensch für den empfangenen Genuss preisen muss. Und er sagt: Andernfalls, wenn der Mensch nicht preist, wird er „ein Räuber am Schöpfer“ genannt. Und er sagt, der Grund ist, dass er durch den Segen Fülle zum Namen des Schöpfers herabzieht. Und es ist zu verstehen, warum, wenn der Mensch nicht preist, keine Fülle zum Namen des Schöpfers herabgezogen wird. Das heißt: Wenn es in der Macht des Schöpfers liegt, Fülle zu geben, warum braucht Er dann die Erweckung durch den Segen?
Und im Sulam wird dort erklärt, dass „sein Vater“ der Schöpfer ist und „seine Mutter“ die Shechina (göttliche Gegenwart) ist, sodass durch den Segen Fülle zum Schöpfer und zur Shechina herabgezogen wird. Aber es ist zu verstehen, worin die Bedeutung des Segens liegt, der das Herabziehen der Fülle von oben bewirkt. Und wenn er nicht preist, raubt er die Fülle, die sein Vater und seine Mutter empfangen sollen.
Der genannte Ausspruch unserer Weisen findet sich auch im Talmud (Brachot, Blatt 35b), und dies sind seine Worte: „Jeder, der von dieser Welt genießt, ohne zu preisen, ist, als würde er den Schöpfer und die Versammlung Israels (Knesset Israel) berauben, wie es heißt: ‚Wer seinen Vater und seine Mutter beraubt und sagt: Es ist keine Übertretung, der ist ein Freund eines Verderbers.‘ Und sein Vater ist kein anderer als der Schöpfer, wie es heißt: ‚Ist Er nicht dein Vater, der dich erworben hat?‘ Und seine Mutter ist keine andere als die Versammlung Israels, wie es heißt: ‚Höre, mein Sohn, auf die Zucht deines Vaters und verwirf nicht die Weisung deiner Mutter.‘ Was bedeutet ‚ein Freund eines Verderbers‘? Rabbi Chanina bar Papa sagte: Er ist ein Freund Jerobeams, des Sohnes Newats, der Israel gegenüber ihrem Vater im Himmel verdarb.“
Auch dieser Ausspruch ist schwer zu verstehen: dass derjenige, der für den Genuss, den er hat, keinen Segen spricht, ein Freund Jerobeams, des Sohnes Newats, ist, der Israel gegenüber ihrem Vater im Himmel verdarb. Und es ist zu verstehen, worin wir das Gewicht des Segens finden und warum dies schlimmer ist als bei jemandem, der irgendeine Übertretung begeht, für die ihm eine Strafe für die begangene Übertretung zukommt. Und hier ist es, als ob die Übertretung, einen Segen zu unterlassen, dem gleicht, als hätte er die ganze Welt verdorben.
Bekanntlich wurde die ganze Welt einzig und allein um der Ehrfurcht vor dem Himmel willen erschaffen, wie unsere Weisen sagten (Brachot 6b), und dies sind ihre Worte: „Jeder Mensch, in dem Ehrfurcht vor dem Himmel ist, dessen Worte werden gehört, wie es heißt: ‚Das Endergebnis von allem ist gehört: Fürchte Gott.‘ Und er fragt: Was bedeutet ‚denn das ist der ganze Mensch‘? Rabbi Elasar sagte: Der Schöpfer sagte: Die ganze Welt wurde einzig und allein um dessentwillen erschaffen.“ Und Rashi erklärte: „um dessentwillen“, damit dieser erschaffen werde.
Und es ist zu verstehen, was die Bedeutung von „denn die ganze Welt wurde einzig und allein um der Ehrfurcht vor dem Himmel willen erschaffen“ ist. Das scheint auf den ersten Blick im Widerspruch zu der bekannten Regel über die Erschaffung der Welt zu stehen, wie geschrieben steht (Midrash Rabba, Bereshit), dass der Schöpfer zu den dienenden Engeln sagte, Er wolle die Welt erschaffen, weil dies einem König gleicht, der einen Turm voller alles Guten hat, aber keine Gäste, und deshalb erschuf Er den Menschen, um ihm Gutes und Genuss zu geben. Und hier sagt er, dass die Welt einzig und allein um der Ehrfurcht vor dem Himmel willen erschaffen wurde, als ob der Schöpfer es nötig hätte, dass man Ihn fürchtet, und Er deshalb die Welt erschuf.
Und um das zu verstehen, müssen wir zuerst verstehen, was „Welt“ heißt und was „Ehrfurcht“ heißt. Nach der Regel, die wir gelernt haben, war der Grund für die Erschaffung der Welten, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, und aus diesem Grund erschuf Er in den Geschöpfen ein Verlangen und eine Sehnsucht, Genuss und Wonne zu empfangen. Diese Stufe wird „Malchut de Ejn Sof“ genannt, weil Malchut damals der Ausbreitung der Fülle noch keine Grenze setzte, sondern in dem Verlangen empfing, sich selbst zu erfreuen.
Doch danach, nachdem sie das Licht empfangen hatte, lernten wir, dass Malchut sich nach Gleichheit der Form sehnte, weil jeder Zweig seiner Wurzel gleichen will. Deshalb wollte sie nicht um des eigenen Nutzens willen empfangen, sondern um dem Schöpfer Wohlgefallen (Nachat Ruach) zu bereiten. Das heißt: Weil der Schöpfer Seinen Geschöpfen Gutes tun will, deshalb will sie aus diesem Grund empfangen.
Und in den Worten des heiligen ARI wird dies als „Zimzum (Einschränkung), Verhüllung und Verbergung“ bezeichnet, wie er im Buch „Ez Chaim“ (Baum des Lebens) sagt: dass, bevor die Welten erschaffen wurden, das Höhere Licht die gesamte Wirklichkeit erfüllte. Und es gab weder Rosh (Kopf) noch Sof (Ende), sondern alles war in einer einzigen Gleichheit. Doch als in Seinem Willen aufstieg, die Emanationen auszustrahlen und die Geschöpfe zu erschaffen, da schränkte Er Sich ein, und es blieb ein leerer Raum. Und er sagt dort, und dies sind seine Worte: „Und siehe, nach dem genannten Zimzum gab es nun bereits einen Raum, an dem Emanierte, Erschaffene, Geformte und Gemachte sein konnten.“
Wir sehen, dass es vor dem Zimzum keine Angelegenheit der Welten gab, denn „Olam“ (Welt) kommt vom Wort „He’elem we’Hester“ (Verhüllung und Verbergung). Und die Verhüllung und Verbergung, die damals geschah, war, wie geschrieben steht, „um die Vollkommenheit Seiner Taten ans Licht zu bringen“. Und er erklärt dort im „Or Pnimi“ (Inneres Licht), dass die Bedeutung ist: damit es Gleichheit der Form gebe, die „Empfangen um des Gebens willen“ genannt wird; andernfalls würden sie keinerlei Fülle empfangen, damit es keine Verschiedenheit der Form gebe, die „Trennung“ genannt wird. Und Malchut de Ejn Sof begehrte diese Stufe.
Und gäbe es eine Offenbarung des Lichts in den Gefäßen des Empfangens, so gäbe es keinen Raum für die Arbeit, durch den man je zur Stufe der Gleichheit der Form gelangen könnte. Deshalb geschah ein Aufstieg des Lichts, der „Verhüllung und Verbergung“ genannt wird. Und danach offenbart sich das Licht in dem Maß der Kräfte der Überwindung, die „Massach (Schirm) über dem Höheren Licht“ genannt werden, sodass sie um des Gebens willen empfangen können.
Und da dieses Kli (Gefäß) aus der Kraft des Unteren kommt, das heißt, dass der Untere das Kli machen muss, deshalb hat der Untere nicht die Kraft, das ganze Licht zu empfangen, das im Schöpfungsziel lag, als der Schöpfer das Licht in das von Ihm gemachte Kli legte, das „Verlangen zu empfangen“ genannt wird. Vielmehr wird das Licht, das in den Gefäßen des Empfangens leuchtete, nun stufenweise empfangen, eines nach dem anderen, was „nach und nach“ genannt wird, weil die Gefäße, die die Geschöpfe machen, die „um des Gebens willen“ heißen, nicht in der Lage sind, alles auf einmal zu tun.
Und aus diesem Grund gingen viele Welten hervor, das heißt viele Massachim (Schirme), wobei jeder Massach einerseits eine Verhüllung bewirkt und andererseits durch ihn eine Offenbarung geschieht. Vor dem Zimzum hingegen gab es keinen Raum für Welten, das heißt, es gab keinen Raum für Verhüllung, einfach deshalb, weil, wie geschrieben steht, „das Höhere Licht die gesamte Wirklichkeit erfüllte“.
Aus dem Gesagten folgt, dass es im Menschen zwei Handlungen gibt:
1. dass er alles zum eigenen Nutzen empfangen will, das heißt, dass er jeden Genuss und jede Wonne, die er sieht, in das Kli aufnehmen will, was „für sich selbst empfangen“ genannt wird;
2. dass er dem anderen geben will.
Und nach dem Gesagten muss man sagen, dass die Handlung, mit der er zum eigenen Nutzen empfangen will, ihm vom Schöpfer kommt, das heißt, dass der Schöpfer in den Geschöpfen ein Kli eingeprägt hat, das „Empfangen um des Empfangens willen“ genannt wird. Und an diesem Kli muss der Mensch nicht arbeiten, um es zu erwerben, sondern es kommt ihm mit der Natur, die der Schöpfer erschuf.
Die Handlung hingegen, die der Mensch zum Wohl des anderen tut, kommt von Seiten der Geschöpfe, das heißt, dass der Mensch sich anstrengen muss, um dieses Kli zu erwerben, weil es nicht von Seiten des Schöpfers die Absicht war, dass die Unteren Ihm geben, sondern dass der Schöpfer den Geschöpfen gibt. Doch damit es nicht zu einer Stufe der Scham komme, machte der Untere deshalb Zimzum und Verbergung, um keinerlei Licht zu empfangen, außer in dem Maß, in dem er um des Gebens willen ausrichten kann. Da der Untere diese Handlung also aus eigener Kraft tun muss, muss er sich darum sehr anstrengen, um dieses Kli zu erwerben, weil es gegen die Natur ist, in der die Geschöpfe erschaffen wurden.
Es zeigt sich also, dass die Frage, die wir gestellt haben – welche Handlung der Mensch tut, die wir dem Schöpfer zuschreiben, das heißt, die der Schöpfer erschaffen hat –, so zu beantworten ist: Dass der Mensch alles Gute zum eigenen Nutzen empfangen will, das kommt unmittelbar vom Schöpfer; die Handlung des Gebens hingegen schreiben wir dem Geschöpf zu. Deshalb fällt es dem Menschen schwer, dieses Kli zu erwerben, weil es gegen die Natur ist.
Nach dem Gesagten können wir das deuten, was wir gefragt haben, das, was unsere Weisen sagten: dass die ganze Welt um dessentwillen erschaffen wurde, nämlich um der Ehrfurcht vor dem Himmel willen. Und ebenso steht geschrieben (Prediger 3,14): „Und Gott machte es so, dass man Ihn fürchtet.“ Doch steht dies nicht im Widerspruch zu dem, was unsere Weisen sagten, dass die Erschaffung der Welt geschah, um Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, wie oben, und nicht aus dem Grund, dass es eine Stufe der Ehrfurcht gebe, sei die Welt erschaffen worden? Wie unsere Weisen sagten, dass die ganze Welt einzig und allein um dessentwillen erschaffen wurde, nämlich um der Ehrfurcht vor dem Himmel willen, was bedeutet, als ob der Schöpfer es nötig hätte, dass man Ihn fürchtet, und Er deshalb Geschöpfe um dessentwillen erschuf.
Und wie wir erklärt haben, dass „Olam“ (Welt) „Verhüllung und Verbergung“ bedeutet, erhebt sich die Frage: Warum erschuf der Schöpfer Verhüllung und Verbergung, wo doch der Grund für die Erschaffung der Welt war, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun? Vielmehr gibt es hier eine Angelegenheit der Korrektur, die in den Worten des ARI im Buch „Ez Chaim“ so bezeichnet wird: „Um die Vollkommenheit Seiner Taten ans Licht zu bringen, schränkte Er Sich ein.“ Wir sehen, dass die Angelegenheit der Verhüllung und Verbergung, die „Zimzum“ genannt wird, dazu diente, dass sie das Höhere Licht empfangen und in der Stufe der Anhaftung (Dwekut) bleiben konnten, die „Gleichheit der Form“ genannt wird.
Das heißt: Obwohl sie Gutes und Wonne empfangen, wird dies dennoch, weil sie um des Gebens willen empfangen, „Gleichheit der Form“ genannt. Das bedeutet: Aus ihrem Verlangen und ihrer Sehnsucht nach der höheren Fülle verzichten sie auf das Empfangen des Guten und der Wonne, sondern empfangen nur deshalb, weil der Schöpfer Genuss und Wonne daraus hat, dass sie genießen – was das Schöpfungsziel war –, weil der Schöpfer will, dass sie genießen, und nicht, weil sie für sich selbst Genuss empfangen wollen.
Und diese Korrektur geschieht gerade durch die Verhüllung und Verbergung, denn dann gibt es Raum für die Wahl, zu sagen: Wenn nicht in der Absicht zu geben, will er nicht empfangen. Wäre das Licht hingegen offenbart, wie es vor dem Zimzum war, wie ließe sich dann, während das Höhere Licht die gesamte Wirklichkeit erfüllt, sagen, dass es Raum für die Wahl gebe – das heißt: dass er, wenn er nicht um des Gebens willen ausrichten kann, nicht empfängt?
Das wäre unmöglich gewesen, denn wir sehen, dass nach allen Zimzumim, die geschahen, das Licht in dieser Welt nicht in der Stufe der Offenbarung leuchtet. Der heilige ARI sagt, es sei nur ein feines Leuchten (Nehiru Dakik), das von der Heiligkeit (Kedusha) herabkam, um die Klipot (Schalen) zu beleben. Das bedeutet: Alle Genüsse, die in der körperlichen Welt vorhanden sind, sind nicht mehr als ein sehr feines Licht im Vergleich zu den Lichtern, die in der Heiligkeit sind. Und wir sehen, wie schwer es dem Menschen fällt, wenn er einen körperlichen Genuss empfängt – der im Vergleich zur Spiritualität, wo der eigentliche Genuss liegt, nur ein kleiner Genuss ist –, dennoch zu sagen: Wenn ich nicht um des Gebens willen ausrichten kann, verzichte ich auf den Genuss. Stellen wir uns also vor, das Licht wäre offenbart, zum Beispiel das Licht, das in die Mizwa der Zizit (Schaufäden) eingekleidet ist: Wie wäre der Mensch dann fähig zu sagen, dass er auf den Genuss verzichtet, wenn er nicht in der Lage ist, um des Gebens willen auszurichten?
Nach dem Gesagten verstehen wir, dass die Angelegenheit der Welt „Verhüllung“ bedeutet. Und damit können wir das deuten, was sie sagten: „Die Welt wurde einzig und allein um dessentwillen erschaffen“, nämlich um der Ehrfurcht vor dem Himmel willen. Was aber ist die Bedeutung von „Ehrfurcht vor dem Himmel“ auf dem Weg der Arbeit, um zur Wahrheit zu gelangen? Die Bedeutung ist, wie es in der Einführung in das Buch Sohar (Blatt 191, Spalte 2) angeführt wird, und dies sind seine Worte: „In Wahrheit sind weder die erste Ehrfurcht noch die zweite Ehrfurcht zum eigenen Nutzen, sondern allein aus Furcht, er könnte darin nachlassen, seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten.“
Und damit verstehen wir, was geschrieben steht: „Die ganze Welt wurde einzig und allein um der Ehrfurcht vor dem Himmel willen erschaffen.“ Die Bedeutung ist, dass die ganze Angelegenheit der Verhüllung, die „Olam“ (Welt) genannt wird – diese Verhüllung wurde nur deshalb erschaffen, damit es einen Raum gebe, um zur Stufe des Gebens zu gelangen. Das heißt: Gäbe es die Verhüllung nicht, gäbe es keinen Raum, in dem wir um des Gebens willen arbeiten könnten.
Demnach ist die Deutung dessen, was wir gefragt haben, so: Was geschrieben steht, dass die Welt erschaffen wurde, um Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, das zielt auf das Schöpfungsziel, wie oben, in dem, was der Schöpfer sagte, dass dies einem König gleicht, der einen Turm voller alles Guten hat. Und danach kam die Korrektur der Schöpfung, nämlich um des Gebens willen zu arbeiten, sodass es eine Stufe der Anhaftung gebe, Gleichheit der Form, die „Ehrfurcht“ genannt wird. Und auf diese Korrektur hin entstand die Stufe der Welt, deren Bedeutung ist, dass es Verhüllung und Verbergung gebe.
Es zeigt sich also, dass die Welt, die die Verhüllung ist, dazu gemacht wurde, dass man Ihn fürchtet. Das bedeutet, dass die Ehrfurcht zum Wohl des Menschen ist, damit er die Möglichkeit habe, zum Wohl des Schöpfers zu arbeiten. Und man darf nicht sagen, dass der Schöpfer es nötig hätte, dass man Ihn fürchtet, sondern wie oben: dass die Ehrfurcht darin besteht, dass der Mensch fürchtet, er werde vielleicht nicht die Fähigkeit haben, um des Gebens willen zu arbeiten. Um dessentwillen geschah die Verhüllung. Und diese Arbeit gehört dem Menschen, der sich sehr anstrengen muss, bis er diese Kelim erwirbt, wie oben, weil es gegen die Natur ist, da der Schöpfer in die Geschöpfe das Verlangen legte, Genuss und Wonne zu empfangen.
Nach dem Gesagten ist das zu deuten, was geschrieben steht: „Und Gott machte es so, dass man Ihn fürchtet.“ Das heißt: Damit der Mensch die Ehrfurcht festhalte, die „Königtum des Himmels“ (Malchut Shamajim) genannt wird, machte Er eine Korrektur. Nämlich: In dem Augenblick, in dem der Mensch das Königtum des Himmels verlässt, das „Glaube über dem Verstand“ genannt wird, machte der Schöpfer eine Handlung, die darin besteht, dass der Mensch sofort von seinem Zustand herabfällt, in dem er über Spiritualität nachdachte, und in die körperliche Welt fällt, sodass zwischen dem einen und dem anderen keinerlei Verbindung besteht.
Und diese Stürze bewirken, dass der Mensch sich davor hütet, die Ordnung der Arbeit des Glaubens über dem Verstand zu ändern. Und siehe in der Einführung in das Buch Sohar (Blatt 130), im Absatz, der mit „Erklärung“ beginnt: „Doch die ganze Angelegenheit der Ehrfurcht ist nur eine Angelegenheit zum Wohl des Menschen, und nicht, dass es dem Schöpfer fehlte, dass die Geschöpfe Ihn ehren, gleich einem König aus Fleisch und Blut. Vielmehr ist alles, was Er tat, zum Wohl des Menschen, denn durch diese Korrekturen, die der Schöpfer machte, leiten sie den Menschen an, auf dem geraden Weg zu gehen, sodass er zum Schöpfungsziel gelange, das darin besteht, dass die Geschöpfe Gutes und Wonne empfangen.“
Und nun erklären wir, was wir in der Angelegenheit des Segens gefragt haben, das, was geschrieben steht: „Wer in dieser Welt ohne Segen genießt, gleicht Jerobeam, dem Sohn Newats.“ Und wir fragten: Warum ist die Übertretung dessen, der ohne Segen genießt, so schwer, schwerer als die übrigen Übertretungen? Als ob der Mensch bei den übrigen Übertretungen, die er begeht, nicht Jerobeam, dem Sohn Newats, gleiche, der sündigte und die Vielen zur Sünde verführte. Wer hingegen ohne Segen genießt, gleicht Jerobeam, der Israel gegenüber ihrem Vater im Himmel verdarb.
Und auf dem Weg der Arbeit ist zu deuten: Wenn der Mensch etwas genießt und der Mensch dafür preist, so gibt es hier eine Angelegenheit der Erneuerung des Glaubens, das heißt, dass der Mensch zur Zeit des Segens glauben muss, dass der Schöpfer ihm den Genuss gegeben hat, was in die Stufe Seines Verlangens fällt, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Deshalb ist auch in den körperlichen Genüssen dort die Wonne eingekleidet, die der Schöpfer den Geschöpfen geben will, denn nur der Schöpfer belebt alles, wie geschrieben steht: „Und Du belebst sie alle.“ Doch solange der Mensch nicht würdig ist zu spüren, wer sein Versorger ist, kleidet sich der Schöpfer in körperliche Gewänder, das heißt, nur in die niederen Gewänder, an denen auch die Lebewesen Genuss empfinden können, und auch der Stufe des Sprechenden ist es gegeben, an ihnen Genuss zu empfinden.
Und aus diesen körperlichen Genüssen, an denen der Mensch Genuss und Wonne empfindet wie die Lebewesen, gibt es Raum für die Wahl. Das heißt: Hier gibt es Raum zu sagen, dass alle Genüsse, die in diesen Gewändern sind, Natur seien. Das bedeutet, dass sie sagen, es gebe keinerlei Lenker der Natur. Und daraus kommt, dass alle Weltlichen nicht glauben wollen, dass es einen Lenker der Natur gibt, denn sie haben klare Beweise innerhalb des Verstandes, dass es so ist, wie sie sagen.
Und es gibt Gläubige, die sagen, dass sie über dem Verstand gehen. Das heißt: Obwohl man von Seiten des Verstandes sagen müsste, dass alles nur Natur ist, sind sie dennoch Gläubige und haben den Glauben an die Weisen (Emunat Chachamim), die sagen, dass es einen Schöpfer gibt, der das Gute lenkt. Es zeigt sich also, dass die Tatsache, dass der Schöpfer sich in körperliche Genüsse kleidet und sie Genuss und Wonne empfangen, ihnen genügt, um ein glückliches Leben zu führen, und sie haben keinerlei Bedürfnis zu wissen, ob es einen Lenker der Natur gibt. Denn was würde uns das in den Genüssen hinzufügen? Vielmehr wollen sie die Genüsse durch eine Vielzahl von Gewändern mehren.
Zum Beispiel mehr Geld zu mehren, mehr Ehre, und den Körper mehr mit Essen und Trinken zu füllen, und dergleichen. Und der Grund, warum sie kein Bedürfnis haben zu suchen, ob es vielleicht doch einen Lenker der Natur gibt, geht aus dem Prinzip „Denn dem Knecht ist die Herrenlosigkeit angenehm“ hervor, dessen Bedeutung ist, wie unsere Weisen sagten, dass kein Mensch irgendeine Unterwerfung unter irgendwen auf sich nehmen will, sondern der Mensch frei leben und keinem Menschen unterworfen sein will. Es zeigt sich also: Wenn der Mensch danach suchte, Mittel zu finden, um zu wissen, dass es einen Lenker der Natur gibt, dann zeigt sich: Nähme er die Ansicht an, dass es einen Lenker gibt, so wäre er ja gezwungen, die Befehle des Lenkers zu erfüllen, und müsste sagen, dass es Lohn und Strafe gibt. Wenn dem so ist, ist es besser zu sagen, dass die Natur ohne Lenker ist, und so kann er ein herrenloses Leben führen. Aus dem Gesagten folgt: Dass uns das Gute und die Wonne in Tora und Mizwot verborgen sind, geschah mit Absicht, damit es Raum für die Wahl gebe, weil man bei Tora und Mizwot nicht sagen kann, dass es keinen Lenker gibt, denn wer ist es, der Tora und Mizwot gibt?
Wer aber ist es, der erweckt, die Wahl zu treffen und zu glauben, dass es einen Lenker der Natur gibt? Es geschieht, wenn der Mensch bei sich Rechenschaft ablegt, dass es nicht sein kann, dass ein Mensch, der die Stufe des Sprechenden ist, dasselbe Lebensniveau hat wie die Lebewesen. Das heißt: Sie können sich nicht damit abfinden, zu sagen, dass sie in ihrem Leben keine wichtigere Aufgabe haben als die Lebewesen, und beginnen, für sich nach dem Lebensziel zu suchen.
Wie unsere Weisen über Abraham sagten, der fragte: „Gibt es denn einen Palast ohne Lenker?“ Sofort offenbarte sich ihm der Herr des Palastes und sagte zu ihm: „Ich bin der Herr des Palastes.“ Das heißt: Er sah einen Palast in Flammen, nämlich er sah, dass die ganze Welt, die „Palast“ genannt wird, alle Leiden erträgt. Darüber sagte er: Gibt es denn einen Palast ohne Lenker? Gewiss ist die Natur, die die Welt peinigt, nicht ohne Lenker der Natur. Und er begann, den Lenker zu suchen. Sofort offenbarte sich ihm der Lenker und sagte zu ihm: Ich bin der Hausherr der Welt.
Wir sehen, dass es eine Erweckung von Seiten des Unteren geben muss: Er will wissen und spüren, dass es einen Lenker der Natur gibt, sehnt sich danach, an Ihn zu haften, und tut, was in seiner Kraft steht. Zwar fällt es ihm schwer, innerhalb des Verstandes zu sehen, dass der Lenker der Natur auf der Stufe des Guten und Gutestuenden ist – denn er sieht, wie ihm selbst Gutes und Wonne fehlen, und wenn er auf die Welt blickt, sieht er, dass die ganze Welt in Leid und Armut ist, sowohl im Körperlichen als auch im Spirituellen. Dennoch muss er im Glauben über dem Verstand glauben, dass der Schöpfer es ist, der die Welt lenkt und der ganzen Welt nur Gutes gibt.
Wie mein Vater und Lehrer sagt (Buch „Shamati“, Artikel 1): dass der Mensch über dem Verstand glauben muss, dass der Schöpfer die Welt in persönlicher Vorsehung (Hashgacha Pratit) auf der Stufe des Guten und Gutestuenden lenkt. Und obwohl er innerhalb des Verstandes das Gegenteil sieht, muss er sagen: „Augen haben sie und sehen nicht“; denn solange der Mensch noch nicht gewürdigt wurde, in die Herrschaft des Schöpfers einzutreten und seine eigene Herrschaft zu annullieren, kann der Mensch die Wahrheit nicht sehen.
Nach dem Gesagten sehen wir, dass der Mensch, wenn er in dieser Welt genießt – das heißt im Verlangen, Genuss für sich selbst zu empfangen –, obwohl dieses Verlangen von Seiten des Schöpfers kommt, das heißt, dass dies allein der Wille des Schöpfers war, dass die Geschöpfe alles Gute genießen –, es zeigt sich also: Wenn der Mensch genießt, erfüllt er den Willen des Schöpfers.
Wenn dem so ist, warum muss er dann den Schöpfer preisen? War die Absicht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, etwa aus dem Grund, dass es dem Schöpfer fehlte, dass man Ihn preist? Denn die Angelegenheit des Segens ist, dass man den Geber segnet, damit Segen in all seine Werke komme.
Und man muss fragen: Hat der Schöpfer es etwa nötig, dass man Ihm Segen und Erfolg wünscht? Das gilt nur bei den Geschöpfen, die von sich aus schwach sind und deshalb Segen und Erfolg brauchen für das, was sie durch ihrer Hände Werk nicht erreichen können, weil ihnen die Kraft fehlt. Und wie könnte man dies vom Schöpfer sagen?
Doch wie wir gelernt haben, gab es von Seiten der Korrektur der Schöpfung die Angelegenheit von Zimzum und Verhüllung, damit es einen Raum gebe, in dem die Unteren empfangen können, und es zur Zeit des Empfangens der Genüsse nicht zu einer Stufe der Scham komme. Und in dieser Angelegenheit ist es uns gegeben, zwei Dinge zu unterscheiden:
1. die Handlung, nämlich dass der Mensch Genuss empfängt;
2. die Absicht, nämlich der Grund. Das heißt: Wer ist es, der ihn dazu verpflichtet, den Genuss zu empfangen, der „Handlung“ genannt wird? Dann kommt der Mensch dazu, eine Selbstprüfung (Cheshbon haNefesh) zu machen, um zu sehen, wer und was ihm den Genuss verursacht, an dem er sich erfreut. Und er sieht, dass jeder Genuss von der Sehnsucht nach der Sache abhängt. Und das schreiben wir unserer Natur zu, das heißt, dass der Schöpfer uns ein Verlangen und eine Sehnsucht gab, Genuss aus irgendeiner Sache zu empfangen, aus der wir Genuss schöpfen können. Und wenn der Mensch eine Selbstprüfung macht, sieht er, dass er dadurch zur Trennung vom Schöpfer gelangt. Das heißt, er sieht, dass er durch dieses Empfangen eine Entfernung von der Arbeit für den Schöpfer empfängt, wegen der Verschiedenheit der Form. Und er ist gezwungen, dadurch eine Annäherung an die Körperlichkeit zu empfangen, wobei die eigentliche Bedeutung der Körperlichkeit ist, dass er es auf sich nimmt, zum eigenen Nutzen zu arbeiten – denn der Mensch wird „Materie“ genannt –, und nicht zum Nutzen des Schöpfers, der auf der Stufe des „Spirituellen“ gilt. Und deshalb muss der Mensch bei der Handlung des Genusses eine Absicht fassen:
1. dass er glaube, dass dieser Genuss, den er empfangen hat, von Seiten des Schöpfers kommt und nicht von Seiten einer anderen Kraft;
2. dass er eine Absicht um des Gebens willen mache und sage: Weil der Schöpfer will, dass die Geschöpfe Wonne empfangen, deshalb erfüllt er den Willen des Schöpfers; andernfalls, wenn er nicht zum Wohl des Schöpfers ausrichten kann, ist er bereit, auf diesen Genuss zu verzichten.
Aber das ist eine Arbeit, zu der man nicht auf einmal gelangt. Und dies wird „den Schöpfer preisen“ genannt. Das heißt: Durch die Arbeit des Gebens gilt es, dass der Mensch dem Schöpfer Gefäße gibt, sodass Er die Möglichkeit habe, dem Menschen Wonne zu geben. Denn der Zimzum, der darin bestand, nicht in die Gefäße des Empfangens zu geben, wird nun zu einer Wirklichkeit, in der der Schöpfer doch geben kann, weil der Zimzum von ihnen wich – weil er nun nicht zum eigenen Nutzen empfängt, sondern zum Nutzen des Schöpfers.
Deshalb kann man nun sagen, dass der Mensch, der einen Segen spricht – nämlich der zur Zeit des Empfangens des Genusses ausrichtet, dass sein Genuss darin besteht, dass er den Willen des Schöpfers erfüllt, der Seinen Geschöpfen Gutes tun will –, dies wird „Segen geben in die Werke der Hände des Schöpfers“ genannt. Das heißt: Weil das Werk der Hände des Schöpfers ist, den Geschöpfen zu geben, gibt es dadurch, dass er um des Gebens willen ausrichtet, eine Kraft oben, den Unteren zu geben, weil sich die Unteren nun durch das Empfangen nicht entfernen. Im Gegenteil, nun ist erkennbar, dass sie am Schöpfer haften. Und der Beweis dafür ist, dass die Fülle sich in die zum Empfangen geeigneten Gefäße ausbreiten kann, denn die Gefäße werden in der Heiligkeit bleiben. Es zeigt sich also, dass er durch den Segen die Ausbreitung der Fülle zu den Unteren bewirkt.
Und damit verstehen wir, was wir gefragt haben: Worin die Schwere der Angelegenheit des Segens liegt. Wie es scheint, richtet er mehr Schaden an als bei den übrigen Übertretungen. Und nach dem Gesagten ist die Angelegenheit des Segens eine Angelegenheit der Vorbereitung der Gefäße, damit der Schöpfer die Möglichkeit habe, den Unteren Gutes und Wonne zu geben, und diese Fülle nicht zu ihrem Schaden gereiche. Das heißt: dass sie sich nicht durch das Empfangen von Gutem und Wonne von Ihm entfernen, wegen der Verschiedenheit der Form. Denn bekanntlich bewirkt die Verschiedenheit der Form eine Entfernung vom Schöpfer.
Es zeigt sich also: Wer für den Genuss keinen Segen spricht, das heißt, wer nicht ausrichtet, dass es um des Gebens willen sei, der bewirkt die Verhinderung der Fülle von oben. Es zeigt sich also, dass er gleichsam bewirkt, dass der Schöpfer nicht die Fähigkeit hat, das Schöpfungsziel zu verwirklichen, das darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.
Und dies ist, wie oben, dass im Menschen zwei Handlungen vorhanden sind:
1. die, die von Seiten des Schöpfers kommt, nämlich das Verlangen und die Begierde nach den Genüssen;
2. die Handlung, die wir dem Geschöpf zuschreiben, nämlich die Absicht um des Gebens willen, die man dem Unteren zuschreibt, der um des Gebens willen ausrichten muss.
Demnach zeigt sich, dass es zwei Bedingungen gibt, damit das Kli geeignet sei, die Fülle zu empfangen, und in der Anhaftung bleibe zur Zeit des Empfangens der Fülle, wie oben: die Handlung und die Absicht. Und hier ist eine Stufe der Partnerschaft beim Bewirken der Vollkommenheit des Kli zu unterscheiden:
1. der Schöpfer;
2. die Geschöpfe.
Und dies ist, wie im Sohar geschrieben steht (Einführung in das Buch Sohar, Blatt 79, und im Sulam Punkt 67), und dies sind seine Worte: „‚Und zu Zion zu sagen: Du bist Mein Volk.‘ Lies nicht ‚Du bist Mein Volk (Ami)‘ mit offenem Ajin (Patach), sondern ‚Du bist mit Mir (Imi)‘, mit gepresstem Ajin (Chirik), was bedeutet: mit Mir Partner zu sein. So wie Ich Himmel und Erde mit Meinen Worten machte, wie es heißt ‚Durch das Wort des Ewigen wurden die Himmel gemacht‘, so machtest auch du mit deinen Worten der Weisheit einen neuen Himmel und eine neue Erde. Wohl denen, die sich in der Tora mühen.“ Das bedeutet: Durch die Tora, deren Leuchten ihn zum Guten zurückführt, kann man zur Stufe der Aufhebung der eigenen Herrschaft gelangen. Und alles, was der Mensch tut, wird ganz darauf gerichtet sein, seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten.
Aus dem Gesagten folgt: Wenn der Mensch seinen Teil am Kli nicht gibt, der der zweite Teil ist, der „Verlangen zu geben“ genannt wird, so bewirkt er damit, dass die Fülle, die durch die Handlung des Unteren zu den Unteren gelangen soll, sich seinetwegen aufhält, weil er die Absicht nicht gibt. Das heißt: Dadurch, dass er den Segen nicht gegeben hat, fehlt die Verbindung zwischen Oberem und Unterem, denn der Obere ist der Gebende und der Untere ist der Empfangende. Wenn dem so ist, gibt es zwischen ihnen eine Verschiedenheit der Form, und sie haben keine Anhaftung – wie kann dann die Fülle zum Unteren kommen?
Wenn es daher eine verbindende Stufe gibt, das heißt, dass auch der Untere ein Gebender sein will wie der Obere, dann kann die Fülle schon zum Unteren gelangen, wegen der Verbindung, die zwischen ihnen besteht. Gibt es diese Verbindung hingegen nicht, so gleicht es dem, als hätte er die Nahrung geraubt, die sein Vater und seine Mutter den Kindern geben sollen – dieser Mensch hat geraubt, und die Kinder haben nichts, wovon sie leben können.
Das heißt: Wer genoss und keinen Segen sprach, nämlich die Absicht zum Nutzen des Schöpfers nicht gab, der nahm deshalb den Genuss, der die Stufe des Empfangens ist, und übergab ihn der Sitra Achra (der anderen Seite), die alles, was Stufe des Empfangens um des Empfangens willen ist, nimmt und sich davon nährt. Das bedeutet: Anstatt dass durch den Segen, hätte er um des Gebens willen ausgerichtet, die Heiligkeit sich davon genährt hätte – das heißt, dass dadurch Fülle in den Welten der Heiligkeit hinzugefügt worden wäre –, gab er durch die Handlung ohne Absicht den Klipot (Schalen) Kraft.
Und man darf nicht fragen, was die Bedeutung davon ist, dass er die Welt verdarb, wo er doch seine eigene Stufe nicht verdorben hat. Und welche Verbindung er zur ganzen Welt hat – das ist zu deuten, wie unsere Weisen sagten (Kidushin 40b): „Rabbi Elasar bar Rabbi Shimon sagt: Weil die Welt nach ihrer Mehrheit gerichtet wird und der Einzelne nach seiner Mehrheit gerichtet wird, so hat einer, der eine Mizwa erfüllt – wohl ihm! –, sich selbst und die ganze Welt auf die Waagschale des Verdienstes geneigt. Hat er eine Übertretung begangen – wehe ihm! –, so hat er sich selbst und die ganze Welt auf die Waagschale der Schuld geneigt.“
Wir sehen, dass ein einzelner Mensch durch seine Schuld die Nahrung raubt, die zur ganzen Welt gelangen soll. Deshalb beraubt derjenige, der keinen Segen spricht, seinen Vater und seine Mutter. Das heißt: Die Fülle, die sie ihm geben sollen, und das, was sein Vater und seine Mutter der ganzen Welt geben sollen, das hält er ihnen vor. Es zeigt sich also, dass er die Welt gegenüber ihrem Vater im Himmel verdarb.
Das bedeutet: Das, was ihr Vater im Himmel der ganzen Welt an Fülle und Nahrung geben sollte, diese Kraft raubte er, die er empfangen sollte, damit Heiligkeit in der ganzen Welt hinzugefügt werde. Und er übergab diese Kraft der Sitra Achra. Denn durch jede Stufe von „Empfangen um des Empfangens willen“, die die Unteren tun, entstand daraus ein Zuwachs an Kraft für die Sitra Achra. Und durch jede Absicht auf die Handlung, mit der man um des Gebens willen ausrichtet, bewirkt man einen Zuwachs an Fülle in der Heiligkeit.
Nach dem Gesagten ist uns die Angelegenheit der Schwere von „wer in dieser Welt genießt und für den Genuss keinen Segen gegeben hat“ verständlich. Nämlich wie oben: dass es die Absicht ist, denn nur durch den Segen wird Fülle in allen Welten hinzugefügt, und Fülle gelangt zur ganzen Welt.
Aus dem Gesagten folgt: Wenn die Absicht des Menschen nur ist, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, und nicht zum eigenen Nutzen, dann blickt er nicht auf die Größe des Genusses, sondern blickt nur auf die Größe der Sehnsucht, mit der er dem Schöpfer Freude bereiten will. Denn durch die Sehnsucht, dem Schöpfer Freude zu bereiten, bewirkt er eine Stufe der Gleichheit der Form in der Wurzel seiner Seele. Und das bewirkt, dass Fülle in größerem Maß herabgezogen wird. Denn der Obere will mehr geben, als der Untere empfangen will – es fehlen nur Gefäße des Gebens. Es zeigt sich also: Dadurch, dass er sich in der Stufe des Gebens überwindet, wird von selbst reichlich Fülle herabgezogen. Deshalb soll man nicht darum bitten, dass man große Lichter habe, sondern sich nur bemühen, dass man große Gefäße habe, nämlich Gefäße des Gebens.
Und dies ist, wie wir oben gedeutet haben, dass unsere Weisen sagten: „Was bedeutet, was geschrieben steht: ‚Denn das ist der ganze Mensch‘?“ Und er antwortet: „Rabbi sagte: Die ganze Welt wurde einzig und allein um dessentwillen erschaffen“, nämlich um der Ehrfurcht vor dem Himmel willen. Wie geschrieben steht: „Was fordert der Ewige, dein Gott, von dir, als nur Ehrfurcht?“ Und die Angelegenheit der Ehrfurcht ist, wie er im Sulam sagt, dass er sich fürchtet, er könne vielleicht dem Schöpfer nicht geben. „Und das ist der ganze Mensch.“ Das ist alles, was der Mensch zu tun hat, nämlich sich Gefäße des Gebens zu verschaffen, und das Übrige, nämlich die Lichter, gibt der Schöpfer. Und das ist „Alles ist in den Händen des Himmels, außer der Ehrfurcht vor dem Himmel.“
korrOp, EY, 16.7.2026, Ver3