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1988/28 Was bedeutet es, dass seine Führung verhüllt und enthüllt ist?

Im Midrash Rabba zu Ruth (Kapitel 2:11) wird gefragt, und dies sind seine Worte: „Ein Vers sagt: ‚Denn der Ewige verstößt Sein Volk nicht und verlässt Sein Erbe nicht.‘ Und ein anderer Vers sagt: ‚Denn der Ewige verstößt Sein Volk nicht um Seines großen Namens willen.‘ Rabbi Shmuel bar Nachmani sagte: ‚Manchmal handelt Er um Seines Volkes und Seines Erbes willen, und manchmal handelt Er um Seines großen Namens willen.‘ Rabbi Iwi sagte: ‚Wenn Israel würdig ist, um Seines Volkes und Seines Erbes willen; und wenn Israel nicht würdig ist, um Seines großen Namens willen.‘ Und die Rabbanan sagten: ‚Im Land Israel um Seines Volkes und Seines Erbes willen, außerhalb des Landes um Seines großen Namens willen, wie gesagt ist: ‚Um Meinetwillen, um Meinetwillen will Ich es tun.‘‘“ So weit seine Worte.

Man muss verstehen, was die Bedeutung von „Seinem großen Namen“ ist und was die Bedeutung von „Seinem Volk und Seinem Erbe“ ist. Ebenso muss man verstehen, was der Unterschied ist zwischen „außerhalb des Landes“, das „Seinem großen Namen“ zugeordnet wird, und „dem Land Israel“, das um „Seines Volkes und Seines Erbes“ willen ist.

Es ist uns gegeben, an Seine Führung zu glauben, dass Er die Welt in der Eigenschaft des Guten, der Gutes tut, führt. Das ist etwas, das wir glauben müssen: dass das Schöpfungsziel darin bestand, dass Sein Verlangen es war, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und wir müssen glauben, auch wenn wir Leiden empfinden – also das, was die Führung uns zu fühlen schickt –, dennoch müssen wir glauben, dass die Strafen, die wir empfangen, weil wir die Mizwot des Schöpfers nicht erfüllen, die der Schöpfer uns geboten hat, dass diese Strafen keine Sache von Rache und Nachtragen sind, wie es bei Fleisch und Blut der Fall ist, der einen anderen bestraft, weil wir seine Ehre verletzt und nicht auf die Stimme seiner Befehle gehört haben, sondern hier geht es um eine Sache der Korrektur.

Das bedeutet: Das Leid, das der Mensch empfängt, weil er die Mizwot des Schöpfers nicht gehalten hat – denn da die Gabe von Tora und Mizwot zum Wohl des Menschen geschieht, sodass er durch sie Kelim (Gefäße) empfängt, die geeignet sind, das Gute und den Genuss zu empfangen, das der Schöpfer für die Geschöpfe bereitet hat. Wenn der Mensch also Tora und Mizwot nicht erfüllt, dann fehlen ihm diese Kelim; deshalb schickt der Schöpfer ihm Leid, damit er Tora und Mizwot auf sich nimmt. Und dies ist im Sinne dessen, was mein Vater und Lehrer sagte: Man muss glauben, dass die Sünde die Strafe ist und die Strafe die Korrektur. Und dies ist das Gegenteil der auf der Straße verbreiteten Ansicht.

Und dies ist so, wie es Nachmanides sagt (angeführt im Talmud Esser haSefirot, Teil 1, in der Inneren Betrachtung, Punkt 1), und dies sind seine Worte. Und so hat uns Nachmanides die Sache Seiner Einheit erklärt, im Geheimnis von „Eins, Einzig und Vereint“. Und dies sind seine Worte: „Es gibt einen Unterschied zwischen Eins, Einzig und Vereint. Der Name, der sich entfaltet, wird, wenn Er Sich vereinigt, um mit einer einzigen Kraft zu wirken, ‚Vereint‘ genannt. Und wenn Er Sich aufteilt, um Sein Wirken zu vollbringen, wird jeder Teil von Ihm ‚Einzig‘ genannt. Und wenn Er in einem einzigen Gleichmaß ist, wird Er ‚Eins‘ genannt.“

Erklärung: „Er vereinigt Sich, um mit einer einzigen Kraft zu wirken“ – das heißt, dass Er wirkt, um Gutes zu tun, wie es Seiner Einheit gebührt, und es gibt keinerlei Veränderung in Seinen Handlungen. „Und wenn Er Sich aufteilt, um Sein Wirken zu vollbringen“ – das heißt, dass Seine Handlungen voneinander verschieden sind, und es scheint, als wirke Er Gutes und wirke Böses, dann wird Er „Einzig“ genannt, weil alle Seine verschiedenen Handlungen ein einziges Ergebnis haben: Gutes zu tun. Und so zeigt sich, dass Er einzig ist in jeder einzelnen Handlung und Sich durch Seine verschiedenen Handlungen nicht verändert. „Und wenn Er in einem einzigen Gleichmaß ist, wird Er ‚Eins‘ genannt“ – das heißt, „Eins“ deutet auf Sein Wesen hin.

Ebenda heißt es weiter, und dies sind seine Worte: „‚Eins‘ deutet darauf hin, dass Er in einem einzigen Gleichmaß ist. ‚Einzig‘ deutet darauf hin, dass auch all diese Vielheiten bei Ihm in der Gestalt des Einzigen sind, wie Sein Wesen. Und ‚Vereint‘ deutet darauf hin, dass Er zwar die Vielheit der Handlungen wirkt, doch eine einzige Kraft wirkt all diese, und sie alle kehren wieder zurück und vereinigen sich in der Gestalt des Einzigen.“

Wir sehen, dass die gesamte Führung in Gestalt von Korrekturen geschieht. Und obwohl es schwer ist, dies zu verstehen, müssen wir den Glauben an die Weisen (Emunat Chachamim) auf uns nehmen, was „mündliche Tora“ genannt wird. Das heißt, man muss glauben, was sie uns sagen, was zu tun und was zu glauben ist, und man muss ihren Ansichten mit geschlossenen Augen folgen, ohne Kritik, weil unser Verstand die Wege Seiner Führung nicht verstehen kann; vielmehr muss alles im Glauben über dem Verstand sein, denn gerade dadurch gelangt man danach zum Guten und zum Genuss, da wir den Wegen der Weisen folgen, die für uns festgelegt haben, auf welche Art und Weise wir gehen sollen, und nicht so, wie unser Verstand es versteht.

Und gerade auf diesem Weg über dem Verstand gelangt man danach zur Empfindung in den Gliedern, dass der Schöpfer die Welt in der Eigenschaft des Guten, der Gutes tut, führt. Und dann muss man nicht mehr glauben, denn man hat es bereits verdient, dies zu empfinden. Und dann bezeugt man selbst über die Erschaffung der Welt, dass sie der Absicht entsprach, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

Und wir müssen glauben, dass der Schöpfer die Welt in der Eigenschaft von Elokim (Gott) führt, die „Natur“ (Teva) genannt wird, wie geschrieben steht, dass „die Natur“ im Zahlenwert gleich Elokim ist, was die Eigenschaft des Gerichts ist – denn Elokim ist die Eigenschaft des Gerichts, und HaWaYaH ist die Eigenschaft der Barmherzigkeit. Deshalb sagt die Gesamtheit der Welt, die nicht an den Schöpfer glaubt, dass die Führung der Welt der Eigenschaft der Natur folgt, dass die Natur die Sache der Weltführung bestimmt. Sie sagen jedoch nicht, dass die Natur Elokim ist, sondern dass es Natur ist, ohne jeden Führer. Und von dieser Natur, die der Schöpfer in der Eigenschaft des Gerichts erschuf, sehen wir, dass es im Gericht kein Erbarmen gibt, da die Natur kein Wesen mit Verstand ist, sodass die Möglichkeit bestünde, von ihr Erbarmen zu erbitten, sie möge uns nicht so sehr bestrafen, weil wir so schwach sind, dass keine Kraft in unserer Hand ist, ihre Befehle zu halten.

Und hierauf kommt die Antwort: „Es gibt kein Erbarmen im Gericht.“ Nehmen wir zum Beispiel jemanden, der seinen Nächsten ins Wasser geworfen hat, und das Wasser will ihn ertränken; da sagt er zum Wasser: „Was bin ich schuld, dass mein Nächster mich in deinen Bereich geworfen hat? Deshalb bitte ich dich, dass du dich meiner erbarmst, da ich der Vater einer großen, kinderreichen Familie bin und es niemanden gibt, der für sie sorgt; deshalb erlasse mir, dass ich in dein Gebiet eingedrungen bin.“ Die Antwort lautet: „Es gibt kein Erbarmen im Gericht“ für den, der die Gesetze der Natur übertritt, die die Eigenschaft von Elokim ist, die die Eigenschaft des Gerichts ist, was so ist, wie geschrieben steht: „Das Gericht durchbohre den Berg.“ Und nur jene Menschen, die glauben, dass die Natur Elokim ist – das heißt, dass es jemanden gibt, der die Natur führt –, bei denen kann durch das Gebet eine Veränderung in der Natur geschehen, weil es einen Hausherrn über der Natur gibt, und folglich kann Er die Natur verändern.

Und so, wie es angeführt wird (Taanit 25a), dass Rabbi Chanina ben Dosa am Vorabend des Shabbat (Sabbat) seine Tochter sah, dass sie traurig war. Er sagte zu ihr: „Meine Tochter, warum bist du traurig?“ Sie sagte zu ihm: „Ich habe das Gefäß mit dem Öl (ein Gefäß, in dem Öl ist) mit dem Gefäß mit dem Essig (ein Gefäß, in dem Essig ist) vertauscht und ihn in die Lampe gegeben (und ich habe den Essig in die Lampe getan, und die Lampe wird erlöschen, und es wird am Shabbat Finsternis sein).“ Er sagte zu ihr: „Wer dem Öl gesagt hat, dass es brenne, der wird dem Essig sagen, dass er brenne.“

Wir sehen, dass derjenige, der glaubt, dass die Natur einen Hausherrn hat, die Natur verändern kann. Deshalb verändert bei jenen Gerechten, bei denen die Natur die Eigenschaft von Elokim ist – das heißt, dass der Schöpfer der Hausherr über die Natur ist –, der Schöpfer durch ihr Gebet die Natur um ihretwillen. Und dies ist die Sache, dass wir zum Schöpfer beten, dass Er uns helfe, die Natur zu verändern. Das heißt, dass auch dann, wenn von der Natur her alle Ärzte diesen Menschen aufgegeben haben, sodass er von der Medizin her keinerlei Aussicht hat, von dieser Krankheit aufzustehen, der Schöpfer dennoch heilen und die Natur verändern kann.

Und so, wie geschrieben steht (Berachot 10): „Selbst wenn einem Menschen ein scharfes Schwert an der Kehle liegt, soll er sich nicht des Erbarmens enthalten.“ Obwohl es von der Natur her die Eigenschaft des Gerichts ist und es ihn gewiss töten wird, soll sich dennoch ein Jude, der glaubt, dass es jemanden gibt, der die Natur führt, und dass Er die Eigenschaft des Erbarmens ist, die „HaWaYaH“ genannt wird – deshalb sagten sie: er soll sich nicht des Erbarmens enthalten –, denn dies ist es, was geschrieben steht: „HaWaYaH ist Elokim.“ Anders verhält es sich bei jenen Menschen, die sagen, dass die Natur ohne Hausherrn ist und es niemanden gibt, der sie führt; bei ihnen gibt es gewiss kein Erbarmen im Gericht. Deshalb haben sie keinerlei Klagen gegen die Natur, da es niemanden gibt, gegen den man zürnen könnte; sie ist ja kein Wesen mit Verstand, sodass es eine Möglichkeit gäbe, zu ihr zu sprechen und von ihr Erbarmen zu erbitten.

Und dies gleicht einem alten Brauch: Bevor man die Verkehrsschilder erfand, die den Verkehr der Fahrzeuge regeln, war es so geordnet, dass ein Polizist dastand und den Verkehr lenkte. Und damals gab es viele Menschen, die in Zorn waren und voller Klagen gegen die Polizisten, dass sie nicht in Ordnung seien, dass sie nicht auf die Reihenfolge achteten; wenn manchmal ein Mensch kam, um den Polizisten zu bitten, ihm einen Gefallen zu tun, weil er etwa einen Kranken zu Hause hatte und dergleichen, oder eine Protektion und dergleichen, da veränderte der Polizist die Ordnung nach seinem Gutdünken. Da dachte jeder, der Polizist sei nicht in Ordnung, und es gab viele Menschen, die zufrieden waren, und viele nicht.

Anders ist es in unseren Tagen, da der Verkehrsregler in der Eigenschaft des Unbelebten (Domem) gemacht wurde, ohne Verstand. Nun nimmt jeder Einzelne das Urteil des Verkehrsschilds (der Ampel) auf sich, und keiner wird über sie zürnen und keiner wird zu ihr beten, dass sie ihm einen Gefallen tue. Zum Beispiel kommt es manchmal vor, dass der Krankenwagen mit einem Kranken fährt und er aus Gründen der Lebensrettung ins Krankenhaus muss; da spricht er nicht zum Verkehrsschild, das der Natur gleicht, „das die Führung der Schöpfung ordnet“, dass es ihn durchlassen möge, denn es gleicht der Natur, die die Eigenschaft des Gerichts ist, und es gibt kein Erbarmen im Gericht.

Und mit dem Gesagten werden wir verstehen, dass der Schöpfer, der wollte, dass die körperliche Welt bestehe und dass das Fortbestehen der Art sei und dass die Fortführung der Generationen eine nach der anderen geschehe, und dass es nicht in der Hand des Menschen liege, durch eine Wahl die Ordnung des Weltbestandes zu verderben, deshalb die Welt in der Eigenschaft der Natur erschuf. Und obwohl Er in der Ordnung der Führung nicht offenbart ist und alle denken, dass es keinen Hausherrn in der Welt gibt, sondern dass der Mensch alles tut, was ihm in den Sinn kommt – denn zu der Zeit, in der man nicht weiß, dass es einen Hausherrn gibt, der über die Welt wacht, tut deshalb jeder, was in seinen Augen recht ist, und man kann die Welt verderben –, was tat Er? Er ging hin und offenbarte Belohnung und Strafe. Das heißt, jeder, der die Gesetze der Natur, die Er geschaffen hat, übertreten will, wird auf der Stelle die Strafe empfangen; und wenn sie die Gesetze der Natur halten, werden sie Belohnung für ihre Arbeit empfangen, was „offenbarte Belohnung und Strafe“ genannt wird.

Deshalb ist es in der körperlichen Welt aufgrund der Korrektur, die „Gleichheit der Form“ (Hishtawut HaZura) genannt wird, verboten, zum eigenen Nutzen zu empfangen. Vielmehr ist es so, wie geschrieben steht (Awot, Kapitel 2:17): „Und all deine Taten sollen um des Himmels willen sein.“ Und der allergrößte Genuss ist der, wenn der Mensch empfindet, dass er im Palast des Königs steht und mit dem König spricht. Da aber jedes Empfangen von Genuss zum Nutzen des Schöpfers und nicht zum eigenen Nutzen sein muss, muss der Mensch beim Empfangen des Genusses darauf ausrichten, dass er nur deshalb empfängt, weil der Schöpfer will, dass die Geschöpfe genießen, dass er selbst aber fähig ist, auf den Genuss zu verzichten. Und es ist bekannt, dass ein besonders großer Genuss schwerer aufzugeben ist. Wäre der Schöpfer nun offenbart und müsste man nicht an Ihn glauben, gäbe es deshalb keinerlei Möglichkeit, dass der Mensch die Fähigkeit hätte, sich auf das Geben um des Gebens willen auszurichten. Denn der Mensch kann auf keine Weise sagen, dass wir, wenn es nicht das Verlangen des Schöpfers wäre, dass wir Ihm nahe seien und Ihn spüren, während wir zu Ihm sprechen, auf den Genuss aus dieser Begegnung verzichten würden.

Deshalb wurde aus diesem Grund eine Verhüllung gemacht, damit es einen Raum für die Wahl gebe – das heißt, dass wir glauben müssen, dass „die ganze Erde voll Seiner Herrlichkeit ist“. Und bevor der Mensch Kelim des Gebens verdient, ist der Mensch nicht in der Lage, einen beständigen Glauben zu haben, wie es in der „Einführung in das Buch Sohar“ heißt (Blatt 138, beim Stichwort „Denn das Gesetz“). Und aus diesem Grund gibt es einen Zimzum (Einschränkung) und eine Verhüllung über dem Spirituellen. Und damit es kein Verderben in der Welt gebe, sind deshalb Belohnung und Strafe offenbart.

Anders verhielte es sich, wenn Belohnung und Strafe im Spirituellen offenbart wären: Dann gäbe es keine Notwendigkeit, Tora und Mizwot um des Himmels willen zu erfüllen, sondern der zwingende Grund, Tora und Mizwot zu erfüllen, bliebe im lo liShma (nicht um Ihretwillen). Das heißt, dort, wo Belohnung und Strafe offenbart sind, was „offenbarte Führung“ genannt wird, gibt es keine Notwendigkeit, Tora und Mizwot deshalb zu erfüllen, weil der Schöpfer es uns so geboten hat und wir Seinen Willen tun wollen, und nicht aus Gründen von Belohnung und Strafe. Da man Tora und Mizwot aus dem Grund erfüllen soll, „weil Er groß ist und herrscht“ (begin de’ihu raw weshalit), deshalb ist es ein großes Verdienst, wenn wir Seinen Willen tun und Seine Mizwot erfüllen können.

Anders verhielte es sich, wenn Belohnung und Strafe offenbart wären: Dann wäre es uns nicht wichtig, wer uns die Belohnung oder die Strafe gibt. Es zeigt sich: Wäre es so, dann gäbe es keinerlei Wahl von Seiten des Menschen, zur Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer zu gelangen, da er dies nicht nötig hat; denn Belohnung und Strafe leiten den Menschen an, die Gesetze zu halten, wie oben gesagt, denn Belohnung und Strafe gelten als die beiden Beine des Menschen, durch die der Mensch geht und zu dem Ziel voranschreitet, zu dem die Beine ihn führen. Denn von einem Ort, an dem er Leid empfindet, das die Eigenschaft der Strafe ist, flieht er, und zu einem Ort, an dem er empfindet, dass er Vergnügen und Genuss empfangen kann, dorthin läuft er.

Und folglich hat er keinerlei Notwendigkeit zu wissen, wer der Hausherr der Welt ist; denn was nützt es ihm, dass er weiß, dass es einen Führer der Welt gibt, da den Menschen nur das Klären von Genuss und Leid interessiert. Und worin der Mensch mehr Genuss herausholen kann, darin ist er mit Kopf und allem versunken, und alle Erwägungen in seinem Leben drehen sich nur um diese Dinge. Deshalb verbarg der Schöpfer Sich in der Tora, was bedeutet, dass der Mensch dadurch, dass er sich mit der Tora beschäftigt, Ihn finden kann; andernfalls ist Er verborgen.

Es zeigt sich: Für die Gesamtheit der Welt, die keine Beziehung zum Spirituellen hat und vor der es verborgen ist, muss Er die Welt in offenbarter Führung führen, das heißt, dass Belohnung und Strafe offenbart seien. Und folglich werden sie die Ordnungen der Schöpfung nicht verderben – denn der Schöpfer hat die Welt in der Natur erschaffen –, sie, die sagen, dass es hier keinen Hausherrn gibt, sondern dass die Natur, die einem Unbelebten gleicht, die Welt führt. Und zu der Zeit, in der man keinen Hausherrn zu fürchten hat, dann „tut jeder, was in seinen Augen recht ist“, und man kann die Schöpfung verderben; (sondern weil Er) die (ganze Welt) in offenbarter Führung führt, deshalb werden sie folglich alle Bedingungen erfüllen, die die Natur verlangt, andernfalls bestraft die Natur sie. Es zeigt sich, dass Er verborgen sein kann und alle Seinen Willen tun, gemäß dem Er die Welt in der Eigenschaft der Natur ordnete, die „Elokim“, „die Eigenschaft des Gerichts“, genannt wird. Es zeigt sich, dass Er verborgen ist und Belohnung und Strafe offenbart sind.

Anders verhält es sich im Spirituellen, wo Er bei den Unteren offenbart sein will; dann ist die Führung verhüllt, das heißt, dass Belohnung und Strafe nicht offenbart sind. Nur dass der Mensch glauben muss, dass es Belohnung und Strafe gibt. Und warum sind Belohnung und Strafe verborgen? Das ist aus dem Grund, dass Er will, dass sie Ihn suchen – das heißt, dass die Eigenschaft „groß und herrschend“ sie verpflichtet, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen, und nicht die Belohnung, sondern dass alles liShma (um Ihretwillen) sei, das heißt, dass der Schöpfer der Grund ist, dass man sich mit Tora und Mizwot beschäftigt, weil dies Sein Wille ist.

Anders verhält es sich, wenn man beim Tun der Mizwot Belohnung und Strafe empfindet; das wird lo liShma genannt, wie geschrieben steht: „An Seinen Mizwot hat er großes Gefallen“ (Psalm 112:1), was sie auslegten: „an Seinen Mizwot“, und nicht an der Belohnung für Seine Mizwot, sondern sie aus dem Grund zu erfüllen, dass der Schöpfer zu tun geboten hat, und der Mensch will dem Schöpfer Wohlgefallen (Nachat Ruach) bereiten, deshalb erfüllt er Seine Mizwot. Und so, wie dort der RADAK sagt: „‚An Seinen Mizwot hat er großes Gefallen‘ – die Gebots-Mizwot tut er mit dem Gefallen seines Herzens, in der Liebe zu Gott, der ihm geboten hat, sie zu tun. Deshalb sagt er ‚großes‘, das heißt, dass er der Mizwa nachjagt und sich anstrengt, sie mit seiner ganzen Kraft zu tun, mit seinem Körper und seinem Vermögen.“

Und mit dem Gesagten: Dort, wo man will, dass der Schöpfer Selbst beim Menschen offenbart sei, in der Eigenschaft der Anhaftung, dann sind Belohnung und Strafe in einer nicht offenbarten Führung, andernfalls gäbe es kein Bedürfnis nach Ihm, sondern man würde Tora und Mizwot aus Gründen des eigenen Nutzens erfüllen, und daraus würde man Befriedigung in seinem Leben empfangen. Anders verhält es sich dort, wo es nicht die Möglichkeit gibt, dass sie sich dafür interessieren wollen, „ob es einen Führer gibt oder nicht“, was bedeutet, dass die Welt sich nur in körperlichen Dingen bewegt; es zeigt sich, dass der Schöpfer dort verhüllt ist, aus dem Grund, dass sie keinerlei Bedürfnis haben zu wissen, ob es einen Hausherrn und Führer der Welt gibt, sondern sie sagen, dass der Führer die Eigenschaft der Natur ist, wie ein Unbelebtes. Und damit sie die Ordnungen der Natur nicht verderben, was tat der Schöpfer? Er machte dort eine Korrektur an der Natur, und diese Korrektur wird „die offenbarte Belohnung und Strafe“ genannt, was ein vortrefflicher Schutz ist, damit sie die Natur, die der Schöpfer erschaffen hat, nicht verderben.

Deshalb ist zu sagen: Dort, wo der Schöpfer verborgen bleibt, dort sind Belohnung und Strafe offenbart. Und dort, wo der Schöpfer bei den Unteren empfunden werden soll, dann müssen Belohnung und Strafe vor den Unteren verborgen sein.

Und mit dem Gesagten können wir auslegen, was wir gefragt haben: was es bedeutet, dass sie über den Vers „Denn der Ewige verstößt Sein Volk nicht“ sagten, dass es aus zwei Gründen geschieht:

1) um Seines Volkes und Seines Erbes willen,

2) um Seines großen Namens willen.

Und wir fragten, was der Unterschied zwischen ihnen ist. Unsere Weisen (Traktat Sanhedrin 98) legten den Vers „Um Meinetwillen, um Meinetwillen will Ich es tun“ aus: Rabbi Alexandri sagte, Rabbi Jehoshua ben Levi stellte einander gegenüber: „Es steht geschrieben ‚zu ihrer Zeit‘ und es steht geschrieben ‚Ich werde es beschleunigen‘. Sind sie würdig – ‚Ich werde es beschleunigen‘; sind sie nicht würdig – ‚zu ihrer Zeit‘.“ Und man muss auslegen, was „Ich werde es beschleunigen“ ist. Denn wir lernen, dass die Geschöpfe dazu gelangen müssen, das Schöpfungsziel zu verdienen, das darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, und unsere ganze Arbeit besteht darin, uns selbst mit Kelim des Gebens zu korrigieren, denn nur in diese Kelim können sich die höheren Lichter einkleiden, aus dem Grund, dass es eine Gleichheit der Form zwischen dem Licht und dem Kli gebe, was die Korrektur des Zimzum ist, damit es nicht das nehama dichsufa (Brot der Scham) gebe. Es zeigt sich: Es liegt in der Hand des Menschen, dies zu korrigieren.

Und dies wird so genannt, dass man das Empfangen des Ziels, das darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, beschleunigt. Und dies kann man nur durch die Annullierung der eigenen Herrschaft tun. Und nur dann gibt es die Möglichkeit, alles aus dem Grund des Gebens zu empfangen. Daher, wenn der Schöpfer die Fülle gibt, gibt Er sie „Seinem Volk und Seinem Erbe“. Das heißt, alles wird als das Seine bezeichnet, und der Untere hat keinerlei eigene Herrschaft, wie oben gesagt, aus dem Grund, dass er seine eigene Herrschaft annulliert hat; deshalb „verstößt Er nicht“, sondern Er gibt „Seinem Volk und Seinem Erbe“.

Anders verhält es sich, wenn sie „nicht würdig“ sind, das heißt, dass sie ihre Herrschaft nicht annullieren wollen und nicht geeignet sind, die Fülle zu empfangen; das wird „zu ihrer Zeit“ genannt, denn dann handelt der Schöpfer um „Seines großen Namens“ willen, denn der Name des Schöpfers ist der Gute, der Gutes tut. Deshalb gibt Er ihnen aus dem Grund des Guten, der Gutes tut, was „Sein großer Name“ genannt wird.

Und dies ist es, was geschrieben steht: „Und die Rabbanan sagten: ‚Im Land Israel um Seines Volkes und Seines Erbes willen, außerhalb des Landes um Seines großen Namens willen.‘“ Und was ist die Entsprechung in der Arbeit zu „im Land Israel um Seines Volkes und Seines Erbes willen“? Denn „das Land Israel“ in der Arbeit wird die Zeit genannt, in der der Mensch bereits verdient hat, dass alle seine Taten Jashar-El (gerade auf Gott zu) sind und er nichts zum eigenen Nutzen tut. Es zeigt sich: „Der Schöpfer verstößt nicht“, sondern Er gibt ihnen Gutes und Genuss, das ist deshalb, weil sie Kelim des Gebens haben, wie oben gesagt; deshalb werden sie „Sein Volk und Sein Erbe“ genannt, da sie keine eigene Herrschaft haben.

Anders verhält es sich „außerhalb des Landes“, wo sie sich noch nicht „im Land Israel“ befinden, wie oben gesagt, wo ihre Taten noch nicht um des Himmels willen sind, was „Jashar-El“ genannt wird; das ist nur von Seiten des Erwachens von oben (Itaruta deLeila), das „von Seiten des höheren Verlangens“ genannt wird, dessen Ziel Sein Verlangen ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und dies wird „zu ihrer Zeit“ genannt, wie oben gesagt, was „um Seines großen Namens willen“ genannt wird, denn der große Name wird der Name des Schöpfers genannt, der der Gute, der Gutes tut, ist; und „groß“ wird die Eigenschaft Chessed (Gnade) genannt, was bedeutet: Da es Seine Art ist zu geben, deshalb „verstößt der Schöpfer nicht“ – nur von Seiten des Erwachens von oben, da sie von Seiten der Unteren noch nicht würdig sind, dass der Schöpfer ihnen Gutes und Genuss gebe.

Und aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Mensch bei allen Abstiegen, die er in der Arbeit empfängt, an Belohnung und Strafe glauben muss, auch wenn er sie nicht sieht. Vielmehr muss er glauben, dass der Schöpfer ihn nicht verlässt, auch wenn er sich in einer Zeit des Abstiegs befindet. Obwohl dies eine Strafe ist, dadurch, dass der Schöpfer ihn von der Arbeit entfernt – denn dass er keinen Geschmack an der Arbeit hat, ist aus dem Grund, dass der Schöpfer ihn hinausgeworfen hat. Das heißt, der Mensch soll nicht denken, dass er jetzt kein Diener des Schöpfers sein will, sondern der Schöpfer hat kein Gefallen an ihm. Und er soll glauben, dass dies eine Strafe ist. Aber er soll auch glauben, dass dies keine Sache von Rache und Nachtragen ist, sondern dass es Korrekturen sind, durch die er es verdienen wird, aufzusteigen und zum erwünschten Ziel zu gelangen.

korrOp, EY, 16.7.2026, Ver3