1988/20 Was ist die Belohnung in der Arbeit des Gebens?
Unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 2,21): „Wenn du viel Tora gelernt hast, gibt man dir viel Lohn; und treu ist der Herr deines Werkes, dass Er dir den Lohn deines Wirkens zahlt.“ Wir sehen also, dass wir um eines Lohnes willen arbeiten müssen. Mehr noch: Es gibt ein eigenes Gebot, dass wir glauben müssen, der Schöpfer werde uns den Lohn zahlen. Und ebendort, in Kapitel 1, sagten sie geradezu das Gegenteil: „Er pflegte zu sagen: Seid nicht wie Knechte, die dem Meister dienen, um Lohn zu empfangen, sondern seid wie Knechte, die dem Meister dienen, ohne Lohn zu empfangen.“ Und zu verstehen ist, wie diese beiden Aussprüche zugleich bestehen können.
Es ist bekannt, dass jeder Zweig seiner Wurzel gleichen will. Und da unsere Wurzel – der Schöpfer – im Zustand der vollkommenen Ruhe ist, sind die Geschöpfe nicht fähig, irgendeine Bewegung zu machen, es sei denn, die Bewegung verbessere dem Menschen seinen Zustand der Ruhe; andernfalls wählt der Mensch die Ruhe. So heißt es im Talmud Eser Sefirot (Teil 1, Blatt 20, Punkt 19): „Bekanntlich gleicht die Natur jedes Zweiges seiner Wurzel. Darum begehrt der Zweig alles, was in der Wurzel üblich ist, und liebt es; und von allem, was in seiner Wurzel nicht üblich ist, entfernt sich auch der Zweig. Das heißt: Wir lieben die Ruhe und hassen die Bewegung sehr, sodass wir keine Bewegung machen, außer um Ruhe zu erlangen.“
Das bedeutet: Wir machen keine Bewegung, es sei denn, wir wissen, dass diese Bewegung uns die Ruhe verbessert. Das heißt, diese Verbesserung, die wir für die Ruhe empfangen, heißt „Lohn“. Anders gesagt: Wenn wir durch die Bewegung mehr Genuss gewinnen als aus der Ruhe, dann können wir Bewegungen machen; andernfalls bleiben wir im Zustand der Ruhe.
Und was den Lohn betrifft, gibt es einen ausdrücklichen Schrifttext in der Tora: „Wenn ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Mizwot haltet und sie tut, so gebe ich euch eure Regengüsse zur rechten Zeit, und das Land gibt seinen Ertrag.“ Wie also konnten unsere Weisen sagen, man solle ohne Lohn arbeiten – „ohne Lohn zu empfangen“ genannt? Das ist doch geradezu das Gegenteil dessen, was in der Tora steht. Und überdies ist es einer der Grundsätze, dass man an Lohn und Strafe glauben muss. Wie also konnten unsere Weisen sagen, der Mensch solle arbeiten, ohne Lohn zu empfangen?
Doch ist zu verstehen, was unsere Weisen sagten: „Seid wie Knechte, die dem Meister dienen, ohne Lohn zu empfangen“ – was ist der Grund? Es scheint doch dem Ziel der Schöpfung zu widersprechen. Denn das Ziel der Schöpfung ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und zu diesem Zweck hat der Schöpfer die Geschöpfe mit Gefäßen des Empfangens erschaffen – das heißt, dass der Mensch ein Verlangen und ein Sehnen hat, Genuss und Vergnügen zu empfangen.
Warum also muss man auf das Sehnen nach Genuss und Vergnügen verzichten und sich allein bemühen, dem Schöpfer zu geben, statt das Sehnen nach Vergnügen zu erfüllen, das Er selbst uns als solche Natur einprägte? Und wie sagt man uns danach: Nein, obwohl Er uns mit einer Natur zum Empfangen von Vergnügen erschaffen hat, ist es nun dennoch verboten, diese Gefäße zu gebrauchen, die „Verlangen, für sich selbst zu empfangen“ heißen?
Und die Antwort ist: Da jeder Zweig seiner Wurzel gleichen will, wie oben gesagt, und da der Schöpfer der Gebende ist, herrscht dort, wo der Mensch für sich selbst empfangen müsste, die Sache der Scham. Und um die Sache der Scham zu korrigieren, wurde eine Korrektur geschaffen, „Empfangen, um zu geben“ genannt. Demnach ergibt sich: Dass man, wie gesagt, nicht für sich selbst empfangen darf, liegt nicht daran, dass der Genuss verboten wäre, sondern es ist eine Korrektur. Denn wenn der Mensch den Genuss empfängt, ist er, weil er im Augenblick des Empfangens des Vergnügens in einem Formunterschied zum Gebenden steht, in eben diesem Augenblick von Unbehagen erfüllt.
Anders ist es, wenn er den Genuss aus dem Grund empfängt, dass er dem Höheren Freude bereiten will: Dadurch empfängt er den Aspekt der Angleichung der Form. Und dann hat er beim Empfangen des Genusses zweierlei:
Erstens: dass er sich beim Empfangen des Genusses nicht vom Schöpfer entfernt.
Zweitens: dass er beim Empfangen des Genusses keinerlei Mangel empfindet.
Nach dem Gesagten ergibt sich: Das Verbot, für sich selbst zu empfangen, ist zum Wohl der Geschöpfe und nicht etwa, weil der Schöpfer es nötig hätte, dass man Ihm gibt oder Ihn liebt. Denn alles ist allein zum Wohl der Geschöpfe, die den Genuss von Ihm empfangen, und damit der Genuss vollkommen sei. Und vom Aspekt der Korrektur der Welt her wurden zwei Systeme geschaffen:
Erstens: das, was ABYA der Heiligkeit heißt, wo allein die Ordnung des Empfangens herrscht, um zu geben.
Zweitens: das, was ABYA der Unreinheit (Tuma) heißt, wo das Empfangen herrscht, um zu empfangen.
Darum wird der Mensch, bevor er seine Handlungen korrigiert, dass sie um des Gebens willen geschehen, von dem genährt, was er aus ABYA der Unreinheit gezogen hat.
Nach dem Gesagten verstehen wir, was wir gefragt haben: Wir müssen doch an Lohn und Strafe glauben, und andererseits sagt man uns, wir sollten arbeiten, ohne Lohn zu empfangen, also ohne jeden Lohn. Die Antwort ist: Von Seiten des Schöpfers her will Er geben, denn das war Seine Absicht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun; doch wurde eine Korrektur geschaffen – „um die Vollkommenheit Seiner Werke ans Licht zu bringen“ –, dass wir arbeiten, ohne Lohn zu empfangen. Und allein für diese Korrektur, ohne Lohn zu empfangen, müssen wir große Arbeit und Mühe aufwenden, weil dies gegen unsere Natur ist. Und nur durch die Kraft von Tora und Mizwot können wir diese Gefäße erlangen, die „Gefäße des Gebens“ heißen.
Und das ist unser Lohn, an den wir bei „Lohn und Strafe“ glauben müssen: Das heißt, wenn wir Tora und Mizwot halten, erlangen wir die Gefäße des Gebens. Und wenn wir Tora und Mizwot nicht erfüllen, bleiben wir in den Gefäßen des Empfangens, und diese Gefäße taugen zu nichts, was zur Heiligkeit gehört. Wie also wäre es dann möglich, das Gute und den Genuss zu empfangen, das der Schöpfer ihnen geben will?
Darum, sobald wir beginnen, den Weg des Gebens zu gehen, beginnt der Körper sofort, sich zu widersetzen. Und wir müssen den Glauben an die Weisen (Emunat Chachamim) haben und dem vertrauen, was unsere Weisen sagten: „Wer kommt, sich zu reinigen, dem hilft man.“ Und glauben, was unsere Weisen sagten, dass der Schöpfer sprach: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, ich habe die Tora als Gewürz erschaffen“ – dass durch die Tora „das Licht darin ihn zum Guten zurückbringt“. Und an diesen Lohn müssen wir glauben: dass der Schöpfer ihn uns als Gegenwert unserer Arbeit in Tora und Mizwot geben wird. Damit besteht dann kein Widerspruch dazu, dass man einerseits an Lohn und Strafe glauben soll und andererseits sagt, wir sollen „wie Knechte sein, die dem Meister dienen, ohne Lohn zu empfangen“.
Die Antwort ist: Da wir ohne Lohn arbeiten müssen, und das gegen unsere Natur ist, und es uns nicht möglich ist, uns selbst mit dieser Korrektur zu korrigieren – dazu sagten sie: „Der Trieb des Menschen gewinnt täglich die Oberhand über ihn, und ohne dass der Schöpfer ihm hülfe, käme er nicht gegen ihn an.“ Allein der Schöpfer kann ihm helfen, indem Er ihm die Gefäße des Gebens gibt. Um diesen Lohn muss der Mensch zum Schöpfer beten, dass Er ihn ihm gebe, da aus eigener Kraft die Hand nicht an die Gefäße des Gebens reicht.
Und mehr noch: Der Mensch ist verpflichtet zu glauben, dass der Schöpfer ihm diese Kraft geben wird. Und das, weil es oft vorkommt, dass ein Mensch arbeitet und Mühe aufwendet, um die Gefäße des Gebens zu erlangen, und – vom Aspekt der Korrektur her, den der Mensch nicht verstehen kann – es bisweilen geschieht, dass jener Mensch, der diese Arbeit des Gebens begonnen hat, im Gegenteil sieht, dass er rückwärtsgeht. Das heißt: Jetzt, seit er begonnen hat, in die Arbeit des Gebens einzutreten, ist er grobstofflicher geworden – das heißt, das Verlangen, für sich selbst zu empfangen, begann in ihm mit umso größerer Heftigkeit zu wirken.
Es zeigt sich: Daraus, dass er sieht, wie das Verlangen zu empfangen bei ihm jedes Mal mit umso größerer Macht wirkt, kommt der Mensch bisweilen zur Verzweiflung und sagt, er sehe, dass keinerlei Aussicht bestehe, je zum Verlangen zu geben zu gelangen. Und dann sagt er: Ich habe umsonst gearbeitet – das heißt, ich dachte, durch die Mühe in Tora und Mizwot werde ich den Lohn empfangen, dass es mir ein Geschenk wäre, das zu empfangen, was ich die ganze Zeit erhofft hatte: dass ich es erlange, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten und aus der Herrschaft der Eigenliebe herauszutreten.
Und jetzt sehe ich, dass das nichts für mich ist, weil ich grobstofflicher bin als andere Menschen. Zu Beginn meiner Arbeit dachte ich, ich sei nicht so sehr in die Eigenliebe versunken. Darum dachte ich, diese Arbeit – dahin zu gelangen, um des Gebens willen zu wirken – werde gewiss Zeit brauchen, wie jeder Beruf, den man erlernt: Man erfasst den Beruf nicht mit Leichtigkeit, sondern muss viel lernen, bis man ihn beherrscht; was er auch lernt, gleich welcher Beruf – Tischlerei oder Schlosserei oder sogar der Beruf des Arztes und dergleichen –, für alle muss man Zeit aufwenden. Es gibt Berufe, die man drei Jahre lernt oder fünf Jahre. Aber man hat die Geduld, bis zur üblichen Zeit zu warten. Und dort ist der Mensch fähig zu arbeiten, weil er sieht, dass er Tag für Tag vorankommt. Da begreift der Mensch von selbst, dass die Zeit kommen wird – nämlich am Ende der drei oder fünf Jahre –, in der er ein Abschlusszeugnis erhält, dass er bereits eine Anstellung in seinem Beruf annehmen kann.
Anders in der Arbeit des Gebens: Da sieht er, dass er jeden Tag rückwärtsgeht. Es kann ein Jahr oder zwei Jahre vergehen, und er sieht, dass er sich nicht um Haaresbreite bewegt hat. Und dann kommt er zur Verzweiflung und sagt, niemals werde er ein Zeugnis erhalten können, dass er um des Gebens willen wirkt. Und folglich werde er auch nicht den Aspekt der Tora empfangen können, in den man nur treue Menschen eintreten lässt, die den Aspekt der Tora, den man ihnen gibt, nicht verderben. Und da er sieht, dass er nicht fähig ist, ein Zeugnis zu erhalten, dass er im liShma wirkt, werde er niemals den Aspekt der Geheimnisse der Tora erlangen, wie unsere Weisen sagten: „Wer Tora um ihretwillen lernt, dem enthüllt man die Geheimnisse der Tora.“
Und darum will er vom Schlachtfeld fliehen. Über diesen Zustand sagten unsere Weisen, dass der Mensch sich überwinden und glauben muss: „Treu ist der Herr deines Werkes, dass Er dir den Lohn deines Wirkens zahlt.“ Das heißt: Wenn der Mensch Mühe in Tora und Mizwot aufwendet mit der Absicht, den Lohn zu empfangen, dass man ihm die Kraft des Gebens gebe, so blicke er nicht darauf, dass er nicht vorankommt, sondern er muss glauben: Wenn der Mensch Mühe aufwendet, um die Gefäße des Gebens zu erlangen, wird der Schöpfer sie ihm gewiss geben. Es zeigt sich: Das ist der Lohn, um den wir als Gegenwert unserer Arbeit bitten – nämlich dass wir ohne Lohn arbeiten können, allein aus dem Grund „weil Er groß ist und herrscht“.
Nach dem Gesagten lässt sich deuten, was es heißt (im Gebet „Jehi Razon“ vor den Psalmen): „Und aus dem Schatz unentgeltlicher Gabe begnade uns.“ Das heißt: Wir beten und sprechen die Psalmen mit der Absicht: dass wir nicht nur um Lohn bitten, sondern auch wollen, dass Du uns aus dem Schatz unentgeltlicher Gabe gebest. Und zu verstehen ist: Es ist doch bekannt, dass der Mensch alles tun soll, ohne Lohn zu empfangen.
Vielmehr ist es wie oben zu deuten: Wir wollen, dass Du uns Fülle aus dem Schatz unentgeltlicher Gabe gebest, aus dem Grund: Wenn wir von dort Fülle empfangen, dann können wir umsonst arbeiten, ohne Lohn zu empfangen. Und das ist so, wie wenn jemand der Heilung bedarf: Da bittet man den Schöpfer, dass Er Heilung aus dem Schatz der Heilungen sende. Oder wer der Stärke bedarf, der bittet, dass man ihm Stärke aus dem Schatz der Stärken sende.
Darum bittet der, der eine Kraft von oben empfangen will, um umsonst und ohne jeden Gegenwert wirken zu können, den Schöpfer, ihm Fülle aus dem Schatz der „unentgeltlichen Gabe“ zu geben. Das heißt: dass man ihm eine Kraft gebe – die für ihn ein großes Geschenk ist –, nämlich dass es in seiner Hand liege, Taten umsonst zu tun. Das heißt bei ihm „Geschenk“, nach dem Wort: „So wie ich umsonst, so auch du umsonst.“
Nach dem Gesagten lässt sich deuten, was geschrieben steht (Psalm 121): „Ich erhebe meine Augen zu den Bergen – woher kommt meine Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Schöpfer, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Zu verstehen ist: König David fragte, „woher kommt meine Hilfe“, und danach wurde ihm kund, dass „meine Hilfe vom Schöpfer“ kommt. Doch jeder gläubige Jude sagt, dass der Mensch keinen anderen Ort hat, von dem er Hilfe empfängt, als vom Schöpfer. Worin liegt also das Neue?
Nach dem Obigen lässt sich deuten, dass er uns Folgendes kundtun will: Es fehlt uns nichts, um das Gute und den Genuss zu empfangen, außer den Gefäßen des Gebens. Denn dann haben wir Angleichung der Form mit dem Schöpfer im Sinne von „wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig“. Dann sind wir geeignet, das Gute und den Genuss zu empfangen.
Darum lässt sich nach der bekannten Regel deuten, dass die ganze Schöpfung, die wir „Schöpfung“ nennen, allein das Verlangen ist, für sich selbst zu empfangen, das aus dem Nichts erschaffen wurde. Das heißt: Beim Schöpfer kann man sagen, dass Er der Gebende und Schenkende ist; doch die Sache des Empfangens ist etwas Neues, das der Schöpfer aus dem Nichts erschuf. Das heißt: „Nichts“ – dort gibt es keinen Aspekt des Empfangens. Und so steht „woher“ (me-ajin, aus dem Nichts): Das ist der Aspekt, der beim Schöpfer ist, der heißt, dass Er allein der Gebende ist. Wenn der Mensch zu diesem Aspekt gelangen kann, der „Nichts“ heißt, dann „kommt meine Hilfe“ – denn dann wird der Mensch geeignet sein, das Gute und den Genuss zu empfangen.
Und so steht: „Meine Hilfe kommt vom Schöpfer, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Hier legt er aus, was „Nichts“ ist – nämlich nicht Empfangen, sondern Geben. Und so steht „der Himmel und Erde gemacht hat“: Das bedeutet, dass Er Himmel und Erde gab und hervorbrachte. Und wenn der Mensch zum Aspekt „Nichts“ gelangt, der „Kraft des Gebens“ heißt, dann wird er geeignet sein, Gutes und Genuss zu empfangen. Denn von Seiten des Schöpfers fehlt nichts, sondern es fehlen allein die Gefäße, damit der Untere geeignet sei zu empfangen.
Und so steht „woher kommt meine Hilfe“. Und so steht es, dass der Mensch nicht denken soll, ihm fehlten irgendwelche großen Dinge, um dieses Gute und diesen Genuss zu empfangen, den der Schöpfer den Geschöpfen geben will. Das heißt: Wenn der Mensch Kräfte aufwendet, um zur Vollkommenheit des Ziels zu gelangen, um dessentwillen er erschaffen wurde, und sieht, dass er noch keine höhere Stufe erreicht hat als die, die er als neunjähriges Kind hatte – sondern die Sache der Arbeit für den Schöpfer in eben dem Maß begreift, wie er sie mit neun Jahren begriff –, dann, wenn er nachsinnt, was der Grund ist, sagt er: Gewiss bin ich ohne Begabung geboren, und ich habe keinerlei Kraft zur Überwindung; wäre ich begabter und hätte ich mehr Stärke, dann hätte ich es geschafft, zur Vollkommenheit zu gelangen.
Es zeigt sich: Er denkt, ihm fehlten viele Dinge. Doch die Wahrheit ist, dass dem Menschen nichts fehlt außer dem Aspekt der Angleichung der Form, der „Gefäße des Gebens“ heißt, wie geschrieben steht „wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig“ – denn der Aspekt des Gebens heißt der Aspekt „Nichts“.
Und das ist es, was er uns kundtun will, indem er sagt „woher kommt meine Hilfe“: dass allein dies fehlt, und nicht irgendwelche Begabungen und nicht irgendwelche Stärke, sondern „meine Hilfe kommt vom Schöpfer“ – dass der Schöpfer, der Himmel und Erde gemacht hat, um den Geschöpfen zu geben, mir helfe, eben dies zu erlangen, da es ja das Gefäß ist. Und nachdem der Mensch dieses Gefäß hat, das „Gefäß des Gebens“ heißt, dann kommt das Licht von selbst, denn so war das Ziel der Schöpfung: Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.
korrOp, EY, 16.7.2026, Ver3