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1988/26 Was ist der Unterschied zwischen Gesetz und Gericht in der Arbeit?

Bekanntlich bezeichnet „Gesetz“ das, was ohne Verstand ist, also über dem Verstand. Das heißt, vom Verstand her gibt es nichts zu erwidern, warum diese Sache so getan wurde oder warum sie so getan werden muss – nämlich in genau der Weise und Form, wie die Tora es von uns verlangt.

Ein Beispiel unserer Weisen (Menachot 29b): Dort sagten sie, und dies ist ihr Wortlaut: „Rav Jehuda sagte im Namen Ravs: Als Moses in die Höhe aufstieg, fand er den Schöpfer, wie Er saß und Kronen an die Buchstaben band. Er sagte vor Ihm: ‚Herr der Welt, wer hält Deine Hand zurück?‘ (Und Rashi erklärt: ‚Kronen‘ wie die Tagim in einer Tora-Rolle. ‚Wer hält Deine Hand zurück?‘ bedeutet: bei dem, was Du geschrieben hast – dass Du ihnen noch Kronen hinzufügen musst.) Er sagte zu ihm: ‚Es gibt einen Menschen, der erst am Ende vieler Generationen leben wird, und Akiva ben Josef ist sein Name. Er wird einst zu jedem einzelnen Häkchen Berge über Berge von Halachot auslegen.‘ Er sagte vor Ihm: ‚Herr der Welt, Du hast einen solchen Menschen, und Du gibst die Tora durch mich?‘ Er sagte zu ihm: ‚Schweig, so ist es in Meinem Denken aufgestiegen.‘ Er sagte zu Ihm: ‚Herr der Welt, Du hast mir seine Tora gezeigt, zeige mir seinen Lohn.‘ Er sah, wie man sein Fleisch in der Fleischbank wog. (Und Rashi erklärt: der Ort, wo die Metzger Fleisch wiegen, wie es in Berachot, Blatt 61, heißt, dass man sein Fleisch mit eisernen Kämmen zerkämmte.) Er sagte vor Ihm: ‚Herr der Welt, das ist die Tora und das ist ihr Lohn?‘ Er sagte zu ihm: ‚Schweig, so ist es in Meinem Denken aufgestiegen.‘“ Bis hierhin ihr Wortlaut.

Wir sehen das Über-dem-Verstand bei Moses auf zweierlei Weise:

Erstens: über dem Verstand das, was der Schöpfer Moses gab, wie es heißt: „Moses freue sich an der Gabe seines Anteils, der Gabe der Tora, die durch ihn geschehen wird, denn das ist gewiss nur die Hilfe des Schöpfers.“ Denn der Mensch weiß nicht, warum ihm eine so große Gabe zusteht. Das heißt, Moses sah, dass dies nicht seinen Taten entsprach, sondern dass nach seinem Verstand die Gabe der Tora durch Rabbi Akiva hätte geschehen müssen und nicht durch ihn.

Zweitens: über dem Verstand auf umgekehrte Weise. Denn Moses fragte: „Das ist die Tora und das ist ihr Lohn?“ – sodass es scheint, als wäre dies eine Strafe. Und über dem Verstand musste man sagen, dass dies ein Lohn ist und keine Strafe, wie Moses dachte. Und das nennt man „Gesetz über dem Verstand“, das der Verstand nicht erfassen kann.

Aus dem Gesagten folgt: Wenn der Mensch das Königtum des Himmels auf sich nimmt, fragt der Körper, was er damit gewinnt. Darauf sind zwei Antworten zu geben:

Erstens: lo liShma (nicht um ihretwillen). Das heißt, der Mensch muss sich selbst irgendeine Antwort verschaffen, damit der Körper mit seinem Verstand den Nutzen des Ziels begreift; das nennt man lo liShma. Und das nennt man „innerhalb des Verstandes“. Und wie wir erklärt haben (im Artikel 23, 1988), gibt es im lo liShma fünf Unterscheidungen. Der Mensch muss für sich das lo liShma auswählen, das in dem Zustand, in dem er sich befindet, passt, sodass der Körper begreift, dass es sich lohnt, um des lo liShma willen zu arbeiten, dessen Nutzen er jetzt einsieht. Auf diese Weise hat er Brennstoff für die Arbeit und immer einen Ort zum Arbeiten.

Doch der Mensch muss auch versuchen, mit der Arbeit zu beginnen und Mittel zu finden, wie er zum liShma (um ihretwillen) gelangt. Denn der Mensch weiß nicht, was liShma ist, obwohl die einfache Bedeutung „um des Himmels willen arbeiten“ ist. Und wer wüsste nicht, was „um des Himmels willen“ bedeutet? Trotzdem kann der Mensch, bevor er begonnen hat, in der Arbeit zu gehen, um zum „um des Himmels willen“ zu gelangen, nicht wissen, was die einfache Bedeutung von „um des Himmels willen“ ist, denn in der Arbeit ist die Empfindung das Wesentliche und nicht der Verstand.

Deshalb muss jeder Mensch, der zum liShma gelangen will, sich Zeit nehmen, einen Teil seines Arbeitstages, also von seinem lo liShma, und beginnen, im liShma zu arbeiten. Dann wird er verstehen, was die Bedeutung von „über dem Verstand“ ist. Das heißt, dass der Körper nicht versteht, wozu er um des Himmels willen arbeiten soll. Und dann beginnt er auch zu verstehen, was es bedeutet, dass der Mensch arbeiten muss, um über dem Verstand zu glauben.

Anders ist es im lo liShma: Dann ist es nicht so schwer, an den Schöpfer zu glauben, weil der Körper begreift, dass es sich lohnt, Tora und Mizwot zu erfüllen. Wie es heißt (im Artikel 23, 1988), gibt es im lo liShma fünf Unterscheidungen. Und wenn der Körper irgendeine Unterscheidung hervorbringt, weshalb es sich lohnt, Tora und Mizwot zu erfüllen, nennt man das, dass er „innerhalb des Verstandes arbeitet“. Denn der Körper begreift innerhalb des Verstandes den Nutzen der Sache, dass er mehr gewinnt, als wenn er weltlich wäre. Das heißt, dass sein Körper mehr Genuss hat als der, der Tora und Mizwot nicht erfüllt. Darum nennt man das lo liShma „innerhalb des Verstandes“, das heißt, dass der Verstand die Notwendigkeit darin begreift.

Anders ist es, wenn er sich etwas Zeit nimmt, von der Zeit, die er der Tora und der Arbeit auf der Grundlage des lo liShma zugemessen hat. Nehmen wir zum Beispiel an, er nimmt sich eine halbe Stunde am Tag und beginnt nachzudenken, ob es sich vielleicht lohnt, um des Himmels willen zu arbeiten, also nicht zum eigenen Nutzen. Dann beginnt der Körper, dem Menschen die „Frage des Pharao“ zu stellen, der sagte: „Wer ist der Ewige, dass ich auf Seine Stimme hören soll?“

Und man muss fragen: Warum genügte ihm, bevor er begann, an die Arbeit des liShma zu denken, der Glaube an den Schöpfer, und der Körper stellte ihm diese Fragen nicht? Jetzt aber, da er nur daran denkt, den Weg des Gebens zu gehen, beginnt der Körper bereits, solche Fragen zu stellen.

Die Antwort ist: Nach dem Brauch der Welt sehen wir, dass, wenn ein Mensch bei einem Arbeitgeber arbeitet, man darauf achten muss, wer der Arbeitgeber ist und welchen Lohn der Arbeitgeber zahlt. Doch obwohl er den Arbeitgeber kennenlernen möchte, ändert das nichts. Das heißt, selbst wenn er den Arbeitgeber nie sieht, aber des Lohnes sicher ist, willigt der Mensch ein zu arbeiten. Und noch mehr: Selbst wenn man ihm sagt, dass er den Arbeitgeber nie sehen wird, ändert auch das nichts, sondern das Wesentliche ist der Lohn. Das ist es, was den Nutzen der Arbeit bestimmt.

Anders ist es, wenn man dem Menschen sagt: Hier ist ein wichtiger Mensch, bei dem man arbeiten soll, aber er zahlt keinerlei Gegenleistung für die Arbeit. Dann muss er schon darauf achten, für wen er arbeiten soll. Das heißt, er will wissen, ob er wirklich ein wichtiger Mensch ist, für den es sich lohnt, ohne jede Gegenleistung zu arbeiten. Wenn es allerdings Menschen gibt, die ihn achten, und er sieht, dass er Ehre empfängt, so kann er ebenfalls arbeiten. Denn die Menschen, die den wichtigen Menschen kennen, ehren ihn für seine Arbeit, weil er einem wichtigen Menschen dient. Und so kann er sogar dann arbeiten, wenn er ihn niemals sieht und nicht überprüfen kann, ob das, was man sagt, zutrifft, ob er also selbst dessen Größe und Wichtigkeit erfasst.

Und auch das hat seinen Grund darin, dass diese Ehre nicht darin besteht, dass der wichtige Mensch ihn ehrt, sondern dass er Genuss daraus empfängt, dass die Menschen ihn ehren, weil er einem wichtigen Menschen dient. Es zeigt sich, dass es ihm hier genügt, dass er die Menschen sieht, die ihn ehren. Und somit hat er es nicht so nötig, den Arbeitgeber zu sehen, sondern es genügt ihm, dass er die Menschen kennt, die ihm seinen Lohn geben, nämlich dadurch, dass die Menschen ihn ehren. Das heißt, ihm genügt es, dass er die Menschen sieht, die ihm seinen Lohn geben, der „Ehre“ genannt wird.

Anders ist es, wenn er sich an einem Ort befindet, wo es keine Menschen gibt, die diesen wichtigen Menschen ehren. Das heißt, er sieht an dem Dienst, den die Menschen ihm leisten, dass sie ihn nur als einen Menschen schätzen, der ein wenig wichtig ist, und dass es nur eine Handvoll Menschen gibt, die ihn tatsächlich für wichtig halten. Doch diese sind unbedeutend im Verhältnis zur Gesamtheit derer, die ihn nur gering schätzen. Dann steht der Mensch vor dem Dilemma, ob es sich lohnt, auf jene Menschen zu hören, die im Kreis der geachteten Menschen überhaupt keinen Wert haben.

Das heißt, die Menschen, die bei der Allgemeinheit eine Stellung haben, sagen, dass es sich zwar lohnt, jenen wichtigen Menschen zu ehren, wegen seiner Wichtigkeit, aber nach Maß und Gewicht, und nicht einfach ihn über dem Verstand zu schätzen, also mehr, als der Verstand es verlangt. Und der Mensch sieht, dass jene Menschen, die eine Stellung haben, die Mehrheit an Zahl und die Mehrheit an Aufbau sind. Und wenn er auf ihre Stimme hört, das heißt, ihm in dem Maß dient, wie sie ihn schätzen, dann werden jene Menschen ihn ehren.

Oder: ein wenig auf die Stimme jener Menschen zu hören, die keine Geltung haben. Und noch mehr als das: dass es sogar eine Schande ist, auf der Straße zu sagen, dass er sich jenen niederen Menschen angeschlossen hat, die sagen, dass er sehr wohl ein wichtiger Mensch ist und dass es sich sehr wohl lohnt, ihm mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu dienen. Und da der Grundsatz gilt, dass die Vielen mit ihren Ansichten über den Einzelnen herrschen, regt sich jedes Mal, wenn der Mensch beginnt, zu arbeiten, um zu geben und keine Gegenleistung zu empfangen, die Ansicht der Vielen: Vielleicht lohnt es sich in Wahrheit doch nicht, zu arbeiten und ihm mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu dienen. Darum regt sich jedes Mal die Frage des Pharao: „Wer ist der Ewige, dass ich auf Seine Stimme hören soll?“

Aus dem Gesagten folgt, was der Grund ist, dass sich die Frage „Wer“ regt: Es ist die Frage „Was“, die die Frage des Frevlers ist, wie es heißt: „Der Frevler, was sagt er? ‚Was soll euch dieser Dienst?‘“ Das bedeutet: Wenn der Mensch gegen die Allgemeinheit gehen will, die sagt: „Uns genügt es, dass wir lo liShma arbeiten, denn die Sache des liShma gehört zu Menschen, die über dem Verstand gehen können. Uns aber, der Allgemeinheit Israels, genügt es, dass wir Tora und Mizwot mit der Absicht des eigenen Nutzens erfüllen können. Aber alles mit der Absicht des Nutzens für den Schöpfer zu tun, das ist nichts für uns.“

Er aber will sehr wohl arbeiten, um zu geben und überhaupt nicht zu empfangen. Dann fragt der Körper: „Wer ist der Ewige?“ Das heißt: Bist du dir sicher, dass Er so wichtig ist, dass es sich lohnt, für Ihn zu arbeiten? Das heißt, die Sache, um der Ehre willen zu arbeiten, also um geehrt zu werden, gilt hier nicht, weil die ganze Allgemeinheit ihn nicht ehrt, dafür dass er arbeitet, um zu geben. Sondern im Gegenteil: Alle erniedrigen ihn und sagen über ihn, dass er ein närrischer Frommer ist.

Deshalb muss er bei sich selbst die Wichtigkeit des Schöpfers festsetzen. Hier beginnt beim Menschen die Sache der Aufstiege und Abstiege, da diese beiden, nämlich „Wer“ und „Was“, zusammen kommen und ihm ihre Fragen stellen. Und es gelingt nicht immer, sie zu überwinden.

Es zeigt sich, was der eigentliche Grund dafür ist, dass der Mensch jetzt beginnt, Fragen zu stellen. Auf den ersten Blick scheint es, als stelle er die Frage, weil er bereit wäre, die heilige Arbeit zu verrichten, und keinerlei Niedrigkeit in sich selbst hätte, sondern es ihm nur schwerfiele, im Glauben über dem Verstand zu gehen, und er darum die Frage „Wer“ stelle. In Wahrheit aber kommen die Fragen aus der Niedrigkeit des Menschen, weil er in Selbstliebe versunken ist und seine Selbstliebe nicht überwinden kann.

Und es liegt in der Natur des Menschen, dass es ihm schwerfällt zu sagen, dass er nicht in Ordnung ist, dass er keine Meinung über sich selbst hat, sondern dass er seinem Herzen folgt, wie unsere Weisen sagten, dass der Frevler in der Hand seines Herzens ist, wie es heißt: „Und Haman sprach in seinem Herzen.“

Und deswegen ist es ihm lieber zu sagen, dass er, wenn er den Schöpfer kennen würde, gewiss dem Schöpfer dienen würde. Aber da der Verstand die ganze Sache des Glaubens über dem Verstand nicht begreift, behauptet er: „Wer ist der Ewige, dass ich auf Seine Stimme hören soll?“ In Wahrheit aber behauptet sein Verlangen zu empfangen und will nur verstehen, ob das zutrifft, und will eine Antwort auf „Wer ist der Ewige, dass ich auf Seine Stimme hören soll?“ Das heißt, wenn man dem Körper sagt, dass man um des Schöpfers willen arbeiten muss und nicht zum eigenen Nutzen, das ist der Grund, dass er die Frage „Wer ist der Ewige“ stellt.

Anders ist es, als er mit der Absicht lo liShma arbeitete: Da hatte er es nicht nötig, die Frage „Wer ist der Ewige“ zu stellen, weil die Arbeit lo liShma innerhalb des Verstandes ist. Darum ist auch die Annahme des Glaubens bei ihm innerhalb des Verstandes. Das heißt, die Sache von Mocha (Verstand) und Liba (Herz) – beide werden über dem Verstand aufgebaut, und für beide braucht man die Hilfe des Schöpfers, dass man die Stufe von Mocha und Liba erlangt.

Es zeigt sich, dass man „Gesetz“ eine Stufe nennt, die über dem Verstand ist. Und gemeint ist die Stufe des Glaubens, denn durch den Glauben über dem Verstand wird er zur Stufe „Israel“. Anders ist es, bevor er die Stufe des Glaubens über dem Verstand erlangt hat: Da gilt er nur als Stufe „Unbelebtes der Heiligkeit“, die „Stufe des Staubes“ genannt wird. Das heißt, dass er bei der Spiritualität, die er erlangt, darin noch den Geschmack von Staub schmeckt, und das nennt man „die Shechina (göttliche Gegenwart) im Staub“. Und das ist die ganze Zeit, solange er noch nicht über dem Verstand empfängt. Und das ist, wie oben gesagt, dass man den Schöpfer bitten muss, dass Er ihm die Kräfte gibt, damit er über dem Verstand gehen kann und nicht seinem Verstand unterworfen ist.

Anders ist die Stufe der Tora: Sie wird „Gericht“ genannt, das gerade innerhalb des Verstandes ist. Das heißt, dass er die Stufe der Tora verstehen muss, die „die Namen des Schöpfers“ genannt wird. Doch es ist unmöglich, die Stufe der Tora, die „innerhalb des Verstandes“ genannt wird, zu erlangen, bevor er die Stufe „Israel“ erlangt hat, wie es heißt (Chagiga 13a), und dies ist der Wortlaut: „Rabbi Ami sagte: Man übergibt Götzendienern keine Worte der Tora, denn es heißt: ‚So hat Er es keinem Volk getan, und die Gerichte kennen sie nicht.‘“

Von hier sehen wir zwei Dinge:

Erstens: Die Tora wird „Gericht“ genannt, wie es heißt: „und die Gerichte kennen sie nicht.“

Zweitens: Es ist verboten, Götzendienern Gericht zu lehren, also Tora.

Und die Frage ist: Warum darf man, wenn der Götzendiener Tora lernen will, nicht mit ihm lernen? Der Verstand verlangt im Gegenteil: Dadurch, dass er lernt, geschieht doch eine Heiligung des Schöpfers. Das heißt, sogar ein Götzendiener bekennt sich zur Wichtigkeit der Tora – worin besteht dann das Verbot?

Und man muss dies auf dem Weg der Arbeit erklären. Die Bedeutung ist, dass in ein und demselben Menschen die Sache des Götzendieners und die Sache Israels herrschen. Die Bedeutung ist, dass er, bevor er die Stufe des Gesetzes erlangt hat, die „Glaube über dem Verstand“ genannt wird, noch nicht „Israel“ genannt wird, sodass er die Möglichkeit hätte, die Stufe der Tora aus der Stufe „die Namen des Schöpfers“ zu erlangen, die „innerhalb des Verstandes“ genannt wird.

Denn in der Arbeit gibt es einen Grundsatz, den mein Vater und Lehrer, sein Andenken sei zum Segen, ausgesprochen hat: Wo „verboten“ steht, ist die Bedeutung in der Arbeit, dass es unmöglich ist. Und das ist die Erklärung dafür, dass die Tora gerade Israel gegeben wurde. Denn die Stufe Israel ist die Stufe „Jaschar-El“ (gerade zu Gott), deren Bedeutung ist, „dass alle seine Taten um des Himmels willen sind“. Das nennt man die Stufe „Anhaftung“ (Dwekut), „Gleichheit der Form“. Und in der Zeit, in der der Mensch diese Stufe des Gesetzes erlangt hat, kommt die Zeit, dass er die Stufe des Gerichts erlangen kann, die „Tora“ genannt wird. Und das ist es, was geschrieben steht: „dass die Tora nur Israel gegeben wurde“.

Aus dem Gesagten folgt, dass man „Gericht“ die ersten neun Sefirot nennt, und das ist die Stufe der Tora, die innerhalb des Verstandes angenommen wird. Und das ist, wie unsere Weisen sagten (Bawa Metzia 59b), und dies ist der Wortlaut: „Rabbi Jehoschua stand auf seine Füße und sagte: ‚Sie ist nicht im Himmel.‘ Rabbi Jeremia sagte: ‚Denn die Tora ist bereits vom Berg Sinai gegeben worden.‘“

Und damit verstehen wir die Sache der Schläfenlocken des Kopfes, die dem Rand des Feldes gleichen, dass man nämlich einen Rand (Pe’a) stehen lassen muss, wie der ARI, sein Andenken sei zum Segen, schrieb (TES, Teil 13, Blatt 1, S. 382), und dies ist der Wortlaut: „Malchut de Galgalta wird Pe’a genannt. Dies ist bekannt aus dem Geheimnis: ‚Du sollst den Rand deines Feldes nicht völlig abernten, für den Armen und für den Fremden sollst du sie übrig lassen.‘ Denn Malchut ist die letzte von allen, gleich dem Rand des Feldes, der am Ende der Ernte übrig bleibt. Und ebenso muss man auf diese Weise, nach dem Abscheren der Haare des Kopfes, die dem Abernten des Feldes gleichen, ebenfalls den Rand stehen lassen, der die Stufe Malchut der Haare ist. Es zeigt sich, dass Pe’a immer Malchut ist.“

Und aus dem Gesagten sehen wir in den Worten des ARI, dass er das Abernten des Feldes und das Abscheren der Haare des Kopfes mit einer einzigen Stufe vergleicht. Denn die Stufe Pe’a, die der Hinweis auf Malchut ist, darf der Mensch nicht für sich selbst empfangen. Vielmehr muss man sowohl beim Feld als auch bei den Haaren des Kopfes den Rand stehen lassen, der auf Malchut hindeutet.

Und die Erklärung ist, wie oben gesagt, dass die Sache Malchut die Stufe des Glaubens über dem Verstand ist, von der der Mensch keinerlei Vorstellung hat. Und das ist der Hinweis, dass der Mensch keinerlei Befugnis hat, dies in seinen Verstand zu empfangen. Sondern er muss dies dem Schöpfer überlassen. Das heißt, dass die Hand des Menschen nicht dorthin reicht. Denn die Sache „Hand“ bedeutet Erlangung, von der Wendung „wenn die Hand erlangt“.

Und das wird die Stufe „Gesetz“ genannt. Anders ist es bei der Stufe der Tora, die zu den ersten Neun gehört: Sie ist die Stufe des Gerichts, das gerade zum Menschen gehört. Das heißt, dass er dies innerhalb des Verstandes erlangen muss. Wie oben gesagt, dass über die Tora gesagt wurde: „Sie ist nicht im Himmel.“ Das heißt, dass das Feld, außer dem Rand des Feldes, die ersten Neun genannt wird. Das nennt man die Stufe der Tora, die zum Menschen gehört. Anders ist es beim Rand des Feldes und beim Rand des Kopfes: Sie deuten auf Malchut hin. Das gehört nur dem Schöpfer. Das heißt, über dem menschlichen Verstand, und das nennt man „alles gehört dem Schöpfer, und die Hand des Menschen erlangt dort überhaupt nichts“.

Anders ist es bei der „Tora“: Sie ist das Gegenteil. Sie ist nämlich gerade für die Menschen, die sie innerhalb des Verstandes annehmen sollen. Das ist der Unterschied zwischen Tora und Mizwa. Denn bei der Mizwa wurden uns die Gründe der Mizwot nicht gegeben, sondern wir nehmen die Mizwot ohne jeden Grund auf uns, nämlich als Stufe eines Satzungsgesetzes (Chuka).

Und die Tora, sagten unsere Weisen, wird nach dem Namen des Menschen genannt. Das heißt, dass die Tora zum Menschen gehört. Denn die Schwierigkeit ist: Einmal steht geschrieben „sondern an der Tora des Schöpfers hat er Gefallen“, und einmal steht geschrieben „und über seine Tora sinnt er Tag und Nacht“. Und sie erklären: Zuerst wird sie „die Tora des Schöpfers“ genannt; und nachdem er sie gelernt und eingeprägt hat, wird sie „seine Tora“ genannt. Darum sagte Rava: „Ist es nicht seine Tora? Denn es steht geschrieben: ‚und über seine Tora sinnt er Tag und Nacht‘“ (Kidduschin 32b).

Wir sehen, dass die Tora nach dem Namen des Menschen genannt wird. Das heißt, dass dies innerhalb des Verstandes kommen muss, wie oben gesagt. Und das wird „Gericht“ genannt, das Gegenteil des Gesetzes, das die Stufe des Glaubens ist. Doch diese Arbeit des Glaubens, die die Stufe des Almosens (Zedaka) und nicht der Tora ist, muss in Freude geschehen, wie es heißt: „Dient dem Ewigen in Freude.“

Das heißt, dass dies, dass der Mensch das Königtum des Himmels auf sich nimmt, in Freude geschehen muss. Und man soll nicht auf die Natur sehen, die im Menschen ist, dass es ihm schwerfällt, gegen den Verstand zu gehen, sondern dass er das, was er will, verstehen und wissen will. Der Mensch ist nämlich nicht fähig, diese Arbeit – die Annahme des Glaubens über dem Verstand – sofort so anzunehmen, dass er daraus Freude hätte. Darum sind wir gezwungen, diese Arbeit auf dem Weg des Zwanges zu beginnen, auch wenn der Körper dem nicht zustimmt. Das nennt man, „dass der Mensch das Joch des Königtums des Himmels auf sich nehmen muss wie ein Ochse das Joch und wie ein Esel die Last“.

Aber der Mensch muss wissen, dass er bei der Annahme des Königtums des Himmels zur Stufe der Freude gelangen muss. Wie wir nach dem „Höre, Israel“ sagen: „Und du sollst den Ewigen lieben.“ Das heißt, dass der Mensch, obwohl er mit Zwang beginnt, dennoch zur Stufe der Freude gelangen muss. Und dann ist bei ihm die Stufe „wie ein Ochse zum Joch“ nicht mehr zu spüren, der das Joch immer abwerfen will, weil er es nicht ertragen kann. Anders ist es, wenn er darüber in Freude ist: Dann lässt sich nicht mehr sagen, dass es ihm als Joch gilt.

Und damit lässt sich die Sache der „roten Kuh, auf die kein Joch gekommen ist“ erklären. Und da die „rote Kuh“ „Gesetz“ genannt wird, das die Stufe Malchut ist, steht geschrieben: „auf die kein Joch gekommen ist“. Denn ein „Joch“ zeigt, dass er noch nicht in Freude ist und nicht erfüllen kann: „Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele.“

korrOp, EY, 16.7.2026, Ver3