1991/24 Was bedeutet es, dass man in der Arbeit einen Sohn und eine Tochter in die Welt bringen soll?
Der Heilige Sohar sagt (3. Mose 4,31, und im Sulam [Leiter-Kommentar], Punkt 94), und dies sind seine Worte: „Darum hat Er ihn männlich und weiblich erschaffen, damit er vollkommen sei, wie das Höhere. Und von ihm und seiner Frau gehen ein Sohn und eine Tochter hervor, und dann ist er ein vollkommener Mensch, wie das Höhere, und er vervollständigt das Untere, wie der heilige Name des Höchsten. Denn Jud-Hej sind Abba we Ima (Vater und Mutter), und Waw-Hej sind Sohn und Tochter. Dann wird der heilige Name des Höchsten über ihn ausgerufen. Und ein Mensch, der den heiligen Namen im Unteren nicht vervollständigen will, das heißt einen Sohn und eine Tochter in die Welt zu bringen, für den ist es besser, nicht erschaffen worden zu sein, denn er hat überhaupt keinen Anteil am heiligen Namen.“ So weit seine Worte.
Wir müssen verstehen, worauf uns das in der Arbeit hinweist, nämlich dass es für ihn besser ist, nicht erschaffen worden zu sein, wenn er keinen Sohn und keine Tochter hat.
Bekanntlich haben wir in der Welt zwei Dinge zu unterscheiden:
1) Das Schöpfungsziel, das darin besteht, „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“, das heißt, dass die Geschöpfe Gutes und Genuss empfangen sollen. Dafür erschuf Er in den Geschöpfen eine Natur, sodass sie ein Verlangen und eine Lust haben, Freude und Genuss zu empfangen. Und wenn die Geschöpfe das Gute und den Genuss von Ihm empfangen, so hat der Schöpfer daran ein Wohlgefallen, denn sie erfüllen Seinen Willen und erfreuen sich an Ihm.
2) Die Korrektur der Schöpfung. Damit die Geschöpfe beim Empfangen der Genüsse keine „Scham“ fühlen, müssen die Geschöpfe die Genüsse nur deshalb empfangen, um dem Schöpfer Freude zu bereiten, und nicht zum eigenen Nutzen. Das heißt, sie wollen das Leben deshalb genießen, weil der Schöpfer es so will, und von sich aus sind sie bereit, auf die Genüsse zu verzichten, weil sie an den Schöpfer angehaftet sein wollen, was man „Angleichung der Form“ nennt.
Deshalb unterscheiden wir bei uns zwei Kelim (Gefäße):
1) „Gefäße des Gebens“, und das Licht, das in sie herabfließt, wird „Licht von Chassadim (Gnaden)“ genannt. Und dieses Licht wird „männliches Licht“ genannt, weil das Kli, in das sich das Licht kleidet, ein Gefäß des Gebens ist; und „männlich“ bedeutet „Gebender“.
Und das Licht, das sich in die Gefäße des Empfangens kleidet, wird „Licht von Chochma (Weisheit)“ oder „Licht des Lebens“ genannt. Und das Gefäß, das das Licht von Chochma empfängt, ist eine Empfangende und wird „das Weibliche“ genannt. Das bedeutet: Da dieses Licht „Licht des Schöpfungsziels“ genannt wird, welches „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ ist, das heißt, dass der Schöpfer der Gebende ist und will, dass die Unteren empfangen, deshalb wird das Gefäß des Empfangens „das Weibliche“ genannt, das vom Schöpfer empfängt, während der Schöpfer der Gebende ist.
Bei den „Gefäßen des Gebens“ ist es jedoch umgekehrt: Der Untere gibt dem Höheren. Deshalb wird der Untere danach „das Männliche“ genannt, weil er der Gebende ist und der Höhere der Empfangende, so wie unsere Weisen sagten (Sohar WaJikra, Blatt 33, Punkt 98): „Israel ernährt seinen Vater im Himmel.“
Aus dem Gesagten ergibt sich die Reihenfolge der Arbeit: Da der Mensch mit einer Natur des Verlangens erschaffen wurde, zum eigenen Nutzen zu empfangen, ist der Anfang der Arbeit des Menschen, dass er sich bemühen muss, in einen Zustand zu gelangen, in dem alles, was er tut, ganz zum Nutzen des Schöpfers geschieht. Und hier beginnt der Mensch zu arbeiten und alles zu tun, was in seiner Macht steht, das heißt, er erfüllt Tora und Mizwot, um dadurch zur „Erkenntnis des Bösen“ zu gelangen. Das heißt, für die Tora und Mizwot, die er erfüllt, will er Lohn, und der Lohn ist, dass er die „Erkenntnis des Bösen“ erhält. Das bedeutet, dass er im Gefühl und im Wissen erkennt, dass das Verlangen, für sich selbst zu empfangen, etwas Schlechtes ist und seinem Leben schadet, dass er nämlich um seinetwillen kein spirituelles Leben erlangen kann. Und das ist sein Lohn, den man „Erkenntnis des Bösen“ nennt: dass er jetzt erkennt, dass das Verlangen, für sich selbst zu empfangen, sein Schädiger und sein Todesengel ist.
Wenn der Mensch also sagt, er spüre noch nicht, dass das Verlangen zu empfangen der Todesengel ist, so muss er wissen, dass dies daher rührt, dass ihm das Licht fehlt, um die Wahrheit zu sehen; denn in der Finsternis sieht man nichts. Und Licht wird „Tora“ genannt, wie geschrieben steht: „und die Tora ist Licht“. Deshalb muss er sich vermehrt mit der Tora befassen, mit der Absicht, Licht aus der Tora zu empfangen, das ihm leuchtet, um die Wahrheit zu sehen: wer sein Feind und sein Todesengel ist, der ihn nicht das wahre Leben leben lässt, nämlich das spirituelle Leben.
Deshalb kommt der Mensch manchmal in Zustände, die man „Tage ohne Verlangen“ nennt, das heißt, dass er keine Kraft hat, irgendetwas zu tun, weder im Denken noch im Reden noch im Handeln. Der Grund dafür ist: Da der Schöpfer den Menschen zum Handeln erschuf, wie geschrieben steht „was Gott erschaffen hat, um zu tun“, geht dem Menschen in der Zeit, in der er sieht, dass er in der Arbeit keinen Fortschritt hat, das Werkzeug der Arbeit verloren; das heißt, ihm fehlt der Brennstoff. Und dann ist die Frage, was der Mensch tun soll, wenn er sich in diesem Zustand befindet.
Und die Antwort ist, dass der Mensch dann „über dem Verstand“ glauben muss, dass auch dieser Zustand – der Zustand, in dem er keinen Mangel hat, der in ihm erwachen und den man füllen könnte, sondern in dem er sich jetzt mit der Lage abfinden will, in der er sich befindet – vom Schöpfer kommt und ihm mit voller Absicht gesandt wurde. Und das geschieht nach dem Prinzip „wie der Vorzug des Lichts aus der Finsternis“.
Das heißt: Wenn der Mensch sieht, dass er sich in einem Zustand des Abstiegs befindet, und später, wenn er gewürdigt wird, aus diesem Zustand herauszukommen, dann weiß er den Wert des Zustands des Aufstiegs zu schätzen. Das heißt, er kann dann zwischen Licht und Finsternis unterscheiden. Und es liegt in seiner Hand, dem Schöpfer dafür zu danken, dass Er ihn der Spiritualität nähergebracht hat. Und wenn er dann den Wert der Sache schätzt, dann hat er die Kraft, das Licht der Tora herabzuziehen, denn dann „haftet ein Gesegneter an einem Gesegneten“. Das heißt: In dem Maße, in dem der Mensch seine Vollkommenheit schätzt – wie sehr er an seinem Teil „gesegnet“ ist, dass der Schöpfer ihn nähergebracht hat –, in diesem Maße kann er Segen herabziehen, wie geschrieben steht: „dass ein Gesegneter an einem Gesegneten haftet“.
Wenn er also keine Finsternis hat, hat er nicht die Kraft, das Licht zu schätzen. Dann ist der Mensch nicht so erfreut, wie er es aus der Annäherung an den Schöpfer empfangen könnte, wenn er den Zustand des Aufstiegs zu schätzen wüsste. Und deshalb gilt: Maß um Maß. In dem Maße, in dem er dem Schöpfer dankt und Ihn dafür preist, dass Er ihn Sich nähergebracht hat, und in dem der Mensch sich selbst als „vom Schöpfer Gesegneten“ empfindet, in eben diesem Maße kann er Fülle von oben herabziehen. Es zeigt sich also, dass das Maß der Fülle, die der Mensch herabziehen kann, von dem Zustand abhängt, in dem er als Gesegneter steht, wie oben.
Und wenn der Mensch sich überwindet und den Schöpfer um Hilfe bittet, nachdem er bereits zu der Einsicht gekommen ist, dass er einen Schädiger im Herzen hat, der „Verlangen zu empfangen“ genannt wird, und es nicht in seiner Hand liegt, ihm zu entkommen – das heißt, nach mehreren Aufstiegen und Abstiegen, die er durchlebt hat, und am Ende sieht er, dass er nackt und bar von allem geblieben ist –, dann ist sein Gebet aus der Tiefe des Herzens. Das heißt, er sieht: „Wenn der Schöpfer ihm nicht hilft, kann er ihn nicht überwinden.“
Und obwohl der Mensch sagen kann, dass er „über dem Verstand“ glaubt, dass nur der Schöpfer ihm hilft, hat er innerhalb des Verstandes doch nicht ein solches Gefühl, weil der Mensch weiß, dass er selbst die Kräfte und die Mühe aufgewandt hat, um etwas in der Spiritualität zu erreichen. Anders aber, wenn der Mensch nach all den Mühen sieht, dass er nicht fähig ist, der Herrschaft des Verlangens, für sich selbst zu empfangen, zu entkommen – dann sieht er innerhalb des Verstandes, dass nur der Schöpfer ihm helfen kann.
Es zeigt sich, dass das, was unsere Weisen sagten – „Der Trieb des Menschen überwältigt ihn jeden Tag, und wenn der Schöpfer ihm nicht hilft, kann er ihn nicht überwinden“ –, dass er das nicht „über dem Verstand“ zu glauben braucht, wie die gewöhnlichen Diener des Schöpfers, die Tora und Mizwot erfüllen und „über dem Verstand“ glauben, dass es so ist, dass der Schöpfer ihnen hilft. Sondern bei jenen Menschen, die mit der Absicht zu geben arbeiten wollen, ist dies innerhalb des Verstandes – und zwar so sehr, dass sie über dem Verstand glauben müssen, dass der Schöpfer ihnen tatsächlich helfen kann, der Herrschaft des Verlangens zu empfangen zu entkommen.
Und das ist so, wie im Heiligen Sohar über die Kundschafter geschrieben steht, die sagten, dass der Hausherr seine Gefäße nicht retten kann. Und mein Vater und Lehrer sagte dazu, die Deutung ist: Die Kundschafter, die übles Gerede über das Land Israel verbreiteten – gemeint ist das Land, das die Eigenschaft „Malchut“ ist –, die Kundschafter sagten, dass auch der Schöpfer nicht helfen kann, seine Gefäße zu retten, nämlich die „Gefäße der Heiligkeit“, das heißt die „Gefäße des Gebens“. Es zeigt sich, dass sie alle dies wussten: dass es nicht in der Hand des Menschen liegt, der Herrschaft des Empfangens für sich selbst zu entkommen, sondern dass man glauben muss, dass der Schöpfer tatsächlich helfen kann.
Und dann kommen dem Menschen die Zweifel: Wenn es wahr ist, dass der Schöpfer dabei tatsächlich helfen kann – er sagt doch, dass er den Schöpfer schon mehrmals gebeten hat, ihm zu helfen, ihm das Verlangen zu geben zu verleihen und ihn der Liebe zum Schöpfer zu würdigen, und er erhält keine Antwort auf seine Gebete. Wenn das so ist, fällt es ihm dann schwer zu glauben, dass der Schöpfer ihm tatsächlich helfen wird. Und so sieht er, nach all den Mühen, die er durchlebt hat, und ohne dass er vom Schlachtfeld flieht, und nachdem er gewürdigt wurde, das Verlangen zu geben zu erlangen – dann sieht er innerhalb des Verstandes: „Wenn der Schöpfer ihm nicht hilft, kann er ihn nicht überwinden.“
Es zeigt sich nun: Nachdem der Schöpfer ihm geholfen und seine Gebete erhört hat, in denen er den Schöpfer bat, ihm zu helfen – wie man sagt: „Er öffne unser Herz für Seine Tora und lege in unser Herz die Liebe zu Ihm und die Ehrfurcht vor Ihm, Seinen Willen zu tun und Ihm mit ganzem Herzen zu dienen“ –, wie sehr preist er den Schöpfer dafür, dass Er ihm auf seine Gebete hin geholfen hat, und wie hoch schätzt er das Maß des Segens, das er vom Schöpfer empfangen hat. Es zeigt sich, dass der Mensch jetzt ein wahrhaft „Gesegneter“ genannt wird. Und in eben diesem Maße sagt man „ein Gesegneter haftet an einem Gesegneten“; dann kann er eine sehr große Erleuchtung empfangen, weil seine Eigenschaft des „Gesegnetseins“ in großem Maße vorhanden ist, wie oben.
Nachdem der Mensch jedoch der Gefäße des Gebens gewürdigt wurde, sagt man, dass er einen Sohn in die Welt gebracht hat, also „einen männlichen“, das heißt, wie oben gesagt, dass er die „Gefäße des Gebens“ erlangt hat. Das nennt man, dass er bereits der Eigenschaft „Korrektur der Schöpfung“ gewürdigt wurde, die die Eigenschaft „Chessed (Gnade)“ ist, nämlich dem Schöpfer mit Gefäßen des Gebens zu dienen, das von oben herabfließt (von der Eigenschaft Seir Anpin, von wo die Chassadim herabfließen, denn Seir Anpin wird „das Männliche“ genannt, das Chassadim gibt). Es zeigt sich, dass die Vorbereitung „Vater“ genannt wird, denn die Vorbereitung auf eine Sache wird „Ursache“ genannt und das Bewirkte „Folge“. Und das nennt man, dass der Mensch einen männlichen Sohn in die Welt gebracht hat: dass er jetzt das Verlangen zu geben empfangen hat, welches die Eigenschaft Korrektur der Schöpfung ist, durch die man das Gute und den Genuss empfangen kann.
Es zeigt sich: Nachdem er bereits einen Sohn hat, der die Eigenschaft „Korrektur der Schöpfung“ ist, kommt nun die Zeit, in der der Mensch sich bemühen muss, das Schöpfungsziel zu erlangen, das „Sein Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ ist. Das gilt als: Die Fülle kommt von oben nach unten, das heißt, der Untere ist der Empfangende. Und das nennt man, dass jetzt „eine Tochter geboren wurde“, nämlich die Empfangende des Lichts des Schöpfungsziels, die eine Empfangende ist, die vom Gebenden empfängt, was man die Eigenschaft „Malchut“ nennt, das letzte Hej des Namens HaWaJaH.
Das heißt: Jetzt, nachdem er bereits einen Sohn und eine Tochter hat, die auf Waw-Hej des Namens HaWaJaH hinweisen (denn der Name HaWaJaH sind die Buchstaben Jud-Hej-Waw-Hej, wobei Jud Chochma ist und das erste Hej Bina ist, von denen die Eigenschaft Seir Anpin herabfließt, die „Chessed“ genannt wird und Chassadim empfängt; und ebenso fließt auch Malchut aus Jud-Hej herab, die Chochma empfängt und „Tochter“ genannt wird) – deshalb wird der Mensch, wenn er durch seine Arbeit gewürdigt wurde, einen Sohn und eine Tochter in die Welt zu bringen, als „einer, der den heiligen Namen vervollständigt hat“ bezeichnet.
Wenn er jedoch durch seine Arbeit keinen Sohn und keine Tochter in die Welt gebracht hat, wie oben, so zeigt es sich, dass er den heiligen Namen noch nicht vervollständigt hat. Deshalb sagt der Heilige Sohar: „Es ist besser für ihn, nicht erschaffen worden zu sein“, denn der Mensch wurde in die Welt erschaffen, um Korrekturen vorzunehmen und den heiligen Namen zu vervollständigen, wie unsere Weisen über den Vers sagten (am Ende des Wochenabschnitts BeShalach): „Denn die Hand ist am Thron Jah: Krieg hat der Ewige gegen Amalek“. Sie sagten: „Der Schöpfer hat geschworen, dass Sein Name nicht vollständig ist und Sein Thron nicht vollständig ist, bis der Name Amaleks ausgelöscht wird.“
Dies ist auszulegen, wie oben: Der Name Jud-Hej, der Chochma und Bina genannt wird, muss für Waw-Hej leuchten; und das geschieht durch die Arbeit des Menschen, der einen Sohn und eine Tochter in die Welt bringt, nämlich die Eigenschaft „männlich“, das sind die Gefäße des Gebens, in denen das Licht von Chassadim leuchtet, und auch zur Eigenschaft Malchut herabzuziehen, die „Tochter“ genannt wird, das sind die Gefäße des Empfangens, in denen das Licht von Chochma leuchtet. Dann vervollständigt der Mensch durch seine Arbeit den heiligen Namen, der Jud-Hej-Waw-Hej genannt wird. Und das geschieht durch „das Auslöschen Amaleks“, das heißt dadurch, dass man sich mit Tora und Mizwot befasst, um den heiligen Namen zu vervollständigen. Und dann wird sich die Vollkommenheit offenbaren, die „Er und Sein Name sind eins“ genannt wird.
Es zeigt sich: Wer den heiligen Namen nicht vervollständigt hat, wie oben, der nicht die Eigenschaft „Sohn und Tochter“ in die Welt gebracht hat – das heißt, der die „Gefäße des Gebens“ nicht korrigiert hat, in denen das Licht von Chassadim leuchtet, welches die Eigenschaft männlich ist; und selbst wenn er die Eigenschaft Sohn, „männlich“ genannt, in die Welt gebracht hat, aber seine Arbeit noch nicht vollendet hat, auch die Eigenschaft des Weiblichen in die Welt zu bringen, nämlich die Gefäße des Empfangens, die in die Heiligkeit eintreten und in denen das Licht von Chochma leuchtet, das „das Weibliche“ genannt wird, welches das Licht ist, das von oben nach unten zu den Geschöpfen leuchtet, sodass die Empfänger der Fülle „das Weibliche“ genannt werden – dem sagt man, dass er seine Arbeit noch nicht vollendet hat. Deshalb „ist es besser für ihn, nicht erschaffen worden zu sein, denn er hat überhaupt keinen Anteil am heiligen Namen“.
Und das ist, wie oben gesagt: weil er das Waw-Hej nicht herabgezogen hat; denn das Herabziehen des Lichts zur Eigenschaft Waw-Hej hängt von den Taten der Unteren ab. Das ist „was Gott erschaffen hat, um zu tun“: dass die Unteren es durch die Kraft ihrer guten Taten herabziehen müssen. Und das ist so, wie der heilige ARI sagt: „Alle Taten der Unteren, sowohl gute Taten als auch schlechte Taten, berühren nur das Waw-Hej, das die Eigenschaft Seir Anpin und Malchut genannt wird.“
Aus dem Gesagten lässt sich deuten, was geschrieben steht: „Dieser Monat sei euch“. Das ist im Sinne der spirituellen Arbeit zu deuten: Da es „nichts Neues unter der Sonne“ gibt, was bedeutet dann das Neue, von dem geschrieben steht „dieser Monat sei euch“? Und die Antwort ist „euch“: dass die ganze Sache der Neuerungen und Veränderungen gerade euch betrifft, nämlich für euch ist. Das heißt: In Bezug auf den Schöpfer steht geschrieben „Ich, der Ewige, habe Mich nicht verändert“, was bedeutet, dass es in Bezug auf den Schöpfer keinerlei Veränderungen gibt. Vielmehr sind alle Vielzahl der Stufen und Veränderungen nur aufseiten der Empfangenden. Und warum gibt es bei den Empfangenden Veränderungen, wo es doch in der Spiritualität keine Veränderung gibt? Und die Antwort ist: Da man kein Licht empfangen kann außer nach der Größe des Gewandes, bewirken die Gewänder Veränderungen am Licht; denn dem Wert des Gewandes entspricht die Erlangung des Lichts.
Und was ist das Gewand, in das sich das Licht kleidet? Dieses Gewand ist das Or Choser (zurückgeworfenes Licht). Das bedeutet: Da eine Korrektur vorgenommen wurde, damit beim Empfangen des Guten und des Genusses keine „Scham“ entstehe, gab es Zimzum (Einschränkung) und Verhüllung, sodass man das Licht nicht sieht, sondern nur in dem Maße, in dem der Mensch mit der Absicht zu geben empfangen kann. Das heißt: In dem Maße, in dem der Mensch sich mit der Absicht zu geben ausrichten kann, offenbart sich ihm das Licht.
Es zeigt sich: Das eigentliche Gefäß, das das Licht empfangen kann, bemisst sich danach, in welchem Maße er dem Schöpfer geben kann und nichts tut außer zum Nutzen des Schöpfers. Und da die Sache der Absicht zu geben gegen die Natur ist, schreitet diese Arbeit langsam voran. Und in dem Maße der Überwindung, mit der er sich überwindet, um mit der Absicht zu geben zu handeln, in diesem Maße kleidet er das Licht ein und erlangt es. Und so entstehen viele Stufen, je nach dem Wert der Arbeit der Empfangenden. Doch aufseiten des Gebenden gibt es keinerlei Veränderung. Und das ist es, was geschrieben steht „dieser Monat sei euch“, nämlich: Alle Neuerungen sind euch, das heißt, dies ist eure Arbeit, für euch, das heißt zum Bedarf der Unteren.
Und die eigentliche Arbeit ist, dass eine zusätzliche Überwindung nötig ist, nämlich „der Glaube über dem Verstand“. Das heißt, dass alle Erneuerung in der Arbeit aus der Eigenschaft „Glaube über dem Verstand“ kommt. Anders jene Menschen, die in der Eigenschaft „Glaube innerhalb des Verstandes“ arbeiten: Sie haben keine Erneuerung. Und das ist es, was geschrieben steht „es gibt nichts Neues unter der Sonne“, nämlich gerade unter der Sonne gibt es nichts Neues, aber über der Sonne gibt es Neues.
Und wir müssen verstehen, was „Sonne“ in der Arbeit bedeutet. Die Sonne scheint am Tag, und „Tag“ bedeutet, wie geschrieben steht (Pesachim 2): „‚Beim Licht steht der Mörder auf, er tötet den Armen und den Bedürftigen‘ – das will sagen: Wenn dir eine Sache so klar ist wie das Sonnenlicht“ [so sagt er: wenn dir eine Sache klar ist wie das Licht der Sonne]. Der Sinn ist: Wenn dir die Sache klar ist wie der Tag, so wird das „Sonne“ genannt, nämlich Wissen. Anders die „Nacht“, die Zweifel genannt wird. Es zeigt sich: „Unter der Sonne gibt es nichts Neues“, das heißt: Wenn die Sonne, die der Verstand ist, oben in der Wertschätzung steht, nämlich wenn der Verstand die Ursache der Taten ist, dann gibt es von dieser Seite her keine Erneuerung in der Arbeit; denn die Arbeit widerspricht dem Verstand nicht, und dort gibt es nichts Neues.
Anders aber, wenn der Mensch über der Sonne arbeiten will, nämlich über dem Verstand, dann hat er Neues in der Arbeit; denn jedes Mal kommt der Böse zu ihm und stellt die Frage des Pharaos. Und die Frage des Bösen wird die Eigenschaft „Wer und Was“ genannt. Und der Mensch muss sie beantworten. Diese Arbeit gehört euch. Und aus diesen Fragen und Antworten entsteht immer Neues. Und das ist es, was geschrieben steht „es gibt nichts Neues unter der Sonne“, aber über der Sonne, nämlich über dem Verstand, gibt es Neues.
Die Arbeit über dem Verstand muss eine bedingungslose Hingabe sein. Das heißt, der Mensch muss das Joch des Königtums des Himmels in der Eigenschaft über dem Verstand auf sich nehmen. Der Mensch muss sagen: „Ich will ein Diener des Schöpfers sein, auch wenn ich keinerlei Vorstellung von der Arbeit habe und keinen Geschmack an der Arbeit finde; und dennoch bin ich bereit, mit all meiner Kraft zu arbeiten, als ob ich Erlangung, Gefühl und Geschmack in der Arbeit hätte, und ich bin bereit, ohne jede Bedingung zu arbeiten.“ Und dann kann der Mensch vorwärtsgehen, und es gibt für ihn keinen Ort, von dem er aus seinem Zustand fallen könnte, weil er es auf sich nimmt, sogar dann zu arbeiten, wenn er buchstäblich am Boden liegt; denn es ist unmöglich, tiefer als am Boden zu sein.
Und das ist, wie geschrieben steht (Prediger 1): „Eine Generation geht und eine Generation kommt, und die Erde besteht ewig“. Das ist zu deuten: Die Sache „eine Generation geht und eine Generation kommt“ in der Arbeit ist die Sache der Aufstiege und Abstiege. Denn dass der Mensch danach strebt, zu einem Wissen zu gelangen, das heißt, nicht über dem Verstand arbeiten will, sondern gerade innerhalb des Verstandes – das heißt, der Mensch sagt, dass er, wenn der Körper den Vorteil einsieht, den Befehl des Königs zu erfüllen und zu tun, bereit ist, Mühe und Arbeit aufzuwenden; aber über dem Verstand zu glauben, dem stimmt der Körper nicht zu. Und er steht und wartet, wann er in einen Zustand gelangt, in dem der Körper das einsieht; andernfalls ist er nicht fähig, die heilige Arbeit zu verrichten. Und manchmal überwindet er diese Gedanken und Verlangen doch. Und das verursacht ihm die Aufstiege und Abstiege.
Wenn der Mensch jedoch beschließt, dass er in der Eigenschaft „Staub“ arbeiten will, das heißt, selbst wenn er in der Arbeit den Geschmack von Staub schmeckt, sagt er, dass es für ihn von großem Wert ist, wenn er etwas zum Nutzen des Schöpfers tun kann, und für sich selbst ist es ihm nicht wichtig, welchen Geschmack er spürt. Und er sagt, dass diese Arbeit – in der Zeit, in der man den Geschmack von Staub schmeckt, das heißt, in der der Körper über diese Arbeit lacht –, dass er zum Körper sagt, dass diese Arbeit seiner Ansicht nach die Eigenschaft „die Shechina (göttliche Gegenwart) aus dem Staub aufzurichten“ genannt wird.
Das heißt: Obwohl der Körper bei dieser Arbeit den Geschmack von Staub schmeckt, sagt der Mensch, dass dies Heiligkeit ist, und er misst nicht, wie viel Geschmack er in der Arbeit spürt, sondern er glaubt, dass der Schöpfer tatsächlich Freude an dieser Arbeit hat, weil hier keinerlei Beimischung des Verlangens zu empfangen ist; denn er hat nichts zu empfangen, da es in dieser Arbeit keinen Geschmack und keinen Duft gibt, denn hier ist nur der Geschmack von Staub. Deshalb glaubt er, dass dies die heilige Arbeit ist, und so ist er froh und freut sich.
Aus dem Gesagten lässt sich „eine Generation geht und eine Generation kommt“ deuten, was die Sache der Aufstiege und Abstiege ist. Das bedeutet: „eine Generation geht“ heißt, dass der Zustand des Aufstiegs sich von ihm zurückgezogen hat, und „eine Generation kommt“ heißt, dass ein anderer Aufstieg zu ihm gekommen ist. Und das ist ohne Ende. Doch „die Erde besteht ewig“. Anders nämlich die Erde, die die Eigenschaft Staub ist, bei der der Mensch fühlt, dass er am Boden liegt, dass es keinen tieferen Zustand gibt als den, in dem er sich dort befindet: Wenn der Mensch in der Eigenschaft der Erde arbeitet, das heißt, dass er sogar in der Eigenschaft Staub zu arbeiten bereit ist, so ist das „besteht ewig“, dass er keinen Fall hat, weil er bereits am Boden liegt, und er heiligt die Erde.
Zusammenfassung:
Dieser Artikel von Rabash befasst sich mit der spirituellen Bedeutung der Zeugung von „Sohn“ und „Tochter“ im Kontext der kabbalistischen Lehre. Der Text beginnt mit einer Betrachtung des Schöpfungszwecks und der Korrektur der Schöpfung. Das Ziel der Schöpfung wird als das Streben definiert, „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“, was die Fähigkeit der Geschöpfe, Freude und Vergnügen zu empfangen, beinhaltet. Die Korrektur der Schöpfung hingegen bezieht sich darauf, diese Genüsse in einer Weise zu empfangen, die den Schöpfer erfreut und nicht aus Selbstinteresse.
Rabash unterscheidet zwei Arten von „Kelim“ (Gefäßen): solche des Gebens und solche des Empfangens, die jeweils mit männlichen und weiblichen Eigenschaften assoziiert werden. Diese Unterscheidung spielt eine wesentliche Rolle in der Art und Weise, wie das Licht (spirituelle Energie) empfangen und ausgeübt wird. Das „Licht von Chassadim“ (Barmherzigkeit) und das „Licht von Chochma“ (Weisheit) werden in Beziehung zu diesen Gefäßen gesetzt.
Die spirituelle Arbeit eines Menschen beginnt damit, dass er versucht, seine Handlungen ausschließlich zum Wohle des Schöpfers zu vollziehen. Dieser Prozess beinhaltet die Erkenntnis des Bösen, die Wahrnehmung des egoistischen Empfangens als schädlich, und die Suche nach spirituellem Leben. Rabash spricht auch über die Bedeutung von „Tagen ohne Verlangen“, Zustände der Energielosigkeit, die als Teil der spirituellen Reise zu verstehen sind.
In der weiteren Diskussion geht Rabash auf die Bedeutung des „Glaubens über dem Verstand“ ein, eine Haltung, in der ein Mensch trotz fehlenden Verständnisses oder unmittelbarer Belohnung seiner spirituellen Praxis nachgeht. Dieses Konzept ist zentral für die Überwindung des egoistischen „Willens zu empfangen“, der als zentrales Hindernis auf dem Weg zur spirituellen Vollendung gesehen wird.
Das Konzept von „Sohn“ und „Tochter“ in der spirituellen Arbeit wird als Metapher für die Entwicklung von „Gefäßen des Gebens“ und „Gefäßen des Empfangens“ verstanden. Ein „Sohn“ repräsentiert die Gefäße des Gebens, während eine „Tochter“ die Gefäße des Empfangens symbolisiert. Das Erzeugen beider Aspekte gilt als wesentlich für die Vollendung des „Heiligen Namens“ im kabbalistischen Verständnis.
Der Artikel schließt mit einer Diskussion über die Notwendigkeit der kontinuierlichen Arbeit an sich selbst, um spirituelle Vollkommenheit zu erreichen. Diese Arbeit beinhaltet sowohl Aufstiege als auch Abstiege, die als notwendige Schritte auf dem Weg zur spirituellen Reifung und zum Erreichen einer tieferen Verbindung mit dem Schöpfer gesehen werden.
korrOp, EY, 10.08.2026, 02:50 Uhr, Ver3