1991/34 Was bedeutet „Jemand, der die Früchte in dieser Welt isst, während das Kapital für die kommende Welt erhalten bleibt“ in der Arbeit?
Der Sohar (BeHaalotcha, Blatt 52, und im Sulam [Leiter-Kommentar], Punkt 140) sagt mit diesen Worten: „Rabbi Aba sagte: Das Böse im Herzen, das an allen Gliedern des Körpers haftet, tut ihnen dies an. Es gibt ein Übel, das ich unter der Sonne gesehen habe, und es lastet schwer auf dem Menschen. Dieses Übel ist die Kraft des Bösen im Herzen, das über die Dinge dieser Welt herrschen will und sich um die Dinge jener Welt überhaupt nicht kümmert. Er fragt: Warum ist das Herz böse? Und er antwortet: Der darauffolgende Vers beweist es, jener, der sagt (Prediger 6): ‚Einem Menschen, dem Gott Reichtum, Besitz und Ehre gibt, dem an seiner Seele nichts mangelt von allem, was er begehrt, und doch ermächtigt Gott ihn nicht, davon zu essen, denn ein fremder Mann wird es essen.‘
Dieser Vers ist schwer zu verstehen: Da geschrieben steht, dass es seiner Seele an nichts mangelt von allem, was er begehrt, warum ermächtigt Gott ihn dann nicht, davon zu essen? Es mangelt seiner Seele doch an nichts. Und er antwortet, dass der Schöpfer einem Menschen, der durch diese Welt geht, Reichtum gibt, damit dieser sich für die kommende Welt damit verdient macht und ein Kapital von seinem Geld bei ihm bleibt. Was ist das Kapital? Es ist jenes Geld, das auf ewig Bestand hat; deshalb muss er dieses Kapital hinter sich zurücklassen. Und dieses Kapital wird er empfangen, nachdem er aus dieser Welt gegangen ist, denn dieses Kapital ist der Baum des Lebens jener Welt, der Seir Anpin ist. In dieser Welt findet sich von ihm nichts außer jenen Früchten, die aus ihm hervorgehen. Deshalb isst der Mensch seine Früchte, die er sich in dieser Welt verdient hat, und das Kapital bleibt ihm für jene Welt erhalten, um sich darin das höhere Leben in der oberen Welt zu verdienen.
Und wer sich selbst verunreinigt und seinem eigenen Vorteil nachläuft, dem an seiner Seele und seinem Körper nichts mangelt, den ermächtigt Gott nicht, davon zu essen und sich jenen Reichtum zu verdienen“ – so weit der Wortlaut.
Es gilt nun in der Arbeit zu verstehen, was es bedeutet, dass er „seine Früchte in dieser Welt isst und das Kapital ihm für die kommende Welt erhalten bleibt“, in der Arbeit. Und ebenso, was die Auslegung von „dem Gott Reichtum, Besitz und Ehre gibt“ in der Arbeit ist, worüber gesagt wird: „Und Gott ermächtigt ihn nicht, davon zu essen, denn ein fremder Mann wird es essen.“
Es ist bekannt, dass es in der Arbeit die Ebene des Tuns gibt, wie geschrieben steht: „Die Gott zu tun erschaffen hat.“ Das heißt, der Schöpfer hat den Menschen mit dem Verlangen erschaffen, Gutes und Genuss zu empfangen, und je nach dem Verlangen und der Begierde des Menschen nach einer Sache ist der Mensch fähig, sich an dieser Sache zu erfreuen. Deshalb wurden wir mit einem Verlangen geboren, zum eigenen Nutzen zu empfangen. Und dies schreiben wir dem Schöpfer zu.
Und Er hat uns gegeben, andere Kelim [Gefäße] zu machen, die den Kelim entgegengesetzt sind, die der Schöpfer gemacht hat. Das heißt, die Kelim, die die Geschöpfe machen sollen, sind ein Verlangen, dem Schöpfer zu geben. Mit anderen Worten: Die Kelim, die der Schöpfer gemacht hat, sind dafür, dass die Geschöpfe Genuss empfangen, und die Kelim, die die Geschöpfe machen sollen, sind dafür, dass der Schöpfer Genuss empfängt. Wenn der Mensch aber mit einer Natur des Verlangens zu empfangen erschaffen wurde, wie kann man dann diese Natur verändern?
Die Antwort ist, dass es ein Mittel (Segula) gibt, mit dem man eine zweite Natur vom Schöpfer empfangen kann. Darüber sagten unsere Weisen: „Der Schöpfer sagte: Ich habe den bösen Trieb (Jezer haRa) erschaffen, Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen“ – aus dem Grund, dass „das Licht in der Tora ihn zum Guten zurückkehren lässt“. Das heißt, durch das Licht in der Tora werden sie am Ende die zweite Natur empfangen, die das Verlangen ist, ihrem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, und dann verdienen sie sich die Anhaftung (Dwekut), die „Angleichung der Form“ genannt wird.
Doch bevor man zum Erlangen des Verlangens zu geben gelangt, muss der Mensch mehrere Stufen durchlaufen:
1) Zunächst muss der Mensch verstehen, dass er dieses Verlangen erlangen muss. Denn wenn der Mensch im Begriff ist, etwas zu tun, schaut er, wie die Menschen sich verhalten – das heißt, ob auch die Menschen in seiner Umgebung verstehen, dass man alles um des Himmels willen tun muss. Und gewiss sieht der Mensch sich unter jenen um, die sich mit Tora und Mizwot befassen, und er sieht, dass es keinen Einzigen in seiner Nähe gibt, dem es ein Anliegen wäre, sich zu sorgen und Ratschläge zu ersinnen, wie man das Verlangen zu geben erlangt.
Und der Grund, warum er es bei anderen nicht sieht, ist einfach: weil jene nicht den Weg gehen, zur Absicht zu gelangen, zu geben. Dann sieht er die Wahrheit. Doch jene, die sich sehr wohl mit Tora und Mizwot befassen mit der Absicht zu geben, arbeiten gewiss im Verborgenen. Denn wäre ihre Arbeit nach außen hin offenbar, so würde sich in ihre Arbeit bereits ein Anteil von Äußerlichkeit mischen. Denn es ist eine Natur: Wenn der Mensch sieht, dass jemand auf seine Taten schaut, die er tut, dann denkt der Mensch, dass der andere seine Arbeit wertschätzt, und damit hat er schon Kraft zur Arbeit – nicht weil der Schöpfer seine Arbeit fordert, sondern weil der andere, der auf ihn schaut, ihn dazu verpflichtet, in Tora und Mizwot zu arbeiten. Deshalb verbergen jene, die um des Himmels willen arbeiten wollen, ihre Arbeit vor anderen. Deshalb hat der Mensch keine Möglichkeit zu sehen, ob es jemanden gibt, der mit der Absicht zu geben arbeitet.
Deshalb hat der Mensch eine große Arbeit, bis er zu dem Gefühl gelangt, dass ihm das Verlangen zu geben fehlt. Und obwohl der Mensch manchmal zu verstehen beginnt, dass ihm tatsächlich das Verlangen zu geben fehlt, gilt dennoch das oben Gesagte: Denn wenn er sieht, dass es viele Menschen gibt, die sich mit Tora und Mizwot befassen und angesehene Menschen sind, und er sieht nicht, dass sie einen Mangel haben – das heißt, dass sie Leiden empfänden, weil sie kein Verlangen zu geben haben –, so zeigt sich, dass die erste Arbeit darin besteht, dass er sich bemüht, ein Bedürfnis zu erlangen, sich das Verlangen zu geben zu verdienen.
2) Nachdem er bereits ein Bedürfnis nach dem Verlangen zu geben erlangt hat, empfängt er die Erfüllung dennoch nicht sogleich, sobald er beginnt, einen Mangel zu erlangen. Und das kommt daher, dass das Empfinden des Mangels auch von dem Maß abhängt, in dem er Leiden darüber empfindet, dass er das Verlangen zu geben nicht hat. Wenn der Mensch aber zu empfinden beginnt, wie sehr ihm dies fehlt, und man von oben will, dass er einen wahren Mangel hat, dann empfängt er von oben Hilfe im Empfinden des Mangels. Das heißt, man zeigt ihm, wie weit er davon entfernt ist – das heißt, er sieht, wie schwer es ist, das Verlangen zu geben zu erlangen, und das verursacht ihm einen großen Mangel. Doch wozu brauchen wir einen großen Mangel? Der Grund ist: Bei einer Sache, die nicht wichtig ist, weiß man nicht, wie man die Sache hüten soll, damit sie einem nicht verlorengeht. Deshalb gibt man dem Menschen die Sache von oben nicht, bevor er einen wahren Mangel hat, denn der Mangel und die Sehnsucht machen die Sache wichtig.
Doch der Weg der Arbeit ist: Wenn der Mensch sieht, dass es schwer ist, das Begehrte zu erlangen, flieht er vor der Arbeit. Und er sagt: Ich glaube, dass es Menschen gibt, die sich verdient gemacht haben, denen der Schöpfer das Verlangen zu geben gegeben hat. Und das lag daran, dass sie tüchtiger waren als er. Aber ein Mensch wie er, der schlechtere Eigenschaften hat als andere, hat keinerlei Aussicht, sich dies zu verdienen. Deshalb flieht er vom Schlachtfeld und tritt in die Arbeit auf der Ebene der Arbeit der Allgemeinheit ein.
Nur jene Menschen, die sagen, dass sie vor der Arbeit fliehen wollen, aber nirgendwohin gehen können, weil sie aus keiner Sache Befriedigung empfangen können – diese Menschen rühren sich nicht von der Arbeit weg. Und obwohl sie Aufstiege und Abstiege haben, verzweifeln sie nicht. Und das ist, wie geschrieben steht: „Und die Kinder Israels seufzten vor der Arbeit, und sie schrien, und ihr Hilferuf stieg von der Arbeit auf zu Gott.“ Das heißt, sie schrien wegen der Arbeit darüber, dass sie in der Arbeit für den Schöpfer nicht vorankamen, sodass sie mit der Absicht arbeiten könnten, ihrem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Und dann verdienten sie sich den Auszug aus Ägypten, der auf der Ebene der Arbeit „Auszug aus der Herrschaft des Verlangens zu empfangen und Eintritt in die Arbeit des Gebens“ genannt wird.
Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Anfang der Arbeit des Menschen darin besteht, dass er das Königtum des Himmels auf sich nimmt. Das heißt: Dort, wo der Mensch sich einzig und allein darum sorgte, das Verlangen eines alten und törichten Königs zu erfüllen – das heißt, dass seine ganze Arbeit nur zum eigenen Nutzen war –, hat er einen anderen König auf sich genommen, der „Königtum des Himmels“ genannt wird, indem er den Schöpfer über sich, über all seine Glieder, zum König macht. Das heißt, dass all seine Glieder dem Schöpfer dienen sollen. Und das wird in der Arbeit „Auszug aus Ägypten“ genannt, das heißt „Auszug aus der Herrschaft des eigenen Nutzens und Auf-sich-Nehmen, dem Schöpfer zu dienen“, wie geschrieben steht: „Ich bin der Ewige, euer Gott, der euch aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, um euch ein Gott zu sein.“ Das ist so auszulegen, dass Er sie aus der Herrschaft des Verlangens, für sich selbst zu empfangen, herausgeführt und ihnen das Verlangen zu geben gegeben hat. Das wird „um euch ein Gott zu sein“ genannt: dass Ich euch das Verlangen zu geben gegeben habe, damit ihr um Meines Namens willen arbeiten könnt. Und das wird genannt, dass Ich euch die Kraft gegeben habe zu empfinden, dass Ich der Ewige bin.
Doch wie empfängt der Mensch dieses Gefühl, dass das Verlangen zu empfangen etwas Böses ist? Wer teilt dem Menschen mit, dass er seine Taten korrigieren muss? Siehe, im Sulam (1. Mose, Teil 3, Blatt 64, Stichwort „Und deshalb“) schreibt er dort mit diesen Worten: „Und deshalb hat der Schöpfer dem Menschen vom Zeitpunkt seiner Geburt an Leiden in die Sache des Empfangens für sich selbst eingeprägt, sowohl körperliche Schmerzen als auch seelische Schmerzen. So wird er, auch wenn er sich mit Tora und Mizwot sogar zum eigenen Genuss befasst, durch das Licht in ihr dennoch die Geringheit und die furchtbare Verdorbenheit empfinden, die in der Natur des Empfangens für sich selbst liegt. Und dann wird er es sich zu Herzen nehmen, sich von dieser Natur des Empfangens zu lösen, und sich völlig dem hingeben, nur zu arbeiten, um seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, im Maße des Geschriebenen: ‚Alles hat der Ewige um Seinetwillen gewirkt.‘ Und dann wird der Ewige ihm die Augen öffnen, und er wird vor sich eine Welt sehen, die von vollkommener Vollendung erfüllt ist, und dann nimmt er teil an Seiner Freude zur Zeit der Erschaffung der Welt (denn unsere Weisen sagten: ‚Es gab keine Freude vor Ihm wie an dem Tag, an dem Himmel und Erde erschaffen wurden‘).“
Daran zeigt sich: Das Licht der Tora gibt dem Menschen den Mangel, sodass er ein Bedürfnis hat, vom Schöpfer zu erbitten, dass Er ihm die Kraft gibt, das Joch des Königtums des Himmels auf sich zu nehmen und all seine Taten um des Himmels willen zu tun. Und danach, wenn er sich bereits das Königtum des Himmels verdient hat, gibt es eine zweite Stufe, die „Tora“ genannt wird, die die Ebene der „Namen des Schöpfers“ ist, was die Ebene von „Die Tora, der Schöpfer und Israel sind eins“ ist.
Nach dem Gesagten lassen sich die Worte des Sohar auslegen: „Denn dieses Kapital ist der Baum des Lebens jener Welt, der Seir Anpin ist, und von ihm findet sich in dieser Welt nichts außer jenen Früchten, die aus ihm hervorgehen, und deshalb isst der Mensch, der sie sich verdient hat, seine Früchte in dieser Welt, und das Kapital bleibt ihm für die kommende Welt erhalten.“ Zu erklären ist, was geschrieben steht: „und das Kapital bleibt für die kommende Welt erhalten“, das ist Seir Anpin – denn Seir Anpin wird „Tora“ genannt, und das wird „jene Welt“ genannt, das heißt „die Welt, die nach dieser Welt kommt“; denn diese Welt wird „Malchut“ genannt und die kommende Welt ist eine „andere“. Diese Welt nennt der Sohar mit dem Namen „Seir Anpin“, der der „Baum des Lebens“ ist, die Ebene der „Tora“.
Und es ist bekannt, dass die Ordnung der Arbeit so ist: Zuerst muss der Mensch sich das Königtum des Himmels verdienen, sodass es mit der Absicht zu geben geschieht. Und wie kann der Mensch sich die Ebene des Gebens verdienen? Das ist, wie oben gesagt: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.“ Dies geschieht also durch die Tora, das heißt durch „das Licht in ihr, das ihn zum Guten zurückkehren lässt“. Somit ist die Tora für ihn auf der Ebene der „Ratschläge“ (Ejtin), wie man zur Ebene des Königtums des Himmels gelangt – denn Malchut wird „diese Welt“ genannt –, und „das Licht, das ihn zum Guten zurückkehren lässt“, wird „Früchte“ genannt. Das heißt, der Mensch sieht Früchte aus seiner Arbeit, das heißt, er hat sich in der Tora bemüht und daraus Früchte erlangt, denn der Lohn aus der Arbeit wird „Früchte“ genannt. Daher ist auszulegen, dass er „Früchte aus der Tora“ isst – das ist, dass er sich durch die Tora das Verlangen zu geben verdient hat, das die Ebene „lässt ihn zum Guten zurückkehren“ genannt wird. Und das wird die Ebene der „613 Ratschläge“ genannt.
Und danach kommt die Sache der 613 Pikudin [Hinterlegungen], die bereits das Wesen der Tora selbst ist, auf der Ebene von „Die Tora, der Schöpfer und Israel sind eins“. Und das wird die Ebene der „Tora in ihrem Wesen“ genannt. Und das ist es, was er sagt: „Seir Anpin ist die Ebene des Baums des Lebens, der die Tora ist“, und das ist „das Kapital bleibt ihm für die kommende Welt erhalten“, das die Ebene der Tora ist, was „Kapital, das das Wesen der Tora ist“ genannt wird. Anders verhält es sich mit dem Königtum des Himmels, das die Ebene dieser Welt ist: Dort ist die Tora nur auf der Ebene der Früchte, das heißt, wie oben gesagt, dass sie nur „das Licht der Tora ist, das ihn zum Guten zurückkehren lässt“. Anders verhält es sich mit Seir Anpin, der „Kapital, das das Wesen der Tora ist“ genannt wird. Und das wird „ihre Früchte in dieser Welt“ genannt – wobei „diese Welt“ „Malchut“ genannt wird –, das heißt die Ebene des beständigen Glaubens. Und danach kommt eine zweite Stufe, die „die kommende Welt“ genannt wird, das heißt, dass sie nach Malchut kommt, die die Ebene des Seir Anpin ist, das Land des Lebens, das das Wesen der Tora ist.
Nach dem Gesagten ist auszulegen, was er fragt: „Warum ist das Herz böse?“ Und er antwortet: Das ist, was geschrieben steht: „Einem Menschen, dem Gott Reichtum, Besitz und Ehre gibt, dem an seiner Seele nichts mangelt von allem, was er begehrt, und doch ermächtigt Gott ihn nicht, davon zu essen, denn ein fremder Mann wird es essen.“ Und er fragt: Da geschrieben steht „und seiner Seele mangelt an nichts von allem, was er begehrt“, warum dann „und Gott ermächtigt ihn nicht, davon zu essen“? Es mangelt seiner Seele doch an nichts. Und darauf antwortet er, dass die Sache, dass „der Mensch seine Früchte in dieser Welt isst“, wie wir erklärt haben, sich auf die Ebene des Königtums des Himmels bezieht – das ist, dass das Licht in der Tora ihn zum Guten zurückkehren lässt; dieses Licht wird „Früchte“ genannt. Und danach gelangt er zur Ebene „das Kapital bleibt ihm für die kommende Welt erhalten“, wie bereits dargelegt, dass er sich die Ebene „Wesen der Tora“ verdient. Und das wird „Vollendung“ genannt.
Und damit löst der Sohar es auf, mit diesen Worten: „Und wer sich selbst verunreinigt und seinem eigenen Vorteil nachläuft, dem an seiner Seele und seinem Körper nichts mangelt, den ermächtigt Gott dann nicht, davon zu essen und sich jenen Reichtum zu verdienen.“
„Reichtum“ ist so auszulegen: Da „es keinen Armen gibt außer am Verstand“, bedeutet Reichtum, dass er sich verdient hat, Tora zu lernen und alle Gesetze zu kennen. Und er hat Besitz, das heißt, dass er weiß, dass er, gelobt sei der Schöpfer, einen großen Besitz an Tora, Mizwot und guten Taten hat. Und er hat Ehre, was so auszulegen ist, dass alle ihn ehren wegen der Ehre der Tora – dennoch „ermächtigt Gott ihn nicht, davon zu essen“.
Und der Grund ist: Obwohl er Reichtum, Ehre und gute Taten hat, läuft er dennoch seinem eigenen Vorteil nach, das heißt zum eigenen Nutzen, wie geschrieben steht „und seiner Seele mangelt an nichts“ – das heißt, dass all seine Sorge dahin geht, dass ihm kein Mangel auf der Ebene des eigenen Nutzens entstehe. Und damit hat er nichts, um etwas aus der Heiligkeit (Kedusha) zu essen, sondern alles geht zur Sitra Achra [andere Seite].
Und das ist, was geschrieben steht: „denn ein fremder Mann wird es essen“ – das heißt, dass die Klipot [Schalen] alles genommen haben, was daher kommt, dass seine ganze Arbeit für das Verlangen zu empfangen war, das der Herrschaftsbereich der Klipot ist. Es zeigt sich, dass der ganze Reichtum, von dem er meinte, er habe den Verstand der Tora, und der Besitz, der der Besitz von Tora und Mizwot ist, sich alles im Herrschaftsbereich der Klipot befindet.
Und damit verstehen wir, was er fragt: „Warum ist das Herz böse?“ Es ist auszulegen, was das Böse ist, das im Verlangen zu empfangen liegt. Und darauf antwortet er: „Der darauffolgende Vers beweist es, jener, der geschrieben steht: ‚Ein Mensch, dem Gott Reichtum und Besitz gibt.‘“ Das heißt, obwohl der Schöpfer ihn vieles in der Heiligkeit tun ließ, ging dennoch alles in einen anderen Herrschaftsbereich über, weil alles zum eigenen Nutzen war. Eben das besagt der Vers: „denn ein fremder Mann wird es essen“, das heißt die Klipot, aus dem Grund, dass er für sie und nicht für die Heiligkeit gearbeitet hat. Doch man muss wissen: Wenn der Mensch seine Taten korrigiert, holt er alles aus den Klipot heraus, und alles kehrt zur Heiligkeit zurück, wie geschrieben steht: „Reichtum hat er verschlungen, und er wird ihn wieder ausspeien.“
Nach dem Gesagten gibt es die Sache der „Früchte in dieser Welt“ von der Ebene „das Licht in ihr lässt ihn zum Guten zurückkehren“, wodurch er das Königtum des Himmels empfing – wobei die Arbeit darin besteht, aus der Herrschaft des Verlangens zu empfangen herauszukommen und alles mit der Absicht zu geben zu tun. Und danach gibt es die Sache „das Kapital bleibt ihm für die kommende Welt erhalten“, was die Sache der Tora auf der Ebene der „Namen des Schöpfers“ ist.
Und man kann auslegen, was der Sohar sagt (BeHaalotcha, Blatt 9, und im Sulam, Punkt 26) mit diesen Worten: „Es steht geschrieben: ‚Und zu Sebulon sagte er: Freue dich, Sebulon, an deinem Auszug, und Issachar, in deinen Zelten.‘ Das lehrt, dass sie sich miteinander verbanden: Der eine zog aus und führte Krieg, und der andere saß und befasste sich mit der Tora; und dieser gibt jenem einen Anteil von seiner Beute, und jener gibt diesem einen Anteil von seiner Tora. Denn Issachar ist das Geheimnis von Tiferet, und Sebulon ist das Geheimnis von Malchut. Und deshalb fiel es Sebulon zu, auszuziehen und Krieg zu führen, weil er die Ebene von Malchut ist, nämlich die Fülle durch Kriege. Und Issachars Anteil ist die Tora. Und deshalb verbanden sie sich miteinander, sodass Sebulon durch Issachar gesegnet wird, denn der Segen der Tora ist der Segen über alles.“
Und es ist auszulegen, dass die Sache der Partnerschaft von Issachar und Sebulon im Sinne der spirituellen Arbeit in einem einzigen Körper besteht. Das heißt, dass die Arbeit auf zweierlei Weisen geordnet sein muss:
1) Sie ist die Ebene des Königtums des Himmels; dann gibt es die Sache des Kampfes gegen den Trieb, aus der Herrschaft der Eigenliebe herauszukommen und auf sich zu nehmen, dass alle seine Taten mit der Absicht zu geben sein sollen. Und dann nimmt er durch die Kriege Beute. Das heißt, er nimmt die Kräfte des Verlangens zu empfangen und tauscht sie gegen das Verlangen zu geben; das wird genannt, dass er es durch den Krieg unterwirft. Und das Verlangen zu empfangen wird gezwungen, alles nach seinem Willen zu tun, das heißt, dass alle Taten nur mit der Absicht zu geben sein sollen. Und woher nimmt die Ebene von Sebulon Kräfte, um den Krieg gewinnen zu können? Diese nimmt er von Issachar, das heißt von der Tora Issachars.
Dazu passt das oben Gesagte, wie geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.“ Darauf zielen seine Worte: „und jener gibt diesem einen Anteil von seiner Tora, denn Issachar ist die Ebene von Tiferet“. Und aus der Tora Issachars hat Sebulon die Kraft, die Kriege zu gewinnen. Und eben dies ist es, was „er isst seine Früchte in dieser Welt“ genannt wird, das heißt, dass er die Früchte sieht, die die Tora ihm bringt. Mit anderen Worten: Er sieht, dass er sich durch das Licht in der Tora das Verlangen zu geben verdient hat, denn „Früchte“ werden die „Gewinne aus der Arbeit“ genannt.
Das ist die oben genannte Ebene der „613 Ratschläge“ (Ejtin). Und das wird genannt, dass „Issachar diesem einen Anteil von seiner Tora gibt“, von dem er Früchte isst. Und das ist es, was er sagt: „und der eine gibt einen Anteil von seiner Beute“ – denn durch die Beute, die Sebulon ihm gibt, sitzt jener und befasst sich mit der Tora. Das bedeutet, dass jener sich, wenn Sebulon ihm nicht von seiner Beute gegeben hätte, gleichsam die Tora nicht hätte verdienen können.
Es ist auszulegen, dass hier von der Ebene der Tora die Rede ist, die die Ebene der „Namen des Schöpfers“ ist, die von der Ebene der „613 Pikudin“ ist, die das „Wesen der Tora“ ist, wie oben gesagt – denn das Wesen der Tora kann man sich nicht verdienen, bevor der Mensch sich die Ebene des Glaubens verdient hat, das Königtum des Himmels auf der Ebene der Absicht zu geben, sodass dann das Verlangen zu empfangen unterworfen ist und das Verlangen zu geben das Herrschende ist.
Deshalb gilt: Wenn Malchut das Verlangen zu geben hat – jenes Verlangen, das Malchut sich durch Kriege verdient hat, was genannt wird, dass „sie Beute aus dem Krieg genommen hat“ –, und wenn sie es ihm gibt, dann kann er „im Zelt der Tora sitzen“, eine Ebene, die er als die Ebene von „Tiferet“, Seir Anpin, bezeichnet. Anders verhält es sich, wenn die Stufe noch nicht das Verlangen zu geben hat: Dann gibt es keinen Platz für die Ebene des Wesens der Tora. Und das wird „die Partnerschaft von Issachar und Sebulon“ im Sinne der spirituellen Arbeit genannt, das heißt, wie bereits dargelegt, dass Malchut zu den Kriegen auszieht und Seir Anpin, „der Tora genannt wird“, Malchut von seiner Tora gibt.
Das heißt, dass man zweierlei Weisen in der Tora unterscheiden muss:
1) Auf der Ebene „das Licht in ihr lässt ihn zum Guten zurückkehren“, woraus sich die Ebene der „Früchte“ für Malchut herabzieht.
2) Die Ebene des „Wesens der Tora“, die „das Kapital bleibt ihm für die kommende Welt erhalten“ genannt wird, was gerade dann geschieht, nachdem die Ebene von Malchut bereits das Verlangen zu geben hat, das sie sich durch „das Licht der Tora“ verdient hat, wie oben gesagt, das die Ebene der „Früchte“ genannt wird.
Und das ist nach Art dessen, wie unsere Weisen sagten, dass die Hand-Tefillin [Gebetsriemen] vor den Kopf-Tefillin kommen. Denn die Hand-Tefillin, sagt der Sohar, ist die Ebene von Malchut, die „schwache Hand“, weil sie Stärkung nötig hat; denn im Königtum des Himmels gibt es all die Kriege, um das Verlangen zu empfangen zu unterwerfen. Und danach kommt die Kopf-Tefillin, die die Ebene der Tora ist.
korrOp, EY, 27.07.2026, 01:12 Uhr, Ver4