1991/12 Diese Kerzen sind heilig
Baal HaSulam sagte über die Worte „Diese Kerzen sind heilig, und wir haben nicht das Recht, sie zu benutzen, sondern dürfen sie nur betrachten“, dass man den Unterschied zwischen dem Wunder von Chanukka und dem Wunder von Purim kennen muss. Denn an Chanukka richtete sich das Dekret nur gegen das Spirituelle: Man hinderte das Volk Israel daran, die Mizwot (Gebote) zu erfüllen. Und das Wunder bestand darin, dass sie die Mizwot erfüllen konnten, sobald die Hasmonäer die Oberhand gewannen. Da es aber für das Spirituelle keine Gefäße gibt – denn „Gefäße“ (Kelim) heißen ausdrücklich nur die Gefäße des Empfangens, was man „Schöpfung aus dem Nichts“ nennt, also das Verlangen zu empfangen –, kam der Hinweis, der eben darauf verweist: „Diese Kerzen sind heilig, und wir haben nicht das Recht, sie zu benutzen.“
Beim Wunder von Purim ist es nicht so: Dort richtete sich das Dekret auch gegen die Körper, wie geschrieben steht: „zu vernichten, zu töten und auszurotten …“ (Esther 3,13). Daraus folgt, dass das Wunder die Körper betraf. Und „Körper“ heißen Gefäße des Empfangens. Darum heißt es an Purim: „Freude, Festmahl und Feiertag“, denn ein Festmahl gehört bereits zum Körper. An Chanukka aber wurde uns das Wunder gegeben, „sie nur zu betrachten, und wir haben nicht das Recht, sie zu benutzen“.
Und das ist es, was unsere Weisen sagten: Chanukka – „Chanu-Kah“. Er fragte, worin der Hinweis von „Chanu“ liegt, und erklärte, dass „Chanu“ „Rast“ bedeutet. Dazu gab er ein Gleichnis: Oft gibt man mitten im Krieg einer Soldateneinheit Urlaub, und sie gehen nach Hause, damit sie danach die Kraft haben, tapfere Soldaten zu sein. Nach der Rast kehren sie auf das Schlachtfeld zurück. Es gibt aber Dummköpfe, die denken: Warum hat man ihnen Urlaub nach Hause gegeben? Sicher ist der Krieg vorbei, und man braucht sie nicht mehr.
Die Klugen unter ihnen aber verstehen, dass man ihnen den Urlaub zum Ausruhen gegeben hat, damit sie neue Kräfte sammeln, um gegen den Feind zu kämpfen. Darum verstehen sie, dass die Rast dazu dient, Kraft für den Kampf zu gewinnen.
Ebenso ist es hier: An Chanukka gab es nur eine Erlösung des Spirituellen, denn das Dekret richtete sich nur gegen das Spirituelle, wie es heißt (im Gebet Al HaNissim, „Über die Wunder“): „Als sich das frevlerische Königreich Griechenlands gegen Dein Volk Israel erhob, um es Deine Tora vergessen zu lassen und es von den Gesetzen Deines Willens abzubringen, da tratest Du in Deinem großen Erbarmen in der Zeit ihrer Not für sie ein …“
Daraus folgt, dass die Erlösung nur das Spirituelle betraf. Und „Spirituelles“ heißt in der Arbeit Gefäße des Gebens (Kelim de-Hashpaa), auch „Licht der Chassadim (Gnaden)“ genannt, das sich in die Gefäße des Gebens kleidet. Doch wenn man hier nur die Gefäße des Gebens erlangt, ist das erst die halbe Arbeit, also der halbe Krieg. Das heißt, der Mensch muss erreichen, dass auch die Gefäße des Empfangens (Kelim de-Kabbala) in die Heiligkeit eintreten – dass er sie also mit der Absicht zu geben gebraucht.
Und nachdem auch die Gefäße des Empfangens in die Heiligkeit eingetreten sind, heißt es, dass er nun Gefäße zum Empfangen hat. Diese Stufe nennt man dann „Versüßung der Gwurot“ (Hamtakat haGwurot). Das heißt: Bevor er die Gefäße des Empfangens erlangte, die der Absicht zu geben dienen, konnte er das Licht nicht gebrauchen, das sich über den Gefäßen des Gebens offenbarte. Denn Gefäße des Gebens bedeutet, dass der Mensch etwas gibt und für dieses Geben nichts will, weil er glaubt, dass er einem großen König dient. Darum freut er sich, dass er einem großen König dienen darf.
Wenn er dagegen die Gefäße des Empfangens gebraucht – das heißt, er nimmt Genüsse vom Schöpfer –, so wird er durch dieses Empfangen wegen der Ungleichheit der Form vom Schöpfer getrennt. Darum heißen diese Gefäße des Empfangens „bittere Gwurot“ (Gwurot Marim). Denn es ist ihm bitter wegen der Entfernung vom Schöpfer. Die Bedeutung der Gwurot ist nämlich: Im Menschen gibt es zwei Arten von Gefäßen. Das eine heißt „Chessed (Gnade)“, das heißt, er gibt; das andere heißt „Gwura“, und das ist, was er empfängt. Es heißt Gwura, weil hier ein Überwinden im Spiel ist, nämlich nicht zu empfangen. Würde er nämlich empfangen, so wäre er vom Schöpfer entfernt, und dieser Zustand ist ihm bitter. Wenn er daher dem Verlangen zu empfangen die Absicht zu geben verleihen kann, so zeigt sich bei den früheren Gwurot – bei denen es ihm, sooft er das Gefäß des Empfangens gebrauchte, wegen der Ungleichheit der Form bitter war.
Jetzt sind sie versüßt. Das heißt, jetzt, wo er das Gefäß des Empfangens gebraucht, empfindet er Süße, weil seine Absicht „um zu geben“ ist. Und das ist schon Gleichheit der Form. Darum kann er jetzt Genuss aus diesen Gefäßen ziehen. Denn beim Empfangen auf diese Weise – um zu geben – gibt es keine Bitterkeit, sondern alles ist gut.
Wir sagen (im Lied „Maoz Tzur – Fels meiner Rettung“): „Griechen scharten sich um mich, damals in den Tagen der Hasmonäer, und durchbrachen die Mauern meiner Türme.“ „Griechen“ heißen jene Menschen, die im Verstand gehen, das heißt, die nichts tun können, wenn es dem Verstand widerspricht. Damals herrschten die Griechen – ihre Herrschaft lag über dem Volk Israel.
Und diese Herrschaft nennt man „das frevlerische Königreich Griechenlands“, dessen Aufgabe es ist, „es Deine Tora vergessen zu lassen und es von den Gesetzen Deines Willens abzubringen“. Das heißt, die Herrschaft, gerade im Verstand zu gehen, führt dazu, dass die Mauer durchbrochen wird, die den Turm bewahrt. „Turm“ bedeutet, dass der Mensch ein gewisses Maß an Größe des Schöpfers besitzt. Und diese „Mauer“ heißt Glaube über dem Verstand, denn gerade durch den Glauben über dem Verstand kann er zum Empfinden der Größe des Schöpfers gelangen und sich die Größe des Schöpfers ebenso vorstellen.
Und wenn der Mensch ein Empfinden für die Größe des Schöpfers hat, dann gleicht er „einer Kerze vor der Fackel“ und ist vor Ihm annulliert. Die Griechen aber sind die Herrschaft im Verstand, die nicht erlaubte, über den Verstand zu gehen. Das ist gemeint mit „sie durchbrachen die Mauern meiner Türme“: nämlich den Glauben über dem Verstand, der eine Mauer ist, innerhalb derer man Türme bauen kann, also die Größe des Schöpfers erlangen, was „Turm“ heißt. Das heißt, gerade durch den Glauben über dem Verstand erlangt man den Verstand der Heiligkeit (Daat de-Kedusha).
Daraus folgt: Die Größe des Menschen, der das Empfinden für die Größe des Schöpfers erlangt, kommt gerade dadurch, dass der Mensch sich erniedrigt, also seinen Verstand erniedrigt. Dann kann er die Größe des Schöpfers erlangen, die „Verstand der Heiligkeit“ heißt.
Damit lässt sich erklären, was geschrieben steht (im WaJiten Lecha zum Ausgang des Shabbat): „Rabbi Jochanan sagte: An jedem Ort, wo du die Größe des Heiligen, gepriesen sei Er, findest, dort findest du Seine Demut …“ Sicher gibt es dafür eine einfachere Erklärung. Wenn wir aber im Sinne der Arbeit sprechen, gilt es zu verstehen, was da geschrieben steht: dass wir die Demut des Schöpfers finden, der demütig ist. Und es gilt zu verstehen, wie man beim Schöpfer überhaupt von der Eigenschaft der Demut sprechen kann, denn sie deutet auf Niedrigkeit – und wie lässt sich diese Eigenschaft dem Schöpfer zuschreiben? Gewöhnlich heißt es ja: „Der Schöpfer ist König, Er hat Sich in Hoheit gekleidet.“
Man kann es aber so deuten, dass damit der Mensch gemeint ist. Das heißt: Überall, wo der Mensch der Größe des Schöpfers würdig wird, etwas von ihr zu erlangen, „dort findest du seine Demut“ – die des Menschen. Denn je nach der Größe des Schöpfers, deren der Mensch würdig wird, in solchem Maß sieht der Mensch seine Niedrigkeit.
Das heißt: Gerade wenn der Mensch über den Verstand geht, kommt der Verstand zu ihm und will ihn stören und beginnt, mit ihm zu streiten. Der Mensch sieht dann, dass er nichts zu erwidern hat. Da erkennt er das Böse in sich – dass er einer besonderen Stärkung bedarf, um sich vor dem Verstand des bösen Triebes zu retten, der „Griechen“ genannt wird. Und entsprechend dem Bösen, das sich in ihm offenbart, sieht er dann, dass keiner so niedrig ist wie er, weil das Böse sich in ihm stärker offenbart als bei anderen Menschen. Wie gesagt geschieht das gemäß dem Guten, das der Mensch tut, sofern er den Weg der Wahrheit geht und alles mit der Absicht zu geben tun will.
Daraus folgt: Sobald der Mensch auch nur ein wenig der Größe des Schöpfers würdig wird, weiß er nicht, warum der Schöpfer ihm mehr geholfen hat als anderen Menschen. Denn er fühlt, dass er schlechter ist als alle Menschen auf der Welt. Und er sagt sich: Wenn die anderen den Weg der Wahrheit kennen würden, so wie er ihn versteht, dann wären sie gewiss hochstehende Menschen und nicht wie er. So zeigt sich: Wenn der Mensch ein wenig der Größe des Schöpfers empfindet, gelangt er zur Niedrigkeit – daher, dass der Schöpfer einem so Niedrigen wie ihm geholfen hat. Und das ist gemeint mit: „An jedem Ort, wo du die Größe des Schöpfers findest, dort findest du Seine Demut.“
Darum sagt der Mensch zum Schöpfer: „Du reichst den Übertretern die Hand, und Deine Rechte ist ausgestreckt, die Umkehrenden aufzunehmen“ (Neila-Gebet). Das bedeutet: Wenn der Mensch den Schöpfer bittet, ihn näherzubringen, gilt das als „Du reichst die Hand zur Versöhnung, und Deine Rechte ist ausgestreckt, die Umkehrenden aufzunehmen“. Das heißt, der Mensch sagt zum Schöpfer: Ich fühle meinen Zustand – wie ich im Zustand eines Bösen und Übertreters bin, mehr als die ganze Welt. Und das kommt ihm daher, dass man ihm von oben das Böse offenbart hat. Wie gesagt offenbart man dem Menschen nicht mehr Böses, als an Gutem in ihm vorhanden ist.
So wie wir erklärt haben, was unsere Weisen sagten: „Den Bösen erscheint der böse Trieb wie ein Haar, den Gerechten aber wie ein hoher Berg.“ Eigentlich müsste es umgekehrt sein: Die Bösen, die den bösen Trieb nicht überwinden können, müssten sagen, dass der böse Trieb wie ein hoher Berg ist; die Gerechten dagegen, die die Kraft zum Überwinden hatten, denen müsste der böse Trieb wie ein Haar erscheinen.
Und die Antwort ist wie oben: Man zeigt dem Menschen das Böse in ihm nur nach dem Maß des Guten in ihm, damit Gutes und Böses im Gleichgewicht sind. Bei den Gerechten, die viele Aufstiege und Abstiege haben, kommen darum alle Abstiege von Seiten des bösen Triebes. Aus den vielen Abstiegen entsteht so ein „hoher Berg“. Und das Wort „Har“ (Berg) lässt sich als Hirhurim (Grübeleien) deuten. Das heißt: Jede Grübelei, mit der der Mensch über die Eigenschaft des Schöpfers grübelt – dass er nicht an Seine Vorsehung glaubt, dass Er gut ist und Gutes tut –, heißt „böse Grübelei“.
Darum wird bei den Gerechten der böse Trieb zu einem hohen Berg. Bei den Bösen dagegen, die keine Aufstiege und Abstiege haben – weil man keinen Abstieg empfangen kann, bevor man aufgestiegen ist, wie wir es beim Traum Jakobs erklärt haben, wo geschrieben steht: „und siehe, Engel Gottes stiegen an ihr auf und nieder“, obwohl es zuerst „nieder“ und dann „auf“ hätte heißen müssen.
Vielmehr ist es im Sinne der Arbeit so: Alle Menschen sind in diese Welt gekommen, um den Auftrag des Schöpfers zu erfüllen, und „ein Engel heißt Bote“. Darum muss man zuerst in der Stufe der Arbeit aufsteigen, sodass man eine gewisse Annäherung an den Schöpfer empfindet; danach kann es Abstiege geben. Die Bösen, die keine Aufstiege haben, haben deshalb auch keine Abstiege. Und warum steigen sie in Wahrheit nicht auf? Weil der böse Trieb sie am Aufstieg hindert. Darum bleiben sie in dem bösen Trieb, der nur wie ein Haar ist.
Darum fühlen die Gerechten, welche die wahre Gestalt des Bösen haben, ihre Niedrigkeit, wenn der Schöpfer ihnen hilft – dass der Schöpfer sie nähergebracht hat. Und das ist gemeint mit den Worten: „Er erhebt den Bedürftigen aus dem Kehricht.“ Das heißt, der Mensch sagt: Als ich im Kehricht war, genoss ich das, woraus alle Lebewesen ihre Nahrung nehmen – aus dem Kehricht. Und das ist „am Ort der Größe des Schöpfers findest du Seine Demut“.
Man muss dies jedoch so deuten wie oben: Der Mensch darf jetzt nicht sagen: „Ich habe die Größe des Schöpfers bereits erlangt, ich brauche den Glauben über dem Verstand nicht mehr, da ich nun etwas habe, worauf ich meine Arbeit aufbauen kann – auf der Grundlage, dass ich jetzt die Größe des Schöpfers erlangt habe.“
Vielmehr muss der Mensch, wie Baal HaSulam sagte, vorsichtig sein, wenn er eine Annäherung vonseiten des Schöpfers erlangt. Er soll nicht sagen, dass er jetzt weiß, dass es sich lohnt, die heilige Arbeit zu tun, weil er jetzt einen Geschmack an der Arbeit empfindet. Vielmehr soll der Mensch sagen: Jetzt sehe ich, dass es sich lohnt, über dem Verstand zu arbeiten; denn gerade dadurch, dass ich über den Verstand gehen will, schenkt mir der Schöpfer eine gewisse Annäherung an Ihn.
Darum nimmt er diese Annäherung als Zeichen, dass er den Weg der Wahrheit geht. Und so nimmt er sich jetzt vor, von heute an keine Arbeit mehr innerhalb des Verstandes anzunehmen, sondern alles über dem Verstand zu tun. Es zeigt sich also, dass er die Annäherung des Schöpfers nicht als Grundlage nimmt, auf der er sagt, dass es sich lohnt, ein Diener des Schöpfers zu sein, weil er schon eine Grundlage hat. Im Gegenteil: Von heute an will er nur noch über dem Verstand arbeiten.
Und das ist gemeint mit: „Am Ort der Größe des Schöpfers findest du Seine Demut.“ Das heißt: „am Ort Seiner Größe“, also dort, wo der Mensch ein wenig von der Größe des Schöpfers erlangt, dort musst du Seine Demut finden. Das heißt: Dort, wo der Mensch die Größe des Schöpfers findet, muss der Mensch die Demut des Menschen finden – nämlich den Glauben über dem Verstand, der „Niedrigkeit“, „Demut“ genannt wird.
Denn der Glaube ist eine Stufe, die unterhalb der Wichtigkeit liegt. Darum heißt der Glaube die Stufe „unten“ (Mata). Das heißt: Wenn der Mensch die Größe des Schöpfers findet, muss er einen Ort suchen und finden, um im Glauben zu arbeiten – und nicht auf der Grundlage dessen, dass er einen Ort der Größe des Schöpfers gefunden hat.
Denn der Mensch muss sagen: Dass er es ein wenig verdient hat, einen Ort für die Größe des Schöpfers zu finden, kommt daher, dass er zuvor im Glauben gegangen ist, der die Stufe „unten“, die Stufe „Niedrigkeit“ heißt. Darum geht er diesen Weg weiter, den Glauben über dem Verstand. Denn er sieht, dass dieser Weg der Weg der Wahrheit ist, und der Beweis dafür ist, dass der Schöpfer ihn gerade durch diese Vorbereitung näher zu Sich bringt.
Und das ist gemeint mit: „Griechen scharten sich um mich … und durchbrachen die Mauern meiner Türme.“ Es bedeutet, dass der Mensch diese Mauer bewahren muss, die „Glaube an den Schöpfer über dem Verstand“ heißt. Das heißt: Der Mensch soll nicht warten, bis er einsieht, dass es sich lohnt zu lernen und ebenso zu beten und dergleichen. Vielmehr soll er nicht darauf schauen, was der Verstand ihm rät. Er muss vielmehr danach gehen, wozu die Tora den Menschen verpflichtet. So muss sich der Mensch verhalten. Und nur auf diesem Weg, der „bedingungslose Hingabe“ heißt, kann der Mensch den Verstand der Heiligkeit erlangen.
Und die Hauptsache ist das Gebet. Das heißt, der Mensch muss zum Schöpfer beten, dass Er ihm hilft, über den Verstand zu gehen. Das heißt, die Arbeit muss in Freude geschehen, als hätte er den Verstand der Heiligkeit bereits erlangt. Und mit ebendieser Freude, in der seine Arbeit dann geschähe, muss er den Schöpfer bitten, ihm diese Kraft zu geben, sodass er fähig ist, über den Verstand des Körpers hinauszugehen.
Das heißt: Obwohl der Körper dieser Arbeit mit der Absicht zu geben nicht zustimmt, bittet er den Schöpfer nur darum, fähig zu sein, in Freude zu arbeiten, wie es sich für einen gehört, der einem großen König dient. Und er bittet den Schöpfer nicht, ihm die Größe des Schöpfers zu zeigen, damit er dann in Freude arbeitet. Vielmehr will er, dass der Schöpfer ihm Freude an der Arbeit über dem Verstand gibt – dass sie dem Menschen so wichtig ist, als hätte er den Verstand bereits.
Zusammenfassung:
In dem Artikel „Diese Kerzen sind heilig“ von Rabash aus dem Jahr 1991 werden tiefgründige spirituelle Konzepte im Kontext der Feste Chanukka und Purim diskutiert. Rabash beginnt mit einer Erklärung des Unterschieds zwischen den Wundern von Chanukka und Purim. Das Dekret bei Chanukka zielte ausschließlich auf die Spiritualität ab, indem es das Volk Israel daran hinderte, die Mizwot (Gebote/gute Taten) zu befolgen. Das Wunder bestand darin, dass das Volk Israel zur Zeit der Hasmonäer die Mizwot befolgen konnte, obwohl im Spirituellen keine Kelim (Gefäße) existieren, da Kelim ausdrücklich als „Gefäße des Empfangens“ bezeichnet werden, die den Willen zu empfangen verkörpern. Daher sind die Chanukka-Kerzen heilig und dürfen nur betrachtet, aber nicht benutzt werden.
Im Gegensatz dazu betraf das Purimwunder sowohl den Geist als auch den Körper, was in der Aussage „Freude, Fest und ein guter Tag“ zum Ausdruck kommt, wobei das Fest sich auf den Körper bezieht. An Chanukka wurde das Wunder geschenkt, „dass wir sie nicht benutzen, sondern nur sehen können“.
Rabash fährt fort, die Bedeutung der Erlösung an Chanukka zu erklären, die ausschließlich auf das Spirituelle ausgerichtet war. In der spirituellen Arbeit werden „Spiritualität“ und „Gefäße des Gebens“ miteinander verbunden, die sich in Form des „Lichts von Chassadim“ manifestieren. Er betont, dass wahre spirituelle Arbeit nur dann erreicht wird, wenn sowohl die Kelim des Empfangens als auch die des Gebens in Heiligkeit eintreten und mit der Absicht zu geben eingesetzt werden.
Der Artikel thematisiert auch das Konzept der „Versüßung der Gwurot“. Bevor jemand die Gefäße des Empfangens erhält, die darauf ausgerichtet sind zu geben, kann er das Licht, das über die Gefäße des Gebens offenbart wird, nicht nutzen. Die Nutzung der Gefäße des Empfangens zum Genuss führt zur Trennung vom Schöpfer und wird als „bittere Gwurot“ bezeichnet. Die Überwindung dieses Zustands und die Ausrichtung der Gefäße des Empfangens auf das Geben führen zur Versüßung der Gwurot und zur Gleichheit der Form.
Der Artikel schließt mit einer Diskussion über die Größe des Menschen, die durch Demut und die Anerkennung der eigenen Unzulänglichkeiten im Licht der Größe des Schöpfers erreicht wird. Diese Demut ist ein wesentlicher Bestandteil des spirituellen Wachstums und der Annäherung an Gott. Rabash betont, dass wahre Erkenntnis und Nähe zu Gott durch eine Kombination aus Glauben und Demut erreicht werden, die sich in einer Hingabe an Gott über die Grenzen des menschlichen Verstandes hinaus manifestiert.
korrOp, EY, 26.07.2026, 04:14 Uhr, Ver5