1990/30 Was bedeutet es, dass „Gesetz und Statuten“ der Name des Schöpfers ist, in der Arbeit?
Der heilige Sohar (BeChukotai, Blatt 6, und im Sulam, Punkt 16) sagt – und dies sind seine Worte: „Gesetz (Chok) bedeutet, dass Malchut so genannt wird, und die Verfügungen der Tora sind in ihr enthalten. ‚Und Meine Statuten sollt ihr bewahren.‘ Statut (Mishpat), das ist Seir Anpin, an das jenes Gesetz, nämlich Malchut, sich anhaftet. Und sie verbinden sich miteinander, die Oberen und die Unteren, das heißt die Gesetze in Malchut mit den Statuten in Seir Anpin. Und das ist die Gesamtheit des heiligen Namens, denn ‚Gesetz und Statut‘ ist der Name des Schöpfers. ‚Und ihr sollt sie tun.‘ Er fragt: Da Er doch schon gesagt hat ‚ihr sollt wandeln und bewahren‘, wozu noch ‚und ihr sollt sie tun‘? Und Er antwortet: Vielmehr, wer die Mizwot der Tora tut und auf Seinen Wegen wandelt, der ist es, als hätte er Ihn oben gemacht. Es sagte der Schöpfer: als hätte er Mich gemacht. Und so erklärten sie es. Deshalb ‚und ihr sollt sie tun‘ zu Gesetz und Statut, die Seir Anpin und Malchut sind.“ So weit seine Worte.
Zu verstehen ist nun, was die Aussage bedeutet: „wer die Mizwot der Tora tut und auf Seinen Wegen wandelt, der ist es, als hätte er Ihn gemacht“. Ebenso ist zu verstehen, worin der Unterschied liegt zwischen der Aussage „wer die Mizwot der Tora tut“ und dem, was er noch hinzufügt: „und auf Seinen Wegen wandelt“, woraus hervorgeht, dass es zwei Dinge sind. Das bedeutet nämlich: Selbst wenn jemand die Mizwot der Tora tut, sagt man, sofern er nicht auf Seinen Wegen wandelt, nicht, dass er ‚den Namen gemacht‘ hat. Was bedeutet dann „und auf Seinen Wegen wandelt“?
Ebenso ist zu verstehen, was geschrieben steht (in Punkt 19), und dies sind seine Worte: „Ähnlich sagte Rabbi Shimon: ‚Und David machte sich einen Namen.‘ Hat David Ihm denn etwa einen gemacht? Und er antwortet: Vielmehr, weil David auf den Wegen der Tora wandelte und die Mizwot der Tora tat, hat er gleichsam wahrhaftig den Namen gewirkt. Und deshalb heißt es: ‚und ihr sollt sie tun.‘ Das bedeutet: Wenn ihr euch bemüht, sie zu tun und den heiligen Namen, wie es sich gehört, zu korrigieren, dann werden all jene Segnungen von oben sich bei euch finden, in ihrer rechten Korrektur.“
Auch ist zu fragen, was es bedeutet, dass „David dem Schöpfer einen Namen machte“, das heißt: Bei wem machte er den Namen? Bedarf der Schöpfer es denn etwa, dass man Ihm bei den Geschöpfen einen guten Namen verschaffe, sodass die Geschöpfe Ihm, weil der Schöpfer einen guten Namen hat, Ehre erweisen? Das passt zu den Geschöpfen, denn ein Mensch kann einem Mitmenschen, der ihm gleicht, Ehre erweisen; aber wie lässt sich sagen, dass der Schöpfer bei den Geschöpfen einen guten Namen erlangen muss? Ebenso ist zu verstehen: Wie erlangt der Schöpfer dadurch, dass der Mensch auf den Wegen der Tora wandelt und die Mizwot der Tora tut, einen guten Namen?
Um all dies zu verstehen, muss man vorausschicken, was es überhaupt mit der Schöpfung auf sich hat, das heißt, zu welchem Ziel der Schöpfer die Schöpfung erschuf. Die Antwort lautet: Bekanntlich ist es Sein Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Es zeigt sich also, dass der Schöpfer den Namen des Gebenden erhielt, der der Schöpfung Gutes und Genuss schenkt, wobei die Schöpfung als Empfangender gilt. Und der Empfangende muss notwendig einen Mangel haben, sonst gibt es keinen Raum für ein Empfangen. Aus diesem Grund wird das Verlangen zu empfangen, Gutes und Genuss, ‚Mangelbehaftet‘ genannt.
Doch ein Mangel kommt beim Schöpfer nicht in Betracht, denn der Schöpfer ist in äußerster Vollkommenheit vollkommen. Deshalb wird die Schöpfung „etwas aus nichts“ (Jesch mi-Ajin) genannt, nach diesem Mangel benannt, denn es wurde etwas erschaffen, das nicht existierte, bevor Er es erschuf. Und da ein Mangel beim Schöpfer nicht vorhanden ist, zeigt sich: In dem Augenblick, in dem der Mensch sich selbst als mangelbehaftet empfindet, befindet er sich bereits in einer Formverschiedenheit gegenüber dem Schöpfer. Und wenn er den Mangel füllt, hat er zwar in gewisser Hinsicht eine Angleichung, da er nun nicht mehr mangelbehaftet ist; doch dadurch, dass er jetzt der Empfangende ist und der Schöpfer der Gebende, zeigt sich, dass es schon wieder keine Formangleichung gibt, sodass er durch diese Formverschiedenheit vom Schöpfer getrennt wird.
Und um dies zu korrigieren – nämlich darin, dass der Mensch ‚Geschöpf‘ genannt wird, das mangelbehaftet ist –, und damit er eine Angleichung hat, muss er notwendig im Zustand der Vollkommenheit sein, das heißt vom Schöpfer alles Gute empfangen. Und wenn er vom Schöpfer empfängt, gerät er erneut in einen Zustand der Formverschiedenheit. Dann geschieht jene Korrektur, die ‚empfangen, um zu geben‘ genannt wird. Das bedeutet: Obwohl er von Natur aus ein Verlangen und eine Begierde hat, von etwas zu empfangen, woran er sich erfreuen kann, überwindet er sich dennoch und will den Genuss nicht empfangen, sondern allein deshalb, weil er seinem Schöpfer Wohlgefallen bereiten will.
Und der ganze Genuss, von dem sich sagen lässt, dass der Schöpfer sich daran erfreut, besteht darin, dass man Sein Verlangen und Seinen Gedanken erfüllt – nämlich Sein Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Das heißt: All die Genüsse, von denen wir sagen können, dass der Schöpfer sich daran erfreut, dass wir von Ihm empfangen – und nur auf diese Weise empfangen wir. Wenn der Mensch daher zu dieser Stufe gelangt, nämlich seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, kann er Ihm dadurch Freude bereiten, dass man von Ihm Gutes und Genuss empfängt.
Und damit gibt es nun eine Formangleichung von zwei Seiten, wie oben gesagt:
1.) Dass im Unteren bereits kein Mangel mehr vorhanden ist, da er nun Gutes und Genuss vom Schöpfer empfängt.
2.) Dass er jetzt ein Gebender ist wie der Schöpfer. Das bedeutet: Dass er nun zum Empfangenden des Genusses wird, geschieht nicht um seiner selbst willen, sondern allein zum Nutzen des Schöpfers. Um seines eigenen Nutzens willen aber ist er bereit, auf alle Genüsse zu verzichten. Es zeigt sich, dass nun zwei Dinge zugleich vorliegen, nämlich die Korrektur der Schöpfung und das Schöpfungsziel.
Dies wird „Paarung durch Schlagen“ (Siwug de Hakaa) genannt, denn durch das Schlagen entsteht danach eine Vereinigung. Die Bedeutung von ‚Schlagen‘ im Geistigen sind zwei einander entgegengesetzte Dinge, von denen jedes das zurückstößt, was das andere will. Das heißt: Der Schöpfer will, dass der Untere Gutes und Genuss empfange, also dem Unteren geben; und der Untere will die Formangleichung, das heißt dem Oberen geben.
Es zeigt sich also, dass sie im Gegensatz zueinander stehen, und gerade dadurch gelangen sie zur Vereinigung. Das bedeutet: Jeder nimmt die Auffassung des anderen an, nämlich: Der Obere will, dass der Untere empfange; der Untere empfängt nur in dem Maß, in dem er weiß, dass alles, was er empfängt, einzig deshalb geschieht, weil der Obere es will. Es zeigt sich, dass er nun empfängt, wie der Obere will, und gibt, wie er selbst will, und es gibt hier keine Trennung mehr, sondern nun sind beide einer Auffassung.
Und dadurch, dass das Geschöpf nun Gefäße des Gebens (Kelim) besitzt, empfängt es in ihnen Gutes und Genuss, und dann wird vor aller Augen sichtbar, dass ‚der Name des Schöpfers gut ist und Gutes tut‘. Denn bevor das Gute und der Genuss offenbart werden, heißt es ‚die Shechina (göttliche Gegenwart) im Staub‘, das heißt, dass jeder in der Welt Leiden erträgt, weil es keine geeigneten Gefäße gibt, die fähig wären, das Gute und den Genuss zu empfangen.
Deshalb müssen die Unteren glauben, dass der Schöpfer die Welt im Sinne von ‚gut und Gutes tuend‘ lenkt. Daher ist der Name des Schöpfers, der ‚gut und Gutes tuend‘ genannt wird, nicht offenbart. Anders verhält es sich, wenn die Unteren die Gefäße des Gebens empfangen: Dann kann der Name des Schöpfers, der ‚gut und Gutes tuend‘ genannt wird, offenbart werden.
Doch hier stellt sich die schwierigste Frage: Wie kann der Mensch diese Gefäße empfangen? Von Natur aus ist es doch geradezu umgekehrt – der Mensch wird allein mit Gefäßen des Empfangens geboren, das heißt, der Mensch ist außerstande, irgendetwas zu tun, außer dass ihm daraus eigener Nutzen erwächst. Womit also kann er nun etwas tun, das gegen die Natur ist, nämlich geben und nicht zum eigenen Nutzen empfangen?
Hierzu sagten unsere Weisen, dass der Schöpfer sprach: „Ich habe den bösen Trieb (Jezer haRa) erschaffen, Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.“ Und beim Erfüllen von Tora und Mizwot sind darin zwei Dinge zu unterscheiden:
1.) Die Handlung von Tora und Mizwot.
2.) Die Absicht. Das heißt: Was will er als Gegenleistung dafür, dass er Tora und Mizwot erfüllt? Und die Gegenleistung, die der Mensch vom Schöpfer erbitten soll, ist, dass er auf Seinen Wegen wandelt, das heißt auf den Wegen des Schöpfers. Und was ist ‚der Weg des Schöpfers‘? Man muss sagen: Sein Weg ist es, den Geschöpfen Gutes und Genuss zu geben. Ebenso soll der Mensch all seine Sorge einzig und allein darauf richten, dem Schöpfer zu geben, dass Er Freude hat, und nicht um seinen eigenen Nutzen besorgt sein, sondern allein um den Nutzen des Schöpfers, nach dem Vorbild des Schöpfers, dessen Verlangen es ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.
Und da der Mensch mit einer Natur des Empfangens zum eigenen Nutzen erschaffen wurde – bekanntlich muss, weil der Schöpfer Seinen Geschöpfen Freude bereiten will, im Empfangenden ein Verlangen und eine Begierde nach der Sache vorhanden sein, sonst kann es keine Freude geben –, erschuf der Schöpfer deshalb die Geschöpfe so, dass in ihnen ein Verlangen ist, ihren Mangel zu füllen. Und wie können die Geschöpfe auf Seinen Wegen wandeln, sodass auch die Geschöpfe Gebende sind wie der Schöpfer, was ‚hafte Seinen Eigenschaften an‘ genannt wird?
Und um dies zu korrigieren, sagte der Schöpfer: ‚Ich habe den bösen Trieb erschaffen‘, das heißt das Verlangen, nur für sich selbst zu empfangen; ‚Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen‘, das heißt: Durch die heilende Kraft der Tora erlangen wir die Kraft, das Böse zu überwinden, und können Handlungen vollbringen, allein um dem Schöpfer Freude zu bereiten.
Daraus ergibt sich: Es genügt nicht, dass der Mensch Tora und Mizwot erfüllt, sondern er muss auch die Absicht darauf richten, wofür er Tora und Mizwot erfüllt. Das heißt: Was ist die Gegenleistung, die er vom Schöpfer fordert, dass Er ihm dafür zahle, dass er Tora und Mizwot erfüllt? Und hierfür gibt es viele Absichten, wie es im heiligen Sohar geschrieben steht: „Es gibt solche, die als Gegenleistung für das Erfüllen von Tora und Mizwot Lohn in dieser Welt wollen, und es gibt solche, die Lohn in der kommenden Welt wollen.“ Und das Wesentliche, dessen der Mensch bedarf, ist, einen Beweggrund zu empfangen, der ihn zum Erfüllen von Tora und Mizwot verpflichtet, nämlich ‚weil Er groß und herrschend ist‘ (be-gin de-ihu raw we-shallit), das heißt, dass er sich mit Tora und Mizwot beschäftigt, weil er große Freude daran hat, einem großen König zu dienen.
Daraus geht hervor, dass der Grund, weshalb der Mensch Tora und Mizwot erfüllt, der ist, dass der Schöpfer ihm die Kraft zu geben verleiht, die er von Natur aus nicht hat. Und Tora und Mizwot sind das heilende Mittel, um dies zu erlangen, wie oben gesagt: ‚Ich habe den bösen Trieb erschaffen.‘ Welcher Rat besteht also, dass wir gegen die Natur wandeln können? Die Antwort lautet: Dafür wurde uns die ‚Tora als Gewürz‘ gegeben, das heißt, dass wir durch die Tora die Kraft des Gebens erlangen. Daraus ergibt sich: Worauf der Mensch die Absicht richten soll, während er sich mit Tora und Mizwot beschäftigt, ist eine einzige Sache – ‚auf Seinen Wegen zu wandeln‘, das heißt: So wie der Weg des Schöpfers das Geben ist, so will der Mensch, dass der Schöpfer ihm als Gegenleistung für seine Arbeit diese Kraft verleiht.
Und damit lässt sich erklären, was wir gefragt haben, nämlich was der heilige Sohar sagt: „Vielmehr, wer die Mizwot der Tora tut und auf Seinen Wegen wandelt.“ Und wir fragten: Was fügt uns die Aussage „und auf Seinen Wegen wandelt“ hinzu, nachdem der Mensch die Mizwot der Tora bereits tut? Nach dem oben Gesagten ist die Erklärung: Es genügt nicht, dass er die Mizwot der Tora getan hat, sondern er muss die Absicht darauf richten, dass er Lohn als Gegenleistung dafür will, dass er die Mizwot der Tora tut. Und welche Art von Lohn will er? Dass er auf dem Weg des Schöpfers wandeln kann. So wie der Weg des Schöpfers darin besteht, den Geschöpfen zu geben, sodass die Geschöpfe Freude haben, so will auch der Mensch, dass er Verlangen und Begierde besitzt, seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, und er bittet den Schöpfer, ihm Lohn als Gegenleistung für seine Arbeit zu geben. Und dies soll wie im Materiellen sein, wo der Mensch arbeitet und während der Arbeit darauf schaut, wann er den Lohn empfängt; ebenso muss der Mensch in der Arbeit des Schöpfers, beim Erfüllen von Tora und Mizwot, erwarten, wann er den Lohn für seine Mühe empfängt, das heißt, dass er der Gefäße des Gebens gewürdigt wird.
Und mit dem Gesagten können wir erklären, was wir gefragt haben, nämlich was der heilige Sohar zum Vers „und David machte sich einen Namen“ sagt. Und er sagt: weil David auf den Wegen der Tora wandelte, hat er gleichsam wahrhaftig den Namen gewirkt. Und deshalb heißt es ‚und ihr sollt sie tun‘ und ‚den heiligen Namen, wie es sich gehört, korrigieren‘. Und wir fragten: Bedarf der Schöpfer es denn etwa, sich bei den Geschöpfen einen Namen zu machen? Diese Sache passt zum Menschen. Beim Menschen lässt sich sagen, dass er einen guten Namen haben will – nicht aber beim Schöpfer in Bezug auf die Geschöpfe. Kann man etwa sagen, ein Mensch betritt einen Hühnerstall und will bei den Hühnern einen guten Namen erlangen, dass sie ihn wegen seiner Bedeutung ehren? Und erst recht der Schöpfer in Bezug auf die Geschöpfe: Welchen Wert haben die Geschöpfe gegenüber dem Schöpfer, dass wir sagen sollten, der Schöpfer will einen guten Namen haben, damit man Ihn ehrt? Was bedeutet dann ‚und David machte sich einen Namen dadurch, dass er auf den Wegen der Tora wandelte‘, das heißt, dass der Mensch dem Schöpfer einen guten Namen machen soll?
Vielmehr: Da der Schöpfer den Geschöpfen Gutes und Genuss geben will, damit sie Freude haben, geben die Geschöpfe, wenn sie sich daran erfreuen, dass der Schöpfer ihnen alles Gute gibt, Ihm einen guten Namen, das heißt, sie sagen, dass der Schöpfer gut ist und Gutes tut. Daher ist die Erklärung: Diesen Namen, den der Schöpfer von den Geschöpfen erhält, dass Er gut ist und Gutes tut – Er bedarf dieses Namens nicht, damit man Ihn dadurch ehre, sondern Er will, dass sie diesen Namen empfinden. Das heißt: Dieser Name ist nicht um des Schöpfers willen da, als ob Er des Namens bedürfte, sondern um der Geschöpfe willen. Das bedeutet: Der Schöpfer will, dass die Geschöpfe Ihn so erlangen, denn das ist ein Zeichen, dass sie sich ihres Lebens erfreuen. Und der Beweis dafür ist, dass sie sagen, der Schöpfer wird ‚gut und Gutes tuend‘ genannt.
Daher gibt es einen Unterschied zwischen dem Menschen und den übrigen Geschöpfen: Der Mensch will einen Namen haben, um als Gegenleistung dafür Lohn zu empfangen. Und sein Lohn ist:
1.) Dass die Geschöpfe ihm Ehre erweisen, weil er den Menschen Gutes tut,
2.) Manchmal tut der Mensch anderen Gutes und empfängt als Gegenleistung dafür Lohn in der kommenden Welt. Anders verhält es sich mit dem Namen, den der Schöpfer Ihm zu geben wünscht, dem Namen ‚gut und Gutes tuend‘: Er ist zum Wohl der Geschöpfe. Das heißt: In dem Augenblick, in dem die Geschöpfe Ihn mit dem Namen ‚gut und Gutes tuend‘ anrufen, erfreuen sich die Geschöpfe an Ihm; sonst würden sie Ihn nicht mit dem Namen ‚gut und Gutes tuend‘ anrufen.
Doch da von Seiten der Korrektur der Schöpfung den Geschöpfen auch eine Anhaftung (Dwekut) zuteilwerden soll, wenn sie das Gute und den Genuss empfangen, muss der Mensch alles empfangen, um zu geben. Und da der Mensch von Natur aus so erschaffen wurde, dass sein Verlangen einzig das Empfangen ist, wurden uns Tora und Mizwot gegeben, durch die wir aus der Herrschaft des Verlangens, für sich selbst zu empfangen, heraustreten und alles tun können, um zu geben.
Und das ist es, was er sagt: ‚weil David auf den Wegen der Tora wandelte‘, das heißt, dass er durch den Weg der Tora sich selbst korrigierte und der Gefäße des Gebens gewürdigt wurde. In diesen Gefäßen wird die Fülle von oben gegeben, und der Mensch wird des Zustands ‚gut und Gutes tuend‘ gewürdigt, das heißt, dass er dann den wahren Namen des Schöpfers erlangt, der ‚gut und Gutes tuend‘ genannt wird, weil er das Gute dadurch empfing, dass er sich selbst durch die Wege der Tora korrigierte. Und das ist die Erklärung von ‚und David machte sich einen Namen‘, was bedeutet, dass David gewürdigt wurde, den Namen des Schöpfers zu erlangen, der ‚gut und Gutes tuend‘ genannt wird.
Doch zu dem, was er sagt – ‚Gesetz ist Malchut, Statut ist Seir Anpin‘, und das ist die Gesamtheit des heiligen Namens, weil ‚Gesetz und Statut‘ der Name des Schöpfers ist, und das ist ‚und ihr sollt sie tun‘ –, ist dies zu verstehen: Da er sagt, dass Gesetz der Zustand Malchut ist und Statut der Zustand Seir Anpin, dann sind es ja zwei voneinander getrennte Namen. Und wie kann er sagen, dass Gesetz und Statut der Name des Schöpfers ist, wo sie doch zwei Namen sind? Seir Anpin wird ‚der Heilige, gepriesen sei Er‘ genannt und Malchut wird ‚Shechina‘ genannt. Was ist dann der schlichte Sinn dessen, was er sagt, dass ‚Gesetz und Statut der Name des Schöpfers‘ ist?
Bekanntlich gibt es kein Licht ohne Gefäß. Das heißt: Das Schöpfungsziel, nämlich Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, erschuf in den Geschöpfen ein Verlangen, Freude zu empfangen, und dieses Verlangen wird ‚Malchut‘ genannt, wie er in der ‚Lehre der zehn Sefirot‘ (Teil 2, Frage 39) schreibt, und dies sind seine Worte: „Sie wird Malchut genannt, denn von ihr geht ein Lenken in Strenge und mit absoluter Herrschaft aus“, nach dem Vorbild der Furcht vor dem Königtum. Es zeigt sich also, dass die Fülle, die der Schöpfer den Geschöpfen geben will, mit dem Namen Malchut benannt wird, und die Sefira Malchut ist das Gefäß, das das Licht auf jeder einzelnen Stufe empfängt.
Und im Allgemeinen sagte mein Vater und Lehrer, dass das Licht mit dem Namen ‚der Heilige, gepriesen sei Er‘ benannt wird und das Gefäß, das das Licht empfängt, mit dem Namen ‚Malchut‘ oder ‚Shechina‘. Und das Gefäß wird ‚Shechina‘ genannt wegen des Lichtes, das im Inneren des Gefäßes wohnt (shochen). Und er sagte, dass dies die Erklärung dessen ist, was der heilige Sohar sagt: „Er ist der Wohnende (shochen), und sie ist die Shechina.“ Das heißt, dass dies eine einzige Sache ist: Licht und Gefäß.
Doch besteht eine Formverschiedenheit zwischen dem Licht und dem Gefäß, das heißt zwischen dem Gebenden und dem Empfangenden, und Formverschiedenheit wird ‚Trennung‘ genannt. Und da alle Geschöpfe aus Malchut hervorgehen, wobei Malchut ‚Versammlung Israels‘ (Knesset Israel) genannt wird, weil sie die Gesamtheit aller Seelen ist – damit Malchut um der Geschöpfe willen Fülle empfangen kann, muss man Malchut vereinigen, sodass sie in Formangleichung mit dem Licht ist.
Und deswegen wurden uns Tora und Mizwot gegeben, durch deren heilende Kraft man zur Formangleichung mit dem Schöpfer gelangen kann. Das heißt: All jene, die sich mit Tora und Mizwot beschäftigen und beabsichtigen, dadurch ein Verlangen und eine Begierde zu erlangen, alles in der Absicht zu tun, ihrem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten – das heißt, so wie der Schöpfer der Gebende für die Geschöpfe ist, so wollen die Geschöpfe dem Schöpfer Wohlgefallen bereiten –, dadurch korrigiert jeder Einzelne in der Wurzel seiner Seele, die Malchut ist, dass sie auf das Geben ausgerichtet ist, was ‚Vereinigung‘ genannt wird, das heißt, dass er das Licht und das Gefäß vereinigt, sodass sie in Formangleichung sind. Dann wird die Fülle, die der Zustand des Guten und des Genusses ist, den Geschöpfen gegeben.
Und mit dem Gesagten lässt sich erklären, was wir gefragt haben, nämlich was es bedeutet, dass ‚Gesetz und Statut der Name des Schöpfers‘ ist, wo sie doch zwei Namen sind, Seir Anpin und Malchut, die Gesetz und Statut sind. Vielmehr, wie oben gesagt: Seir Anpin, das ‚Statut‘ genannt wird, ist das Licht, das offenbart wird, nämlich die Fülle. Und Malchut ist die Empfangende, die alles empfangen muss, um zu geben. Dies wird ‚Gesetz‘ genannt. Das heißt: Obwohl der Mensch sieht, dass er mit einem Verlangen erschaffen wurde, für sich selbst zu empfangen, und mit Vernunft und Verstand erschaffen wurde, sodass der Mensch jede Sache, die er tun will, mit dem Verstand abwägen muss –
und hier, in der Arbeit des Schöpfers, sagt man ihm, er soll nicht darauf schauen, was der Verstand ihm sagt, sondern er muss es als Gesetz annehmen, über dem Verstand. Vielmehr, obwohl er von Natur aus mit einem Verlangen zu empfangen erschaffen wurde, muss der Mensch dennoch an die Worte unserer Weisen glauben, die sagten, dass der Mensch sich an die Eigenschaften des Schöpfers anhaften muss, wie geschrieben steht: „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“ Es zeigt sich, dass der Mensch dadurch, dass er die Tora und Mizwot als Gesetz annimmt – obwohl es über dem Verstand ist, das heißt, dass der Körper es nicht versteht –, und durch den Glauben über dem Verstand zur Formangleichung gelangen kann.
Das ist es, wie oben gesagt: Jeder Mensch, der sich mit Tora und Mizwot in der Absicht beschäftigt, um zu geben, vereinigt dadurch Seir Anpin, das ‚Statut‘ genannt wird, nämlich das Licht und die Fülle, mit Malchut, die das Gefäß ist, das das Licht empfangen muss, sodass auch seine Absicht auf das Geben gerichtet ist, nach dem Vorbild des Lichtes. Dies wird ‚Vereinigung des Heiligen, gepriesen sei Er, und der Shechina‘ genannt. Und es entsteht dann ‚der eine Name‘, das heißt, dass die beiden Namen – Seir Anpin, das ‚Statut‘ genannt wird, nämlich der Name HaWaJaH, und Sein Name, der Malchut genannt wird – eins sind.
Und demgemäß lässt sich erklären, was geschrieben steht: „Vielmehr, wer die Mizwot der Tora tut und auf Seinen Wegen wandelt, der ist es, als hätte er Ihn oben gemacht. Es sagte der Schöpfer: als hätte er Mich gemacht. Und so erklärten sie es. Und deshalb ‚und ihr sollt sie tun‘ zu Gesetz und Statut, die Seir Anpin und Malchut sind.“ Das ist, wie oben gesagt: Dadurch, dass er die Mizwot der Tora tut und auf Seinen Wegen wandelt, bewirkt der Mensch in der Wurzel seiner Seele, die Malchut ist, oben, dass sie auf das Geben ausgerichtet ist, nach dem Vorbild Seir Anpins, was ‚Vereinigung‘ genannt wird. Es zeigt sich, dass die Erklärung von ‚und ihr sollt sie tun‘ die Absicht hat, diese Vereinigung von Seir Anpin und Malchut zu vollziehen, die ‚Gesetz und Statut‘ genannt wird. Und auch dies wird ‚Vereinigung des Heiligen, gepriesen sei Er, und Seiner Shechina‘ genannt. Und das ist das Tun, das die Geschöpfe vollbringen müssen.
Es zeigt sich also, dass die Erklärung ist: Da es zwei Namen sind, müssen die Geschöpfe die Vereinigung vollziehen, sodass es eins ist. Und in der Zeit, in der alle Geschöpfe zu ihrer Vollkommenheit gelangen werden, das heißt, dass alle, jeder Einzelne, im Zustand der Wurzel seiner Seele korrigieren, dann wird sich erfüllen: „An jenem Tag wird der Ewige eins sein und Sein Name eins.“ Und das ist das Tun, von dem geschrieben steht: ‚und ihr sollt sie tun.‘
korrOp, EY, 8.7.2026, Ver3