Rabash 1990-02 – Was bedeutet Scheitern in der Arbeit?
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1 | Es steht geschrieben (Hosea 14): „Kehre um, Israel, bis zum Schöpfer, deinem Gott, denn du bist in deiner Sünde gescheitert.“ Der RADAK legt „denn du bist in deiner Sünde gescheitert“ so aus: Weil du siehst, dass du in deiner Sünde gescheitert bist, denn nichts richtet dich aus deinem Fall wieder auf als deine Teshuwa (Umkehr) zu Ihm. Und wenn es „bis zum“ heißt, so ist das wie „zum“. Und unsere Weisen sagten: „Groß ist die Teshuwa, die bis zum Thron der Herrlichkeit reicht, denn es heißt: ‚bis zum Schöpfer, deinem Gott‘.“ | הנה כתוב (הושע, י"ד) "שובה ישראל עד ה' אלקיך, כי כשלת בעוונך". ומפרש הרד"ק "כי כשלת בעוונך", כי אתה רואה, שנכשלת בעוונך, כי אין מקימך ממכשולך, אלא תשובתך אליו. ובאומרו "עד", כמו "אל". ואמרו חז"ל "גדולה תשובה, שמגעת עד כסא הכבוד, שנאמר עד ה' אלקיך". | Es steht geschrieben (Hosea 14): „Kehre um, o Israel, bis zum Ewigen, deinem Gott, denn du bist in deiner Sünde gescheitert.“ Der RADAK interpretiert es so: „‘Du bist in deiner Sünde gescheitert‘, weil du siehst, dass du in deiner Sünde gescheitert bist, denn nichts erhebt dich von deinem Sturz als deine Teshuva [Umkehr] zu Ihm . Es heißt ‘bis zum‘ [Ewigen], ist wie ‘zum‘ . Unsere Weisen sagten: „Groß ist die Umkehr, welche bis zum Thron reicht, wie gesagt wurde: ‚bis zum Ewigen, deinem Gott‘.“ |
2 | Man muss verstehen, was „denn du bist in deiner Sünde gescheitert“ bedeutet. Das klingt so, als hätte er etwas getan, und dabei wäre ein Scheitern geschehen. Es lag also ein Versäumnis vor, weil er die Sache nicht vorausgesehen hat. Wenn ein Mensch aber Sünden begeht – worin liegt dann das Scheitern? Er geht doch von vornherein daran, etwas Unrechtes zu tun, denn er übertritt, was zu tun verboten ist. | ויש להבין מהו "כי כשלת בעוונך", שמשמע, שהוא עשה איזה דבר, והיה כשלון. היינו, שהיה כאן מחדל, על מה שהוא לא ראה את זה מראש. ואם האדם עושה עוונות, איזה כשלון היה כאן. הלא מלכתחילה הולך לעשות דבר שלא כהוגן, כי עבר על מה שאסור לעשות. | Wir sollten verstehen, was „denn du bist in deiner Sünde gescheitert“ bedeutet. Es scheint so, als hätte er etwas getan und dabei einen Fehler gemacht, den er nicht vorhergesehen hat. Aber wenn ein Mensch Sünden begeht, was für ein Scheitern liegt dann vor? Er hatte von Anfang an die Absicht, etwas Ungerechtes zu tun, denn er hat etwas begangen, das verboten ist. |
3 | Denn „Scheitern“ bedeutet, dass der Mensch an der Sache nicht so sehr selbst schuld ist, sondern dass er an ihr gescheitert ist. Ebenso muss man verstehen, was die Wendung „bis zum Schöpfer, deinem Gott“ in der Einzahl, „deinem Gott“, bedeutet. Und ebenso muss man die Bedeutung von „bis zum Thron der Herrlichkeit“ verstehen. | כי כשלון משמע, שהאדם לא כל כך אשם בדבר זה, אלא שנכשל בדבר. וכמו כן יש להבין, מהו הלשון "עד ה' אלקיך", לשון יחיד, "אלקיך". וכן יש להבין את ענין "עד כסא הכבוד". | Ein Scheitern bedeutet, dass es nicht wirklich die Schuld des Menschen ist, sondern dass er dabei gescheitert ist. Und wir sollten auch die Bedeutung der Worte „bis zum Ewigen, deinem Gott“ in der Einzahl „deinem Gott“ verstehen. Außerdem sollten wir die Bedeutung von „vor dem Thron“ verstehen. |
4 | Man kann „denn du bist in deiner Sünde gescheitert“ so auslegen, dass damit die erste Sünde gemeint ist, die Adam haRishon beim Baum der Erkenntnis beging. Dort lag ein Versäumnis vor, nämlich dass er auf den Rat der Schlange hörte. Denn der Schöpfer hatte ihm gesagt, er soll nicht vom Baum der Erkenntnis essen, er aber hörte auf das, was die Schlange ihm riet: dass es ihm erlaubt ist zu essen, wenn er nur in der Absicht zu geben arbeitet. | ויש לפרש את ענין "כי כשלת בעוונך". הכוונה על עוון ראשון שחטא אדם הראשון בעץ הדעת. ששם היה מחדל, בזה ששמע לעצת הנחש. שה' אמר לו, שלא לאכול מעץ הדעת, והוא שמע מה שהנחש יעץ לו, שאם הוא יעבוד בעל מנת להשפיע, כן מותר לו לאכול. | Wir sollten folgern, dass „denn du bist in deiner Sünde gescheitert“ die erste Sünde meint, die Adam haRishon beim Baum der Erkenntnis beging, wobei der Fehler darin bestand, dass er dem Rat der Schlange folgte. Der Schöpfer sagte ihm, er solle nicht vom Baum der Erkenntnis essen, aber er hörte auf den Rat der Schlange, dass er essen dürfe, wenn er arbeite, um zu geben. |
5 | Denn die Schlange sagte, der Schöpfer hat befohlen, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen, und zwar deshalb, weil er in dem Zustand, in dem er sich befindet, nicht fähig ist, davon zu essen. Wenn er aber sein Handeln anpasst, dann hat der Schöpfer ihm das Essen vom Baum der Erkenntnis sicherlich nicht verboten. | כי הנחש אמר, שה' ציווה, שלא לאכול מעץ הדעת, הוא מטעם, שהיות שבמצב שבו הוא נמצא, אין הוא מוכשר לאכול אותו. מה שאין כן אם הוא יסתגל מעשיו, בטח על אופן כזה ה' לא אסר לו לאכול מעץ הדעת. | Denn die Schlange sagte, dass der Schöpfer befohlen habe, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen, weil er in seinem Zustand nicht in der Lage sei, von ihm zu essen. Aber wenn er sich bekehrte, verbot ihm der Schöpfer sicherlich nicht, vom Baum der Erkenntnis zu essen. |
6 | Daraus ergibt sich, dass bei Adam haRishon ein Versäumnis und ein Scheitern vorlag. Das heißt, er ging nicht daran, eine Tat gegen Seinen Willen zu begehen. Im Gegenteil: Dem Rat der Schlange folgend, war er im Begriff, jetzt eine große Korrektur zu vollbringen, gemäß dem Rat der Schlange, die ihm sagte, im Gegenteil, der Schöpfer wird an diesem Tun Freude haben (siehe die Einführung zu Panim Masbirot, wo er die Sünde am Baum der Erkenntnis erklärt). | נמצא לפי זה, שהיה כאן אצל אדם הראשון ענין של מחדל וכשלון. כלומר, שהוא לא הלך לעשות מעשה משהו נגד רצונו יתברך. אלא אדרבה, לפי עצת הנחש, הוא הולך לעשות עכשיו תיקון גדול, כפי עצת הנחש, שאמר לו, אדרבה, שה' יהנה מעשיה זו (עיין בהקדמה של "פנים מסבירות", ששם מפרש את ענין חטא של עץ הדעת). | Daraus folgt, dass es bei Adam haRishon einen Fehler und ein Scheitern gab. Das heißt, er hatte nicht die Absicht, gegen Seinen Willen zu handeln. Im Gegenteil, er wollte, dem Rat der Schlange folgend, eine große Korrektur ausführen, denn die Schlange riet ihm, das Gegenteil zu tun und der Schöpfer würde sich an dieser Handlung erfreuen (siehe „Einleitung zu Panim Masbirot“ , wo er die Angelegenheit der Sünde am Baum der Erkenntnis interpretiert). |
7 | Und dies war das Scheitern, das Adam haRishon hatte: dass er auf den Rat der Schlange hörte, die ihm sagte, diese Arbeit, vom Baum der Erkenntnis zu essen, wird als Mizwa angerechnet und nicht als Übertretung. Am Ende aber sah er, dass er gesündigt hatte, wie geschrieben steht: „Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren.“ | וזהו הכשלון שהיה לו לאדם הראשון, בזה ששמע לעצת הנחש, שאמר לו, שהעבודה הזו של אכילת עץ הדעת, למצוה יחשב, ולא לעבירה חס ושלום. אולם לבסוף הוא ראה שחטא, כמו שכתוב "ותפקחנה עיני שניהם, וידעו כי עירומים הם". | Das war das Scheitern von Adam haRishon , dass er auf den Rat der Schlange hörte, die ihm sagte, dass diese Arbeit, vom Baum der Erkenntnis zu essen, als Mizwa [Gebot/gute Tat] gilt und nicht als Übertretung. Doch am Ende sah er, dass er gesündigt hatte, wie es geschrieben steht: „Und die Augen beider wurden aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren.“ |
8 | RASHI legte aus, und dies sind seine Worte: „‚Und sie erkannten, dass sie nackt waren.‘ Auch ein Blinder weiß, wenn er nackt ist. Was bedeutet also ‚und sie erkannten, dass sie nackt waren‘? Eine einzige Mizwa hatten sie in der Hand, und dieser wurden sie entblößt.“ (Entblößt bedeutet: nackt, bloß, unbekleidet.) | פירש רש"י וזה לשונו "וידעו כי עירומים הם. אף סומא יודע כשהוא ערום. אלא מהי, וידעו כי עירומים הם. מצוה א' היה בידם, ונתערטלו הימנה" (ערטלאי פירושו, ערום, חשוף, שאינו לבוש). | RASHI interpretierte „und sie erkannten, dass sie nackt waren“: „Auch ein blinder Mensch weiß, dass er nackt ist. Was bedeutet also ‘und sie wussten, dass sie nackt waren‘? Sie hatten eine Mizwa in der Hand und sie wurde ihnen ausgezogen“ (ausgezogen bedeutet dadurch nackt, entblößt, unbekleidet sein). |
9 | Das heißt, er sah, dass er auf den Einwand der Schlange nicht hätte hören sollen, obwohl die Schlange ihm zu verstehen gab, alles, was sie zu ihm spricht, ist zum Wohlgefallen des Schöpfers und nicht zu seinem eigenen Nutzen. So sagte sie ihm: Wenn er sich darauf vorbereitet, sich zu läutern, und es um des Himmels willen ausrichtet, dann gibt es darüber keinen Befehl des Schöpfers, wie oben gesagt (in der Einführung zu Panim Masbirot, Punkt 17). | היינו, שראה שלא היה צריך לשמוע לטענת הנחש, הגם שהנחש נותן לו להבין, שכל מה שהוא מדבר אליו, הכל הוא לטובת ה' ולא לתועלת עצמו, כמו שאמר לו, שאם הוא יעשה הכנה לטהר עצמו ויכוון לשם שמים, על זה לא היה ציווי ה', כנ"ל, (בהקדמה ל"פנים מסבירות", אות י"ז). | Das heißt, er [Adam] erkannte, dass er den Rat der Schlange nicht hätte befolgen sollen, obwohl die Schlange ihn glauben machte, dass alles, was sie zu ihm sagte, um des Schöpfers willen und nicht um seinetwillen geschah, denn sie sagte ihm, dass es kein Gebot des Schöpfers gäbe, wenn er bereit sei, sich zu läutern und den Willen des Schöpfers anzustreben (siehe „Einleitung zu Panim Masbirot“ , Punkt 17). |
10 | Damit lässt sich auslegen, was unsere Weisen sagten (Sanhedrin 38): „Adam haRishon war ein Abtrünniger (Min).“ Und RASHI legt aus: „Er neigte zum Götzendienst.“ Man muss verstehen, wie man so etwas über Adam haRishon sagen kann, der mit dem Schöpfer sprach – wie wir von ihm sagen könnten, er war ein Abtrünniger. | ובזה יש לפרש מה שאמרו חז"ל (סנהדרין, ל"ח) "אדם הראשון מין היה". ופירוש רש"י "היה נוטה לעכו"ם". ויש להבין, איך אפשר לומר דבר כזה על אדם הראשון, שהיה מדבר עם הבורא, שנוכל לומר עליו שהיה מין. | Daraus sollten wir schlussfolgern, was unsere Weisen bereits sagten (Sanhedrin 38): „ Adam haRishon war ein Dieb.“ RASHI interpretiert, dass er „dem Götzendienst zugeneigt war“. Wir sollten verstehen, wie man von Adam haRishon , der mit dem Schöpfer sprach, sagen kann, dass er ein Götzendiener war. |
11 | Doch nach dem, was wir lernen, heißt Glaube, dass man über dem Verstand glaubt. Obwohl er also selbst vom Schöpfer gehört hatte, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen, lässt sich hier nicht sagen, dies ist etwas, woran man hinsichtlich des Befehls des Schöpfers glauben muss. | אלא לפי שאנו לומדים, שענין אמונה נקרא, שהוא מאמין למעלה מהדעת. לכן, הגם שהוא בעצמו שמע מהבורא, שלא לאכול מעץ הדעת, ולא שייך כאן לומר, שזהו ענין שצריך להאמין על הציווי של הבורא. | |
12 | Vielmehr ist es so zu verstehen: Nachdem die Schlange zu ihm gekommen war und ihm innerhalb des Verstandes verständlich gemacht hatte, was der Schöpfer ihm gesagt hatte – nämlich nicht zu essen –, da hätte Adam haRishon zur Schlange sagen müssen: „Auch wenn du vom Verstand her recht hast, das heißt, dass der Schöpfer, wenn ich tatsächlich vom Baum der Erkenntnis in der Absicht zu geben esse, an diesem Essen Wohlgefallen hätte, wie oben gesagt – und ich sehe, dass du zu hundert Prozent recht hast –, gehe ich dennoch über den Verstand. Vielmehr will ich den Befehl des Schöpfers ohne jeden Verstand und ohne jedes Begreifen erfüllen, denn was man dem Glauben hinzufügt, das nennt man bereits ‚Neigung zum Götzendienst‘.“ | אלא הפירוש יהיה, שלאחר שבא אליו הנחש, ונתן לו להבין בתוך הדעת, מה שהבורא אמר לו, שלא לאכול, אז אדם הראשון היה צריך לומר להנחש "הגם מצד הדעת אתה צודק, היינו, שאם אני כן יאכל מעץ הדעת על הכוונה בעל מנת להשפיע כנ"ל, אז יהיה להבורא נחת רוח מהאכילה זו. ואני רואה, שאתה צודק מאה אחוז. מכל מקום אני הולך למעלה מהדעת. אלא אני רוצה לקיים את ציווי ה' בלי שום שכל ודעת, כי מה שמוסיפים על האמונה, כבר נקרא "נוטה לעכו"ם". | Nach dem, was wir lernen, bedeutet Glaube, dass er über dem Verstand glaubt. Deshalb kann man nicht sagen, dass er an das Gebot des Schöpfers glauben musste, obwohl er selbst vom Schöpfer hörte, dass er nicht vom Baum der Erkenntnis essen darf, sondern es bedeutet, dass er, nachdem die Schlange zu ihm kam und ihm innerhalb des Verstandes verständlich machte, warum der Schöpfer ihm sagte, er solle nicht essen, Adam haRishon der Schlange hätte sagen sollen: „Obwohl du innerhalb des Verstandes Recht hast, also der Schöpfer zufrieden sein wird, wenn ich vom Baum der Erkenntnis mit der Absicht zu geben esse, und ich sehe, dass du hundertprozentig Recht hast, gehe ich dennoch über den Verstand. Ich will das Gebot des Schöpfers ohne Verstand und Vernunft befolgen, denn das, was man dem Glauben hinzufügt, nennt man bereits ‚Neigung zur Götzenanbetung‘.“ |
13 | Adam haRishon aber ging hin und fügte dem hinzu, was der Schöpfer ihm befohlen hatte. Darüber sagten sie, Adam haRishon war ein Abtrünniger. Durch diese Sünde zog sich für uns eine Verhüllung in der Arbeit herab, sodass es uns schwerfällt, uns von der Selbstliebe zu entfernen. Und damit fällt es uns schwer, an Seine Führung in der Form „der Gute, der Gutes tut“ zu glauben, sodass wir die Kraft hätten, Ihm für all die Dinge, die der Mensch empfindet, Lob und Dank zu geben – dass dies nämlich nur gut ist. | ואדם הראשון הלך והוסיף על מה שציווה לו הבורא. על זה אמרו, שאדם הראשון מין היה. ועל ידי החטא הזה נמשך לנו הסתרה בעבודה, שקשה לנו להתרחק מאהבה עצמית. וממילא קשה לנו להאמין בהשגחתו יתברך בבחינת טוב ומטיב, שיהיה לנו כח לתת לו שבח והודאה על כל הדברים שהאדם מרגיש, שזהו רק טוב. | Aber Adam haRishon fügte zu dem etwas hinzu, was der Schöpfer ihm befohlen hatte. Genau darüber sagten sie: „ Adam haRishon war ein Götzendiener“. Von dieser Sünde aus erstreckt sich die Verhüllung in der Arbeit auf uns, denn es fällt uns schwer, von der Eigenliebe abzurücken. Natürlich fällt es uns schwer, an Seine Führung in Form von der Gute, der Gutes tut, zu glauben, was uns die Kraft geben würde, Ihn für all die Dinge, die der Mensch fühlt, zu loben und ihm dafür zu danken – dass dies also ausschließlich gut ist. |
14 | Und dieser Mangel an Glauben an Seine Führung – dass Er Seine Welt in der Form „der Gute, der Gutes tut“ lenkt – ist der Grund, weshalb wir so weit vom Schöpfer entfernt sind. Denn ein Mensch kann dienen und Taten vollbringen, sogar solche, die über seiner Kraft liegen, wenn er spürt, für wen er arbeitet. Und solange er sich noch in der Selbstliebe befindet, kann er Seine Wirklichkeit nicht so spüren, wie es nötig wäre, um einen beständigen Glauben zu haben. | וחסרון זה של אמונה בהשגחתו יתברך, שהוא מנהיג את עולמו בבחינת טוב ומטיב, זה גורם לנו, שאנו כל כך מרוחקים מהבורא. כי האדם יכול לשמש ולעשות מעשים, אפילו שהם למעלה מכוחו, אם מרגיש למי הוא עובד. והיות שכל זמן שעדיין האדם נמצא באהבה עצמית, אין האדם מסוגל להרגיש את מציאותו יתברך כפי שדרוש, שיהיה להאדם אמונה בקביעות. | Dieser fehlende Glaube an seine Führung, dass er seine Welt als der Gute führt, der Gutes tut, führt dazu, dass wir so weit vom Schöpfer entfernt sind. Ein Mensch kann dienen und Dinge tun, die sogar über seine Kraft hinausgehen, wenn er spürt, für wen er arbeitet. Aber solange man in Selbstliebe bleibt, kann man Seine Existenz nicht spüren, wie es für einen dauerhaften Glauben erforderlich ist. |
15 | Und dies ist, wie geschrieben steht (in der Einführung zum Buch Sohar, Seite 138, beginnend mit „denn“), und dies sind seine Worte: „In dem Augenblick, in dem der Mensch Böses empfindet, wohnt ihm in eben diesem Maß Leugnung inne. Das heißt, er kann keinen Glauben haben, bevor er die Angleichung der Form hat. Denn es ist ein Gesetz, dass das Geschöpf von Ihm kein Böses offen empfangen kann. Denn es wäre ein Makel an Seiner Herrlichkeit, wenn das Geschöpf Ihn als Übeltäter erlebte, weil dies dem vollkommen Wirkenden nicht entspricht.“ | וזה כמו שכתוב (בהקדמת ספר, הזהר דף קל"ח, ד"ה "כי") וזה לשונו "בעת שהאדם מרגיש רע, הנה באותו שיעור שורה בו כפירה. היינו, שלא יכול להיות לו אמונה מטרם שיש לו השתוות הצורה. כי חוק הוא זה, שלא יוכל הנברא לקבל רע מאתו יתברך בגלוי. כי הוא פגם חס ושלום בכבודו יתברך, שהנברא ישיגו כפועל רעות, כי אין זה מתאים לפועל השלם". | So steht es geschrieben ( „Einführung in das Buch Sohar“ , Punkt 138): „Wenn man sich schlecht fühlt, liegt Verleugnung … auf ihm“, was bedeutet, dass er keinen Glauben haben kann, bevor er die Gleichwertigkeit der Form hat. „Denn es ist ein Gesetz, dass das Geschöpf kein offenbares Böses vom Schöpfer empfangen kann, denn es ist ein Makel in der Herrlichkeit des Schöpfers, dass das Geschöpf Ihn als Übeltäter wahrnimmt, weil das dem vollkommen Handelnden unwürdig ist.“ |
16 | Damit lässt sich auslegen, weshalb man ihn aus dem Garten Eden in Verborgenheit und Verhüllung vertrieb. Und deshalb haben alle Generationen, die nach ihm kamen, eine große Arbeit, weil sie glauben müssen, dass es einen Lenker in der Welt gibt und dass Er auch mit einer Führung „der Gute, der Gutes tut“ wacht. Und wenn der Mensch keinen solchen Glauben hat, ist das die Ursache all der Sünden, die der Mensch begeht. Denn aus der Kraft der ersten Sünde Adam haRishons zieht sich herab, dass der Mensch in der Eigenschaft der Selbstliebe ist. Und damit ist er nicht fähig, das Joch des Glaubens auf sich zu nehmen, wie oben gesagt. | ובזה יש לפרש את ענין, שגירשו אותו מגן עדן לתוך העלם והסתר. ומשום זה, כל הדורות שבאו אחריו, שיש עבודה גדולה, בזה שצריכים להאמין, שיש מנהיג בעולם, וגם הוא משגיח בהשגחה של טוב ומטיב. ובזמן שאין להאדם אמונה כזאת, זה גורם לו כל החטאים שאדם עושה. כי מכח העוון הראשון של אדם הראשון, נמשך, שהאדם הוא בבחינת אהבה עצמית. וממילא אין הוא מסוגל לקבל על עצמו את עול האמונה כנ"ל. | Aus seiner Vertreibung aus dem Garten Eden in die Verhüllung und das Verstecken sollten wir schließen, dass alle Generationen, die ihm folgen, viel Arbeit damit haben, denn sie müssen glauben, dass es einen Führer in der Welt gibt, und dass er über ihnen wacht mit einer Führung des Guten, der Gutes tut. Wenn ein Mensch diesen Glauben nicht hat, verursacht er alle Sünden, die er begeht. Dass der Mensch die Eigenschaft der Selbstliebe hat, reicht zurück auf die erste Sünde von Adam haRishon , und natürlich ist er dadurch nicht in der Lage, die Last des Glaubens auf sich zu nehmen. |
17 | Es zeigt sich, dass alles aus jenem ersten Scheitern herrührt, durch das Adam haRishon in die Eigenschaft der Selbstliebe fiel. Für die nachfolgenden Generationen bewirkte das, dass sie nun eine Arbeit am schlichten Glauben zu leisten haben. Denn solange der Mensch sich in der Selbstliebe befindet, kommen über ihn die Einschränkung (Zimzum) und die Verhüllung, sodass das Höhere Licht ihm nicht leuchten kann. Und deshalb kann der Mensch nur über dem Verstand an den Schöpfer glauben, wie oben gesagt, denn das Verlangen zu empfangen verursacht in ihm die Eigenschaft der Leugnung. | נמצא, שהכל נמשך מהכשלון הראשון, שאדם הראשון נפל לבחינת אהבה עצמית. וזה גרם להדורות הבאים אחריו, שיש להם כבר עבודה של ענין אמונה בפשטות. היות שבזמן שהאדם נמצא באהבה עצמית, חל עליו הצמצום וההסתר, שאין אור עליון יכול להאיר לו. ומשום זה אין האדם יכול להאמין בה', אלא למעלה מהדעת, כנ"ל, שהרצון לקבל גורם לו בחינת כפירה. | Daraus folgt, dass alles auf das erste Scheitern zurückgeht, als Adam haRishon in Selbstliebe verfiel. Dies führte dazu, dass die darauf folgenden Generationen Arbeit im einfachen Glauben hatten, denn wenn ein Mensch in Selbstliebe ist, liegen Zimzum [Einschränkung] und Verhüllung auf ihm, und das Höhere Licht kann nicht auf ihn scheinen. Aus diesem Grund kann der Mensch nur über den Verstand an den Schöpfer glauben, da der Wille zu empfangen ihn zur Verleugnung führt. |
18 | Es zeigt sich, dass das Scheitern, das Adam haRishon bei der Sünde am Baum der Erkenntnis hatte, uns dazu gebracht hat, dass uns der Glaube fehlt. Und daraus kommen alle Sünden. Deshalb gibt es keinen anderen Rat, als die Eigenschaft des Glaubens zu erlangen, sodass der Mensch ein Empfinden der Göttlichkeit auf persönliche Weise hat. Er soll die Gesamtheit nicht nötig haben, sodass sein Glaube aus der Eigenschaft der Gesamtheit Israels käme. Vielmehr muss der Mensch Teshuwa tun in dem Maß, dass es „bis zum Schöpfer, deinem Gott“ reicht. Das bedeutet, dass er spürt, dass der Schöpfer auf persönliche Weise sein Gott ist. Und dann wird der Makel der Sünde am Baum der Erkenntnis korrigiert. | נמצא, שהכשלון שהיה לאדם הראשון בחטא של עץ הדעת, גרם לנו, שאין לנו אמונה. וממילא מזה באים לכל החטאים. לכן אין עצה אחרת, אלא לזכות לבחינת אמונה, שיהיה להאדם הרגשת אלקות באופן פרטי. שלא יהיה נצרך להכלל, שתהיה לו אמונה מבחינת הכלל ישראל. אלא האדם צריך לעשות תשובה בשיעור שיהיה "עד ה' אלקיך", שפירוש, שהוא ירגיש, שה' הוא אלקיך באופן פרטי. ואז יתוקן הפגם של חטא של עץ הדעת. | So hat das Scheitern, das Adam haRishon am Baum der Erkenntnis hatte, dazu geführt, dass uns der Glaube fehlt. Daraus resultieren natürlich alle Sünden, die wir begehen. Deshalb ist der einzige Ratschlag dafür, dass der Mensch mit dem Glauben belohnt wird, um die Göttlichkeit persönlich spüren zu können, damit er nicht die Allgemeinheit braucht, um den Glauben von ganz Israel zu haben. Stattdessen muss der Mensch in dem Ausmaß Buße tun, wie es „bis zum Ewigen, deinem Gott“ entspricht. Das heißt, er sollte spüren, dass „der Ewige Dein Gott“ persönlich ist, und dann wird der Fehler am Baum der Erkenntnis korrigiert werden. |
19 | Damit lässt sich auslegen, was „bis zum Schöpfer, deinem Gott“ bedeutet. Da das Scheitern darin bestand, dass er auf den Rat der Schlange hörte, die ihm nach dem Verstand sagte, was Seine Absicht ist, deshalb muss der Mensch Teshuwa tun, bis er die Eigenschaft „der Schöpfer, dein Gott“ auf persönliche Weise erlangt und sich von niemandem mitziehen lässt. | ובזה יש לפרש מהו "עד ה' אלקיך". היות שהכשלון היה בזה ששמע בעצת הנחש, שאמר לו על פי שכל, מהי כוונתו יתברך, לכן האדם מוכרח לעשות תשובה, עד שיזכה לבחינת "ה' אלקיך" באופן פרטי, ולא להיות נמשך לאף אחד. | Daraus können wir folgern, was „bis zum Ewigen, Deinem Gott“ bedeutet. Weil das Scheitern darin bestand, dass er auf den Rat der Schlange hörte, die ihm sagte, was seiner Absicht innerhalb des Verstandes entsprach, muss der Mensch so lange Umkehr tun, bis er mit „der Ewige ist Dein Gott“ persönlich belohnt und nicht von jemand Anderem genommen wird. |
20 | Das heißt, er soll sich nicht von der Gesamtheit mitziehen lassen, indem er darauf sieht, auf welche Weise, das heißt mit welchen Absichten, die Ordnung der Arbeit sein soll, und ebenso, welche Form die Arbeit haben soll. Mit anderen Worten: Er soll nicht darauf schauen, welches Ziel ein Mensch aus der Gesamtheit zu erreichen anstrebt. Vielmehr muss er Teshuwa tun, bis er auf persönliche Weise erlangt, dass der Schöpfer dein Gott ist. | כלומר, שלא יהא נמשך אחרי הכלל, בזה שהוא רואה על איזה אופנים, היינו על איזה כוונות, צריך להיות סדר העבודה, וכמו כן צורת עבודה. זאת אומרת, שלא יסתכל על מה שהאדם מבחינת הכלל שואף להגיע לאיזו מטרה. אלא הוא צריך לעשות תשובה, עד שיזכה באופן פרטי שה' יהיה אלקיך. | Das heißt, er soll sich nicht nach der Allgemeinheit richten, wenn er sieht, auf welche Art und Weise, d.h. mit welchen Absichten, die Ordnung in der Arbeit sein sollte, auch bei der Art und Weise der Arbeit. Mit anderen Worten: Er soll nicht das gleiche Ziel im Auge haben, das ein Mensch der Allgemeinheit anstrebt. Vielmehr muss er so lange Umkehr tun, bis er persönlich mit „Der Ewige ist Dein Gott“ belohnt wird. |
21 | Und dies ist, wie geschrieben steht (Einführung in die „Talmud Esser haSefirot“, Punkt 54), und dies sind seine Worte: „Doch nachdem der Schöpfer sieht, dass der Mensch sein Maß an Anstrengung und an Festigung im Glauben an den Schöpfer vollendet hat, dann hilft ihm der Schöpfer, und er wird der Erlangung der offenbaren Führung gewürdigt, das heißt der Offenbarung des Antlitzes. Und dann wird er der vollkommenen Teshuwa gewürdigt. Das bedeutet, dass er mit ganzem Herzen, mit aller Seele und mit aller Kraft zurückkehrt und sich an den Schöpfer anhaftet, so wie er durch die Erlangung der offenbaren Führung zu Ihm hingezogen wird. Und dies ist, wie geschrieben steht: ‚Was ist Teshuwa? Dass der, der die Verborgenheiten kennt, über ihn bezeugt, er wird nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehren.‘ Das heißt: Wann ist der Mensch sicher, dass er der vollkommenen Teshuwa gewürdigt wurde? Wenn der, der die Verborgenheiten kennt, über ihn bezeugt. Das heißt, dass er die Offenbarung des Antlitzes erlangt, sodass dann Sein Heil über ihn bezeugt, dass er nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehren wird.“ | וזהו כמו שכתוב (הקדמה לתע"ס, אות נ"ד) וזה לשונו "אמנם אחר שרואה ה' יתברך, שהאדם השלים את מידת יגיעתו והתחזקותו באמונת ה' יתברך, אז עוזר לו ה' יתברך, וזוכה להשגת השגחה הגלויה. דהיינו, לגילוי פנים. ואז זוכה לתשובה שלימה. שפירושה, ששב ומתדבק בה' יתברך בכל לב נפש מאוד, כמו שנמשך אליו מצד ההשגה של ההשגחה הגלויה. "וזהו כמו שכתוב "היכי דמי תשובה. עד שיעיד עליו יודע תעלומות, שלא ישוב לכסלו עוד". כלומר, מתי יהיה אדם בטוח שזכה לתשובה שלימה. עד שיעיד עליו יודע תעלומות. כלומר, שיזכה לגילוי פנים. שאז ישועתו יתברך מעידה עליו, שלא ישוב לכסלו עוד". | So steht es geschrieben ( „Einführung in das Studium der Zehn Sefirot“ , Punkt 54): „Wenn der Schöpfer sieht, dass man sein Maß an Anstrengung vollendet hat und im Glauben an den Schöpfer gestärkt ist, hilft ihm der Schöpfer. Dann erlangt man die offene Vorsehung, also die Offenbarung des Antlitzes. Dann wird er mit vollkommener Umkehr belohnt, d.h. er klammert sich noch einmal mit Herz, Seele und Kraft an den Schöpfer, als ob er durch die Erkenntnis der offenen Vorsehung von Natur aus zu ihm hingezogen würde. …Es steht geschrieben: ‚Wie ist die Umkehr?‘ … ‚bis Er, der alle Geheimnisse kennt, bezeugt, dass er nicht zur Torheit zurückkehren wird.‘ Das heißt, wann kann man sicher sein, dass man mit vollkommener Umkeht belohnt wurde? ‘Wenn Er, der alle Geheimnisse kennt, es ihm bezeugt.‘ ‘Das bedeutet, dass er die Offenbarung des Antlitzes erlangen wird. Zu diesem Zeitpunkt wird sein eigenes Heil bezeugen, dass er nicht zur Torheit zurückkehren wird.‘“ |
22 | Mit dem Gesagten lässt sich beantworten, was wir gefragt haben: Was bedeutet „bis zum Schöpfer, deinem Gott“? Es heißt, dass der Mensch Teshuwa tun muss, das heißt alles tun muss, was in seiner Macht steht, bis der Schöpfer ihm hilft und er der Erlangung der offenbaren Führung gewürdigt wird, das heißt der Offenbarung des Antlitzes. Dann nennt man es „der Schöpfer, dein Gott“. Das heißt, dass er auf persönliche Weise die Offenbarung des Antlitzes des Schöpfers erlangt hat. Das nennt man „der Schöpfer, dein Gott“. Das heißt, dass er es auf persönliche Weise erlangt hat. Und das nennt man „der Schöpfer, dein Gott“. | ובהאמור יש לפרש מה ששאלנו, מהו "עד ה' אלקיך". היינו, שהאדם צריך לעשות תשובה, היינו לעשות כל מה שבידו לעשות, עד שה' יתברך עוזר לו, וזוכה להשגת השגחה גלויה, דהיינו לגילוי פנים. שאז נקרא "ה' אלקיך". היינו שהוא השיג באופן פרטי את גילוי פנים של ה'. זה נקרא "ה' אלקיך". היינו, שזכה באופן פרטי. וזה נקרא "ה' אלקיך". | Dementsprechend sollten wir aus unserer Frage schlussfolgern: Was bedeutet „bis zum Ewigen, Deinem Gott“? Es bedeutet, dass der Mensch umkehren soll, d.h. alles tun soll, was er kann, bis der Schöpfer ihm hilft und er mit der offenen Vorsehung, d.h. der Offenbarung des Antlitzes, belohnt wird. Dann wird er als „der Ewige, Dein Gott“ angesehen, was bedeutet, dass er die Offenbarung des Antlitzes des Schöpfers persönlich erhalten hat. Das wird „dem Ewigen, Deinem Gott“ genannt, was bedeutet, dass er persönlich belohnt wurde, und das wird „der Ewige, Dein Gott“ genannt. |
23 | Und nun wollen wir erklären, was wir gefragt haben: Was bedeutet, was unsere Weisen sagten: „Groß ist die Teshuwa, die bis zum Thron der Herrlichkeit reicht“ (Yoma 86)? Es ist bekannt, dass man nichts korrigieren kann, wenn man den Schaden nicht sieht. Deshalb kann man keine Teshuwa tun, wenn man die Sünde nicht sieht. Das heißt, man kann das Böse nicht korrigieren, wenn man das Böse nicht in seiner wahren Gestalt sieht. | ועתה נבאר מה ששאלנו, מהו הפירוש, מה שאמרו חז"ל "גדולה תשובה, שמגעת עד כסא הכבוד" (יומא פ"ו). ידוע, שאי אפשר לתקן שום דבר, אם אין רואים את הקלקול. לכן אי אפשר לעשות תשובה, אם אין הוא רואה את החטא. כלומר, שלא יכולים לתקן את הרע, אם לא רואים את הרע בצורה האמיתית. | Jetzt werden wir erklären, was wir über die Bedeutung dessen gefragt haben, was unsere Weisen sagten: „Groß ist die Umkehr, welche bis zum Thron reicht“ (Yoma 86). Es ist bekannt, dass es unmöglich ist, etwas zu korrigieren, wenn wir die Verdorbenheit nicht sehen. Aus diesem Grund ist es auch unmöglich, Umkehr zu tun, wenn man die Sünde nicht sieht. Mit anderen Worten: Das Böse kann nicht korrigiert werden, wenn man das Böse nicht in seiner wahren Gestalt sieht. |
24 | Wie in der Körperlichkeit: Wenn man nicht sieht, wie schwer ein Gegenstand ist, kann man ihn nicht heben. Wenn der Mensch also die wahre Gestalt des Bösen, das in seinem Inneren ist, nicht sieht, kann er nicht um vollständige Hilfe bitten, sodass er das Böse überwinden könnte. Denn es ist bekannt: „Der böse Trieb des Menschen gewinnt täglich die Oberhand über ihn, und würde der Schöpfer ihm nicht helfen, könnte er nicht gegen ihn bestehen.“ Wenn der Mensch also das Ausmaß des Bösen nicht sieht, ist sein Gebet nicht vollständig. | כמו בגשמיות, אם לא רואים את כובד המשקל של איזה דבר, לא יכולים להרים אותו. לכן כשאין האדם רואה את צורה האמיתית של הרע שיש בקרבו, אין הוא יכול לבקש עזרה שלימה, שיהיה בידו להתגבר על הרע. כי ידוע "יצרו של אדם מתגבר עליו כל יום, ואלמלא אין הקב"ה עוזרו אינו יכול לו". לכן, אם אין האדם רואה את שיעורו של הרע, אין תפלתו של האדם שלמה. | Wie in der Körperlichkeit kann man etwas nicht heben, wenn man sein Gewicht nicht kennt. Wenn ein Mensch die wahre Gestalt des Bösen in sich nicht sieht, kann er auch nicht um vollständige Hilfe bitten, um das Böse zu überwinden. Es ist nämlich bekannt, dass „der Trieb des Menschen ihn jeden Tag überwältigt, und ohne die Hilfe des Schöpfers wäre er nicht in der Lage, ihn [den bösen Trieb] zu überwinden.“ Aus diesem Grund ist das Gebet eines Menschen, der das Ausmaß des Übels nicht erkennt, unvollständig. |
25 | Denn der Mensch bittet zum Beispiel den Schöpfer, ihm bei einem kleinen Teil des Bösen zu helfen, sodass er dadurch der Teshuwa gewürdigt wird. Dann dient die Hilfe, die von oben kommt, nur dazu, einen kleinen Teil des Bösen zu annullieren, und nicht das ganze Böse in ihm. Das gleicht einem Menschen, der zum Arzt kommt und ihm sagt, er hat Fieber, der Arzt soll ihm eine Tablette geben, um das Fieber zu senken. Der Arzt fragt: „Wie hoch ist dein Fieber?“, und er sagt, er hat 38 Grad Fieber. Der Arzt gab ihm eine Tablette, und die Tablette half nicht. Da sagt der Arzt zu ihm: „Sicher hast du höheres Fieber.“ Und was tat der Arzt? Er maß ihm selbst das Fieber und sah, dass er Fieber über 40 Grad hatte. Da gibt der Arzt ihm ein Medikament, das für den passt, der 40 Grad Fieber hat. | כי האדם מבקש, למשל, מהקב"ה, שיעזור לו על קצת רע, שע"י זה יזכה לתשובה. אם כן, העזרה הבאה מלמעלה, היא רק לבטל קצת רע, ולא כל הרע שבו. שזה דומה, שאדם בא להרופא, ואומר לו, שיש לו חום, שהרופא יתן לו כדור להוריד את החום. והרופא שואל, כמה חום יש לך, והוא אומר, שיש לו 38 חום. והרופא נתן לו כדור, והכדור לא עזר. לכן הרופא אומר לו, בטח יש לך יותר חום. ומה עשה הרופא, בעצמו מדד לו החום, וראה, שיש לו חום למעלה מ - 40. אז הרופא נותן לו תרופה, שמתאימה למי שיש לו 40 מעלות חום. | Wenn ein Mensch den Schöpfer zum Beispiel darum bittet, ihm bei einem kleinen Stückchen des Bösen zu helfen, damit er dadurch mit Umkehr belohnt wird, dient die Hilfe, die von oben kommt, nur dazu, ein kleines Stückchen des Bösen aufzuheben und nicht das ganze Böse in ihm. Das ist vergleichbar mit einem Menschen, der zum Arzt geht, ihm sagt, dass er Fieber hat, und ihn bittet, ihm eine Tablette zu geben, um seine Temperatur zu senken. Der Arzt fragt: „Wie hoch ist Ihre Temperatur?“, und er sagt: „38 Grad Celsius“. Der Arzt gibt ihm eine Pille, aber die Pille hilft nicht. Also sagt der Arzt zu ihm: „Sie müssen eine höhere Temperatur haben.“ Was macht der Arzt also? Er misst selbst seine Temperatur und stellt fest, dass sie mehr als 40 Grad Celsius beträgt. Dann gibt der Arzt ihm ein Medikament, das für jemanden mit 40° Celsius geeignet ist. |
26 | Das Gleichnis bedeutet: Der Mensch muss ein Gebet darbringen, das das Gefäß ist, um das Heil zu empfangen. Betet er aber nicht über das wirkliche Böse, das in ihm ist, sondern meint, er hat nur ein wenig Böses, dann zieht sein Gebet keine Hilfe von oben herab – außer für den, der nur ein wenig Böses hat. | הנמשל הוא, היות שהאדם צריך לתת תפלה, שהיא הכלי לקבל הישועה, ואם אין האדם מתפלל על הרע ממש שיש בו, אלא שהוא חושב, שיש לו קצת רע, ממילא אין התפלה שלו ממשיכה עזרה מלמעלה, אלא עבור מי שיש לו קצת רע. | Die Lektion ist, dass ein Mensch beten muss, da das Gebet das Werkzeug ist, um Erlösung zu empfangen. Wenn ein Mensch nicht für das wirkliche Böse in ihm betet, sondern denkt, dass er ein kleines bisschen Böses hat, zieht sein Gebet keine Hilfe von oben an, sondern nur die Hilfe für jemanden, der ein kleines bisschen Böses hat. Deshalb zeigt der Mensch, wenn er beginnt, den Weg der Wahrheit zu gehen und den Schöpfer um Hilfe bittet, jedes Mal ein kleines Stück des Bösen in ihm. Folglich beginnt der Mensch zu denken, dass er jedes Mal, wenn er sich mithilfe von Tora und Mizwot [Geboten/guten Taten] überwindet, sein Böses größer wird als vor Beginn der Arbeit an der Wahrheit. |
27 | Deshalb gilt: Wenn der Mensch beginnt, den Weg der Wahrheit zu gehen, und um Hilfe vom Schöpfer bittet, dann zeigt ihm der Schöpfer jedes Mal ein wenig von dem Bösen, das in ihm ist. Und der Mensch fängt an zu denken, dass er jedes Mal, wenn er sich in Tora und Mizwot überwindet, schlechter wird, als er war, bevor er in die Arbeit an der Wahrheit eintrat. Dann gerät er dahin, „über das Frühere zu hadern“ – das heißt, er bereut, dass er in diese Arbeit eingetreten ist. Denn als er in sie eintrat, war seine ganze Absicht gewesen, sich dadurch dem Schöpfer mehr zu nähern. Und nun sieht er das Gegenteil: dass er rückwärts geht und nicht vorwärts. | אי לזאת, כשהאדם מתחיל ללכת בדרך האמת, והוא מבקש עזרה מה', אז ה' מראה לו כל פעם קצת רע שיש בו. והאדם מתחיל לחשוב, שכל פעם שהוא מתגבר בתו"מ, הוא נעשה יותר גרוע, מכפי שטרם התחיל להכנס בעבודה של אמת. ואז הוא בא לידי "תוהה על הראשונות". כלומר, שמתחרט על מה שנכנס בעבודה זו. שכל ענין, שנכנס לעבודה זו, היתה כוונתו, שע"י זה הוא יתקרב יותר לה'. ועתה הוא רואה להיפך, שהוא הולך אחורה ולא קדימה. | Dann gerät er in einen Zustand, in dem er „über den Anfang nachdenkt“. Das heißt, er bereut, dass er diese Arbeit begonnen hat. Der ganze Grund, warum er diese Arbeit begonnen hat, war, dass er dadurch dem Schöpfer näher kommen wollte. Aber jetzt sieht er das Gegenteil, dass er rückwärts statt vorwärts geht. |
28 | Doch der Mensch muss glauben, dass er in der Arbeit sehr wohl Fortschritte macht. Dass er aber jedes Mal sieht, wie er schlechter wird, rührt von dem oben genannten Gleichnis her, in dem der Arzt ihm das Fieber misst und nicht der Kranke. Da misst ihm der Schöpfer das Fieber. Das heißt, der Schöpfer zeigt ihm jedes Mal, wie sehr er im Bösen versunken ist – so sehr, dass er nicht glaubt, dass es eine solche Wirklichkeit gibt. | אולם האדם צריך להאמין, שהוא כן מתקדם בעבודה. אלא זה שהוא רואה כל פעם איך שהוא יותר גרוע, זהו מהמשל הנ"ל, שהרופא מודד לו את החום ולא החולה. אז ה' מודד לו החום. היינו, שה' מראה לו כל פעם, איך שהוא שקוע בהרע. עד כדי כך, שלא מאמין שיש מציאות כזו. | Der Mensch sollte jedoch glauben, dass er in der Arbeit Fortschritte macht, außer er sieht, dass er jedes Mal böser wird. Wie in der obigen Allegorie, in der der Arzt die Temperatur misst und nicht der Patient, „misst“ der Schöpfer seine Temperatur, d.h. er zeigt ihm jedes Mal, wie sehr er in das Böse eingetaucht ist, in einem Ausmaß, dass er nicht glauben kann, dass so etwas möglich ist. |
29 | Das heißt, der Mensch versteht nicht, wie es eine solche Wirklichkeit geben kann, dass ein Mensch beginnt, mehr Anstrengung in Tora und Mizwot zu geben, und eigentlich sehen müsste, dass er jeden Tag besser wird, in Wirklichkeit aber in einem schlechteren Zustand ist. | כלומר, שהאדם אינו מבין, איך יכולה להיות מציאות כזאת, שאדם מתחיל לתת יותר יגיעה בתו"מ, והיה צריך לראות, שכל יום הוא נעשה יותר טוב. ובמציאות הוא במצב יותר גרוע. | Das heißt, der Mensch versteht nicht, wie es einen solchen Zustand geben kann, in dem ein Mensch beginnt, seine Anstrengung in Tora und Mizwot zu verstärken, und eigentlich hätte er sehen müssen, dass er jeden Tag besser wird. Aber in Wirklichkeit sieht er, dass das Böse immer größer wird. |
30 | Die Antwort lautet: Wenn der Mensch beginnt, den Weg der Wahrheit zu gehen, offenbart man ihm das Böse in dem Maß, in dem er sich in der Arbeit überwindet – damit er Raum hat, vom Schöpfer Hilfe über das wirkliche Böse zu erbitten. Der Mensch sieht dann, dass es für ihn keine Möglichkeit gibt, aus der Herrschaft des Bösen herauszukommen, wenn der Schöpfer ihm nicht hilft, denn bei ihm gewinnt das Böse jeden Tag mehr an Herrschaftskraft. Und all dies geschieht, damit er Raum und Bedürfnis für das Heil des Schöpfers hat, denn gerade dann empfängt er das Verlangen und das Bedürfnis nach der Hilfe des Schöpfers. | והתשובה היא, כי בזמן שהאדם מתחיל ללכת בדרך האמת, כפי שיעור התגברותו בעבודה, בשיעור זה מגלים לו את הרע, בכדי שיהיה לו מקום, לבקש מה' עזרה על רע ממש. היינו כלומר, שהאדם רואה אז, שאם אין הקב"ה עוזרו, אינו לו שום מציאות, שתהיה לו יכולת לצאת משליטת הרע, כי אצלו הרע מתגבר בכל יום ביותר כח השליטה. וכל זה הוא בכדי שיהיה לו מקום וצורך לישועת ה', שדוקא אז הוא מקבל רצון וצורך לעזרת ה'. | Die Antwort ist, dass, wenn ein Mensch beginnt, auf dem Pfad der Wahrheit zu wandeln, in dem Maße, in dem er sich in der Arbeit überwindet, das Böse in ihm verstärkt wird, so dass er den Schöpfer um Hilfe über das eigentliche Böse bitten kann. Das heißt, zu diesem Zeitpunkt sieht der Mensch, dass es für ihn völlig unmöglich sein wird, aus der Herrschaft des Bösen herauszukommen, wenn der Schöpfer ihm nicht hilft, denn die Herrschaft des Bösen in ihm wird jeden Tag mächtiger. Aber all das ist nötig, damit er die Rettung durch den Schöpfer braucht, denn gerade dann empfängt er das Verlangen und das Bedürfnis nach der Hilfe des Schöpfers. |
31 | Und dies ist, wie in der Einführung in die „Talmud Esser haSefirot“ (Punkt 138) geschrieben steht, und dies sind seine Worte: „Die Verhüllung ist die Ursache der Offenbarung. Denn die Verhüllung wird nach ihrer Korrektur, im Augenblick der Offenbarung, zur Offenbarung, so wie der Docht zum Licht, das sich an ihm fängt. Und je größer die Verhüllung ist, desto stärker fängt sich an ihr, im Augenblick ihrer Korrektur, das größte Licht und offenbart sich an ihr.“ | וזה כמו שכתוב בהקדמה לתע"ס (אות קל"ח) וזה לשונו "ההסתר הוא סיבת הגילוי. שההסתר, אחר תיקונו, בעת הגילוי, נעשה לגילוי, כמו פתילה לאור הנאחז בה. וכל שההסתר הוא גדול ביותר, דרכו בעת תיקונו, שיתגלה ויאחז בו האור הגדול ביותר". | So steht es in der „Einleitung zum Studium der Zehn Sefirot“ (Punkt 138) geschrieben: „Die Verhüllung ist der Grund für die Enthüllung. Nach ihrer Korrektur, zum Zeitpunkt der Enthüllung, verhält sich die Verhüllung zur Enthüllung wie ein Docht zu dem Licht, das ihn ergreift. Und je größer die Verhüllung ist, desto größer ist das Licht, das an ihm haftet und offenbart wird, wenn die Korrektur stattfindet.“ |
32 | Mit dem Gesagten lässt sich „Groß ist die Teshuwa, die bis zum Thron der Herrlichkeit reicht“ auslegen. Über das Wort „Thron“ (Kisse) sagte mein Vater und Lehrer, sein Andenken sei zum Segen, man kann es auf zwei Weisen auslegen: | ובהאמור יש לפרש את ענין "גדולה תשובה שמגעת עד כסא הכבוד" שענין "כסא", אמר אאמו"ר זצ"ל, יש לפרש ב' פירושים: | |
33 | Erstens: von dem Wort „Decke“ (Kissui), die bedeckt. | א. מלשון "כיסוי", שמכסה, | |
34 | Zweitens: von dem Wort „Thron“ (Kisse), auf dem der König sitzen kann. | ב. מלשון "כסא", שראוי לשבת עליו המלך. | Dementsprechend sollten wir die Bedeutung von „Groß ist die Umkehr, welche bis zum Thron reicht“ folgerichtig auslegen. Baal HaSulam sagte, dass wir Kisse [Thron] auf zwei Arten interpretieren sollten: 1.) von dem Wort Kissui [Decke], das es bedeckt, 2.) von dem Wort Kisse [Stuhl], auf dem der König sitzen kann. |
35 | Es zeigt sich also: Dadurch, dass der Mensch zur Erkenntnis des Bösen gelangt – dass er sieht, wie weit er entfernt ist, sowohl in der Eigenschaft des Verstandes (Mocha) als auch in der Eigenschaft des Herzens (Liba), dass alles verschlossen und bedeckt ist, sodass er keinen Zugang sieht, durch den es möglich wäre, der Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer gewürdigt zu werden –, das nennt man den „bedeckenden Thron“. | נמצא, שבזה שהאדם מגיע לידי הכרת הרע, שהוא רואה, איך שהוא מרוחק, הן מבחינת מוחא והן מבחינת ליבא, שהכל סתום ומכוסה, שאין הוא רואה שום מבוא, שיהיה מציאות לזכות לדביקות ה', זה נקרא "כסא המכסה". | Daraus folgt, dass ein Mensch, der die Erkenntnis des Bösen erlangt – er also sieht, wie weit er sowohl im Verstand als auch im Herzen entfernt ist, dass alles blockiert und bedeckt ist, und er keinen Zugang sieht, der es möglich macht, mit Dwekut [Anhaftung] an den Schöpfer belohnt zu werden –, das wird der „bedeckende Thron“ genannt. |
36 | Und diese Stufe nennt man die Eigenschaft „Gefäß und wahres Bedürfnis nach dem Heil des Schöpfers“. Und auf diesem Thron offenbart sich danach die Hilfe des Schöpfers, im Geheimnis von „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man“. Es zeigt sich, dass dieser Thron, der sich in solcher Niedrigkeit befand – das heißt, der einen Zustand der Niedrigkeit und Erniedrigung empfand –, gewürdigt wurde, dass auf diesem Thron die Herrlichkeit des Königs ruht. Es zeigt sich, dass eben jene Niedrigkeit zum „Thron der Herrlichkeit“ wurde. | ודרגה זו נקראת בחינת "כלי וצורך אמיתי לישועת ה'". ועל הכסא הזו מתגלה אח"כ עזרת ה', בסוד "הבא לטהר מסייעין אותו". נמצא, שהכסא הזה, שהיה כל כך בשפלות, היינו שהיה מרגיש מצב של שפלות ובזיון, זכה שישרה על כסא זה כבוד המלך. נמצא, שאותו השפלות נעשה "כסא הכבוד". | Diese Stufe wird als ein Kli [Gefäß] und ein echtes Bedürfnis nach der Rettung durch den Schöpfer angesehen. Auf diesem Thron wird später die Hilfe des Schöpfers offenbart, wie in „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen“. Daraus folgt, dass dieser Thron, der sich in einer solchen Niedrigkeit befand, also er einen Zustand der Niedrigkeit und Erniedrigung empfand, mit der Herrlichkeit des Königs belohnt wurde, der auf ihm sitzt. Daraus folgt, dass genau diese Niedrigkeit zum Thron geworden ist. |
37 | Damit lässt sich „Groß ist die Teshuwa, die bis zum Thron der Herrlichkeit reicht“ auslegen. Das heißt: Wann weiß der Mensch, dass er bereits Teshuwa getan hat? Das Zeichen ist, ob er dahin gelangt ist, dass der frühere Thron der Offenbarung des Lichts gewürdigt wurde. Und das so lange, bis der König der Herrlichkeit, der auf dem Thron sitzt, offenbart wird. | ובזה יש לפרש "גדולה תשובה שמגעת עד כסא הכבוד". כלומר, מתי האדם יודע שכבר עשה תשובה. הסימן הוא, אם הגיע, שהכסא הקודם זכה לגילוי אור. וזה עד שיהיה מגולה המלך הכבוד, היושב על הכסא. | Daraus können wir folgern: „Groß ist die Umkehr, welche bis zum Thron reicht.“ Wann weiß man, dass man „Umkehr“ getan hat? – Wenn der vorherige Thron mit der Offenbarung des Lichts belohnt wurde. Das dauert so lange, bis der König der Herrlichkeit, der auf dem Thron sitzt, offenbart wird. korr EY 28.7.2023 |
Was bedeutet Scheitern in der Arbeit?
Es steht geschrieben (Hosea 14): „Kehre um, Israel, bis zum Schöpfer, deinem Gott, denn du bist in deiner Sünde gescheitert.“ Der RADAK legt „denn du bist in deiner Sünde gescheitert“ so aus: Weil du siehst, dass du in deiner Sünde gescheitert bist, denn nichts richtet dich aus deinem Fall wieder auf als deine Teshuwa (Umkehr) zu Ihm. Und wenn es „bis zum“ heißt, so ist das wie „zum“. Und unsere Weisen sagten: „Groß ist die Teshuwa, die bis zum Thron der Herrlichkeit reicht, denn es heißt: ‚bis zum Schöpfer, deinem Gott‘.“
Man muss verstehen, was „denn du bist in deiner Sünde gescheitert“ bedeutet. Das klingt so, als hätte er etwas getan, und dabei wäre ein Scheitern geschehen. Es lag also ein Versäumnis vor, weil er die Sache nicht vorausgesehen hat. Wenn ein Mensch aber Sünden begeht – worin liegt dann das Scheitern? Er geht doch von vornherein daran, etwas Unrechtes zu tun, denn er übertritt, was zu tun verboten ist.
Denn „Scheitern“ bedeutet, dass der Mensch an der Sache nicht so sehr selbst schuld ist, sondern dass er an ihr gescheitert ist. Ebenso muss man verstehen, was die Wendung „bis zum Schöpfer, deinem Gott“ in der Einzahl, „deinem Gott“, bedeutet. Und ebenso muss man die Bedeutung von „bis zum Thron der Herrlichkeit“ verstehen.
Man kann „denn du bist in deiner Sünde gescheitert“ so auslegen, dass damit die erste Sünde gemeint ist, die Adam haRishon beim Baum der Erkenntnis beging. Dort lag ein Versäumnis vor, nämlich dass er auf den Rat der Schlange hörte. Denn der Schöpfer hatte ihm gesagt, er soll nicht vom Baum der Erkenntnis essen, er aber hörte auf das, was die Schlange ihm riet: dass es ihm erlaubt ist zu essen, wenn er nur in der Absicht zu geben arbeitet.
Denn die Schlange sagte, der Schöpfer hat befohlen, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen, und zwar deshalb, weil er in dem Zustand, in dem er sich befindet, nicht fähig ist, davon zu essen. Wenn er aber sein Handeln anpasst, dann hat der Schöpfer ihm das Essen vom Baum der Erkenntnis sicherlich nicht verboten.
Daraus ergibt sich, dass bei Adam haRishon ein Versäumnis und ein Scheitern vorlag. Das heißt, er ging nicht daran, eine Tat gegen Seinen Willen zu begehen. Im Gegenteil: Dem Rat der Schlange folgend, war er im Begriff, jetzt eine große Korrektur zu vollbringen, gemäß dem Rat der Schlange, die ihm sagte, im Gegenteil, der Schöpfer wird an diesem Tun Freude haben (siehe die Einführung zu Panim Masbirot, wo er die Sünde am Baum der Erkenntnis erklärt).
Und dies war das Scheitern, das Adam haRishon hatte: dass er auf den Rat der Schlange hörte, die ihm sagte, diese Arbeit, vom Baum der Erkenntnis zu essen, wird als Mizwa angerechnet und nicht als Übertretung. Am Ende aber sah er, dass er gesündigt hatte, wie geschrieben steht: „Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren.“
RASHI legte aus, und dies sind seine Worte: „‚Und sie erkannten, dass sie nackt waren.‘ Auch ein Blinder weiß, wenn er nackt ist. Was bedeutet also ‚und sie erkannten, dass sie nackt waren‘? Eine einzige Mizwa hatten sie in der Hand, und dieser wurden sie entblößt.“ (Entblößt bedeutet: nackt, bloß, unbekleidet.)
Das heißt, er sah, dass er auf den Einwand der Schlange nicht hätte hören sollen, obwohl die Schlange ihm zu verstehen gab, alles, was sie zu ihm spricht, ist zum Wohlgefallen des Schöpfers und nicht zu seinem eigenen Nutzen. So sagte sie ihm: Wenn er sich darauf vorbereitet, sich zu läutern, und es um des Himmels willen ausrichtet, dann gibt es darüber keinen Befehl des Schöpfers, wie oben gesagt (in der Einführung zu Panim Masbirot, Punkt 17).
Damit lässt sich auslegen, was unsere Weisen sagten (Sanhedrin 38): „Adam haRishon war ein Abtrünniger (Min).“ Und RASHI legt aus: „Er neigte zum Götzendienst.“ Man muss verstehen, wie man so etwas über Adam haRishon sagen kann, der mit dem Schöpfer sprach – wie wir von ihm sagen könnten, er war ein Abtrünniger.
Doch nach dem, was wir lernen, heißt Glaube, dass man über dem Verstand glaubt. Obwohl er also selbst vom Schöpfer gehört hatte, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen, lässt sich hier nicht sagen, dies ist etwas, woran man hinsichtlich des Befehls des Schöpfers glauben muss.
Vielmehr ist es so zu verstehen: Nachdem die Schlange zu ihm gekommen war und ihm innerhalb des Verstandes verständlich gemacht hatte, was der Schöpfer ihm gesagt hatte – nämlich nicht zu essen –, da hätte Adam haRishon zur Schlange sagen müssen: „Auch wenn du vom Verstand her recht hast, das heißt, dass der Schöpfer, wenn ich tatsächlich vom Baum der Erkenntnis in der Absicht zu geben esse, an diesem Essen Wohlgefallen hätte, wie oben gesagt – und ich sehe, dass du zu hundert Prozent recht hast –, gehe ich dennoch über den Verstand. Vielmehr will ich den Befehl des Schöpfers ohne jeden Verstand und ohne jedes Begreifen erfüllen, denn was man dem Glauben hinzufügt, das nennt man bereits ‚Neigung zum Götzendienst‘.“
Adam haRishon aber ging hin und fügte dem hinzu, was der Schöpfer ihm befohlen hatte. Darüber sagten sie, Adam haRishon war ein Abtrünniger. Durch diese Sünde zog sich für uns eine Verhüllung in der Arbeit herab, sodass es uns schwerfällt, uns von der Selbstliebe zu entfernen. Und damit fällt es uns schwer, an Seine Führung in der Form „der Gute, der Gutes tut“ zu glauben, sodass wir die Kraft hätten, Ihm für all die Dinge, die der Mensch empfindet, Lob und Dank zu geben – dass dies nämlich nur gut ist.
Und dieser Mangel an Glauben an Seine Führung – dass Er Seine Welt in der Form „der Gute, der Gutes tut“ lenkt – ist der Grund, weshalb wir so weit vom Schöpfer entfernt sind. Denn ein Mensch kann dienen und Taten vollbringen, sogar solche, die über seiner Kraft liegen, wenn er spürt, für wen er arbeitet. Und solange er sich noch in der Selbstliebe befindet, kann er Seine Wirklichkeit nicht so spüren, wie es nötig wäre, um einen beständigen Glauben zu haben.
Und dies ist, wie geschrieben steht (in der Einführung zum Buch Sohar, Seite 138, beginnend mit „denn“), und dies sind seine Worte: „In dem Augenblick, in dem der Mensch Böses empfindet, wohnt ihm in eben diesem Maß Leugnung inne. Das heißt, er kann keinen Glauben haben, bevor er die Angleichung der Form hat. Denn es ist ein Gesetz, dass das Geschöpf von Ihm kein Böses offen empfangen kann. Denn es wäre ein Makel an Seiner Herrlichkeit, wenn das Geschöpf Ihn als Übeltäter erlebte, weil dies dem vollkommen Wirkenden nicht entspricht.“
Damit lässt sich auslegen, weshalb man ihn aus dem Garten Eden in Verborgenheit und Verhüllung vertrieb. Und deshalb haben alle Generationen, die nach ihm kamen, eine große Arbeit, weil sie glauben müssen, dass es einen Lenker in der Welt gibt und dass Er auch mit einer Führung „der Gute, der Gutes tut“ wacht. Und wenn der Mensch keinen solchen Glauben hat, ist das die Ursache all der Sünden, die der Mensch begeht. Denn aus der Kraft der ersten Sünde Adam haRishons zieht sich herab, dass der Mensch in der Eigenschaft der Selbstliebe ist. Und damit ist er nicht fähig, das Joch des Glaubens auf sich zu nehmen, wie oben gesagt.
Es zeigt sich, dass alles aus jenem ersten Scheitern herrührt, durch das Adam haRishon in die Eigenschaft der Selbstliebe fiel. Für die nachfolgenden Generationen bewirkte das, dass sie nun eine Arbeit am schlichten Glauben zu leisten haben. Denn solange der Mensch sich in der Selbstliebe befindet, kommen über ihn die Einschränkung (Zimzum) und die Verhüllung, sodass das Höhere Licht ihm nicht leuchten kann. Und deshalb kann der Mensch nur über dem Verstand an den Schöpfer glauben, wie oben gesagt, denn das Verlangen zu empfangen verursacht in ihm die Eigenschaft der Leugnung.
Es zeigt sich, dass das Scheitern, das Adam haRishon bei der Sünde am Baum der Erkenntnis hatte, uns dazu gebracht hat, dass uns der Glaube fehlt. Und daraus kommen alle Sünden. Deshalb gibt es keinen anderen Rat, als die Eigenschaft des Glaubens zu erlangen, sodass der Mensch ein Empfinden der Göttlichkeit auf persönliche Weise hat. Er soll die Gesamtheit nicht nötig haben, sodass sein Glaube aus der Eigenschaft der Gesamtheit Israels käme. Vielmehr muss der Mensch Teshuwa tun in dem Maß, dass es „bis zum Schöpfer, deinem Gott“ reicht. Das bedeutet, dass er spürt, dass der Schöpfer auf persönliche Weise sein Gott ist. Und dann wird der Makel der Sünde am Baum der Erkenntnis korrigiert.
Damit lässt sich auslegen, was „bis zum Schöpfer, deinem Gott“ bedeutet. Da das Scheitern darin bestand, dass er auf den Rat der Schlange hörte, die ihm nach dem Verstand sagte, was Seine Absicht ist, deshalb muss der Mensch Teshuwa tun, bis er die Eigenschaft „der Schöpfer, dein Gott“ auf persönliche Weise erlangt und sich von niemandem mitziehen lässt.
Das heißt, er soll sich nicht von der Gesamtheit mitziehen lassen, indem er darauf sieht, auf welche Weise, das heißt mit welchen Absichten, die Ordnung der Arbeit sein soll, und ebenso, welche Form die Arbeit haben soll. Mit anderen Worten: Er soll nicht darauf schauen, welches Ziel ein Mensch aus der Gesamtheit zu erreichen anstrebt. Vielmehr muss er Teshuwa tun, bis er auf persönliche Weise erlangt, dass der Schöpfer dein Gott ist.
Und dies ist, wie geschrieben steht (Einführung in die „Talmud Esser haSefirot“, Punkt 54), und dies sind seine Worte: „Doch nachdem der Schöpfer sieht, dass der Mensch sein Maß an Anstrengung und an Festigung im Glauben an den Schöpfer vollendet hat, dann hilft ihm der Schöpfer, und er wird der Erlangung der offenbaren Führung gewürdigt, das heißt der Offenbarung des Antlitzes. Und dann wird er der vollkommenen Teshuwa gewürdigt. Das bedeutet, dass er mit ganzem Herzen, mit aller Seele und mit aller Kraft zurückkehrt und sich an den Schöpfer anhaftet, so wie er durch die Erlangung der offenbaren Führung zu Ihm hingezogen wird. Und dies ist, wie geschrieben steht: ‚Was ist Teshuwa? Dass der, der die Verborgenheiten kennt, über ihn bezeugt, er wird nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehren.‘ Das heißt: Wann ist der Mensch sicher, dass er der vollkommenen Teshuwa gewürdigt wurde? Wenn der, der die Verborgenheiten kennt, über ihn bezeugt. Das heißt, dass er die Offenbarung des Antlitzes erlangt, sodass dann Sein Heil über ihn bezeugt, dass er nicht mehr zu seiner Torheit zurückkehren wird.“
Mit dem Gesagten lässt sich beantworten, was wir gefragt haben: Was bedeutet „bis zum Schöpfer, deinem Gott“? Es heißt, dass der Mensch Teshuwa tun muss, das heißt alles tun muss, was in seiner Macht steht, bis der Schöpfer ihm hilft und er der Erlangung der offenbaren Führung gewürdigt wird, das heißt der Offenbarung des Antlitzes. Dann nennt man es „der Schöpfer, dein Gott“. Das heißt, dass er auf persönliche Weise die Offenbarung des Antlitzes des Schöpfers erlangt hat. Das nennt man „der Schöpfer, dein Gott“. Das heißt, dass er es auf persönliche Weise erlangt hat. Und das nennt man „der Schöpfer, dein Gott“.
Und nun wollen wir erklären, was wir gefragt haben: Was bedeutet, was unsere Weisen sagten: „Groß ist die Teshuwa, die bis zum Thron der Herrlichkeit reicht“ (Yoma 86)? Es ist bekannt, dass man nichts korrigieren kann, wenn man den Schaden nicht sieht. Deshalb kann man keine Teshuwa tun, wenn man die Sünde nicht sieht. Das heißt, man kann das Böse nicht korrigieren, wenn man das Böse nicht in seiner wahren Gestalt sieht.
Wie in der Körperlichkeit: Wenn man nicht sieht, wie schwer ein Gegenstand ist, kann man ihn nicht heben. Wenn der Mensch also die wahre Gestalt des Bösen, das in seinem Inneren ist, nicht sieht, kann er nicht um vollständige Hilfe bitten, sodass er das Böse überwinden könnte. Denn es ist bekannt: „Der böse Trieb des Menschen gewinnt täglich die Oberhand über ihn, und würde der Schöpfer ihm nicht helfen, könnte er nicht gegen ihn bestehen.“ Wenn der Mensch also das Ausmaß des Bösen nicht sieht, ist sein Gebet nicht vollständig.
Denn der Mensch bittet zum Beispiel den Schöpfer, ihm bei einem kleinen Teil des Bösen zu helfen, sodass er dadurch der Teshuwa gewürdigt wird. Dann dient die Hilfe, die von oben kommt, nur dazu, einen kleinen Teil des Bösen zu annullieren, und nicht das ganze Böse in ihm. Das gleicht einem Menschen, der zum Arzt kommt und ihm sagt, er hat Fieber, der Arzt soll ihm eine Tablette geben, um das Fieber zu senken. Der Arzt fragt: „Wie hoch ist dein Fieber?“, und er sagt, er hat 38 Grad Fieber. Der Arzt gab ihm eine Tablette, und die Tablette half nicht. Da sagt der Arzt zu ihm: „Sicher hast du höheres Fieber.“ Und was tat der Arzt? Er maß ihm selbst das Fieber und sah, dass er Fieber über 40 Grad hatte. Da gibt der Arzt ihm ein Medikament, das für den passt, der 40 Grad Fieber hat.
Das Gleichnis bedeutet: Der Mensch muss ein Gebet darbringen, das das Gefäß ist, um das Heil zu empfangen. Betet er aber nicht über das wirkliche Böse, das in ihm ist, sondern meint, er hat nur ein wenig Böses, dann zieht sein Gebet keine Hilfe von oben herab – außer für den, der nur ein wenig Böses hat.
Deshalb gilt: Wenn der Mensch beginnt, den Weg der Wahrheit zu gehen, und um Hilfe vom Schöpfer bittet, dann zeigt ihm der Schöpfer jedes Mal ein wenig von dem Bösen, das in ihm ist. Und der Mensch fängt an zu denken, dass er jedes Mal, wenn er sich in Tora und Mizwot überwindet, schlechter wird, als er war, bevor er in die Arbeit an der Wahrheit eintrat. Dann gerät er dahin, „über das Frühere zu hadern“ – das heißt, er bereut, dass er in diese Arbeit eingetreten ist. Denn als er in sie eintrat, war seine ganze Absicht gewesen, sich dadurch dem Schöpfer mehr zu nähern. Und nun sieht er das Gegenteil: dass er rückwärts geht und nicht vorwärts.
Doch der Mensch muss glauben, dass er in der Arbeit sehr wohl Fortschritte macht. Dass er aber jedes Mal sieht, wie er schlechter wird, rührt von dem oben genannten Gleichnis her, in dem der Arzt ihm das Fieber misst und nicht der Kranke. Da misst ihm der Schöpfer das Fieber. Das heißt, der Schöpfer zeigt ihm jedes Mal, wie sehr er im Bösen versunken ist – so sehr, dass er nicht glaubt, dass es eine solche Wirklichkeit gibt.
Das heißt, der Mensch versteht nicht, wie es eine solche Wirklichkeit geben kann, dass ein Mensch beginnt, mehr Anstrengung in Tora und Mizwot zu geben, und eigentlich sehen müsste, dass er jeden Tag besser wird, in Wirklichkeit aber in einem schlechteren Zustand ist.
Die Antwort lautet: Wenn der Mensch beginnt, den Weg der Wahrheit zu gehen, offenbart man ihm das Böse in dem Maß, in dem er sich in der Arbeit überwindet – damit er Raum hat, vom Schöpfer Hilfe über das wirkliche Böse zu erbitten. Der Mensch sieht dann, dass es für ihn keine Möglichkeit gibt, aus der Herrschaft des Bösen herauszukommen, wenn der Schöpfer ihm nicht hilft, denn bei ihm gewinnt das Böse jeden Tag mehr an Herrschaftskraft. Und all dies geschieht, damit er Raum und Bedürfnis für das Heil des Schöpfers hat, denn gerade dann empfängt er das Verlangen und das Bedürfnis nach der Hilfe des Schöpfers.
Und dies ist, wie in der Einführung in die „Talmud Esser haSefirot“ (Punkt 138) geschrieben steht, und dies sind seine Worte: „Die Verhüllung ist die Ursache der Offenbarung. Denn die Verhüllung wird nach ihrer Korrektur, im Augenblick der Offenbarung, zur Offenbarung, so wie der Docht zum Licht, das sich an ihm fängt. Und je größer die Verhüllung ist, desto stärker fängt sich an ihr, im Augenblick ihrer Korrektur, das größte Licht und offenbart sich an ihr.“
Mit dem Gesagten lässt sich „Groß ist die Teshuwa, die bis zum Thron der Herrlichkeit reicht“ auslegen. Über das Wort „Thron“ (Kisse) sagte mein Vater und Lehrer, sein Andenken sei zum Segen, man kann es auf zwei Weisen auslegen:
Erstens: von dem Wort „Decke“ (Kissui), die bedeckt.
Zweitens: von dem Wort „Thron“ (Kisse), auf dem der König sitzen kann.
Es zeigt sich also: Dadurch, dass der Mensch zur Erkenntnis des Bösen gelangt – dass er sieht, wie weit er entfernt ist, sowohl in der Eigenschaft des Verstandes (Mocha) als auch in der Eigenschaft des Herzens (Liba), dass alles verschlossen und bedeckt ist, sodass er keinen Zugang sieht, durch den es möglich wäre, der Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer gewürdigt zu werden –, das nennt man den „bedeckenden Thron“.
Und diese Stufe nennt man die Eigenschaft „Gefäß und wahres Bedürfnis nach dem Heil des Schöpfers“. Und auf diesem Thron offenbart sich danach die Hilfe des Schöpfers, im Geheimnis von „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man“. Es zeigt sich, dass dieser Thron, der sich in solcher Niedrigkeit befand – das heißt, der einen Zustand der Niedrigkeit und Erniedrigung empfand –, gewürdigt wurde, dass auf diesem Thron die Herrlichkeit des Königs ruht. Es zeigt sich, dass eben jene Niedrigkeit zum „Thron der Herrlichkeit“ wurde.
Damit lässt sich „Groß ist die Teshuwa, die bis zum Thron der Herrlichkeit reicht“ auslegen. Das heißt: Wann weiß der Mensch, dass er bereits Teshuwa getan hat? Das Zeichen ist, ob er dahin gelangt ist, dass der frühere Thron der Offenbarung des Lichts gewürdigt wurde. Und das so lange, bis der König der Herrlichkeit, der auf dem Thron sitzt, offenbart wird.
korrigiert (Stilüberarbeitung nach Richtlinie), EY, Claude/Opus 4.8, 24.07.2026, 05:49 Uhr, Ver4