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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Artikel / 1990/25 Was bedeutet „Alle Völker sollen den Herrn loben“ in der Arbeit?

Rabash 1990-25 – Ver5 (Stilüberarbeitung nach Richtlinie; Basis Ver4→Ver5)

Hinweis: Ver5 (Stilüberarbeitung nach Richtlinie) auf Basis Ver4→Ver5; Deutsch NEU und Fließtext bleiben wortgleich. HE maßgeblich; RU primäre Referenz; EN fehlt. ALT als Lesbarkeitsmaßstab konsultiert. Inhalt, Absatzstruktur und Terminologie unverändert; Fett aus RU bzw. HE-Fallback und Kursiv gemäß Glossar verifiziert.

In der Heiligen Schrift heißt es (Psalm 117): „Lobt den Schöpfer, alle Völker, preist Ihn, alle Nationen! Denn mächtig ist Seine Gnade über uns, und die Wahrheit des Schöpfers währt ewig. Lobt den Schöpfer!“ Man muss verstehen, warum alle Völker den Schöpfer loben sollen, und zwar gerade deshalb, weil geschrieben steht: „Denn mächtig ist Seine Gnade über uns.“ Auf den ersten Blick scheint das Gegenteil naheliegender: Weil Er dem Volk Israel Gnade erwiesen hat, müssten die Völker doch über den Schöpfer erzürnt sein. Und dennoch sagt die Schrift hier „Preist Ihn, alle Nationen“, und das mit der Begründung „denn mächtig ist Seine Gnade über uns“. Wie kann das sein?

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In der Heiligen Schrift heißt es (Psalm 117): „Lobt den Schöpfer, alle Völker, preist Ihn, alle Nationen! Denn mächtig ist Seine Gnade über uns, und die Wahrheit des Schöpfers währt ewig. Lobt den Schöpfer!“ Man muss verstehen, warum alle Völker den Schöpfer loben sollen, und zwar gerade deshalb, weil geschrieben steht: „Denn mächtig ist Seine Gnade über uns.“ Auf den ersten Blick scheint das Gegenteil naheliegender: Weil Er dem Volk Israel Gnade erwiesen hat, müssten die Völker doch über den Schöpfer erzürnt sein. Und dennoch sagt die Schrift hier „Preist Ihn, alle Nationen“, und das mit der Begründung „denn mächtig ist Seine Gnade über uns“. Wie kann das sein?

הכתוב אומר (תהילים קי"ז) "הללו את ה' כל גויים, שבחוהו כל האומים, כי גבר עלינו חסדו, ואמת ה' לעולם הללויה". ויש להבין, מדוע צריכים כל גויים להלל לה', מטעם שכתוב "כי גבר עלינו חסדו". לכאורה אדרבה, כי בזה שעשה חסד עם עם ישראל, הגויים צריכים להיות ברוגז על ה'. וכאן אומר הכתוב "שבחוהו כל האומים", מטעם "כי גבר עלינו חסדו". היתכן.

1990/25 Was bedeutet „Alle Völker sollen den Herrn loben“ in der Arbeit? In der Heiligen Schrift heißt es (Psalm 117): „“Preist den Herrn, alle Völker, lobt Ihn, alle Nationen! Denn mächtig ist Seine Gnade über uns, und die Wahrheit des Herrn währt ewig. Lobt den Herrn!“ Wir sollten verstehen, warum alle Völker den Schöpfer loben sollen, denn es steht geschrieben: Denn mächtig ist Seine Gnade über uns“. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass die Völker aufgrund der Gnade, die der Herr Israel erwiesen hat, gegen den Herrn erzürnt sein sollten. Aber hier sagt die Schrift: „Lobt Ihn, alle Nationen“, weil „Seine Gnade mächtig über uns ist“. Kann das sein?

2

Dies lässt sich im Sinne der spirituellen Arbeit auslegen. Gemeint ist ein einzelner Mensch, denn jeder Mensch ist eine kleine Welt, wie es in den Worten des heiligen Sohar geschrieben steht. Im Menschen gibt es nämlich die Eigenschaft der „Nationen der Welt“, und es gibt in ihm die Eigenschaft „Israel“. Und das Israel im Menschen ist im Exil, unter der Herrschaft der Nationen der Welt.

ויש לפרש זה על דרך העבודה. היינו, שמדברים באדם אחד, היות שכל אדם הוא עולם קטן, כמו שכתוב בדברי הזה"ק. כלומר, שיש באדם בחינת "אומות העולם", ויש לו בחינת "ישראל". והישראל שבאדם הוא בגלות תחת שליטת אומות העולם.

Wir sollten dies entsprechend der spirituellen Arbeit auslegen. Das heißt, wir sprechen von einem einzelnen Menschen – denn jeder Mensch ist eine kleine Welt, wie es im Heiligen Sohar geschrieben steht –, gibt es die Eigenschaft der „Nationen der Welt“ und die Eigenschaft von „Israel“, und das “Israel” in einem Menschen ist im Exil unter der Herrschaft der “Völker der Welt”.

3

Bekanntlich ist Israel die Eigenschaft Jashar-El (direkt zum Schöpfer): Ein solcher Mensch will, dass all sein Handeln direkt auf den Schöpfer ausgerichtet ist, dass also alles dem Schöpfer zum Nutzen geschieht. Die Nationen der Welt dagegen richten all ihr Denken einzig auf den eigenen Nutzen, denn bekanntlich hat jede Nation ihr eigenes Verlangen. Sie herrschen über das Israel in seinem Innern und lassen das Israel nicht tun, was Israel tun muss. Vielmehr zwingt jede einzelne Nation dem Menschen immer wieder ihr Verlangen auf, sodass er nach ihrem Willen handelt. Das nennt man „Volk Israel im Exil“.

זאת אומרת, כידוע שישראל הוא בחינת ישר-אל, שהוא רוצה, שכל מעשיו יהיו ישר להבורא, היינו שיהיה הכל לתועלת הבורא. אולם האומות העולם, שכל מחשבותיהם הם רק לתועלת עצמם. כידוע, שכל אומה ואומה יש לה תאוה משלה. והם שולטים על הישראל שבקרבו, ולא נותנים להישראל לעשות מה שישראל צריך לעשות. אלא כל פעם ופעם כל אומה ואומה משליטה את התאוה שלה על האדם, שיעשה כרצונה. וזה נקרא, שעם ישראל הוא בגלות.

Mit anderen Worten, es ist bekannt, dass Israel Yashar-El [direkt zum Schöpfer] bedeutet, dass Israel all sein Handeln direkt zum Schöpfer ausrichten möchte, was bedeutet, dass alles um des Schöpfers willen geschieht. Die Gedanken der Nationen der Welt hingegen drehen sich einzig und alleine um ihren eigenen Nutzen, denn bekanntlich hat jede Nation ihr eigenes Verlangen. Sie beherrschen das Israel in ihm und lassen Israel nicht tun, was Israel tun muss. Stattdessen zwingt jede einzelne Nation einem Menschen ihr Begehren auf, damit er tut, was sie will. Das nennt man, dass „das Volk Israel im Exil“ ist.

4

Doch man muss wissen und glauben, dass alles, was ein Mensch in Gefäßen des Empfangens empfangen kann, nicht mehr ist als ein winziges Licht im Vergleich zum Licht des Genusses, das in das Spirituelle gekleidet ist und in Gefäßen des Gebens empfangen wird. Und doch sagen unsere Weisen als allgemeine Regel: „Kein Mensch stirbt mit der Hälfte seines Verlangens in der Hand.

אולם יש לדעת ולהאמין, כי כל מה שהאדם מסוגל לקבל בכלים דקבלה, אין זה יותר מנהירו דקיק בערך אור התענוג שמלובש ברוחניות, המקובל בכלים דהשפעה. ויחד עם זה אומרו חז"ל כלל "אין אדם מת וחצי תאותו בידו".

Wir sollten jedoch wissen und glauben, dass alles, was ein Mensch in Gefäßen des Empfangens empfangen kann, nicht mehr als ein winziges Licht ist, verglichen mit dem Licht des Genusses, das in einem spirituellem Gewand eingekleidet ist und in Gefäßen des Gebens empfangen wird. Und doch haben unsere Weisen eine Regel genannt: „Man stirbt nicht mit der Hälfte seiner Wünsche in der Hand.“

5

Es gibt also keinen Menschen auf der Welt, der von sich sagen könnte, er sei der glücklichste Mensch der Welt – nach der Regel: „Wer hundert hat, will zweihundert.“ Darum gibt es keinen Menschen auf der Welt, der Ruhe ohne Sorgen und Frieden hätte. Vielmehr hat jeder seinen eigenen Mangel, wie geschrieben steht: „Der Neid, das Verlangen und die Ehre bringen den Menschen aus der Welt.

כלומר, שאין אדם בעולם, שיהיה בידו לומר, שהוא האיש המאושר בעולם. כפי הכלל "מי שיש לו מנה, רוצה מאתיים". לכן אין אדם בעולם, שתהיה לו מנוחה בלי דאגות, ושתהיה לו שלוה בעולם. אלא כל אחד ואחד יש לו חסרון משלו, כמו שכתוב "הקנאה, והתאוה, והכבוד מוציאים את האדם מהעולם".

Das heißt, es gibt keinen Menschen auf der Welt, der sagen kann, dass er der glücklichste Mensch auf der Welt ist, gemäß der Regel: „Wer hundert hat, möchte zweihundert.“ Es gibt also keinen Menschen auf der Welt, der sorglos, in Ruhe oder in Frieden lebt. Vielmehr hat jeder und jede einen eigenen Mangel, wie geschrieben steht: „Neid, Lust und Ehre bringen einen aus der Welt.“

6

Am Ende leidet also jeder Mensch darunter, dass es nicht in seiner Hand liegt, seine Mängel zu füllen. Anders ist es, wenn ein Mensch gewürdigt wird und vom Schöpfer Gefäße des Gebens empfängt: In diesen Gefäßen empfängt er das Gute und den Genuss, die der Schöpfer für die Geschöpfe bereitet hat, und dann lebt er in einer Welt, die ganz und gar gut ist. So sagten unsere Weisen (Awot, Kapitel 6,1): „Rabbi Meir sagt: Wer sich mit der Tora um ihretwillen (liShma) befasst, wird vieler Dinge gewürdigt. Und nicht nur das die ganze Welt ist seiner wert.

נמצא, שבסופו של דבר, כל אדם סובל, שאין בידו למלאות את חסרונותיו. מה שאין כן כשהאדם זוכה ומקבל כלים דהשפעה מהבורא, שבהכלים האלו האדם מקבל את הטוב ועונג, מה שהבורא הכין עבור הנבראים, שאז האדם חי בעולם שכולו טוב. כמו שאמרו חז"ל (אבות פרק ו', א') "רבי מאיר אומר, כל העוסק בתורה לשמה, זוכה לדברים הרבה. ולא עוד, אלא שכל העולם כולו כדאי הוא לו".

Daraus folgt, dass am Ende jeder Mensch leidet, weil er seine Mängel nicht befriedigen kann. Sobald aber ein Mensch belohnt wird und vom Schöpfer Gefäße des Gebens erhält, empfängt er in diesen Kelim [Gefäßen] das Gute und den Genuss, die der Schöpfer für die Geschöpfe vorbereitet hat, und dann lebt der Mensch in einer Welt, die vollkommen gut ist. Es ist so, wie unsere Weisen sagten (Awot, Sprüche der Väter, Kapitel 6:1): „Rabbi Meir sagt: ‚Wer sich mit der Tora im Sinne von liShma [um Ihretwillen] befasst, wird mit vielen Dingen belohnt. Außerdem ist die ganze Welt für ihn lohnenswert.'“

7

Er sieht also den Wert, den die Welt für ihn hat. Und das ist es, was oben gesagt wurde: Wenn der Mensch alles in Gefäßen des Gebens empfängt – was die Eigenschaft der Angleichung der Form ist, die „Anhaftung“ (Dwekut) genannt wird und „um ihretwillen“ (liShma) heißt –, dann wird ihm das Gute und der Genuss zuteil, die im Schöpfungsgedanken liegen und „Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ genannt werden, nach dem Maß Seines Vermögens, gepriesen sei Er.

היינו, שהוא רואה את הכדאיות שיש לו בעולם. וזהו כנ"ל, כי בזמן שהאדם מקבל הכל בכלים דהשפעה, שזהו בחינת השתוות הצורה, הנקרא "דביקות", וזה מכונה "לשמה", אז מושפע להאדם את הטוב ועונג שישנו במחשבת הבריאה, הנקרא "רצונו להטיב לנבראיו", כפי יכולתו יתברך.

Mit anderen Worten: Er sieht, wie sich die Welt für ihn lohnt, denn wenn ein Mensch alles in den Gefäßen des Gebens empfängt, was die Gleichheit der Form ist, die Dwekut [Anhaftung] genannt wird und liShma heißt, wird ihm das Gute und das Vergnügen, das in dem Schöpfungsgedanken vorhanden ist, der als „Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ bekannt ist, in dem Ausmaß gegeben, wie es Ihm möglich ist.

8

Und das ist so, wie es im Buch „Die Gabe der Tora“ (Matan Tora, S. 22) dargelegt wird; und dies sind seine Worte: „Unsere Weisen lehrten uns, dass die Welt nur um der Einhaltung von Tora und Mizwot willen erschaffen wurde. Das bedeutet: Die Absicht des Schöpfers, gepriesen sei Er, bestand mit der Schöpfung von dem Augenblick an, da sie erschaffen wurde, darin, einem anderen Seine Göttlichkeit kundzutun. Denn das Kundtun Seiner Göttlichkeit erreicht das Geschöpf im Maß Seiner angenehmen Fülle, die immer weiter zu ihm anwächst, bis zum gewünschten Maß. Dadurch erheben sich die Niedrigen in wahrer Erkenntnis dazu, ein Wagen für Ihn, gepriesen sei Er, zu sein und sich an Ihn zu heften, bis sie ihre endgültige Vollkommenheit erreichen.

וזהו כמו שמבואר בספר "מתן תורה" (דף כ"ב) וזה לשונו "והורונו חז"ל, שלא נברא העולם, אלא בשביל קיום תורה והמצות. פירוש הדבר, כי כוונת הבורא יתברך על הבריאה מעת שנבראה, הוא, להודיע את אלקותו לזולתו, כי דבר הודעת אלקותו מגיע לנברא במידת שפעו הנעים, ההולך ומתרבה אליו עד השיעור הרצוי, שבזאת מתרוממים השפלים בהכרה אמיתית, להיות מרכבה אליו יתברך ולדבקה בו, עד שמגיעים לשלמותם הסופי".

Dies wird in dem Aufsatz Matan Tora [„Die Gabe der Tora„] (Punkt 6) beschrieben: „Unsere Weisen sagen uns, dass die Welt nicht erschaffen worden wäre, wenn es den Zweck des des Einhaltens von Tora und Mizwot nicht gegeben hätte. Das heißt, die Ausrichtung des Schöpfers, seit er seine Schöpfung erschaffen hat, besteht darin, seine Göttlichkeit anderen zu offenbaren. Denn die Offenbarung Seiner Göttlichkeit erreicht das Geschöpf als angenehme Fülle, die immer weiter wächst, bis sie das gewünschte Maß erreicht. Und dadurch erheben sich die Niedrigen in wahrer Anerkennung und werden zu einem Wagen [Merkawa] für Ihn, um sich an Ihn zu klammern, bis sie ihre endgültige Vollkommenheit erreichen.“

9

Aus dem Gesagten folgt: Wenn der Mensch der Gefäße des Gebens gewürdigt wird und dadurch des Guten und des Genusses, die im Schöpfungsgedanken lagen, so heißt das: „Wenn der Schöpfer die Wege eines Menschen begünstigt, so versöhnt Er sogar seine Feinde mit ihm.“ Rabbi Jehoschua ben Levi legt das so aus: „Das ist die Schlange“ (Jeruschalmi, Terumot 8,3) – denn die Schlange bedeutet den bösen Trieb (*Jezer haRa*), der über die siebzig Nationen der Welt gesetzt ist, wie oben gesagt. Es ist nämlich jene Eigenschaft der Nationen der Welt, die sich im Körper des Menschen findet, die bewirkt, dass der Mensch des Guten und des Genusses nicht gewürdigt werden kann.

ובהאמור יוצא, בזמן שהאדם זוכה לכלים דהשפעה, שאז הוא זוכה לטוב ועונג שהיה במחשבת הבריאה, זה נקרא "ברצות ה' דרכי איש, גם אויביו ישלים אתו". ומפרש רבי יהושע בן לוי "זה הנחש" (ירושלמי, תרומות ח', ג'), שענין נחש הוא היצר הרע, שהוא הממונה של ע' אומות העולם כנ"ל, שבחינת אומות העולם הנמצאת בגופו של אדם, הם הגורמים, שלא יכול האדם לזכות לטוב ועונג.

Daraus folgt, dass wenn der Mensch mit Gefäßen des Gebens belohnt wird, er deshalb mit dem Guten und dem Genuss belohnt wird, die im Schöpfungsgedanken lagen. Das heißt: „Wenn der Ewige die Wege eines Menschen begünstigt, schließen sogar seine Feinde Frieden mit ihm.“ Rabbi Yehoshua Ben Levi interpretiert dies so: „Das ist die Schlange“ (Jerusalemer Talmud, Terumot 8,3). Die Schlange ist der Böse Trieb, der die siebzig Nationen beherrscht. Wie bereits gesagt, führt die Eigenschaft der Völker der Welt im Körper eines Menschen dazu, dass er nicht mit Freude und Genuss belohnt werden kann.

10

Daraus folgt: Sobald der Mensch das Gute und den Genuss empfängt, werden auch die Gefäße des Empfangens versüßt, indem er sie mit der Absicht zu geben gebraucht. Folglich empfangen auch sie das Gute und den Genuss. Das nennt man „Wenn der Schöpfer die Wege eines Menschen begünstigt“: Sobald er einzig dem Schöpfer zum Nutzen tätig ist – was „um ihretwillen tätig sein“ (liShma) heißt –, wird er vieler Dinge gewürdigt, wie oben in den Worten Rabbi Meirs gesagt.

לכן יוצא, בעת שהאדם מקבל טוב ועונג, גם הכלי קבלה נמתקים, בזה שהוא משתמש עם הכלים דקבלה בעל מנת להשפיע. אם כן גם הם מקבלים את הטוב ועונג. זה נקרא "ברצות ה' דרכי איש", שזהו בזמן שהוא עוסק רק לתועלת ה', הנקרא "העוסק לשמה", הוא זוכה לדברים הרבה, כנ"ל בדברי רבי מאיר.

Daraus folgt, dass wenn der Mensch Freude und Genuss empfängt, die Gefäße des Empfangens auch dadurch gemildert [versüßt] werden, indem er die Gefäße des Empfangens benutzt, um zu geben. Deshalb empfangen auch sie die Freude und den Genuss. Das nennt man „Wenn der Ewige die Wege eines Menschen begünstigt“, das heißt, wenn er einzig und alleine um des Schöpfers willen arbeitet, genannt „in liShma arbeiten“. Dann wird er mit vielen Dingen belohnt, wie es in den Worten von Rabbi Meir heißt.

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Darum müssen auch die Nationen der Welt im Körper des Menschen den Schöpfer loben, weil auch sie nun das Gute und den Genuss empfangen, dadurch dass der Mensch der Gefäße des Gebens gewürdigt wurde, die „Gefäße der Gnade“ (Chessed) genannt werden. Das ist es, was geschrieben steht: „Lobt den Schöpfer, alle Völker, preist Ihn, alle Nationen.“ Und warum müssen sie den Schöpfer loben? Weil „mächtig ist Seine Gnade über uns“.

לכן האומות העולם שבגופו של אדם, גם הם צריכים לשבח את ה', בגלל שגם הם מקבלים עתה טוב ועונג, ע"י זה שהאדם זכה לכלים דהשפעה, הנקרא "כלים דחסד". וזה שכתוב "הללו את ה' כל גויים, שבחוהו כל האומים". ומדוע הם צריכים לשבח את ה'. מטעם "כי גבר עלינו חסדו".

Deshalb müssen auch die Nationen der Welt, die sich im Körper eines Menschen befinden, den Herrn loben, denn sie empfangen nun ebenfalls Gutes und Freude, da der Mensch Gefäße des Gebens, sogenannte „Gefäße der Gnade [Chessed]“, erhalten hat. Dies ist der Sinn von „Preist den Herrn, alle Völker, lobt Ihn, alle Nationen“. Und warum sollten sie den Herrn loben? Weil „Seine Gnade mächtig über uns ist“.

12

Das bedeutet: Die Gefäße der Gnade haben sich gegen die Gefäße des Empfangens durchgesetzt. Und wer gab die Kraft, dass die Gnade sich durchsetzte? Diese gab allein der Schöpfer, wie unsere Weisen sagten: „Der Trieb des Menschen wird Tag für Tag mächtig über ihn, und wenn der Schöpfer ihm nicht helfen würde, könnte er ihn nicht bezwingen.

פירוש, כי כלים דחסד התגברו על כלים דקבלה. ומי נתן את הכח שהחסד יתגבר. זהו רק ה' נתן, כמו שאמרו חז"ל "יצרו של אדם מתגבר עליו כל יום, אלמלא אין הקב"ה עוזרו, אינו יכול לו".

Das bedeutet, dass die Kelim der Gnade die Kelim des Empfangens überwunden haben. Und wer hat die Kraft gegeben, dass die Gnade siegt? Nur der Schöpfer hat sie gegeben, wie unsere Weisen sagten: „Der Trieb des Menschen überwältigt ihn jeden Tag, und wenn der Herr ihm nicht hilft, kann er ihm nicht überwinden“.

13

Auch die Völker müssen also den Schöpfer loben dafür, dass „Seine Gnade mächtig über uns“ wurde. Denn wir wurden der Gnade des Schöpfers gewürdigt, und dadurch sehen wir nun auch „die Wahrheit des Schöpfers“: die Wahrheit, dass der Schöpfer über die Welt wacht in der Eigenschaft des Guten und des Gutestuenden – was jetzt allen Völkern offenbart wird.

נמצא, שגם הגויים צריכים לשבח לה', על מה שגבר עלינו חסדו. שאנחנו זכינו לחסד ה', שע"י זה אנו רואים עתה, ואמת ה'. היינו, שהאמת שהבורא משגיח על העולם בבחינת טוב ומטיב, שזה מגולה עכשיו לכל הגויים.

Daraus folgt, dass auch die Völker den Schöpfer preisen sollten, „denn mächtig ist Seine Gnade über uns.“ Wir sind mit der Barmherzigkeit des Schöpfers belohnt worden, und dadurch können wir nun „die Wahrheit des Ewigen“ sehen, d. h. die Wahrheit, dass der Schöpfer über die Welt wacht, indem er sie zum Guten leitet und Gutes tut, was nun allen Völkern offenbart wird.

14

Auch die Feinde des Menschen versöhnen sich also mit ihm, nämlich der böse Trieb, der „Feind“ genannt wird – wie geschrieben steht: „Wenn dein Feind hungert, gib ihm Brot zu essen“, womit der böse Trieb gemeint ist, wie unsere Weisen sagten, dass König Salomo den bösen Trieb mit dem Namen „Feind“ bezeichnete. Das nennt man „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit deinen beiden Trieben“, also mit dem guten Trieb und mit dem bösen Trieb. Denn sobald die Gefäße des Empfangens des Menschen die Kraft erlangt haben, mit der Absicht zu geben zu empfangen, dient er dem Schöpfer dann auch mit dem bösen Trieb. Auch der böse Trieb liebt also den Schöpfer, denn auch er empfängt das Gute und den Genuss.

נמצא, האויבים של האדם, שהוא היצר הרע, הנקרא "שונא", כמו שכתוב "אם רעב שונאך האכילנו לחם". שהכוונה הוא על יצר הרע, כמו שאמרו חז"ל, ששלמה המלך היה קורא את היצר הרע בשם "שונא". גם הוא ישלים אתו, שזה נקרא "ואהבת את ה' אלקיך בכל לבבך בשתי יצריך", היינו ביצר הטוב וביצר הרע. כי בזמן שהכלי קבלה של אדם השיגו את הכח להיות לקבל בעל מנת להשפיע, נמצא, שאז הוא עובד ה' גם ביצר הרע. כלומר, שגם היצר הרע אוהב את ה', כי הוא גם כן מקבל טוב ועונג.

Daraus folgt, dass die Feinde des Menschen, nämlich der böse Trieb, der „Feind“ genannt wird –, wie geschrieben steht: „Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm Brot zu essen“, womit der böse Trieb gemeint ist, wie unsere Weisen sagten, dass König Salomo den bösen Trieb mit dem Namen „Feind“ bezeichnete –, ebenso mit ihm Frieden schließen wird. Das heißt: „Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit deinen beiden Trieben“, nämlich mit dem guten Trieb und mit dem bösen Trieb. Wenn die Gefäße des Empfangens im Menschen die Kraft des Gebens erhalten, dann dient er dem Schöpfer auch mit dem Bösen Trieb. Das heißt, auch der Böse Trieb liebt den Schöpfer, denn auch er empfängt Gutes und Genuss.

15

Darum steht geschrieben „und die Wahrheit des Schöpfers“. So legt es das *Talmud Esser haSefirot* zur siebten Korrektur der dreizehn Korrekturen des Dikna aus, die „und die Wahrheit“ genannt wird: Sie heißt darum „und die Wahrheit“, weil in dieser Korrektur allen offenbart wird, dass dies die Wahrheit ist – dass dies das Schöpfungsziel war: „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“.

לכן כתוב "ואמת ה'". היינו, כמו שמפרש בתע"ס על תיקון הז' של י"ג תיקוני דיקנא, הנקרא "ואמת", שלכן נקרא "ואמת", משום שבתיקון זה מתגלה לכל שזהו אמת, שכך היתה מטרת הבריאה "להטיב לנבראיו".

Deshalb steht geschrieben „und die Wahrheit des Ewigen“, wie er im “Studium der zehn Sefirot” über die siebte Korrektur der dreizehn Korrekturen von Dikna, die „und die Wahrheit“ genannt wird, auslegt, dass sie „und die Wahrheit“ genannt wird, weil in dieser Korrektur allen offenbart wird, dass dies die Wahrheit ist, dass dies das Schöpfungsziel war: Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

16

Aus dem Gesagten folgt, dass man im Sinne der spirituellen Arbeit auslegen kann, was der heilige Sohar sagt: dass über allen Nationen je ein Fürst gesetzt ist, anders als beim Volk Israel, über das allein der Schöpfer herrscht. Denn das Volk Israel ist das Erbteil des Schöpfers. Die Nationen der Welt sind nämlich die Eigenschaft von Empfangenden für sich selbst, wie es im Sohar zu dem Vers heißt: „Und die Gnade der Nationen ist Sünde denn all ihr Gutes wirken sie für sich selbst.

ובהאמור יוצא, שבדרך עבודה יש לפרש מה שאומר הזה"ק, שלכל אומות יש שר עליהם, מה שאין כן עם ישראל, רק ה' מושל עליהם. שעם ישראל הוא נחלת ה'. היות שאומות העולם הם בחינת מקבלים לעצמם, כמו שכתוב בזה"ק על מה שכתוב "וחסד לאומים חטאת, כי כל טובו דעובדין לגרמייהו עובדין".

Daraus folgt, dass wir im Kontext der spirituellen Arbeit auslegen sollten, was der Heilige Sohar sagt, dass jede Nation ihren Fürsten hat, im Gegensatz zu Israel, das nur vom Herrn regiert wird. Denn das Volk Israel ist das Erbe des Herrn. Da die “Nationen der Welt” Empfänger für sich selbst sind, wie im Heiligen Sohar über das geschrieben steht: „Und die Gnade der Nationen ist eine Sünde, denn alles Gute, das sie tun, tun sie für sich selbst“.

17

Das bedeutet: Alles, was sie tun, ist nur zu ihrem eigenen Nutzen. Und das nennt man „siebzig Fürsten“, also „siebzig Herrscher“, denn jede Nation hat ihr eigenes Verlangen, wie oben gesagt. Und das nennt man im allgemeinen Sinne „böser Trieb“, weil es bewirkt, dass der Mensch vom Schöpfer getrennt wird. Und das nennt man „die Nationen der Welt, deren Fürsten über sie herrschen“: Sie fühlen nicht, dass es einen Schöpfer gibt, der die Welt lenkt.

פירושו, שכל מה שעושים הם רק לתועלת עצמם. וזה נקרא "ע' שרים", היינו "ע' שליטים", שלכל אומה יש תאוה מיוחדת כנ"ל. וזה נקרא באופן כללי "יצר הרע", משום שזה גורם, שהאדם נעשה נפרד מהבורא. וזה נקרא, שאומות העולם השרים מושלים עליהם. כלומר, שאין הם מרגישים שיש בורא, ומנהיג את העולם.

Das bedeutet, dass alles, was sie tun, nur zu ihrem eigenen Nutzen ist. Und das wird als „siebzig Fürsten“ bezeichnet, das heißt „siebzig Herrscher“, denn jede Nation hat ihre eigenen speziellen Wünsche, wie oben erwähnt. Und das wird allgemein als „böser Trieb“ bezeichnet, weil es dazu führt, dass der Mensch vom Schöpfer getrennt wird. Und das wird als „die Nationen der Welt, ihre Fürsten herrschen über sie“ bezeichnet. Das bedeutet, dass sie nicht fühlen, dass es einen Schöpfer gibt und dass er die Welt lenkt.

18

Anders ist es bei der Eigenschaft Israels, die Jashar-El bedeutet: Diese fühlen, dass sie sich im Anteil des Schöpfers befinden. Und das kommt daher, dass all ihr Handeln für den Schöpfer ist und nicht zum eigenen Nutzen. Das nennt man, dass der Schöpfer das Volk Israel in Seinen Anteil genommen hat und kein Fürst über sie herrscht. Wer also in die Eigenschaft Israels eintritt, sagt, dass allein der Schöpfer über ihn herrscht und keine andere Kraft.

מה שאין כן בחינת ישראל, שפירושו ישר-אל, הם מרגישים שהם נמצאים בחלקו של הבורא. וזהו מסיבת שכל מעשיהם הוא עבור הבורא ולא לתועלת עצמם. זה נקרא, שעם ישראל לקח הבורא לחלקו, ולא שום שר מושל עליהם. כלומר, שמי שנכנס בבחינת ישראל, הוא אומר, שרק ה' שולט עליו ולא שום כח אחר.

Im Gegensatz dazu fühlt sich die Eigenschaft Israels, also Yashar-El [direkt zum Schöpfer], als Teil des Schöpfers, da all ihr Handeln um des Schöpfers willen geschieht und nicht um ihrer selbst willen. Das heißt, der Schöpfer hat das Volk Israel zu seinem Teil gemacht, und kein Minister regiert es. Mit anderen Worten: Wer in die Eigenschaft Israels eintritt, sagt, dass nur der Schöpfer ihn regiert und keine andere Kraft.

19

Sowohl bei den Aufstiegen als auch bei den Abstiegen ist es also der Schöpfer, der bei all diesen Dingen wirkt. Und das ist so, wie man (im Morgengebet am Shabbat) sagt: „Gott, Herr über alle Werke.“ Bei allen Werken, die der Mensch tut, ist also der Schöpfer der Wirkende. Wie mein Vater und Lehrer, das Andenken an den Gerechten sei zum Segen, sagte: Vor der Handlung muss der Mensch sagen, dass alles vom Menschen abhängt, wie unsere Weisen sagten: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“ Alles tut also der Mensch. Und nach der Handlung muss der Mensch sagen, dass alles der Schöpfer tut, denn Er ist der Herr über alle Werke.

זאת אומרת, שהן העליות והן הירידות, הבורא הוא הפועל על כל הדברים. וזהו כמו שאומרים (בתפלת שחרית בשבת) "אל אדון על כל המעשים". כלומר, שכל המעשים שהאדם עושה, הבורא הוא הפועל. כמו שאמר אאמו"ר זצ"ל, שלפני העשיה האדם צריך לומר, שהכל תלוי בהאדם, כמו שאמרו חז"ל "אם אין אני לי מי לי". נמצא, שהכל עושה האדם. ולאחר העשיה, האדם צריך לומר, שהכל עושה ה', כי הוא האדון לכל המעשים.

Das bedeutet, dass sowohl beim Auf- als auch beim Abstieg der Schöpfer alles tut. So heißt es (im Morgengebet an Shabbat): „Gott, Herr über alle Taten.“ Das heißt, bei allem, was der Mensch tut, ist der Schöpfer der Handelnde. Wie Baal HaSulam sagte, sollte der Mensch vor der Handlung sagen, dass alles von ihm abhängt, wie unsere Weisen sagten: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“, was bedeutet, dass der Mensch alles tut. Aber nach der Handlung sollte er sagen, dass der Schöpfer alles tut, denn Er ist der Herr über alle Taten.

20

Aus dem Gesagten lässt sich auslegen, was geschrieben steht (Psalm 89): „Und die Himmel preisen Dein Wunder, o Schöpfer, ja Deine Treue in der Versammlung der Heiligen. Denn wer im Gewölk ist dem Schöpfer gleich, wer gleicht dem Schöpfer unter den Göttersöhnen?“ Hier ist zu verstehen: Was geht es uns an, dass die Himmel das Wirken des Schöpfers preisen? Denn vor allem müssen wir doch wissen, was wir tun sollen. Und das lässt sich im Sinne der spirituellen Arbeit auslegen: Die Begriffe „Himmel“ und „Erde“ lassen sich auf die beiden Zustände deuten, in denen sich der Mensch befindet:

ובהאמור יש לפרש מה שכתוב (תהילים פ"ט) "ויודו שמים פלאך ה', אף אמונתך בקהל קדושים, כי מי בשחק יערוך לה', ידמה לה' בבני אלים". כי יש להבין, מה נוגע לנו, מה ששמים יודו על פעולת ה'. כי עיקר אנו צריכים לדעת, מה שאנו צריכים לעשות. ויש לפרש זה בדרך עבודה. שענין "שמים" ו"ארץ" יש לפרש על ב' מצבים, שבו נמצא האדם:

Demnach sollten wir auslegen, was geschrieben steht (Psalmen 89, Vers 6-7): „Der Himmel wird deine Wunder preisen, o Ewiger, und die Versammlung der Gerechten Deine Gnade. Wahrlich, wer im Himmel ist wie der Herr, wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?“ Wir sollten verstehen, was es uns sagt, dass der Himmel die Werke des Schöpfers preist, denn vor allem ist die Frage, was wir tun sollen. In der spirituellen Arbeit sollten wir das so interpretieren, dass „Himmel“ und „Erde“ zwei Zustände sind, in denen sich der Mensch befindet:

21

1. Im Zustand des Aufstiegs. Das nennt man, dass der Mensch sich im „Himmel“ befindet. So wie der Himmel „Gebender“ genannt wird, so will der Mensch, wenn er sich im Zustand des Aufstiegs befindet, dem Schöpfer geben – was man so nennt, dass all sein Handeln um des Himmels willen geschieht.

א. בזמן עליה. שזה נקרא, שהאדם נמצא ב"שמים". היינו, כמו שהשמים נקרא "משפיע". ואם האדם נמצא בזמן עליה, הכוונה, שאז הוא רוצה להשפיע לה', שזה נקרא, שכל מעשיו הם לשם שמים.

1.) Im Zustand des Aufstiegs heißt es, dass der Mensch im „Himmel“ ist. Wenn sich ein Mensch im Himmel befindet, bedeutet das, dass er dem Schöpfer etwas geben möchte, da der Himmel „Gebender“ genannt wird. Das heißt, dass alle seine Arbeiten um des Schöpfers willen geschehen.

22

2. Wenn der Mensch einen Abstieg erfährt und in die Eigenschaft „Erde“ fällt. „Erde“ wird die Eigenschaft der Empfangenden genannt. Der Mensch ist nämlich in einen Zustand gefallen, in dem er nichts tun kann, wenn es nicht eine Füllung für sein Verlangen zu empfangen ist; das nennt man „Erde“.

ב. בזמן שהאדם מקבל ירידה, ונופל לבחינת ארץ. "ארץ" נקראת בחינת מקבלת. כלומר, שהאדם נפל למצב, שאין הוא מסוגל לעשות שום דבר, אם זה לא יהיה מילוי להרצון לקבל שלו, זה נקרא "ארץ".

2.) Wenn der Mensch einen Abstieg erlebt und zur Eigenschaft „Erde“ fällt, wobei „Erde“ die Eigenschaft des Empfangens ist. Das bedeutet, dass der Mensch in einen Zustand gefallen ist, in dem er nichts tun kann, es sei denn, es erfüllt sein Verlangen zu empfangen. Das wird „Erde“ genannt.

23

Nach dem Gesagten muss der Mensch glauben, dass alles der Schöpfer tut. Nachdem der Mensch nämlich sein Verlangen zu empfangen bezwungen hat und einzig um des Himmels willen tätig ist, heißt es: „Und die Himmel preisen Dein Wunder, o Schöpfer.“ Denn dieses Wirken ist wahrhaftig ein Wunderwerk: Der Mensch kann von seiner Natur her nichts tun außer zu seinem eigenen Nutzen, und nun hat der Schöpfer ihn in die Eigenschaft des Himmels erhoben.

ובהאמור, שהאדם צריך להאמין, שהכל עושה ה', כלומר לאחר שהאדם התגבר על הרצון לקבל שלו, ועוסק רק לשם שמים, אז נאמר "ויודו שמים פלאך ה'". כלומר, שהפעולה הזו שהוא ממש מעשי פלא. היות שהאדם מצד הטבע, אינו מסוגל לעשות שום דבר, רק לתועלת עצמו. ועכשיו ה' העלה אותו לבחינת שמים.

Demnach sollte ein Mensch glauben, dass der Schöpfer alles tut. Das heißt, wenn ein Mensch seinen Willen zu empfangen überwunden hat und nur noch um des Schöpfers willen arbeitet, heißt es: „Die Himmel werden Deine Wunder preisen, o Herr.“ Das heißt, diese Tat ist wirklich ein Wunder, denn von Natur aus kann der Mensch nichts tun, was nicht seinem eigenen Nutzen dient. Aber jetzt hat der Schöpfer ihn in den “Himmel” erhoben.

24

Das ist es, was geschrieben steht: „Und es preisen“ – jene Menschen, die sich nun in der Eigenschaft des Himmels befinden, sollen den Schöpfer preisen. Denn dies ist ein Wirken allein von Seiten des Schöpfers und nicht des Menschen. Der Mensch kann nämlich nichts tun, was nicht seinem eigenen Nutzen dient, weil er mit einer solchen Natur erschaffen wurde.

וזה שכתוב "ויודו אלו אנשים", שהם נמצאים עתה בבחינת שמים, שהם יודו את ה'. היות שזו היא פעולה רק מצד ה' ולא של האדם. כי אין האדם מסוגל לעשות שום דבר מה שלא נוגע לתועלת עצמו, מטעם שהאדם נברא בטבע כזו.

Es steht geschrieben: „Und diese Menschen“, die sich jetzt im Zustand des Himmels befinden, sollen den Schöpfer preisen, denn diese Arbeit wird nur vom Schöpfer und nicht vom Menschen getan, denn der Mensch ist von Natur aus unfähig, etwas zu tun, was nicht seinen eigenen Nutzen betrifft, da er von Natur aus so erschaffen wurde.

25

„Ja Deine Treue in der Versammlung der Heiligen.“ Gemeint ist die Eigenschaft des Glaubens, die sich in der Versammlung findet, die nun fühlt, dass sie heilig ist – wie geschrieben steht: „Heilig sollt ihr sein, denn ich bin heilig.“ So wie der Schöpfer den Willen hat zu geben, so muss auch der Mensch ein Verlangen haben, einzig zu geben. Das ist es, was geschrieben steht: „Ja Deine Treue, dass sie in der Versammlung der Heiligen sind.“ Auch dies kommt aus den Wundern des Schöpfers, dass sie des Glaubens gewürdigt wurden, weshalb sie die Eigenschaft einer Versammlung von Heiligen sind. Und das ist eine doppelte Aussage.

"אף אמונתך בקהל קדושים". כלומר, שבחינת אמונה, שנמצא בקהל, שהם מרגישים עתה שהם קדושים, היינו כמו שכתוב "קדושים תהיו, כי קדוש אני". כלומר, כמו שהקב"ה רצונו להשפיע, כמו כן האדם צריך להיות לו רצון רק להשפיע. זה שכתוב "אף אמונתך שהם בקהל קדושים". שגם זה בא מפלאות ה', שזכו לבחינת אמונה. שבגלל זה הם בחינת קהל קדושים. וזה כפל לשון.

„Auch deine Treue in der Versammlung der Heiligen“. Das bedeutet, dass der Aspekt des Glaubens, der in der Versammlung gefunden wird, in der sie jetzt fühlen, dass sie heilig sind, das heißt, wie geschrieben steht: „Heilig sollt ihr sein, denn ich bin heilig“. Das heißt, wie der Schöpfer das Verlangen hat zu geben, so sollte auch der Mensch nur das Verlangen haben, zu geben. Das ist, was mit „Auch Deine Gnade in der Versammlung der Heiligen“ gemeint ist. Auch das kommt von den Wundern des Schöpfers – dass sie mit dem Glauben belohnt wurden und deshalb als eine Versammlung von Heiligen angesehen werden. Es gibt eine doppelte Bedeutung [im Hebräischen].

26

Das ist es, was geschrieben steht: „Denn wer im Gewölk“. Gemeint ist: Wer im Gewölk ist, wer gewürdigt wurde, im Himmel zu sein – also, wie oben, wer des Verlangens zu geben gewürdigt wurde, das „Himmel“ genannt wird –, „ist Dir gleich“. Auf den ersten Blick ist das schwer zu verstehen, denn nach dem einfachen Sinn müsste die Schrift sagen: „Denn wer im Gewölk ist dem Schöpfer gleich.“ Gibt es denn jemanden, der sich irren und sagen könnte, es gebe einen, der sich selbst dem Schöpfer gleichstellen würde?

וזה שכתוב "כי מי בשחק". היינו, מי שהוא בשחק, שזכה להיות בשמים, היינו כנ"ל, שזכה לרצון להשפיע, הנקרא "שמים", "יערך לך". שלכאורה קשה להבין, וכי לפי פירוש הפשוט צריך הכתוב לומר "כי מי בשחק יערוך לה'". האם יש מי שיכול לטעות ולומר, שיש מי שיערך עצמו להיות דומה לה'.

Es ist geschrieben: „Für die, die in den Himmeln sind“. Das heißt, derjenige, der in den Himmeln ist, der damit belohnt wurde, in den Himmeln zu sein, also mit dem Verlangen zu geben, genannt „Himmel“ – „ist vergleichbar mit Dir?“ Das scheint verwirrend, denn nach der wörtlichen Bedeutung müsste der Vers lauten: „Wer im Himmel kann sich mit dem Ewigen vergleichen?“ Kann jemand annehmen, dass er in der Lage ist, sich selbst dem Schöpfer gleichzustellen?

27

Im Sinne der spirituellen Arbeit lässt sich das auslegen wie oben: Die Schrift lässt uns hören, dass dem Menschen nicht in den Sinn kommen soll, durch jene Überwindung, in die er Arbeit und Mühe gegeben hat, werde er zur Eigenschaft des Himmels, zur Eigenschaft des Gebenden. Vielmehr hat der Mensch an dieser Sache keinerlei Anteil, sodass er sagen könnte, auch er habe dem Schöpfer geholfen, die Fähigkeit zu haben, den Menschen aus der Eigenliebe in die Eigenschaft des Verlangens zu geben, dem Schöpfer zum Nutzen, herauszuführen.

ועל דרך עבודה יש לפרש כנ"ל, שהכתוב משמיענו, שאל יעלה על לב האדם, שההתגברות, מה שהוא נתן עבודה ויגיעה, בזה הוא נעשה בחינת שמים, בחינת משפיע. אלא שאין להאדם שום שייכות לדבר זה, שיאמר, שגם הוא עזר להבורא, שיהיה לו היכולת להוציא את האדם מאהבה עצמית לבחינת רצון להשפיע לתועלת ה'.

In der Arbeit sollten wir interpretieren, dass die Schrift uns sagt, dass jemand nicht denken soll, dass er durch die Überwindung, die Arbeit und die Anstrengung, die er gegeben hat, dadurch zur Eigenschaft des Himmels – ein Gebender – geworden ist. Denn der Mensch hat keinen Anteil daran, um zu sagen,, dass er dem Schöpfer geholfen hat, den Menschen aus der Eigenliebe in das Verlangen zu ziehen, zum Nutzen des Schöpfers zu geben.

28

Und darauf folgt danach die Schrift und sagt: „Wer gleicht dem Schöpfer unter den Göttersöhnen?“ Diese starken und mächtigen Menschen sollen nämlich nicht denken, dass die Kraft, ihr Böses zu bezwingen, aus ihren eigenen Kräften kam. Vielmehr kommt alles aus der Kraft des Schöpfers. Das ist es, was geschrieben steht: „Wer gleicht dem Schöpfer?“ – sodass es in seiner Hand läge, das Böse zu bezwingen, wie oben gesagt, ohne die Hilfe des Schöpfers.

ועל זה בא אח"כ הכתוב ואומר "ידמה לה' בבני אלים". היינו, אלו אנשים חזקים וגבורים, שאל יחשבו, שזה שהיה להם כח להתגבר על הרע שלהם, היה מכוחות עצמם. אלא הכל בא מכח ה'. וזה שכתוב "מי ידמה לה'", שיהיה בידו היכולת להתגבר על הרע כנ"ל, בלי עזרת ה'.

Danach sagt der Vers darüber: „Wer kann sich mit dem Herrn unter den Söhnen der Götter vergleichen?“ Mit anderen Worten: Diese starken und mächtigen Menschen sollten nicht denken, dass sie aus eigener Kraft das Böse besiegen konnten. Vielmehr kam alles aus der Macht des Schöpfers, wie geschrieben steht: „Wer ist wie der Ewige?“, der das Böse ohne die Hilfe des Schöpfers überwinden konnte?

29

Und obwohl geschrieben steht: „Wer kommt, sich zu reinigen, dem hilft man“, woraus hervorzugehen scheint, dass also die Arbeit des Menschen dem Schöpfer half, damit ein Ort sei, an dem Hilfe gegeben werden kann – wie kann man dann sagen, dass alles von Seiten des Schöpfers kommt? Das lässt sich an dem auslegen, was unsere Weisen sagten: „Wer kommt, sich zu reinigen.“ Wenn wir sehen, dass der Mensch von sich aus kommt, sich zu reinigen – was eine Erweckung von unten (Itaruta deLetata) ist –, darauf folgt die Antwort: „dem hilft man“.

והגם שכתוב "הבא לטהר מסייעין אותו", משמע מכאן, שכן עבודתו של אדם עזר לה', שיהא מקום לתת עזרה. ואיך אומרים, שהכל הוא מצד הבורא. וזה יש לפרש מה שאמרו חז"ל "הבא לטהר". כלומר, אם אנו רואים, שכן האדם בא לטהר מצד עצמו, שהוא אתערותא דלתתא, על זה באה התשובה, מסייעין אותו.

Dennoch steht geschrieben: „Wer kommt, um gereinigt zu werden, dem wird geholfen“, was andeutet, dass die Arbeit des Menschen dem Schöpfer geholfen hat, indem er einen Ort geschaffen hat, an dem Er Hilfe leisten kann. Warum wird also gesagt, dass alles vom Schöpfer getan wird? Wir sollten auslegen, was unsere Weisen gesagt haben: „Wer kommt, um gereinigt zu werden.“ Wenn wir also sehen können, dass der Mensch von sich aus gekommen ist, um sich zu reinigen, was eine Erweckung von unten ist, lautet die Antwort darauf: “Dem wird geholfen.“

30

Dass er kommt, sich zu reinigen, kommt nämlich aus der Kraft der Hilfe von oben. Sonst wäre der Mensch nicht gekommen, sich zu reinigen. Auch dass der Mensch kommt, sich zu reinigen, ist also gleichfalls von Seiten des Schöpfers und nicht von Seiten des Geschöpfs. Und obwohl dies dem menschlichen Verstand widerspricht – denn einerseits sagt man „Wer kommt, sich zu reinigen“, woraus hervorgeht, dass es also eine Wahl von Seiten des Menschen gibt zu handeln, und andererseits sagt man, alles tue der Schöpfer –, steht das eine somit im Widerspruch zum anderen.

היינו זה שהוא בא לטהר, זה בא מכח סיוע מלמעלה. אחרת לא היה בא האדם לטהר. נמצא, גם זה שהאדם בא לטהר, הוא גם כן מצד הבורא, ולא מצד הנברא. והגם שזהו נגד שכל אנושי, שמצד אחד אומרים "הבא לטהר", משמע שכן יש בחירה מצד האדם, לעשות. ומצד השני אומרים, הכל עושה הבורא. אם כן זהו בסתירה אחד להשני.

Das heißt, durch die Tatsache, dass er gekommen ist, um gereinigt zu werden, bekommt er Hilfe von oben. Sonst wäre er nicht gekommen, um sich zu reinigen. Daraus folgt, dass auch die Tatsache, dass er gekommen ist, um gereinigt zu werden, vom Schöpfer kommt und nicht vom Geschöpf. Das widerspricht der menschlichen Vernunft, dass wir einerseits sagen: „Wer kommt, um gereinigt zu werden“, was bedeutet, dass der Mensch wählen kann, was er tun will, und andererseits sagen wir, dass der Schöpfer alles tut, also widersprechen sie sich gegenseitig.

31

Und Rambam schreibt in seiner Auslegung zur Mischna (Awot, Kapitel 3,15): „Alles ist vorhergesehen, alles ist vor dem Schöpfer im Voraus offenbar und bekannt. Und die Freiheit ist gegeben, und dennoch liegt die Freiheit in der Hand des Menschen, das Gute oder das Böse zu wählen. Das heißt, der Mensch hat die freie Wahl. Und das Wissen des Schöpfers, der alles im Voraus weiß, zwingt den Menschen zu nichts. Und obwohl dies nach unserer Erfassung und unserem Wissen unmöglich ist, so ist doch das Wissen des Schöpfers nicht wie unser Wissen. Und es gibt keinerlei Ähnlichkeit zwischen beiden. Denn Er und Sein Wissen sind eins. Und so wie wir mit unserem begrenzten Verstand das Dasein des Schöpfers nicht erfassen, so erfassen wir auch Sein Wissen nicht.“

וכותב הרמב"ם בפירושו למשנה (אבות, פרק ג', ט"ו) "הכל צפוי, הכל גלוי וידוע מראש לפני ה'. והרשות נתונה, ואף על פי כן הרשות בידי אדם. לבחור בטוב או ברע. כלומר, שיש לאדם בחירה חופשית. ואין ידיעת הבורא, שיודע הכל מראש, מכריחה את האדם בכלום. ואף על פי שזה מן הנמנע, לפי השגתנו וידיעתנו, אבל ידיעת הבורא אינה כידיעתנו. ואין שום דמיון ביניהן. כי הוא וידיעתו אחד. וכשם שאין אנו משיגים בשכלנו המוגבל את מציאותו של הבורא, כך אין אנו משיגים את ידיעתו".

Maimonides schreibt in seiner Auslegung der Mischna (Awot, Sprüche der Väter, Kapitel 3,15): „Alles ist vorhergesehen; alles ist dem Schöpfer im Voraus offenbart und bekannt, und die Erlaubnis ist gegeben. Dennoch hat der Mensch die Herrschaft, das Gute oder das Böse zu wählen. Mit anderen Worten: Der Mensch hat die freie Wahl. Das Wissen um den Schöpfer, dass Er alles im Voraus weiß, verpflichtet den Menschen in keiner Weise. Das ist zwar nach unserer Erkenntnis und unserem Verständnis unmöglich, aber das Wissen des Schöpfers ist nicht dasselbe wie unser Wissen. Es gibt keine Ähnlichkeit zwischen ihnen, denn Er und sein Wissen sind eins. So wie wir die Existenz des Schöpfers mit unserem begrenzten Verstand nicht erfassen können, können wir auch Sein Wissen nicht erfassen.

32

Wir sehen also in den Worten des Rambam, dass es nicht in unserer Erfassung liegt, die beiden oben genannten Dinge zu verstehen, die einander widersprechen. Und mein Vater und Lehrer, das Andenken an den Gerechten sei zum Segen, sagte: Sie widersprechen einander zwar, doch das gilt, bevor der Mensch der Eigenschaft der persönlichen Vorsehung (Hashgacha Pratit) gewürdigt wurde. Nachdem der Mensch aber der persönlichen Vorsehung gewürdigt wurde, kann er verstehen, dass dies kein Widerspruch ist. Doch mit dem äußeren Verstand gibt es keine Möglichkeit, dies zu verstehen.

הרי אנו רואים בדברי הרמב"ם, שאין זה לפי השגתנו, להבין את ב' הדברים הנ"ל, הסותרים זה את זה. ואאמו"ר זצ"ל אמר, הגם שהם בסתירה זה לזה, זהו מטרם שהאדם זכה לבחינת השגחה פרטית. אולם לאחר שהאדם זוכה להשגחה פרטית, אז הוא יכול להבין, שאין זה סתירה. אבל עם השכל החיצון, אין שום אפשרות להבין זה.

In den Worten von Maimonides können wir also sehen, dass es nicht in unserer Erkenntnis liegt, die beiden oben genannten Angelegenheiten zu verstehen, die sich gegenseitig widersprechen. Baal HaSulam hat es so ausgedrückt, dass sie sich zwar widersprechen, bevor ein Mensch mit persönlicher Vorsehung belohnt wird. Nachdem er mit der persönlichen Vorsehung belohnt worden ist, kann er jedoch verstehen, dass dies kein Widerspruch ist. Aber mit dem äußeren Verstand ist es unmöglich, dies zu verstehen.

33

Es gibt also einen Widerspruch zwischen Lohn und Strafe und der persönlichen Vorsehung, und bei alldem müssen wir über dem Verstand gehen und beides erfüllen. So wie wir in den Worten des heiligen Sohar sehen (Tasria, S. 2, und im Sulam Punkt 6): „‚Und ihr Verkauf ist ferner als Perlen.‘ Er fragt und sagt: ‚Verkauf‘ – ‚ihr Kaufpreis‘ hätte er sagen müssen, das heißt, dass sie schwerer zu erwerben ist als Perlen. Was bedeutet es, dass er ‚ihr Verkauf‘ sagt? Und er antwortet: Vielmehr verkauft sie all jene, die sich nicht vollkommen an sie heften und nicht vollständig mit ihr sind, und liefert sie in die Hände anderer Völker aus. So wie du sagst: ‚Und die Kinder Israels verließen den Schöpfer‘, und Er verkaufte sie in die Hand Siseras. Und dann sind sie alle fern von jenen oberen, heiligen Perlen, die die Geheimnisse und die Innerlichkeit der Tora sind, sodass sie keinen Anteil an ihnen haben.“

זאת אומרת, שיש סתירה בין שכר ועונש להשגחה פרטית, ועל הכל אנו צריכים ללכת למעלה מהדעת, ולקיים שניהם. כמו שאנו רואים בדברי הזה"ק (תזריע, דף ב', ובהסולם אות ו') "ורחוק מפנינים מכרה, שואל. אומר, מכרה, מקחה היה צריך לומר. דהיינו, שקשה לקנותה יותר מפנינים. מהו שאומר "מכרה". ומשיב, אלא כל אלו שלא מתדבקים בה בשלימות, ואינם שלמים עמה, היא מוכרת אותם, ומסגירה אותם בידי עמים אחרים. כמו שאתה אומר "ויעזבו בני ישראל אל ה'". וימכור אותם ביד סיסרא. ואז כולם רחוקים מאלו הפנינים העליונים הקדושים, שהם סודות ופנימיות התורה, שלא יהיה להם חלק בהם".

Das bedeutet, dass es einen Widerspruch zwischen Belohnung und Bestrafung und persönlicher Vorsehung gibt, aber in Bezug auf all das müssen wir über den Verstand gehen und beides tun. Im Heiligen Sohar (Tasria, Punkt 6) können wir sehen: “ ‘Teuerer als Perlen ist ihr Verkauf“. Er fragt: „Verkauf? Es hätte Kauf heißen sollen. Das bedeutet, dass es schwieriger ist, sie zu erwerben als Perlen. Was bedeutet es, wenn er sagt ‚ihr Verkauf‘? Und er antwortet: Aber all jene, die sich nicht vollständig mit ihr verbinden und nicht vollständig mit ihr sind, verkauft sie und übergibt sie anderen Völkern. Es ist, wie du sagst: ‚Und die Kinder Israels verließen den Ewigen‘, und er verkaufte sie in die Hand Siseras. Und dann sind sie alle weit entfernt von jenen hohen und heiligen Perlen, die die Geheimnisse und die Innerlichkeit der Tora sind, denn sie werden keinen Anteil daran haben.‘ „

34

Er spricht hier also von Lohn und Strafe. Im Sinne der spirituellen Arbeit lässt sich auslegen, dass die Heiligkeit (*Kedusha*) den Menschen in dem Augenblick in die Hände anderer Völker verkauft, in dem der Mensch eine Erweckung von oben empfängt und nicht weiß, wie er den Zustand dieses Aufstiegs bewahren soll – weil er ihn nicht so schätzt, wie es sich gebührt, ihn zu schätzen, wenn der König ihn ruft, ein wenig in die Heiligkeit einzutreten. Das heißt, die Gedanken und Verlangen anderer Völker herrschen über ihn. Einerseits muss der Mensch also sagen „Alles unterliegt der Vorsehung“, und andererseits ist es die Eigenschaft von „Lohn und Strafe“. Doch es ist, wie oben, gemäß den Worten des Rambam.

נמצא, שכאן הוא מדבר בשכר ועונש. כלומר, בדרך העבודה יש לפרש, שבזמן שהאדם מקבל איזו התעוררות מלמעלה, ואינו יודע איך לשמור את המצב של עליה זו, כי הוא לא מחשיב אותם, כמו שראוי להחשיב, בזמן שהמלך קורא אותו להכנס קצת בקדושה, אז הקדושה מוכרת את האדם בידי עמים אחרים. היינו, שהמחשבות ורצונות של עמים אחרים שולטים עליו. נמצא, מצד אחד האדם צריך לומר "הכל בהשגחה", ומצד השני הוא בחינת "שכר ועונש". אלא כנ"ל כדברי הרמב"ם.

Daraus folgt, dass er hier von Belohnung und Bestrafung spricht. Das heißt, in der Arbeit sollten wir interpretieren, dass wenn ein Mensch eine Erweckung von oben empfängt und nicht weiß, wie er diesen Zustand des Aufstiegs aufrechterhalten kann, da er es nicht so schätzt, wie er es sollte, wenn der König ihn auffordert, ein wenig in die Kedusha [Heiligkeit] einzutreten, dann verkauft die Kedusha den Menschen an andere Nationen. Das heißt, die Gedanken und Verlangen anderer Nationen beherrschen ihn. Daraus folgt, dass der Mensch auf der einen Seite sagen sollte: „Alles unterliegt der Vorsehung“, und auf der anderen Seite gibt es Belohnung und Strafe. Doch es ist wie in den Worten von Maimonides. Zusammenfassung: Rabash interpretiert den Psalm 117, in dem es heißt, alle Völker sollen den Herrn loben, im Kontext der spirituellen Arbeit. Er erklärt, dass jeder Mensch sowohl die Eigenschaften der „Nationen der Welt“ als auch die von „Israel“ in sich trägt. Die „Nationen der Welt“ symbolisieren egoistische Verlangen und beherrschen das „Israel“ im Menschen, das sich nach direkter Verbindung zum Schöpfer (Yashar-El) sehnt. Er betont, dass wahre Erfüllung und Freude in spirituellen, gebenden Handlungen liegen, im Gegensatz zu den begrenzten Freuden, die durch egoistische Verlangen erlangt werden. Ein Mensch, der spirituell wächst und beginnt, im Sinne des Gebens zu handeln, erlebt tiefere Freude und Erfüllung, was als „Gnade des Schöpfers“ interpretiert wird. Rabash erklärt, dass durch diesen Wandel die „Nationen der Welt“ im Menschen ebenfalls die Wahrheit und Güte des Schöpfers erkennen und somit auch lobpreisen. Dies symbolisiert die Transformation egoistischer Verlangen in spirituelle Bestrebungen. Weiterhin beschreibt er, wie der Mensch mit beiden Trieben, dem guten und dem bösen, dem Schöpfer dienen kann, indem er sie beide für spirituelle Zwecke nutzt. Er bezieht sich dabei auf verschiedene rabbinische Schriften und Interpretationen, um zu zeigen, dass der Schöpfer die Quelle aller Transformation und spirituellen Erfüllung ist. Schließlich betont Rabash die Bedeutung der freien Wahl und der menschlichen Anstrengung im spirituellen Prozess, auch wenn letztlich alles als Teil des göttlichen Plans gesehen wird. Der Artikel verbindet somit tiefgehende spirituelle Konzepte mit praktischen Anwendungen im täglichen Leben und spiritueller Arbeit. korrigiert, EY, 29.12.2023

In der Heiligen Schrift heißt es (Psalm 117): „Lobt den Schöpfer, alle Völker, preist Ihn, alle Nationen! Denn mächtig ist Seine Gnade über uns, und die Wahrheit des Schöpfers währt ewig. Lobt den Schöpfer!“ Man muss verstehen, warum alle Völker den Schöpfer loben sollen, und zwar gerade deshalb, weil geschrieben steht: „Denn mächtig ist Seine Gnade über uns.“ Auf den ersten Blick scheint das Gegenteil naheliegender: Weil Er dem Volk Israel Gnade erwiesen hat, müssten die Völker doch über den Schöpfer erzürnt sein. Und dennoch sagt die Schrift hier „Preist Ihn, alle Nationen“, und das mit der Begründung „denn mächtig ist Seine Gnade über uns“. Wie kann das sein?

In der Heiligen Schrift heißt es (Psalm 117): „Lobt den Schöpfer, alle Völker, preist Ihn, alle Nationen! Denn mächtig ist Seine Gnade über uns, und die Wahrheit des Schöpfers währt ewig. Lobt den Schöpfer!“ Man muss verstehen, warum alle Völker den Schöpfer loben sollen, und zwar gerade deshalb, weil geschrieben steht: „Denn mächtig ist Seine Gnade über uns.“ Auf den ersten Blick scheint das Gegenteil naheliegender: Weil Er dem Volk Israel Gnade erwiesen hat, müssten die Völker doch über den Schöpfer erzürnt sein. Und dennoch sagt die Schrift hier „Preist Ihn, alle Nationen“, und das mit der Begründung „denn mächtig ist Seine Gnade über uns“. Wie kann das sein?

Dies lässt sich im Sinne der spirituellen Arbeit auslegen. Gemeint ist ein einzelner Mensch, denn jeder Mensch ist eine kleine Welt, wie es in den Worten des heiligen Sohar geschrieben steht. Im Menschen gibt es nämlich die Eigenschaft der „Nationen der Welt“, und es gibt in ihm die Eigenschaft „Israel“. Und das Israel im Menschen ist im Exil, unter der Herrschaft der Nationen der Welt.

Bekanntlich ist Israel die Eigenschaft Jashar-El (direkt zum Schöpfer): Ein solcher Mensch will, dass all sein Handeln direkt auf den Schöpfer ausgerichtet ist, dass also alles dem Schöpfer zum Nutzen geschieht. Die Nationen der Welt dagegen richten all ihr Denken einzig auf den eigenen Nutzen, denn bekanntlich hat jede Nation ihr eigenes Verlangen. Sie herrschen über das Israel in seinem Innern und lassen das Israel nicht tun, was Israel tun muss. Vielmehr zwingt jede einzelne Nation dem Menschen immer wieder ihr Verlangen auf, sodass er nach ihrem Willen handelt. Das nennt man „Volk Israel im Exil“.

Doch man muss wissen und glauben, dass alles, was ein Mensch in Gefäßen des Empfangens empfangen kann, nicht mehr ist als ein winziges Licht im Vergleich zum Licht des Genusses, das in das Spirituelle gekleidet ist und in Gefäßen des Gebens empfangen wird. Und doch sagen unsere Weisen als allgemeine Regel: „Kein Mensch stirbt mit der Hälfte seines Verlangens in der Hand.

Es gibt also keinen Menschen auf der Welt, der von sich sagen könnte, er sei der glücklichste Mensch der Welt – nach der Regel: „Wer hundert hat, will zweihundert.“ Darum gibt es keinen Menschen auf der Welt, der Ruhe ohne Sorgen und Frieden hätte. Vielmehr hat jeder seinen eigenen Mangel, wie geschrieben steht: „Der Neid, das Verlangen und die Ehre bringen den Menschen aus der Welt.

Am Ende leidet also jeder Mensch darunter, dass es nicht in seiner Hand liegt, seine Mängel zu füllen. Anders ist es, wenn ein Mensch gewürdigt wird und vom Schöpfer Gefäße des Gebens empfängt: In diesen Gefäßen empfängt er das Gute und den Genuss, die der Schöpfer für die Geschöpfe bereitet hat, und dann lebt er in einer Welt, die ganz und gar gut ist. So sagten unsere Weisen (Awot, Kapitel 6,1): „Rabbi Meir sagt: Wer sich mit der Tora um ihretwillen (liShma) befasst, wird vieler Dinge gewürdigt. Und nicht nur das die ganze Welt ist seiner wert.

Er sieht also den Wert, den die Welt für ihn hat. Und das ist es, was oben gesagt wurde: Wenn der Mensch alles in Gefäßen des Gebens empfängt – was die Eigenschaft der Angleichung der Form ist, die „Anhaftung“ (Dwekut) genannt wird und „um ihretwillen“ (liShma) heißt –, dann wird ihm das Gute und der Genuss zuteil, die im Schöpfungsgedanken liegen und „Sein Wille, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ genannt werden, nach dem Maß Seines Vermögens, gepriesen sei Er.

Und das ist so, wie es im Buch „Die Gabe der Tora“ (Matan Tora, S. 22) dargelegt wird; und dies sind seine Worte: „Unsere Weisen lehrten uns, dass die Welt nur um der Einhaltung von Tora und Mizwot willen erschaffen wurde. Das bedeutet: Die Absicht des Schöpfers, gepriesen sei Er, bestand mit der Schöpfung von dem Augenblick an, da sie erschaffen wurde, darin, einem anderen Seine Göttlichkeit kundzutun. Denn das Kundtun Seiner Göttlichkeit erreicht das Geschöpf im Maß Seiner angenehmen Fülle, die immer weiter zu ihm anwächst, bis zum gewünschten Maß. Dadurch erheben sich die Niedrigen in wahrer Erkenntnis dazu, ein Wagen für Ihn, gepriesen sei Er, zu sein und sich an Ihn zu heften, bis sie ihre endgültige Vollkommenheit erreichen.

Aus dem Gesagten folgt: Wenn der Mensch der Gefäße des Gebens gewürdigt wird und dadurch des Guten und des Genusses, die im Schöpfungsgedanken lagen, so heißt das: „Wenn der Schöpfer die Wege eines Menschen begünstigt, so versöhnt Er sogar seine Feinde mit ihm.“ Rabbi Jehoschua ben Levi legt das so aus: „Das ist die Schlange“ (Jeruschalmi, Terumot 8,3) – denn die Schlange bedeutet den bösen Trieb (*Jezer haRa*), der über die siebzig Nationen der Welt gesetzt ist, wie oben gesagt. Es ist nämlich jene Eigenschaft der Nationen der Welt, die sich im Körper des Menschen findet, die bewirkt, dass der Mensch des Guten und des Genusses nicht gewürdigt werden kann.

Daraus folgt: Sobald der Mensch das Gute und den Genuss empfängt, werden auch die Gefäße des Empfangens versüßt, indem er sie mit der Absicht zu geben gebraucht. Folglich empfangen auch sie das Gute und den Genuss. Das nennt man „Wenn der Schöpfer die Wege eines Menschen begünstigt“: Sobald er einzig dem Schöpfer zum Nutzen tätig ist – was „um ihretwillen tätig sein“ (liShma) heißt –, wird er vieler Dinge gewürdigt, wie oben in den Worten Rabbi Meirs gesagt.

Darum müssen auch die Nationen der Welt im Körper des Menschen den Schöpfer loben, weil auch sie nun das Gute und den Genuss empfangen, dadurch dass der Mensch der Gefäße des Gebens gewürdigt wurde, die „Gefäße der Gnade“ (Chessed) genannt werden. Das ist es, was geschrieben steht: „Lobt den Schöpfer, alle Völker, preist Ihn, alle Nationen.“ Und warum müssen sie den Schöpfer loben? Weil „mächtig ist Seine Gnade über uns“.

Das bedeutet: Die Gefäße der Gnade haben sich gegen die Gefäße des Empfangens durchgesetzt. Und wer gab die Kraft, dass die Gnade sich durchsetzte? Diese gab allein der Schöpfer, wie unsere Weisen sagten: „Der Trieb des Menschen wird Tag für Tag mächtig über ihn, und wenn der Schöpfer ihm nicht helfen würde, könnte er ihn nicht bezwingen.

Auch die Völker müssen also den Schöpfer loben dafür, dass „Seine Gnade mächtig über uns“ wurde. Denn wir wurden der Gnade des Schöpfers gewürdigt, und dadurch sehen wir nun auch „die Wahrheit des Schöpfers“: die Wahrheit, dass der Schöpfer über die Welt wacht in der Eigenschaft des Guten und des Gutestuenden – was jetzt allen Völkern offenbart wird.

Auch die Feinde des Menschen versöhnen sich also mit ihm, nämlich der böse Trieb, der „Feind“ genannt wird – wie geschrieben steht: „Wenn dein Feind hungert, gib ihm Brot zu essen“, womit der böse Trieb gemeint ist, wie unsere Weisen sagten, dass König Salomo den bösen Trieb mit dem Namen „Feind“ bezeichnete. Das nennt man „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit deinen beiden Trieben“, also mit dem guten Trieb und mit dem bösen Trieb. Denn sobald die Gefäße des Empfangens des Menschen die Kraft erlangt haben, mit der Absicht zu geben zu empfangen, dient er dem Schöpfer dann auch mit dem bösen Trieb. Auch der böse Trieb liebt also den Schöpfer, denn auch er empfängt das Gute und den Genuss.

Darum steht geschrieben „und die Wahrheit des Schöpfers“. So legt es das *Talmud Esser haSefirot* zur siebten Korrektur der dreizehn Korrekturen des Dikna aus, die „und die Wahrheit“ genannt wird: Sie heißt darum „und die Wahrheit“, weil in dieser Korrektur allen offenbart wird, dass dies die Wahrheit ist – dass dies das Schöpfungsziel war: „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“.

Aus dem Gesagten folgt, dass man im Sinne der spirituellen Arbeit auslegen kann, was der heilige Sohar sagt: dass über allen Nationen je ein Fürst gesetzt ist, anders als beim Volk Israel, über das allein der Schöpfer herrscht. Denn das Volk Israel ist das Erbteil des Schöpfers. Die Nationen der Welt sind nämlich die Eigenschaft von Empfangenden für sich selbst, wie es im Sohar zu dem Vers heißt: „Und die Gnade der Nationen ist Sünde denn all ihr Gutes wirken sie für sich selbst.

Das bedeutet: Alles, was sie tun, ist nur zu ihrem eigenen Nutzen. Und das nennt man „siebzig Fürsten“, also „siebzig Herrscher“, denn jede Nation hat ihr eigenes Verlangen, wie oben gesagt. Und das nennt man im allgemeinen Sinne „böser Trieb“, weil es bewirkt, dass der Mensch vom Schöpfer getrennt wird. Und das nennt man „die Nationen der Welt, deren Fürsten über sie herrschen“: Sie fühlen nicht, dass es einen Schöpfer gibt, der die Welt lenkt.

Anders ist es bei der Eigenschaft Israels, die Jashar-El bedeutet: Diese fühlen, dass sie sich im Anteil des Schöpfers befinden. Und das kommt daher, dass all ihr Handeln für den Schöpfer ist und nicht zum eigenen Nutzen. Das nennt man, dass der Schöpfer das Volk Israel in Seinen Anteil genommen hat und kein Fürst über sie herrscht. Wer also in die Eigenschaft Israels eintritt, sagt, dass allein der Schöpfer über ihn herrscht und keine andere Kraft.

Sowohl bei den Aufstiegen als auch bei den Abstiegen ist es also der Schöpfer, der bei all diesen Dingen wirkt. Und das ist so, wie man (im Morgengebet am Shabbat) sagt: „Gott, Herr über alle Werke.“ Bei allen Werken, die der Mensch tut, ist also der Schöpfer der Wirkende. Wie mein Vater und Lehrer, das Andenken an den Gerechten sei zum Segen, sagte: Vor der Handlung muss der Mensch sagen, dass alles vom Menschen abhängt, wie unsere Weisen sagten: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“ Alles tut also der Mensch. Und nach der Handlung muss der Mensch sagen, dass alles der Schöpfer tut, denn Er ist der Herr über alle Werke.

Aus dem Gesagten lässt sich auslegen, was geschrieben steht (Psalm 89): „Und die Himmel preisen Dein Wunder, o Schöpfer, ja Deine Treue in der Versammlung der Heiligen. Denn wer im Gewölk ist dem Schöpfer gleich, wer gleicht dem Schöpfer unter den Göttersöhnen?“ Hier ist zu verstehen: Was geht es uns an, dass die Himmel das Wirken des Schöpfers preisen? Denn vor allem müssen wir doch wissen, was wir tun sollen. Und das lässt sich im Sinne der spirituellen Arbeit auslegen: Die Begriffe „Himmel“ und „Erde“ lassen sich auf die beiden Zustände deuten, in denen sich der Mensch befindet:

1. Im Zustand des Aufstiegs. Das nennt man, dass der Mensch sich im „Himmel“ befindet. So wie der Himmel „Gebender“ genannt wird, so will der Mensch, wenn er sich im Zustand des Aufstiegs befindet, dem Schöpfer geben – was man so nennt, dass all sein Handeln um des Himmels willen geschieht.

2. Wenn der Mensch einen Abstieg erfährt und in die Eigenschaft „Erde“ fällt. „Erde“ wird die Eigenschaft der Empfangenden genannt. Der Mensch ist nämlich in einen Zustand gefallen, in dem er nichts tun kann, wenn es nicht eine Füllung für sein Verlangen zu empfangen ist; das nennt man „Erde“.

Nach dem Gesagten muss der Mensch glauben, dass alles der Schöpfer tut. Nachdem der Mensch nämlich sein Verlangen zu empfangen bezwungen hat und einzig um des Himmels willen tätig ist, heißt es: „Und die Himmel preisen Dein Wunder, o Schöpfer.“ Denn dieses Wirken ist wahrhaftig ein Wunderwerk: Der Mensch kann von seiner Natur her nichts tun außer zu seinem eigenen Nutzen, und nun hat der Schöpfer ihn in die Eigenschaft des Himmels erhoben.

Das ist es, was geschrieben steht: „Und es preisen“ – jene Menschen, die sich nun in der Eigenschaft des Himmels befinden, sollen den Schöpfer preisen. Denn dies ist ein Wirken allein von Seiten des Schöpfers und nicht des Menschen. Der Mensch kann nämlich nichts tun, was nicht seinem eigenen Nutzen dient, weil er mit einer solchen Natur erschaffen wurde.

„Ja Deine Treue in der Versammlung der Heiligen.“ Gemeint ist die Eigenschaft des Glaubens, die sich in der Versammlung findet, die nun fühlt, dass sie heilig ist – wie geschrieben steht: „Heilig sollt ihr sein, denn ich bin heilig.“ So wie der Schöpfer den Willen hat zu geben, so muss auch der Mensch ein Verlangen haben, einzig zu geben. Das ist es, was geschrieben steht: „Ja Deine Treue, dass sie in der Versammlung der Heiligen sind.“ Auch dies kommt aus den Wundern des Schöpfers, dass sie des Glaubens gewürdigt wurden, weshalb sie die Eigenschaft einer Versammlung von Heiligen sind. Und das ist eine doppelte Aussage.

Das ist es, was geschrieben steht: „Denn wer im Gewölk“. Gemeint ist: Wer im Gewölk ist, wer gewürdigt wurde, im Himmel zu sein – also, wie oben, wer des Verlangens zu geben gewürdigt wurde, das „Himmel“ genannt wird –, „ist Dir gleich“. Auf den ersten Blick ist das schwer zu verstehen, denn nach dem einfachen Sinn müsste die Schrift sagen: „Denn wer im Gewölk ist dem Schöpfer gleich.“ Gibt es denn jemanden, der sich irren und sagen könnte, es gebe einen, der sich selbst dem Schöpfer gleichstellen würde?

Im Sinne der spirituellen Arbeit lässt sich das auslegen wie oben: Die Schrift lässt uns hören, dass dem Menschen nicht in den Sinn kommen soll, durch jene Überwindung, in die er Arbeit und Mühe gegeben hat, werde er zur Eigenschaft des Himmels, zur Eigenschaft des Gebenden. Vielmehr hat der Mensch an dieser Sache keinerlei Anteil, sodass er sagen könnte, auch er habe dem Schöpfer geholfen, die Fähigkeit zu haben, den Menschen aus der Eigenliebe in die Eigenschaft des Verlangens zu geben, dem Schöpfer zum Nutzen, herauszuführen.

Und darauf folgt danach die Schrift und sagt: „Wer gleicht dem Schöpfer unter den Göttersöhnen?“ Diese starken und mächtigen Menschen sollen nämlich nicht denken, dass die Kraft, ihr Böses zu bezwingen, aus ihren eigenen Kräften kam. Vielmehr kommt alles aus der Kraft des Schöpfers. Das ist es, was geschrieben steht: „Wer gleicht dem Schöpfer?“ – sodass es in seiner Hand läge, das Böse zu bezwingen, wie oben gesagt, ohne die Hilfe des Schöpfers.

Und obwohl geschrieben steht: „Wer kommt, sich zu reinigen, dem hilft man“, woraus hervorzugehen scheint, dass also die Arbeit des Menschen dem Schöpfer half, damit ein Ort sei, an dem Hilfe gegeben werden kann – wie kann man dann sagen, dass alles von Seiten des Schöpfers kommt? Das lässt sich an dem auslegen, was unsere Weisen sagten: „Wer kommt, sich zu reinigen.“ Wenn wir sehen, dass der Mensch von sich aus kommt, sich zu reinigen – was eine Erweckung von unten (Itaruta deLetata) ist –, darauf folgt die Antwort: „dem hilft man“.

Dass er kommt, sich zu reinigen, kommt nämlich aus der Kraft der Hilfe von oben. Sonst wäre der Mensch nicht gekommen, sich zu reinigen. Auch dass der Mensch kommt, sich zu reinigen, ist also gleichfalls von Seiten des Schöpfers und nicht von Seiten des Geschöpfs. Und obwohl dies dem menschlichen Verstand widerspricht – denn einerseits sagt man „Wer kommt, sich zu reinigen“, woraus hervorgeht, dass es also eine Wahl von Seiten des Menschen gibt zu handeln, und andererseits sagt man, alles tue der Schöpfer –, steht das eine somit im Widerspruch zum anderen.

Und Rambam schreibt in seiner Auslegung zur Mischna (Awot, Kapitel 3,15): „Alles ist vorhergesehen, alles ist vor dem Schöpfer im Voraus offenbar und bekannt. Und die Freiheit ist gegeben, und dennoch liegt die Freiheit in der Hand des Menschen, das Gute oder das Böse zu wählen. Das heißt, der Mensch hat die freie Wahl. Und das Wissen des Schöpfers, der alles im Voraus weiß, zwingt den Menschen zu nichts. Und obwohl dies nach unserer Erfassung und unserem Wissen unmöglich ist, so ist doch das Wissen des Schöpfers nicht wie unser Wissen. Und es gibt keinerlei Ähnlichkeit zwischen beiden. Denn Er und Sein Wissen sind eins. Und so wie wir mit unserem begrenzten Verstand das Dasein des Schöpfers nicht erfassen, so erfassen wir auch Sein Wissen nicht.“

Wir sehen also in den Worten des Rambam, dass es nicht in unserer Erfassung liegt, die beiden oben genannten Dinge zu verstehen, die einander widersprechen. Und mein Vater und Lehrer, das Andenken an den Gerechten sei zum Segen, sagte: Sie widersprechen einander zwar, doch das gilt, bevor der Mensch der Eigenschaft der persönlichen Vorsehung (Hashgacha Pratit) gewürdigt wurde. Nachdem der Mensch aber der persönlichen Vorsehung gewürdigt wurde, kann er verstehen, dass dies kein Widerspruch ist. Doch mit dem äußeren Verstand gibt es keine Möglichkeit, dies zu verstehen.

Es gibt also einen Widerspruch zwischen Lohn und Strafe und der persönlichen Vorsehung, und bei alldem müssen wir über dem Verstand gehen und beides erfüllen. So wie wir in den Worten des heiligen Sohar sehen (Tasria, S. 2, und im Sulam Punkt 6): „‚Und ihr Verkauf ist ferner als Perlen.‘ Er fragt und sagt: ‚Verkauf‘ – ‚ihr Kaufpreis‘ hätte er sagen müssen, das heißt, dass sie schwerer zu erwerben ist als Perlen. Was bedeutet es, dass er ‚ihr Verkauf‘ sagt? Und er antwortet: Vielmehr verkauft sie all jene, die sich nicht vollkommen an sie heften und nicht vollständig mit ihr sind, und liefert sie in die Hände anderer Völker aus. So wie du sagst: ‚Und die Kinder Israels verließen den Schöpfer‘, und Er verkaufte sie in die Hand Siseras. Und dann sind sie alle fern von jenen oberen, heiligen Perlen, die die Geheimnisse und die Innerlichkeit der Tora sind, sodass sie keinen Anteil an ihnen haben.“

Er spricht hier also von Lohn und Strafe. Im Sinne der spirituellen Arbeit lässt sich auslegen, dass die Heiligkeit (*Kedusha*) den Menschen in dem Augenblick in die Hände anderer Völker verkauft, in dem der Mensch eine Erweckung von oben empfängt und nicht weiß, wie er den Zustand dieses Aufstiegs bewahren soll – weil er ihn nicht so schätzt, wie es sich gebührt, ihn zu schätzen, wenn der König ihn ruft, ein wenig in die Heiligkeit einzutreten. Das heißt, die Gedanken und Verlangen anderer Völker herrschen über ihn. Einerseits muss der Mensch also sagen „Alles unterliegt der Vorsehung“, und andererseits ist es die Eigenschaft von „Lohn und Strafe“. Doch es ist, wie oben, gemäß den Worten des Rambam.

korrigiert (Stilüberarbeitung nach Richtlinie), EY, Claude/Opus 4.8, 25.07.2026, 02:06 Uhr, Ver5