Rabash 1990-07 – Was sind die Zeiten des Gebets und der Dankbarkeit in der Arbeit?
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1 | Unsere Weisen sagten (Brachot 32): „Stets ordne der Mensch zuerst das Lob des Schöpfers und bete danach.“ Ebenso sagten sie (Rosh HaShana 35): „Rabbi Elasar sagte: ‚Stets ordne der Mensch zuerst sein Gebet und bete danach.‘“ | חז"ל אמרו (ברכות ל"ב) "לעולם יסדר אדם שבחו של הקב"ה, ואח"כ יתפלל". וכמו כן אמרו (ראש השנה ל"ה) "אמר רבי אלעזר, לעולם יסדר אדם תפלתו, ואח"כ יתפלל". | Unsere Weisen sagten (Brachot 32): „Man sollte immer das Lob des Schöpfers aufstellen und dann beten.“ Danach sagten sie auch (Rosh HaShana 35): „Rabbi Elasar sagte: ‚Man soll immer erst das Gebet verrichten und dann beten.'“ |
2 | Man muss den Grund verstehen, warum man zuerst das Lob des Schöpfers ordnen muss. Wenn der Mensch sich in einem Zustand des Mangels befindet und zum Schöpfer beten will, dass Er seinen Mangel stillt, dann braucht er ja Seine Hilfe. Warum muss er also zuerst das Lob des Schöpfers ordnen? | ויש להבין הטעם, מדוע צריכים מקודם לסדר שבחו של הקב"ה. בזמן שהאדם נמצא במצב של חסרון, והוא רוצה להתפלל לה', שימלא את חסרונו, אם כן הוא צריך לעזרתו יתברך. ומדוע הוא צריך מקודם לסדר שבחו של הקב"ה. | Wir sollten verstehen, warum wir zuerst das Lob des Schöpfers verrichten müssen. Wenn der Mensch einen Mangel hat und zum Schöpfer beten will, um seinen Mangel zu stillen, dann ist seine Hilfe gefragt. Warum sollte man also zuerst das Lob des Schöpfers aufstellen? |
3 | Bei einem König aus Fleisch und Blut lässt sich das verstehen: Zuerst muss man dem König Ehre erweisen, dann sieht der König, dass dieser Mensch zu denen gehört, die ihn lieben, und deshalb wird der König seine Bitte erfüllen. Aber beim Schöpfer – wie ließe sich das so sagen? Braucht der Schöpfer es etwa, dass der Mensch Ihm zeigt, dass er zu denen gehört, die den Schöpfer lieben, und dass Er ihm dann hilft, sonst aber nicht? | אצל מלך בשר ודם יכולים להבין, שמקודם צריכים לתת כבוד למלך, אז המלך רואה שהוא מאוהבי המלך, ובגלל זה המלך ימלא את בקשתו. אבל אצל הקב"ה, מה שייך כך לומר. האם הקב"ה צריך, שהאדם יראה לו, שהוא מאוהבי ה'. אז הקב"ה יעזור לו, אחרת לא. | Bei einem König aus Fleisch und Blut können wir verstehen, dass wir zuerst unseren Respekt vor dem König zeigen müssen, damit der König sieht, dass wir zu denen gehören, die ihn lieben, und aus diesem Grund wird der König unseren Wunsch erfüllen. Aber wie lässt sich das in Bezug auf den Schöpfer so nennen? Hat der Schöpfer Bedarf an einem Menschen, der Ihm zeigt, dass er zu denen gehört, die den Schöpfer lieben, und dann wird Er ihm helfen, und sonst wird Er es nicht tun? |
4 | Der Schöpfer ist doch barmherzig und gnädig: Auch wenn der Mensch unwürdig ist, hilft der Schöpfer denen, die zu Ihm beten, wie mein Vater und Lehrer, möge das Andenken an den Gerechten gesegnet sein, die einfache Bedeutung dessen erklärte, was wir im Achtzehnbitten-Gebet sagen: „Denn Du erhörst das Gebet eines jeden Mundes.“ Das heißt, es kommt nicht darauf an, welcher Mund da betet, sondern es ist das Gebet eines jeden Mundes; auch wenn dieser Mund unbedeutend ist, erhört der Schöpfer ihn dennoch. Worin liegt also der Sinn, dass man zuerst das Lob des Schöpfers ordnen muss? | הלא הקב"ה הוא רחום וחנון, אף על פי שאין האדם כדאי, ה' עוזר לאלו המתפללים אליו, כמו שאמר אאמו"ר זצ"ל פשט, על זה שאנו אומרים בתפלת "שמונה עשרה": "כי אתה שומע תפלת כל פה". היינו שלא חשוב איזה פה שהוא מתפלל, אלא תפלת של כל פה, אפילו שהפה הזה אינו חשוב, מכל מקום הקב"ה שומע אותו. אם כן מהו הענין שצריכים לסדר מקודם שבחו של הקב"ה. | Schließlich ist der Schöpfer barmherzig und gnädig. Auch wenn man unwürdig ist, hilft der Schöpfer denen, die zu ihm beten, wie Baal HaSulam über das Achtzehnbitten-Gebet erklärt: „Denn Du hörst das Gebet eines jeden Mundes“, was bedeutet, dass es nicht darauf ankommt, welcher Mund betet, sondern dass das Gebet eines jeden Mundes, auch wenn dieser Mund unbedeutend ist, dennoch vom Schöpfer erhört wird. Warum müssen wir also zuerst das Lob des Schöpfers aufstellen? |
5 | Um dies zu erläutern, wollen wir vorausschicken, was im heiligen Sohar steht (Wochenabschnitt „Chaje Sara“, 69, und im Sulam Punkt 224), und dort heißt es: „Komm und sieh: ‚Und es geschah, ehe er zu Ende geredet hatte, siehe, da kam Rebekka heraus.‘ Und er fragt: Es hätte heißen müssen ‚sie kam‘, wie geschrieben steht: ‚Siehe, Rachel, seine Tochter, kommt.‘ Warum steht hier ‚kam heraus‘? Und er sagt: Dies zeigt an, dass der Schöpfer sie aus allen Stadtbewohnern herausführte, die alle Frevler waren, und Rebekka kam heraus und trennte sich von der Gesamtheit der Stadtbewohner, denn sie war gerecht.“ | ובכדי לפרש זה, נקדים לבאר את דברי הזה"ק (פרשת "חיי שרה", ס"ט, ובהסולם אות רכ"ד) וזה לשונו "תא חזי, ויהי הוא טרם כלה לדבר. והנה רבקה יוצאת, ושואל. היה צריך לומר, באה. כמו שכתוב, והנה רחל בתו באה. למה כתוב, יוצאת. ואומר, שזה יורה, שהקב"ה הוציאה מכל אנשי העיר, שכולם היו רשעים, ורבקה יוצאת ונפרדת מכלל בני העיר, שהיתה צדקת". | Um dies auszulegen, sollten wir uns zunächst die Worte aus der Heiligen Sohar (Chaje Sara, Punkt 224) vor Augen führen: „Kommt und seht: ‚Und es geschah, bevor er zu Ende gesprochen hatte, dass, siehe, Rebekka herauskam.‘ Er fragt, ob es nicht hätte heißen müssen: ‚Kam‘, wie es geschrieben steht: ‚Rachel, seine Tochter, kommt.‘ Warum heißt es dann „kam heraus“? Er sagt, das deutet darauf hin, dass der Schöpfer sie aus der Mitte der Stadtbewohner herausgenommen hat, die alle Frevler waren, und Rebekka kam heraus und trennte sich von den übrigen Bewohnern der Stadt, denn sie war gerecht.“ |
6 | Rashi legt den Vers aus („Chaje Sara“, fünfter Abschnitt): „Vielleicht wird die Frau nicht wandeln.“ Und dort heißt es: „‚Zu mir‘ steht geschrieben. Elieser hatte eine Tochter. Er suchte nach einem Vorwand, damit Abraham ihm sage, sich an ihn zu wenden, um ihm seine Tochter zu vermählen. Abraham sagte zu ihm: ‚Mein Sohn ist gesegnet und du bist verflucht, und ein Verfluchter haftet nicht an einem Gesegneten.‘“ | רש"י מפרש את הפסוק ("חיי שרה", חמישי) "אלי לא תלך האשה". וזה לשונו "אלי, כתיב. בת היתה לו לאליעזר, היה מחזר למצוא עילה. שיאמר לו אברהם לפנות אליו, להשיאו בתו, אמר לו אברהם, בני ברוך ואתה ארור, ואין ארור מתדבק בברוך". | RASHI legt den Vers (1. Mose 24,39) so aus: „Vielleicht, die Frau wandelt nicht.“ Er schreibt: „Er sagt: ‚zu mir‘ [im Hebräischen werden „vielleicht“ und „zu mir“ gleich geschrieben]. Elieser hatte eine Tochter. Er suchte nach einem Grund, damit Abraham sich an ihn wandte, um seine Tochter zu heiraten. Abraham sagte zu ihm: ‚Mein Sohn ist gesegnet und du bist verflucht, und der Verfluchte haftet nicht an dem Gesegneten.'“ |
7 | Und man sollte die Angelegenheit von Isaak und Rebekka ebenso wie die Angelegenheit der Tochter Eliesers auf dem Wege der Arbeit auslegen. Im heiligen Sohar („Chaje Sara“, 29, und im Sulam Punkt 94) steht geschrieben, und dort heißt es: „Er sagte zu ihm: Mein Herr möge sagen, wenn er gehört hat, wie die Verfasser der Mischna diesen Abschnitt erklärten, den sie in Bezug auf die Seele auslegten, dass Abraham das Geheimnis der Seele ist und Sara der Körper.“ | ויש לפרש את ענין יצחק ורבקה, וכמו כן ענין של בת של אליעזר על דרך העבודה. הזה"ק ("חיי שרה", כ"ט, ובהסולם אות צ"ד) כתוב שם וזה לשונו: "אמר לו, יאמר אדני, אם שמע, איך אמרו בעלי המשנה פרשה הזו, שפרשוהו בעניני הנשמה, אשר אברהם הוא סוד הנשמה, ושרה הגוף". | Wir sollten die Bedeutung von Isaak und Rebekka ebenso wie die Bedeutung der Angelegenheit der Tochter Eliesers in der Arbeit auslegen. Der Heilige Sohar schreibt (Chaje Sara, Punkt 94): „Er sagte zu ihm: ‚Mein Herr soll sagen, wenn er hört, wie die Verfasser der Mischna diesen Teil, den sie in Bezug auf die Seele auslegen, sagen, dass Abraham die Seele und Sara der Körper ist.'“ |
8 | Und auf diesem Wege ist die Angelegenheit von Isaak und Rebekka auszulegen, wie im heiligen Sohar geschrieben steht („Chaje Sara“, 79, und im Sulam Punkt 249), und dort heißt es: „Rabbi Jehuda sagte: ‚Seine Mutter Sara‘ – das bedeutet: So wie die Gestalt Isaaks der Gestalt Abrahams glich, so war die Gestalt Rebekkas geradezu die Gestalt Saras; und darum steht geschrieben ‚seine Mutter Sara‘.“ | ועל דרך זה יש לפרש את ענין יצחק ורבקה, כמו שכתוב בזה"ק ("חיי שרה", ע"ט, ובהסולם אות רמ"ט) וזה לשונו: "רבי יהודה אמר, שרה עמו, פירושו, כי כמו שצורתו של יצחק היתה כצורתו של אברהם, כן רבקה היתה צורתה ממש של שרה, ומשום זה כתוב שרה אמו". | So sollten wir die Angelegenheit von Isaak und Sara auslegen, wie es in dem Heiligen Sohar (Chaje Sara, Punkt 249) geschrieben steht: „Rabbi Yehuda sagte: ‚Seine Mutter Sara‘, denn so wie die Form von Isaak die Form von Abraham war, so war auch die Form von Rebekka die Form von Sara. Deshalb steht es geschrieben: ‚Seine Mutter Sara‘.“ |
9 | Demnach lässt sich auch auslegen, dass Isaak die Seele ist und Rebekka der Körper. In der Ordnung der Arbeit des Menschen, der zur Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer gelangen will, gilt es immer, auf zwei Linien zu wandeln, das sind rechts und links. Die rechte Linie wird Vollkommenheit genannt, das heißt, der Mensch empfindet Befriedigung in der Arbeit. Und dafür gibt er dem Schöpfer Lob und Dank, dafür, dass Er ihn gewürdigt hat, zu den Dienern des Königs zu gehören. Und er sieht, dass er eine Stufe im Spirituellen erreicht hat, die sich bei den übrigen Dienern des Schöpfers nicht findet. Und er erkennt seine Niedrigkeit und weiß nicht, warum der Schöpfer gerade ihn vor den übrigen Menschen erwählt hat, die diese Stufe noch nicht erreicht haben. Und dafür dankt und lobt er den König. Und er kann erfüllen, was geschrieben steht: „Dienet dem Schöpfer mit Freude.“ Und er hat dann nichts, worum er den Schöpfer bitten müsste, dass Er ihm helfe, denn er empfindet keinen Mangel in seinem Zustand. | לפי זה יש לפרש גם כן, שיצחק היינו הנשמה, ורבקה הגוף. הנה בסדר עבודת האדם, שרוצה להגיע לדביקות ה', יש תמיד ללכת בב' קוים, שהם ימין ושמאל. שענין ימין נקרא שלימות. היינו, שהאדם מרגיש סיפוק בעבודה. ועל זה הוא נותן שבח והודאה לה', על מה שזיכה אותו, להיות בין משמשי המלך. והוא רואה, שהגיע לדרגה ברוחניות, מה שאין זה נמצא בשאר עובדי ה'. והוא מכיר בשפלותו, ואינו יודע למה בחר ה' בו יותר משאר אנשים, שהם עוד לא הגיעו לדרגה זו. ועל זה הוא מודה ומשבח את המלך. והוא יכול לקיים מה שכתוב "עבדו את ה' בשמחה". ואין לו אז על מה להתפלל לה', שיעזור לו, כי אין הוא מרגיש חסרון במצבו. | Damit sollten wir auch auslegen, dass Isaak die Seele und Rebekka der Körper war. In der Ordnung der Arbeit des Menschen, wenn er Dwekut [Anhaftung] an den Schöpfer erreichen will, sollte er immer auf zwei Linien wandeln – rechts und links. „Rechts“ bedeutet Vollkommenheit, wenn der Mensch Zufriedenheit in der Arbeit empfindet und den Schöpfer dafür lobt und dankt, dass er ihn damit belohnt hat, zu den Dienern des Königs zu gehören. Er kann sehen, dass er eine spirituelle Stufe erreicht hat, die bei den anderen Arbeitern des Schöpfers nicht so ist. Er erkennt jedoch seine Niedrigkeit und weiß nicht, warum der Schöpfer ihn anderen Menschen vorzieht, die diese Stufe nicht erreicht haben. Aus diesem Grund dankt und lobt er den König und kann befolgen, was geschrieben steht: „Dienet dem Ewigen mit Freude.“ Zu diesem Zeitpunkt hat er nichts, wofür er den Schöpfer um Hilfe bitten müsste, denn er spürt keinen Mangel in seiner Situation. |
10 | Wenn der Mensch jedoch danach dazu übergeht, auf der linken Linie zu arbeiten, das heißt, wenn er seinen Zustand, in dem er sich befindet, kritisch prüft, dann sieht er, dass er weder im Verstand (Mocha) noch im Herzen (Liba) in Ordnung ist. Und mehr noch: Er sieht manchmal, wie sehr er in Eigenliebe versunken ist, mehr als gewöhnlich. Und manchmal kommt der Mensch zu einer so großen Niedrigkeit, dass er nicht einmal will, dass der Schöpfer ihm hilft, ihn aus seiner Niedrigkeit herauszuführen. Im Gegenteil, er ist erzürnt darüber, dass er keine Freude und keinen Genuss aus dem körperlichen Leben empfängt. So zeigt sich, dass die Linke ihm manchmal nicht einmal erlaubt, zu beten und den Schöpfer zu bitten. Und wie kann er sich da als vollkommener Mensch fühlen und dem Schöpfer Dank geben? | אולם בזמן שהאדם הולך אח"כ לעבוד בקו שמאל, היינו שעושה בקורת על המצב שבו הוא נמצא. והוא רואה, שהן במוחא והן בליבא אין הוא בסדר. ויותר מזה, הוא רואה לפעמים, איך שהוא משוקע באהבה עצמית יותר מהרגיל. ולפעמים האדם בא לידי שפלות כל כך גדול, שאין הוא רוצה שה' יעזור לו להוציאו משפלותו. אלא להיפך, הוא ברוגז על מה שאין הוא מקבל הנאה ותענוג מחיי הגשמיים. נמצא, שלפעמים השמאל לא נותן לו אפילו להתפלל ולבקש מה'. ואיך הוא יכול להרגיש עצמו לאדם השלם, ולתת תודה לה'. | Doch später, wenn der Mensch zur Arbeit auf der linken Linie geht, wenn er seinen Zustand kritisch prüft und sieht, dass er im Verstand und im Herzen fehlerhaft ist, und noch schlimmer, wenn er manchmal sieht, dass er mehr als sonst in Eigenliebe versunken ist, kommt er manchmal zu einer solchen Niedrigkeit, dass er nicht will, dass der Schöpfer ihm aus seiner Niedrigkeit heraushilft. Im Gegenteil, er ärgert sich darüber, dass er nichts von der Freude und dem Genuss des körperlichen Lebens empfängt. Daraus folgt, dass die Linke ihn manchmal nicht einmal beten und den Schöpfer bitten lässt. Wie kann er sich also als vollkommener Mensch fühlen und dem Schöpfer danken? |
11 | Doch man muss wissen, dass die eigentliche Arbeit zur Zeit des Aufstiegs geschieht. Denn nur zur Zeit des Aufstiegs ist die Arbeit des Menschen auf zwei Linien möglich: rechts und links. Anders zur Zeit des Abstiegs: Da gilt der Mensch als tot. Und lässt sich denn sagen, dass man mit einem Toten redet, oder dass man von einem Toten etwas verlangt, dass er irgendetwas tue? | אלא צריכים לדעת, כי עיקר העבודה היא בזמן עליה. כי רק בזמן עליה שייך עבודת האדם בב' קוים: ימין ושמאל. מה שאין כן בזמן הירידה, האדם נחשב למת. והאם שייך לומר שמדברים למת, או שרוצים משהו מהמת, שיעשה איזה דבר. | Wir müssen jedoch wissen, dass die Arbeit hauptsächlich während des Aufstiegs stattfindet, denn nur während eines Aufstiegs kann man von der Arbeit des Menschen in zwei Linien sprechen – rechts und links. Umgekehrt wird der Mensch während des Abstiegs als tot bezeichnet. Können wir sagen, dass wir zu einem Toten sprechen, oder dass wir etwas von einem Toten wollen, dass er etwas tun wird? |
12 | Darum muss der Mensch, zu der Zeit, in der er sich im Zustand der Arbeit befindet – denn dann lässt sich sagen –, auf zwei Arten arbeiten: erstens rechts, zweitens links. Die rechte Linie heißt vor allem dies, dass die Vollkommenheit in ihr auf dem Über-dem-Verstand aufgebaut ist. Die linke aber in ihr ist gerade auf der Ebene von Verstand und Vernunft aufgebaut. Das heißt, dann richtet er sich selbst nach dem, was er sieht, wie unsere Weisen sagten: „Ein Richter hat nur das, was seine Augen sehen“ (Bawa Batra 131). | לכן מוטל על האדם, בזמן שהוא נמצא במצב העבודה, שאז שייך לומר, שיש להאדם לעבוד בשני אופנים: א' ימין, וב' שמאל. שענין ימין נקרא בעיקר, שהשלימות שבו נבנית על למעלה מהדעת. והשמאל שבו נבנה דוקא על בחינת דעת ושכל. כלומר, שאז הוא דן את עצמו כפי מה שהוא רואה, כמו שאמרו חז"ל: "אין לדיין אלא מה שעיניו רואות" (ב"ב קל"א). | Aus diesem Grund kann man, wenn der Mensch in der Arbeit ist, sagen, dass der Mensch auf zwei Arten arbeiten soll: 1.) rechts, 2.) links. „Rechts“ bedeutet in erster Linie, dass die Vollkommenheit in ihm über dem Verstand aufgebaut ist, während die Linke in ihm auf der Vernunft und dem Verstand aufgebaut ist. Das heißt, er verurteilt sich selbst so, wie er sieht, wie unsere Weisen sagten: „Ein Richter hat nur das, was seine Augen sehen“ (Bawa Batra 131). |
13 | So zeigt sich: Zu der Zeit, in der er sich mit der linken Ebene befasst und die Wahrheit sieht, wie sehr er in Niedrigkeit ist und in Eigenliebe versunken, wie kann er da danach sagen, dass er sich in einem Zustand der Vollkommenheit befindet, und dem Schöpfer großen Dank geben, dafür, dass Er ihm ein so großes Geschenk gegeben hat, dass er sich in der Heiligkeit befindet? Das ist ja das genaue Gegenteil dessen, was er als die Wahrheit sieht. Und wie kann er noch in Freude sein, während er die Wahrheit sieht? | נמצא, שבזמן שהוא עוסק בבחינת השמאל, והוא רואה את האמת, איך שהוא כל כך בשפלות, והוא משוקע באהבה עצמית, איך אפשר לומר אח"כ, שהוא נמצא במצב של שלימות, ולתת תודה רבה לה', על זה שנתן לו מתנה כל כך גדולה, שהוא נמצא בקדושה, שזהו ממש ההיפך ממה שהוא רואה את האמת. ואיך עוד אפשר להיות בשמחה, בזמן שהוא רואה את האמת. | Es stellt sich heraus, dass er, wenn er sich mit der Linken befasst und die Wahrheit sieht, wie niedrig und in Eigenliebe versunken er ist, wie kann er dann sagen, dass er sich in einem Zustand der Vollkommenheit befindet und dem Schöpfer dankbar sein, dass er ihm ein so großes Geschenk gemacht hat, dass er in Kedusha [Heiligkeit] ist? Dies ist das vollkommene Gegenteil der Wahrheit, die er sieht, und wie kann man glücklich sein, wenn man die Wahrheit sieht? |
14 | Die Antwort ist auf zweierlei Weise: | התשובה היא בשני אופנים: | Die Antwort ist auf zwei Arten zu finden: |
15 | Erstens: Wie im Aufsatz von 1943 (Tashag) steht, zum Thema „Glaube an seinen Lehrer“, wo mein Vater und Lehrer, möge das Andenken an den Gerechten gesegnet sein, sagte, dass der Mensch im Glauben an die Weisen wandeln muss, so wie sie es uns geordnet haben. Und dort heißt es, in leicht abgewandelter Form: „Der Schüler muss glauben, wie sein Lehrer es ihm sagt, auf dem Weg der rechten Linie und der Vollkommenheit zu wandeln. Und der Schüler muss es sich so vorstellen, als hätte er bereits vollkommenen Glauben an den Schöpfer erlangt. Und er hat bereits in seinen Gliedern die Empfindung, dass der Schöpfer die ganze Welt auf der Ebene des Guten und Gutes Tuenden führt. Das heißt, dass die ganze Welt von Ihm nur Gutes empfängt. Und obwohl er, wenn er auf sich selbst schaut, sieht, dass er bloß und ohne alles ist, und obwohl er, wenn er auf die Welt schaut, sieht, dass die ganze Welt Leiden erträgt – und jeder leidet nach seiner Stufe –, muss er darüber sagen, wie geschrieben steht: ‚Augen haben sie und sehen nicht.‘ Das heißt, solange der Mensch sich auf der Ebene des ‚sie‘ befindet, dass es für ‚sie‘ zwei Herrschaften gibt, können ‚sie‘ die Wahrheit nicht sehen. Darum muss der Mensch über dem Verstand glauben, dass der Mensch in Vollkommenheit ist und auch die ganze Welt insgesamt.“ | א. כמו שכתוב במאמר תש"ג, בענין "אמונת רבו", שאמר זצ"ל, שהאדם צריך ללכת באמונת חכמים, כפי שהם סדרו לנו. וזה לשונו בשינוי לשון: "שהתלמיד צריך להאמין, כמו שרבו אומר לו, ללכת בדרך ימין ושלימות. והתלמיד צריך לצייר לעצמו, כאילו כבר זכה לאמונה שלימה בה'. וכבר יש לו הרגשה באבריו, שהבורא מנהיג את כל העולם בבחינת טוב ומטיב. כלומר, שכל העולם מקבלים ממנו רק טובות. ואף על פי כשהוא מסתכל על עצמו, הוא רואה שהוא בעירום וחוסר כל. וכמו כן כשהוא מסתכל על העולם, הוא רואה שכל העולם סובל יסורים. וכל אחד, לפי דרגה דיליה, הוא סובל. ועל זה הוא צריך לומר, כמו שכתוב "עינים להם ולא יראו". היינו, שכל זמן שהאדם נמצא בבחינת "להם", שיש "להם" שתי רשויות, אין "הם" יכולים לראות את האמת. לכן האדם צריך להאמין למעלה מהדעת, שהאדם נמצא בשלימות, וגם כל העולם כולו". | 1.) In dem Aufsatz von Shamati aus dem Jahr 1943 (Artikel Nr. 40) über den Glauben an seinen Lehrer steht geschrieben, dass Baal HaSulam sagte, der Mensch solle mit dem Glauben an die Weisen gehen, wie sie es für uns ausgesucht haben. Hier sind seine Worte in leicht abgewandelter Form: Der Schüler muss glauben, was sein Lehrer ihm sagt, um auf dem Weg des „Rechts“ und der Vollkommenheit zu wandeln. Der Schüler soll sich vor Augen führen, dass er bereits mit vollkommenem Glauben an den Schöpfer belohnt wurde und in seinen Organen spürt, dass der Schöpfer die ganze Welt als der Gute führt, der Gutes tut. Das bedeutet, dass die ganze Welt von Ihm nur Gutes empfängt, und obwohl er, wenn er auf sich selbst schaut, sieht, dass er kahl und mittellos ist, und wenn er auf die Welt schaut, sieht er auch, dass die Welt Qualen erleidet – jeder leidet nach seiner eigenen Stufe -, sollte er darüber sagen, was geschrieben steht: „Sie haben Augen und sehen nicht.“ Das heißt, solange ein Mensch sich in einem Zustand des „sie“ befindet, dass „sie“ zwei Herrschaften haben, können „sie“ die Wahrheit nicht sehen. Aus diesem Grund muss der Mensch über dem Verstand glauben, dass er in Vollkommenheit ist und auch die ganze Welt. |
16 | So zeigt sich: Auf solche Weise kann und muss er dem Schöpfer Dank geben, dafür, dass Er uns alles Gute gegeben hat. Und das heißt „rechte Linie“, die das genaue Gegenteil der linken Linie ist. Das heißt, auf der linken Linie wandeln wir innerhalb des Verstandes, wie oben gesagt, dass „ein Richter nur das hat, was seine Augen sehen“, nämlich gerade auf der Ebene der Vernunft und nicht über dem Verstand. Anders, wenn man dazu übergeht, auf der rechten Ebene zu arbeiten: Da zeigt sich, dass die Linke die Ursache dafür ist, dass die Rechte auf der Grundlage des Über-dem-Verstand aufgebaut wird. | נמצא, באופן כזה הוא יכול וצריך לתת תודה לה', על מה שנתן לנו כל טוב. וזה נקרא "קו ימין", שהוא ממש להיפך מקו שמאל. כלומר, שבקו שמאל אנו הולכים בתוך הדעת, כנ"ל, ש"אין לדיין אלא מה שעיניו רואות". היינו, דוקא בבחינת השכל ולא למעלה מהדעת. מה שאין כן כשעוברים לעבוד לבחינת ימין, נמצא, השמאל הוא הגורם, שהימין יהא בנוי על בסיס של למעלה מהדעת. | Daraus folgt, dass er auf diese Weise dem Schöpfer dafür danken kann und sollte, dass er uns reichlich beschenkt hat. Das nennt man die „rechte Linie“, die das vollkommene Gegenteil der linken Linie ist. Das heißt, auf der linken Linie wandeln wir innerhalb des Verstandes, wie es so heißt: „Ein Richter hat nur das, was seine Augen sehen können.“ Mit anderen Worten, es ist speziell mit dem Verstand und nicht über dem Verstand. Wenn wir aber zur Arbeit mit der „Rechten“ übergehen, ist die Linke die Ursache dafür, dass die Rechte auf der Grundlage über dem Verstand aufgebaut ist. |
17 | Und dies ist es, wie unsere Weisen sagten: „Die Linke stößt weg, und die Rechte zieht heran.“ Das heißt, der Zustand der „Linken“ zeigt dem Menschen, wie er weggestoßen und vom Dienst des Schöpfers getrennt wird. Und „die Rechte zieht heran“, was bedeutet, dass sie ihm zeigt, wie er dem Dienst des Schöpfers nahe ist. Das heißt: Zu der Zeit, in der er sich mit der Linken befasst, muss die Linke ihn dazu bringen, einen Zustand des Wegstoßens zu sehen, wie er weggestoßen und von der Arbeit getrennt ist. Und zu der Zeit, in der er sich mit der Rechten befasst, muss er zu einem Zustand gelangen, in dem er sieht, wie er dem Schöpfer nahe ist. Und für die Rechte muss er dem Schöpfer Dank geben, und in der Linken muss er zum Schöpfer beten. Denn nur auf zwei Beinen kann der Mensch im Körperlichen wandeln. Und das stammt aus dem Spirituellen, das zeigt, dass der Mensch auf zwei Linien wandeln muss. | וזהו כמו שאמרו חז"ל "שמאל דוחה וימין מקרבת". היינו, שמצב "השמאל" מראה להאדם איך נדחה ונפרד מעבדות ה'. ו"ימין מקרבת", שפירושו, שמראה לו, איך שהוא מקורב לעבודת ה'. זאת אומרת, שבזמן שהוא עוסק בשמאל, אז השמאל צריך להביאו לראות מצב של דחיה, איך שהוא נדחה ונפרד מהעבודה. ובזמן שהוא עוסק בימין, הוא צריך להגיע לידי מצב, שיראה איך שהוא מקורב לה'. ועל ימין הוא צריך לתת תודה לה', ובשמאל הוא צריך לתת תפלה לה'. שרק על שתי רגלים האדם יכול ללכת בגשמיות. וזה נמשך מרוחניות, שזה מראה, שהאדם צריך ללכת בשני קוים. | Unsere Weisen haben es so ausgedrückt: „Die Linke stößt weg und die Rechte zieht heran.“ Mit anderen Worten: Der Zustand „links“ zeigt einem Menschen, wie er abgelehnt und von der Arbeit des Schöpfers getrennt wird. „Die Rechte zieht heran“ bedeutet, dass sie ihm zeigt, dass er der Arbeit des Schöpfers nahe ist. Das bedeutet, dass er, wenn er sich mit der Linken befasst, sehen kann, dass er abgelehnt wird und von der Arbeit getrennt ist. Wenn er sich mit der Rechten befasst, sollte er in einen Zustand kommen, in dem er sieht, dass er dem Schöpfer nahe ist. Er sollte dem Schöpfer für das „Rechts“ danken und für das „Links“ beten, denn nur auf zwei Beinen kann der Mensch in der Körperlichkeit wandeln. Das erstreckt sich aus der Spiritualität, die zeigt, dass der Mensch auf zwei Linien wandeln sollte. |
18 | Und was die Vollkommenheit betrifft, gibt es noch eine andere Weise. Das heißt, wenn der Mensch zu einem Zustand kommt, in dem er sieht, dass er bloß und ohne alles ist, weil er zurückbleibt, sowohl auf der Ebene des Verstandes als auch auf der Ebene des Herzens. Das heißt, er sieht, wie sehr er in Eigenliebe versunken ist, und sieht, dass er kein einziges Glied hat, das irgendein Verlangen hätte, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten. Und nun sieht er, wie er zu seinem wahren Zustand gelangt ist, der „Erkenntnis des Bösen“ heißt. | ובענין השלימות יש עוד אופן. היינו, אם האדם בא לידי מצב, שהוא רואה, שהוא בעירום וחוסר כל. היות שהוא מפגר, הן בבחינת מוחא והן בבחינת ליבא. היינו הוא רואה, איך שהוא משוקע באהבה עצמית, ורואה שאין לו שום אבר, שיהיה לו איזה רצון לעבוד לתועלת ה', והוא רואה עכשיו, איך שהגיע למצב האמיתי שלו, הנקרא "הכרת הרע". | Was die Vollkommenheit angeht, gibt es noch eine andere Möglichkeit. Wenn ein Mensch in einen Zustand kommt, in dem er sieht, dass er kahl und mittellos ist, weil er sowohl im Verstand als auch im Herzen zurückgeblieben ist, d.h. sieht, wie sehr er in Eigenliebe versunken ist und kein einziges Organ hat, das das Verlangen hat, um seines Schöpfers willen zu arbeiten, dann kann er jetzt sehen, dass er zu seinem wahren Zustand gekommen ist, der „Erkenntnis des Bösen“ heißt. |
19 | Und er sagt: Dass er nun die Erkenntnis des Bösen sieht, das ist ein Geschenk vom Himmel, dass ihm die Wahrheit offenbart wurde. Andernfalls hätte er sich selbst getäuscht und gedacht, dass er seinen Weg nicht zu ändern braucht, da er gewiss auf dem Weg der Wahrheit wandelt, und er hätte für immer mit seinem Bösen bleiben können. Und nun kam ihm eine Offenbarung vom Himmel, die Wahrheit zu sehen. | והוא אומר, זה שהוא רואה עכשיו את הכרת הרע, זהו מתנה מן השמים, שגילוי לו את האמת. אחרת הוא היה מרמה את עצמו, והיה חושב, שאין לו לשנות את דרכו, היות שבטח הוא הולך על דרך האמת, והיה יכול להישאר עם הרע שלו לעולמים. ועתה בא לו גילוי מן השמים, לראות את האמת. | Er sagt, dass die Tatsache, dass er jetzt die Erkenntnis des Bösen sehen kann, ein Geschenk von oben ist, dass ihm die Wahrheit gezeigt wurde. Andernfalls würde er sich selbst täuschen und denken, dass er seinen Weg nicht zu ändern braucht, da er sicherlich auf dem Weg der Wahrheit wandelt. So könnte er für immer bei seinem Bösen bleiben. Doch nun kam eine Offenbarung von oben zu ihm, damit er die Wahrheit sehen konnte. |
20 | Und dies ist es, wie im heiligen Sohar über den Vers „Oder seine Sünde wird ihm bekanntgemacht“ steht. Er legte aus, dass der Schöpfer ihm bekanntgemacht hat, dass er gesündigt hat. Das heißt, dass Er ihm vom Himmel bekanntgemacht hat, dass er gesündigt hat. Mit anderen Worten: Die Erkenntnis des Bösen ist eine Offenbarung von oben. Darum jubelt und freut er sich darüber, dass der Schöpfer Sich um ihn kümmert und ihn leitet und ihm seinen wahren Zustand zeigt. Und daraus empfängt er Vollkommenheit. Das heißt, daraus, dass er die Offenbarung der Wahrheit aus der Hand des Schöpfers erlangt hat: Diese Ebene, auf der er Vollkommenheit empfängt, das heißt, er sagt, dass der Schöpfer ihn heranzieht und ihm die Wahrheit zeigt. | וזהו כמו שכתוב בזה"ק על פסוק "או הודע אליו חטאתו". פירש, שהקב"ה הודיע לו שחטא. כלומר, שהודיע לו מן השמים, שהוא חטא. זאת אומרת, הכרת הרע זהו גילוי מלמעלה. לכן הוא שש ושמח על זה שהקב"ה מטפל עמו, ומדריכו, ומראה לו את מצבו האמיתי. ומזה הוא מקבל שלימות. כלומר מזה שזכה לגילוי האמת מיד הקב"ה, שבחינה זו שהוא מקבל שלימות, היינו שאומר, שהקב"ה מקרב אותו ומראה לו את האמת. | So steht es im Heiligen Sohar über den Vers geschrieben: „Oder macht ihm seine Sünde bekannt.“ Er interpretiert, dass der Schöpfer ihm mitgeteilt hat, dass er gesündigt hat, d.h. er wurde von oben informiert, dass er gesündigt hat. Mit anderen Worten: Das Erkennen des Bösen ist eine Offenbarung von oben. Er freut sich aus diesem Grund darüber, dass der Schöpfer sich um ihn kümmert und ihn leitet und ihm seinen wahren Zustand zeigt. Das verschafft ihm Vollkommenheit, weil er mit der Offenbarung der Wahrheit durch die Hand des Schöpfers belohnt wird. Diese Einsicht, dass er die Vollkommenheit empfängt, bedeutet, dass er sagt, dass der Schöpfer ihn näher bringt und ihm die Wahrheit zeigt. |
21 | So zeigt sich, dass er jetzt nicht in einem Zustand ist, in dem er sagen würde, dass der Schöpfer ihn aus der Heiligkeit weggestoßen hat, dadurch, dass er das Böse empfindet. Sondern im Gegenteil: Daraus empfindet er, dass der Schöpfer ihn heranzieht. Und das heißt „die Rechte zieht heran“. Und so kann er in einem solchen Zustand, in dem er sieht, wie er ganz und gar böse ist, sich überwinden und Ratschläge ersinnen, wie er aus diesem Bösen herauskomme; darum dankt und lobt er den Schöpfer. | נמצא, שהוא עכשיו לא במצב שיאמר, שהקב"ה דחה אותו מקדושה, בזה שהוא מרגיש את הרע. אלא להיפך. ומזה הוא מרגיש, שה' מקרב אותו. וזה נקרא "ימין מקרבת". וממילא הוא יכול במצב כזה, שהוא רואה, איך שהוא כולו רע, להתגבר ולעשות עצות איך לצאת מהרע הזה, לכן הוא מודה ומשבח לה'. | Daraus folgt, dass er sich jetzt nicht in einem Zustand befindet, in dem er sagt, dass der Schöpfer ihn von der Kedusha ausgeschlossen hat, indem er das Böse fühlt. Im Gegenteil, er spürt dadurch, dass der Schöpfer ihn näher an sich heranzieht. Das nennt man „die Rechte zieht heran“. Natürlich kann er in diesem Zustand, wenn er sieht, dass er ganz Böse ist, überwinden und Rat suchen, wie er aus diesem Bösen entstehen kann. Deshalb dankt und lobt er den Schöpfer. |
22 | So zeigt sich: Jetzt gilt er als gesegnet. Das heißt, dadurch, dass er sieht, dass er eine Kenntnis von oben über die Erkenntnis des Bösen empfangen hat, und zu der Zeit, in der er dem Schöpfer Dank gibt, gilt er gewiss als „gesegnet“, da er einen Segen vom Schöpfer empfangen hat. Und dann kann er zur Anhaftung an den Schöpfer gelangen, „denn ein Gesegneter haftet an einem Gesegneten.“ | נמצא, עתה הוא נבחן לברוך. היינו בזה שהוא רואה, שקיבל ידיעה מלמעלה על הכרת הרע, ובזמן שהוא נותן תודה לה', בטח שהוא נקרא "ברוך", היות שקיבל ברכה מה'. ואז יכול לבוא לידי דביקות בה', "כי ברוך מתדבק בברוך". | Daraus folgt, dass er nun als gesegnet gilt, weil er sehen kann, dass er von oben die Kenntnis über das Böse empfangen hat. Wenn er dem Schöpfer dankt, wird er sicherlich „gesegnet“ genannt, da er einen Segen vom Schöpfer empfangen hat, und dann kann er zur Dwekut an den Schöpfer kommen, denn „der Gesegnete haftet an den Gesegneten.“ |
23 | Und dies ist auf dem Wege dessen, wie mein Vater und Lehrer, möge das Andenken an den Gerechten gesegnet sein, das auslegte, was unsere Weisen sagten: „Die Welt wurde nur erschaffen entweder für die völligen Frevler oder für die völligen Gerechten“ (Brachot 61). Und er fragte: Was die völligen Gerechten betrifft, das versteht man wohl. Aber was die völligen Frevler betrifft – wie lässt sich das so sagen? | וזהו על דרך שפירוש אאמו"ר זצ"ל, על מה שאמרו חז"ל: "לא איברי עלמא, אלא או לרשיעי גמירי, או לצדיקי גמירי" (ברכות ס"א). ושאל, בשלומא בשביל צדיקי גמירי, מבינים. אבל בשביל רשיעי גמירי, היתכן לומר כך. | So nennt Baal HaSulam die Auslegung dessen, was unsere Weisen sagten: „Die Welt wurde entweder für die vollkommenen Frevler oder für die vollkommenen Gerechten erschaffen“ (Brachot 61). Er fragte: „Wir können verstehen, dass sie für die vollkommenen Gerechten ist, aber kann man auch sagen: ‚für die vollkommenen Frevler‘?“ |
24 | Und er löste es so auf: Da der Mensch, zu der Zeit, in der er von sich selbst weiß, dass er böse ist, gewiss alles tun wird, was in seiner Kraft steht, um Umkehr (Teshuwa) zu tun. Und man sollte seine Worte so auslegen: „für die völligen Gerechten“ – sie erfreuen sich dann an der Welt, dadurch, dass sie das Gute und den Genuss erlangen, der im Verlangen des Schöpfers war zur Zeit der Erschaffung der Welt, da sie bereits Gefäße haben, um das Licht des Schöpfers zu empfangen, mit der Absicht zu geben; denn in diesen Gefäßen offenbart sich das Schöpfungsziel, das „Sein Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ heißt. | ותירץ, היות שבזמן, שהאדם יודע בעצמו שהוא רשע, בטח שיעשה כל מה שביכולתו לעשות תשובה. ויש לפרש דבריו "בשביל צדיקי גמירי", אז הם נהנים מהעולם, בזה שהם זוכים להטוב והעונג, שהיה ברצון ה' בעת בריאת העולם, היות שכבר יש להם כלים לקבל אור ה' בעל מנת להשפיע, כי בכלים הללו מתגלה המטרת הבריאה, שנקרא "רצונו להטיב לנבראיו". | Er erklärte, dass wenn der Mensch von sich selbst weiß, dass er ein Frevler ist, er sicherlich alles tun wird, um Umkehr zu tun. Wir sollten seine Worte „für die vollkommen Gerechten“ interpretieren, die sich dann an der Welt erfreuen, indem sie mit dem Guten und dem Vergnügen belohnt werden, die der Schöpfer zur Zeit der Erschaffung der Welt geben wollte, denn sie haben bereits Kelim [Gefäße], um das Licht des Schöpfers zu empfangen, um es zu geben, denn in diesen Kelim offenbart sich das Schöpfungsziel, das „Sein Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu geben“ heißt. |
25 | Und ebenso, zu der Zeit, in der er bereits die Erkenntnis des Bösen erlangt hat, sind dies Gefäße, dass er einen inneren Drang hat, zu tun, was in seiner Kraft steht, um aus dem Zustand der Bösen herauszukommen. Anders, wenn er das Böse nicht empfindet: Da hat er niemanden, der ihn aufweckt, aus diesem bösen Zustand herauszukommen, da er nicht empfindet, dass es ihm so schlecht geht, dass er tun müsste, was in seiner Kraft steht, um aus diesem Zustand herauszukommen. | וכמו כן בזמן שהוא כבר זכה להכרת הרע, זהו כלים, שיש לו דחף פנימי לעשות מה שביכולתו בכדי לצאת מהמצב של רשעים. מה שאין כן כשאינו מרגיש את הרע, אין לו מי שיעורר אותו לצאת מהמצב הרע הזה, היות שהוא לא מרגיש שכל כך רע לו, שהוא צריך לעשות מה שביכולתו לצאת מהמצב הזה. | Ebenso sind es Kelim, wenn er bereits mit der Erkenntnis des Bösen belohnt wurde, denn er hat einen inneren Antrieb, alles zu tun, um aus dem Zustand des Frevlers zu entstehen. Aber wenn er das Böse nicht spürt, hat er niemanden, der ihn erweckt, um aus diesem bösen Zustand zu entstehen, denn er fühlt sich nicht so böse, dass er alles tun muss, um aus ihm zu entstehen. |
26 | So zeigt sich: Dass er zu einem Zustand gelangt ist, in dem er sieht, dass er ganz und gar böse ist, darin liegt bereits ein großer Vorzug. Und der Beweis dafür ist, dass man bereits sagen kann, dass die Welt um seinetwillen erschaffen wurde, wie oben „die Welt wurde nur erschaffen entweder für die völligen Frevler“. Anders, bevor ihm der böse Zustand offenbart wurde: Da hatte er kein Recht, in der Welt zu bestehen, wie oben „dass die Welt nur erschaffen wurde entweder für die völligen Frevler oder für die völligen Gerechten“. So zeigt sich, dass er vor der Erkenntnis des Bösen kein Recht hat, in der Welt zu bestehen. | נמצא, זה שהגיע למצב, שהוא רואה, שהוא כולו רע, כבר יש בזה מעלה גדולה. וראיה לזה, שכבר יכולים לומר, שבשבילו נברא העולם, כנ"ל "לא איברי עלמא אלא או לרשיעי גמירי". מה שאין כן מטרם שנגלה לו מצב הרע, לא היה לו שום זכות קיום בעולם, כנ"ל, "שלא איברי עלמא, אלא או לרשיעי גמירי או לצדיקי גמירי". נמצא, שמטרם הכרת הרע אין לו שום זכות קיום בעולם. | Daraus folgt, dass die Tatsache, dass er in einen Zustand gekommen ist, in dem er sehen kann, dass er ganz böse ist, bereits ein großes Verdienst ist. Der Beweis dafür ist, dass er bereits sagen kann, dass die Welt für ihn erschaffen wurde, wie es so gesagt wurde: „Die Welt wurde entweder für den vollkommenen Frevler erschaffen.“ Doch bevor er den bösen Zustand entdeckt hat, hatte er kein Recht, in der Welt zu existieren, wie gesagt wurde: „Die Welt wurde entweder für den vollkommenen Frevler oder für den vollkommenen Gerechten erschaffen.“ Daraus folgt, dass er vor der Erkenntnis des Bösen kein Recht hat, in der Welt zu existieren. |
27 | Demnach zeigt sich: Wenn er zur Erkenntnis des Bösen gelangt ist, gilt er bereits als einer, der einen Halt in der Welt hat. Und von dieser Seite her gilt er als einer, der Vollkommenheit hat, und er kann dem Schöpfer dafür bereits Lob und Dank geben, und er hat bereits eine Verbindung mit dem Schöpfer, und man kann bereits sagen, dass er „gesegnet“ genannt wird, und „ein Gesegneter haftet an einem Gesegneten“, wie oben. | נמצא לפי זה, שאם הוא הגיע להכרת הרע, כבר נבחן שיש בו אחיזה בעולם. ומבחינה זו נבחן, שיש לו שלימות, וכבר יכול לתת שבח והודאה לה' על זה, וכבר יש לו חיבור עם ה', וכבר יכולים לומר, שהוא נקרא "ברוך", ו"ברוך מתדבק בברוך", כנ"ל. | Wenn er die Erkenntnis des Bösen erlangt hat, wird deshalb davon ausgegangen, dass er bereits einen Halt in der Welt hat. Er wird so angesehen, dass er Vollkommenheit hat und er kann den Schöpfer bereits loben und ihm dafür danken, und er hat bereits Verbindung mit dem Schöpfer, und es kann bereits gesagt werden, dass er „gesegnet“ genannt wird, und „der Gesegnete haftet an den Gesegneten.“ |
28 | Und dann kann er bestehen, und dann ist die Zeit, in der er in der Stufe aufsteigen kann. Das heißt, dass er all die Gebete, die er über seine Mängel gegeben hat, zur Zeit der Freude empfangen kann, wie oben, wie unsere Weisen sagten: „Die Shechina (göttliche Gegenwart) verweilt nur aus Freude“, wie geschrieben steht: „Und es geschah, als der Spielmann spielte, da kam der Geist des Schöpfers über ihn.“ So zeigt sich, dass die eigentliche Zeit, in der der Mensch das Verweilen der Shechina erlangt, gerade die Zeit der Vollkommenheit ist; denn gerade zur Zeit der Vollkommenheit ist die Zeit, in der er die Ebene seiner Seele empfangen kann. | ואז הוא יכול להיות, ואז הוא הזמן שיכול לעלות בדרגה. כלומר, שכל התפלות שנתן על חסרונותיו, הוא יכול לקבל בזמן השמחה, כנ"ל, כמו שאמרו חז"ל "אין השכינה שורה אלא מתוך שמחה", כמו שכתוב "ויהי כנגן המנגן, ותהי עליו רוח ה'". נמצא, שעיקר הזמן שהאדם זוכה לבחינת השראת השכינה, הוא דוקא בזמן השלימות, שדוקא בזמן השלימות, אז הוא הזמן שיכול לקבל לבחינת הנשמה שלו. | Er kann zu dieser Zeit, und das ist die Zeit, in der er in der Stufe aufsteigen kann, was bedeutet, dass er zur Zeit der Freude all die Gebete empfangen kann, die er über seine Unzulänglichkeiten gegeben hat. Es ist so, wie unsere Weisen sagten: „Die Shechina [Göttliche Gegenwart] ist nur aus Freude anwesend“, wie es geschrieben steht: „Und er wird sein wie ein Musikant, der spielt, und der Geist des Ewigen wird auf ihm sein.“ Daraus folgt, dass die primäre Zeit, in der man mit dem Verweilen der Shechina belohnt wird, gerade die Zeit der Vollkommenheit ist, denn gerade zur Zeit der Vollkommenheit kann er seine Seele empfangen. |
29 | Und mit dem Gesagten können wir auslegen, was unsere Weisen sagten: „Elieser hatte eine Tochter. Und er wollte, dass sie Isaak zur Frau werde.“ Im wörtlichen Sinn ist das schwer zu verstehen. Die Tochter Eliesers war doch die Tochter eines Tora-Gelehrten (Talmid Chacham), wie unsere Weisen sagten (Joma 28b): „‚Und Abraham sagte zu seinem Knecht, dem Ältesten seines Hauses, der über alles herrschte, was ihm gehörte.‘ Rabbi Elieser sagte: Der über die Tora seines Herrn herrscht, das ist Damaskus-Elieser.“ Und ebenso sagten sie dort: „Elieser, der Knecht Abrahams, war alt und saß im Lehrhaus.“ | ובהאמור נוכל לפרש את מה שאמרו חז"ל "בת היתה לו לאליעזר. והיה רוצה, שהיא תהיה אשה ליצחק". ובפשטות קשה להבין, הלא בתו של אליעזר היתה בת של תלמיד חכם, כמו שאמרו חז"ל (יומא כ"ח ע"ב): "ויאמר אברהם אל עבדו, זקן ביתו המושל בכל אשר לו. אמר רבי אליעזר, שמושל בתורת רבו הוא דמשק אליעזר". וכמו כן אמרו שם "אליעזר עבד אברהם זקן ויושב בישיבה היה". | Nach dem oben Gesagten können wir interpretieren, was unsere Weisen sagten: „Elieser hatte eine Tochter. Er wollte sie zur Frau für Isaak.“ Wörtlich ist das schwer zu verstehen. Schließlich war Eliesers Tochter die Tochter eines Weisen, wie unsere Weisen sagten (Joma 28b): „Und Abraham sagte zu seinem Knecht, dem Ältesten seines Hauses, der über alles herrschte, was ihm gehörte. Rabbi Elieser sagte, dass der Verwalter der Lehre seines Herrn aus dem Hause Eliesers ist.“ Sie sagten da auch: „Elieser, Abrahams Knecht, war alt und saß in einem Seminar.“ |
30 | Dieser Verbindung stimmte Abraham nicht zu und erwiderte ihm: „Ein Verfluchter haftet nicht an einem Gesegneten.“ Anders die Verbindung mit Rebekka, die die Tochter Betuels und Schwester des bösen Laban war. Und von Betuel sagten unsere Weisen, dass er Elieser den Todestrank zu essen geben wollte, damit ihnen das Vermögen bliebe. Das heißt, er war nicht einfach böse, sondern auch ein Mörder, doch Gabriel kam und vertauschte die Schale und gab sie Betuel, und der starb. Auch Rebekka kam aus einer Umgebung von Bösen. Und doch ist diese Verbindung eine würdige Verbindung, wie geschrieben steht: „Und Rebekka kam heraus.“ Das heißt, dass der Schöpfer sie aus allen Stadtbewohnern herausführte, die böse waren; „und Rebekka kam heraus“, denn sie war gerecht. Und im wörtlichen Sinn: Würde man einem Menschen zwei Verbindungen vorschlagen, die eine die Tochter eines Tora-Gelehrten, die andere eine, die aus einem Haus von Bösen und aus einer Stadt von Bösen kommt, so würde er gewiss die Tochter des Tora-Gelehrten wählen. | על השידוך הזה אברהם לא הסכים, והשיב לו: "אין ארור מתדבק בברוך". מה שאין כן השידוך של רבקה, שהיא היתה בתו של בתואל ואחות לבן הרשע. ובתואל, אמרו חז"ל, שביקש להאכיל לאליעזר סם המות, כדי שישאר להם הממון". היינו שלא היה סתם רשע, אלא היה רוצח גם כן, ובא גבריאל והחליף הקערה, ונתנה לבתואל, ומת. וגם רבקה באה מסביבה של רשעים. והשידוך הזה הוא שידוך הגון, כמו שכתוב: "ורבקה יוצאת". היינו שהקב"ה הוציאה אותה מכל אנשי העיר, שהיו רשעים, "ורבקה יוצאת", שהיתה צדקת. ובפשטות, אם היו מציעים לאדם שני שידוכים, אחד בת תלמיד חכם, והשני שבא מבית רשעים ומעיר של רשעים, בטח שהיה בוחר בבת תלמיד חכם. | Abraham war mit dieser Verbindung nicht einverstanden und erwiderte: „Der Verfluchte haftet nicht an den Gesegneten.“ Anders war es bei der Verbindung mit Rebekka, der Tochter Betuels und Schwester des Frevlers Laban. Unsere Weisen sagten, dass Betuel versuchte, Elieser mit dem Todestrank zu füttern, damit sie den Reichtum behalten würden. Mit anderen Worten, er war nicht nur ein Frevler, sondern auch ein Mörder. Gebriel kam jedoch, ersetzte die Schale und gab sie Betuel, woraufhin dieser starb. Auch Rebekka kam aus einem Umfeld von Frevlern, und doch ist diese Verbindung eine gute Verbindung, wie geschrieben steht: „Und Rebekka kam heraus.“ Mit anderen Worten: Der Schöpfer hat sie aus dem Kreis der Frevler in der Stadt herausgeholt. „Rebekka kam heraus“, denn sie war gerecht. Wenn einem Menschen zwei Unvermählte angeboten werden, von denen die eine die Tochter eines Weisen ist und die andere aus dem Haus der Frevler und einer Stadt der Frevler kommt, würde er sich natürlich für die Tochter des Weisen entscheiden. |
31 | Und auf der Ebene der Arbeit ist auszulegen, dass der Zustand Eliesers ein Zustand der Linken ist, der die ganze Zeit schrie: „Eli-Eser (mein Gott, hilf), da ich mich unter der Herrschaft des Bösen befinde.“ So zeigt sich, dass dieser Frau – das heißt der Tochter der Linken, die betete, man möge ihr die Ebene Isaaks geben, die „Seele“ genannt wird, zur „Frau“, die der Körper ist, um die Seele zu empfangen – Abraham nicht zustimmte, aus dem Grund, dass zu der Zeit, in der der Mensch sich in der Linken befindet und schreit: „Schöpfer, hilf mir, aus dem Bösen herauszukommen“, sich zeigt, dass dieser Körper auf der Ebene des „Verfluchten“ ist. Und er sagte ihm, dass Isaak, das heißt die Seele, „gesegnet“ ist, und „ein Verfluchter haftet nicht an einem Gesegneten“. | ובבחינת עבודה יש לפרש, שמצב של אליעזר הוא מצב של שמאל, שהיה צועק כל הזמן: "אלי-עזר, היות שאני נמצא תחת שליטת הרע". נמצא, שאשה זו, היינו בת של שמאל, שהיה מתפלל שיתנו לו את בחינת יצחק, שנקרא "נשמה", ל"אשה", שהוא הגוף, בכדי לקבל את הנשמה לא הסכים אברהם, מטעם שבזמן שהאדם נמצא בשמאל, וצועק "ה', עזור לי לצאת מהרע", נמצא שהגוף הזה הוא בבחינת "ארור". והוא אמר לו, שיצחק, היינו הנשמה, היא "ברוך", "ואין ארור מתדבק בברוך". | Aber in der Arbeit sollten wir auslegen, dass der Zustand von Elieser ein Zustand des „Verlassenseins“ ist, denn er schrie die ganze Zeit: „Eli [Mein Gott], Eser [Hilfe!], denn ich bin unter der Herrschaft des Bösen.“ Daraus folgt, dass diese Frau, die Tochter der Linken, die darum betete, die Eigenschaft Isaaks, die Neshama [Seele] genannt wird, als „Frau“ zu bekommen, also den Körper, um die Seele zu empfangen, Abraham nicht zustimmte, denn wenn ein Mensch in der Linken ist und schreit: „Ewiger, hilf mir, aus dem Bösen herauszukommen“, ist dieser Körper in einem Zustand von „verflucht“. Er sagte ihm, dass Isaak, also die Seele, „gesegnet“ ist und „der Verfluchte nicht an dem Gesegneten haftet“. |
32 | Wie im heiligen Sohar geschrieben steht („Toldot“, Blatt 22, und im Sulam Punkt 49): „Darum, obwohl Elieser ein Tora-Gelehrter war, fühlte er dennoch, dass ihm die Eigenschaft der Wahrheit fehlte. Er wandelte immer auf der Ebene der Linken und hatte immer Einwände, warum der Schöpfer nicht auf seine Stimme hören will, ihm die Ebene der Seele zu geben, denn ‚das Licht in ihr bringt ihn zum Guten zurück.‘“ Und obwohl die Linke „zur Sache spricht“, da alles auf dem Verstand aufgebaut ist, wie oben, dass „ein Richter nur das hat, was seine Augen sehen“, ist er in Wahrheit doch „verflucht“. | כמו שכתוב בזה"ק (תולדות, דף כ"ב, ובהסולם, אות מ"ט), "לכן אף על פי שאליעזר היה תלמיד חכם, אולם היה מרגיש, שחסרה לו מידת האמת. היה תמיד הולך בבחינת השמאל, והיו לו טענות תמיד, מדוע אין ה' רוצה לשמוע בקולו, שיתן לו בחינת נשמה, כי "המאור שבה מחזירו למוטב". והגם שהשמאל "מדבר להענין", כי הכל בנוי על הדעת כנ"ל, ש"אין להדיין אלא מה שעיניו רואות", אבל באמת הוא "ארור". | Er schreibt in dem Heiligen Sohar (Toldot, Nr. 49): „Deshalb war Elieser zwar ein Weiser, aber er fühlte, dass ihm die Eigenschaft der Wahrheit fehlte. Er befand sich immer im Zustand des „Linken“ und beklagte sich ständig, warum der Schöpfer ihn nicht erhören und ihm eine Seele geben würde, denn „das Licht in ihr korrigiert ihn.“ Obwohl die Linke „zur Sache spricht“, da alles auf der Vernunft aufbaut, wie es so gesagt wurde, dass „der Richter nur das hat, was seine Augen sehen können“, ist er in Wahrheit verflucht. |
33 | Darum sagte Abraham zu ihm: „Ein Verfluchter“ – das heißt, der Körper, zu der Zeit, in der er sich im Zustand des Verfluchten befindet, kann nicht die Ebene des Verweilens der Shechina empfangen, die als die Ebene der persönlichen Seele des Menschen gilt. Denn die Shechina wird „Malchut“ genannt, die die Gesamtheit der Seelen ist, und aus diesem Grund wird Malchut „Versammlung Israels“ (Knesset Israel) genannt. Darum ist der Körper in diesem Zustand nicht tauglich für die Ebene „Isaak“, die „Seele“ genannt wird, wie oben „der Körper wird ‚Frau‘ genannt und die Seele wird ‚Mann‘ genannt“. | לכן אמר לו אברהם: "אין ארור", היינו הגוף, בזמן שהוא נמצא במצב של ארור, יכול לקבל בחינת השראת השכינה, הנבחן לבחינת נשמה הפרטית של האדם. כי השכינה נקראת "מלכות", שהיא כלל הנשמות, שמטעם זה נקרא מלכות "כנסת ישראל". לכן אין הגוף במצב הזה, מוכשר לבחינת "יצחק", הנקרא "נשמה", כנ"ל "הגוף נקרא אשה, והנשמה נקרא בעל". | Deshalb sagte Abraham zu ihm: „Der Verfluchte“, d.h. der Körper im Zustand des „Verfluchten“, kann die Einflößung der Shechina, die als persönliche Seele eines Menschen gilt, nicht empfangen. Denn die Shechina wird Malchut genannt, die Gesamtheit der Seelen. Aus diesem Grund wird Malchut auch „die Versammlung Israels“ genannt. In diesem Zustand ist der Körper also nicht in der Lage, die Eigenschaft von Isaak zu empfangen, der „Seele“ genannt wird, so wie gesagt wurde, dass der Körper „Frau“ und die Seele „Mann“ genannt wird. |
34 | Anders ist die Ebene „Rebekka“, die in der Arbeit so verstanden wird, dass der Körper alles sieht, was die Linke ihm zeigt – seinen wahren Zustand –, dass alle seine Glieder böse sind, dass er nur das versteht, was die Eigenliebe betrifft, anders aber das, was den Nutzen des Schöpfers betrifft: Da ist er nicht fähig, irgendetwas zu tun, genau so, wie es ihm die Linke zeigt. | מה שאין כן בחינת "רבקה", מכונה בעבודה, שהגוף רואה את כל מה שהשמאל מראה לו, את מצבו האמיתי, שכל האברים שלו הם רשעים, שרק מה שנוגע לאהבה עצמית הוא מבין, מה שאין כן מה שנוגע לתועלת ה', אין הוא מסוגל לעשות שום דבר בדיוק כמו שהשמאל מראה לו. | Rebekka aber meint in der Arbeit, dass der Körper alles sieht, was die Linke ihm zeigt – seinen wahren Zustand – dass alle seine Organe frevlerisch sind, dass er nur das versteht, was die Eigenliebe betrifft, aber in Bezug auf den Nutzen des Schöpfers kann er nichts tun – genauso wie die „Linke“ es ihm zeigt. |
35 | Und das heißt, dass „alle Bewohner der Stadt Frevler waren“. Denn der Körper wird „Stadt“ genannt, wie geschrieben steht (Prediger 9,14): „Eine kleine Stadt, und wenige Menschen darin, und es kam ein großer König gegen sie und fand in ihr einen armen, weisen Mann, und der rettete die Stadt durch seine Weisheit. Und Rebekka, die eine einzige Gerechte war, kam aus allen Bewohnern der Stadt heraus.“ | וזה נקרא ש"כל בני העיר היו רשעים". כי הגוף נקרא עיר, כמו שכתוב (קהלת ט', י"ד), "עיר קטנה, ואנשים בה מעט, ובא אליה מלך גדול, ומצא בה איש מסכן חכם, ומלט הוא את העיר בחכמתו. ורבקה, שהיא צדקת אחת, יוצאת מכל בני העיר". | Das ist die Bedeutung von „alle Bewohner der Stadt waren Frevler“, denn der Körper wird „Stadt“ genannt, wie es geschrieben steht (Prediger 9:14): „Eine kleine Stadt, in der nur wenige Menschen wohnten. Ein großer König kam zu ihr und fand in ihr einen armen, weisen Menschen, der die Stadt mit seiner Weisheit rettete.“ Rebekka, die eine einzige Gerechte war, kam aus von allen Bewohnen der Stadt heraus. |
36 | Und warum steht „kam heraus“? Und er sagt: „Dies zeigt an, dass der Schöpfer sie aus allen Stadtbewohnern herausführte.“ Die Bedeutung ist: Dieser Körper empfand sich als vollkommen, das heißt als gerecht, dadurch, dass der Schöpfer ihm die Wahrheit bekanntgemacht hat. Und darüber freut er sich, und eben dies gilt als Vollkommenheit, dadurch, dass der Schöpfer es ihm bekanntgemacht hat, wie oben. Oder aus dem zweiten oben genannten Grund: dass er über dem Verstand glaubt, dass er Vollkommenheit hat, aus dem Grund, dass er im Glauben an die Weisen seines Lehrers glaubt, dass man über dem Verstand wandeln und sagen muss: „Augen haben sie und sehen nicht.“ | ולמה כתוב "יוצאת". ואומר "זה יורה, שהקב"ה הוציאה מכל אנשי העיר". פירוש, שהגוף הזה היה מרגיש עצמו לשלם, היינו לצדקת, מזה שהקב"ה הודיע לו האמת. ומזה הוא שמח ונחשב זה עצמו לשלימות, בזה שהקב"ה הודיע לו כנ"ל. או מטעם הב' הנ"ל, שהוא מאמין למעלה מהדעת, שיש לו שלימות, מטעם שהוא מאמין באמונת רבו, שצריכים ללכת למעלה מהדעת, ולומר "עינים להם ולא יראו". | Warum heißt es „kam heraus“? Er sagt: „Das deutet darauf hin, dass der Schöpfer sie aus allen Bewohnern der Stadt herausgenommen hat.“ Das bedeutet, dass dieser Körper sich als ganz, das heißt als gerecht empfand, denn der Schöpfer hat ihm die Wahrheit mitgeteilt. Daher ist er froh, und das gilt an sich schon als Vollkommenheit, dass der Schöpfer ihn benachrichtigt hat, oder, aus dem zweiten oben genannten Grund, dass er über dem Verstand glaubt, dass er Vollkommenheit hat, denn er glaubt im Glauben an seinen Lehrer, dass man über den Verstand gehen und sagen muss: „Sie haben Augen und können nicht sehen.“ |
37 | Und in einem Zustand der Vollkommenheit kann man die Ebene „Isaak“ erlangen, die „Seele“ genannt wird. Mit anderen Worten: Die beiden Gegensätze befinden sich in einem Körper, nur zu zwei Zeiten. Und man sagt uns, dass das Wesentliche ist, auf der rechten Linie zu wandeln, nachdem man ein wenig von der linken Linie hat. Und dies ist: „Stets ordne der Mensch das Lob des Schöpfers“, was „rechts“ genannt wird, „und bete danach“, was als links gilt; und danach kehrt er zur Rechten zurück. | ובמצב של שלימות יכולים לזכות לבחינת "יצחק", הנקרא "נשמה". זאת אומרת, שהשני הפכים הם נמצאים בגוף אחד, אלא בב' זמנים. ואומרים לנו, שעיקר הוא ללכת בקו ימין, לאחר שיש לו קצת מקו שמאל. וזהו, "לעולם יסדר אדם שבחו של מקום", שזה נקרא "ימין". "ואח"כ יתפלל", שנבחן לשמאל. ואח"כ חוזר לימין. | In einem Zustand der Vollkommenheit kann man mit dem Zustand von Isaak belohnt werden, der „Seele“ genannt wird. Das bedeutet, dass die beiden Gegensätze in einem Körper, aber in zwei Zeiten sind. Uns wird gesagt, dass es am wichtigsten ist, auf der rechten Linie zu wandeln, sobald er ein bisschen von der linken Linie hat. Das ist die Bedeutung von „Man sollte immer das Lob des Schöpfers aufstellen“, was als „rechts“ bezeichnet wird, „und dann beten“, was als „links“ gilt, und dann kehrt er zur rechten Linie zurück. |
Was sind die Zeiten des Gebets und der Dankbarkeit in der Arbeit?
1990 – Artikel 7
Unsere Weisen sagten (Brachot 32): „Stets ordne der Mensch zuerst das Lob des Schöpfers und bete danach.“ Ebenso sagten sie (Rosh HaShana 35): „Rabbi Elasar sagte: ‚Stets ordne der Mensch zuerst sein Gebet und bete danach.‘“
Man muss den Grund verstehen, warum man zuerst das Lob des Schöpfers ordnen muss. Wenn der Mensch sich in einem Zustand des Mangels befindet und zum Schöpfer beten will, dass Er seinen Mangel stillt, dann braucht er ja Seine Hilfe. Warum muss er also zuerst das Lob des Schöpfers ordnen?
Bei einem König aus Fleisch und Blut lässt sich das verstehen: Zuerst muss man dem König Ehre erweisen, dann sieht der König, dass dieser Mensch zu denen gehört, die ihn lieben, und deshalb wird der König seine Bitte erfüllen. Aber beim Schöpfer – wie ließe sich das so sagen? Braucht der Schöpfer es etwa, dass der Mensch Ihm zeigt, dass er zu denen gehört, die den Schöpfer lieben, und dass Er ihm dann hilft, sonst aber nicht?
Der Schöpfer ist doch barmherzig und gnädig: Auch wenn der Mensch unwürdig ist, hilft der Schöpfer denen, die zu Ihm beten, wie mein Vater und Lehrer, möge das Andenken an den Gerechten gesegnet sein, die einfache Bedeutung dessen erklärte, was wir im Achtzehnbitten-Gebet sagen: „Denn Du erhörst das Gebet eines jeden Mundes.“ Das heißt, es kommt nicht darauf an, welcher Mund da betet, sondern es ist das Gebet eines jeden Mundes; auch wenn dieser Mund unbedeutend ist, erhört der Schöpfer ihn dennoch. Worin liegt also der Sinn, dass man zuerst das Lob des Schöpfers ordnen muss?
Um dies zu erläutern, wollen wir vorausschicken, was im heiligen Sohar steht (Wochenabschnitt „Chaje Sara“, 69, und im Sulam Punkt 224), und dort heißt es: „Komm und sieh: ‚Und es geschah, ehe er zu Ende geredet hatte, siehe, da kam Rebekka heraus.‘ Und er fragt: Es hätte heißen müssen ‚sie kam‘, wie geschrieben steht: ‚Siehe, Rachel, seine Tochter, kommt.‘ Warum steht hier ‚kam heraus‘? Und er sagt: Dies zeigt an, dass der Schöpfer sie aus allen Stadtbewohnern herausführte, die alle Frevler waren, und Rebekka kam heraus und trennte sich von der Gesamtheit der Stadtbewohner, denn sie war gerecht.“
Rashi legt den Vers aus („Chaje Sara“, fünfter Abschnitt): „Vielleicht wird die Frau nicht wandeln.“ Und dort heißt es: „‚Zu mir‘ steht geschrieben. Elieser hatte eine Tochter. Er suchte nach einem Vorwand, damit Abraham ihm sage, sich an ihn zu wenden, um ihm seine Tochter zu vermählen. Abraham sagte zu ihm: ‚Mein Sohn ist gesegnet und du bist verflucht, und ein Verfluchter haftet nicht an einem Gesegneten.‘“
Und man sollte die Angelegenheit von Isaak und Rebekka ebenso wie die Angelegenheit der Tochter Eliesers auf dem Wege der Arbeit auslegen. Im heiligen Sohar („Chaje Sara“, 29, und im Sulam Punkt 94) steht geschrieben, und dort heißt es: „Er sagte zu ihm: Mein Herr möge sagen, wenn er gehört hat, wie die Verfasser der Mischna diesen Abschnitt erklärten, den sie in Bezug auf die Seele auslegten, dass Abraham das Geheimnis der Seele ist und Sara der Körper.“
Und auf diesem Wege ist die Angelegenheit von Isaak und Rebekka auszulegen, wie im heiligen Sohar geschrieben steht („Chaje Sara“, 79, und im Sulam Punkt 249), und dort heißt es: „Rabbi Jehuda sagte: ‚Seine Mutter Sara‘ – das bedeutet: So wie die Gestalt Isaaks der Gestalt Abrahams glich, so war die Gestalt Rebekkas geradezu die Gestalt Saras; und darum steht geschrieben ‚seine Mutter Sara‘.“
Demnach lässt sich auch auslegen, dass Isaak die Seele ist und Rebekka der Körper. In der Ordnung der Arbeit des Menschen, der zur Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer gelangen will, gilt es immer, auf zwei Linien zu wandeln, das sind rechts und links. Die rechte Linie wird Vollkommenheit genannt, das heißt, der Mensch empfindet Befriedigung in der Arbeit. Und dafür gibt er dem Schöpfer Lob und Dank, dafür, dass Er ihn gewürdigt hat, zu den Dienern des Königs zu gehören. Und er sieht, dass er eine Stufe im Spirituellen erreicht hat, die sich bei den übrigen Dienern des Schöpfers nicht findet. Und er erkennt seine Niedrigkeit und weiß nicht, warum der Schöpfer gerade ihn vor den übrigen Menschen erwählt hat, die diese Stufe noch nicht erreicht haben. Und dafür dankt und lobt er den König. Und er kann erfüllen, was geschrieben steht: „Dienet dem Schöpfer mit Freude.“ Und er hat dann nichts, worum er den Schöpfer bitten müsste, dass Er ihm helfe, denn er empfindet keinen Mangel in seinem Zustand.
Wenn der Mensch jedoch danach dazu übergeht, auf der linken Linie zu arbeiten, das heißt, wenn er seinen Zustand, in dem er sich befindet, kritisch prüft, dann sieht er, dass er weder im Verstand (Mocha) noch im Herzen (Liba) in Ordnung ist. Und mehr noch: Er sieht manchmal, wie sehr er in Eigenliebe versunken ist, mehr als gewöhnlich. Und manchmal kommt der Mensch zu einer so großen Niedrigkeit, dass er nicht einmal will, dass der Schöpfer ihm hilft, ihn aus seiner Niedrigkeit herauszuführen. Im Gegenteil, er ist erzürnt darüber, dass er keine Freude und keinen Genuss aus dem körperlichen Leben empfängt. So zeigt sich, dass die Linke ihm manchmal nicht einmal erlaubt, zu beten und den Schöpfer zu bitten. Und wie kann er sich da als vollkommener Mensch fühlen und dem Schöpfer Dank geben?
Doch man muss wissen, dass die eigentliche Arbeit zur Zeit des Aufstiegs geschieht. Denn nur zur Zeit des Aufstiegs ist die Arbeit des Menschen auf zwei Linien möglich: rechts und links. Anders zur Zeit des Abstiegs: Da gilt der Mensch als tot. Und lässt sich denn sagen, dass man mit einem Toten redet, oder dass man von einem Toten etwas verlangt, dass er irgendetwas tue?
Darum muss der Mensch, zu der Zeit, in der er sich im Zustand der Arbeit befindet – denn dann lässt sich sagen –, auf zwei Arten arbeiten: erstens rechts, zweitens links. Die rechte Linie heißt vor allem dies, dass die Vollkommenheit in ihr auf dem Über-dem-Verstand aufgebaut ist. Die linke aber in ihr ist gerade auf der Ebene von Verstand und Vernunft aufgebaut. Das heißt, dann richtet er sich selbst nach dem, was er sieht, wie unsere Weisen sagten: „Ein Richter hat nur das, was seine Augen sehen“ (Bawa Batra 131).
So zeigt sich: Zu der Zeit, in der er sich mit der linken Ebene befasst und die Wahrheit sieht, wie sehr er in Niedrigkeit ist und in Eigenliebe versunken, wie kann er da danach sagen, dass er sich in einem Zustand der Vollkommenheit befindet, und dem Schöpfer großen Dank geben, dafür, dass Er ihm ein so großes Geschenk gegeben hat, dass er sich in der Heiligkeit befindet? Das ist ja das genaue Gegenteil dessen, was er als die Wahrheit sieht. Und wie kann er noch in Freude sein, während er die Wahrheit sieht?
Die Antwort ist auf zweierlei Weise:
Erstens: Wie im Aufsatz von 1943 (Tashag) steht, zum Thema „Glaube an seinen Lehrer“, wo mein Vater und Lehrer, möge das Andenken an den Gerechten gesegnet sein, sagte, dass der Mensch im Glauben an die Weisen wandeln muss, so wie sie es uns geordnet haben. Und dort heißt es, in leicht abgewandelter Form: „Der Schüler muss glauben, wie sein Lehrer es ihm sagt, auf dem Weg der rechten Linie und der Vollkommenheit zu wandeln. Und der Schüler muss es sich so vorstellen, als hätte er bereits vollkommenen Glauben an den Schöpfer erlangt. Und er hat bereits in seinen Gliedern die Empfindung, dass der Schöpfer die ganze Welt auf der Ebene des Guten und Gutes Tuenden führt. Das heißt, dass die ganze Welt von Ihm nur Gutes empfängt. Und obwohl er, wenn er auf sich selbst schaut, sieht, dass er bloß und ohne alles ist, und obwohl er, wenn er auf die Welt schaut, sieht, dass die ganze Welt Leiden erträgt – und jeder leidet nach seiner Stufe –, muss er darüber sagen, wie geschrieben steht: ‚Augen haben sie und sehen nicht.‘ Das heißt, solange der Mensch sich auf der Ebene des ‚sie‘ befindet, dass es für ‚sie‘ zwei Herrschaften gibt, können ‚sie‘ die Wahrheit nicht sehen. Darum muss der Mensch über dem Verstand glauben, dass der Mensch in Vollkommenheit ist und auch die ganze Welt insgesamt.“
So zeigt sich: Auf solche Weise kann und muss er dem Schöpfer Dank geben, dafür, dass Er uns alles Gute gegeben hat. Und das heißt „rechte Linie“, die das genaue Gegenteil der linken Linie ist. Das heißt, auf der linken Linie wandeln wir innerhalb des Verstandes, wie oben gesagt, dass „ein Richter nur das hat, was seine Augen sehen“, nämlich gerade auf der Ebene der Vernunft und nicht über dem Verstand. Anders, wenn man dazu übergeht, auf der rechten Ebene zu arbeiten: Da zeigt sich, dass die Linke die Ursache dafür ist, dass die Rechte auf der Grundlage des Über-dem-Verstand aufgebaut wird.
Und dies ist es, wie unsere Weisen sagten: „Die Linke stößt weg, und die Rechte zieht heran.“ Das heißt, der Zustand der „Linken“ zeigt dem Menschen, wie er weggestoßen und vom Dienst des Schöpfers getrennt wird. Und „die Rechte zieht heran“, was bedeutet, dass sie ihm zeigt, wie er dem Dienst des Schöpfers nahe ist. Das heißt: Zu der Zeit, in der er sich mit der Linken befasst, muss die Linke ihn dazu bringen, einen Zustand des Wegstoßens zu sehen, wie er weggestoßen und von der Arbeit getrennt ist. Und zu der Zeit, in der er sich mit der Rechten befasst, muss er zu einem Zustand gelangen, in dem er sieht, wie er dem Schöpfer nahe ist. Und für die Rechte muss er dem Schöpfer Dank geben, und in der Linken muss er zum Schöpfer beten. Denn nur auf zwei Beinen kann der Mensch im Körperlichen wandeln. Und das stammt aus dem Spirituellen, das zeigt, dass der Mensch auf zwei Linien wandeln muss.
Und was die Vollkommenheit betrifft, gibt es noch eine andere Weise. Das heißt, wenn der Mensch zu einem Zustand kommt, in dem er sieht, dass er bloß und ohne alles ist, weil er zurückbleibt, sowohl auf der Ebene des Verstandes als auch auf der Ebene des Herzens. Das heißt, er sieht, wie sehr er in Eigenliebe versunken ist, und sieht, dass er kein einziges Glied hat, das irgendein Verlangen hätte, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten. Und nun sieht er, wie er zu seinem wahren Zustand gelangt ist, der „Erkenntnis des Bösen“ heißt.
Und er sagt: Dass er nun die Erkenntnis des Bösen sieht, das ist ein Geschenk vom Himmel, dass ihm die Wahrheit offenbart wurde. Andernfalls hätte er sich selbst getäuscht und gedacht, dass er seinen Weg nicht zu ändern braucht, da er gewiss auf dem Weg der Wahrheit wandelt, und er hätte für immer mit seinem Bösen bleiben können. Und nun kam ihm eine Offenbarung vom Himmel, die Wahrheit zu sehen.
Und dies ist es, wie im heiligen Sohar über den Vers „Oder seine Sünde wird ihm bekanntgemacht“ steht. Er legte aus, dass der Schöpfer ihm bekanntgemacht hat, dass er gesündigt hat. Das heißt, dass Er ihm vom Himmel bekanntgemacht hat, dass er gesündigt hat. Mit anderen Worten: Die Erkenntnis des Bösen ist eine Offenbarung von oben. Darum jubelt und freut er sich darüber, dass der Schöpfer Sich um ihn kümmert und ihn leitet und ihm seinen wahren Zustand zeigt. Und daraus empfängt er Vollkommenheit. Das heißt, daraus, dass er die Offenbarung der Wahrheit aus der Hand des Schöpfers erlangt hat: Diese Ebene, auf der er Vollkommenheit empfängt, das heißt, er sagt, dass der Schöpfer ihn heranzieht und ihm die Wahrheit zeigt.
So zeigt sich, dass er jetzt nicht in einem Zustand ist, in dem er sagen würde, dass der Schöpfer ihn aus der Heiligkeit weggestoßen hat, dadurch, dass er das Böse empfindet. Sondern im Gegenteil: Daraus empfindet er, dass der Schöpfer ihn heranzieht. Und das heißt „die Rechte zieht heran“. Und so kann er in einem solchen Zustand, in dem er sieht, wie er ganz und gar böse ist, sich überwinden und Ratschläge ersinnen, wie er aus diesem Bösen herauskomme; darum dankt und lobt er den Schöpfer.
So zeigt sich: Jetzt gilt er als gesegnet. Das heißt, dadurch, dass er sieht, dass er eine Kenntnis von oben über die Erkenntnis des Bösen empfangen hat, und zu der Zeit, in der er dem Schöpfer Dank gibt, gilt er gewiss als „gesegnet“, da er einen Segen vom Schöpfer empfangen hat. Und dann kann er zur Anhaftung an den Schöpfer gelangen, „denn ein Gesegneter haftet an einem Gesegneten.“
Und dies ist auf dem Wege dessen, wie mein Vater und Lehrer, möge das Andenken an den Gerechten gesegnet sein, das auslegte, was unsere Weisen sagten: „Die Welt wurde nur erschaffen entweder für die völligen Frevler oder für die völligen Gerechten“ (Brachot 61). Und er fragte: Was die völligen Gerechten betrifft, das versteht man wohl. Aber was die völligen Frevler betrifft – wie lässt sich das so sagen?
Und er löste es so auf: Da der Mensch, zu der Zeit, in der er von sich selbst weiß, dass er böse ist, gewiss alles tun wird, was in seiner Kraft steht, um Umkehr (Teshuwa) zu tun. Und man sollte seine Worte so auslegen: „für die völligen Gerechten“ – sie erfreuen sich dann an der Welt, dadurch, dass sie das Gute und den Genuss erlangen, der im Verlangen des Schöpfers war zur Zeit der Erschaffung der Welt, da sie bereits Gefäße haben, um das Licht des Schöpfers zu empfangen, mit der Absicht zu geben; denn in diesen Gefäßen offenbart sich das Schöpfungsziel, das „Sein Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ heißt.
Und ebenso, zu der Zeit, in der er bereits die Erkenntnis des Bösen erlangt hat, sind dies Gefäße, dass er einen inneren Drang hat, zu tun, was in seiner Kraft steht, um aus dem Zustand der Bösen herauszukommen. Anders, wenn er das Böse nicht empfindet: Da hat er niemanden, der ihn aufweckt, aus diesem bösen Zustand herauszukommen, da er nicht empfindet, dass es ihm so schlecht geht, dass er tun müsste, was in seiner Kraft steht, um aus diesem Zustand herauszukommen.
So zeigt sich: Dass er zu einem Zustand gelangt ist, in dem er sieht, dass er ganz und gar böse ist, darin liegt bereits ein großer Vorzug. Und der Beweis dafür ist, dass man bereits sagen kann, dass die Welt um seinetwillen erschaffen wurde, wie oben „die Welt wurde nur erschaffen entweder für die völligen Frevler“. Anders, bevor ihm der böse Zustand offenbart wurde: Da hatte er kein Recht, in der Welt zu bestehen, wie oben „dass die Welt nur erschaffen wurde entweder für die völligen Frevler oder für die völligen Gerechten“. So zeigt sich, dass er vor der Erkenntnis des Bösen kein Recht hat, in der Welt zu bestehen.
Demnach zeigt sich: Wenn er zur Erkenntnis des Bösen gelangt ist, gilt er bereits als einer, der einen Halt in der Welt hat. Und von dieser Seite her gilt er als einer, der Vollkommenheit hat, und er kann dem Schöpfer dafür bereits Lob und Dank geben, und er hat bereits eine Verbindung mit dem Schöpfer, und man kann bereits sagen, dass er „gesegnet“ genannt wird, und „ein Gesegneter haftet an einem Gesegneten“, wie oben.
Und dann kann er bestehen, und dann ist die Zeit, in der er in der Stufe aufsteigen kann. Das heißt, dass er all die Gebete, die er über seine Mängel gegeben hat, zur Zeit der Freude empfangen kann, wie oben, wie unsere Weisen sagten: „Die Shechina (göttliche Gegenwart) verweilt nur aus Freude“, wie geschrieben steht: „Und es geschah, als der Spielmann spielte, da kam der Geist des Schöpfers über ihn.“ So zeigt sich, dass die eigentliche Zeit, in der der Mensch das Verweilen der Shechina erlangt, gerade die Zeit der Vollkommenheit ist; denn gerade zur Zeit der Vollkommenheit ist die Zeit, in der er die Ebene seiner Seele empfangen kann.
Und mit dem Gesagten können wir auslegen, was unsere Weisen sagten: „Elieser hatte eine Tochter. Und er wollte, dass sie Isaak zur Frau werde.“ Im wörtlichen Sinn ist das schwer zu verstehen. Die Tochter Eliesers war doch die Tochter eines Tora-Gelehrten (Talmid Chacham), wie unsere Weisen sagten (Joma 28b): „‚Und Abraham sagte zu seinem Knecht, dem Ältesten seines Hauses, der über alles herrschte, was ihm gehörte.‘ Rabbi Elieser sagte: Der über die Tora seines Herrn herrscht, das ist Damaskus-Elieser.“ Und ebenso sagten sie dort: „Elieser, der Knecht Abrahams, war alt und saß im Lehrhaus.“
Dieser Verbindung stimmte Abraham nicht zu und erwiderte ihm: „Ein Verfluchter haftet nicht an einem Gesegneten.“ Anders die Verbindung mit Rebekka, die die Tochter Betuels und Schwester des bösen Laban war. Und von Betuel sagten unsere Weisen, dass er Elieser den Todestrank zu essen geben wollte, damit ihnen das Vermögen bliebe. Das heißt, er war nicht einfach böse, sondern auch ein Mörder, doch Gabriel kam und vertauschte die Schale und gab sie Betuel, und der starb. Auch Rebekka kam aus einer Umgebung von Bösen. Und doch ist diese Verbindung eine würdige Verbindung, wie geschrieben steht: „Und Rebekka kam heraus.“ Das heißt, dass der Schöpfer sie aus allen Stadtbewohnern herausführte, die böse waren; „und Rebekka kam heraus“, denn sie war gerecht. Und im wörtlichen Sinn: Würde man einem Menschen zwei Verbindungen vorschlagen, die eine die Tochter eines Tora-Gelehrten, die andere eine, die aus einem Haus von Bösen und aus einer Stadt von Bösen kommt, so würde er gewiss die Tochter des Tora-Gelehrten wählen.
Und auf der Ebene der Arbeit ist auszulegen, dass der Zustand Eliesers ein Zustand der Linken ist, der die ganze Zeit schrie: „Eli-Eser (mein Gott, hilf), da ich mich unter der Herrschaft des Bösen befinde.“ So zeigt sich, dass dieser Frau – das heißt der Tochter der Linken, die betete, man möge ihr die Ebene Isaaks geben, die „Seele“ genannt wird, zur „Frau“, die der Körper ist, um die Seele zu empfangen – Abraham nicht zustimmte, aus dem Grund, dass zu der Zeit, in der der Mensch sich in der Linken befindet und schreit: „Schöpfer, hilf mir, aus dem Bösen herauszukommen“, sich zeigt, dass dieser Körper auf der Ebene des „Verfluchten“ ist. Und er sagte ihm, dass Isaak, das heißt die Seele, „gesegnet“ ist, und „ein Verfluchter haftet nicht an einem Gesegneten“.
Wie im heiligen Sohar geschrieben steht („Toldot“, Blatt 22, und im Sulam Punkt 49): „Darum, obwohl Elieser ein Tora-Gelehrter war, fühlte er dennoch, dass ihm die Eigenschaft der Wahrheit fehlte. Er wandelte immer auf der Ebene der Linken und hatte immer Einwände, warum der Schöpfer nicht auf seine Stimme hören will, ihm die Ebene der Seele zu geben, denn ‚das Licht in ihr bringt ihn zum Guten zurück.‘“ Und obwohl die Linke „zur Sache spricht“, da alles auf dem Verstand aufgebaut ist, wie oben, dass „ein Richter nur das hat, was seine Augen sehen“, ist er in Wahrheit doch „verflucht“.
Darum sagte Abraham zu ihm: „Ein Verfluchter“ – das heißt, der Körper, zu der Zeit, in der er sich im Zustand des Verfluchten befindet, kann nicht die Ebene des Verweilens der Shechina empfangen, die als die Ebene der persönlichen Seele des Menschen gilt. Denn die Shechina wird „Malchut“ genannt, die die Gesamtheit der Seelen ist, und aus diesem Grund wird Malchut „Versammlung Israels“ (Knesset Israel) genannt. Darum ist der Körper in diesem Zustand nicht tauglich für die Ebene „Isaak“, die „Seele“ genannt wird, wie oben „der Körper wird ‚Frau‘ genannt und die Seele wird ‚Mann‘ genannt“.
Anders ist die Ebene „Rebekka“, die in der Arbeit so verstanden wird, dass der Körper alles sieht, was die Linke ihm zeigt – seinen wahren Zustand –, dass alle seine Glieder böse sind, dass er nur das versteht, was die Eigenliebe betrifft, anders aber das, was den Nutzen des Schöpfers betrifft: Da ist er nicht fähig, irgendetwas zu tun, genau so, wie es ihm die Linke zeigt.
Und das heißt, dass „alle Bewohner der Stadt Frevler waren“. Denn der Körper wird „Stadt“ genannt, wie geschrieben steht (Prediger 9,14): „Eine kleine Stadt, und wenige Menschen darin, und es kam ein großer König gegen sie und fand in ihr einen armen, weisen Mann, und der rettete die Stadt durch seine Weisheit. Und Rebekka, die eine einzige Gerechte war, kam aus allen Bewohnern der Stadt heraus.“
Und warum steht „kam heraus“? Und er sagt: „Dies zeigt an, dass der Schöpfer sie aus allen Stadtbewohnern herausführte.“ Die Bedeutung ist: Dieser Körper empfand sich als vollkommen, das heißt als gerecht, dadurch, dass der Schöpfer ihm die Wahrheit bekanntgemacht hat. Und darüber freut er sich, und eben dies gilt als Vollkommenheit, dadurch, dass der Schöpfer es ihm bekanntgemacht hat, wie oben. Oder aus dem zweiten oben genannten Grund: dass er über dem Verstand glaubt, dass er Vollkommenheit hat, aus dem Grund, dass er im Glauben an die Weisen seines Lehrers glaubt, dass man über dem Verstand wandeln und sagen muss: „Augen haben sie und sehen nicht.“
Und in einem Zustand der Vollkommenheit kann man die Ebene „Isaak“ erlangen, die „Seele“ genannt wird. Mit anderen Worten: Die beiden Gegensätze befinden sich in einem Körper, nur zu zwei Zeiten. Und man sagt uns, dass das Wesentliche ist, auf der rechten Linie zu wandeln, nachdem man ein wenig von der linken Linie hat. Und dies ist: „Stets ordne der Mensch das Lob des Schöpfers“, was „rechts“ genannt wird, „und bete danach“, was als links gilt; und danach kehrt er zur Rechten zurück.
korrigiert (Stilüberarbeitung nach Richtlinie), EY, Claude/Opus 4.8, 24.07.2026, 09:12 Uhr, Ver3