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1989/32 Was bedeutet es, dass Öl in der Arbeit als „gute Taten“ bezeichnet wird?

Im Heiligen Sohar (Balak, Blatt 18, und im Sulam-Kommentar, Punkt 43) steht geschrieben, wörtlich: „‚Der Weise hat seine Augen in seinem Kopf.‘ Er fragt: Wo sonst sind denn die Augen des Menschen? Vielleicht in seinem Körper oder in seinem Arm, dass uns der Weise mehr verkündet hätte als die ganze Welt? Vielmehr haben wir gelernt: Der Mensch soll keine vier Ellen mit unbedecktem Kopf gehen. Was ist der Grund dafür? Es ist, weil die Shechina (göttliche Gegenwart) auf seinem Kopf ruht. Und jeder Weise hat seine Augen und seine Worte in seinem Kopf, das heißt, in jener Reihe. Und sie ruht auf seinem Kopf, sie, die die Shechina ist. Und wenn seine Augen dort sind, in seinem Kopf, der die Shechina ist, dann weiß er, dass jenes Licht, das auf seinem Kopf brennt, Öl braucht, denn der Körper des Menschen ist der Docht, und das Licht brennt oben am Docht. Und König Salomo rief aus und sagte: ‚Und Öl auf deinem Haupt soll nicht fehlen.‘ Denn das Licht in seinem Kopf braucht Öl, und das sind die guten Taten. Und darüber sagt er: ‚Der Weise hat seine Augen in seinem Kopf‘, und nicht an einem anderen Ort.“ So weit seine Worte.

Zu verstehen ist, warum der Mensch, wenn der Schöpfer ihm das Licht des Schöpfers geben will, gute Taten braucht, gleich dem Öl. So viel Öl im Docht ist, in diesem Maß leuchtet die Lampe. Wir sehen ja in der Körperlichkeit, dass der Docht nur in dem Maß leuchten kann, in dem Öl in ihm ist. Doch was hat das mit der Spiritualität zu tun? Warum kann der Schöpfer dem Menschen, wenn ihm gute Taten fehlen, nicht so geben, dass das Licht von ihm nicht aufhört? Dass der Schöpfer dem Menschen Licht gibt, geschieht doch aufgrund des Schöpfungsziels, das darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Warum also ist der Schöpfer darauf angewiesen, dass der Untere Ihm gute Taten gibt?

Um zu verstehen, was wir gefragt haben – wenn es Sein Wille ist, den Geschöpfen Gutes und Genuss zu geben, wozu braucht es dann, dass die Geschöpfe Ihm Öl geben –, lautet die Antwort, wie bekannt: Damit Seine Handlungen vollkommen sind, kam es zu Verbergung und Verhüllung, sodass Seine Vorsehung nicht als offene Vorsehung erkennbar war. Vielmehr offenbart sie sich erst, nachdem die Geschöpfe ihre Gefäße aus dem Verlangen, für sich selbst zu empfangen, korrigieren, sodass sie in der Eigenschaft der Angleichung der Form sind, die „Verlangen zu geben“ genannt wird – wodurch die Scham korrigiert wird, die aus der Gegensätzlichkeit der Form zum Gebenden entsteht.

Demnach ergibt sich: Obwohl es vonseiten des Gebenden keine Unterbrechung der Fülle gibt, sondern wie geschrieben steht „Ich, der Schöpfer, habe Mich nicht geändert“, so wirkt doch vonseiten der Korrektur, die beim ersten Empfänger geschah, der „Malchut de Ejn Sof“ genannt wird, diese Korrektur fort: Solange der Untere nicht fähig ist, alles um des Gebens willen zu empfangen, hört das Licht auf, dem Unteren zu leuchten. Damit also das Licht auf den Kopf des Menschen leuchtet, muss man gute Taten vollbringen, das heißt Handlungen des Gebens, was den Menschen dazu bringt, alles um des Gebens willen zu tun. Dann wird es einen Ort geben, an dem das Licht beständig ruhen kann.

Damit lässt sich auslegen, was geschrieben steht „Der Weise hat seine Augen in seinem Kopf“. Zum Ausdruck „Weiser“ sagte mein Vater und Lehrer: Wer weise sein will, wird bereits weise genannt. Demnach ist es so auszulegen: Wer weise sein will, muss in seinen Kopf schauen, das heißt, er muss glauben, dass die Shechina auf seinem Kopf ist. Aus diesem Grund sagten unsere Weisen: „Es ist verboten, vier Ellen mit unbedecktem Kopf zu gehen.“ Das haben wir so erklärt, dass „der Kopf des Menschen“ den Verstand des Menschen meint, und der Verstand darf nicht unbedeckt sein. Das bedeutet: Man muss Verstand und Erkenntnis bedecken, als hätte man keinen Verstand, und über dem Verstand gehen. Denn gerade über dem Verstand ist man fähig, alles um des Gebens willen zu empfangen. Auf diese Weise kann der Mensch das Verdienst erlangen, zu fühlen, dass die Shechina über seinem Kopf ist, das heißt über dem Verstand, wodurch er zu diesem Fühlen gelangt.

So sagt mein Vater und Lehrer: In der Zeit, in der der Mensch zu dem Fühlen gelangt, dass er sich jetzt in einem Aufstieg befindet, soll er nicht sagen: „Jetzt brauche ich nicht zu glauben, dass Seine Vorsehung gut ist und Gutes tut, denn jetzt fühle ich, dass es so ist.“ Damit tritt er wieder in den Verstand ein und fällt sofort von seiner Stufe herab, weil er die Eigenschaft des Glaubens über dem Verstand beschädigt hat und sagt: „Jetzt muss ich nicht mehr über dem Verstand gehen.“

Das nennt man: Er fällt wieder in die Eigenliebe. Über diese Eigenschaft gab es eine Einschränkung und eine Verhüllung, und folglich zog sich das Licht von ihm zurück, und er blieb in der Finsternis. Darauf zielt sein Wort „wenn seine Augen in seinem Kopf sind“, das heißt, dass er auf die Eigenschaft des Königtums des Himmels schaut, die in seinem Kopf ist, und zwar gerade dann, wenn der Kopf nicht unbedeckt, sondern bedeckt ist, und er über dem Verstand geht. Das nennt man „gute Taten“. Worin besteht diese gute Tat? Darin, dass er seinen Kopf bedeckt, indem er über dem Verstand geht.

Der Körper des Menschen ist also der Docht, der das Licht in seinem Kopf braucht. Und das Licht leuchtet, solange er Öl hat. In dem Augenblick aber, in dem er kein Öl hat, zieht sich das Licht vom Docht zurück. Mit „Öl“ sind, wie gesagt, die guten Taten gemeint. So gilt: „Solange er Öl hinzufügt, brennt die Lampe.“ Gemeint ist: solange er „seinen Kopf bedeckt“, also sein Fühlen bedeckt und diesen Aufstieg – das jetzige Fühlen des Lichts innerhalb des Verstandes – nicht als Stütze annimmt.

Dann hat er nämlich bereits etwas, worauf er sein Königtum des Himmels gründen kann. Damit aber hat er kein „Öl“ mehr, das heißt keine guten Taten, die „über dem Verstand“ genannt werden. Folglich „erlischt der Docht aus Mangel an Öl“. Damit ist beantwortet, was wir gefragt haben: Was bedeutet es, dass Öl als gute Taten bezeichnet wird?

Die Antwort lautet, wie gesagt: Die guten Taten sind wie das Öl im Docht. Sobald das Öl versiegt, hört das Licht auf. Ebenso zieht sich das Licht zurück, sobald die guten Taten aufhören, und sinkt wieder hinab an den Ort der Niedrigkeit.

Mein Vater und Lehrer sagte: In der Zeit, in der er in einen Zustand des Aufstiegs kommt, wenn er also fühlt, es lohne sich, alles um des Gebens willen zu tun, um seinem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, soll er nicht sagen: „Jetzt habe ich bereits eine Grundlage, auf der ich das Königtum des Himmels aufbauen kann, denn jetzt muss ich nicht mehr über dem Verstand gehen.“ Vielmehr soll er sagen: „Jetzt sehe ich, dass ich gerade über dem Verstand gehen muss. Und der Beweis dafür ist, dass mich der Schöpfer gerade dadurch, dass ich über dem Verstand gehe, näher zu Sich bringt und mich liebt.“ Woher weiß ich, dass der Schöpfer mich liebt?

Dazu sagte mein Vater und Lehrer eine Regel: Wenn der Mensch Liebe zum Schöpfer hat, muss er wissen, dass dies daran liegt, dass der Schöpfer ihn liebt, wie geschrieben steht „Der Schöpfer ist dein Schatten“. „Deshalb nehme ich von nun an auf mich, nur über dem Verstand zu gehen, denn auf diese Weise sehe ich, dass mich der Schöpfer näher bringt.“ Er nimmt den Aufstieg also nicht als Grundlage, um danach zu handeln, weil er jetzt ein Fühlen hat und deshalb ein Arbeiter des Schöpfers sein will. Vielmehr nimmt er diesen Aufstieg als Beweis dafür, dass der Weg des Schöpfers gerade über dem Verstand verläuft, und er wird sich von heute an bemühen, nur über dem Verstand zu gehen.

Damit verstehen wir, was der Heilige Sohar sagt (Balak, Blatt 28, und im Sulam-Kommentar, Punkt 71), wörtlich: „‚Und es soll geschehen, wenn ihr von dem Brot des Landes esst, so sollt ihr dem Schöpfer eine Hebe darbringen.‘ Dies wurde über die Garbe des Schwingopfers (Tnufa) gesagt. Was ist ‚Schwingen‘? Wenn es deshalb ‚Schwingen‘ wäre, weil der Priester sie nach oben schwingt – was geht uns das an, ob er nach oben schwingt oder nach unten? ‚Schwingen‘ (Tnufa), das wir genannt haben, bedeutet ‚gebt einen Mund‘ (Tnu-Pe), denn das sind dieselben Buchstaben wie Tnufa. Und das Geheimnis davon ist: ‚Gebt dem Schöpfer, eurem Gott, die Ehre‘, denn der Mund ist die Ehre, das heißt Malchut, die Ehre genannt wird, die man dem Schöpfer geben muss. Und deshalb müssen wir sie nach oben erheben, denn es gibt kein Lob für den oberen König, Seir Anpin, außer wenn Israel diese Ehre, die Malchut ist, korrigiert und sie dem König der Ehre gibt. Und das ist ‚gebt einen Mund‘ (Tnu-Pe), gebt Ehre. Und das ist gewiss ein Erheben, das heißt, Malchut zu Seir Anpin zu erheben.“

Das Schwingopfer deutet also auf die Arbeit hin. Obwohl nämlich der einfache Sinn des Verses der ist, dass man die Garbe erheben muss, wie geschrieben steht „die Garbe des Schwingopfers“, so fragt doch der Heilige Sohar: Was will uns das in der Arbeit lehren? Dazu legt er aus, dass wir Malchut zum Schöpfer erheben müssen, denn „Mund“ wird Malchut genannt und „Mund“ wird Ehre genannt, wie geschrieben steht „Gebt dem Schöpfer, eurem Gott, die Ehre“, dass wir den Mund, der Malchut ist, dem Schöpfer geben müssen.

Zu verstehen ist, was es bedeutet, dass man Malchut dem Schöpfer geben muss. Und ebenso, was es bedeutet, dass man dem Schöpfer einen Mund, das heißt Ehre, gibt. Vielmehr, wenn wir von der Erfüllung von Tora und Mizwot im Einzelnen sprechen, das heißt, um dadurch zur Anhaftung an den Schöpfer zu gelangen, die die Angleichung der Form ist – nämlich auf den eigenen Nutzen zu verzichten und nur das zu tun, was zum Nutzen des Schöpfers ist –, wird diese Arbeit „Shechina im Staub“ (Shechinta beAfra) oder „Shechina im Exil“ (Shechinta beGaluta) genannt.

Das heißt, in der Zeit, in der der Mensch zu seinem eigenen Nutzen arbeitet, das heißt, um Lohn als Gegenleistung für seine Arbeit zu empfangen, dann hat der Mensch Brennstoff für die Arbeit, weil er auf den Lohn schaut. Anders ist es, wenn der Mensch arbeiten will, ohne eine Belohnung zu empfangen. Dann fragt der Körper: „Was soll euch diese Arbeit?“ Deshalb hat diese Arbeit für ihn dann den Geschmack von Staub. Und obwohl er sich überwindet und Tora und Mizwot erfüllt, arbeitet er doch mit großer Mühe, weil der Körper keine Freude daran hat.

Umgekehrt gilt: Wenn der Mensch zum Körper sagt: „Wenn du mich fragst, wozu ich Tora und Mizwot erfülle“, muss der Mensch sagen: „Weil ich bis jetzt für dich gearbeitet habe. Und jetzt bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass man zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss. Und da ich nicht kämpfen kann, weil du stärker bist als ich, wie geschrieben steht ‚und Er erlöste ihn aus der Hand dessen, der stärker war als er‘, deshalb will ich Tora und Mizwot erfüllen, und ich glaube den Weisen, die sagten ‚das Licht darin bringt ihn zum Guten zurück‘, dass ich dich durch das Erfüllen von Tora und Mizwot überwinden kann. Deshalb bitte ich dich: Störe mich nicht, denn sonst kann ich dich nicht annullieren.“

Was aber antwortet ihm der Körper darauf? Es ist ja die Regel bekannt „Wer kommt, um dich zu töten, dem komme zuvor und töte ihn.“ Es versteht sich von selbst, dass der Körper tut, was in seiner Macht steht: Er bringt ihm so viele böse Gedanken, dass der Mensch ihn nicht mehr überwinden kann. Dann sieht der Mensch, dass er aus eigener Kraft nicht überwindet. Was also muss er tun? Es bleibt ihm kein anderer Rat, als den Weisen zu glauben, die sagten „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man.“ Das heißt, er muss dann zum Schöpfer beten, dass Er ihm Hilfe von oben gibt, damit er die Kraft hat, seinen Körper zu besiegen.

Worum also muss der Mensch bitten, damit ihm der Schöpfer hilft? Es liegt nicht in seiner Hand, das Böse in ihm zu besiegen, das „Verlangen, zum eigenen Nutzen zu empfangen“ genannt wird, und zwar wegen der „Shechina im Staub“. Denn in der Natur gilt die Regel, dass sich das Kleine vor dem Großen annulliert wie eine Kerze vor einer Fackel. Deshalb ist der Mensch nicht fähig, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten, weil der König in seinen Augen nicht wichtig ist. Das nennt man „Shechina im Staub“.

Er bittet den Schöpfer also, die Shechina aus dem Staub zu erheben. Das heißt, dass die Shechina „Königtum des Himmels“ genannt wird, die keinen Wert und keine Wichtigkeit hat, sondern nur wie Staub ist. So sagt man im Tischgebet „Der Barmherzige, Er möge uns die gefallene Hütte Davids aufrichten“, wobei die „Hütte Davids“ das Königtum des Himmels bedeutet, das im Staub wohnt. Und wir bitten den Schöpfer, dass Er Malchut aufrichtet, das heißt, dass wir ihre Wichtigkeit sehen können und sie nicht so ist, wie sie uns vor Augen erscheint, dass sie im Staub liegt, und dass es deshalb nicht in unserer Macht steht, das Böse in uns zu annullieren.

Anders wäre es, wenn die Ehre des Himmels offenbart wäre: Dann würde sich der Körper annullieren wie eine Kerze vor einer Fackel. Darum sagen wir im Mussaf-Gebet (Ergänzungsgebet): „Und wegen unserer Sünden wurden wir aus unserem Land verbannt und haben uns von unserem Boden entfernt“, was bedeutet, dass wir uns wegen der Sünden, die „Gefäße des Empfangens“ genannt werden, „von unserem Boden entfernt“ haben. „Boden“ (Adama) bedeutet, vom Ausdruck „Adame laElion“ (Ich gleiche dem Höheren) her, das heißt, dem Höheren ähnlich, dass auch der Untere in der Eigenschaft des Verlangens zu geben sein will, wie der Höhere. Und er hat sich davon entfernt, weil er nur für sich selbst empfangen will. Deshalb bitten wir den Schöpfer: „Unser Vater, unser König, offenbare uns bald die Ehre Deines Königreichs.“ Wenn nämlich der Schöpfer uns Seine Ehre offenbart, also die Shechina aus dem Staub erhebt und Malchut in Ehre steht, dann haben wir die Möglichkeit, unser „Verlangen zu empfangen“ zu annullieren, aufgrund der Regel, dass „sich das Kleine vor dem Großen annulliert“.

Doch hier erhebt sich die Frage: Wozu müssen wir den Schöpfer bitten, dass Er Malchut aus dem Staub erhebt? Warum zeigt Er nicht selbst die Wichtigkeit von Malchut, sondern hat es so eingerichtet, dass sie uns in unseren Augen so erscheint, als läge sie im Staub?

Die Antwort lautet wie zuvor: Wäre die Ehre von Malchut offenbart, dann hätten wir keinen Raum, eine Wahl zu treffen, sondern alles würde in die Gefäße des Empfangens eintreten, und es gäbe keinerlei Möglichkeit, aus der Herrschaft des Verlangens, für sich selbst zu empfangen, herauszukommen. Anders ist es, wenn es eine Verbergung über das Königtum des Himmels gibt und man das Joch des Königtums des Himmels über dem Verstand auf sich nehmen muss. Dann verwurzelt sich im Menschen, dass es verboten ist, Fülle in Gefäße des Empfangens zu empfangen. So beginnt der Mensch zu arbeiten, ohne Lohn zu empfangen, sondern um der Ehre des Königs willen. Darum bittet er den Schöpfer, dass Er Sich nicht vor den Unteren verbirgt, sondern „offenbare uns die Ehre Deines Königreichs“, damit wir die Kraft haben, uns selbst zu annullieren, und nur um der Ehre des Königs willen arbeiten können.

Damit verstehen wir das „Schwingen“ (Tnufa), von dem er sagt, dass es „gebt einen Mund“ (Tnu-Pe) bedeutet. Das ist so auszulegen: Was bedeutet es, dass die Geschöpfe dem Schöpfer einen Mund geben müssen, der Malchut ist? Die Absicht ist, dass die Unteren das Königtum des Himmels auf sich nehmen müssen. Das heißt: Man muss Malchut erheben, die im Staub liegt, und sagen, dass sie nicht niedrig ist und nicht im Staub liegt, sondern dass ihr Ort im Himmel ist. Das nennt man „Königtum des Himmels“: dass man sie aus dem Staub erhebt und sie zurück an ihren Ort setzt, der ihr wichtiger Ort ist, das heißt im Himmel. Dann wird Malchut „Mund“ genannt.

Darauf zielt sein Wort „Gebt dem Schöpfer, eurem Gott, die Ehre, denn der Mund ist die Ehre, denn es gibt kein Lob für den oberen König, außer wenn Israel diese Ehre, die Malchut ist, korrigiert und sie dem König der Ehre gibt“.

Auszulegen ist das wie zuvor: Unsere ganze Arbeit besteht darin, dass wir alle Handlungen, die wir tun, darauf ausrichten, „die Shechina aus dem Staub zu erheben“ (leAkma Shechinta meAfra). Das heißt, Malchut zu erheben: Wir nehmen das Königtum des Himmels auf uns, sodass es geehrt ist, erkennen seinen Wert und sehen, dass es sich lohnt, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten und nicht zum eigenen Nutzen.

Doch diese Arbeit ist schwer, weil sie gegen die Natur geht. Deshalb bringt sie uns viele Aufstiege und Abstiege, bis der Mensch manchmal zur Verzweiflung gelangt und sagt, dass diese Arbeit nichts für ihn ist, und vom Kampffeld fliehen will, weil er keinen Fortschritt in der Arbeit sieht. Und nicht nur das, sondern er sieht, dass er rückwärts gegangen ist und nicht vorwärts. Das heißt, er sieht, dass er jetzt tiefer in der Eigenliebe versunken ist, während er, bevor er die Arbeit des Gebens begann, nicht so grob war.

Er sieht jetzt also, dass er mehr Böses hat. Dann stellt sich in Wahrheit die Frage: Was ist die Wahrheit? War all die Mühe, die er auf die Arbeit verwendet hat, um zur Liebe des Schöpfers zu gelangen, vergeblich und ohne jeden Nutzen? Doch nach der Regel, die die Weisen sagten „Stets sehe der Mensch sich selbst zur Hälfte schuldig und zur Hälfte unschuldig; tut er eine einzige Mizwa, wohl ihm, denn er hat sich auf die Waagschale des Verdienstes geneigt“ – wenn dem so ist, stellt sich die Frage: Nachdem er sich auf die Waagschale des Verdienstes geneigt hat, wie kann er sich jetzt zur Hälfte schuldig und zur Hälfte unschuldig sehen? Er ist doch jetzt größtenteils unschuldig.

Vielmehr lässt sich nach dem auflösen, was die Weisen sagten (Sukka 52): „Wer größer ist als sein Nächster, dessen Trieb ist größer als der seine.“ Und warum gibt man ihm einen größeren bösen Trieb? Die Antwort: Jedes Mal, wenn der Mensch ein Böses bezwingt und das Böse in die Heiligkeit eingeht, gibt man ihm eine größere Portion an Bösem, damit er sie korrigiert. Nachdem er das vorherige Böse bezwungen hat, gibt man ihm nun von Neuem Böses, in größerem Maß. Das heißt: Nach der Größe des Guten gibt man ihm so das Maß des Bösen. Nach der Regel „Wer größer ist als sein Nächster, dessen Trieb ist größer als der seine“ halten sich das Gute und das Böse also immer die Waage. Demnach lässt sich das Böse nur in dem Maß erkennen, in dem der Mensch Gutes erlangt hat; in diesem Maß offenbart sich ihm das Böse.

Wer also nur wenig Gutes hat, hat folglich auch nur ein wenig Böses, denn sonst wäre er nicht im Gleichgewicht, und es läge nicht in seiner Hand, eine Wahl zu treffen, weil das Böse mehr wäre als das Gute. Deshalb offenbart man dem Menschen das Böse in seinem Inneren nur nach dem Guten, das er hat. So befindet sich der Mensch immer in einem Zustand, in dem er zur Hälfte gut und zur Hälfte böse ist.

Durch Abstiege und Aufstiege wird das Böse also nach und nach korrigiert. Der Mensch muss sich immer daran erinnern und daran glauben, was die Weisen sagten „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man.“ Doch der Mensch muss eine Erweckung von unten (Itaruta deLetata) geben, und dann erlangt er das Verdienst des „Mundes der Heiligkeit“ (Pe deKedusha), wovon es heißt: „gebt einen Mund, gebt dem Schöpfer, eurem Gott, die Ehre“.

korrOp, EY, 30.07.2026, 04:30 Uhr, Ver4