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1989/38 Was sind Richter und Polizisten in der Arbeit?

Es steht geschrieben: „Richter und Polizisten sollst du dir setzen in allen deinen Toren“ (5. Mose 16,18). Es gilt zu verstehen, was in der Arbeit „Richter“ und was „Polizisten“ sind. Ebenso gilt es zu verstehen, was in der Arbeit „in allen deinen Toren“ bedeutet. Und auch ist zu verstehen, was geschrieben steht: „du sollst dir keine Ashera pflanzen, keinen Baum neben dem Altar“ (vgl. 5. Mose 16,21) [Anm. d. Übers.: die Ashera ist ein Kultpfahl bzw. Baum der Götzenanbetung]. Und unsere Weisen deuteten: „Jeder, der einen ungeeigneten Richter einsetzt, ist, als pflanzte er eine Ashera in Israel.“ Auch dies gilt es zu verstehen: was in der Arbeit ein „ungeeigneter Richter“ ist und weshalb das Verbot so schwer wiegt, dass es ist, als pflanzte man eine Ashera.

Im Materiellen sehen wir, dass es ein Gericht gibt, und dort herrscht eine Ordnung: Jeder behauptet, das Recht ist auf seiner Seite. Die Richter fällen das Urteil und sagen, wer im Recht ist. Doch selbst wenn die Richter bereits gesagt haben, wer im Recht ist, so ist dies nur als Möglichkeit. Wir kennen das Recht; aber wer in seinem Urteil schuldig gesprochen wurde, will nicht auf die Stimme des Rechts der Richter hören. Dann ist die Ordnung so, dass man das Urteil der Polizei übergibt, und die Polizisten führen das Urteil aus der Möglichkeit in die Wirklichkeit. Das bedeutet: Die Polizisten setzen sich gegen die verurteilte Partei durch und vollstrecken das Urteil gegen ihren Willen. Doch solange er keine gerichtliche Vollstreckungsanordnung hat, sagt der Mensch, die Richter sind in Ordnung, er aber ist nicht in der Lage, das Urteil zu erfüllen – obwohl er das Urteil nicht bestreitet.

Die Ordnung ist dabei so: Wenn die Polizisten kommen, um das Urteil zu vollstrecken, gibt es keinen Raum, mit ihnen zu streiten, denn die Polizisten sind nur Boten des Gerichts. Deshalb gibt es keinen Raum, mit den Polizisten zu streiten; nur im Gericht ist der Ort, zu streiten und alles zu sagen, was einem auf dem Herzen liegt. Und wer dennoch streiten will – über den lachen die Polizisten und sagen: Schade um deine Worte, wir müssen erfüllen, was die Richter gesagt haben.

Dasselbe gilt in der Arbeit. Wenn der Mensch den Weg der Wahrheit gehen will, dann beginnt der Krieg zwischen dem guten Trieb und dem bösen Trieb (Jezer haRa). Und jeder behauptet: „Er gehört ganz mir.“ Das heißt: Der böse Trieb behauptet, der ganze Körper gehört ihm – der Körper muss also nur zum eigenen Nutzen arbeiten. Der gute Trieb behauptet, der ganze Körper muss nur zum Nutzen des Schöpfers arbeiten. Und was tut man, wenn zwei Parteien miteinander streiten? Man geht zum Richter, damit er sein Urteil fällt und sagt, wem der Körper gehört – für wen er also arbeiten soll.

Dieser Richter nun, der im Herzen des Menschen ist und auf dessen Stimme der Mensch hören will, soll sagen, wem der Körper gehört – dieser Richter muss ein geeigneter Richter sein. Aber woher wissen wir, ob dieser Richter ein geeigneter Richter ist? Das hängt allein von der Größe des Richters ab. Wir müssen also sehen, wie sehr der Richter die Größe und die Wichtigkeit der Arbeit erfasst. Also: ob wir einem großen König oder einem kleinen König dienen.

Erklärung: Ein „geeigneter Richter“ wird er genannt, wenn er versteht und sich selbst vorstellt, dass der König, für den wir arbeiten sollen, ein großer und wichtiger König ist – sodass es sich lohnt, auf alle Genüsse zu verzichten, die der Mensch aus tierischen Begierden genießen kann. Und er versteht, dass der Genuss, dem König zu dienen, so wichtig ist, wichtiger als alle Genüsse dieser Welt. Und dass es sich zu verzichten lohnt, kann er nur dann sagen, wenn der Richter die Größe des Schöpfers weiß und erlangt hat.

Oder es kann auf andere Weise sein, das heißt, wenn er Vertrauen in die Weisen (Emunat Chachamim) hat, die uns gesagt haben, dass man an die Größe des Schöpfers über dem Verstand glauben muss. Das heißt: Obwohl er noch innerhalb des Verstandes ist und noch nicht gewürdigt wurde, die Größe des Schöpfers zu sehen, sondern im Gegenteil – jedes Mal, wenn der Mensch das Joch des Königtums des Himmels über dem Verstand auf sich nehmen will, widersetzt er sich. Und was kann der Mensch dann tun, wenn der Körper, das heißt der Richter, der im Herzen des Menschen ist, sich von allem, was der Mensch ihm sagt, nicht beeindrucken lässt? Und obwohl er hört und dem Menschen nicht sagt, dieser redet nicht zur Sache, gleicht es doch dem, was geschrieben steht: „Wie eine taube Otter, die nicht auf die Stimme der Beschwörer hört“ (Ps 58,5–6).

Zuallererst muss er sich sagen: Dass er zu dem Schluss gelangt ist, der Körper wolle nicht auf die Stimme des Richters hören, es lohne sich, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten – das ist etwas Natürliches. Denn von Natur aus wird der Mensch mit dem Verlangen geboren, für sich selbst zu empfangen. Obwohl der Richter also gesagt hat, es lohnt sich, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten, versteht der Körper dies einfach nicht: Wie soll man etwas tun, woran man keinen Genuss hat? Und der Richter sagt ihm, der Mensch muss zu einer Stufe gelangen, auf der all seine Sorgen darum kreisen, dass der Schöpfer Genuss hat. Und obwohl der Richter ihm Beweise aus der Tora bringt, wo geschrieben steht, dass sie sagten: „Gesegnet sei unser Gott, der uns zu Seiner Ehre erschaffen hat“ und „Alles hat der Schöpfer um Seinetwillen gewirkt“ (Spr 16,4), bleibt der Körper bei dem Seinen und sagt: Ich sehe, dass ich etwas tun soll, das gegen Erkenntnis und Verstand ist. Deshalb gibt es in diesem Zustand zwei Möglichkeiten:

a. Dass ich nicht auf deine Worte hören will, selbst wenn das Recht auf deiner Seite ist. Deshalb behauptet der Körper: Ich werde deinen Befehl nicht erfüllen.

b. Dass er manchmal sagt: Es stimmt, ich will auf deine Stimme hören, aber ich kann nicht; denn jede Sache, die ich nicht der Natur gemäß tue, lässt mich Leiden erfahren, und ich kann nicht so große Leiden ertragen – denn zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten ist geradezu der Wesenszug des Todes, und wie kann ich mich selbst töten?

Deshalb muss der Mensch die Handlungen auf dem Weg des Zwanges vollbringen. Das bedeutet: Der Mensch muss glauben, was unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man.“ Der Mensch muss also zu seinem Körper sagen: Es stimmt, was du sagst, dass du nicht in der Lage bist, Handlungen zu vollbringen, die gegen die Natur sind. Aber man muss wissen, dass die Hauptsache an den Handlungen die Absicht ist; das heißt, die Absicht muss sein, dass die Handlung, die er vollbringt, dem Nutzen des Schöpfers dient.

Obwohl der Körper dies, wie bereits erklärt, nicht verstehen kann, weil es gegen die Natur ist, also gegen Verstand und Erkenntnis, tut er es doch allein aus der Kraft des Glaubens und nicht aus dem Grund des Verstandes. Eben deshalb wird es „Handlung“ genannt. Und wenn der Mensch Tora und Mizwot im Wesenszug der Handlung und nicht im Wesenszug des Verstandes erfüllen will, und wenn der Mensch zur Wahrheit gelangen will, dann muss er in dem Augenblick, in dem er in die Wirklichkeit umsetzen will, was die Richter gesagt haben – dass man zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss –, sagen, dass dies der Wesenszug der „Polizisten“ genannt wird. Und bei den Polizisten sehen wir, dass es nichts gibt, worüber man mit ihnen streiten könnte; mit den Polizisten gibt es keinerlei Streitgespräche. Das heißt, die Polizisten hören nicht auf das, was man ihnen sagt.

So ist es im Spirituellen. Der Mensch darf nicht mit dem Körper streiten, während er über dem Verstand geht. Und der Mensch muss zum Körper sagen: Uns ist nicht wichtig, ob du im Recht bist oder nicht. Denn es kann sein, dass der Körper zu hundert Prozent im Recht ist, aber die Polizisten handeln nach dem Befehl des Richters. Der Mensch muss nur zum Schöpfer beten, dass Er den Polizisten Kraft gibt, damit sie sich gegen den Angeklagten durchsetzen können. Und im Spirituellen ist die Bedeutung: Der Mensch muss zum Schöpfer beten, dass Er seiner Kraft der Überwindung Kraft und Stärke gibt, damit er den Körper überwinden kann und es in seiner Hand liegt, in die Wirklichkeit umzusetzen, was die Richter gesagt haben.

Damit verstehen wir, was wir gefragt haben: was „Richter und Polizisten“ in der Arbeit sind. Es verhält sich wie beschrieben: Man muss Richter einsetzen, die sagen, wem der Körper gehört. Das heißt: Wenn dieser Körper arbeitet, wer gewinnt aus seiner Arbeit? Ist der Gewinn zum eigenen Nutzen oder zum Nutzen des Schöpfers? Und danach braucht er die Kraft der Überwindung, um das Urteil der Richter in die Wirklichkeit umzusetzen. Und die Kraft der Überwindung wird „Polizisten“ genannt. Und dies muss „in allen deinen Toren“ sein.

Wir haben gefragt, was „in allen deinen Toren“ bedeutet. Dem einfachen Sinn nach heißt es, dass man in jedem einzelnen Tor Richter und Polizisten setzen muss. Und man kann „deine Tore“ so deuten, wie der heilige Sohar über den Vers „Bekannt in den Toren ist ihr Gatte“ (Spr 31,23) sagt, dass er „in den Toren“ deutet als „jeder Einzelne gemäß dem, was er in seinem Herzen ermisst“. Das heißt: in jedem einzelnen Maß, in dem der Mensch in seinem Herzen die Größe und Erhabenheit des Schöpfers ermisst, muss der Mensch dort „Richter und Polizisten“ setzen, damit er alles aus der Möglichkeit in die Wirklichkeit bringen kann.

Mit dem Gesagten verstehen wir, was wir gefragt haben: was die Deutung von „du sollst dir keine Ashera pflanzen, keinen Baum neben dem Altar“ ist, worüber unsere Weisen deuteten: „Jeder, der einen ungeeigneten Richter einsetzt, ist, als pflanzte er eine Ashera in Israel.“ Und wir haben gefragt, was das so schwere Verbot ist, dass es ist, als pflanzte er Götzendienst in Israel. Und nach dem oben Gesagten: Da in der Arbeit jeder Mensch eine kleine Welt ist, ergibt sich, dass zur Zeit, da ein Streit zwischen dem bösen Trieb und dem guten Trieb herrscht, jeder behauptet: „Er gehört ganz mir.“ Das heißt, der Körper gehört ihm. Der böse Trieb behauptet, der Körper muss nicht zum Nutzen des Schöpfers arbeiten, sondern zum eigenen Nutzen, denn zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten ist uns eine fremde Arbeit. Und da wir auf die Stimme des guten Triebes hören müssen, der sagt, dass der Körper zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss, ergibt sich: Wenn der Mensch einen ungeeigneten Richter einsetzt – also einen, der nicht zu sagen weiß, dass man zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss, sondern sagt, dass man zum Nutzen des Körpers arbeiten muss –, so pflanzt er Götzendienst in Israel; denn der Richter versteht nicht, dass man zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss, sondern versteht, dass man zum Nutzen des Körpers arbeiten muss, was uns eine fremde Arbeit ist.

Deshalb ist das Verbot des „ungeeigneten Richters“ so groß. Denn der Richter sagt ihm, er soll Götzendienst verrichten, der „Ashera“ genannt wird. Deshalb muss der Mensch, wenn er wissen will, was zu tun ist, und sich auf den Richter im Menschen verlassen will, zuerst prüfen, ob dieser Richter ein wahrhaft wahres Urteil fällen kann – das heißt, ob er ihm sagt, den Weg der Wahrheit zu gehen, also zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten.

Nach dem Gesagten lässt sich deuten, was unsere Weisen sagten (Tanchuma 8): „Jeder, der ein wahrhaft wahres Urteil fällt, wird des Lebens der kommenden Welt gewürdigt.“ Daraus geht hervor, dass es für den, der des Lebens der kommenden Welt gewürdigt werden will, einen sehr leichten Weg gibt und er sich nicht so sehr in Tora und Arbeit abmühen muss. Bemüht er sich vielmehr, ein wahrhaft wahres Urteil zu fällen, so wird er der kommenden Welt gewürdigt. Und nach dem Gesagten wird in der Ordnung der Arbeit „der Richter“ derjenige genannt, der das Urteil fällt, wem der Körper gehört – ob der Körper zum Nutzen des Schöpfers oder zum eigenen Nutzen arbeiten soll.

Es ergibt sich: Dieser Richter, den der Mensch in seinem Herzen einsetzt, damit er das Urteil fällt, wem der Körper gehört – das heißt, zu wessen Wohl er arbeiten soll, ob zum Nutzen des Schöpfers oder zum eigenen Nutzen und nicht um des Schöpfers willen –, wenn er ein ungeeigneter Richter ist, also die Größe des Schöpfers nicht einzuschätzen weiß und noch mit dem Verlangen, für sich selbst zu empfangen, bestochen ist. Und der Mensch sagt: Ich werde hören, was der Richter entscheidet und sagt, zu wessen Wohl der Mensch arbeiten soll. Damit ist dieser Richter so, als pflanzte er eine Ashera, das heißt Götzendienst.

Das heißt: Dieser Richter, auf dessen Stimme der Mensch hören will, sagt ihm, es lohnt sich nicht, für den Schöpfer zu arbeiten. Hört er also auf die Stimme dieses Richters, so ist er gezwungen, Götzendienst zu verrichten, statt um des Schöpfers willen zu arbeiten.

Das ist es, was unsere Weisen sagten: „Wer einen ungeeigneten Richter einsetzt, ist, als pflanzte er eine Ashera.“ Und wir haben gefragt, was die Schwere der Sache ist, dass es, wenn der Richter ungeeignet ist, so ist, als verrichtete man Götzendienst. Die Andeutung ist: Im Wesenszug der Arbeit ist es geradezu Götzendienst, denn er sagt ihm, man muss nicht für den Schöpfer arbeiten. Und das, was er sagt: „als pflanzte er eine Ashera in Israel“ – weil jeder Mensch den Wesenszug „Israel“ haben muss, das bekanntlich der Wesenszug Jashar-El (gerade zu Gott) ist, das heißt: „dass all deine Handlungen um des Himmels willen seien“. Und der ungeeignete Richter sagt, es lohnt sich eher, zum eigenen Nutzen zu arbeiten, und das wird „Götzendienst“ genannt.

Damit verstehen wir, was wir gefragt haben zu dem, was unsere Weisen sagten: „Jeder, der ein wahrhaft wahres Urteil fällt, wird des Lebens der kommenden Welt gewürdigt.“ Wenn dem so ist, warum müssen wir uns so sehr abmühen und uns anstrengen, damit wir des Lebens der kommenden Welt gewürdigt werden? Es gibt doch einen leichteren Rat, nämlich dass er sich bemüht, ein wahrhaft wahres Urteil zu fällen, und dadurch des Lebens der kommenden Welt gewürdigt wird.

Auf dem Weg der Arbeit ist die Deutung die zuvor genannte: dass es eine Sache der „Wahrheit“ und eine Sache der „wahrhaften Wahrheit“ gibt.

„Wahrheit“ wird es genannt, wenn der Richter in seinem Herzen ihm sagt, dass man Tora und Mizwot erfüllen muss – jedoch in der Absicht, Lohn zu empfangen. Das heißt: Die Tora und Mizwot, die er tut, geschehen um des Lohnes und der Strafe des eigenen Nutzens willen. Einerseits wird dies also „Wahrheit“ genannt, wie der Rambam sagt; er schreibt wörtlich: „Und deshalb lehrt man, wenn man die Kinder, die Frauen und die breite Masse der Unkundigen unterweist, sie nur, aus Furcht zu dienen und um Lohn zu empfangen, bis sie sich größere Weisheit aneignen; dann offenbart man ihnen dieses Geheimnis nach und nach“ (Rambam, Hilchot Teshuwa, Kapitel 10).

Dies wird genannt, dass „der Richter ein Urteil der Wahrheit fällt“.

Der Ausdruck „wahrhafte Wahrheit“ bedeutet, dass der Richter ihm sagt, dass man zum Nutzen des Schöpfers und nicht zum eigenen Nutzen arbeiten muss. Das wird „wahrhafte Wahrheit“ genannt, das heißt, die Handlung ist wahr und auch die Absicht ist wahr. Und das wird „wahrhafte Wahrheit“ genannt.

Aber man muss deuten, worauf die Andeutung „wahrhafte Wahrheit“ hinweist: Wahrheit ist das, was alle als Wahrheit anerkennen, und nicht bloß das, was einer für wahr erklärt. Dies kann man verstehen auf dem Weg dessen, was in Talmud Esser haSefirot geschrieben steht (Teil 13, Blatt 1, 1419), denn dort deutet er die siebte Korrektur der dreizehn Eigenschaften, die da sind:

a. El, b. Erbarmer (Rachum), c. Gnädiger (Chanun), d. Langmütig (Erech), e. Geduldig (Apajim), f. und reich an Gnade (we-raw Chessed), g. und Wahrheit (we-Emet).

Dort deutet er, was „und Wahrheit“ ist, und schreibt wörtlich: „Und deshalb wird bei ihm diese Korrektur mit dem Namen ‚und Wahrheit‘ bezeichnet; denn durch das Offenbarwerden der zwei heiligen Äpfel unten offenbart sich da die Wahrhaftigkeit Seiner Vorsehung, Er sei gesegnet, gegenüber den Unteren. Deshalb wird das Offenbarwerden Seiner Vorsehung mit dem Namen ‚und Wahrheit‘ bezeichnet, denn sie ist die Wahrhaftigkeit Seines Willens, Er sei gesegnet. Denn alle Arten von Verhüllungen, die sich in den Welten finden, kommen nur, um diese Wahrhaftigkeit Seiner Vorsehung zu offenbaren, die darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, wie bekannt. Und deshalb wird diese Korrektur in Seir Anpin ‚und Wahrheit‘ genannt.“

Mit dem Gesagten verstehen wir, dass dies die Deutung ist von „Jeder, der ein wahrhaft wahres Urteil fällt, wird des Lebens der kommenden Welt gewürdigt“: das heißt, dass dann alle Völker der Welt, die in seinem Körper sind, die Wahrheit sehen – dass sie nämlich des Guten und des Genusses gewürdigt werden, die im Willen des Schöpfers liegen, der Sein Wille ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und das wird „wahrhafte Wahrheit“ genannt.

korrOp, EY, 28.07.2026, 16:50 Uhr, Ver3