<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Artikel / 1989/36 Was ist „Denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker“ in der Arbeit?

1989/36 Was ist „Denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker“ in der Arbeit?

So steht geschrieben (5. Mose, WaEtchanan, zweiter [Abschnitt]): „So achtet sie nun und haltet sie ein; denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker, welche alle diese Gesetze hören und sagen werden: ‚Gewiss ist dieses große Volk ein weises und verständiges Volk!‘“

Das ist zu verstehen: Wir sehen doch nicht, dass die Völker der Welt über Israel sagen, es sei „ein weises und verständiges Volk“.

Weiter geht aus dem Vers hervor, dass gerade das „So achtet sie nun und haltet sie ein“ dazu führt, dass die Augen der Völker am Volk Israel „eure Weisheit und euren Verstand“ sehen. Wir sehen doch auch im Volk Israel, dass die Weltlichen die Religiösen verachten, eben weil die Religiösen die Tora und die Mizwot einhalten. Wie also können wir sagen, dass die Völker der Welt das Volk Israel ehren, weil es das „So achtet sie nun und haltet sie ein“ einhält?

Dies ist im Sinne der spirituellen Arbeit zu deuten: Der Mensch ist darin selbst eine kleine Welt, die aus allen Völkern der Welt zusammengesetzt ist. Jedes einzelne Volk hat dabei seine eigene Begierde. Bekanntlich gibt es sieben Eigenschaften der Heiligkeit (Kedusha), und ihnen gegenüber gibt es sieben Eigenschaften der Unreinheit (Tuma). Jede Eigenschaft ist aus zehn zusammengesetzt, sodass es im Allgemeinen siebzig Völker gibt. Dazu kommt der Aspekt Israel. Die siebzig Völker wollen über den Aspekt Israel herrschen, denn Israel will, dass alle seine Handlungen um des Himmels willen geschehen. Denn „Jashar-El“ zeigt an, dass alle seine Handlungen auf Gott gerichtet sein sollen. Die Völker der Welt aber, die im Menschen sind, wollen gerade, dass alles, was sie tun, nur zu ihrem eigenen Nutzen ist. Den bösen Trieb (Jezer haRa) nennen wir „Völker der Welt“, den guten Trieb „Israel“.

Die Ordnung der Arbeit ist folgende: Wenn der Mensch nur um des Himmels willen arbeiten will, da kommt der böse Trieb, der der Aspekt der Völker der Welt ist, und sie widersetzen sich mit aller Macht. Jeder gibt dem Menschen zu verstehen, er soll auf seiner Stufe gehen, nach der Wurzel der Begierden, die jedes einzelne Volk hat. Sie geben dem Menschen zu verstehen, mit berechtigten Argumenten und mit Verstand und Erkenntnis, dass das Recht auf ihrer Seite ist.

Jedes Mal, wenn sie sehen, dass der Mensch nicht auf ihre Stimme hören will, kommen sie mit stärkeren Argumenten und mit klareren Beweisen, dass das Recht auf ihrer Seite ist. Sie sind sicher, dass dem Menschen, nach Verstand und Erkenntnis, mit dem, was sie ihm zu verstehen geben, gewiss nichts bleiben wird, was er ihnen erwidern könnte. Darum sind sie sicher, dass sie die Weisesten in der Welt sind. Denn sie verstehen, nach ihrem Verstand und ihrer Erkenntnis, dass der Verstand des Menschen, mit dem, was er ihnen erwidern kann, nur unvernünftige Antworten geben kann, sodass diese Antworten vor ihrem Verstand und ihrer Erkenntnis zunichtewerden. So wird der Mensch gezwungen sein, auf dem Weg der Völker der Welt zu gehen, und er wird den Götzendienst (Awoda Sara) verrichten, das heißt „eine Arbeit, die uns, der Heiligkeit, fremd ist“. Denn Heiligkeit nennt man es, wenn man zum Nutzen des Schöpfers arbeitet, sie aber wollen, dass man zum eigenen Nutzen arbeitet. Ihre ganze Sicherheit beruht darauf, dass sie weise sind und mit Verstand reden.

In Wahrheit stellt sich die Frage: Wie gelingt es dem Menschen dennoch, sein Böses zu besiegen, obwohl dieses Böse mit Verstand, Weisheit und Erkenntnis redet, da sie von sich selbst wissen, dass sie die Klügsten in der Welt sind? Sie sind ihrer Argumente so sicher, dass der Mensch gewiss für immer bei ihnen unter ihrer Herrschaft bleiben wird.

Man muss wissen, dass die Kraft der Heiligkeit der Glaube über dem Verstand ist. Das heißt: Wenn sie mit ihren Argumenten kommen und ihr Recht aufzeigen, wie sehr sie im Recht sind, soll der Mensch ihnen nicht sagen, dass sie mit ihren Argumenten nicht im Recht sind, sondern der Mensch muss zu den Völkern der Welt, die in seinem Inneren sind, sagen: Wisset, dass alles, was ihr sagt, richtig ist – dass ihr nach dem Verstand im Recht seid und ich euch nichts zu erwidern habe. Doch uns wurde eine Arbeit über dem Verstand gegeben, da wir über dem Verstand glauben müssen, dass ihr nicht im Recht seid. Und weil die Arbeit des Glaubens über dem Verstand sein muss, sage ich euch vielen Dank für die berechtigten Argumente, die ihr mir gebracht habt. Aus dem Grund, dass man nicht sagen kann, ein Mensch geht über dem Verstand, sondern erst wenn es Erkenntnis und Verstand gibt, lässt sich sagen, dass er über dem Verstand geht.

Anders ist es, wenn es keinen Verstand gibt: Dann lässt sich nicht sagen, dass er über dem Verstand geht. Das heißt: „über dem Verstand“ nennt man es, wenn dieser Weg wichtiger ist als der Weg innerhalb des Verstandes. Doch wenn es keinen anderen Weg gibt, der ihm sagt: „Gehe auf diesem Weg“, da lässt sich nicht sagen, dass er den Weg des Glaubens über dem Verstand wählt. Darum kann man gerade aus der Kraft des Glaubens über dem Verstand die Meinungen der Völker der Welt, die im Menschen sind, besiegen.

Mit dem Gesagten können wir verstehen, was wir gefragt haben: Was ist die Bedeutung von „denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker“? Der Vers sagt „So achtet sie nun und haltet sie ein“. Und wir haben gefragt: Worauf deutet uns das „So achtet sie nun und haltet sie ein“ hin? Und nach dem Obigen: Wo immer es eine Kraft gegen die Argumente der Völker gibt, die mit Argumenten nach dem Verstand kommen – dass ihr Weg, nämlich der innerhalb des Verstandes, der Weg der Wahrheit ist –, haben wir ihnen nichts zu erwidern außer im Aspekt des Glaubens über dem Verstand. Und „über dem Verstand“ wird der Aspekt „Tun“ genannt, da man ihnen keine Antwort innerhalb des Verstandes gibt. Wer nicht mit Verstand antwortet, heißt „Vollstrecker Seines Wortes“.

Dies nennt man „Mensch und Tier hilfst Du, o Ewiger“, worüber unsere Weisen auslegten: „Das sind jene, die im Verstand klug sind wie Menschen und sich selbst machen wie ein Tier“, das heißt, dass sie über dem Verstand gehen, als hätten sie keinen Verstand. Damit besiegen sie die Völker der Welt, die in ihrem Herzen sind.

So heißt es (Midrasch Rabba, Kohelet, Blatt 12) über den Vers „Ich sprach in meinem Herzen über die Reden der Menschenkinder“. Dort heißt es wörtlich: „‚Über die Reden der Menschenkinder‘ – über die Reden, die die Gerechten (Zaddikim) reden. Und warum hat Gott sie überhaupt erschaffen? Um ihnen das Maß ihrer Gerechtigkeit (Zedaka) zu klären und zu sehen, dass sie für sich selbst wie ein Tier sind, um zu sehen und den Völkern der Welt zu zeigen, wie Israel Ihm wie ein Tier folgt.“

Das ist zu verstehen: Wozu muss man den Völkern der Welt zeigen, wie Israel Ihm wie ein Tier folgt? Und nach dem Obigen, dass mit den Völkern der Welt die Völker der Welt gemeint sind, die im Herzen des Menschen sind, muss man ihnen zeigen: Dass wir zum Nutzen des Schöpfers und nicht zum eigenen Nutzen arbeiten wollen – das tun wir nicht aus dem Verstand heraus, worüber ihr mit uns streiten wollt, auf wessen Seite das Recht ist, sondern wir tun alles im Glauben über dem Verstand. Wir tun dies, wie ein Tier es tut, ohne jeden Verstand und ohne jede Erkenntnis. Darum denkt nicht, dass es je geschehen wird, dass wir auf eure Meinungen hören, denn bei uns ist alles über dem Verstand.

Darum bitten wir den Schöpfer, dass Er uns Hilfe gibt, damit wir all das überwinden können, wozu ihr Antworten verlangt. Denn eure Fragen sind in zwei Fragen enthalten, die „Wer und Was“ genannt werden. Im Vertrauen in die Weisen (Emunat Chachamim) glauben wir, dass wir vom Schöpfer Hilfe erbitten müssen. Gewiss wird Er uns helfen, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man.“ Das heißt, dass Er uns helfen wird, Ihm über dem Verstand zu folgen, wie gesagt, um den Völkern der Welt zu zeigen, wie Israel Ihm wie ein Tier folgt. Darauf zielt der Vers: „So achtet sie nun und haltet sie ein; denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker.“

Das bedeutet: Dadurch, dass ihr den Aspekt des Tuns achtet, der der Aspekt über dem Verstand ist, und dass ihr nicht von diesem Weg weicht – da werdet ihr gewiss erfolgreich aus der Herrschaft der Völker der Welt heraustreten, und die Völker der Welt, die in euch sind, werden vor der Heiligkeit zunichte, wie geschrieben steht: „Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen.“ Und unsere Weisen legten aus: „mit deinen beiden Trieben“, das heißt, dass auch der böse Trieb sich ins Gute wandelt. Daraus folgt, dass auch seine „Völker der Welt“, die „böser Trieb“ genannt werden, ebenfalls Diener des Schöpfers werden.

Dann werden die Völker der Welt, die im Menschen sind, sehen, nachdem auch sie des Guten gewürdigt wurden, dass die ganze Weisheit, mit der man die Völker der Welt besiegen und sie in die Heiligkeit bringen konnte, der Aspekt des Glaubens über dem Verstand war, der der Aspekt „ihr habt getan“ genannt wird. Das heißt, dass nur die ganze Weisheit im Aspekt Israel gerade im Aspekt des Tuns wie ein Tier lag. Und dies war ihre ganze Weisheit.

Und das ist es, was geschrieben steht: „welche alle diese Gesetze hören und sagen werden: ‚Gewiss ist es ein weises und verständiges Volk‘“, das heißt, dass auch die Völker der Welt, nachdem auch sie gewürdigt wurden, im Geheimnis der Heiligkeit zu sein, im Geheimnis „mit deinem ganzen Herzen, mit deinen beiden Trieben“ – dass auch der böse Trieb, der der Aspekt der Völker der Welt ist, in die Heiligkeit eingetreten ist –, dann sehen sie, dass die ganze Weisheit, die der Aspekt Israel hatte, darin lag, dass sie die Gesetze hörten, was der Aspekt des Tuns ist, wie gesagt.

Dann sind sie ein weises und verständiges Volk, dessen ganze Weisheit nicht so war, wie wir denken, dass wir nur mit Forschungen und Vernunftschlüssen Weisheit erlangen, sondern im Gegenteil: dass sie der Weisheit gerade dadurch gewürdigt wurden, dass sie Ihm wie ein Tier folgten, das heißt gerade durch das „Tun“, das „Handlungen über dem Verstand“ genannt wird. Dadurch wurden sie der Weisheit gewürdigt. Daraus folgt, dass das, weshalb sie „ein weises und verständiges Volk“ genannt werden, darin liegt, dass sie Ihm wie ein Tier folgten und nicht in Weisheit. Und das ist die ganze Weisheit des Volkes Israel.

Zum Tun, das „über dem Verstand“ genannt wird, ist zu deuten, was es heißt (Midrasch Tanchuma). Dort heißt es wörtlich: „‚Und es wird sein, zum Lohn [Ekew]‘ – das ist es, was der Vers sagt: ‚Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, da die Schuld meiner Fersen [Ekewai] mich umringt?‘ Und weil es unter ihnen leichte Mizwot gibt, auf die die Menschen nicht achten, sondern die sie unter ihre Fersen werfen, das heißt, weil sie leicht sind, darum fürchtete sich David vor dem Tag des Gerichts. Und er sagt: Herr der Welt, ich fürchte mich nicht vor den schweren Mizwot; wovor fürchte ich mich? Vor den leichten Mizwot.“

Zu verstehen sind nun die leichten und schweren Mizwot in der Arbeit. „Leicht“ nennt man das, was nicht wichtig ist, nämlich dass der Mensch über dem Verstand arbeiten muss: Bei dieser Arbeit findet der Mensch nichts Wichtiges, und er hat in dieser Arbeit den Geschmack von Staub, was man „die Shechina (göttliche Gegenwart) im Staub“ nennt. Das heißt: Dass der Mensch das Joch des Königtums des Himmels über dem Verstand auf sich nehmen muss – diese Arbeit ist im „Staub“.

Wir müssen Mizwot und gute Taten verrichten und Tora lernen, damit der Schöpfer diese Arbeit aus dem „Staub“ erhebt, das heißt aus ihrem Aspekt der Niedrigkeit, indem wir beten, dass der Schöpfer die Shechina aus dem „Staub“ aufrichtet, wie geschrieben steht: „Der Barmherzige, Er richte uns die zerfallende Hütte Davids auf.“ Der Grund dafür, dass sie in der Niedrigkeit ist, liegt an der Verbergung, die der Schöpfer schuf, damit es einen Raum der Wahl gibt, das heißt, damit man mit der Absicht zu geben arbeiten kann, was „Anhaftung an den Schöpfer (Dwekut)“ genannt wird. Darum wurde uns diese Arbeit in Form der Verbergung des Angesichts gegeben.

Darum ist es unsere Hauptarbeit, uns durch die Vorbereitung, die der Mensch in der Arbeit zur Zeit der Verbergung hat, Gefäße des Gebens (Kelim) zu schaffen. Denn Gefäße des Empfangens haben wir von Seiten des Schöpfers, und über diese Gefäße gab es eine Korrektur, sie nicht zu gebrauchen, aus dem Grund, dass sie eine Trennung verursachen, weil sie in der entgegengesetzten Form zum Schöpfer sind. Darum wurden uns Tora und Mizwot gegeben, dass wir durch ihre Wunderkraft die Gefäße des Gebens erlangen können.

Darum kommen über diese Arbeit alle Ankläger und Widersacher, die sagen: Wir sind einverstanden, in der Arbeit für den Schöpfer zu arbeiten, und nur mit dem Ziel, das du durch die Erfüllung von Tora und Mizwot erlangen willst, sind wir nicht einverstanden. Sie bringen dem Menschen viele Argumente, also Gedanken, die ihm zu verstehen geben, dass es sich nicht lohnt, für dieses Ziel zu arbeiten. Ist der Mensch nicht einverstanden, das Ziel zu ändern, nämlich Gefäße des Gebens zu erlangen, dann lassen sie nicht zu, dass der Mensch Tora und Mizwot zu diesem Ziel einhalten kann. Jedes einzelne Tun, das der Mensch verrichtet, kostet ihn viel Mühe.

Vergisst der Mensch das Ziel und beginnt zu arbeiten wie die meisten Menschen, nämlich um eine Belohnung für seine Arbeit zu empfangen, dann hat er wieder Kraft, sie zu ehren und mit mehr Eifer zu arbeiten. Der Grund ist, dass das Ziel dieser Arbeit dem Verlangen des Menschen zu empfangen nicht widerspricht. Anders ist es, wenn der Mensch zu arbeiten beginnt und das Ziel vergisst und schließlich noch einmal erwacht, dass er in Tora und Mizwot arbeiten will, um Gefäße des Gebens zu erlangen: Dann erheben sich wieder alle Argumente der Kundschafter über ihn, und sie lassen ihn in dieser Arbeit den Geschmack von Staub schmecken, und wieder fällt es ihm schwer, voranzukommen. Dies nennt man „leichte Mizwot“, nämlich dass er auf das Ziel hin arbeitet, Gefäße des Gebens zu erlangen, also zum Nutzen des Schöpfers und nicht zum eigenen Nutzen. Bei dieser Arbeit gibt es etwas zu fürchten, da er viele Widersacher hat.

Anders ist es bei den „schweren Mizwot“, also bei dem, was beim Menschen wichtig ist: Wenn der Mensch mit der Absicht arbeitet, Lohn zu empfangen, nennt man das beim Menschen eine schwere Sache. Denn der Mensch würde von seinem eigenen Nutzen verlieren, wenn er Tora und Mizwot nicht einhielte. Stehen Lohn und Verlust dagegen zum Nutzen des Schöpfers, ist das beim Menschen nicht so wichtig.

Darum nimmt der Mensch es hier leicht, aus dem Grund, dass er eine Rechnung macht und sagt: Da ich ohnehin nichts verliere – denn für sich selbst sagt er, er wird nichts empfangen, weil er sagt, das Wesentliche an Tora und Mizwot ist, dass man um des Himmels willen und nicht zum eigenen Nutzen handeln muss –, wer kann dann an seiner Arbeit gewinnen, außer dem Schöpfer? Damit nimmt der Mensch diese Arbeit leicht und gering. Darum sagt der Mensch viele Male zu sich selbst: Es lohnt sich für mich überhaupt nicht, mich in der Arbeit anzustrengen. Wenn es leicht geht, kann ich arbeiten; habe ich aber eine kleine Störung, fehlt mir die Kraft, sie zu überwinden.

Der Grund ist: Eine Arbeit zu verrichten, die [im Sinne von] lo liShma ist – das heißt nicht um des Gebens willen, sondern zum eigenen Nutzen –, ist keine wichtige Sache; darum lohnt es sich nicht, Mühe darauf zu verwenden. Und die Arbeit [im Sinne von] liShma – was hat er davon? Dann sagt der Mensch gewöhnlich, es sei besser zu schlafen und Ruhe vor all diesen Dingen zu haben, die ihm nur Kummer und keine Befriedigung bringen. Das nennt man „leichte Mizwot“, „auf die die Menschen nicht achten, sondern die sie unter ihre Fersen werfen“.

Und darüber sagte David: „Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, da die Schuld meiner Fersen“ – die leichten Mizwot, die der Mensch gering achtet – [mich umringt]. Das heißt: Wenn man in der Arbeit des Gebens gehen will, davor fürchte ich mich – vielleicht werde ich sie nicht einhalten können. Und darin, nämlich die Gefäße des Gebens zu erlangen, kann nur der Schöpfer helfen, wie gesagt. Das heißt: So wie der Schöpfer dem Menschen die Gefäße des Empfangens gab, muss man Ihn bitten, dass Er Gefäße des Gebens anstelle der Gefäße des Empfangens gibt.

So wie der Mensch daraus Genuss hat, dass er zum eigenen Nutzen arbeitet, so wird er Wichtigkeit und großen Genuss daraus empfangen, dass er zum Nutzen des Schöpfers arbeitet, nämlich dass er fühlt, ein großes Verdienst zu haben, dadurch dass er dem König dient. Und dies erlangt man durch „So achtet sie nun und haltet sie ein; denn darin besteht eure Weisheit und euer Verstand vor den Augen der Völker“, wie gesagt.

korrOp, EY, 28.07.2026, 15:55 Uhr, Ver3