Rabash 1990-13 – Was es bedeutet, dass durch die Vereinigung des Schöpfers und Seiner Shechina alle Sünden gesühnt werden
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1 | Im Sohar (Wajigasch, Blatt 7, und im Sulam [Leiter-Kommentar], Punkt 23) steht geschrieben, und dies sind seine Worte: „Rabbi Jehuda begann und sagte: ‚Denn siehe, die Könige versammelten sich‘ – das sind Jehuda und Josef, denn beide waren Könige.“ (Und in Punkt 27) sagt Rabbi Jehuda: „Wenn das Verlangen und die Vereinigung sich offenbaren, dann verbinden sich die beiden Welten, Seir Anpin und Malchut (SoN), miteinander und kommen zusammen. Die eine ist Seir Anpin, die den Schatz öffnet und gibt, und die andere ist Malchut, die die Fülle in sich sammelt und aufnimmt; und dann heißt es: ‚Denn siehe, die Könige versammelten sich.‘“ (Und in Punkt 28) sagt er: „‚Sie zogen gemeinsam vorüber‘, denn alle Sünden in der Welt können nicht vorübergehen, um gesühnt zu werden, bis sich Seir Anpin und Malchut miteinander vereinen“, wie geschrieben steht: „und der über Vergehen hinwegsieht“; und in diesem Sinne bedeutet „sie zogen gemeinsam vorüber“, dass die Sünden vorübergingen und gesühnt wurden. (Und in Punkt 30) sagt er: „‚Sie sahen es und staunten‘ – als sich die Könige in einem einzigen Verlangen versammelten, da sahen sie jenes Verlangen der beiden Welten, Seir Anpin und Malchut; ‚so staunten sie, erschraken, eilten davon‘, denn alle Träger des Gerichts verstummten und wurden aus der Welt entfernt und können nicht mehr herrschen, und dann verging ihr Bestand und ihre Herrschaft wurde aufgehoben.“ So weit seine Worte. | בזה"ק (ויגש, דף ז', ובהסולם אות כ"ג), כתוב שם וזה לשונו "רבי יהודה פתח ואמר, כי הנה המלכים נועדו, זהו יהודה ויוסף, כי שניהם היו מלכים". (ובאות כ"ז) אומר רבי יהודה "כי כשנגלה הרצון והיחוד, אז שני העולמות זו"ן מתקשרים יחד ונועדים יחד. זה ז"א, לפתוח האוצר ולהשפיע, וזה המלכות, ללקוט ולאסוף לתוכה את השפע, ואז כי הנה המלכים נועדו". (ובאות כ"ח) אומר "עברו יחדיו, משום שכל העוונות שבעולם, אינם נעברים להתכפר, עד שזו"ן מתחברים יחד", כמו שכתוב "ועובר על פשע, ועל דרך זה עברו יחדיו, עברו העוונות נתכפרו". (ובאות ל') אומר "המה ראו כן תמהו, כשהמלכים נועדו ברצון אחד, אז המה ראו אותו הרצון של שני העולמות, זו"ן, כן תמהו נבהלו נחפזו, כי כל בעלי הדין נשקטו ונעברו מן העולם ואינם יכולים לשלוט, ואז נעבר קיומם, ונעברו שליטתם", עד כאן לשונו. | Im Sohar (Wajigasch, Punkt 23) steht geschrieben: „Rabbi Yehuda fing an und sagte: 'Denn siehe, die Könige versammelten sich' bezieht sich auf Juda und Josef, denn beide waren Könige.„ (In Punkt 27) „Rabbi Yehuda sagt: 'Wenn das Verlangen und die Vereinigung offenbart werden, verbinden sich die beiden Welten, SoN, miteinander und werden zusammengefügt. Die eine ist SA, um den Schatz zu öffnen und zu geben, und die andere ist Malchut, um die Fülle zu sammeln und in ihr zu sammeln. Und dann: 'Denn siehe, die Könige sind versammelt.'„ (Und in Punkt 28) sagt er: „'Zusammen vorbeigegangen', denn alle Schuld in der Welt vergeht nicht und wird nicht begnadigt, bis SoN sich zusammenschließt, wie es geschrieben steht: 'Und geht an der Übertretung vorbei.' Ebenso bedeutet 'zusammen vorbeigegangen', dass die Schuld vergangen ist und begnadigt wurde.„ (Und in Punkt 30) sagt er: „Wie sie sahen, so wurden sie verwirrt. Wenn beide Könige in einem einzigen Verlangen versammelt sind, sahen sie das Verlangen der beiden Welten, SoN. Sie waren verwirrt, erschraken und eilten„, denn alle Streitenden wurden zum Schweigen gebracht und aus der Welt entfernt, so dass sie nicht mehr regieren können. Dann wurde ihre Existenz widerrufen und ihre Herrschaft aufgehoben.„ |
2 | Und man muss verstehen, warum die Vergebung der Sünden von der Verbindung zweier Welten abhängt, die „Seir Anpin und Malchut“ genannt werden, von denen er sagt, dass die Könige „sich versammelten, gemeinsam vorüberzogen“. Und ferner muss man verstehen, warum sie sich nicht immer verbinden, sondern es eine Zeit gibt, in der die Urteile herrschen, wie geschrieben steht: „Sie sahen es und staunten, erschraken, eilten davon“ – durch die Vergebung der Sünden, da die Vergebung der Sünden durch die Verbindung von Seir Anpin und Malchut kommt. Wenn dem so ist, dann sind sie nicht immer verbunden. Und warum ist das so? Wer ist es, der hindert, dass sie nicht immer verbunden sind und dass die Urteile nicht beständig herrschen? | ויש להבין, מדוע תלוי כפרות עוונות בחיבור שני עולמות, הנקראים "ז"א ומלכות", שאומר כי המלכים "נועדו, עברו יחדיו". ועוד יש להבין, מדוע הם לא מתחברים תמיד, אלא שיש זמן שהדינים שולטים, כמו שכתוב "המה ראו כן תמהו, נבהלו נחפזו" על ידי כפרות עוונות, שכפרות עוונות באות על ידי חיבור ז"א ומלכות. אם כן הם לא תמיד מחוברים. ומדוע הוא כך, מי הוא המעכב, שלא יהיו תמיד מחוברים ושלא תהיה שליטה להדינים. | Wir sollten verstehen, warum die Sühne der Schulden von der Verbindung zweier Welten abhängt, die SA und Malchut genannt werden, denn er sagt, dass die Könige „zusammenkamen und gemeinsam vorbeigingen.„ Wir sollten auch verstehen, warum sie nicht immer miteinander verbunden sind, sondern es gibt eine Zeit, in der die Gerichte regieren, wie es geschrieben steht: „Wie sie sahen, so wurden sie verwirrt, erschraken und eilten„ durch die Sühne der Schuld, denn die Sühne der Schuld kommt durch die Verbindung von SA und Malchut. Sie sind also nicht immer miteinander verbunden. Warum ist das so? Wer hält sie davon ab, immer miteinander verbunden zu sein und sich nicht von den Urteilen beherrschen zu lassen? |
3 | Es ist bekannt, dass alle Sünden durch das Verlangen entstehen, für sich selbst zu empfangen. Das heißt: Da alle Geschöpfe aus dem Aspekt Malchut kommen, die „Verlangen zu empfangen“ genannt wird – und dies ist der Kern der Schöpfung, die „Schöpfung aus dem Nichts“ (jesch mi-ajin) genannt wird –, stammt dieser Mangel, durch den die Geschöpfe danach streben, Genuss und Vergnügen zu empfangen, um ihren Mangel zu füllen, aus dem Verlangen, das in Malchut liegt. | ידוע, שכל העוונות באים על ידי הרצון לקבל לעצמו. היינו, היות שכל הנבראים באים מבחינת המלכות, הנקראת "רצון לקבל", שזהו עיקר הבריאה, הנקראת "בריאה יש מאין", שענין החסרון הזה, שהנבראים משתוקקים לקבל הנאה ותענוג בכדי למלא חסרונם, באים מהרצון שבמלכות. | Es ist bekannt, dass alle Schulden durch den Willen entstehen, für sich selbst zu empfangen. Das heißt, da alle Geschöpfe aus Malchut kommen, das „Wille zum Empfangen„ genannt wird, das der Kern der Schöpfung ist, die „Schöpfungsexistenz aus Abwesenheit„ genannt wird, kommt dieser Mangel, bei dem sich die Geschöpfe danach sehnen, Freude und Vergnügen zu empfangen, um ihren Mangel zu stillen, aus dem Verlangen in Malchut. |
4 | Und wie wir lernen: Da das Schöpfungsziel darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, und da Genuss und Vergnügen sich nach dem Maß des Mangels und der Sehnsucht nach der Sache bemessen, so können sie in eben diesem Maß Genuss erfahren, wenn sie die Sache erlangen. Aus diesem Grund wurde der Aspekt Malchut erschaffen, der das ganze Maß des Mangels nach dem Licht und der Fülle umfasst, die der Schöpfer den Geschöpfen geben wollte. | וכפי שלומדים, היות שמטרת הבריאה היא להטיב לנבראיו, והנאה והתענוג נמדדת בשיעור החסרון וההשתוקקות להדבר, כך בשיעור זה יכולים להנות בעת השגת הדבר. ומסיבה זו נברא בחינת מלכות, שהיא כוללת כל שיעור חסרון להאור והשפע, שהבורא רצה לתת להנבראים. | Wie wir lernen, ist es der Zweck der Schöpfung, seinen Geschöpfen Gutes zu tun, und Freude und Vergnügen werden an der Intensität des Mangels und der Sehnsucht nach der Materie gemessen, insofern können sie sich freuen, wenn sie die Materie erlangen. Aus diesem Grund wurde Malchut erschaffen, der das volle Maß des Mangels am Licht und der Fülle, die der Schöpfer den Geschöpfen vermitteln will, enthält. |
5 | Diese Malchut ist das allgemeine Verlangen zu empfangen. Das heißt, man muss sagen: In dem Maß an Gutem und Genuss, das Er den Geschöpfen zu geben gedachte, in diesem Maß erschuf Er den Mangel nach diesem Licht. Und dies wird in den Worten des heiligen ARI „Ejn Sof“ (Unendlichkeit) genannt. Und damit es beim Empfang des Vergnügens nicht zum Brot der Schande (nahama dichsufa) kommt, wurde eine Korrektur eingerichtet, die „Zimzum (Beschränkung) und Verhüllung“ genannt wird, sodass das Gute und der Genuss nur in dem Maß leuchten, in dem man die Absicht zu geben fassen kann; denn dadurch wird der Aspekt der Schande korrigiert, wie oben. Und so war die Ordnung in der Heiligkeit (Kedusha), dass man niemals mehr empfing, als man mit der Absicht zu geben fassen konnte. | המלכות הזו היא הרצון לקבל הכללי. כלומר, שצריכים לומר, כפי שיעור טוב ועונג שהיה בדעתו לתת להנבראים, בשיעור זה ברא את החסרון להאור הזה. וזה מכונה בדברי האר"י הקדוש בשם "אין סוף". ובכדי שלא יהיה ענין נהמא דכסופא בעת קבלת התענוג, נעשה ענין תיקון, הנקרא "צמצום והסתר", שהטוב ועונג אינו מאיר, אלא לפי שיעור שיכולים לכוון בעל מנת להשפיע, כי בזה יתוקן ענין הבושה כנ"ל. וכך היה הסדר בקדושה, שאף פעם לא יקבלו יותר מכפי שיעור שיכולים לכוון בעל מנת להשפיע. | Dieser Malchut ist der allgemeine Wille, zu empfangen. Das heißt, wir müssen sagen, dass er im Ausmaß der Freude und des Vergnügens, das er den Geschöpfen vermitteln wollte, auch das Verlangen nach diesem Licht erschaffen hat. In den Worten des ARI wird dies als Ejn Sof [kein Ende/keine Unendlichkeit] bezeichnet. Damit beim Empfangen des Vergnügens nicht das Brot der Schande entsteht, gab es eine Korrektur, die „Zimzum [Beschränkung] und Verhüllung„ genannt wurde, bei der das Vergnügen und die Freude nur in dem Maße leuchten, wie sie darauf abzielen können, zu geben, denn dadurch wird das Thema der Schande korrigiert. Und so dass die Ordnung in Kedusha [Heiligkeit], dass sie nie mehr empfangen, als sie geben können. |
6 | Nach dieser Korrektur jedoch ergeben sich noch weitere Dinge. Das heißt: Es entstand etwas Neues, nämlich der Aspekt des Zerbrechens der Gefäße. Denn es kam zu einer Vermischung des Verlangens, für sich selbst zu empfangen, mit der Heiligkeit, weshalb die Gefäße zerbrachen. Und es kam auch zur Sünde am Baum der Erkenntnis, die bewirkte, dass heilige Funken in die Klipot (Schalen) fielen. So ergibt sich, dass das Zerbrechen der Gefäße und die Sünde am Baum der Erkenntnis bewirkten, dass die Geschöpfe, die danach kommen, das Verlangen zu empfangen, ihre Lebenskraft aus den ABYA der Klipa empfangen. | אולם אחרי התיקון הזה, נמשכים עוד דברים. היינו, שנעשו דבר חדש, שהוא ענין שבירת הכלים. שהיה התערבות הרצון לקבל לעצמו בקדושה, שמסיבה זו הכלים נשברו. והיה גם ענין חטא של עץ הדעת, שזה גרם, שניצוצין קדושים נפלו לתוך הקליפות. נמצא, ששבירת הכלים וחטא של עץ הדעת גרמו בזה, שהנבראים הבאים אחרי זה, שהרצון לקבל, מקבל חיותו מאבי"ע דקליפה. | Doch nach dieser Korrektur kommen weitere Dinge. Das heißt, es kam etwas Neues, nämlich das Zerbrechen der Gefäße, als sich der Wille, für sich selbst zu empfangen, mit der Kedusha vermischte, weshalb die Gefäße zerbrachen. Außerdem gab es noch die Sünde am Baum der Erkenntnis, die dazu führte, dass heilige Funken in die Klipot [Schalen] fielen. Daraus folgt, dass das Zerbrechen der Gefäße und die Sünde des Baumes der Erkenntnis dazu geführt haben, dass die Geschöpfe, die danach kommen, den Willen zu empfangen von ABYA von Klipa [Einzahl von Klipot] empfangen. |
7 | Und dies ist, wie in der „Einführung in das Buch Sohar“ (Punkt 10, 11) geschrieben steht, und dies sind seine Worte: „Und um diese Trennung zu korrigieren, die auf dem Gefäß der Seelen lastet, erschuf Er, gepriesen sei Er, alle Welten insgesamt. Und Er teilte sie in zwei Systeme, nämlich die vier Welten ABYA der Heiligkeit und ihnen gegenüber die vier Welten ABYA der Unreinheit (Tuma). Und Er prägte das Verlangen zu geben dem System ABYA der Heiligkeit ein und entfernte aus ihnen das Verlangen, für sich selbst zu empfangen, und legte es in das System der Welten ABYA der Unreinheit. Und dadurch wurden sie vom Schöpfer und von allen Welten der Heiligkeit getrennt.“ | וזה כמו שכתוב בהקדמה לספר הזהר (אות י', י"א) וזה לשונו "ובכדי לתקן דבר הפירוד הזה, המונח על הכלי של הנשמות, ברא יתברך את כל העולמות כולם. והבדילם לב' מערכות, שהן ד' עולמות דקדושה, ולעומתם ד' עולמות אבי"ע דטומאה. והטביע את הרצון להשפיע במערכת אבי"ע דקדושה, והסיר מהם הרצון לקבל לעצמו, ונתן אותו במערכת העולמות אבי"ע דטומאה. ונמצאו בגללו נפרדים מהבורא ומכל העולמות דקדושה". | So steht es geschrieben („Einführung in das Buch Sohar„, Punkt 10-11): „Und um diese Trennung, die auf dem Kli [Gefäß] der Seelen liegt, zu beheben, erschuf Er alle Welten und teilte sie in zwei Systeme, nämlich die vier Welten ABYA der Kedusha und ihnen gegenüber die vier Welten ABYA der Tuma'a [Unreinheit]. Und Er prägte das Verlangen zu geben in das System ABYA von Kedusha ein, entfernte den Willen, für sich selbst zu empfangen, von ihnen und legte ihn in das System der Welten, ABYA von Tuma'a. Dadurch sind sie vom Schöpfer und von allen Welten der Kedusha getrennt worden.„ |
8 | Und aus dem Gesagten folgt, dass der Mensch, solange er nicht aus der Herrschaft des Verlangens herausgetreten ist, für sich selbst zu empfangen, dazu gebracht wird, Sünden zu begehen, das heißt, von der Heiligkeit getrennt zu sein. Das heißt: Durch die Sünden entfernt sich der Mensch immer weiter von der Heiligkeit und wird in die Klipot hineingezogen. Daher folgt daraus, dass jedes der Geschöpfe durch seine Sünde eine Trennung an der Wurzel seiner Seele bewirkt, in Malchut von Azilut, die die Gesamtheit aller Seelen ist – weshalb Malchut „Versammlung Israels“ (Knesset Israel) genannt wird, nämlich die Malchut der Heiligkeit –, sodass sie von der Heiligkeit getrennt wird. Dies gilt als: Der Mensch bewirkt durch seine Sünde den Abstieg von Heiligkeit in die Klipa. | ובהאמור יוצא, שהאדם, כל זמן שלא יצא משליטת הרצון לקבל לעצמו, זה מביא לו שיעשה חטאים, היינו להיות נפרד מהקדושה. כלומר, שעל ידי העוונות האדם מתרחק יותר מהקדושה ונמשך לתוך הקליפות. לכן נמשך מזה, שכל אחד מהנבראים גורם על ידי חטאו פירוד בשורש נשמתו, במלכות דאצילות, שהיא הכלל של כל הנשמות, שלכן מלכות נקראת "כנסת ישראל", שהיא המלכות דקדושה, שיהא נפרדת מהקדושה. שזה נבחן, שהאדם גורם על ידי חטאו ירידת קדושה בקליפה. | Deshalb folgt daraus, dass man, solange man nicht aus der Herrschaft des Willens hervorgegangen ist, um für sich selbst zu empfangen, sündigt, d.h. von der Kedusha getrennt wird. Das heißt, durch die Schuld entfernt sich der Mensch immer weiter von der Kedusha und wird in die Klipot hineingezogen. Daraus folgt, dass jedes der erschaffenen Wesen durch seine Sünde die Trennung an der Wurzel seiner Seele in Malchut von Azilut - der Sammlung aller Seelen, weshalb Malchut auch „die Versammlung Israels„ genannt wird, die die Malchut von Kedusha ist - verursacht, um von der Kedusha getrennt zu werden. Dies wird als ein Mensch angesehen, der durch seine Sünde den Abstieg der Kedusha in die Klipa verursacht. |
9 | So ergibt sich, dass dies als eine Trennung gilt, die er an der Wurzel seiner Seele zwischen dem Schöpfer und Seiner Shechina (göttliche Gegenwart) bewirkt. Das heißt: Malchut ist nicht in Angleichung der Form mit Seir Anpin. Denn Seir Anpin wird „der Gebende“ genannt, der Aspekt des Schöpfers, und Malchut ist die Empfangende, die das Gegenteil des Gebenden ist. Das heißt: Alle Sünden entstehen nur dadurch, dass der Mensch das Verlangen, für sich selbst zu empfangen, füllen will. So ergibt sich, dass er oben eine Trennung an der Wurzel seiner Seele bewirkt, die in Malchut ist. | נמצא, שזה נבחן, שגורם בשורש נשמתו פירוד בין קוב"ה ושכינתה. זאת אומרת, המלכות אינה בהשתוות הצורה עם ז"א. שז"א נקרא "המשפיע", בחינת קוב"ה, ומלכות היא המקבלת, שהיא ההיפך מן המשפיע. כלומר, שכל החטאים באים רק מזה שהאדם רוצה למלאות את הרצון לקבל לעצמו. נמצא, שגורם פירוד למעלה בשורש נשמתו, שהוא במלכות. | Daraus folgt, dass dies als Ursache für die Trennung zwischen dem Schöpfer und der Shechina [Gegenwart Gottes] in der Wurzel seiner Seele angesehen wird. Das bedeutet, dass Malchut nicht mit SA in der Form gleichzusetzen ist. SA wird als der „Geber„ bezeichnet, der Schöpfer, und Malchut ist der Empfänger, das Gegenteil des Gebers. Das heißt, alle Sünden kommen nur von einem Menschen, der seinen Willen, für sich selbst zu empfangen, befriedigen will. Daraus folgt, dass er die Trennung oben, an der Wurzel seiner Seele, die in Malchut ist, verursacht. |
10 | Und wenn der Mensch Umkehr (Teshuwa) übt – und was ist die Umkehr? Dass der Mensch auf sich nimmt, das heißt, dass der Mensch sagt, dass er von heute an alles um des Himmels willen tun wird und nicht zum eigenen Nutzen, also dass alle Handlungen mit der Absicht zu geben geschehen werden, was „Angleichung der Form“ genannt wird. So ergibt sich, dass er durch die Umkehr bewirkt, dass es an der Wurzel seiner Seele, in Malchut, ebenfalls nur das Geben gibt – nach dem Vorbild von Seir Anpin, der der Gebende ist und der Aspekt des Schöpfers genannt wird. | וכשהאדם עושה תשובה. ומהו התשובה. שהאדם מקבל על עצמו, הוא שהאדם אומר, שמהיום והלאה הוא יעשה הכל לשם שמים ולא לתועלת עצמו, היינו שכל המעשים יהיו בעל מנת להשפיע, שזה נקרא "השתוות הצורה". נמצא, שעל ידי התשובה, הוא גורם שבשורש נשמתו, במלכות, יהיה גם רק להשפיע. כדוגמת ז"א שהוא המשפיע, הנקרא בחינת קוב"ה. | Wenn ein Mensch umkehrt, was ist dann die Reue, die er auf sich nimmt? Es ist, wenn ein Mensch sagt, dass er von nun an alles um des Schöpfers willen tun wird und nicht um seiner selbst willen, was bedeutet, dass alle seine Handlungen dem Geben dienen sollen, was man „Gleichwertigkeit der Form„ nennt. Daraus folgt, dass er durch die Umkehr die Wurzel seiner Seele, Malchut, dazu bringt, ebenfalls nur im Geben zu sein, wie SA, der der Geber ist, der Schöpfer genannt wird. |
11 | Und dies wird „Vereinigung des Schöpfers und Seiner Shechina“ genannt. Das heißt: So wie der Schöpfer der Gebende ist, so ist auch Malchut, die der Aspekt „Seine Shechina“ genannt wird, mit der Absicht zu geben. Folglich kann der Schöpfer an Malchut geben, und dann wird die Fülle nach unten herabgezogen. So ergibt sich, dass durch die Sünde oben ein Makel entstand, der eine Trennung bewirkte. Und nun wird durch die Umkehr die Trennung korrigiert, und es entsteht der Aspekt der Vereinigung. Und dies bedeutet, dass durch die Vereinigung die Sünden vorübergingen, das heißt: Die Schäden, die er bewirkt hat, wurden durch seine Handlungen korrigiert. | וזה נקרא "יחוד קוב"ה ושכינתה". היינו, כמו שהקב"ה הוא המשפיע, כמו כן מלכות, הנקראת בחינת "שכינתה", היא בעל מנת להשפיע. ממילא הקב"ה יכול להשפיע למלכות, ואז השפע נמשך למטה. נמצא, שעל ידי החטא נעשה פגם למעלה, שגרם פירוד. ועתה על ידי התשובה נתקן הפירוד, ונעשה בחינת יחוד. וזה נקרא, שעל ידי היחוד עברו העוונות, היינו הקלקולים מה שהוא גרם, על ידי מעשיו נתקנו. | Dies wird „die Vereinigung des Schöpfers und der Shechina„ genannt. Das heißt, so wie der Schöpfer der Gebende ist, arbeitet auch Malchut, der „die Shechina„ genannt wird, um zu geben. Natürlich kann der Schöpfer an Malchut geben, und dann breitet sich die Fülle nach unten aus. Daraus folgt, dass durch die Sünde oben ein Makel entstanden ist, der eine Trennung verursacht hat. Durch die Umkehr wurde die Trennung korrigiert und die Vereinigung vollzogen. Das bedeutet, dass durch die Vereinigung die Schuld, d.h. die Verderbnis, die er durch sein Handeln verursacht hat, korrigiert wurde. |
12 | Und damit lässt sich erklären, was geschrieben steht: „Kehre um, Israel, bis zum Ewigen, deinem Gott.“ Was bedeutet „bis zum Ewigen, deinem Gott“? Es ist nun bekannt, dass „der Ewige“ der Aspekt Seir Anpin genannt wird, der die Eigenschaft der Barmherzigkeit ist, das heißt der Aspekt des Gebenden. „Dein Gott“ ist der Aspekt des Gerichts, das heißt der Aspekt Malchut, die das Verlangen zu empfangen ist, über der es ein Zimzum und ein Gericht gab, sodass es verboten ist, das Verlangen zu empfangen ohne die Korrektur des Massach (Schirm) zu gebrauchen, die „mit der Absicht zu geben“ genannt wird. | ובזה יש לפרש מה שכתוב "שובה ישראל עד ה' אלקיך". מהו הפירוש "עד ה' אלקיך". אלא ידוע, ש"ה'" נקרא בחינת ז"א, שהוא מידת הרחמים, היינו בחינת משפיע. "אלקיך" הוא בחינת דין, היינו בחינת מלכות, שהיא הרצון לקבל שעליה היה צמצום ודין, שאסור להשתמש עם הרצון לקבל בלי תיקון המסך, הנקרא, בעל מנת להשפיע. | So können wir interpretieren, was geschrieben steht: „Kehre um, o Israel, zu dem Ewigen, deinem Gott.„ Was bedeutet „zu dem Ewigen, deinem Gott„? Es ist bekannt, dass „der Ewige„ SA heißt, was die Eigenschaft der Barmherzigkeit ist, nämlich ein Geber. „Dein Gott„ ist das Gericht, d.h. Malchut, der der Wille zum Empfangen ist, an dem es ein Zimzum und Gericht gab, dass es verboten ist, den Willen zum Empfangen ohne eine Korrektur des Massach [Bildschirm] zu benutzen, die „um zu geben„ heißt. |
13 | Und da Israel dadurch, dass es sündigte, bewirkte, dass der Aspekt Malchut sich von Seir Anpin entfernte, der „der Gebende“ genannt wird, wie oben – denn alle Sünden entstehen nur aus dem Verlangen, für sich selbst zu empfangen –, so ergibt sich, dass über Malchut der Aspekt des Gerichts ruht. Daher muss man Umkehr üben, in dem Maß, dass Malchut sich dem Aspekt Seir Anpin nähert, was „Angleichung der Form“ und der Aspekt „Anhaftung“ (Dwekut) genannt wird. | והיות שעל ידי זה שישראל חטאו, גרמו שבחינת מלכות נתרחקה מז"א, שהוא נקרא "משפיע", כנ"ל, כי כל החטאים באים רק מהרצון לקבל לעצמו. נמצא, שעל מלכות שורה בחינת דין. לכן צריכים לעשות תשובה, בשיעור שהמלכות יתקרב לבחינת ז"א, הנקרא "השתוות הצורה" ובחינת "דביקות". | Da Israels Sünde dazu führte, dass Malchut sich von SA, der „der Geber„ genannt wird, entfernte, da alle Sünden nur aus dem Willen, für sich selbst zu empfangen, stammen, folgt daraus, dass es ein Urteil über Malchut gibt. Daher müssen wir in dem Maße Buße tun, in dem Malchut sich SA nähert, was als „Gleichwertigkeit der Form„ und Dwekut [Anhaftung] bezeichnet wird. |
14 | Das heißt: So wie Seir Anpin gibt, so wird auch Malchut eine solche Korrektur erlangen, indem man dadurch, dass man Umkehr übt und sagt, dass von nun an alle Handlungen mit der Absicht zu geben geschehen werden, was „Barmherzigkeit“ genannt wird, wie Seir Anpin. So ergibt sich, dass die Umkehr bewirkt, dass Malchut, die vor der Korrektur „Eigenschaft des Gerichts“ genannt wird, nach der Korrektur zur Barmherzigkeit wird, wie Seir Anpin. | היינו, כמו שז"א משפיע, כמו כן גם מלכות תקבל תיקון כזה, שעל ידי זה שעושים תשובה, שאומרים, שמכאן ולהבא כל המעשים יהיו בעל מנת להשפיע, שנקרא "רחמים", כמו ז"א. נמצא, שהתשובה גורמת, שהמלכות הנקראת "מידת הדין" לפני התיקון, לאחר התיקון היא נעשית רחמים, כמו ז"א. | Mit anderen Worten: So wie SA gibt, so wird Malchut eine solche Korrektur erlangen. Wenn wir durch die Umkehr sagen, dass von nun an alle Handlungen darauf abzielen, das zu geben, was Rachamim [Barmherzigkeit] genannt wird, wie SA, dann folgt daraus, dass die Umkehr bewirkt, dass Malchut, der vor der Korrektur „die Eigenschaft des Urteils„ genannt wird, nach der Korrektur zu Rachamim [Barmherzigkeit] wird, wie SA. |
15 | Und damit lässt sich „Kehre um, Israel“ so erklären: Die Umkehr, die der Mensch üben muss, besteht darin, dass er aus Malchut, die „dein Gott“ genannt wird und die die Eigenschaft des Gerichts ist, den Aspekt „der Ewige“ macht, der der Aspekt der Barmherzigkeit ist. Denn durch diese Vereinigung werden alle Schäden korrigiert, die die Sünden bewirkten, indem eine Entfernung zwischen dem Schöpfer und Seiner Shechina entstand – und nun wird es korrigiert. So ergibt sich, dass durch die Vereinigung alle Sünden gesühnt wurden. | ובזה יש לפרש "שובה ישראל", היינו שהתשובה שהאדם צריך לעשות, הוא, שיעשה מן מלכות, הנקרא "אלקיך", שהיא מידת הדין, שיהיה בחינת ה', שהוא בחינת רחמים. שעל ידי היחוד הזה נתקן כל הקלקולים שהעוונות גורמו, שתהיה התרחקות בין קוב"ה ושכינתה, נתקן עתה. נמצא, שעל ידי היחוד נתכפרו כל העוונות. | So können wir „Kehre um, o Israel„ so interpretieren, dass die Umkehr, die ein Mensch tun sollte, dazu führt, dass Malchut - der „dein Gott„, die Eigenschaft des Gerichts, genannt wird - zu „dem Ewigen„ wird, der Barmherzigkeit ist. Diese Vereinigung korrigiert alle Verderbnisse, die die Schulden erschaffen haben und die Distanz zwischen dem Schöpfer und der Shechina schaffen. Daraus folgt, dass durch diese Vereinigung alle Schulden gesühnt wurden. |
16 | Und nach dem Gesagten lässt sich erklären, was wir gefragt haben: Warum hängt die Vergebung der Sünden von der Verbindung zweier Welten ab, die „Seir Anpin und Malchut“ genannt werden? Vielmehr, wie oben: dadurch, dass man Umkehr übt, in dem Maß, dass „der Ewige wird dein Gott sein“, das heißt, dass man eine Vereinigung bewirkt, nämlich eine Angleichung der Form zwischen Malchut und Seir Anpin, wird dann der Schaden korrigiert, der durch die Sünden entstanden ist und der eine Trennung zwischen Malchut und Seir Anpin bewirkte, indem man Sünden mit dem Verlangen zu empfangen beging. | ובהאמור יש לפרש מה ששאלנו, מדוע תלוי כפרות עוונות בחיבור שני עולמות, הנקראים "ז"א ומלכות". אלא כנ"ל, שעל ידי זה שעושים תשובה, בשיעור ש"הויה יהיה אלקיך", כלומר, שגורמים יחוד, היינו השתוות הצורה בין מלכות לז"א, אז הקלקול שנעשה על ידי העוונות, שגורמו פירוד בין מלכות וז"א, בזה שעשו עוונות עם הרצון לקבל, יתוקן. | Nach dem oben Gesagten sollten wir unsere Frage interpretieren: Warum hängt die Sühne der Schuld von der Verbindung zweier Welten ab, die SA und Malchut heißen? Wie oben gesagt, wird durch die Umkehr in dem Maße, in dem „der Ewige dein Gott sein wird„, d.h. durch das Herbeiführen der Vereinigung, d.h. der Gleichwertigkeit der Form zwischen Malchut und SA, die Verderbnis, die durch die Schuld - die durch das Begehen von Schuld mit dem Willen zu empfangen - die Trennung zwischen Malchut und SA verursacht hat, korrigiert werden. |
17 | Da man den Worten unserer Weisen, gesegneten Andenkens, Glauben schenken muss, die sagten, dass jeder Einzelne durch seine Sünden eine Trennung an der Wurzel seiner Seele bewirkt, in Malchut – wobei die Trennung, die entsteht, so genannt wird: Er bringt Heiligkeit zu den Klipot herab –, so ergibt sich: Indem man korrigiert und in Umkehr zurückkehrt und sagt, dass von nun an alles mit der Absicht zu geben geschehen wird und nicht, für sich selbst zu empfangen, bewirkt dies nun, dass das, was er an seiner Wurzel verdorben hat, wieder mit der Heiligkeit verbunden wird, das heißt mit dem Aspekt des Gebenden, nach dem Vorbild von Seir Anpin. So ergibt sich, dass durch die Sünden ein Entweichen der Fülle eintrat, weil eine Trennung zwischen dem Empfangenden und dem Gebenden entstand, also zwischen Seir Anpin und Malchut, und nun ist sie wieder vereint. | היות שצריכים להאמין לדברי חז"ל, שאומרו, שכל אחד ואחד, על ידי עוונות שלו, הוא גורם פירוד בשורש נשמתו, במלכות. שהפירוד שנעשה נקרא, שהוא מוריד קדושה להקליפות. נמצא, בזה שמתקנים וחוזרים בתשובה, ואומרים, שמכאן ולהבא יהיה הכל בעל מנת להשפיע, ולא לקבל לעצמו, זה גורם עכשיו, מה שהוא קלקל בשורש שלו, חזר ונתחבר לקדושה, היינו לבחינת משפיע, כדוגמת ז"א. נמצא, שעל ידי העוונות היה הסתלקות השפע, משום שנעשה פירוד בין המקבל להמשפיע, היינו בין ז"א ומלכות, ועכשיו חזר ונתייחד. | Da wir den Worten unserer Weisen Glauben schenken müssen, die sagten, dass jeder durch seine Schuld eine Trennung an der Wurzel seiner Seele, in Malchut, verursacht, und dass diese Trennung bedeutet, dass er die Kedusha zu den Klipot hinunterbringt, folgt daraus, dass das, was er an seiner Wurzel verdorben hat, durch die Korrektur und die Umkehr und die Aussage, dass er von nun an alles geben und nicht mehr empfangen will, wieder mit der Kedusha verbunden wird, was bedeutet, dass er ein Geber wie SA wird. Daraus folgt, dass es durch die Schuld eine Abkehr von der Fülle gab, denn es gab eine Trennung zwischen dem Empfängenden und dem Gebenden, also zwischen SA und Malchut, und jetzt hat es sich wieder vereint. |
18 | Und dies ist, was geschrieben steht: „Wenn das Verlangen und die Vereinigung sich offenbaren, dann verbinden sich beide miteinander und kommen zusammen; die eine ist Seir Anpin, die den Schatz öffnet und gibt, und die andere ist Malchut, die die Fülle in sich sammelt und aufnimmt. Und dann heißt es: ‚Denn siehe, die Könige versammelten sich.‘“ Die Erklärung ist: Nachdem durch die Umkehr die Vereinigung zwischen dem Gebenden und dem Empfangenden zustande gekommen ist, sodass der Empfangende alles mit der Absicht zu geben empfängt, so ergibt sich, dass durch die Angleichung der Form der Gebende dem Empfangenden geben kann, wie oben. | וזה שכתוב "כי כשנגלה הרצון והיחוד, אז מתקשרים יחד, ונועדים יחד, זה ז"א לפתוח האוצר ולהשפיע, וזה המלכות, ללקוט ולאסוף לתוכה השפע. ואז כי הנה המלכים נועדו". הפירוש הוא, לאחר שנעשה היחוד בין המשפיע והמקבל על ידי התשובה, שהמקבל יקבל הכל בעל מנת להשפיע, נמצא, שעל ידי השתוות הצורה יכול המשפיע לתת להמקבל, כנ"ל. | Das ist die Bedeutung der Worte: „Wenn das Verlangen und die Vereinigung offenbart werden, verbinden sich die beiden Welten, SoN, miteinander und werden zusammengefügt. Die eine ist SA, um den Schatz zu öffnen und zu geben, und die andere ist Malchut, um die Fülle zu sammeln und in ihr zu sammeln. Und dann: „Denn siehe, die Könige sind versammelt.„ Das bedeutet, dass, sobald die Vereinigung zwischen dem Geber und dem Empfänger durch die Umkehr erfolgt ist, der Empfänger alles empfangen kann, um zu geben, folgt daraus, dass durch die Gleichwertigkeit der Form der Geber dem Empfänger geben kann. |
19 | Und nach dem Gesagten verstehen wir, was wir gefragt haben: Warum verbinden sie sich nicht immer, sondern es gibt eine Zeit, in der die Urteile herrschen? Der Grund ist: In der Zeit, in der es Sünden gibt, bewirken die Sünden die Trennung. Und folglich gibt es Urteile. Denn der Aspekt der Urteile bedeutet: Da ein Gericht über das Verlangen, für sich selbst zu empfangen, vollzogen wurde, sodass die Fülle dort wegen der Verschiedenheit der Form nicht leuchten kann, deshalb bewirkt es, wenn es unten Sünden gibt, eine Verschiedenheit der Form oben in der Wurzel von Malchut. | ובהאמור נבין מה ששאלנו, מדוע הם לא מתחברים תמיד, אלא שיש זמן שהדינים שולטים. הסיבה היא, כי בזמן שיש עוונות, אז העוונות גורמים את הפירוד. וממילא יש דינים. כי ענין דינים פירושו הוא, היות שנעשה דין על הרצון לקבל לעצמו, שאין השפע יכול להאיר שם מסיבת שינוי צורה, לכן בזמן שיש למטה עוונות, זה גורם שינוי צורה למעלה בשורש המלכות. | Nach dem oben Gesagten können wir die Frage verstehen: Warum sind sie nicht immer miteinander verbunden, sondern es gibt Zeiten, in denen die Urteile regieren? Der Grund dafür ist, dass es zwar Schuld gibt, aber die Schuld die Trennung verursacht, und natürlich gibt es auch Urteile. Urteile bedeutet, dass es ein Urteil über den Willen gab, für sich selbst zu empfangen, wo die Fülle aufgrund der Ungleichheit der Form nicht leuchten kann; wenn es also unten Schuld gibt, verursacht sie oben, an der Wurzel von Malchut, Ungleichheit der Form. |
20 | So ergibt sich, dass die Urteile herrschen. Das heißt: Die Sitra Achra (die andere Seite), die nur aus den Sünden, nämlich dem Verlangen, für sich selbst zu empfangen, hervorgeht, herrscht. Das heißt: Die Sünden jener, die sich mit dem Verlangen befassen, für sich selbst zu empfangen, bewirken, dass der Sitra Achra Kraft hinzugefügt wird. Mit anderen Worten: So wie man, wenn man sich mit der Absicht zu geben befasst, an der Wurzel oben bewirkt, dass die Kraft des Verlangens zu geben hinzugefügt wird, was eine Vereinigung bewirkt, nämlich die Angleichung der Form, so auch umgekehrt: Wenn man sich mit dem Aspekt des Verlangens befasst, für sich selbst zu empfangen, empfangen die Klipot Kraft zu herrschen. | נמצא, שהדינים שולטים. היינו הסטרא אחרא, שהם נמשכים רק מהעוונות, שהוא הרצון לקבל לעצמו, שולט. היינו העוונות מאלו שעוסקים ברצון לקבל לעצמו, גורמים שיתווספו כח להסטרא אחרא. כלומר, כמו כשעוסקים בעל מנת להשפיע גורמים בשורש למעלה שיתווסף כח של הרצון להשפיע, שזה גורם יחוד, שהוא השתוות הצורה, כמו כן להיפך, כשעוסקים בבחינת רצון לקבל לעצמו, הקליפות מקבלות כח לשלוט. | Daraus folgt, dass die Urteile regieren. Das heißt, die Sitra Achra [andere Seite], die sich nur von den Schuldigen ausbreitet, die der Wille ist, für sich selbst zu empfangen, regiert. Mit anderen Worten: Die Schuld derjenigen, die sich auf den Willen einlassen, für sich selbst zu empfangen, führt zu einer Erhöhung der Macht der Sitra Achra. So dass wir, wenn wir uns engagieren, um zu geben, das Verlangen zu geben an der Wurzel oben verstärken, was zu einer Vereinheitlichung führt, die die Gleichwertigkeit der Form ist: Wenn man sich auf den Willen einlässt, für sich selbst zu empfangen, empfangen die Klipot die Kraft, zu kontrollieren. |
21 | Und dies ist, was geschrieben steht, dass dann die Urteile herrschen. Denn dann wird die Fülle nicht nach unten herabgezogen, weil die ganze Fülle zur Sitra Achra gehen wird, da die Malchut der Heiligkeit nicht empfangen kann, wegen der Trennung und der Entfernung, die zwischen ihr und dem Aspekt Seir Anpin besteht. Und dies wird so genannt: „die Könige versammelten sich nicht gemeinsam“. Das heißt: In der Zeit, in der es eine Angleichung der Form gibt, die „Verbindung“ genannt wird, dann „zogen sie gemeinsam vorüber“, wie oben, sodass die Sünden vorübergingen und gesühnt wurden. | וזה שכתוב, שאז הדינים שולטים. שאז אין השפע נמשך למטה, מסיבת שכל השפע ילך להסטרא אחרא, כי אין המלכות דקדושה יכולה לקבל, מסיבת הפירוד וההתרחקות שיש בינה לבחינת ז"א. וזה נקרא, ש"אין המלכים נועדו יחדיו". כלומר, בזמן שיש השתוות הצורה, הנקרא "חיבור", אז "עברו יחדיו" כנ"ל, שהעוונות עברו ונתכפרו. | Das ist die Bedeutung der Worte, dass dann die Urteile herrschen. Zu dieser Zeit reicht der Überfluss nicht nach unten, denn der ganze Überfluss geht an die Sitra Achra, da Malchut von Kedusha wegen der Trennung und Entfernung zwischen ihr und SA nicht empfangen kann. Dies wird damit begründet, dass sich die Könige nicht versammeln. Das heißt, wenn es eine Gleichheit der Form gibt, die „Verbindung„ genannt wird, gehen sie „gemeinsam vorbei„, was bedeutet, dass die Schuld vergangen ist und gesühnt wurde. |
22 | Und dies ist, was geschrieben steht: „Sie sahen es und staunten, erschraken, eilten davon, denn alle Träger des Gerichts verstummten und wurden aus der Welt entfernt und können nicht herrschen.“ So ergibt sich, dass alles, was der Mensch tut, er ebenso an der Wurzel seiner Seele bewirkt – sei es zum Guten oder, Gott behüte, zum Schlechten. | וזה שכתוב "המה ראו כן תמהו", נבהלו נחפזו, כי כל בעלי הדין נשקטו ונעברו מן העולם, ואינם יכולים לשלוט. נמצא, שכל מה שהאדם עושה, כך הוא גורם בשורש נשמתו. אם לטוב או חס ושלום לרע. | Das ist die Bedeutung der Worte: „Wie sie sahen, so wurden sie verwirrt, entsetzt und eilten, da alle Streitenden zum Schweigen gebracht und aus der Welt geschafft wurden und nicht regieren können.„ Daraus folgt, dass alles, was der Mensch tut, er im Grunde seiner Seele verursacht, ob zum Guten oder zum Schlechten. |
23 | Und damit lässt sich erklären, was im „Neila“-Gebet (Schlussgebet) geschrieben steht: „Du reichst den Übertretern die Hand, und Deine Rechte ist ausgestreckt, um die Umkehrenden aufzunehmen.“ Und ebenso sagten unsere Weisen, gesegneten Andenkens: „Wer die Hand ausstreckt, dem gibt man.“ Es ist nun der Lauf der Welt, dass jeder Einzelne seine Hand verschließt und kein Verlangen und keine Lust hat, dem anderen zu geben. Es sei denn, der Mensch sieht, dass er irgendeine Gegenleistung empfangen wird, dann streckt der Mensch seine Hand aus. Das heißt, er öffnet seine Hand, um die Gegenleistung zu empfangen. Und aus diesem Grund öffnet der Mensch auch seine Hand und gibt dem anderen. Aber einfach so die Hand auszustrecken, ohne Gegenleistung, da verschließt der Mensch seine Hand, und er hat keinerlei Möglichkeit, dem anderen etwas zu geben. | ובזה יש לפרש מה שכתוב בתפלת "נעילה" "אתה נותן יד לפושעים, וימינך פשוטה לקבל שבים". וכמו כן אמרו חז"ל "כל הפושט יד נותנים לו". הנה מדרך העולם הוא, שכל אחד ואחד קומץ ידו, ואין לו רצון וחשק לתת להשני. אם לא שהאדם רואה, שהוא יקבל איזה תמורה, אז האדם פושט את ידו. היינו, שפותח את ידו בכדי לקבל את התמורה. ומסיבה זו גם האדם פותח את ידו ונותן להשני. אבל לפשוט את היד סתם, בלי תמורה, האדם קומץ את ידו, ואין לו שום אפשרות שישפיע משהו להשני. | So können wir interpretieren, was im Neila [Schlussgebet] geschrieben steht: „Du hältst den Übertretern die Hand hin, und deine Rechte ist ausgestreckt, um die Zurückkehrenden aufzunehmen.„ Auch unsere Weisen sagten: „Wer seine Hand ausstreckt, dem wird gegeben.„ Normalerweise verschließt jeder seine Hand und will dem anderen nichts geben, es sei denn, er sieht, dass er eine Belohnung bekommt, dann streckt er seine Hand aus. In diesem Fall streckt er seine Hand aus. Mit anderen Worten: Er öffnet seine Hand, um die Belohnung zu empfangen. Aus diesem Grund öffnet auch der andere Mensch seine Hand und gibt dem anderen. Aber wenn ein Mensch seine Hand einfach so ausstreckt, ohne eine Belohnung zu erhalten, verschließt er seine Hand und kann dem anderen nichts geben. |
24 | Wenn wir daher auf dem Weg der Arbeit sprechen, also von dem, was der Mensch von oben empfangen will, das heißt, dass der Schöpfer ihm Fülle in die Gefäße des Menschen gibt, die „Hände“ genannt werden, dann ist die Ordnung so: Auf welche Weise der Mensch unten in der Handlung wirkt, so wird es oben an der Wurzel seiner Seele erweckt. | לכן כשאנו מדברים בדרך העבודה, היינו מה שהאדם רוצה לקבל מלמעלה, היינו שהקב"ה ישפיע לו לתוך הכלים של אדם, הנקראים "ידיים", אז הסדר במעשה דלמטה, באיזה אופן שהאדם עושה, כך מתעורר למעלה בשורש נשמתו. | Deshalb, wenn wir von der Arbeit sprechen, d.h. von dem, was ein Mensch von oben empfangen will, d.h. was der Schöpfer ihm in die Kelim [Gefäße] des Menschen, die „Hände„ genannt werden, geben will, so ist die Reihenfolge in der Handlung unten, dass, was immer ein Mensch tut, so erwacht es oben, an der Wurzel seiner Seele. |
25 | Wenn daher der Mensch die Hand ausstreckt, das heißt, dass er seine Hand öffnet und sie nicht verschließt, sondern nach oben geben will, so ergibt sich, dass an der Wurzel seiner Seele Malchut zum Aspekt des Gebenden wird, was „Angleichung der Form“ genannt wird. Dann gibt man ihm, denn es gibt nun den Aspekt der Angleichung der Form, der mit dem Namen „siehe, die Könige versammelten sich, zogen gemeinsam vorüber“ benannt wird. Das heißt: Die Fülle wird auf Malchut ausgegossen und von ihr auf jene, die die Vereinigung der Könige bewirkten, die Seir Anpin und Malchut sind. | לכן אם האדם פושט יד, היינו שפותח את ידו ואינו מקמץ, אלא שרוצה להשפיע למעלה, נמצא, שבשורש נשמתו נעשה המלכות בבחינת משפיע, המכונה "השתוות הצורה". אז נותנים לו, כי יש עכשיו בחינת השתוות הצורה, הנקראת בשם "הנה המלכים נועדו עברו יחדיו". היינו, שהשפע נשפע למלכות, וממנה לאלו שגורמו את היחוד של המלכים, שהם ז"א ומלכות. | Deshalb, wenn ein Mensch seine Hand ausstreckt, das heißt seine Hand öffnet und nicht schließt, sondern oben geben will, folgt daraus, dass an der Wurzel seiner Seele, Malchut, als Geber angesehen wird, was „Gleichwertigkeit der Form„ genannt wird. Zu dieser Zeit wird er, da nun Gleichwertigkeit der Form besteht, als „die versammelten Könige, die gemeinsam vorbeizogen„ bezeichnet. Mit anderen Worten: Die Fülle fließt zu Malchut und von ihr zu denen, die die Vereinigung der Könige bewirkt haben, nämlich SA und Malchut. |
26 | Daher sagten sie: „Wer die Hand ausstreckt, dem gibt man“ – aus dem Grund, dass er es war, der oben in seiner Wurzel bewirkt hat, dass der Aspekt der Vereinigung entsteht. Daher liegt es dem Menschen ob: Wenn er etwas will, das man ihm von oben gibt, muss er in seinem Wesen den Aspekt der Gefäße des Gebens erwecken. | לכן אמרו "כל הפושט יד, נותנים לו", מטעם שהוא היה הגורם למעלה בשורשו, שיהיה בחינת יחוד. לכן מוטל על האדם, אם הוא רוצה משהו שיתנו לו מלמעלה, הוא צריך לעורר בעצמותו בחינת כלים דהשפעה. | Deshalb heißt es: „Wer seine Hand ausstreckt, dem wird gegeben„, denn er hat die Einigung oben, in seiner Wurzel, bewirkt. Wenn ein Mensch also etwas von oben erhalten will, muss er in seinem Wesen die Gefäße des Gebens erwecken. |
27 | Doch es gibt Zeiten, in denen der Mensch die Hand ausstrecken und ein Gebender sein will, aber er kann es nicht, sein Körper ist damit nicht einverstanden. Und was kann er tun? Gewiss gibt es dafür keinen anderen Rat als das Gebet. Aber er sieht, dass er schon viele Male gebetet hat, dass der Schöpfer ihm seinen Mangel füllt, das heißt, dass es in seiner Macht steht, Handlungen mit der Absicht zu geben zu vollbringen, und der Schöpfer antwortet ihm nicht, als ob Er, Gott behüte, nicht über ihn wachte. | אולם יש לפעמים, שהאדם רוצה לפשוט את היד ולהיות משפיע, אבל הוא לא יכול, הגוף שלו אינו מסכים לזה. ומה הוא יכול לעשות. בטח שאין לזה שום עצה, אלא תפלה. אבל הוא רואה, שכבר הרבה פעמים הוא התפלל, שה' ימלא לו את חסרונו, היינו שיהיה בידו לעשות מעשים בעל מנת להשפיע, וה' אינו עונה לו, כאילו חס ושלום אינו משגיח עליו. | Doch manchmal möchte ein Mensch seine Hand ausstrecken und ein Geber sein, aber er kann es nicht. Sein Körper ist damit nicht einverstanden. Was kann er dann tun? Sein einziger Weg ist das Gebet. Doch er sieht, dass er schon viele Male zum Schöpfer gebetet hat, um seinen Mangel zu stillen, d.h. um arbeiten zu können, um geben zu können, doch der Schöpfer hat ihm nicht geantwortet, als ob er nicht über ihn wacht. |
28 | Wenn dem so ist, wie kann er dann noch einmal beten? Denn er sieht, dass es, Gott behüte, keinerlei Beachtung für das gibt, was er tut. Und diese Gedanken entfernen ihn vom Gebet. Wenn dem so ist, was hat er dann zu tun, in der Zeit, in der er in einen Zustand gerät, in dem diese Gedanken sein Gehirn durchstechen? | אם כן איך הוא יכול עוד הפעם להתפלל. כי הוא רואה, שאין שום תשומת לב חס ושלום למה שהוא עושה. והמחשבות האלו מרחיקים אותו מתפלה. אם כן מה עליו לעשות אז, בזמן שבא למצב שהמחשבות האלו דוקרין את מוחו. | Wie kann er also noch einmal beten? Er sieht, dass er keinerlei Aufmerksamkeit empfängt. Diese Gedanken bringen ihn vom Gebet ab. Was soll er also tun, wenn er in einen Zustand gerät, in dem ihm diese Gedanken durch den Kopf gehen? |
29 | Die Antwort ist, wie Baal HaSulam sagte, dass der Mensch glauben muss, was geschrieben steht: „Und es wird sein: Bevor sie rufen, werde Ich antworten; noch während sie reden, werde Ich hören.“ Und er sagte, die Erklärung ist: Der Mensch muss glauben, dass die Tatsache, dass er nun zum Beten gekommen ist, daher rührt, dass „Ich es ihm gegeben habe zu verstehen, dass er sich in einem Mangel befindet“. Und es lohnt sich, zum Beten zu kommen, damit der Schöpfer seinen Mangel füllt. | התשובה היא, כמו שאמר אאמו"ר זצ"ל, שהאדם צריך להאמין במה שכתוב "והיה טרם יקראו, ואני אענה, עוד הם מדברים, ואני אשמע". ואמר, שהפירוש הוא, שהאדם צריך להאמין, זה שהוא בא עתה להתפלל, זהו מטעם ש"אני נתתי לו להבין, שהוא נמצא בחסרון". וכדאי לבוא להתפלל, שה' ימלא חסרונו. | Die Antwort ist, wie Baal HaSulam sagte, dass der Mensch glauben muss, was geschrieben steht: „Und es geschah, dass ich antworte, ehe sie rufen, und dass ich höre, solange sie reden.„ Er sagte, dass es bedeutet, dass ein Mensch glauben soll, dass die Tatsache, dass er jetzt zum Beten gekommen ist, daran liegt, dass ich ihm gezeigt habe, dass er mangelhaft ist, und dass er zum Beten kommen soll, damit der Schöpfer seinen Mangel stillt. |
30 | Das heißt: Der Mensch soll nicht denken, dass er den Anfang gemacht hat. Vielmehr hat der Schöpfer den Anfang gemacht, indem Er ihm das Verlangen zu beten gegeben hat. Wenn dem so ist, kann er nicht sagen, dass der Schöpfer nicht auf ihn schaut, weil er keine Erhörung des Gebets sieht, in der Zeit, in der er über seinen Mangel betet. Vielmehr hat der Schöpfer den Anfang gemacht. | כלומר, שאל יחשוב האדם, שהוא התחיל תחילה. אלא הקב"ה התחיל, בזה שנתן לו רצון להתפלל. אם כן אינו יכול לומר, שה' לא מסתכל עליו, בזה שהוא לא רואה עניית התפלה, בעת שהוא מתפלל על חסרונו. אלא הקב"ה התחיל. | Das heißt, der Mensch sollte nicht denken, dass er zuerst angefangen hat. Vielmehr hat der Schöpfer angefangen, indem er ihm das Verlangen zu beten gegeben hat. Er kann also nicht sagen, dass der Schöpfer nicht über ihn wacht, wenn er keine Antwort auf sein Gebet sieht, wenn er für seinen Mangel betet. Vielmehr ist es der Schöpfer, der angefangen hat. |
31 | Und dies wird genannt „Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte“. Das heißt: „Ich habe die Berührung mit dir begonnen.“ Und der Mensch muss daraus erwachen. Doch der Mensch vollendet die Arbeit nicht. Vielmehr, wie geschrieben steht: „Der Ewige wird es für mich vollenden.“ Und damit lässt sich erklären: „Du reichst den Übertretern die Hand“ – die Erklärung ist, dass der Schöpfer die Hand reicht, das heißt die Kraft, den Übertretern, dass sie über ihren Mangel beten, und nicht der Mensch. Und ebenso liegt es dem Menschen ob, auf den Schöpfer zu vertrauen, dass Er ihm bei seinem Gebet helfen wird, und nicht zu verzweifeln. | וזה נקרא "אני ראשון ואני אחרון". היינו "אני התחלתי את המגע עמך". והאדם צריך מזה להתעורר. אולם אין האדם גומר את העבודה. אלא כמו שכתוב "ה' יגמור בעדי". ובזה יש לפרש "אתה נותן יד לפושעים" פירוש, שה' נותן את היד, היינו את הכח לפושעים שיתפללו על חסרונם, ולא האדם. וכן על האדם מוטל לבטוח בה', שיעזור לו על תפלתו. ולא להתייאש. | Das nennt man „Ich bin der Erste und ich bin der Letzte„. Das heißt: „Ich habe den Kontakt mit dir begonnen„, und der Mensch sollte daraus erwachen. Doch der Mensch vollendet die Arbeit nicht. Vielmehr ist es so, wie es geschrieben steht: „Der Ewige wird es für mich vollenden.„ Darunter sollten wir verstehen: „Du hilfst den Übeltätern.„ Das bedeutet, dass der Schöpfer den Übertretern die Hand, also die Kraft gibt, für ihr Versagen zu beten, und nicht der Mensch. Außerdem muss der Mensch darauf vertrauen, dass der Schöpfer ihm bei seinem Gebet hilft und nicht aufgibt. |
Was es bedeutet, dass durch die Vereinigung des Schöpfers und Seiner Shechina alle Sünden gesühnt werden
Im Sohar (Wajigasch, Blatt 7, und im Sulam [Leiter-Kommentar], Punkt 23) steht geschrieben, und dies sind seine Worte: „Rabbi Jehuda begann und sagte: ‚Denn siehe, die Könige versammelten sich‘ – das sind Jehuda und Josef, denn beide waren Könige.“ (Und in Punkt 27) sagt Rabbi Jehuda: „Wenn das Verlangen und die Vereinigung sich offenbaren, dann verbinden sich die beiden Welten, Seir Anpin und Malchut (SoN), miteinander und kommen zusammen. Die eine ist Seir Anpin, die den Schatz öffnet und gibt, und die andere ist Malchut, die die Fülle in sich sammelt und aufnimmt; und dann heißt es: ‚Denn siehe, die Könige versammelten sich.‘“ (Und in Punkt 28) sagt er: „‚Sie zogen gemeinsam vorüber‘, denn alle Sünden in der Welt können nicht vorübergehen, um gesühnt zu werden, bis sich Seir Anpin und Malchut miteinander vereinen“, wie geschrieben steht: „und der über Vergehen hinwegsieht“; und in diesem Sinne bedeutet „sie zogen gemeinsam vorüber“, dass die Sünden vorübergingen und gesühnt wurden. (Und in Punkt 30) sagt er: „‚Sie sahen es und staunten‘ – als sich die Könige in einem einzigen Verlangen versammelten, da sahen sie jenes Verlangen der beiden Welten, Seir Anpin und Malchut; ‚so staunten sie, erschraken, eilten davon‘, denn alle Träger des Gerichts verstummten und wurden aus der Welt entfernt und können nicht mehr herrschen, und dann verging ihr Bestand und ihre Herrschaft wurde aufgehoben.“ So weit seine Worte.
Und man muss verstehen, warum die Vergebung der Sünden von der Verbindung zweier Welten abhängt, die „Seir Anpin und Malchut“ genannt werden, von denen er sagt, dass die Könige „sich versammelten, gemeinsam vorüberzogen“. Und ferner muss man verstehen, warum sie sich nicht immer verbinden, sondern es eine Zeit gibt, in der die Urteile herrschen, wie geschrieben steht: „Sie sahen es und staunten, erschraken, eilten davon“ – durch die Vergebung der Sünden, da die Vergebung der Sünden durch die Verbindung von Seir Anpin und Malchut kommt. Wenn dem so ist, dann sind sie nicht immer verbunden. Und warum ist das so? Wer ist es, der hindert, dass sie nicht immer verbunden sind und dass die Urteile nicht beständig herrschen?
Es ist bekannt, dass alle Sünden durch das Verlangen entstehen, für sich selbst zu empfangen. Das heißt: Da alle Geschöpfe aus dem Aspekt Malchut kommen, die „Verlangen zu empfangen“ genannt wird – und dies ist der Kern der Schöpfung, die „Schöpfung aus dem Nichts“ (jesch mi-ajin) genannt wird –, stammt dieser Mangel, durch den die Geschöpfe danach streben, Genuss und Vergnügen zu empfangen, um ihren Mangel zu füllen, aus dem Verlangen, das in Malchut liegt.
Und wie wir lernen: Da das Schöpfungsziel darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, und da Genuss und Vergnügen sich nach dem Maß des Mangels und der Sehnsucht nach der Sache bemessen, so können sie in eben diesem Maß Genuss erfahren, wenn sie die Sache erlangen. Aus diesem Grund wurde der Aspekt Malchut erschaffen, der das ganze Maß des Mangels nach dem Licht und der Fülle umfasst, die der Schöpfer den Geschöpfen geben wollte.
Diese Malchut ist das allgemeine Verlangen zu empfangen. Das heißt, man muss sagen: In dem Maß an Gutem und Genuss, das Er den Geschöpfen zu geben gedachte, in diesem Maß erschuf Er den Mangel nach diesem Licht. Und dies wird in den Worten des heiligen ARI „Ejn Sof“ (Unendlichkeit) genannt. Und damit es beim Empfang des Vergnügens nicht zum Brot der Schande (nahama dichsufa) kommt, wurde eine Korrektur eingerichtet, die „Zimzum (Beschränkung) und Verhüllung“ genannt wird, sodass das Gute und der Genuss nur in dem Maß leuchten, in dem man die Absicht zu geben fassen kann; denn dadurch wird der Aspekt der Schande korrigiert, wie oben. Und so war die Ordnung in der Heiligkeit (Kedusha), dass man niemals mehr empfing, als man mit der Absicht zu geben fassen konnte.
Nach dieser Korrektur jedoch ergeben sich noch weitere Dinge. Das heißt: Es entstand etwas Neues, nämlich der Aspekt des Zerbrechens der Gefäße. Denn es kam zu einer Vermischung des Verlangens, für sich selbst zu empfangen, mit der Heiligkeit, weshalb die Gefäße zerbrachen. Und es kam auch zur Sünde am Baum der Erkenntnis, die bewirkte, dass heilige Funken in die Klipot (Schalen) fielen. So ergibt sich, dass das Zerbrechen der Gefäße und die Sünde am Baum der Erkenntnis bewirkten, dass die Geschöpfe, die danach kommen, das Verlangen zu empfangen, ihre Lebenskraft aus den ABYA der Klipa empfangen.
Und dies ist, wie in der „Einführung in das Buch Sohar“ (Punkt 10, 11) geschrieben steht, und dies sind seine Worte: „Und um diese Trennung zu korrigieren, die auf dem Gefäß der Seelen lastet, erschuf Er, gepriesen sei Er, alle Welten insgesamt. Und Er teilte sie in zwei Systeme, nämlich die vier Welten ABYA der Heiligkeit und ihnen gegenüber die vier Welten ABYA der Unreinheit (Tuma). Und Er prägte das Verlangen zu geben dem System ABYA der Heiligkeit ein und entfernte aus ihnen das Verlangen, für sich selbst zu empfangen, und legte es in das System der Welten ABYA der Unreinheit. Und dadurch wurden sie vom Schöpfer und von allen Welten der Heiligkeit getrennt.“
Und aus dem Gesagten folgt, dass der Mensch, solange er nicht aus der Herrschaft des Verlangens herausgetreten ist, für sich selbst zu empfangen, dazu gebracht wird, Sünden zu begehen, das heißt, von der Heiligkeit getrennt zu sein. Das heißt: Durch die Sünden entfernt sich der Mensch immer weiter von der Heiligkeit und wird in die Klipot hineingezogen. Daher folgt daraus, dass jedes der Geschöpfe durch seine Sünde eine Trennung an der Wurzel seiner Seele bewirkt, in Malchut von Azilut, die die Gesamtheit aller Seelen ist – weshalb Malchut „Versammlung Israels“ (Knesset Israel) genannt wird, nämlich die Malchut der Heiligkeit –, sodass sie von der Heiligkeit getrennt wird. Dies gilt als: Der Mensch bewirkt durch seine Sünde den Abstieg von Heiligkeit in die Klipa.
So ergibt sich, dass dies als eine Trennung gilt, die er an der Wurzel seiner Seele zwischen dem Schöpfer und Seiner Shechina (göttliche Gegenwart) bewirkt. Das heißt: Malchut ist nicht in Angleichung der Form mit Seir Anpin. Denn Seir Anpin wird „der Gebende“ genannt, der Aspekt des Schöpfers, und Malchut ist die Empfangende, die das Gegenteil des Gebenden ist. Das heißt: Alle Sünden entstehen nur dadurch, dass der Mensch das Verlangen, für sich selbst zu empfangen, füllen will. So ergibt sich, dass er oben eine Trennung an der Wurzel seiner Seele bewirkt, die in Malchut ist.
Und wenn der Mensch Umkehr (Teshuwa) übt – und was ist die Umkehr? Dass der Mensch auf sich nimmt, das heißt, dass der Mensch sagt, dass er von heute an alles um des Himmels willen tun wird und nicht zum eigenen Nutzen, also dass alle Handlungen mit der Absicht zu geben geschehen werden, was „Angleichung der Form“ genannt wird. So ergibt sich, dass er durch die Umkehr bewirkt, dass es an der Wurzel seiner Seele, in Malchut, ebenfalls nur das Geben gibt – nach dem Vorbild von Seir Anpin, der der Gebende ist und der Aspekt des Schöpfers genannt wird.
Und dies wird „Vereinigung des Schöpfers und Seiner Shechina“ genannt. Das heißt: So wie der Schöpfer der Gebende ist, so ist auch Malchut, die der Aspekt „Seine Shechina“ genannt wird, mit der Absicht zu geben. Folglich kann der Schöpfer an Malchut geben, und dann wird die Fülle nach unten herabgezogen. So ergibt sich, dass durch die Sünde oben ein Makel entstand, der eine Trennung bewirkte. Und nun wird durch die Umkehr die Trennung korrigiert, und es entsteht der Aspekt der Vereinigung. Und dies bedeutet, dass durch die Vereinigung die Sünden vorübergingen, das heißt: Die Schäden, die er bewirkt hat, wurden durch seine Handlungen korrigiert.
Und damit lässt sich erklären, was geschrieben steht: „Kehre um, Israel, bis zum Ewigen, deinem Gott.“ Was bedeutet „bis zum Ewigen, deinem Gott“? Es ist nun bekannt, dass „der Ewige“ der Aspekt Seir Anpin genannt wird, der die Eigenschaft der Barmherzigkeit ist, das heißt der Aspekt des Gebenden. „Dein Gott“ ist der Aspekt des Gerichts, das heißt der Aspekt Malchut, die das Verlangen zu empfangen ist, über der es ein Zimzum und ein Gericht gab, sodass es verboten ist, das Verlangen zu empfangen ohne die Korrektur des Massach (Schirm) zu gebrauchen, die „mit der Absicht zu geben“ genannt wird.
Und da Israel dadurch, dass es sündigte, bewirkte, dass der Aspekt Malchut sich von Seir Anpin entfernte, der „der Gebende“ genannt wird, wie oben – denn alle Sünden entstehen nur aus dem Verlangen, für sich selbst zu empfangen –, so ergibt sich, dass über Malchut der Aspekt des Gerichts ruht. Daher muss man Umkehr üben, in dem Maß, dass Malchut sich dem Aspekt Seir Anpin nähert, was „Angleichung der Form“ und der Aspekt „Anhaftung“ (Dwekut) genannt wird.
Das heißt: So wie Seir Anpin gibt, so wird auch Malchut eine solche Korrektur erlangen, indem man dadurch, dass man Umkehr übt und sagt, dass von nun an alle Handlungen mit der Absicht zu geben geschehen werden, was „Barmherzigkeit“ genannt wird, wie Seir Anpin. So ergibt sich, dass die Umkehr bewirkt, dass Malchut, die vor der Korrektur „Eigenschaft des Gerichts“ genannt wird, nach der Korrektur zur Barmherzigkeit wird, wie Seir Anpin.
Und damit lässt sich „Kehre um, Israel“ so erklären: Die Umkehr, die der Mensch üben muss, besteht darin, dass er aus Malchut, die „dein Gott“ genannt wird und die die Eigenschaft des Gerichts ist, den Aspekt „der Ewige“ macht, der der Aspekt der Barmherzigkeit ist. Denn durch diese Vereinigung werden alle Schäden korrigiert, die die Sünden bewirkten, indem eine Entfernung zwischen dem Schöpfer und Seiner Shechina entstand – und nun wird es korrigiert. So ergibt sich, dass durch die Vereinigung alle Sünden gesühnt wurden.
Und nach dem Gesagten lässt sich erklären, was wir gefragt haben: Warum hängt die Vergebung der Sünden von der Verbindung zweier Welten ab, die „Seir Anpin und Malchut“ genannt werden? Vielmehr, wie oben: dadurch, dass man Umkehr übt, in dem Maß, dass „der Ewige wird dein Gott sein“, das heißt, dass man eine Vereinigung bewirkt, nämlich eine Angleichung der Form zwischen Malchut und Seir Anpin, wird dann der Schaden korrigiert, der durch die Sünden entstanden ist und der eine Trennung zwischen Malchut und Seir Anpin bewirkte, indem man Sünden mit dem Verlangen zu empfangen beging.
Da man den Worten unserer Weisen, gesegneten Andenkens, Glauben schenken muss, die sagten, dass jeder Einzelne durch seine Sünden eine Trennung an der Wurzel seiner Seele bewirkt, in Malchut – wobei die Trennung, die entsteht, so genannt wird: Er bringt Heiligkeit zu den Klipot herab –, so ergibt sich: Indem man korrigiert und in Umkehr zurückkehrt und sagt, dass von nun an alles mit der Absicht zu geben geschehen wird und nicht, für sich selbst zu empfangen, bewirkt dies nun, dass das, was er an seiner Wurzel verdorben hat, wieder mit der Heiligkeit verbunden wird, das heißt mit dem Aspekt des Gebenden, nach dem Vorbild von Seir Anpin. So ergibt sich, dass durch die Sünden ein Entweichen der Fülle eintrat, weil eine Trennung zwischen dem Empfangenden und dem Gebenden entstand, also zwischen Seir Anpin und Malchut, und nun ist sie wieder vereint.
Und dies ist, was geschrieben steht: „Wenn das Verlangen und die Vereinigung sich offenbaren, dann verbinden sich beide miteinander und kommen zusammen; die eine ist Seir Anpin, die den Schatz öffnet und gibt, und die andere ist Malchut, die die Fülle in sich sammelt und aufnimmt. Und dann heißt es: ‚Denn siehe, die Könige versammelten sich.‘“ Die Erklärung ist: Nachdem durch die Umkehr die Vereinigung zwischen dem Gebenden und dem Empfangenden zustande gekommen ist, sodass der Empfangende alles mit der Absicht zu geben empfängt, so ergibt sich, dass durch die Angleichung der Form der Gebende dem Empfangenden geben kann, wie oben.
Und nach dem Gesagten verstehen wir, was wir gefragt haben: Warum verbinden sie sich nicht immer, sondern es gibt eine Zeit, in der die Urteile herrschen? Der Grund ist: In der Zeit, in der es Sünden gibt, bewirken die Sünden die Trennung. Und folglich gibt es Urteile. Denn der Aspekt der Urteile bedeutet: Da ein Gericht über das Verlangen, für sich selbst zu empfangen, vollzogen wurde, sodass die Fülle dort wegen der Verschiedenheit der Form nicht leuchten kann, deshalb bewirkt es, wenn es unten Sünden gibt, eine Verschiedenheit der Form oben in der Wurzel von Malchut.
So ergibt sich, dass die Urteile herrschen. Das heißt: Die Sitra Achra (die andere Seite), die nur aus den Sünden, nämlich dem Verlangen, für sich selbst zu empfangen, hervorgeht, herrscht. Das heißt: Die Sünden jener, die sich mit dem Verlangen befassen, für sich selbst zu empfangen, bewirken, dass der Sitra Achra Kraft hinzugefügt wird. Mit anderen Worten: So wie man, wenn man sich mit der Absicht zu geben befasst, an der Wurzel oben bewirkt, dass die Kraft des Verlangens zu geben hinzugefügt wird, was eine Vereinigung bewirkt, nämlich die Angleichung der Form, so auch umgekehrt: Wenn man sich mit dem Aspekt des Verlangens befasst, für sich selbst zu empfangen, empfangen die Klipot Kraft zu herrschen.
Und dies ist, was geschrieben steht, dass dann die Urteile herrschen. Denn dann wird die Fülle nicht nach unten herabgezogen, weil die ganze Fülle zur Sitra Achra gehen wird, da die Malchut der Heiligkeit nicht empfangen kann, wegen der Trennung und der Entfernung, die zwischen ihr und dem Aspekt Seir Anpin besteht. Und dies wird so genannt: „die Könige versammelten sich nicht gemeinsam“. Das heißt: In der Zeit, in der es eine Angleichung der Form gibt, die „Verbindung“ genannt wird, dann „zogen sie gemeinsam vorüber“, wie oben, sodass die Sünden vorübergingen und gesühnt wurden.
Und dies ist, was geschrieben steht: „Sie sahen es und staunten, erschraken, eilten davon, denn alle Träger des Gerichts verstummten und wurden aus der Welt entfernt und können nicht herrschen.“ So ergibt sich, dass alles, was der Mensch tut, er ebenso an der Wurzel seiner Seele bewirkt – sei es zum Guten oder, Gott behüte, zum Schlechten.
Und damit lässt sich erklären, was im „Neila“-Gebet (Schlussgebet) geschrieben steht: „Du reichst den Übertretern die Hand, und Deine Rechte ist ausgestreckt, um die Umkehrenden aufzunehmen.“ Und ebenso sagten unsere Weisen, gesegneten Andenkens: „Wer die Hand ausstreckt, dem gibt man.“ Es ist nun der Lauf der Welt, dass jeder Einzelne seine Hand verschließt und kein Verlangen und keine Lust hat, dem anderen zu geben. Es sei denn, der Mensch sieht, dass er irgendeine Gegenleistung empfangen wird, dann streckt der Mensch seine Hand aus. Das heißt, er öffnet seine Hand, um die Gegenleistung zu empfangen. Und aus diesem Grund öffnet der Mensch auch seine Hand und gibt dem anderen. Aber einfach so die Hand auszustrecken, ohne Gegenleistung, da verschließt der Mensch seine Hand, und er hat keinerlei Möglichkeit, dem anderen etwas zu geben.
Wenn wir daher auf dem Weg der Arbeit sprechen, also von dem, was der Mensch von oben empfangen will, das heißt, dass der Schöpfer ihm Fülle in die Gefäße des Menschen gibt, die „Hände“ genannt werden, dann ist die Ordnung so: Auf welche Weise der Mensch unten in der Handlung wirkt, so wird es oben an der Wurzel seiner Seele erweckt.
Wenn daher der Mensch die Hand ausstreckt, das heißt, dass er seine Hand öffnet und sie nicht verschließt, sondern nach oben geben will, so ergibt sich, dass an der Wurzel seiner Seele Malchut zum Aspekt des Gebenden wird, was „Angleichung der Form“ genannt wird. Dann gibt man ihm, denn es gibt nun den Aspekt der Angleichung der Form, der mit dem Namen „siehe, die Könige versammelten sich, zogen gemeinsam vorüber“ benannt wird. Das heißt: Die Fülle wird auf Malchut ausgegossen und von ihr auf jene, die die Vereinigung der Könige bewirkten, die Seir Anpin und Malchut sind.
Daher sagten sie: „Wer die Hand ausstreckt, dem gibt man“ – aus dem Grund, dass er es war, der oben in seiner Wurzel bewirkt hat, dass der Aspekt der Vereinigung entsteht. Daher liegt es dem Menschen ob: Wenn er etwas will, das man ihm von oben gibt, muss er in seinem Wesen den Aspekt der Gefäße des Gebens erwecken.
Doch es gibt Zeiten, in denen der Mensch die Hand ausstrecken und ein Gebender sein will, aber er kann es nicht, sein Körper ist damit nicht einverstanden. Und was kann er tun? Gewiss gibt es dafür keinen anderen Rat als das Gebet. Aber er sieht, dass er schon viele Male gebetet hat, dass der Schöpfer ihm seinen Mangel füllt, das heißt, dass es in seiner Macht steht, Handlungen mit der Absicht zu geben zu vollbringen, und der Schöpfer antwortet ihm nicht, als ob Er, Gott behüte, nicht über ihn wachte.
Wenn dem so ist, wie kann er dann noch einmal beten? Denn er sieht, dass es, Gott behüte, keinerlei Beachtung für das gibt, was er tut. Und diese Gedanken entfernen ihn vom Gebet. Wenn dem so ist, was hat er dann zu tun, in der Zeit, in der er in einen Zustand gerät, in dem diese Gedanken sein Gehirn durchstechen?
Die Antwort ist, wie Baal HaSulam sagte, dass der Mensch glauben muss, was geschrieben steht: „Und es wird sein: Bevor sie rufen, werde Ich antworten; noch während sie reden, werde Ich hören.“ Und er sagte, die Erklärung ist: Der Mensch muss glauben, dass die Tatsache, dass er nun zum Beten gekommen ist, daher rührt, dass „Ich es ihm gegeben habe zu verstehen, dass er sich in einem Mangel befindet“. Und es lohnt sich, zum Beten zu kommen, damit der Schöpfer seinen Mangel füllt.
Das heißt: Der Mensch soll nicht denken, dass er den Anfang gemacht hat. Vielmehr hat der Schöpfer den Anfang gemacht, indem Er ihm das Verlangen zu beten gegeben hat. Wenn dem so ist, kann er nicht sagen, dass der Schöpfer nicht auf ihn schaut, weil er keine Erhörung des Gebets sieht, in der Zeit, in der er über seinen Mangel betet. Vielmehr hat der Schöpfer den Anfang gemacht.
Und dies wird genannt „Ich bin der Erste und Ich bin der Letzte“. Das heißt: „Ich habe die Berührung mit dir begonnen.“ Und der Mensch muss daraus erwachen. Doch der Mensch vollendet die Arbeit nicht. Vielmehr, wie geschrieben steht: „Der Ewige wird es für mich vollenden.“ Und damit lässt sich erklären: „Du reichst den Übertretern die Hand“ – die Erklärung ist, dass der Schöpfer die Hand reicht, das heißt die Kraft, den Übertretern, dass sie über ihren Mangel beten, und nicht der Mensch. Und ebenso liegt es dem Menschen ob, auf den Schöpfer zu vertrauen, dass Er ihm bei seinem Gebet helfen wird, und nicht zu verzweifeln.
korrigiert (Stilüberarbeitung nach Richtlinie), EY, Claude/Opus 4.8, 24.07.2026, 13:43 Uhr, Ver3