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Rabash 1990-10 – Was bedeutet es in der Arbeit, dass unsere Weisen sagten: „König David hatte kein Leben“?

Hinweis: Ver4 (Stilüberarbeitung nach Richtlinie) auf Basis Ver3→Ver4; Deutsch NEU und Fließtext bleiben wortgleich. HE maßgeblich; RU primäre Referenz mit Strukturdrift; EN fehlt. ALT als Lesbarkeitsmaßstab konsultiert. Inhalt, Absatzstruktur und Terminologie unverändert; Fett aus RU mit HE-Fallback und Kursiv gemäß Glossar verifiziert.

Nr.

Deutsch NEU

עברית

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1

Der Sohar (WaJishlach, Blatt 16, und im Sulam [Leiter-Kommentar], Punkt 52) sagt dort folgendermaßen: „Rabbi Shimon sagte: ‚Wir haben gelernt, dass König David, bevor er auf die Welt kam, überhaupt kein Leben hatte, außer den siebzig Jahren, die Adam haRishon ihm von sich aus gab. Eine andere Auslegung ist: Die Väter überließen ihm von ihrem Leben, jeder einzelne von ihnen. Abraham überließ ihm von seinem Leben, ebenso Jakob und Josef. Isaak überließ ihm nichts, weil König David von seiner Seite kam.‘“

הזה"ק (וישלח דף ט"ז ובהסולם אות נ"ב) אומר שם וזה לשונו, "רבי שמעון אמר, למדנו, שדוד המלך מטרם שבא לעולם, לא היו לו חיים כלל, מלבד שאדם הראשון נתן לו משלו ע' שנים. עוד פירוש, האבות הניחו לו מחייהם, כל אחד ואחד. אברהם הניח לו מחייו, וכן יעקב, ויוסף. יצחק לא הניח לו כלום, משום שדוד המלך בא מצדו.

Der Sohar sagt (WaJishlach, Ziffern 52-54): „Rabbi Shimon sagt: ‚Wir haben gelernt, dass König David, bevor er auf die Welt kam, überhaupt kein Leben hatte, außer den siebzig Jahren, die Adam haRishon ihm von sich aus gab.‘ Eine andere Interpretation ist: Die Urväter gaben ihm von ihren Leben, jeder einzelne von ihnen. Abraham gab ihm von seinem Leben, ebenso Jakob und Josef. Isaak hat ihm nichts hinterlassen, da König David von seiner Seite kam.“

2

Auslegung: „König David ist das Geheimnis von Nukwa auf der linken Seite, wo dann Dunkelheit herrscht und nicht Licht. Deshalb hatte er kein Leben, denn Leben gibt es nur auf der rechten Seite, dem Geheimnis von Seir Anpin, der „Baum des Lebens“ genannt wird. Auch Isaak war auf der linken Seite, doch er war in Abraham eingeschlossen, im Geheimnis des Verses: „Abraham zeugte Isaak“, und ebenso durch die Kraft der Fesselung. Deshalb hatte er Leben. Doch all das galt nur für ihn selbst. David aber konnte er kein Leben geben, weil sein Wesen aus der linken Linie stammte.“ So weit der Wortlaut.

פירוש, כי דוד המלך הוא סוד הנוקבא מצד שמאל, שאז הוא חושך ולא אור. ועל כן לא היו לו חיים, כי אין חיים אלא מצד ימין, שהוא סוד ז"א, הנקרא עץ חיים. וגם יצחק היה מצד שמאל, אלא שנכלל באברהם, בסוד הכתוב, אברהם הוליד את יצחק. וכן בכח העקדה. ועל כן היו לו חיים. וכל זה רק לעצמו. אבל ליתן חיים לדוד, לא היה יכול, מטעם שעיקרו מקו שמאל היה", עד כאן לשונו.

Interpretation: „Denn König David ist die Nukwa von der linken Seite, wenn Dunkelheit herrscht und nicht Licht ist, daher hatte er kein Leben, denn Leben gibt es nur von der rechten Seite, die Seir Anpin [aramäisch: Kleines Gesicht, die 6 mittleren Sefirot] heißt, der ‚Baum des Lebens‘. Auch Isaak war von der linken Seite, aber er war in Abraham enthalten, denn es steht geschrieben: „Abraham zeugte Isaak“, und auch wegen der Fesselung [von Isaak]. Deshalb hatte er das Leben. Und das war nur für ihn selbst, aber er konnte David nicht das Leben geben, denn er ist im Wesentlichen von der linken Linie.“

3

Hier muss man verstehen, was „rechts“ ist, wenn er sagt, dass ‚es Leben nur auf der rechten Seite gibt‘, und was „links“ ist, wo ‚Dunkelheit herrscht und nicht Licht‘. Ebenso muss man verstehen, warum Isaak, der links ist, Leben hatte – nur dass er des Einschlusses in die Rechte bedurfte, also in Abraham. David dagegen hatte überhaupt kein Leben, sondern jeder musste David von seinem eigenen Leben abgeben.

ויש להבין, מהו ימין, שאומר, ש"רק מימין יש חיים". ומהו שמאל, ש"שם הוא חושך ולא אור". וכמו כן יש להבין, מדוע יצחק, שהוא שמאל, היו לו חיים, אלא היה צריך התכללות מימין, שהוא אברהם. מה שאין כן דוד, לא היו לו חיים כלל, אלא כל אחד היה צריך לתת לדוד מהחיים שלו.

Wir sollten verstehen, was „rechts“ ist, wo er sagt, dass „es Leben nur von der rechten Seite gibt“, und was links ist, wo „es Dunkelheit gibt und nicht Licht.“ Zudem sollten wir verstehen, warum Isaak, der links ist, Leben hatte, aber er brauchte einen Einschluss in die Rechte [Linie], welche Abraham ist, während David überhaupt kein Leben hatte, sondern jeder von seinem eigenen Leben abgeben musste.

4

Um dies im Sinne der spirituellen Arbeit zu verstehen, müssen wir uns daran erinnern, was wir gelernt haben: Vor uns liegen zwei Dinge.

ולהבין זה על דרך העבודה, צריכים לזכור את מה שלמדנו, שיש לפנינו ב' דברים:

Um dies in der Arbeit zu verstehen, müssen wir uns daran erinnern, was wir gelernt haben, dass zwei Dinge vor uns liegen:

5

1. Das Schöpfungsziel: Das Schöpfungsziel besteht darin, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Das bedeutet, dass alle Geschöpfe das Ziel erreichen und mit dem Guten und dem Genuss gewürdigt werden müssen, die in dem Ziel des Schöpfers liegen, der es erschaffen hat.

א. מטרת הבריאה, שמטרת הבריאה היא להטיב לנבראיו. זאת אומרת, שכל הנבראים צריכים להגיע להמטרה, ולזכות את הטוב והעונג, שיש בהמטרה של הבורא, שברא אותה.

1.) Das Schöpfungsziel, das darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Das bedeutet, dass alle Geschöpfe das Ziel erreichen und mit dem Guten und dem Genuss belohnt werden müssen, die in dem Ziel des Schöpfers, der sie erschaffen hat, liegen.

6

2. Die Korrektur der Schöpfung: Sie dient dazu, dass es kein „Brot der Scham“ (Nahama deKisufa) gibt. Deshalb wurde eine Korrektur eingerichtet, die „Or Choser (zurückgeworfenes Licht)“ genannt wird. Das heißt, die Unteren kehren um und geben dem Schöpfer Genuss zurück. Sie wollen das Gute und den Genuss also nicht für sich selbst empfangen, sondern um zu geben.

ב. תיקון הבריאה, שהוא בכדי שלא יהא בחינת נהמא דכסופא. לכן נתקן תיקון, המכונה אור חוזר. כלומר, שהתחתונים חוזרים ומשפיעים הנאה להבורא. זאת אומרת, שהם לא רוצים לקבל את הטוב ועונג לצורך עצמם, אלא בעל מנת להשפיע.

2.) Die Korrektur der Schöpfung, die darin besteht, dass es nicht das Brot der Scham geben wird. Zu diesem Zweck wurde eine Korrektur namens Or Choser [Zurückkehrendes Licht] eingeführt, was bedeutet, dass die Unteren zurückkehren und dem Schöpfer Genuss geben. Das heißt, sie wollen die Freude und den Genuss nicht um ihrer selbst willen empfangen, sondern um des Gebens willen.

7

Diese beiden Dinge sind einander entgegengesetzt. Denn der Schöpfer hat in den Geschöpfen ein Verlangen erschaffen, für sich selbst zu empfangen, also dass die Geschöpfe Genuss haben – und darin liegt nach allem, was wir lernen, Sein ganzer Zweck. Die Korrektur aber ist das genaue Gegenteil der Eigenschaft der Geschöpfe, die mit dem Verlangen erschaffen wurden, für sich selbst zu empfangen. Nun aber müssen die Geschöpfe etwas tun, was der Natur widerspricht, nämlich geben.

ואלו ב' דברים, הם ב' הפכים זה לזה, היות הבורא ברא בהנבראים רצון לקבל לעצמם, כלומר שהנבראים יהנו, שזוהי כל מטרתו, מה שאנו לומדים. והתיקון הוא ממש להיפך מתכונת הנבראים, שהם נבראו ברצון לקבל לעצמם, והנבראים צריכים עתה לעשות דבר, שהוא נגד הטבע, שהוא להשפיע.

Diese beiden Dinge sind einander entgegengesetzt, denn der Schöpfer hat in den Geschöpfen das Verlangen erschaffen, für sich selbst zu empfangen, was bedeutet, dass die Geschöpfe Genuss empfangen werden, denn das war Sein ganzer Wille, wie wir lernen. Die Korrektur ist das vollkommene Gegenteil der Eigenschaft der Geschöpfe, die mit dem Verlangen erschaffen wurden, für sich selbst zu empfangen. Deshalb müssen die Geschöpfe jetzt etwas tun, was der Natur widerspricht, nämlich zu geben.

8

Das heißt: Die Arbeit beginnt damit, dass die Unteren Handlungen des Gebens vollbringen müssen, und zwar mit der Absicht zu geben. Danach beginnt die Arbeit, in der sie Genuss und Vergnügen empfangen können – ebenfalls mit der Absicht zu geben.

כלומר, ראשית העבודה מתחלת, שהתחתונים צריכים לעשות מעשים דהשפעה, ושזה יהיה על הכוונה דלהשפיע. ואח"כ מתחלת העבודה, שיהיה באפשרותם לקבל הנאה ותענוג על הכוונה דלהשפיע.

Mit anderen Worten: Die Arbeit beginnt damit, dass die Unteren Handlungen des Gebens ausführen und mit der Absicht zu geben arbeiten müssen. Danach beginnt die Arbeit, in der sie mit der Absicht zu geben Freude und Genuss empfangen können.

9

Damit es Raum für die Arbeit gibt und der Mensch eine Wahl treffen kann, sich auf das Geben auszurichten, wurden eine Einschränkung (Zimzum) und eine Verhüllung geschaffen. Das bedeutet: Solange der Mensch sich nicht auf das Geben ausrichten kann, bleibt er unter der Verhüllung. Abgesehen davon, dass er sich nicht auf das Geben ausrichten kann, sondern sein ganzes Verlangen nur dem eigenen Nutzen gilt, bewirkt diese Verhüllung noch etwas anderes, das Schwerste überhaupt: Der Mensch muss harte Arbeit leisten, um des Glaubens über dem Verstand gewürdigt zu werden. Denn durch die Verhüllung sieht er innerhalb des Verstandes das Gute und den Genuss nicht, den die Geschöpfe vom Schöpfer empfangen – obwohl das ganze Schöpfungsziel allein darin lag, dass Er Seinen Geschöpfen Gutes tun will. Dieses Gute sieht er nicht, weder in Bezug auf sich selbst noch in Bezug auf andere Menschen.

ובכדי שיהא מקום לעבודה, ולעשות בחירה, שיוכלו לכוון בעל מנת להשפיע, נעשה צמצום והסתר, שפירושו, שכל זמן שאין האדם יכול לכוון בעל מנת להשפיע, הוא מונח תחת ההסתר. היינו, שחוץ מזה שאין באפשרותו לכוון בעל מנת להשפיע, אלא כל רצונו הוא רק לעבוד לתועלת עצמו, נעשה ע"י ההסתר הזה דבר נוסף, שזהו הקשה ביותר, והוא, שהאדם צריך לעבוד עבודה קשה, לזכות לבחינת אמונה למעלה מהדעת, כי ע"י ההסתר נעשה, שבתוך הדעת אין הוא רואה את הטוב והעונג, מה שהנבראים מקבלים מה', שכל מטרת הבריאה היתה רק מטעם שרצונו להטיב לנבראיו, והוא לא רואה את הטוב הזה, לא לגבי עצמו ולא לגבי שאר אנשים.

Um Raum für die Arbeit zu haben und eine Wahl zu treffen, damit sie sich darauf ausrichten können, um zu geben, wurde eine Einschränkung [Zimzum] und Verhüllung gemacht. Das heißt, solange man nicht auf das Geben ausgerichtet ist, steht man unter dieser Verhüllung. Mit anderen Worten: Abgesehen davon, dass er nicht in der Lage ist, sich auf das Geben auszurichten, und nur um seiner selbst willen arbeiten will, ist durch diese Verhüllung noch etwas anderes geschehen, und zwar das Schwerste: Der Mensch muss hart arbeiten, um mit dem Glauben über dem Verstand belohnt zu werden, denn wegen der Verhüllung kann er die Freude und das Vergnügen, die die Geschöpfe vom Schöpfer empfangen, nicht mit dem Verstand sehen, obwohl der ganze Zweck der Schöpfung in Seinem Verlangen lag, Seinen Geschöpfen Gutes zu geben. Doch er kann dieses Gute weder in Bezug auf sich selbst noch in Bezug auf andere Menschen sehen.

10

Daraus folgt: Der Mensch muss nicht nur arbeiten, um die Übereinstimmung der Form zu erlangen, also Gefäße des Gebens zu haben, sondern auch, um des Glaubens gewürdigt zu werden, dass der Schöpfer Seine Welt als der Gute führt, der Gutes tut. Und wodurch wurde das alles bewirkt? All dies geschah durch die Kraft der Einschränkung und der Verhüllung, die ihrerseits durch die Korrektur der Schöpfung bewirkt wurden.

נמצא, שנוסף לזה, שהוא צריך לעבוד להשיג את השתוות הצורה, שהיא, שיהיו לו כלים דהשפעה, האדם צריך לעבוד לזכות לבחינת אמונה, שהבורא מנהיג את עולמו בבחינת טוב ומטיב. ומי גרם כל זה. הכל הוא נעשה מכח הצמצום וההסתר, שנעשה מכח תיקון הבריאה.

Es stellt sich heraus, dass der Mensch nicht nur arbeiten muss, um die Übereinstimmung der Form zu erlangen, also Gefäße des Gebens zu haben, sondern auch, um mit dem Glauben belohnt zu werden, dass der Schöpfer seine Welt in der Form des Guten führt und Gutes tut. Und wodurch wurde das alles verursacht? Durch die Einschränkung und die Verhüllung, welche wegen der Korrektur der Schöpfung angebracht wurden.

11

Hier aber stellt sich eine schwerwiegende Frage. Wir sagen, dass die Verhüllung um der Korrektur der Schöpfung willen geschah, und aus dieser Verhüllung ergeben sich zwei Aspekte.

אולם כאן מתעוררת שאלה חמורה, היות שאומרים, שלצורך תיקון הבריאה נעשתה ההסתרה, ומכח הסתרה זו יוצאות לנו ב' בחינות:

Hier stellt sich jedoch eine ernstzunehmende Frage: Wir sagen, dass die Verhüllung zum Zweck der Korrektur der Schöpfung stattfand, aber als Folge dieser Verhüllung entstehen zwei Unterscheidungen:

12

1. der Mangel an Glauben,

א. ענין חסרון אמונה,

1.) die Angelegenheit des mangelnden Glaubens,

13

2. das Verbot, das Verlangen zu benutzen, für sich selbst zu empfangen.

ב. ענין שאסור להשתמש עם הרצון לקבל לעצמו.

2.) das Verbot, den Willen zu benutzen, um für sich selbst zu empfangen.

14

Dies wird allgemein „Mocha weLiba“ (Verstand und Herz) genannt. Es stellt sich die Frage: Was kommt zuerst? Muss der Mensch also zuerst des Glaubens gewürdigt werden und kann erst danach dazu gelangen, zum Nutzen des Schöpfers und nicht zum eigenen Nutzen zu arbeiten – oder ist es umgekehrt?

שזה נקרא באופן כללי בשם "מוחא וליבא". נשאלת שאלה, מי בא קודם. כלומר, שאם קודם צריך האדם לזכות לבחינת אמונה, ואח"כ הוא יכול לזכות לעבוד לתועלת הבורא ולא לתועלת עצמו, או להיפך.

Allgemein wird dies als „Verstand und Herz“ bezeichnet. Die Frage ist: Wer kommt zuerst? Das heißt, sollte man zuerst mit dem Glauben belohnt werden und erst kann man zum Nutzen seines Schöpfers arbeiten und nicht um seines eigenen Willens, oder ist es umgekehrt?

15

Die Vernunft verlangt, dass der Mensch zuerst des Glaubens gewürdigt werden muss. Erst dann lässt sich sagen, dass er sich selbst annulliert, nicht für den eigenen Nutzen arbeitet und einzig zum Nutzen des Schöpfers arbeitet. Dass der Mensch alles allein zum Nutzen des Schöpfers tut, hängt davon ab, in welchem Maß er an die Größe des Schöpfers glaubt; in diesem Maß lässt sich sagen, dass er für Ihn arbeitet. Denn man kann sich nicht stark für etwas anstrengen, das nicht wichtig ist – es ist der Lauf der Welt, dass man für das Wichtigere mehr Mühe aufwendet.

השכל מחייב, מקודם צריך האדם לזכות לבחינה אמונה, ואח"כ שייך לומר, שהאדם מבטל את עצמותו, ולא עובד לתועלת עצמו, והוא עובד רק לתועלת ה'. וענין זה, שהאדם יעשה הכל רק לתועלת ה', זה תלוי לפי מה שהוא מאמין בגדלות ה', בשיעור זה שייך לומר, שהוא עובד בשבילו. זאת אומרת, שאי אפשר לתת יגיעה גדולה בשביל דבר שאינו חשוב, כי מדרך העולם הוא, שעבור דבר החשוב ביותר נותנים יותר יגיעה.

Es liegt auf der Hand, dass man zuerst mit dem Glauben belohnt werden muss, und dann kann man sagen, dass er sich selbst annulliert und nicht für seinen eigenen Nutzen arbeitet, sondern ausschließlich für den Nutzen des Schöpfers arbeitet. Diese Angelegenheit, dass ein Mensch alles nur für den Nutzen des Schöpfers tut, hängt davon ab, inwieweit man an die Größe des Schöpfers glaubt. In diesem Maße kann man sagen, dass er für Ihn arbeitet. Das bedeutet, dass es unmöglich ist, sich für etwas Unwichtiges anzustrengen, denn es ist ganz natürlich, dass wir uns für etwas Wichtigeres mehr anstrengen.

16

Die Anstrengung, die ein Mensch aufbringen kann, hängt also von der Wichtigkeit des Begehrten ab. Es ist klar: Je wichtiger der Schöpfer für den Menschen ist, desto leichter fällt es ihm, für Ihn zu arbeiten, damit er das Verlangen aufgibt, für sich selbst zu empfangen, und einzig für den Schöpfer arbeitet. Demnach ergibt sich aus dem Gesagten: Damit der Mensch die Kraft hat, den eigenen Genuss aufzugeben und sich aufzumachen, um zum Wohl des Schöpfers zu handeln, muss er gewiss zuerst des Glaubens an den Schöpfer gewürdigt werden. Danach kann er sich vor dem Schöpfer annullieren und alles um des Himmels willen tun. So verlangt es die Vernunft, dass dies die Ordnung der Arbeit sein soll.

זאת אומרת, היגיעה, שהאדם מסוגל לתת, תלויה בהחשיבות של החפץ. מובן מאליו, בכדי שהאדם יוותר על הרצון לקבל לעצמו ויעבוד רק בלתי ה' לבדו, בטח מה שהבורא יותר חשוב אצל האדם, אז הוא יותר קל לעבוד בשבילו. אם כן יוצא לפי האמור, שבכדי שיהיה לאדם כח לוותר על הנאת עצמו, ולקום ולעשות מעשים לטובת הבורא, בטח צריך האדם לזכות לבחינת אמונה בה'. ואח"כ האדם יכול לבטל את עצמו לפני הבורא, ולעשות הכל לשם שמים. כך השכל מחייב, שכך צריך להיות סדר העבודה.

Das bedeutet, dass die Anstrengung, die man leisten kann, von der Wichtigkeit des Objekts abhängt. Damit ein Mensch den Willen aufgibt, für sich selbst zu empfangen und stattdessen einzig und alleine für den Schöpfer arbeitet, ist es natürlich umso leichter, für Ihn zu arbeiten, je wichtiger der Schöpfer für einen Menschen ist. Daraus folgt, dass ein Mensch den Glauben an den Schöpfer erhalten muss, damit er den Genuss für sich selbst aufgeben und um seines Schöpfers willen arbeiten kann. Danach wird ein Mensch in der Lage sein, sich vor dem Schöpfer zu annullieren und alles um seines Schöpfers willen zu tun. Das ist es, was der gesunde Menschenverstand vorschreibt, dass dies die Ordnung der Arbeit sein sollte.

17

Aus dem aber, was im Sulam steht („Einführung in das Buch Sohar“, Blatt 138), geht das Gegenteil hervor: „Bevor der Mensch dazu gelangt, seine Gefäße so zu korrigieren, dass sie auf das Geben ausgerichtet sind – was Übereinstimmung der Form genannt wird –, kann dieser Mensch keinen Glauben haben. Denn dort heißt es: Solange der Mensch keine Gefäße des Gebens hat, kann er das Gute und den Genuss vom Schöpfer nicht empfangen. Deshalb kann er nicht glauben, dass der Schöpfer die Welt als der Gute führt, der Gutes tut. Daraus folgt, dass er schlecht über den Schöpfer redet. Zu eben dieser Zeit glaubt er also nicht mehr, dass der Schöpfer die Welt als der Gute führt, der Gutes tut.

אולם ממה שכתוב בהסולם (הקדמת ספר הזהר דף קל"ח) משמע להיפך, היינו, "שמטרם שהאדם זוכה לתקן את הכלים שלו, שיהיו בעל מנת להשפיע, הנקרא השתוות הצורה, אין האדם הזה מסוגל שתהיה לו בחינת אמונה. שאומר שם, היות שכל זמן שאין להאדם כלים דהשפעה, אין האדם מסוגל לקבל את הטוב ועונג מהבורא. לכן אין האדם יכול להאמין, שהבורא מנהיג את העולם בבחינת טוב ומטיב. נמצא, שהוא מדבר רע על הבורא. לכן בו בזמן הזה כבר אינו מאמין, שהבורא מנהיג את העולם בבחינת טוב ומטיב.

Doch wie es im Sulam-Kommentar geschrieben steht („Einführung in das Buch Sohar“, Punkt 138), scheint es das Gegenteil zu sein: Bevor ein Mensch mit der Korrektur seiner Kelim [Gefäße] belohnt wird, um zu arbeiten, um zu geben, was „Übereinstimmung der Form“ genannt wird, kann er keinen Glauben haben. Er sagt an dieser Stelle, dass man, solange man keine Gefäße des Gebens hat, die Freude und den Genuss des Schöpfers nicht empfangen und nicht glauben kann, dass der Schöpfer die Welt als Der Gute führt, der Gutes tut. Daraus folgt, dass er den Schöpfer verleumdet. Deshalb glaubt er nicht mehr daran, dass der Schöpfer die Welt als der Gute führt, der Gutes tut.

18

Und noch schlimmer: Auf ihm lastet, Gott behüte, ein Leugnen Seiner Vorsehung, wie es heißt: „Denn vor der Korrektur wird Malchut ‚Baum von Gut und Böse‘ (Ilana Tow waRa) genannt. Das bedeutet: Malchut ist das Geheimnis Seiner Führung in dieser Welt. Solange die Empfänger nicht zur Vollendung gelangt sind, in der sie die Vollkommenheit Seines Gutestuns empfangen könnten, die Er im Schöpfungsgedanken für uns vorgesehen hat, muss die Führung notwendig den Weg von Gut und Böse nehmen.“

ועוד יותר גרוע מזה, ששורה עליו חס ושלום כפירה על השגחתו יתברך, כמו שכתוב וזה לשונו, "כי מטרם התיקון, נקראת המלכות בשם "אילנא טוב ורע", שפירושו, כי המלכות היא סוד הנהגתו יתברך שבעולם הזה, וכל עוד שהמקבלים לא באו לידי השלמה, שיכלו לקבל שלימות הטבתו, שחשב עלינו במחשבת הבריאה, מוכרחה ההנהגה להיות בדרך טוב ורע".

Schlimmer noch, er leugnet Seine Vorsehung, so wie geschrieben steht: „Vor der Korrektur wird Malchut ‚der Baum des Wissens von Gut und Böse‘ genannt, denn Malchut ist Seine Führung in dieser Welt. Solange die Empfänger nicht vollkommen sind, damit sie Sein ganzes Wohlwollen empfangen können, das Er bei der Schöpfung zu unseren Gunsten vorgesehen hatte, muss die Führung in Form von gut und böse erfolgen.

19

Das ist das Geheimnis des Verses: „Alles hat der Schöpfer zu Seinem Zweck geschaffen.“ Wir aber sagen genau das Gegenteil, von einem äußersten Ende zum anderen. Deshalb erscheint uns Seine Vorsehung als Gut und Böse, also als Lohn und Strafe – denn das eine hängt am anderen. Da wir Gefäße des Empfangens benutzen, spüren wir bei den Handlungen der Führung notwendig, dass sie für uns böse sind. Denn es ist ein Gesetz, dass das Geschöpf von Ihm nichts Böses offen empfangen kann, weil es, Gott behüte, Seine Ehre verletzte, wenn das Geschöpf Ihn als Urheber von Bösem erlebte; das gehört sich nicht für den vollkommen Handelnden. Wenn der Mensch daher Böses spürt, lastet im selben Maß, Gott behüte, ein Leugnen Seiner Vorsehung auf ihm, und der Handelnde wird ihm verborgen – das ist die größte Strafe auf der Welt.

וזה סוד הכתוב "כל פעל ה' למענהו. ואנו אומרים ההיפך ממש, מקצה אל הקצה. ועל כן מוטעמת לנו השגחתו יתברך בבחינת טוב ורע, דהיינו בבחינת השגת שכר ועונש. כי זה תלוי בזה. כי כיון שאנו משתמשים בכלי קבלה, הרי אנו מרגישים בהכרח, בפעולות שבהנהגה, שהם בחינת רע בעדינו. כי חוק הוא זה, שלא יוכל הנברא לקבל רע מאתו יתברך בגלוי, כי הוא פוגם חס ושלום בכבודו יתברך, שהנברא ישיגו כפועל רעות, כי אין זה מתאים לפועל השלם. ועל כן בעת שהאדם מרגיש רע, הנה באותו שיעור שורה עליו כפירה על השגחתו יתברך חס ושלום, ונעלם ממנו הפועל יתברך, שהוא העונש היותר גדול בעולם.

… „Es steht geschrieben: ‚Der Ewige hat alles zu seinem Zweck geschaffen‘, doch wir sagen das vollkommene Gegenteil. Denn weil wir die Gefäße des Empfangens benutzen, spüren wir notwendigerweise, dass die Handlungen der Vorsehung für uns böse sind, und so empfinden wir seine Führung von Gut und Böse als Führung von Belohnung und Strafe. Es ist ein Gesetz, dass das Geschöpf kein offenbartes Böses vom Schöpfer empfangen kann, denn es ist ein Makel in der Herrlichkeit des Schöpfers, dass das Geschöpf Ihn als Übeltäter wahrnimmt, denn das ist dem vollkommenen Handelnden unwürdig. Wenn man sich also schlecht fühlt, liegt die Verleugnung der Führung des Schöpfers auf ihm, und der übergeordnete Handelnde wird in demselben Maße vor ihm verhüllt. Das ist die größte Strafe auf der Welt.

20

So bringt das Empfinden von Gut und Böse in Seiner Vorsehung das Empfinden von Lohn und Strafe mit sich. Denn wer sich anstrengt, sich nicht vom Glauben an Ihn zu trennen, hat Lohn, auch wenn er einen schlechten Geschmack in der Vorsehung schmeckt. Wenn es ihm aber, Gott behüte, nicht gelingt, sich anzustrengen, hat er Strafe, weil er sich vom Glauben an Ihn getrennt hat. So zeigt sich: Obwohl Er allein alle Taten getan hat, tut und tun wird, bleibt dies denen verborgen, die Gut und Böse spüren. Denn zur Zeit des Bösen wird der Sitra Achra (der anderen Seite) die Kraft gegeben, Seine Vorsehung und den Glauben an Ihn zu verbergen, und man gerät in die große Strafe der Trennung und wird voller Grübeleien (Hirhurim) des Leugnens. Kehrt man aber in Umkehr (Teshuwa) zurück, so findet man sich dem gegenüber, dass man Lohn empfängt und sich erneut an Ihn anhaften kann.“

הרי שהרגשת טוב ורע בהשגחתו, מסבבת עמה הרגשת שכר ועונש. כי המתאמץ שלא להתפרד מאמונתו יתברך, אף על פי שטועם רע בהשגחה, יש לו שכר. ואם חס ושלום לא יעלה לו להתאמץ, יש לו עונש, כי נפרד מאמונתו יתברך. ונמצא, שאף על פי שהוא לבדו עושה ויעשה לכל המעשים כולם, מכל מקום נשאר זה נסתר ממרגישי טוב ורע. כי בשעת הרע, ניתן כח לס"א, להעלים השגחתו ואמונתו, ובאים לידי העונש הגדול דפרודא, ונעשים מלאים הרהורים של כפירה. וכשחוזרים בתשובה, נמצאים נגד זה, שהם מקבלים שכר, ויכולים שוב להידבק בו יתברך".

„So bringt die Empfindung von Gut und Böse in Bezug auf Seine Führung die Empfindung von Belohnung und Bestrafung mit sich, denn wer sich anstrengt, sich nicht vom Glauben an den Schöpfer zu trennen, wird belohnt, auch wenn er einen schlechten Geschmack der Vorsehung schmeckt. Wenn er sich aber nicht anstrengt, wird er bestraft, denn er hat sich vom Glauben an Ihn getrennt. Daraus folgt, dass, obwohl Er allein alle Taten tat, tut und tun wird, bleibt es denjenigen, die das Gute und das Böse spüren, verborgen, denn zur Zeit des Bösen wird der Sitra Achra [aramäisch: andere Seite] die Kraft gegeben, Seine Führung und den Glauben zu verhüllen. So kommt man zur großen Strafe der Trennung und wird mit ketzerischen Gedanken gefüllt. Und bei Umkehr empfängt man die entsprechende Belohnung und kann wieder am Schöpfer anhaften.“

21

Aus dem Gesagten sehen wir, dass es keinen Glauben an den Schöpfer geben kann, bevor der Mensch der Gefäße des Gebens gewürdigt wird, denn nur dann hat der Mensch vollkommenen Glauben. Dann stellt sich die Frage: Wenn der Mensch keinen Glauben hat, wie kann es dann sein, dass er alles zum Nutzen des Schöpfers tut, bevor er Glauben an den Schöpfer hat?

ובהאמור אנו רואים, שאי אפשר להיות בחינת אמונה בהבורא, מטרם שהאדם זוכה לכלים דהשפעה. שרק אז יש לו להאדם אמונה שלמה. אם כן נשאלת השאלה, אם אין להאדם אמונה, איך יכולה להיות מציאות, שהאדם יעשה הכל לתועלת הבורא, מטרם שיש לו אמונה בהבורא.

Wir können also sehen, dass es unmöglich ist, an den Schöpfer zu glauben, bevor man mit Gefäßen des Gebens belohnt wird, denn nur dann hat man einen vollkommenen Glauben. Wenn man also keinen Glauben hat, wie kann man dann alles um seines Schöpfers willen tun, bevor man an Ihn glaubt?

22

Die Antwort lautet: Der Mensch hat einen teilweisen Glauben, nämlich aus dem, was er vonseiten der Allgemeinheit glaubt. In der Allgemeinheit Israels gibt es einen Glauben in Form des umgebenden Lichts (Or Makif), das Licht des Glaubens, das allgemein in der Allgemeinheit Israels leuchtet. Jeder Einzelne empfängt davon einen Glauben, der „teilweiser Glaube“ genannt wird; das heißt „Domem (Unbelebtes) der Heiligkeit“. Und alle beginnen ihre Arbeit auf der Stufe des Unbelebten.

התשובה היא, שיש לאדם אמונה חלקית, היינו ממה שהוא מאמין מבחינת הכלל, שבהכלל ישראל יש בחינת אמונה בבחינת אור מקיף, שהיא בחינת אור האמונה, המאיר באופן כללי בהכלל ישראל. וכל אחד ואחד מקבל מזה בחינת אמונה, הנקראת "אמונה חלקית", שזה נקרא בחינת "דומם דקדושה". וכולם מתחילים עבודתם בבחינת הדומם.

Die Antwort ist, dass der Mensch einen Teilglauben hat, das heißt, er glaubt an das, was er im Allgemeinen glaubt. Im Allgemeinen ist in Israel der Glaube in Form des Umgebenden Lichts vorhanden. Das ist das Licht des Glaubens, das im Allgemeinen in ganz Israel leuchtet, und jeder empfängt von diesem Glauben. Das nennt man „partiellen Glauben“, und er wird „das Unbelebte von Kedusha [Heiligkeit]“ genannt. Jeder beginnt seine Arbeit auf der Stufe des „Unbelebten“.

23

So steht geschrieben („Einführung in die ‚Lehre der zehn Sefirot‘“, Punkt 14): „Ich habe den Ausspruch unserer Weisen gedeutet: ‚wessen Tora sein Handwerk (Omanuto) ist‘, dass sich nämlich an der Beschäftigung mit seiner Tora das Maß seines Glaubens zeigt. Denn ‚Omanuto‘ (sein Handwerk) hat dieselben Buchstaben wie ‚Emunato‘ (sein Glaube). Es ist wie bei einem Menschen, der seinem Freund vertraut und ihm Geld leiht: Möglicherweise vertraut er ihm eine Lira an; verlangt der aber zwei Lira, weigert er sich, sie ihm zu leihen. Und möglicherweise vertraut er ihm ohne den Schatten eines Zweifels sein ganzes Vermögen an. Dieser letzte Glaube gilt als vollkommener Glaube, während die vorherigen Formen als unvollkommener Glaube gelten, nämlich als teilweiser Glaube.“

וזהו כמו שכתוב (בהקדמה לתע"ס אות י"ד), וזה לשונו "פירשתי מליצת חז"ל, מי שתורתו אומנתו, אשר בעסק תורתו ניכר שיעור אמונתו. כי אומנתו אותיות אמונתו, בדומה לאדם שמאמין לחבירו, ומלוה לו כסף. אפשר שיאמין לו על לירה אחת. ואם ידרוש שתי לירות, יסרב להלוות לו. ואפשר שיאמין לו על כל רכושו בלי שום צל של ספק. ואמונה זו האחרונה נחשבת לאמונה שלימה. אבל באופנים הקודמים נבחנת לאמונה בלתי שלמה, אלא שהיא אמונה חלקית".

So steht geschrieben („Einführung in das Studium der Zehn Sefirot„, Punkt 14): „Ich habe einmal den Spruch unserer Weisen gedeutet: ‚Er, dessen Tora sein Handwerk ist.‘ Das Maß seines Glaubens zeigt sich in seiner Beschäftigung mit der Tora, denn ‘sein Handwerk’ (Omanuto) sind die Buchstaben ‘seines Glaubens’ (Emunato). Es ist wie bei einem Menschen, der seinem Freund vertraut und ihm Geld leiht. Er kann ihm eine Lira anvertrauen, und wenn er zwei Lira verlangt, wird er sich weigern, ihm Geld zu leihen. Er kann ihm aber ohne den Schatten eines Zweifels sein ganzes Vermögen anvertrauen. Dieser letzte Glaube heißt ‚ganzer Glaube‘, und die vorherigen Formen werden als ‚unvollständiger Glaube‘ bezeichnet, da es ein ‚Teilglaube‘ ist.“

24

Deshalb beginnt der Mensch seine Arbeit mit dem Glauben der Allgemeinheit Israels, die einen Glauben in Form des umgebenden Lichts hat. Von diesem Glauben empfängt jeder einen Teil, der ihm genügt, um seine Arbeit zu beginnen, damit er in die Arbeit auf der Stufe des Einzelnen eintreten will. Das heißt, der Mensch soll des Glaubens in Form des inneren Lichts (Or Pnimi) gewürdigt werden, was „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben“ genannt wird. „Dein Gott“ bezeichnet eine einzelne Stufe – das heißt, sein Glaube baut nicht auf der Allgemeinheit auf, von der er nur einen Teil empfängt, den oben genannten teilweisen Glauben, sondern er wird eines einzelnen Glaubens gewürdigt. Das wird „vollkommener Glaube“ genannt, bei dem er die Allgemeinheit nicht benötigt.

לכן האדם מתחיל עבודתו באמונה של הכלל ישראל, שיש להם אמונה בבחינת אור מקיף. ומהאמונה הזו מקבל כל אחד חלק אמונה, שזה מספיק לו להתחיל את עבודתו, שירצה להכנס לעבודה בבחינת הפרט, היינו שהאדם יזכה לבחינת אמונה בבחינת אור פנימי, שזה נקרא "ואהבת את ה' אלקיך", שאלקיך נקרא בחינה פרטית, היינו שאין אמונתו בנויה מבחינת הכלל, שהוא מקבל מזה רק חלק, הנקרא אמונה חלקית כנ"ל, אלא הוא זוכה לאמונה פרטית. וזה נקרא בשם "אמונה שלימה", שאין הוא נצרך להכלל.

Aus diesem Grund beginnt ein Mensch seine Arbeit mit dem Glauben der Allgemeinheit Israels, das einen Glauben hat, der wie ein umhüllendes Licht ist. Von diesem Glauben erhält jeder einen Teil des Glaubens, der für ihn ausreicht, um seine Arbeit zu beginnen – um die Arbeit des Einzelnen beginnen zu wollen, was bedeutet, dass ein Mensch mit dem Glauben in Form des Inneren Lichts belohnt wird, das heißt „Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben“. „Dein Gott“ ist eine individuelle Unterscheidung, wenn sein Glaube nicht auf der Allgemeinheit aufbaut, dass er von dieser nur den Teil empfängt, der „Teilglaube“ genannt wird. Er wird jedoch mit individuellem Glauben belohnt, und dieser wird „vollständiger Glaube“ genannt, wenn er die Allgemeinheit nicht braucht.

25

Um des vollkommenen Glaubens gewürdigt zu werden, muss der Mensch zuerst in der Übereinstimmung der Form arbeiten, das heißt, seine ganze Arbeit muss auf das Geben ausgerichtet sein. Erst nachdem er Gefäße des Gebens erlangt hat, kann er des vollkommenen Glaubens gewürdigt werden. Dann kann er erfüllen, was geschrieben steht: „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen“, wie gesagt.

ובכדי לזכות לאמונה שלימה, האדם צריך מקודם לעבוד בבחינת השתוות הצורה, שהוא כל עבודתו תהיה בעל מנת להשפיע. ורק לאחר שזכה להשיג כלים דהשפעה, אז הוא יכול לזכות לאמונה שלימה, שאז הוא יכול לקיים מה שכתוב "ואהבת את ה' אלקיך בכל לבבך", כנ"ל.

Um mit vollkommenem Glauben belohnt zu werden, muss der Mensch zunächst an der Gleichheit der Form arbeiten, d. h., dass all seine Arbeit darauf ausgerichtet ist, zu geben. Erst wenn er mit dem Erlangen von Gefäßen des Gebens belohnt wird, kann er mit vollkommenem Glauben belohnt werden, denn dann kann er halten, was geschrieben steht: „Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen.“

26

Wenn der Mensch jedoch beginnt, in der Übereinstimmung der Form zu arbeiten, um des vollkommenen Glaubens gewürdigt zu werden, verläuft die Arbeit in zwei Richtungen, die „Mocha weLiba“ (Verstand und Herz) genannt werden. Denn man kann nicht auf das Geben ausgerichtet arbeiten, wenn der, dem man geben will, kein großer und wichtiger Mensch ist, wie oben. Deshalb muss der Mensch einen Teil seiner Zeit an der Arbeit des Verstandes und einen Teil seiner Zeit an der Arbeit des Herzens arbeiten.

אולם בזמן שהאדם מתחיל לעבוד בבחינת השתוות הצורה, בכדי לזכות לאמונה שלימה, העבודה הולכת בשני כיוונים, הנקראים מוחא וליבא. כלומר, כי אי אפשר לעבוד בעל מנת להשפיע, אם אין זה למי שרוצים להשפיע אדם גדול וחשוב, כנ"ל. לכן האדם צריך לעבוד חלק מזמנו על עבודת מוחא, וחלק מזמנו על עבודת ליבא.

Wenn der Mensch jedoch in der Form der Übereinstimmung der Form zu arbeiten beginnt, um mit vollkommenem Glauben belohnt zu werden, geht die Arbeit in zwei Richtungen, die „Verstand“ und „Herz“ genannt werden. Das heißt, man kann nicht arbeiten, um zu geben, es sei denn, man will einem großen und wichtigen Menschen geben. Deshalb muss ein Mensch einen Teil seiner Zeit im „Verstand“ und einen Teil seiner Zeit im „Herzen“ arbeiten.

27

Und hier beginnt die eigentliche Arbeit, nämlich wenn er arbeiten will, um des Glaubens auf der Stufe des Einzelnen gewürdigt zu werden. Denn hier gibt es Aufstiege und Abstiege, weil die Grundlage dieser Arbeit darin besteht, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten, was der Natur des Menschen widerspricht, der mit einem Verlangen erschaffen wurde, zum eigenen Nutzen zu empfangen. Deshalb beginnt hier der eigentliche Kampf gegen den Trieb. Darum muss es eine Ordnung in der Arbeit geben, sonst kann er auf diesem Weg nicht weitergehen, nämlich zur Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer zu gelangen.

וכאן מתחילה העבודה האמיתית, היינו בזמן שרוצה לעבוד לזכות לבחינת אמונה בבחינת הפרט, כי כאן יש ענין עליות וירידות, היות שהבסיס של עבודה זו הוא לעבוד לתועלת ה', שהוא היפך מטבע האדם, שנברא עם רצון לקבל לתועלת עצמו. לכן כאן מתחילה מלחמת היצר האמיתית. לכן צריך להיות סדר בעבודה, אחרת הוא לא יוכל להמשיך ללכת בדרך זה, היינו להגיע לידי דביקות בה'.

Hier beginnt die eigentliche Arbeit, wenn er auf individuelle Weise im Glauben arbeiten will, denn hier gibt es Höhen und Tiefen, da die Grundlage dieser Arbeit darin besteht, um des Schöpfers willen zu arbeiten, was im Gegensatz zur menschlichen Natur steht, die mit dem Verlangen erschaffen wurde, um ihres eigenen willens zu empfangen. Hier beginnt also der eigentliche Kampf gegen den Trieb. Aus diesem Grund muss in der Arbeit Ordnung herrschen, sonst wird er nicht in der Lage sein, auf diesem Weg weiterzugehen, also Dwekut [Anhaftung] an den Schöpfer zu erreichen.

28

Denn wenn der Mensch sieht, dass die Arbeit schwer ist, weil er immer über dem Verstand gehen muss, so lässt ihn sein Verstand immer erkennen, dass es sich nicht lohnt zu arbeiten, wenn es nicht zum eigenen Nutzen ist. Jedes Mal lässt ihn sein Verstand erkennen: „Du siehst doch, dass du mit dem Verlangen geboren wurdest, zum eigenen Nutzen zu empfangen. Wie willst du dich da annullieren und nichts mehr zum eigenen Nutzen denken, sondern nur zum Nutzen des Schöpfers? Was hast du davon, dass du zum Nutzen des Schöpfers arbeitest?“ Verrichtet der Mensch dagegen die heilige Arbeit in Tora und Mizwot, um Lohn zu empfangen, so kann der Verstand das verstehen, denn so ist der Lauf der Welt: Man arbeitet bei jemandem, und es ist nicht wichtig, wer der Dienstherr ist; man denkt immer nur daran, wie viel Lohn man für die Arbeit erhält, denn der Lohn ist das Entscheidende. Und das ist die Arbeit der Allgemeinheit.

כי בזמן שהאדם רואה, שהעבודה היא קשה, מסיבת שהוא צריך ללכת תמיד בבחינת למעלה מהדעת, זאת אומרת, הדעת של האדם נותנת תמיד להבין, שאינו כדאי לעבוד, אם לא יהיה זה לתועלת עצמו. שכל פעם הדעת שלו, נותנת לו להבין, הלא אתה רואה, שנולדת עם הרצון לקבל לתועלת עצמו, ואיך אתה רוצה לבטל את עצמך, ושלא תחשוב שום דבר לתועלת עצמך, אלא לתועלת ה'. כלומר, מה יהיה לך, בזה שאתה עובד לתועלת ה'. בשלמא, אם האדם עובד עבודת הקודש בתו"מ על מנת לקבל שכר, זה הדעת יכול להבין, שכך הוא דרך העולם, שעובדים אצל מי שהוא, ולא חשוב מי הוא הבעל בית, אלא חושבים תמיד, כמה שכר משלמים תמורת העבודה, כי השכר הוא הקובע. וזוהי העבודה של הכלל.

Wenn ein Mensch nämlich sieht, dass die Arbeit schwer ist, weil er immer über den Verstand gehen muss, das heißt, dass sein Verstand ihn immer denken lässt, dass es sich nicht lohnt, zu arbeiten, es sei denn, es ist für seinen eigenen Nutzen, und jedes Mal lässt ihn sein Verstand sehen: „Du siehst, dass du mit dem Verlangen geboren wurdest, für dich selbst zu empfangen, wie willst du dich also annullieren und überhaupt nicht an deinen eigenen Nutzen denken, sondern an den Nutzen des Schöpfers? Was hast du davon, um des Schöpfers willen zu arbeiten?“ Unser Verstand kann verstehen, dass ein Mensch die heilige Arbeit in der Tora und den Mizwot [Gebote/gute Taten] ausführt, um Belohnung zu empfangen. Das ist der normale Weg, dass wir für jemanden arbeiten, und es ist egal, wer der Chef ist, sondern wir denken immer daran, wie viel wir für die Arbeit bezahlt bekommen, denn die Belohnung ist das Entscheidende. Das ist die Arbeit der Allgemeinheit.

29

Wenn der Mensch aber um des Gebens willen arbeiten will, um dadurch des vollkommenen Glaubens gewürdigt zu werden, beginnen hier die Aufstiege und Abstiege. Denn man kann nicht ohne Gegenleistung arbeiten. Wann kann der Mensch ohne Gegenleistung arbeiten? Einzig dann, wenn er einem wichtigen Menschen geben will – das gilt ihm sehr wohl als Gegenleistung. Bekanntlich sagten unsere Weisen: „durch den Genuss, den er von ihm empfängt“ – es liegt also ein Genuss darin, dass ein wichtiger Mensch von ihm das Geschenk annimmt.

אולם בזמן שהאדם רוצה לעבוד בעל מנת להשפיע, שע"י זה הוא יזכה לבחינת אמונה שלימה, לכן כאן מתחילות העליות וירידות, היות שאי אפשר לעבוד בלי תמורה. אלא מתי האדם יכול לעבוד בלי תמורה, רק בזמן שאם הוא רוצה להשפיע לאדם חשוב. זה כן נקרא תמורה אצלו. היות כידוע על דרך שאמרו חז"ל "בההוא הנאה דמקבל מניה", היינו שיש הנאה מזה שהאדם חשוב מקבל ממנה המתנה.

Wenn der Mensch jedoch um des Gebens willen arbeiten will, um dadurch vollkommenen Glauben zu bekommen, beginnen hier die Auf- und Abstiege, denn ohne Gegenleistung ist es unmöglich zu arbeiten. Wann kann man ohne Gegenleistung arbeiten? Einzig und alleine wenn er einem wichtigen Menschen etwas geben will. Er sieht dies als Belohnung an. Das ist so, wie unsere Weisen über „den Genuss, den er von ihm empfängt“ sagten, was bedeutet, dass ein Mensch sich darüber freut, dass ein wichtiger Mensch sein Geschenk annimmt.

30

Das heißt, es liegt in der Natur, dass der Geringere Genuss empfindet, wenn er dem König dienen darf. So zeigt sich: Wenn der Mensch um des Gebens willen arbeiten will, muss er den Schöpfer hochschätzen, damit er die Fähigkeit hat, Ihm zu geben, und die Kraft hat, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten. Wenn ihm daher die Wichtigkeit des Schöpfers verloren geht – was im SoharShechina im Staub‘ (Shechinta beAfra) genannt wird, wenn er nämlich keine Wichtigkeit in der Heiligkeit spürt, sondern sie ihm wie Staub gilt –, dann hat er keine Kraft, um des Gebens willen zu arbeiten. Deshalb gilt die Ordnung der Arbeit sowohl im Verstand als auch im Herzen.

זאת אומרת, שזה יש בטבע, שיש הנאה להקטן, אם הוא יכול לשמש את המלך. נמצא, שבזמן שרוצה לעבוד בעל מנת להשפיע, אז מוטל על האדם להחשיב את הבורא, בכדי שיהיה בידו יכולת להשפיע לו, ושיהיה בידו כח לעבוד לתועלת הבורא. לכן בזמן שנאבדת לו חשיבות הבורא, הנקראת בלשון הזה"ק שכינתא בעפרא, שאין הוא מרגיש חשיבות בקדושה, אלא שהיא נחשבת בעיניו לבחינת עפר, ממילא אין לו כח לעבוד בעל מנת להשפיע. לכן סדר העבודה הוא, הן במוחא והן בליבא.

Das heißt, es liegt in der Natur der Sache, dass der Kleinere sich darüber freut, wenn er dem König dienen kann. Daraus folgt, dass der Mensch, wenn er arbeiten will, um zu geben, den Schöpfer schätzen muss, um Ihm geben zu können und die Kraft zu haben, um des Schöpfers willen zu arbeiten. Wenn er also die Bedeutung des Schöpfers verliert – Der Sohar nennt diese „Shechina [Göttliche Gegenwart] im Staub“ –, wenn er die Bedeutung von Kedusha nicht spürt, sondern sie als Staub wahrgenommen wird, dann ist er machtlos, um des Gebens willen zu arbeiten. Deshalb findet die Arbeit sowohl im Verstand als auch im Herzen statt.

31

Während der Arbeit jedoch, in der der Mensch arbeitet, um das Ziel zu erreichen, nämlich der Anhaftung an den Schöpfer gewürdigt zu werden, ist die Ordnung wie in der Körperlichkeit: Der Mensch kommt nur dann voran, wenn er beide Beine benutzt, das rechte und das linke. So sagten unsere Weisen (Sota 47): „Stets soll die Linke abstoßen und die Rechte heranziehen.“ „Rechts“ bezeichnet das, was zum Schöpfer annähert, wenn man also spürt, dass man dem Schöpfer nahe ist. Und selbst wenn er noch kein solches Gefühl hat, muss er über dem Verstand gehen, als ob er spürte, wie er in völliger Vollkommenheit vollkommen ist, wie es heißt (in Artikel 9 des Jahres 1990): „Und er freut sich seines Anteils“, und damit wird er „gesegnet“ genannt.

אמנם בזמן העבודה, שהאדם עובד בכדי להגיע להמטרה, שהיא לזכות לדביקות ה', הסדר הוא כמו בגשמיות, שאין האדם הולך ומתקדם, אלא שהוא צריך להשתמש עם ב' רגליים, שהן ימין ושמאל. וזהו כמו שאמרו חז"ל (סוטה מ"ז) "לעולם תהא שמאל דוחה וימין מקרבת", שפירוש של "ימין" נקרא מה שמקרב לה', היינו שמרגיש שהוא מקורב לה', ואפילו שעדיין אין לו הרגשה כזו, הוא צריך ללכת למעלה מהדעת, כאילו הוא מרגיש, איך שהוא שלם בתכלית השלימות, כמו שמובא (במאמר ט' משנת תש"ן), "והוא שמח בחלקו, וממילא הוא נקרא בשם "ברוך".

Wenn ein Mensch jedoch arbeitet, um das Ziel zu erreichen, nämlich mit Dwekut an den Schöpfer belohnt zu werden, dann ist die Reihenfolge so wie in der Körperlichkeit, wenn ein Mensch nicht vorwärts gehen kann, wenn er nicht beide Beine benutzt; das rechte und das linke Bein. Das ist, wie unsere Weisen sagten (Sotah 47): „Die Linke stößt ab, die Rechte zieht heran.“ „Rechts“ bedeutet das, was einen dem Schöpfer näher bringt, also wenn man sich dem Schöpfer nahe fühlt. Auch wenn er dieses Gefühl noch nicht hat, sollte er über den Verstand gehen, so als ob er sich vollkommen ganz fühlt, wie es heißt (Artikel Nr. 9, 1989/1990): „Und er ist glücklich mit seinem Los und wird ‚gesegnet‘ genannt.“

32

Dann „haftet der Gesegnete am Gesegneten“, und daraus empfängt er Leben, weil er dem Schöpfer nahe ist. Das wird „angehaftet am Baum des Lebens“ genannt, weil er Gefäße des Gebens benutzt, auf denen keinerlei Einschränkung und Urteil liegt. Deshalb zieht der Mensch von der rechten Seite, die „Vollkommenheit“ genannt wird, Leben aus dem Leben der Lebenden herab.

ואז "ברוך מתדבק בברוך". ומזה הוא מקבל חיים, היות שהוא מקורב לה'. וזה נקרא שהוא "דבוק בעץ חיים", שהוא משתמש בכלים דהשפעה, שעליהם אינו שורה שום צמצום ודין. לכן מצד הימין, הנקרא שלימות, האדם ממשיך חיים מחיי החיים.

Zu diesem Zeitpunkt „haftet der Gesegnete an dem Gesegneten“, und daraus empfängt er Lebenskraft, da er dem Schöpfer nahe ist. Das nennt man „Anhaften am Baum des Lebens“, wenn er die Gefäße des Gebens benutzt, an denen kein Zimzum oder Urteil ist. Von der rechten Seite, die „Vollkommenheit“ genannt wird, breitet der Mensch also das Leben aus – das Leben der Lebenden.

33

Dagegen wird „links“ „etwas, das der Korrektur bedarf“ genannt. Wenn der Mensch nämlich seine Arbeit kritisch prüft und seine Mängel (sieht), und da er nichts hat, worin er Vollkommenheit besäße, dann sieht er, wie er von der Heiligkeit abgestoßen wird. Damit sieht er, dass er auf der Stufe des „Verfluchten“ ist, und „kein Verfluchter haftet am Gesegneten“. Er ist dann also vom Schöpfer getrennt und hat damit kein Leben. Daraus folgt: Von der linken Seite her, wenn der Mensch seine Abrechnung innerhalb des Verstandes vornimmt, sieht er, dass er nackt und völlig mittellos ist. Deshalb gibt es kein Leben, wenn der Mensch auf der linken Linie geht.

מה שאין כן "שמאל" נקרא "דבר הצריך תיקון". שבזמן שהאדם עושה בקורת על העבודה שלו, והוא (רואה) את חסרונותיו, והיות שאין לו שום דבר שיהיה לו שלימות, אז הוא רואה, איך שהוא נדחה מקדושה. וממילא הוא רואה, שהוא בחינת "ארור", ו"אין ארור מתדבק בברוך". נמצא, שהוא אז נפרד מהבורא, וממילא אין לו חיים. נמצא, שמבחינת שמאל, שהאדם, עושה את החשבון שלו בתוך הדעת, הוא רואה, שהוא בעירום וחוסר כל. לכן אין חיים בזמן שהאדם הולך בקו שמאל.

Umgekehrt ist die „linke“ Seite etwas, das der Korrektur bedarf. Wenn der Mensch seine Arbeit selbstkritisch prüft, (sieht) er seine Fehler. Da er nichts hat, worin er Vollkommenheit hat, kann er sehen, dass er von der Heiligkeit abgelehnt wird. Natürlich sieht er, dass er im Zustand eines Verfluchten ist, und „der Verfluchte haftet nicht an den Gesegneten“. Daraus folgt, dass er vom Schöpfer getrennt ist, und natürlich hat er kein Leben. Daraus folgt, dass er, auf der linken Linie, wenn der Mensch seine Berechnung innerhalb des Verstandes vornimmt, sehen kann, dass er nackt und mittellos ist. Deshalb gibt es kein Leben, wenn der Mensch auf der linken Seite wandelt.

34

Nach dem Gesagten lässt sich erklären, was wir zu den Worten des Sohar gefragt haben: „König David hatte kein Leben, bevor er auf die Welt kam.“ Der Grund ist: König David ist die Stufe von Malchut, auf der eine Einschränkung lag. David wird „die Gesamtheit von Malchut“ genannt, die eine Korrektur empfangen muss, sodass jedes Verlangen zu empfangen, das in den Gefäßen des Empfangens ist, korrigiert wird. Deshalb musste er in Gefäße eingeschlossen werden, in denen es Gefäße des Gebens gibt, damit dadurch auch das allgemeine Malchut korrigiert wird.

ובהאמור יש לפרש מה ששאלנו על דברי הזה"ק "שדוד המלך, מטרם שבא לעולם, לא היו לו חיים". הסיבה היא, היות שדוד המלך הוא בחינת מלכות, שעליה היה צמצום. ודוד נקרא "כללות המלכות", שצריכה לקבל תיקון, שכל בחינת רצון לקבל שיש בכלי קבלה, שיתקן. לכן הוא היה צריך להכלל מכלים שיש בהם בחינת כלים דהשפעה, שע"י זה גם מלכות הכללית תתוקן.

Nach dem oben Gesagten können wir die Frage nach den Worten des Sohar dahingehend interpretieren, dass König David kein Leben hatte, bevor er auf die Welt kam. Der Grund dafür ist folgender: Da König David Malchut ist, auf dem ein Zimzum war, und David als „der ganze Malchut“ angesehen wird, was eine Korrektur erfordert, da der ganze Wille zu empfangen, der in den Gefäßen des Empfangens ist, korrigiert werden sollte – aus diesem Grund war es geboten, ihn in die Kelim [Gefäße] einzuschließen, in denen es Gefäße des Gebens gibt. Auf diese Weise wird auch die allgemeine Malchut korrigiert werden.

35

Das wird „Ende der Korrektur“ (Gmar Tikun) genannt. Der König Messias wird also „Ende der Korrektur“ genannt, was bedeutet, dass das allgemeine Malchut auf das Geben hin korrigiert wird. Deshalb sagte der Sohar, dass nur Abraham, Jakob und Josef, die nicht von der Eigenschaft des Urteils sind, David von ihrer Stufe gaben, damit er Leben hätte. Das heißt: Dadurch erhielt er Gefäße des Gebens, die zur rechten Stufe gehören, die Chessed (Gnade) ist – das Gegenteil der Eigenschaft des Urteils, die Gefäße des Empfangens sind. Deshalb empfing er nichts von Isaak, der die linke Stufe ist, die Eigenschaft des Urteils, die Gefäße des Empfangens sind.

וזה נקרא "גמר התיקון". כלומר, שמלך המשיח נקרא גמר התיקון, שפירושו, שמלכות הכללית תתוקן בעל מנת להשפיע. ולכן אמר הזה"ק, שרק אברהם ויעקב ויוסף, שאין הם ממידת הדין, הם נתנו מבחינתם לדוד, שיהיו לו חיים. פירוש, שע"י יהיו לו כלים דהשפעה, השייכים לבחינת ימין, שהוא חסד, שזהו ההיפך ממידת הדין, שהם בחינת כלים דקבלה. לכן לא קיבל מיצחק, שהוא בחינת שמאל, מידת הדין, שהם כלים דקבלה.

Dies wird „das Ende der Korrektur“ genannt, was bedeutet, dass der Messiaskönig „das Ende der Korrektur“ genannt wird. Das bedeutet, dass die allgemeine Malchut dahingehend korrigiert wird, um des Gebens willen zu geben. Deshalb sagte der Sohar, dass nur Abraham, Jakob und Josef, die nicht von der Eigenschaft des Urteils sind, David von ihren Eigenschaften gaben, damit er Leben haben würde. Das heißt, dass er durch sie Gefäße des Gebens bekam, die zu „Rechts“ gehören, das Chessed [Barmherzigkeit] ist, das Gegenteil der Eigenschaft des Urteils, die Gefäße des Empfangens sind. Deshalb empfing er von Isaak, der der Linke ist, nichts von der Eigenschaft des Urteils, die Gefäße des Empfangens sind.

36

Das ist die Erklärung von „auf der Linken gibt es kein Leben“: Wenn der Mensch auf der linken Stufe geht, sieht er, was ihm fehlt, und der Mangel wird „Eigenschaft des Urteils“ genannt; deshalb gibt es auf der Linken kein Leben. Vielmehr empfindet der Mensch gerade auf der Rechten, wenn er sich mit der Stufe „Denn Er hat Gefallen an der Gnade“ beschäftigt und ihm nichts fehlt, dass er lebendig ist. Befindet sich der Mensch aber in einem Zustand, in dem er nackt und völlig mittellos ist, so gilt das als kein Leben. Denn wenn der Mensch seine Mängel spürt und ihm die Zukunft nicht leuchtet, dass er einmal in der Lage sein wird, seine Mängel zu füllen, dann sagt der Mensch: „Besser ist mir mein Tod als mein Leben.“

וזהו הפירוש ש"משמאל אין חיים", היות שבזמן שהאדם הולך בבחינת שמאל, היינו שהוא רואה מה שחסר לו, וחסרון נקרא מידת הדין, לכן משמאל אין חיים. אלא דוקא מימין, היינו שעוסק בבחינת "כי חפץ חסד" ולא חסר לו כלום, אז מרגיש האדם שהוא חי. מה שאין כן בזמן שהאדם נמצא במצב, שהוא בעירום וחוסר כל, זה נבחן שאין לו חיים. כי בזמן שהאדם מרגיש את חסרונותיו, ואינו מאיר לו את העתיד, שיהיה בידו פעם למלא חסרונותיו, אז האדם אומר "טוב לי מותי מחיי".

Das ist die Bedeutung von „in der Linken [Linie] gibt es kein Leben“, denn wenn ein Mensch im Aspekt des „Linken“ wandelt, kann er sehen, was ihm fehlt, und ein Mangel wird „die Eigenschaft des Urteils“ genannt, daher gibt es in der Linken [Linie] kein Leben. Vielmehr ist das Leben auf der rechten Linie, wenn er sich in der Form „Denn er freut sich wohltätig zu sein“ befasst und ihm nichts mangelt; das ist, wenn sich der Mensch lebendig fühlt. Wenn der Mensch aber in einem Zustand ist, in dem er nackt und mittellos ist, dann heißt es, dass er kein Leben hat. Wenn der Mensch seine Mängel spürt und die Zukunft für ihn nicht leuchtet – dass er jemals in der Lage sein wird, seine Bedürfnisse zu befriedigen –, dann sagt der Mensch: „Ich möchte lieber sterben als leben.“

37

Damit lässt sich erklären, was geschrieben steht: „König David hatte kein Leben.“ Das bedeutet: Da die ganze Erschaffung der Welt dazu diente, dass die Geschöpfe das Gute und den Genuss empfangen, ist die erste Ordnung in der Arbeit, dass der Mensch dann an das Schöpfungsziel glauben muss, dass es nämlich der Wille des Schöpfers ist, dass die Geschöpfe Gutes und Genuss empfangen. Wenn er daran glaubt, so muss der Mensch nachdenken: Was ist der Grund, dass ich das Gute und den Genuss nicht habe, den der Schöpfer mir geben will?

ובזה יש לפרש מה שכתוב, ש"לדוד המלך לא היו לו חיים", שפירושו, היות שכל ענין בריאת העולם היה, בכדי שהנבראים יקבלו את הטוב ועונג, לכן סדר הראשון הוא בעבודה, שהאדם צריך אז להאמין במטרת הבריאה, שרצון ה' הוא, שהנבראים יקבלו טוב ועונג. נמצא, אם הוא מאמין בזה, אז האדם צריך לחשוב, מהי הסיבה, שאין לי את הטוב ועונג, מה שהבורא רוצה שאני אקח.

So sollten wir auslegen, was geschrieben steht: „König David hatte kein Leben.“ Es bedeutet, dass die ganze Angelegenheit der Schöpfung der Welt darauf abzielte, dass die Geschöpfe das Gute und den Genuss empfangen. Deshalb lautet die Reihenfolge der Arbeit, dass ein Mensch zuerst an das Schöpfungsziel glauben muss, dass es der Wille des Schöpfers ist, dass die Geschöpfe das Gute und den Genuss empfangen. Wenn er dies glaubt, sollte er denken: „Was ist der Grund dafür, dass ich nicht das Gute und den Genuss habe, die der Schöpfer mir zukommen lassen will?“

38

So zeigt sich: Wenn er glaubt, dass er empfangen soll, spürt er in eben diesem Maß den Mangel. Und wenn er seinen Mangel spürt, macht er sich auf, den Grund zu sehen, „warum er seinen Mangel nicht korrigieren kann“. Dann muss man an die Worte unserer Weisen glauben, die sagten, dass uns die Anhaftung fehlt, also die Übereinstimmung der Form, wie geschrieben steht: „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“

נמצא, שאם הוא מאמין, שהוא צריך לקבל, בשיעור זה הוא מרגיש את החסרון. וכשמרגיש את חסרונו, אז הוא הולך לראות את הסיבה "מדוע אין הוא יכול לתקן חסרונו". אז צריכים להאמין בדברי חז"ל, שאמרו, שחסר לנו ענין דביקות, שהוא בחינת השתוות הצורה, היינו כמו שכתוב "מהו רחום אף אתה רחום".

Wenn er glaubt, dass er empfangen sollte, spürt er den Mangel in diesem Maße. Und wenn er seinen Mangel spürt, macht er sich auf die Suche nach dem Grund, warum er seinen Mangel nicht beheben kann. Dann müssen wir an die Worte unserer Weisen glauben, die sagten, dass was uns fehlt, Dwekut ist, die Übereinstimmung der Form, wie geschrieben steht: „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“

39

Daraus folgt: In dem Maß, in dem er glaubt, dass der Schöpfer der ganzen Welt alles Gute gibt, muss er in eben diesem Maß auch dem Schöpfer geben. Und wenn der Mensch glaubt, dass der Schöpfer der ganzen Welt gibt, soll er daraus die Wichtigkeit und Größe des Schöpfers gewinnen – ähnlich einem wichtigen Menschen in der Körperlichkeit, wo wir sehen, dass es ein großes Privileg ist, wichtigen Menschen dienen zu dürfen; aus dem Dienst selbst empfängt der Mensch Genuss und Vergnügen und braucht keine andere Gegenleistung. Wie gesagt: Im Maß des Glaubens auf der Stufe des Verstandes kann er auf der Stufe des Glaubens arbeiten.

נמצא, בשיעור שהוא מאמין, שהבורא הוא המשפיע כל טוב לכל העולם, בשיעור הזה הוא גם כן צריך להשפיע להבורא. ואז, כשהאדם מאמין, שהבורא הוא המשפיע לכל העולם, מזה האדם צריך לקבל חשיבות וגדלות הבורא, כדמיון לאדם חשוב בגשמיות, שאנו רואים, שיש זכיה גדולה, אם יכולים לשמש אנשים חשובים, שמהשרות עצמו האדם מקבל הנאה ותענוג, ואינו צריך לשום תמורה אחרת. נמצא, כנ"ל, לפי שיעור האמונה בבחינת מוחא, בשיעור הזה הוא יכול לעבוד בבחינת אמונה.

Daraus folgt, dass man in dem Maße, in dem man glaubt, dass der Schöpfer der ganzen Welt all das Gute gibt, auch dem Schöpfer geben sollte. Wenn man also glaubt, dass der Schöpfer der ganzen Welt gibt, sollte der Mensch daraus die Wichtigkeit und Größe des Schöpfers ableiten, wie ein wichtiger Mensch in der Körperlichkeit, wo wir sehen, dass es ein großes Privileg ist, wichtigen Menschen zu dienen, und aus diesem Dienst selbst leitet der Mensch Freude und Genuss ab, und er braucht keine andere Gegenleistung. Daraus folgt, dass er in dem Maße, in dem er “im Verstand“ glaubt, auch mit Glauben arbeiten kann.

40

Da der Mensch jedoch auf der Stufe des Verlangens geboren wird, für sich selbst zu empfangen, gibt es auf dieser Stufe kein Leben. Die Stufe von König David, die der Punkt im Herzen ist, hat also kein Leben. Das Licht des Lebens kann dort nämlich nicht leuchten. Deshalb wurde „die Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit mit dem Urteil“ geschaffen. So ist es geschrieben: „Von der rechten Seite, die die Stufe des Gebens ist und mit der Stufe von König David verbunden wurde, empfängt Malchut, das die Eigenschaft des Urteils ist, Leben. Deshalb wurde von der Stufe Abrahams, Jakobs und Josefs, die die Stufe von Chessed und Barmherzigkeit sind, in die Stufe von König David gegeben – und nicht von Isaak, der die linke Stufe ist, die ein Gefäß des Empfangens ist.“

אולם, היות שהאדם נולד בבחינת רצון לקבל לעצמו, בבחינה זו אין חיים. נמצא, שבחינת דוד המלך, שהיא הנקודה שבלב, אין לה חיים. היינו, שאור החיים אינו יכול להאיר שמה. לכן נעשה "שיתוף מידת הרחמים בדין". וזה שכתוב, ש"מבחינת הימין, שהיא בחינת השפעה, שנשתתף בבחינת דוד המלך, מזה תקבל המלכות, שהיא מידת הדין, חיים. ולכן מבחינת אברהם יעקב יוסף, שהם בחינת חסד ורחמים, ניתן בבחינת דוד המלך. ולא מיצחק, שהוא בחינת שמאל, שהיא כלי קבלה".

Da der Mensch jedoch mit dem Willen geboren wird, für sich selbst zu empfangen, gibt es auf diese Weise kein Leben. Daraus folgt, dass die Eigenschaft von König David, die der Punkt im Herzen ist, kein Leben hat. Mit anderen Worten: Das Licht des Lebens kann da nicht leuchten.
Aus diesem Grund fand „die Verbindung der Eigenschaft der Gnade mit dem Urteil“ statt, denn es steht geschrieben, dass Malchut, das ist die Eigenschaft des Urteils, Leben von der Eigenschaft von „Rechts“, also des Gebens, empfängt, wenn es mit der Eigenschaft von König David verbunden ist. Daher wurde die Eigenschaft von Abraham, Jakob und Josef, die die Eigenschaft von Chessed und Barmherzigkeit sind, in die Eigenschaft von König David gelegt und nicht von Isaak, der die Eigenschaft der „Linken“ ist, die Gefäße des Empfangens sind.

Was bedeutet es in der Arbeit, dass unsere Weisen sagten: „König David hatte kein Leben“?

Der Sohar (WaJishlach, Blatt 16, und im Sulam [Leiter-Kommentar], Punkt 52) sagt dort folgendermaßen: „Rabbi Shimon sagte: ‚Wir haben gelernt, dass König David, bevor er auf die Welt kam, überhaupt kein Leben hatte, außer den siebzig Jahren, die Adam haRishon ihm von sich aus gab. Eine andere Auslegung ist: Die Väter überließen ihm von ihrem Leben, jeder einzelne von ihnen. Abraham überließ ihm von seinem Leben, ebenso Jakob und Josef. Isaak überließ ihm nichts, weil König David von seiner Seite kam.‘“

Auslegung: „König David ist das Geheimnis von Nukwa auf der linken Seite, wo dann Dunkelheit herrscht und nicht Licht. Deshalb hatte er kein Leben, denn Leben gibt es nur auf der rechten Seite, dem Geheimnis von Seir Anpin, der „Baum des Lebens“ genannt wird. Auch Isaak war auf der linken Seite, doch er war in Abraham eingeschlossen, im Geheimnis des Verses: „Abraham zeugte Isaak“, und ebenso durch die Kraft der Fesselung. Deshalb hatte er Leben. Doch all das galt nur für ihn selbst. David aber konnte er kein Leben geben, weil sein Wesen aus der linken Linie stammte.“ So weit der Wortlaut.

Hier muss man verstehen, was „rechts“ ist, wenn er sagt, dass ‚es Leben nur auf der rechten Seite gibt‘, und was „links“ ist, wo ‚Dunkelheit herrscht und nicht Licht‘. Ebenso muss man verstehen, warum Isaak, der links ist, Leben hatte – nur dass er des Einschlusses in die Rechte bedurfte, also in Abraham. David dagegen hatte überhaupt kein Leben, sondern jeder musste David von seinem eigenen Leben abgeben.

Um dies im Sinne der spirituellen Arbeit zu verstehen, müssen wir uns daran erinnern, was wir gelernt haben: Vor uns liegen zwei Dinge.

1. Das Schöpfungsziel: Das Schöpfungsziel besteht darin, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Das bedeutet, dass alle Geschöpfe das Ziel erreichen und mit dem Guten und dem Genuss gewürdigt werden müssen, die in dem Ziel des Schöpfers liegen, der es erschaffen hat.

2. Die Korrektur der Schöpfung: Sie dient dazu, dass es kein „Brot der Scham“ (Nahama deKisufa) gibt. Deshalb wurde eine Korrektur eingerichtet, die „Or Choser (zurückgeworfenes Licht)“ genannt wird. Das heißt, die Unteren kehren um und geben dem Schöpfer Genuss zurück. Sie wollen das Gute und den Genuss also nicht für sich selbst empfangen, sondern um zu geben.

Diese beiden Dinge sind einander entgegengesetzt. Denn der Schöpfer hat in den Geschöpfen ein Verlangen erschaffen, für sich selbst zu empfangen, also dass die Geschöpfe Genuss haben – und darin liegt nach allem, was wir lernen, Sein ganzer Zweck. Die Korrektur aber ist das genaue Gegenteil der Eigenschaft der Geschöpfe, die mit dem Verlangen erschaffen wurden, für sich selbst zu empfangen. Nun aber müssen die Geschöpfe etwas tun, was der Natur widerspricht, nämlich geben.

Das heißt: Die Arbeit beginnt damit, dass die Unteren Handlungen des Gebens vollbringen müssen, und zwar mit der Absicht zu geben. Danach beginnt die Arbeit, in der sie Genuss und Vergnügen empfangen können – ebenfalls mit der Absicht zu geben.

Damit es Raum für die Arbeit gibt und der Mensch eine Wahl treffen kann, sich auf das Geben auszurichten, wurden eine Einschränkung (Zimzum) und eine Verhüllung geschaffen. Das bedeutet: Solange der Mensch sich nicht auf das Geben ausrichten kann, bleibt er unter der Verhüllung. Abgesehen davon, dass er sich nicht auf das Geben ausrichten kann, sondern sein ganzes Verlangen nur dem eigenen Nutzen gilt, bewirkt diese Verhüllung noch etwas anderes, das Schwerste überhaupt: Der Mensch muss harte Arbeit leisten, um des Glaubens über dem Verstand gewürdigt zu werden. Denn durch die Verhüllung sieht er innerhalb des Verstandes das Gute und den Genuss nicht, den die Geschöpfe vom Schöpfer empfangen – obwohl das ganze Schöpfungsziel allein darin lag, dass Er Seinen Geschöpfen Gutes tun will. Dieses Gute sieht er nicht, weder in Bezug auf sich selbst noch in Bezug auf andere Menschen.

Daraus folgt: Der Mensch muss nicht nur arbeiten, um die Übereinstimmung der Form zu erlangen, also Gefäße des Gebens zu haben, sondern auch, um des Glaubens gewürdigt zu werden, dass der Schöpfer Seine Welt als der Gute führt, der Gutes tut. Und wodurch wurde das alles bewirkt? All dies geschah durch die Kraft der Einschränkung und der Verhüllung, die ihrerseits durch die Korrektur der Schöpfung bewirkt wurden.

Hier aber stellt sich eine schwerwiegende Frage. Wir sagen, dass die Verhüllung um der Korrektur der Schöpfung willen geschah, und aus dieser Verhüllung ergeben sich zwei Aspekte.

1. der Mangel an Glauben,

2. das Verbot, das Verlangen zu benutzen, für sich selbst zu empfangen.

Dies wird allgemein „Mocha weLiba“ (Verstand und Herz) genannt. Es stellt sich die Frage: Was kommt zuerst? Muss der Mensch also zuerst des Glaubens gewürdigt werden und kann erst danach dazu gelangen, zum Nutzen des Schöpfers und nicht zum eigenen Nutzen zu arbeiten – oder ist es umgekehrt?

Die Vernunft verlangt, dass der Mensch zuerst des Glaubens gewürdigt werden muss. Erst dann lässt sich sagen, dass er sich selbst annulliert, nicht für den eigenen Nutzen arbeitet und einzig zum Nutzen des Schöpfers arbeitet. Dass der Mensch alles allein zum Nutzen des Schöpfers tut, hängt davon ab, in welchem Maß er an die Größe des Schöpfers glaubt; in diesem Maß lässt sich sagen, dass er für Ihn arbeitet. Denn man kann sich nicht stark für etwas anstrengen, das nicht wichtig ist – es ist der Lauf der Welt, dass man für das Wichtigere mehr Mühe aufwendet.

Die Anstrengung, die ein Mensch aufbringen kann, hängt also von der Wichtigkeit des Begehrten ab. Es ist klar: Je wichtiger der Schöpfer für den Menschen ist, desto leichter fällt es ihm, für Ihn zu arbeiten, damit er das Verlangen aufgibt, für sich selbst zu empfangen, und einzig für den Schöpfer arbeitet. Demnach ergibt sich aus dem Gesagten: Damit der Mensch die Kraft hat, den eigenen Genuss aufzugeben und sich aufzumachen, um zum Wohl des Schöpfers zu handeln, muss er gewiss zuerst des Glaubens an den Schöpfer gewürdigt werden. Danach kann er sich vor dem Schöpfer annullieren und alles um des Himmels willen tun. So verlangt es die Vernunft, dass dies die Ordnung der Arbeit sein soll.

Aus dem aber, was im Sulam steht („Einführung in das Buch Sohar“, Blatt 138), geht das Gegenteil hervor: „Bevor der Mensch dazu gelangt, seine Gefäße so zu korrigieren, dass sie auf das Geben ausgerichtet sind – was Übereinstimmung der Form genannt wird –, kann dieser Mensch keinen Glauben haben. Denn dort heißt es: Solange der Mensch keine Gefäße des Gebens hat, kann er das Gute und den Genuss vom Schöpfer nicht empfangen. Deshalb kann er nicht glauben, dass der Schöpfer die Welt als der Gute führt, der Gutes tut. Daraus folgt, dass er schlecht über den Schöpfer redet. Zu eben dieser Zeit glaubt er also nicht mehr, dass der Schöpfer die Welt als der Gute führt, der Gutes tut.

Und noch schlimmer: Auf ihm lastet, Gott behüte, ein Leugnen Seiner Vorsehung, wie es heißt: „Denn vor der Korrektur wird Malchut ‚Baum von Gut und Böse‘ (Ilana Tow waRa) genannt. Das bedeutet: Malchut ist das Geheimnis Seiner Führung in dieser Welt. Solange die Empfänger nicht zur Vollendung gelangt sind, in der sie die Vollkommenheit Seines Gutestuns empfangen könnten, die Er im Schöpfungsgedanken für uns vorgesehen hat, muss die Führung notwendig den Weg von Gut und Böse nehmen.“

Das ist das Geheimnis des Verses: „Alles hat der Schöpfer zu Seinem Zweck geschaffen.“ Wir aber sagen genau das Gegenteil, von einem äußersten Ende zum anderen. Deshalb erscheint uns Seine Vorsehung als Gut und Böse, also als Lohn und Strafe – denn das eine hängt am anderen. Da wir Gefäße des Empfangens benutzen, spüren wir bei den Handlungen der Führung notwendig, dass sie für uns böse sind. Denn es ist ein Gesetz, dass das Geschöpf von Ihm nichts Böses offen empfangen kann, weil es, Gott behüte, Seine Ehre verletzte, wenn das Geschöpf Ihn als Urheber von Bösem erlebte; das gehört sich nicht für den vollkommen Handelnden. Wenn der Mensch daher Böses spürt, lastet im selben Maß, Gott behüte, ein Leugnen Seiner Vorsehung auf ihm, und der Handelnde wird ihm verborgen – das ist die größte Strafe auf der Welt.

So bringt das Empfinden von Gut und Böse in Seiner Vorsehung das Empfinden von Lohn und Strafe mit sich. Denn wer sich anstrengt, sich nicht vom Glauben an Ihn zu trennen, hat Lohn, auch wenn er einen schlechten Geschmack in der Vorsehung schmeckt. Wenn es ihm aber, Gott behüte, nicht gelingt, sich anzustrengen, hat er Strafe, weil er sich vom Glauben an Ihn getrennt hat. So zeigt sich: Obwohl Er allein alle Taten getan hat, tut und tun wird, bleibt dies denen verborgen, die Gut und Böse spüren. Denn zur Zeit des Bösen wird der Sitra Achra (der anderen Seite) die Kraft gegeben, Seine Vorsehung und den Glauben an Ihn zu verbergen, und man gerät in die große Strafe der Trennung und wird voller Grübeleien (Hirhurim) des Leugnens. Kehrt man aber in Umkehr (Teshuwa) zurück, so findet man sich dem gegenüber, dass man Lohn empfängt und sich erneut an Ihn anhaften kann.“

Aus dem Gesagten sehen wir, dass es keinen Glauben an den Schöpfer geben kann, bevor der Mensch der Gefäße des Gebens gewürdigt wird, denn nur dann hat der Mensch vollkommenen Glauben. Dann stellt sich die Frage: Wenn der Mensch keinen Glauben hat, wie kann es dann sein, dass er alles zum Nutzen des Schöpfers tut, bevor er Glauben an den Schöpfer hat?

Die Antwort lautet: Der Mensch hat einen teilweisen Glauben, nämlich aus dem, was er vonseiten der Allgemeinheit glaubt. In der Allgemeinheit Israels gibt es einen Glauben in Form des umgebenden Lichts (Or Makif), das Licht des Glaubens, das allgemein in der Allgemeinheit Israels leuchtet. Jeder Einzelne empfängt davon einen Glauben, der „teilweiser Glaube“ genannt wird; das heißt „Domem (Unbelebtes) der Heiligkeit“. Und alle beginnen ihre Arbeit auf der Stufe des Unbelebten.

So steht geschrieben („Einführung in die ‚Lehre der zehn Sefirot‘“, Punkt 14): „Ich habe den Ausspruch unserer Weisen gedeutet: ‚wessen Tora sein Handwerk (Omanuto) ist‘, dass sich nämlich an der Beschäftigung mit seiner Tora das Maß seines Glaubens zeigt. Denn ‚Omanuto‘ (sein Handwerk) hat dieselben Buchstaben wie ‚Emunato‘ (sein Glaube). Es ist wie bei einem Menschen, der seinem Freund vertraut und ihm Geld leiht: Möglicherweise vertraut er ihm eine Lira an; verlangt der aber zwei Lira, weigert er sich, sie ihm zu leihen. Und möglicherweise vertraut er ihm ohne den Schatten eines Zweifels sein ganzes Vermögen an. Dieser letzte Glaube gilt als vollkommener Glaube, während die vorherigen Formen als unvollkommener Glaube gelten, nämlich als teilweiser Glaube.“

Deshalb beginnt der Mensch seine Arbeit mit dem Glauben der Allgemeinheit Israels, die einen Glauben in Form des umgebenden Lichts hat. Von diesem Glauben empfängt jeder einen Teil, der ihm genügt, um seine Arbeit zu beginnen, damit er in die Arbeit auf der Stufe des Einzelnen eintreten will. Das heißt, der Mensch soll des Glaubens in Form des inneren Lichts (Or Pnimi) gewürdigt werden, was „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben“ genannt wird. „Dein Gott“ bezeichnet eine einzelne Stufe – das heißt, sein Glaube baut nicht auf der Allgemeinheit auf, von der er nur einen Teil empfängt, den oben genannten teilweisen Glauben, sondern er wird eines einzelnen Glaubens gewürdigt. Das wird „vollkommener Glaube“ genannt, bei dem er die Allgemeinheit nicht benötigt.

Um des vollkommenen Glaubens gewürdigt zu werden, muss der Mensch zuerst in der Übereinstimmung der Form arbeiten, das heißt, seine ganze Arbeit muss auf das Geben ausgerichtet sein. Erst nachdem er Gefäße des Gebens erlangt hat, kann er des vollkommenen Glaubens gewürdigt werden. Dann kann er erfüllen, was geschrieben steht: „Und du sollst den Schöpfer, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen“, wie gesagt.

Wenn der Mensch jedoch beginnt, in der Übereinstimmung der Form zu arbeiten, um des vollkommenen Glaubens gewürdigt zu werden, verläuft die Arbeit in zwei Richtungen, die „Mocha weLiba“ (Verstand und Herz) genannt werden. Denn man kann nicht auf das Geben ausgerichtet arbeiten, wenn der, dem man geben will, kein großer und wichtiger Mensch ist, wie oben. Deshalb muss der Mensch einen Teil seiner Zeit an der Arbeit des Verstandes und einen Teil seiner Zeit an der Arbeit des Herzens arbeiten.

Und hier beginnt die eigentliche Arbeit, nämlich wenn er arbeiten will, um des Glaubens auf der Stufe des Einzelnen gewürdigt zu werden. Denn hier gibt es Aufstiege und Abstiege, weil die Grundlage dieser Arbeit darin besteht, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten, was der Natur des Menschen widerspricht, der mit einem Verlangen erschaffen wurde, zum eigenen Nutzen zu empfangen. Deshalb beginnt hier der eigentliche Kampf gegen den Trieb. Darum muss es eine Ordnung in der Arbeit geben, sonst kann er auf diesem Weg nicht weitergehen, nämlich zur Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer zu gelangen.

Denn wenn der Mensch sieht, dass die Arbeit schwer ist, weil er immer über dem Verstand gehen muss, so lässt ihn sein Verstand immer erkennen, dass es sich nicht lohnt zu arbeiten, wenn es nicht zum eigenen Nutzen ist. Jedes Mal lässt ihn sein Verstand erkennen: „Du siehst doch, dass du mit dem Verlangen geboren wurdest, zum eigenen Nutzen zu empfangen. Wie willst du dich da annullieren und nichts mehr zum eigenen Nutzen denken, sondern nur zum Nutzen des Schöpfers? Was hast du davon, dass du zum Nutzen des Schöpfers arbeitest?“ Verrichtet der Mensch dagegen die heilige Arbeit in Tora und Mizwot, um Lohn zu empfangen, so kann der Verstand das verstehen, denn so ist der Lauf der Welt: Man arbeitet bei jemandem, und es ist nicht wichtig, wer der Dienstherr ist; man denkt immer nur daran, wie viel Lohn man für die Arbeit erhält, denn der Lohn ist das Entscheidende. Und das ist die Arbeit der Allgemeinheit.

Wenn der Mensch aber um des Gebens willen arbeiten will, um dadurch des vollkommenen Glaubens gewürdigt zu werden, beginnen hier die Aufstiege und Abstiege. Denn man kann nicht ohne Gegenleistung arbeiten. Wann kann der Mensch ohne Gegenleistung arbeiten? Einzig dann, wenn er einem wichtigen Menschen geben will – das gilt ihm sehr wohl als Gegenleistung. Bekanntlich sagten unsere Weisen: „durch den Genuss, den er von ihm empfängt“ – es liegt also ein Genuss darin, dass ein wichtiger Mensch von ihm das Geschenk annimmt.

Das heißt, es liegt in der Natur, dass der Geringere Genuss empfindet, wenn er dem König dienen darf. So zeigt sich: Wenn der Mensch um des Gebens willen arbeiten will, muss er den Schöpfer hochschätzen, damit er die Fähigkeit hat, Ihm zu geben, und die Kraft hat, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten. Wenn ihm daher die Wichtigkeit des Schöpfers verloren geht – was im SoharShechina im Staub‘ (Shechinta beAfra) genannt wird, wenn er nämlich keine Wichtigkeit in der Heiligkeit spürt, sondern sie ihm wie Staub gilt –, dann hat er keine Kraft, um des Gebens willen zu arbeiten. Deshalb gilt die Ordnung der Arbeit sowohl im Verstand als auch im Herzen.

Während der Arbeit jedoch, in der der Mensch arbeitet, um das Ziel zu erreichen, nämlich der Anhaftung an den Schöpfer gewürdigt zu werden, ist die Ordnung wie in der Körperlichkeit: Der Mensch kommt nur dann voran, wenn er beide Beine benutzt, das rechte und das linke. So sagten unsere Weisen (Sota 47): „Stets soll die Linke abstoßen und die Rechte heranziehen.“ „Rechts“ bezeichnet das, was zum Schöpfer annähert, wenn man also spürt, dass man dem Schöpfer nahe ist. Und selbst wenn er noch kein solches Gefühl hat, muss er über dem Verstand gehen, als ob er spürte, wie er in völliger Vollkommenheit vollkommen ist, wie es heißt (in Artikel 9 des Jahres 1990): „Und er freut sich seines Anteils“, und damit wird er „gesegnet“ genannt.

Dann „haftet der Gesegnete am Gesegneten“, und daraus empfängt er Leben, weil er dem Schöpfer nahe ist. Das wird „angehaftet am Baum des Lebens“ genannt, weil er Gefäße des Gebens benutzt, auf denen keinerlei Einschränkung und Urteil liegt. Deshalb zieht der Mensch von der rechten Seite, die „Vollkommenheit“ genannt wird, Leben aus dem Leben der Lebenden herab.

Dagegen wird „links“ „etwas, das der Korrektur bedarf“ genannt. Wenn der Mensch nämlich seine Arbeit kritisch prüft und seine Mängel (sieht), und da er nichts hat, worin er Vollkommenheit besäße, dann sieht er, wie er von der Heiligkeit abgestoßen wird. Damit sieht er, dass er auf der Stufe des „Verfluchten“ ist, und „kein Verfluchter haftet am Gesegneten“. Er ist dann also vom Schöpfer getrennt und hat damit kein Leben. Daraus folgt: Von der linken Seite her, wenn der Mensch seine Abrechnung innerhalb des Verstandes vornimmt, sieht er, dass er nackt und völlig mittellos ist. Deshalb gibt es kein Leben, wenn der Mensch auf der linken Linie geht.

Nach dem Gesagten lässt sich erklären, was wir zu den Worten des Sohar gefragt haben: „König David hatte kein Leben, bevor er auf die Welt kam.“ Der Grund ist: König David ist die Stufe von Malchut, auf der eine Einschränkung lag. David wird „die Gesamtheit von Malchut“ genannt, die eine Korrektur empfangen muss, sodass jedes Verlangen zu empfangen, das in den Gefäßen des Empfangens ist, korrigiert wird. Deshalb musste er in Gefäße eingeschlossen werden, in denen es Gefäße des Gebens gibt, damit dadurch auch das allgemeine Malchut korrigiert wird.

Das wird „Ende der Korrektur“ (Gmar Tikun) genannt. Der König Messias wird also „Ende der Korrektur“ genannt, was bedeutet, dass das allgemeine Malchut auf das Geben hin korrigiert wird. Deshalb sagte der Sohar, dass nur Abraham, Jakob und Josef, die nicht von der Eigenschaft des Urteils sind, David von ihrer Stufe gaben, damit er Leben hätte. Das heißt: Dadurch erhielt er Gefäße des Gebens, die zur rechten Stufe gehören, die Chessed (Gnade) ist – das Gegenteil der Eigenschaft des Urteils, die Gefäße des Empfangens sind. Deshalb empfing er nichts von Isaak, der die linke Stufe ist, die Eigenschaft des Urteils, die Gefäße des Empfangens sind.

Das ist die Erklärung von „auf der Linken gibt es kein Leben“: Wenn der Mensch auf der linken Stufe geht, sieht er, was ihm fehlt, und der Mangel wird „Eigenschaft des Urteils“ genannt; deshalb gibt es auf der Linken kein Leben. Vielmehr empfindet der Mensch gerade auf der Rechten, wenn er sich mit der Stufe „Denn Er hat Gefallen an der Gnade“ beschäftigt und ihm nichts fehlt, dass er lebendig ist. Befindet sich der Mensch aber in einem Zustand, in dem er nackt und völlig mittellos ist, so gilt das als kein Leben. Denn wenn der Mensch seine Mängel spürt und ihm die Zukunft nicht leuchtet, dass er einmal in der Lage sein wird, seine Mängel zu füllen, dann sagt der Mensch: „Besser ist mir mein Tod als mein Leben.“

Damit lässt sich erklären, was geschrieben steht: „König David hatte kein Leben.“ Das bedeutet: Da die ganze Erschaffung der Welt dazu diente, dass die Geschöpfe das Gute und den Genuss empfangen, ist die erste Ordnung in der Arbeit, dass der Mensch dann an das Schöpfungsziel glauben muss, dass es nämlich der Wille des Schöpfers ist, dass die Geschöpfe Gutes und Genuss empfangen. Wenn er daran glaubt, so muss der Mensch nachdenken: Was ist der Grund, dass ich das Gute und den Genuss nicht habe, den der Schöpfer mir geben will?

So zeigt sich: Wenn er glaubt, dass er empfangen soll, spürt er in eben diesem Maß den Mangel. Und wenn er seinen Mangel spürt, macht er sich auf, den Grund zu sehen, „warum er seinen Mangel nicht korrigieren kann“. Dann muss man an die Worte unserer Weisen glauben, die sagten, dass uns die Anhaftung fehlt, also die Übereinstimmung der Form, wie geschrieben steht: „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“

Daraus folgt: In dem Maß, in dem er glaubt, dass der Schöpfer der ganzen Welt alles Gute gibt, muss er in eben diesem Maß auch dem Schöpfer geben. Und wenn der Mensch glaubt, dass der Schöpfer der ganzen Welt gibt, soll er daraus die Wichtigkeit und Größe des Schöpfers gewinnen – ähnlich einem wichtigen Menschen in der Körperlichkeit, wo wir sehen, dass es ein großes Privileg ist, wichtigen Menschen dienen zu dürfen; aus dem Dienst selbst empfängt der Mensch Genuss und Vergnügen und braucht keine andere Gegenleistung. Wie gesagt: Im Maß des Glaubens auf der Stufe des Verstandes kann er auf der Stufe des Glaubens arbeiten.

Da der Mensch jedoch auf der Stufe des Verlangens geboren wird, für sich selbst zu empfangen, gibt es auf dieser Stufe kein Leben. Die Stufe von König David, die der Punkt im Herzen ist, hat also kein Leben. Das Licht des Lebens kann dort nämlich nicht leuchten. Deshalb wurde „die Verbindung der Eigenschaft der Barmherzigkeit mit dem Urteil“ geschaffen. So ist es geschrieben: „Von der rechten Seite, die die Stufe des Gebens ist und mit der Stufe von König David verbunden wurde, empfängt Malchut, das die Eigenschaft des Urteils ist, Leben. Deshalb wurde von der Stufe Abrahams, Jakobs und Josefs, die die Stufe von Chessed und Barmherzigkeit sind, in die Stufe von König David gegeben – und nicht von Isaak, der die linke Stufe ist, die ein Gefäß des Empfangens ist.“

korrigiert (Stilüberarbeitung nach Richtlinie), EY, Claude/Opus 4.8, 24.07.2026, 11:47 Uhr, Ver4