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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Artikel / 1990/11 Was bedeutet es in der Arbeit, die Chanukka-Kerze auf der linken Seite zu platzieren?

1990/11 Was es in der Arbeit bedeutet, dass die Chanukka-Kerze auf der linken Seite steht

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1

Unsere Weisen sagten (Shabbat, Blatt 22): „Die Chanukka-Kerze steht links, damit die Chanukka-Kerze links und die Mesusa rechts ist.“ Und RASHI erläutert: „Mesusa – es ist uns bekannt, dass sie rechts steht, denn es heißt ‚dein Haus‘ – auf dem Weg deines Eintretens; und wenn ein Mensch losgeht, so setzt er den rechten Fuß zuerst“ (das heißt, wenn der Mensch zu gehen beginnt, beginnt er mit dem rechten Fuß).

חז"ל (בשבת, דף כ"ב) אמרו "שנר חנוכה משמאל, כדי שתהא נר חנוכה משמאל, ומזוזה מימין". ופירש רש"י, מזוזה, קי"ל [קיימא לן] דבימין [ידוע לנו שבימין], דכתיב, בֵּיתֶךָ - דרך בִּיאָתֵךָ, וכי עקר אינש כרעה דימינא, עקר ברישא" (שהאדם מתחיל ללכת, הוא מתחיל ברגל ימין).

Unsere Weisen sagten (Shabbat, S. 22): „Die Chanukkakerze steht auf der linken Seite, damit die Chanukkakerze auf der linken Seite und die Mesusa [hebr.: eine Schriftkapsel am Türpfosten, die das Shma Israel enthält] auf der rechten Seite steht“. RASHI interpretiert dies so: „Die Mizwa steht auf der rechten Seite, denn es steht geschrieben: ‚Beitecha [dein Haus] – Derech Bi’atcha [der Weg, auf dem du gekommen bist] – wenn ein Mensch geht, beginnt er mit dem rechten Bein zu gehen'“.

2

Im Buch „Shaar HaKavanot“ (Tor der Absichten, Blatt 326) heißt es dort: „Doch die Sache von Chanukka und Purim verhält sich anders, denn beide befinden sich in Hod. Und obwohl wir beim Morgengebet am Werktag erklärt haben, dass Jakob in Nezach ist und Malchut in Hod, und demnach der Werktag heiliger wäre als Chanukka und Purim, die beide in Hod sind – die Sache ist jedoch die, dass sie damals ihre Erleuchtungen durch sich selbst empfängt, nicht durch ihren Gemahl. Denn am Werktag empfängt Jakob seine Erleuchtung und den Anteil ihrer Erleuchtung von Nezach und von Hod und gibt ihr danach ihre Erleuchtung, die durch ihn von Hod herabgezogen wird. Doch nun, an Chanukka und Purim, empfängt sie ihren Erleuchtungsanteil von Hod selbst, nicht durch ihren Gemahl.“

בספר "שער הכוונות" (דף שכ"ו), אומר שם "אבל ענין חנוכה ופורים הוא באופן אחר, כי תַּרְוַיְהוּ אינון בהוד [שניהם הם בהוד]. ואף על פי שבתפלת שחרית בחול ביארנו, דיעקב הוא בנצח, ומלכות היא בהוד. וכפי זה החול הוא קדוש יותר מחנוכה ופורים, אשר תַּרְוַיְהוּ אינון בהוד [שניהם הם בהוד]. אבל הענין הוא, לפי שאז מקבלת הארותיה ע"י עצמה, שלא ע"י בעלה. כי הנה בחול יעקב יונק הארתו וחלק הארה שלה מן הנצח ומן ההוד. ואח"כ נותן לה הארתה, ונמשך מן ההוד על ידו. אבל עתה בחנוכה ופורים, היא יונקת חלק הארותיה מן ההוד עצמה, שלא ע"י בעלה".

Im Buch Shaar Hakavanot (Tor der Absichten, S. 326) sagt er [der ARI]: „Aber die Sache mit Chanukka und Purim ist anders, denn beide sind in Hod, obwohl wir in Bezug auf das Morgengebet erklärt haben, dass Jakob in Nezach und Malchut in Hod ist. Deshalb ist ein Wochentag heiliger als Chanukka und Purim, die beide in Hod sind.

3

Und man muss in Bezug auf die Arbeit verstehen, was es damit auf sich hat, dass die Mesusa rechts und die Chanukka-Kerze links steht. Was will uns das lehren? Ebenso muss man verstehen, was im Buch „Shaar HaKavanot“ geschrieben steht, nämlich dass Chanukka und Purim beide ein und dieselbe Stufe sind, wie es heißt, dass beide – also sowohl Chanukka als auch Purim – ein und dieselbe Stufe sind, die von der Stufe Hod herabgezogen wird.

ויש להבין בענין עבודה, מהו הענין שהמזוזה היא בימין, ונר חנוכה בשמאל. מה בא זה ללמדנו. וכמו כן יש להבין, לפי מה שכתוב בספר "שער הכוונות", שחנוכה ופורים הם שניהם בחינה אחת, כמו שכתוב, ששניהם, היינו הן חנוכה והן פורים, שניהם הם בחינה אחת, הנמשכים מבחינת הוד.

Aber das Problem ist, dass sie zu dieser Zeit ihr Licht selbst empfängt und nicht von ihrem Mann, denn an einem Wochentag saugt Jakob sein Licht und ihren Teil des Lichts aus Nezach und Hod. Dann gibt er ihr ihr Licht, und es breitet sich von Hod durch ihn aus. Aber jetzt, an Chanukka und Purim, saugt sie ihren Teil des Lichts aus Hod selbst und nicht durch ihren Mann.”

4

Warum empfangen beide von einer einzigen Wurzel, wenn es doch an Purim die Sache der Freude und des Festmahls gibt, sodass der Mensch verpflichtet ist, das Purim-Mahl zu essen, während unsere Weisen über Chanukka sagten: „Diese Kerzen sind heilig, und wir haben keine Erlaubnis, sie zu benutzen“?

מדוע שניהם יונקים משורש אחד, אם בפורים יש ענין שמחה ומשתה, שהאדם מחויב לאכול סעודת פורים, מה שאין כן בחנוכה אמרו חז"ל "הנרות הללו קודש הם, ואין לנו רשות להשתמש בהם".

Warum saugen beide von derselben Wurzel, während an Purim Freude herrscht, ein Fest gefeiert wird und man das Purimgericht essen muss, während unsere Weisen an Chanukka sagten: „Diese Kerzen sind heilig, wir dürfen sie nicht benutzen.“ Warum stammen dann beide von derselben Wurzel ab? In der Arbeit lernen wir, dass ein Mensch die ganze Welt in sich trägt. Das heißt, Israel und die siebzig Völker sind in einem Menschen.

5

Bekanntlich lernt man in Bezug auf die Arbeit, dass ein einzelner Mensch die ganze Welt in sich einschließt. Das heißt, dass sich die Sache von Israel und den siebzig Völkern in einem einzigen Menschen befindet. Mit anderen Worten: Der Mensch ist aus allen schlechten Eigenschaften zusammengesetzt, die sich in den siebzig Völkern finden. Bekanntlich werden die Völker der Welt aus dem Gegenstück der sieben Eigenschaften der Heiligkeit (Kedusha) herabgezogen, im Geheimnis von „dieses gegenüber jenem hat Gott gemacht“. Und jede Eigenschaft ist aus zehn zusammengesetzt.

ידוע בענין עבודה לומדים, שאדם אחד כולל כל העולם כולו. זאת אומרת, שענין ישראל וע' אומות נמצאים באדם אחד. כלומר, שהאדם נכלל מכל המדות רעות, הנמצאים בע' אומות. כידוע, שענין אומות העולם נמשכים מן הלעומת דשבע מדות דקדושה, בסוד "זה לעומת זה עשה אלקים". וכל מדה כלולה מעשר.

Mit anderen Worten: Ein Mensch besteht aus all den bösen Eigenschaften, die in den siebzig Nationen vorhanden sind. Es ist bekannt, dass die siebzig Nationen aus dem Gegenteil der sieben Eigenschaften von Kedusha [Heiligkeit] bestehen, wie in „Gott hat sie einander gegenübergestellt“, und jede Eigenschaft besteht aus zehn.

6

Und das ist die Sache der siebzig Völker. Das heißt: In der Zeit, in der die siebzig Völker im Menschen über die Stufe Israel herrschen, nennt man dies, dass das Volk Israel im Exil unter der Herrschaft der Völker ist. Mit anderen Worten: Die Verlangen und die Begierden herrschen über die Stufe Israel in ihm, und die Stufe Israel hat keinerlei Möglichkeit, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten, sondern nur zum eigenen Nutzen.

וזהו הענין של הע' אומות. היינו בזמן שהע' אומות שולטים באדם על בחינת ישראל, זה נקרא, שעם ישראל הם בגלות תחת שליטת העמים. כלומר, שהרצונות והתשוקות שולטים על בחינת ישראל שבו, ואין לבחינת ישראל שום אפשרות לעבוד לתועלת ה', כי אם רק לתועלת עצמו.

Das ist die Bedeutung der siebzig Nationen, d.h. wenn die siebzig Nationen Israel in einer Person regieren, bedeutet das, dass das Volk Israel im Exil unter der Herrschaft der Nationen ist. Das bedeutet, dass die Wünsche und Begierden der Nationen in ihm Israel beherrschen und dass Israel nicht für seinen Schöpfer arbeiten kann, sondern nur für sich selbst.

7

Und nach Vernunft und Verstand gibt es keinerlei Wirklichkeit, in der man verstehen könnte, wie es jemals möglich sein sollte, sich von der Herrschaft der Völker der Welt in seinem Innern zu befreien. Denn so viel Arbeit der Mensch auch hineinsteckt, um aus ihrer Herrschaft herauszukommen, es gelingt nicht; im Gegenteil, jedes Mal sieht er noch mehr, dass es unmöglich ist, aus ihrem Exil herauszukommen. Darum müssen wir immer an die Sache des Auszugs aus Ägypten denken, wie es heißt: „Damit du an den Tag deines Auszugs aus dem Land Ägypten denkst.“ Das heißt, zu glauben, was geschrieben steht: „Ich bin der Ewige, euer Gott, der euch aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, um euch ein Gott zu sein.“

ולפי השכל והדעת, אין שום מציאות להבין, איך תהיה פעם אפשרות להשתחרר מן שליטת אומות העולם שבקרבו. היות עד כמה שהאדם השקיע עבודה, בכדי לצאת משליטתם, וזהו ללא הצלחה, אלא להיפך, שכל פעם הוא רואה יותר, שזהו בלתי אפשרי לצאת מהגלות שלהם. לכן אנו צריכים תמיד לזכור את ענין יציאת מצרים, כמו שכתוב "למען תזכור את יום צאתך מארץ מצרים". היינו, להאמין מה שכתוב "אני ה' אלקיכם אשר הוצאתי אתכם מארץ מצרים, להיות לכם לאלקים".

Es ist ganz unmöglich, mit dem Verstand zu begreifen, wie es jemals möglich sein sollte, sich von der Herrschaft der Nationen der Welt in ihm zu befreien. Denn so sehr er sich auch bemüht, sich von ihrer Herrschaft zu befreien, ist es vergeblich. Im Gegenteil, jedes Mal sieht er mehr, dass es unmöglich ist, aus ihrem Exil herauszukommen. Deshalb müssen wir uns immer wieder an den Auszug aus Ägypten erinnern, wie es geschrieben steht, „damit du des Tages gedenkst, an dem du aus dem Land Ägypten gezogen bist“, d.h. glauben, was geschrieben steht: „Ich bin der Ewige, dein Gott, der Ich euch aus dem Land Ägypten herausgeführt habe, … um euch ein Gott zu sein“.

8

Das heißt: So wie der Schöpfer damals das Volk Israel aus der Herrschaft Ägyptens herausführte und sie der Stufe „euch ein Gott zu sein“ gewürdigt wurden, ebenso kann Er auch uns aus der Herrschaft der siebzig Völker herausführen und uns der Stufe „euch ein Gott zu sein“ würdigen.

זאת אומרת, כמו שה' הוציא אז את עם ישראל משליטת מצרים, וזכו לבחינת "להיות לכם לאלקים", כמו כן גם אותנו יכול להוציא משליטת ע' אומות, ולזכות לבחינת "להיות לכם לאלקים".

Das bedeutet: So wie der Schöpfer das Volk Israel aus Ägypten herausgeführt hat und es mit „euch ein Gott zu sein“ belohnt hat, so kann er auch uns aus der Herrschaft der siebzig Nationen befreien, um mit „euch ein Gott zu sein“ belohnt zu werden.

9

Und der Mensch darf nicht sagen, dass er schlechter ist als jene Menschen, die in Ägypten waren – dass nur jene es waren, die der Schöpfer aus ihrer Herrschaft herauszuführen die Kraft hatte. Doch wenn der Mensch seine Niedrigkeit sieht, gerät er in Verzweiflung und sagt, dass er gewiss schlechter ist als jene, die in Ägypten waren.

ואין להאדם לומר, שהוא יותר גרוע, מאלו אנשים שהיו במצרים. שרק אלו, היה בידו של הקב"ה כח להוציא מתחת שליטתם. מה שאין כן האדם, בזמן שהוא רואה את שפלותו, הוא בא אז לידי יאוש, ואומר, שבטח הוא יותר גרוע, מאלו שהיו במצרים.

Der Mensch darf nicht sagen, dass er böser ist als das Volk, das in Ägypten war, oder dass der Schöpfer die Macht hatte, einzig sie alleine aus ihrer Herrschaft zu befreien. Aber wenn der Mensch seine eigene Niedrigkeit sieht, verzweifelt er und sagt, er müsse noch böser sein als die, die in Ägypten waren.

10

Dazu muss man den Worten des heiligen ARI glauben, der sagt, dass das Volk Israel vor dem Auszug aus Ägypten bereits in den 49 Toren der Unreinheit (Tuma) war, bis Sich der Schöpfer ihnen offenbarte und sie erlöste. Daraus ergibt sich: Selbst wenn der Mensch sieht, dass er in äußerster Niedrigkeit ist, soll er nicht vom Schlachtfeld fliehen, sondern glauben, dass der Schöpfer ihn aus dem Exil herausführen wird, in dem er sich inmitten der Völker der Welt befindet.

על זה צריכים להאמין לדברי האר"י הקדוש, שאומר, שעם ישראל לפני יציאת מצרים היו כבר במ"ט שערי טומאה, עד שנגלה עליהם הקב"ה, וגאלם. נמצא מזה, שאפילו האדם רואה, שהוא בתכלית השפלות, לא לברוח מהמערכה, ולהאמין שה' יוציא אותו מהגלות, מה שהוא נמצא בין אומות העולם.

Hier müssen wir den Worten des heiligen ARI glauben, der sagt, dass sich das Volk Israel vor dem Auszug aus Ägypten bereits in neunundvierzig Toren der Unreinheit [Tuma’a] befand, bis der Schöpfer sich ihnen offenbarte und sie erlöste. Daraus folgt, dass man selbst dann, wenn man sieht, dass man sich in der äußersten Niedrigkeit befindet, nicht vor dem Schlachtfeld fliehen sollte, und man sollte daran glauben, dass der Schöpfer einen aus dem Exil – aus dem Dasein unter den Völkern der Welt –, erlösen wird.

11

Und nach dem Gesagten sehen wir, dass die ganze Grundlage allein auf dem Glauben errichtet ist – dass man nur durch Glauben aus dem Exil herauskommen kann und sich nicht auf unseren Verstand stützen darf, obwohl der Mensch im Wesentlichen nach dem Verstand bemessen wird, den er hat. Doch gerade dass der Mensch den Verstand hat, um seinen wahren Zustand zu sehen, gibt ihm den Raum, über dem Verstand zu gehen. Mit anderen Worten: Über dem Verstand kann der Mensch nicht ohne die Hilfe des Schöpfers gehen. Sieht er hingegen, dass er von Seiten des Verstandes vorankommen kann, so braucht er Seine Hilfe nicht.

ובהאמור אנו רואים, שכל הבסיס נבנה רק על האמונה, שרק ע"י אמונה יכולים לצאת מהגלות. ולא להתחשב עם הדעת שלנו, הגם שעיקר האדם נמדד לפי דעת, שיש לו. אבל זה שהאדם יש לו דעת, לראות את מצבו האמיתי, זה נותן לו מקום ללכת למעלה מהדעת. כלומר, שלמעלה מהדעת אין האדם מסוגל ללכת בלי עזרת ה'. מה שאין כן אם הוא רואה, שמצד השכל הוא יכול ללכת קדימה, אין נצרך לעזרתו יתברך.

So sehen wir, dass die ganze Grundlage vollkommen auf dem Glauben beruht, und dass es einzig und alleine durch den Glauben möglich ist, aus dem Exil herauszukommen. Wir sollten nicht im Verstand sein, auch wenn ein Mensch danach beurteilt wird. Aber wenn ein Mensch den Verstand hat, um seinen wahren Zustand zu sehen, kann er über den Verstand hinausgehen. Mit anderen Worten: Ohne die Hilfe des Schöpfers kann man sich nicht über den Verstand erheben. Aber wenn er sieht, dass er mit dem Verstand vorankommen kann, braucht er Seine Hilfe nicht.

12

Und das Wesentliche, was man vom Menschen will, ist, dass er zu seiner Vollkommenheit gelangt, das heißt, dass er der Stufe NaRaNChaY der Seele gewürdigt wird. Und dies geschieht gerade dadurch, dass der Mensch des Schöpfers bedarf, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man.“ Und der Sohar sagt: „Womit hilft man? Mit einer heiligen Seele: Wenn er geboren wird, gibt man ihm eine Nefesh von der Seite des reinen Tieres. Wird er weiter gewürdigt, gibt man ihm eine Ruach von der Seite der heiligen Tierwesen. Wird er noch weiter gewürdigt, gibt man ihm eine Neshama von der Seite des Thrones usw.“

ועיקר, מה שרוצים מהאדם, שהוא יבוא לשלימותו, היינו שיזכה לבחינת נרנח"י דנשמה. וזה בא דוקא ע"י זה שהאדם נצרך להבורא, כמו שאמרו חז"ל "הבא לטהר, מסייעין אותו". ואומר הזה"ק "במה מסייעין. בנשמתא קדישא, כַּד אִתְיְלִ  יָהֲבִין לֵיהּ נַפְשָׁא מִסִּטְרָא דִּבְעִירָא, מִסִּטְרָא דְּדַכְיוּ, זָכָה יַתִּיר, יַהֲבִין לֵיהּ רוּחָא מִסִּטְרָא דְּחַיּוֹת הַקּוֹדֶשׁ. זָכָה יַתִּיר, יַהֲבִין לֵיהּ נִשְׁמְתָא, מִסִּטְרָא דְּכֻרְסְיָיאו כו'" [כאשר נולד, נותנים לו נפש מצד בהמה טהורה. זכה יותר, יתנו לו רוח מצד חיות הקודש, זכה יותר, נותנים לו נשמה מצד של הכסא וכו'].

Und das Wichtigste, was von einem Menschen verlangt wird, ist, seine eigene Vollkommenheit zu erreichen, d.h. NaRaNCHaY der Neshama zu erlangen. Dies geschieht vor allem durch das Verlangen nach dem Schöpfer. Unsere Weisen sagten: „Derjenige, der kommt, um gereinigt zu werden, dem wird geholfen.“ Und der Heilige Sohar sagt: „Wie wird ihm geholfen? Mit einer heiligen Seele. Wenn jemand geboren wird, erhält er eine Seele von der Seite eines reinen Tieres. Wenn er mehr belohnt wird, bekommt er Ruach, wenn er noch mehr würdig wird gibt man ihm die Neshama von Seiten des Throns [Kisse]“ und so weiter.

13

Darum ist es eine große Sache, dass der Mensch des Schöpfers bedarf, dass Er ihm hilft. Denn Seine Rettung besteht darin, dass man ihm von oben größere Kräfte gibt. Und dadurch, dass er jedes Mal eine neue Kraft empfängt, nämlich die Stufe einer neuen Seele, wird er schließlich die ganze Stufe NaRaNChaY empfangen, die zur Wurzel seiner Seele gehört. Es ergibt sich also: „Wunder“ nennt man das, was nicht in der Hand des Menschen liegt, die Sache zu erlangen. Mit anderen Worten: In der Hand des Menschen liegt es nicht, sie zu erlangen, sondern es muss ein Wunder vom Himmel geschehen – nur auf solche Weise nennt man es ein „Wunder“.

לכן דבר גדול הוא, בזה שהאדם הוא נצרך להבורא, שיעזור לו. כי ישועתו יתברך הוא בזה, שנותנים לו כוחות יותר גדולים מלמעלה. וע"י זה שמקבל כל פעם כח חדש, היינו בחינת נשמה חדשה, עד שבסופו של דבר הוא יקבל כל בחינת נרנח"י, השייכים לשורש נשמתו. נמצא, נס נקרא, מה שאינו בידי אדם, שישיג את הדבר. כלומר, שבידי אדם אין הדבר באפשרות להשיג, אלא שצריך להיות נס מן השמים, שרק באופן כזה נקרא "נס".

Es ist also eine große Sache, wenn ein Mensch die Hilfe des Schöpfers braucht, denn seine Erlösung besteht darin, dass er größere Kräfte von oben bekommt. Und indem er jedes Mal neue Kräfte, d.h. eine neue Seele empfängt, wird er am Ende die ganze NaRaNCHaY empfangen, die zur Wurzel seiner Seele gehört. Daraus folgt, dass „ein Wunder“ etwas ist, das ein Mensch nicht erreichen kann. Das heißt, es ist unmöglich, es zu erlangen, es sei denn durch ein Wunder von oben. Nur dann wird es „ein Wunder“ genannt.

14

Wenn der Mensch daher in einen Zustand kommt, in dem er bereits das Erkennen des Bösen hat – dass es nicht in seiner Möglichkeit liegt, aus der Herrschaft der Völker der Welt herauszukommen, die in ihm sind, und dass die Stufe Israel in ihm im Exil unter ihnen ist, und er keine Wirklichkeit sieht, in der es ihm möglich wäre, aus ihrer Herrschaft herauszukommen –, dann, wenn der Schöpfer ihnen hilft und sie aus der Gewalt der Völker der Welt herausführt, und es sich umkehrt, sodass das Volk Israel über sie herrscht, nennt man dies ein „Wunder“.

לכן, כשהאדם בא במצב, שהוא שכבר יש לו הכרת הרע, שאין זה באפשרותו לצאת משליטת אומות העולם שיש בו, ובחינת ישראל שבו היא בגלות תחתם, ואינו רואה שום מציאות, שתהיה באפשרותו לצאת משליטתם, לכן כשהקב"ה עוזר להם, ומוציא אותם מרשות האומות העולם, ונהפוך הוא, שעם ישראל שולט עליהם, זה נקרא "נס".

Aus diesem Grund wird es „ein Wunder“ genannt, wenn ein Mensch in einen Zustand kommt, in dem er das Böse bereits erkannt hat, dass es für ihn unmöglich ist, aus der Herrschaft der Völker der Welt in ihm herauszukommen, und dass Israel in ihm unter ihnen im Exil ist und er keinen Weg sieht, aus ihrer Macht herauszukommen, außer, wenn der Schöpfer ihm hilft und ihn aus der Herrschaft der Völker der Welt herausholt und das Verhältnis so umkehrt, dass das Volk Israel die Völker regiert. Das wird “Wunder” genannt.

15

Und dies ist so, wie es im Land Ägypten war, als der Schöpfer sie aus dem Land Ägypten herausführte. Das bedeutet, dass der Schöpfer sie aus den Lasten Ägyptens herausführte. Und an dieses Wunder muss der Mensch glauben: So wie es beim Auszug aus Ägypten war, so muss jeder Einzelne, der in der Arbeit für den Schöpfer geht, glauben, dass der Schöpfer ihn herausführen wird. Denn es ist tatsächlich ein Wunder, dass es eine Wirklichkeit gibt, aus der Herrschaft der Selbstliebe herauszukommen und sich nur um das zu sorgen, was zum Nutzen des Schöpfers gehört.

וזה נקרא, כמו שהיה בארץ מצרים, אשר ה' הוציא אותם מארץ מצרים. שפירושו, שה' הוציא אותם מתחת סבלות מצרים. והנס הזה, האדם צריך להאמין, שכמו שהיה ביציאת מצרים, כן כל אחד ואחד, שהולך בעבודת ה', הוא צריך להאמין, שה' יוציא אותו. כי זה ממש נס, שיהא מציאות לצאת משליטת אהבה עצמית, ולדאוג רק מה ששייך לתועלת ה'.

So war es im Land Ägypten, als der Schöpfer sie aus dem Land Ägypten befreite – das heißt, dass der Schöpfer sie aus dem Elend Ägyptens herausführte. Man sollte glauben, dass genauso wie dieses Wunder beim Auszug aus Ägypten geschah, jeder Einzelne, der in der Arbeit des Schöpfers wandelt, glauben sollte, dass der Schöpfer ihn erlösen wird, denn es ist wirklich ein Wunder, wenn man aus der Herrschaft der Eigenliebe herauskommt und sich einzig um das kümmert, was dem Nutzen des Schöpfers dient.

16

Und wenn der Mensch zu dieser Stufe gelangt, gilt es als erwiesen, dass dieser Mensch bereits zur Stufe liShma (um ihretwillen) gelangt ist. Das heißt, dass er bereits der Stufe des Glaubens an den Schöpfer gewürdigt wurde und bereits die Kraft hat, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten. Und dies nennt man liShma. Und dies nennt man die Stufe „rechts“, dass der Mensch sich damit beschäftigt, dem Schöpfer zu geben. Das heißt, dass alles, was er tut, zum Nutzen des Schöpfers sein soll. Mit anderen Worten: dass er dem Schöpfer eine Wohltat erweisen will, nämlich dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten.

וכשהאדם מגיע לבחינה זו, נבחן, שהאדם הזה כבר הגיע לבחינת "לשמה". זאת אומרת, שכבר זכה לבחינת אמונה בה', וכבר יש לו הכח לעבוד לתועלת ה'. וזה נקרא "לשמה". וזה נקרא בחינת "ימין", שהאדם עוסק בדרך להשפיע לה'. היינו, שכל, מה שהוא עושה, יהיה לתועלת ה'. כלומר, שהוא רוצה לעשות חסד לה', היינו להשפיע נחת רוח לה'.

Und wenn ein Mensch das erreicht, heißt es, dass er liShma [um Ihretwillen] erreicht hat. Das bedeutet, dass er bereits mit dem Glauben an den Schöpfer belohnt wurde und die Kraft hat, für Ihn zu arbeiten. Man nennt man lishma, und man nennt es auch „rechts“, wenn man sich auf den Weg des Gebens an den Schöpfer begibt, was bedeutet, dass alles, was er tut, zum Nutzen des Schöpfers ist. Das heißt, er will dem Schöpfer Chessed [Gnade/Barmherzigkeit] erweisen, das heißt, er will dem Schöpfer Zufriedenheit schenken.

17

Allerdings muss man wissen, dass dies, dass der Mensch alles zum Nutzen des Schöpfers tun will, nur „Korrektur der Schöpfung“ und nicht „Schöpfungsziel“ genannt wird. Denn das Schöpfungsziel ist, dass der Mensch Gutes und Genuss in den Gefäßen des Empfangens empfängt. Nur muss man den Gefäßen des Empfangens eine Stufe der Korrektur verleihen, die „um zu geben“ genannt wird.

אולם צריכים לדעת, שזה שהאדם רוצה לעשות הכל לתועלת הבורא, זה נקרא רק "תיקון הבריאה" ולא "מטרת הבריאה". כי מטרת הבריאה היא, שהאדם יקבל טוב ועונג בכלים דקבלה. אלא, שצריכים לתת על הכלים דקבלה בחינת תיקון, המכונה "בעל מנת להשפיע".

Wir sollten jedoch wissen, dass der Mensch, der alles für den Schöpfer tun will, einzig der Korrektur des Geschöpfes dient. Das ist jedoch nicht der Zweck der Schöpfung. Der Zweck der Schöpfung besteht darin, dass der Mensch in den Gefäßen des Empfangens Gutes und Genuss empfängt. Es muss jedoch eine Korrektur in den Gefäßen des Empfangens durchgeführt werden, die „um zu geben“ genannt wird.

18

Und die Fülle des Schöpfungsziels wird mit dem Namen „Chochma“ bezeichnet, was das Licht des Lebens ist, im Geheimnis von „und die Weisheit hält ihren Besitzer am Leben“. Und das Licht der Chochma wird „links“ genannt, aus dem Grund, dass alles, was der Korrektur bedarf, „links“ genannt wird, im Geheimnis von „die schwache Hand, deren Kraft erschöpft ist wie die einer Frau“, was als „links“ bezeichnet wird.

והשפע של מטרת הבריאה נקרא בשם "חכמה", שהוא אור החיים, בסוד "והחכמה תחיה בעליה". ואור החכמה נקרא "שמאל", מטעם שכל דבר הצריך תיקון נקרא "שמאל", בסוד "יד כהה, שתשש כוחה כנקבה", שזה מכונה "שמאל".

Die Fülle des Schöpfungszweckes wird Chochma [Weisheit] genannt, die das Licht des Lebens ist, so wie in: „Die Weisheit gibt demjenigen Leben, der sie hat“. Das Licht von Chochma wird auch „links“ genannt, denn alles, was der Korrektur bedarf, wird „links“ genannt, wie in „die schwache Hand, deren Kraft geschwächt ist wie die einer Frau“. Das nennt man „links“.

19

Und was ist die Korrektur, die man dem Licht der Chochma verleihen muss? Es ist die Stufe „rechts“, die „Chassadim (Gnaden)“ genannt wird. Das heißt: Nachdem er bereits der Stufe des Schöpfungsziels gewürdigt wurde, die das Gute und der Genuss ist und mit dem Namen „Chochma“ bezeichnet wird, wie oben erwähnt, muss man noch einmal das Licht der Chassadim herabziehen, das heißt die Fülle, die in den Gefäßen des Gebens kommt, aus dem Grund, den wir genannt haben, denn man hat uns die Arbeit in Tora und Mizwot auf der Stufe „wir werden tun und wir werden hören“ gegeben. Das heißt: Dadurch, dass wir Tora und Mizwot auf der Stufe der Handlung tun und erfüllen, werden wir gewürdigt, auch zur Stufe „wir werden hören“ zu gelangen.

ומהו התיקון, שצריכים לתת על אור החכמה. הוא בחינת ימין, המכונה "חסדים". כלומר, לאחר שכבר זכה לבחינת מטרת הבריאה, שהיא הטוב והעונג, המכונה בשם "חכמה", כנ"ל, צריכים עוד הפעם להמשיך אור דחסדים, היינו השפע, שבא בכלים דהשפעה. מטעם שאמרנו, כי ניתן לנו את העבודה בתורה ומצות בבחינת "נעשה ונשמע". היינו, שעל ידי זה שאנו נעשה ונקיים תו"מ בבחינת המעשה, נזכה לבוא גם לבחינת נשמע.

Und was ist die Korrektur, die im Licht von Chochma durchgeführt werden sollte? Es ist die rechte, die Chassadim [Barmherzigkeit] genannt wird. Mit anderen Worten: Nachdem wir bereits mit dem Ziel der Schöpfung belohnt wurden, das die Freude und der Genuss ist, die Chochma genannt werden, müssen wir das Licht Chassadim – die Fülle, die in die Gefäße des Gebens kommt – noch einmal anziehen, denn wir haben gesagt, dass uns die Arbeit in der Tora und den Mizwot in der Form „Wir werden tun und wir werden hören“ gegeben wurde. Das bedeutet, dass wir durch das praktische “Tun” [Na’ase] und das Einhalten von Tora und Mizwot auch mit dem Zustand des “Hörens” [Nishma] belohnt werden.

20

Mit anderen Worten: Der Mensch muss Tora und Mizwot erfüllen, selbst auf dem Weg des Zwangs. Und es ist nicht nötig zu warten, bis er ein Verlangen und eine Lust hat, Tora und Mizwot zu erfüllen, und sie dann erfüllt. Vielmehr muss der Mensch sich überwinden und sie allein auf der Stufe des Tuns erfüllen. Doch das Tun wird ihm danach die Stufe des Hörens bringen, das heißt, dass er danach die Wichtigkeit hört, die in Tora und Mizwot liegt. Das bedeutet, dass er des Guten und des Genusses gewürdigt wird, der in Tora und Mizwot ist. Und das ist die Sache, die Israel sagte: „Wir werden tun und wir werden hören.“ Darum ist auf der Stufe „rechts“, die das Sich-Beschäftigen mit der Gnade bezeichnet, also mit den Gefäßen des Gebens, ein Schutz, dass es in der Hand des Menschen liegt, alles zum Nutzen des Schöpfers zu tun und nicht zum eigenen Nutzen.

כלומר, שהאדם צריך לקיים תו"מ אפילו בדרך כפיה. ואין צורך לחכות, מתי שיהיה לו רצון וחשק לקיים תו"מ, אז הוא יקיים. אלא שהאדם צריך להתגבר ולקיים בבחינת עשיה לבד. אלא שהעשיה יביא לו אח"כ בחינת שמיעה, היינו שישמע אח"כ את החשיבות, שיש בתו"מ. זאת אומרת, שיזכה להטוב ועונג, שישנו בתו"מ. וזה ענין שאמרו ישראל "נעשה ונשמע". לכן בבחינת הימין, הנקרא שעוסק בחסד, היינו בכלים דהשפעה, זהו שמירה, שהאדם, יהיה בידו לעשות הכל לתועלת ה', ולא לתועלת עצמו.

Mit anderen Worten: Die Einhaltung von Tora und Mizwot muss auch unter Zwang befolgt werden. Man braucht nicht auf eine Zeit zu warten, in der man das Bedürfnis hat, Tora und Mizwot zu befolgen, um sie erst dann zu befolgen. Vielmehr muss er sich überwinden und nur im Handeln gehorchen, aber das Handeln wird ihm später Gehör verschaffen, d.h. er wird später von der Bedeutung der Tora und der Gebote hören. Mit anderen Worten: Er wird mit der Freude und dem Genuss belohnt, die in der Tora und den Mizwot zu finden sind. Das ist die Bedeutung der Aussage Israels: „Wir werden tun und wir werden hören“. Das Gesetz, das sich mit Chessed – den Gefäßen des Gebens –, beschäftigt, handelt also davon, dass man alles für seinen Schöpfer tut und nicht für sich selbst.

21

Und nach dem Gesagten ergibt sich: Da nach der Regel „wir werden tun und wir werden hören“ die Handlung auf die Absicht einwirkt, wie oben erwähnt, ergibt sich notwendigerweise, dass in der Zeit, in der der Mensch von oben die Stufe Chochma empfängt, die Handlung dann bewirken muss, dass die Absicht so wird wie die Handlung. Es ergibt sich also, dass die Handlung des Empfangens auf die Absicht einwirkt, sodass auch sie „um zu empfangen“ wird. Wenn dem so ist, dann ist er selbst zur Zeit der Handlung, in der er das Licht der Chochma auf die Absicht des Gebens herabgezogen hat, dennoch aufgrund der Regel „wir werden tun und wir werden hören“ gezwungen, eine Einwirkung von der Handlung zu empfangen.

ובהאמור יוצא, היות שלפי הכלל "נעשה ונשמע", היא שהמעשה משפיע על הכוונה, כנ"ל, על כרחך נמצא, שבזמן שהאדם מקבל מלמעלה בחינת חכמה, אז המעשה, צריך לעשות, שהכוונה תהיה כמו המעשה. נמצא, שהמעשה של קבלה משפיע על הכוונה, שתהיה גם כן בעל מנת לקבל. אם כן, אפילו בעת מעשה, שהמשיך את אור החכמה על הכוונה דלהשפיע, ומכל מקום מתוך הכלל "נעשה ונשמע", הוא מוכרח לקבל השפעה מהמעשה.

Daraus folgt, dass nach der Regel „Wir werden tun und wir werden hören“ die Handlung die Absicht beeinflusst. Das bedeutet zwangsläufig, dass man, wenn man Chochma von oben empfängt, die Handlung so getan werden muss, dass die Absicht der Handlung entspricht. Daraus folgt, dass der Akt des Empfangens auch die Absicht beeinflusst, indem er sie dazu bringt, ebenfalls zu empfangen. Deshalb muss er auch während der Handlung – wenn er das Licht von Chochma mit der Ausrichtung des Gebens erlangt –, aufgrund der Regel „Wir werden tun und wir werden hören“ noch die Fülle in der Handlung empfangen.

22

Und darum braucht man einen Schutz, das heißt, die Stufe eines Gewandes herabzuziehen, das das Licht der Chochma einkleidet, wo das „wir werden tun“ gilt. „Wir werden tun“ ist die Handlung des Gebens. Und wir werden auch gewürdigt, dass die Absicht ebenfalls „um zu geben“ sein wird. Und auch „wir werden hören“ – dass die Absicht ebenfalls auf der Stufe des Gebens sein wird, so wie die Handlung. Und dies wird das Gefäß des Empfangens schützen, das das Licht der Chochma empfängt, sodass es die Absicht des Gebens beim Empfangen des Guten und des Genusses aufrechterhalten kann und es bei ihm auf der Stufe „Empfangen, um zu geben“ sein wird.

ולכן צריכים שמירה, היינו להמשיך בחינת לבוש, שילבישו את אור החכמה, ששם נוהג "נעשה". "נעשה", הוא המעשה דלהשפיע. ונזכה גם שהכוונה גם תהיה בעל מנת דלהשפיע. וגם "נשמע" שתהא הכוונה גם כן בבחינת השפעה, כמו המעשה. וזה ישמור על הכלי קבלה, שהוא מקבל את אור החכמה, שיוכל להחזיק את הכוונה דלהשפיע, בעת קבלת הטוב והעונג, ושיהיה אצלו בבחינת מקבל בעל מנת להשפיע.

Deshalb benötigen wir Schutz, nämlich das Fortführen des Aspekts der Kleidung, d.h. das Licht von Chochma dort anzuziehen, wo es „Wir werden tun“ gibt. „Wir werden tun“ ist die Handlung des Gebens, und wir werden auch mit der Absicht des Gebens belohnt. Und auch „Wir werden hören“, damit die Absicht auch im Sinne des Gebens ist, so wie die Handlung. Es ist Sein Wille, dass das Gefäß des Empfangens – das das Licht von Chochma empfängt –, die Absicht hat, zu geben, wenn es Freude und Vergnügen empfängt, und dass dies in der Form des Empfangens ist, um zu geben.

23

Und nach dem Gesagten lässt sich die Sache der Mesusa erklären, die rechts sein muss. Da die Mesusa die Stufe des Schutzes ist, die den Menschen behütet, gibt es darum einen Hinweis, dass die Mesusa rechts steht. Mit anderen Worten: Die Sache des Schutzes gehört zu „rechts“, was die Stufe der Gnade ist, denn die Gefäße der Gnade sind die Stufe „rechts“, die keiner Korrektur bedürfen, wie oben erwähnt. Hingegen wird die Stufe Chochma „links“ genannt, weil die Chochma in den Gefäßen des Empfangens kommt, und für die Gefäße des Empfangens braucht man einen Schutz, wie oben erwähnt.

ובהאמור יש לפרש את ענין המזוזה, שצריכה להיות בימין. היות שהמזוזה, היא בחינת שמירה, ששומרת על האדם, לכן יש רמז, שהמזוזה בימין. כלומר, שענין שמירה שייך לימין, שהוא בחינת חסד, שהכלים דחסד הם בחינת ימין, שאינם צריכים תיקון, כנ"ל. מה שאין כן בחינת חכמה נקראת "שמאל", משום שחכמה באה בכלים דקבלה, ועל כלים דקבלה צריכים שמירה, כנ"ל.

Mit dem oben Gesagten sollten wir die Bedeutung der Mesusa interpretieren, die sich auf der rechten Seite befinden muss. Da die Mesusa den Menschen beschützt, gibt es einen Hinweis darauf, dass die Mesusa auf der rechten Seite ist. Mit anderen Worten: Die Bewahrung des Menschen gehört zur rechten Seite, die als Chessed bezeichnet wird, und die Kelim [Gefäße] von Chessed [Barmherzigkeit/Gnade] werden als rechts bezeichnet, was bedeutet, dass sie keiner Korrektur bedürfen. Aber Chochma wird als links bezeichnet, weil Chochma in die Gefäße des Empfangens kommt, und die Gefäße des Empfangens benötigen Schutz.

24

Und dies, was RASHI erläutert, dass geschrieben steht „dein Haus, auf dem Weg deines Eintretens“, dass der Mensch, wenn er zu gehen beginnt, mit rechts beginnt – das lässt sich so erklären: Der Beginn des Eintretens des Menschen in die heilige Arbeit beginnt mit „rechts“. Dies ist die Absicht in den Gefäßen des Gebens, dass sie „um zu geben“ sein sollen. Und danach beginnt man, in „links“ zu gehen, das heißt, die Gefäße des Empfangens zu korrigieren, dass sie „um zu geben“ sein sollen.

וזה שמפרש רש"י דכתיב "ביתך, דרך ביאתך", שהאדם מתחיל ללכת, מתחיל בימין. שיש לפרש, תחילת ביאת האדם לעבוד עבודת הקודש, מתחילים בימין. היא הכוונה בכלים דהשפעה, שיהיו בעל מנת להשפיע. ואח"כ מתחילים ללכת בשמאל, היינו לתקן כלים דקבלה, שיהיו בעל מנת להשפיע.

Deshalb interpretiert RASHI „Beitecha [dein Haus] – Derech Bi’atcha [der Weg, auf dem du gekommen bist]“, was bedeutet, dass der Mensch beginnt, nach rechts zu gehen. Dies ist so zu verstehen, dass der Mensch mit der rechten Seite beginnt, um zur heiligen Arbeit zu gelangen, d.h. die Gefäße des Gebens zu geben. Danach beginnt man auf der linken Seite zu wandeln, d.h. die Gefäße des Empfangens zu korrigieren, um zu geben.

25

Und dies, was geschrieben steht, dass der Mensch, so wie er im Materiellen zu gehen beginnt – er beginnt zuerst mit dem rechten Fuß –, uns auf das Spirituelle hinweist, das heißt, dass der Mensch zu Beginn seines Eintretens in die Arbeit für den Schöpfer mit „rechts“ beginnen muss, nämlich auf der Stufe der Vollkommenheit. Mit anderen Worten: Für alles, was er in der Arbeit tut, muss er dem Schöpfer danken, dass Er ihm ein wenig Gedanken und Verlangen gegeben hat, in der heiligen Arbeit zu arbeiten, sodass er immerhin ein wenig Halt an der Stufe von Tora und Mizwot auf der Stufe der Handlung hat.

וזה שכתוב, שכמו שהאדם מתחיל ללכת בגשמיות, הוא מתחיל ברגל ימין תחילה, זה מראה לנו על רוחניות, היינו שתחילת ביאת האדם בעבודת ה', הוא צריך להתחיל בימין, היינו בבחינת השלימות. כלומר, כל מה שהוא עושה בעבודה, הוא צריך לתת תודה לה', בזה שנתן לו קצת מחשבה ורצון לעבוד בעבודת הקודש, שהוא על כל פנים יש לו קצת אחיזה בבחינת תורה ומצות, בבחינת המעשה.

Deshalb steht geschrieben, dass so wie der Mensch in der materiellen Welt mit dem rechten Fuß zuerst geht, zeigt uns über die Spirituelle Welt, dass der Anfang des Eintritts des Menschen in den Dienst des Schöpfers mit der “Rechten” beginnen sollte, nämlich im Sinne der Vollkommenheit. Er soll also bei allem, was er in der Arbeit tut, dem Schöpfer dafür danken, dass er ihm den Gedanken und das Verlangen gegeben hat, in der heiligen Arbeit zu arbeiten, dass er noch etwas Halt in der Tora und den Mizwot hat; im praktischen Teil.

26

Und er soll dann noch nicht an die Stufe der Absicht denken, denn auch bei der Absicht gibt es zwei Aspekte zu verstehen:

ואין לו עדיין אז לחשוב על בחינת הכוונה, כי גם בכוונה יש להבין בב' אופנים:

Er denkt noch nicht über die Absicht nach, denn auch bei dieser gibt es zwei Dinge zu beachten.

27

1) Die Absicht ist: Wer ist es, der dazu verpflichtet, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen? Die Umgebung, in der er sich befindet – da alle Freunde sich mit Tora und Mizwot beschäftigen und alle beten und die Tora-Lektionen erfüllen, die es im Bethaus gibt, und dergleichen. Oder er erfüllt Tora und Mizwot nur deshalb, weil der Schöpfer uns geboten hat, die Tora und Mizwot zu erfüllen, und er glaubt im Glauben an die Weisen (Emunat Chachamim) alles, was sie gesagt haben, und auf dieser Grundlage erfüllt er Tora und Mizwot.

א. הכוונה היא מי הוא המחייב לעסוק בתורה ומצות. הסביבה, שבה הוא נמצא. היות שכל החברים עוסקים בתו"מ, וכולם מתפללים ומקיימים את שיעורי התורה, שיש בבית הכנסת, וכדומה. או זה שהוא מקיים תו"מ, הוא עושה רק משום שהבורא צווה לנו לקיים את התורה ומצות. והוא מאמין באמונת חכמים את כל מה שהם אמרו. ועל סמך זה הוא מקיים תו"מ.

1.) Die Absicht selbst, d.h. wer ist es, der ihn dazu verpflichtet, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen? Ist es die Umgebung, in der er sich befindet, weil alle seine Freunde sich mit Tora und Mizwot beschäftigen und jeder betet und im Haus der Versammlung die Tora-Lektionen hält usw., oder hält er Tora und Mizwot nur deshalb ein, weil der Schöpfer uns befohlen hat, Tora und Mizwot zu befolgen, und weil er an alles glaubt, was die Weisen gesagt haben, und auf dieser Grundlage hält er Tora und Mizwot?

28

2) Die Absicht in Bezug auf die Vergeltung – was man für die Erfüllung von Tora und Mizwot empfängt. Es gibt solche, die erwarten, als Gegenleistung für ihre Arbeit Lohn zu empfangen. Wie im Sohar geschrieben steht, dass es drei Aspekte gibt, das heißt drei Ursachen, um derentwillen man sich mit Tora und Mizwot beschäftigt:

ב. הכוונה על התמורה, מה לקבל עבור קיום תו"מ. יש, שהם מצפים לקבל שכר תמורת עבודתם. כמו שכתוב בזה"ק, שיש ג' אופנים, היינו ג' סיבות, שבשבילם עוסקים בתו"מ:

2.) Die Absicht der Belohnung – was man für das Einhalten von Tora und Mizwot erhalten will. Manche erwarten, für ihre Arbeit belohnt zu werden, denn im Heiligen Sohar steht geschrieben, dass es drei Gründe gibt, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen: a) um in dieser Welt belohnt zu werden; b) um in der nächsten Welt belohnt zu werden; c) nicht um belohnt zu werden, sondern einzig aufgrund der Größe des Schöpfers, weil Er groß ist und herrscht.

29

1) um Lohn in dieser Welt zu empfangen,

א. כדי לקבל שכר בעולם הזה,

Deshalb beginnen wir unsere Arbeit in der Tora und den Mizwot, um belohnt zu werden. Und auch hier haben wir gesagt, dass es zwei Unterscheidungen gibt:

30

2) um Lohn in der kommenden Welt zu empfangen,

ב. כדי לקבל שכר בעולם הבא,

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3) nicht um Belohnung zu empfangen, sondern aufgrund der Größe des Schöpfers, was aus dem Grund geschieht, dass „Er groß ist und herrscht“.

ג. שלא לקבל פרס, אלא מטעם גדלות ה', שהוא מטעם ש"איהו רב ושליט".

32

Darum ist der Beginn des Eintretens des Menschen in die Arbeit an Tora und Mizwot darauf gerichtet, Lohn zu empfangen. Und auch hierbei haben wir gesagt, dass man zwei Stufen unterscheiden muss:

לכן תחילת ביאת האדם לעבוד בתו"מ, הוא בכדי לקבל שכר. וגם בזה אמרנו, שיש להבחין ב' בחינות:

33

1) Manchmal ist der Mensch noch nicht stark in der Stufe des Glaubens, sodass er um des Schöpfers willen arbeiten würde, damit Er ihm Lohn gibt, da ihm unter der Schwelle der Wahrnehmung der Glaube fehlt, dass es in seiner Hand liegt, gute Taten zu vollbringen. Doch wegen der Freunde, da er in ihren Augen nicht verachtet sein will, arbeitet der Mensch dann. Nicht dass der Schöpfer ihn dazu verpflichtet, gute Taten zu tun, sondern wegen der Scham vor den Freunden tut er es. Und gewiss hält der Mensch dies für völlige Niedrigkeit, das heißt, dass die Freunde ihn zur Arbeit verpflichten und nicht der Schöpfer.

א. לפעמים אדם עוד לא חזק בבחינת אמונה, שיעבוד בשביל הקב"ה, שיתן לו שכר, היות מתחת סף הכרה חסר לו אמונה, שיהיה בידו לעשות מעשים טובים. אולם מחמת החברים, שהוא לא רוצה להיות מבוזה בעיניהם, אז האדם עובד. לא שה' מחייב אותו לעשות מעשים טובים, אלא מחמת בושה של החברים הוא עושה. ובודאי האדם חושב זה לשפלות גמור, היינו שהחברים מחייבים אותו לעבוד ולא ה'.

1.) Manchmal ist ein Mensch noch nicht stark im Glauben oder fähig, für den Schöpfer zu arbeiten, so dass Er ihn belohnen wird, weil ihm unbewusst der Glaube fehlt, der ihn zu guten Taten befähigt. Aber er arbeitet um seiner Freunde willen, weil er nicht von ihnen verachtet werden will. Es ist nicht der Schöpfer, der ihn zu guten Taten zwingt, sondern er tut es wegen der Furcht vor der Scham vor seinen Freunden.

34

Doch auch dies darf man nicht geringschätzen. Mit anderen Worten: Auch für solche Taten muss der Mensch dem Schöpfer danken, dass der Schöpfer den Freunden die Kraft gegeben hat, ihn zu verpflichten, Taten nach ihrem Willen zu tun, was man so nennt, dass der Schöpfer auf ihn auf der Stufe der Verborgenheit achtgibt. Mit anderen Worten: dass der Schöpfer Sich im Gewand der Freunde verbirgt, das ihn verpflichtet, gute Taten zu tun.

אולם גם בזה אסור לזלזל. כלומר, שגם על מעשים כאלו האדם צריך לתת תודה לה', בזה שהבורא נתן כח להחברים, שיחייבו אותו לעשות מעשים כפי רצונם, שזה נקרא, שהקב"ה משגיח עליו בבחינת הסתר. כלומר, שהקב"ה מסתיר עצמו בלבוש של חברים, שמחייב אותו לעשות מעשים טובים.

Man muss es für eine absolute Niedrigkeit halten, dass die Freunde ihn zur Arbeit zwingen und nicht der Schöpfer. Aber auch das ist nicht zu verachten. Auch für solche Taten sollte der Mensch dem Schöpfer dankbar sein – dafür, dass der Schöpfer den Freunden die Macht gegeben hat, ihn zu Handlungen zu veranlassen, wie sie es wollen. Das heißt, der Schöpfer wache über ihn mithilfe von Verhüllung. Mit anderen Worten, der Schöpfer verbirgt sich, indem er sich in Freunde hüllt, die ihn zu guten Taten verpflichten.

35

Und so lässt sich erklären, was unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 3, 20): „Und man fordert vom Menschen wissentlich und unwissentlich ein.“ „Wissentlich“ – die Erklärung wird sein: Der Mensch will wissentlich Tora und Mizwot erfüllen. Das heißt, der Mensch sagt, dass er gute Taten tut, weil es im Sinne des Schöpfers ist, das heißt, der Schöpfer verpflichtet ihn dazu. „Und man fordert von ihm unwissentlich ein“ – die Erklärung wird sein: Der Mensch tut gute Taten, und dies geschieht, ohne dass der Mensch weiß, dass er es ist, der die Tora und Mizwot des Schöpfers erfüllt. Denn er denkt, dass er die Tora und Mizwot der Freunde erfüllt, das heißt, dass die Freunde ihn dazu verpflichten.

וזה יש לפרש מה שאמרו חז"ל (אבות, פרק שלישי, כ') "ונפרעין מן האדם מדעתו, ושלא מדעתו". מדעתו, יהיה הפירוש, האדם מדעתו הוא רוצה לקיים תו"מ. היינו, שהאדם אומר, זה שהוא עושה מעשים טובים, זהו לדעת ה', היינו ה' מחייב אותו. ונפרעין ממנו שלא מדעת, יהיה הפירוש, שהאדם עושה מעשים טובים, וזהו שלא מדעת האדם, הוא זה שמקיים תו"מ של הקב"ה. כי הוא חושב, שהוא מקיים תו"מ של החברים, היינו שהחברים מחייבים אותו.

Hier sollten wir interpretieren, was unsere Weisen gesagt haben (Awot, Sprüche der Väter, Kapitel 3:20): „Und sie sammeln von einem Menschen wissentlich und unwissentlich.“ „Wissentlich“ bedeutet, dass ein Mensch wissentlich die Tora und die Mizwot befolgen will. Mit anderen Worten: Er sagt, dass er Gutes tut, weil es im Sinne des Schöpfers ist. Mit anderen Worten: Der Schöpfer ist derjenige, der ihn dazu verpflichtet. „Und sie sammeln von ihm, ohne es zu wissen“ bedeutet, dass ein Mensch gute Taten tut, ohne zu wissen, dass er die Einhaltung der Tora und der Mizwot des Schöpfers befolgt, weil er denkt, dass er die Einhaltung der Tora und der Mizwot seiner Freunde befolgt, was bedeutet, dass die Freunde ihn dazu verpflichten.

36

Und dies nennt man „ohne dass der Mensch es weiß“ – dass er den Willen des Schöpfers erfüllt, obwohl er denkt, dass er den Willen der Freunde erfüllt. Und wenn er daran glaubt, das heißt, dass er unwissentlich den Willen des Schöpfers tut – mit anderen Worten: Hätte er es gewusst, hätte er es nicht erfüllt, denn er denkt, dass er nur den Willen der Freunde erfüllt –, so nennt man dies „Verbergung des Angesichts“. Das heißt, dass der Schöpfer Sich in den Gewändern der Freunde verbirgt, und auf solche Weise tut er den Willen des Schöpfers.

וזה נקרא "שלא מדעת האדם" הוא מקיים את רצון ה', הגם שהוא חושב, שהוא מקיים את הרצון של החברים. ואם הוא מאמין בזה, היינו שלא מדעתו הוא עושה רצון ה', כלומר אילו היה יודע, לא היה מקיים, כי הוא חושב, שהוא מקיים רק רצון של החברים, זה נקרא "הסתרת פנים". היינו, שהקב"ה מסתיר עצמו בלבושים של החברים, ובאופן כזה הוא עושה רצון ה'.

Das bedeutet, dass er unwissentlich den Willen des Schöpfers erfüllt, obwohl er glaubt, den Willen der Freunde zu erfüllen. Und wenn er glaubt, unwissentlich den Willen des Schöpfers zu erfüllen, d.h. wenn er wüsste, dass er nicht dem Schöpfer gehorcht, weil er glaubt, nur den Willen der Freunde zu erfüllen, dann wird dies „Verhüllung des Antlitzes“ genannt. Mit anderen Worten, der Schöpfer verbirgt sich in den Freunden, und auf diese Weise führt er den Willen des Schöpfers aus.

37

2) Und wenn er dem Schöpfer dafür dankt, dass der Schöpfer ihm durch die Verborgenheit Hilfe gegeben hat – mit anderen Worten: dass er nun die Wahl hat, zu sagen, dass er wegen der Freunde arbeitet und keinerlei Berührung mit dem Schöpfer hat, oder zu glauben, dass der Schöpfer Sich durch das Gewand der Freunde verborgen hat und er sich dadurch mit Tora und Mizwot beschäftigt –, und wenn er wählt und sagt, dass nur der Schöpfer ihm geholfen hat, sodass es in seiner Hand liegt, gute Taten zu tun, dadurch, dass der Schöpfer Sich in das Gewand der Freunde eingekleidet hat, und er dem Schöpfer dafür dankt, so bewirkt diese Sache für ihn einen großen Aufstieg, dass er der Offenbarung des Angesichts des Schöpfers gewürdigt wird. Das heißt, der Schöpfer gibt ihm Gedanken und Verlangen, den Willen des Schöpfers zu tun, weil er nun irgendeine Erleuchtung von oben hat, dadurch, dass er sich über dem Verstand entschieden hat. Darum half ihm der Schöpfer, dass er durch die Rückseite danach der Stufe des Angesichts des Schöpfers gewürdigt wird, das heißt, dass er der Stufe „man fordert von ihm wissentlich ein“ gewürdigt wird.

ב. ואם הוא נותן תודה לה', על זה שהקב"ה נתן לו עזרה דרך ההסתרה. כלומר, שיש לו עתה בחירה, לומר שהוא עובד מטעם החברים, ואין לו שום מגע עם ה'. או שהוא מאמין, שה' הסתיר את עצמו דרך לבוש של החברים, וע"י זה הוא עוסק בתו"מ, ואם הוא בוחר ואומר, שרק ה' עזר לו, שיהיה בידו לעשות מעשים טובים, ע"י זה שה' התלבש בלבוש של החברים, ונותן תודה על זה לה', דבר זה גורם לו עליה גדולה, לזכות לגלוי פנים של ה'. היינו, ה' נותן לו מחשבה ורצון לעשות רצון ה', מחמת שיש לו עכשיו איזו הארה מלמעלה, בזה שהוא הכריע למעלה מהדעת. לכן ה' עזר לו, שעל ידי אחוריים הוא זוכה אח"כ לבחינת פנים של הקב"ה, היינו שזוכה לבחינת "נפרעין ממנו מדעתו".

2.) Wenn er dem Schöpfer dafür dankt, dass Er ihm durch die Verhüllung geholfen hat – was bedeutet, dass er nun die Wahl hat zu sagen, dass er aufgrund der Freunde arbeitet und keinen Kontakt mit dem Schöpfer hat, oder wenn er glaubt, dass der Schöpfer sich in die Freunde kleidet und dadurch verbirgt und sich deswegen mit Tora und Mizwot beschäftigt, und wenn er sich entscheidet und sagt, dass einzig der Schöpfer ihm geholfen hat, gute Taten zu vollbringen, indem er sich in die Freunde kleidete, und er dem Schöpfer dafür dankt – dann bringt das einen großen Aufstieg für ihn: Er wird mit der Enthüllung des Antlitzes des Schöpfers belohnt. Mit anderen Worten, der Schöpfer gibt ihm einen Gedanken und ein Verlangen, den Willen des Schöpfers zu tun, denn er hat nun eine gewisse Erleuchtung von oben, die über den Verstand bestimmt. Das ist der Grund, warum der Schöpfer ihm geholfen hat, so dass er nach Achoraim [Rückseite] später mit Panim [Vorderseite/Antlitz] des Schöpfers belohnt wird. Das bedeutet, dass er dafür belohnt wurde, dass er bewusst erfüllte.

38

Und nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Sache der Mesusa, die die Stufe des Schutzes ist, die Stufe „rechts“ ist, die „Chassadim“ genannt wird, was in der Zeit ist, in der man auf der Stufe des Gebens „um zu geben“ geht, was die Stufe der Korrektur der Schöpfung ist, wie oben erwähnt. Über Chanukka und Purim hingegen sagt der heilige ARI, dass beide die Stufe Hod sind, denn Hod ist die Stufe „links“, was uns auf das Schöpfungsziel hinweist, das der Korrekturen bedarf. Das heißt, dass man auf dem Weg der Korrektur das Gute und den Genuss empfangen kann, der in der Fülle angedeutet ist, die „Chochma“ genannt wird. Darum ist Chanukka links, um auf das Licht der Chochma hinzuweisen.

ובהאמור יוצא, שענין מזוזה, שהיא בחינת שמירה, היא בחינת ימין, הנקרא "חסדים", שהוא בזמן שהולכים בבחינת משפיע בעל מנת להשפיע, שזוהי בחינת תיקון הבריאה, כנ"ל. מה שאין כן חנוכה ופורים, אומר האר"י הקדוש, ששניהם הם בחינת הוד, שהוד הוא בחינת שמאל, שזה מרמז לנו על מטרת הבריאה, שצריכים תיקונים. היינו, שיוכלו לקבל על דרך התיקון את הטוב והעונג, המרומז בהשפע, הנקראת "חכמה". לכן חנוכה היא בשמאל, להראות על אור החכמה.

Daraus folgt, dass die Mesusa zu dem Zeitpunkt ein Schutz ist, wenn man sich im Zustand des Gebens um zu geben befindet, was Rechts ist und Chassadim genannt wird. Dies wird die „Korrektur der Schöpfung“ genannt. Aber Chanukka und Purim, sagt der ARI, werden beide Hod genannt, das heißt links. Dies bezieht sich auf das Schöpfungsziel, das der Korrektur bedarf, um in korrigierter Form die Freude und den Genuss zu empfangen, die in der Fülle enthalten sind, die Chochma genannt wird. Deshalb steht Chanukka auf der linken Seite, um auf das Licht von Chochma hinzuweisen.

39

Allerdings war an Chanukka nur die Stufe von „Chanu-ko“ (sie rasteten – hier), das heißt, so wie mein Vater, mein Lehrer und Meister erklärte, dass dort nur eine Rast war und nicht das Ende des Krieges. Mit anderen Worten: Das Licht der Sonne, das „links“ genannt wird, leuchtete, doch dort fehlte das Gewand, das der Schutz über die Chochma ist, die in den Gefäßen des Empfangens kommt, denn in den Gefäßen des Empfangens hat die Sitra Achra (die andere Seite) einen Halt; und dort war das Licht der Chassadim, das „rechts“ genannt wird.

אולם בחנוכה היתה רק בחינת חנו-כה, שזהו כמו שפירש אאמו"ר זצ"ל, ששם היתה רק חניה, ולא גמר מלחמה. כלומר, שהיה מאיר אור החמה, הנקרא "שמאל", אבל היה חסר שמה את הלבוש, שהוא השמירה על החכמה, הבא בכלים דקבלה, שבכלים דקבלה יש אחיזה לס"א, והיה שם אור דחסדים, הנקרא "ימין".

Aber an Chanukka gab es den Zustand von Chanu Kah [dort gelagert], was bedeutet, wie Baal HaSulam erklärte, dass es nur eine Pause war und nicht das Ende des Krieges. Mit anderen Worten, das Licht der Sonne, das „links“ genannt wird, schien, aber es fehlte die Kleidung, die Bewahrung von Chochma, das in die Gefäße des Empfangens kommt, denn in den Gefäßen des Empfangens gibt es ein Klammern der Sitra Achra [aramäisch: der anderen Seite] und dort gab es das Licht von Chassadim, das „rechts“ genannt wird.

40

Darum war das Wunder nur im Spirituellen. Mit anderen Worten: Von Seiten des Lichts des Schöpfungsziels her leuchtete es, doch man konnte es nicht benutzen, da das Gewand der Chassadim fehlte, denn es ist verboten, es zu benutzen. Dies nennt man die Stufe des Spirituellen, bei der die Sache sich noch nicht verkörpert hat, sodass man sie benutzen könnte. Darum steht geschrieben, dass es verboten ist, die Chanukka-Kerzen zu benutzen, sondern nur, sie anzuschauen, aus dem Grund, dass das Gewand fehlt, wie oben erwähnt.

לכן היה הנס רק על רוחניות. כלומר, מבחינת האור דמטרת הבריאה, היה מאיר. אבל לא יכולים להשתמש בו, מחוסר הלבוש דחסדים, כיון שאסור להשתמש בו. זה נקרא, בחינת רוחניות, שעוד לא נתגשם הדבר, שיוכלו להשתמש עמו. לכן כתוב, שבנרות של חנוכה אסור להשתמש, אלא לראותם בלבד, מטעם שחסר הלבוש, כנ"ל.

Aus diesem Grund war das Wunder nur spirituell. Das heißt, das Licht des Schöpfungszwecks leuchtete, aber man konnte es nicht benutzen, weil die Einkleidung in Chassadim fehlte, dann ist es verboten, es (das Licht) zu benutzen. Das Wunder wird „spirituell“ genannt, wenn es sich noch nicht materialisiert hat, um benutzt zu werden. Deshalb steht auch geschrieben, dass es verboten ist, die Chanukka-Kerzen zu benutzen, weil die Einkleidung fehlt. Man darf sie nur ansehen.

41

Hingegen Purim – da hatten sie das Gewand, das „Chassadim“ genannt wird, wie geschrieben steht (im „Talmud Esser haSefirot“, Ende Teil 15): „Darum hat sich dort die Sache bereits verkörpert, das heißt, dass sie das Licht der Chochma um zu geben benutzen konnten. Darum ist an Purim ein Festmahl und Freude.“

מה שאין כן הפורים, כן היה להם הלבוש, הנקרא "חסדים", כמו שכתוב (בתע"ס סוף חלק ט"ו) "לכן שם כבר התגשם הדבר, היינו שהיו יכולים להשתמש עם האור החכמה על מנת להשפיע. לכן בפורים הוא משתה ושמחה".

Aber an Purim hatten sie die Einkleidung, die Chassadim genannt wird, wie geschrieben steht (Talmud Esser Sefirot, Ende von Teil 15): „Da sich also die Sache bereits materialisiert hat, d.h. sie konnten das Licht von Chochma in der Absicht zu Geben benutzen, gibt es an Purim ein Festmahl und Freude“.

1990/11 Was es in der Arbeit bedeutet, dass die Chanukka-Kerze auf der linken Seite steht

Unsere Weisen sagten (Shabbat, Blatt 22): „Die Chanukka-Kerze steht links, damit die Chanukka-Kerze links und die Mesusa rechts ist.“ Und RASHI erläutert: „Mesusa – es ist uns bekannt, dass sie rechts steht, denn es heißt ‚dein Haus‘ – auf dem Weg deines Eintretens; und wenn ein Mensch losgeht, so setzt er den rechten Fuß zuerst“ (das heißt, wenn der Mensch zu gehen beginnt, beginnt er mit dem rechten Fuß).

Im Buch „Shaar HaKavanot“ (Tor der Absichten, Blatt 326) heißt es dort: „Doch die Sache von Chanukka und Purim verhält sich anders, denn beide befinden sich in Hod. Und obwohl wir beim Morgengebet am Werktag erklärt haben, dass Jakob in Nezach ist und Malchut in Hod, und demnach der Werktag heiliger wäre als Chanukka und Purim, die beide in Hod sind – die Sache ist jedoch die, dass sie damals ihre Erleuchtungen durch sich selbst empfängt, nicht durch ihren Gemahl. Denn am Werktag empfängt Jakob seine Erleuchtung und den Anteil ihrer Erleuchtung von Nezach und von Hod und gibt ihr danach ihre Erleuchtung, die durch ihn von Hod herabgezogen wird. Doch nun, an Chanukka und Purim, empfängt sie ihren Erleuchtungsanteil von Hod selbst, nicht durch ihren Gemahl.“

Und man muss in Bezug auf die Arbeit verstehen, was es damit auf sich hat, dass die Mesusa rechts und die Chanukka-Kerze links steht. Was will uns das lehren? Ebenso muss man verstehen, was im Buch „Shaar HaKavanot“ geschrieben steht, nämlich dass Chanukka und Purim beide ein und dieselbe Stufe sind, wie es heißt, dass beide – also sowohl Chanukka als auch Purim – ein und dieselbe Stufe sind, die von der Stufe Hod herabgezogen wird.

Warum empfangen beide von einer einzigen Wurzel, wenn es doch an Purim die Sache der Freude und des Festmahls gibt, sodass der Mensch verpflichtet ist, das Purim-Mahl zu essen, während unsere Weisen über Chanukka sagten: „Diese Kerzen sind heilig, und wir haben keine Erlaubnis, sie zu benutzen“?

Bekanntlich lernt man in Bezug auf die Arbeit, dass ein einzelner Mensch die ganze Welt in sich einschließt. Das heißt, dass sich die Sache von Israel und den siebzig Völkern in einem einzigen Menschen befindet. Mit anderen Worten: Der Mensch ist aus allen schlechten Eigenschaften zusammengesetzt, die sich in den siebzig Völkern finden. Bekanntlich werden die Völker der Welt aus dem Gegenstück der sieben Eigenschaften der Heiligkeit (Kedusha) herabgezogen, im Geheimnis von „dieses gegenüber jenem hat Gott gemacht“. Und jede Eigenschaft ist aus zehn zusammengesetzt.

Und das ist die Sache der siebzig Völker. Das heißt: In der Zeit, in der die siebzig Völker im Menschen über die Stufe Israel herrschen, nennt man dies, dass das Volk Israel im Exil unter der Herrschaft der Völker ist. Mit anderen Worten: Die Verlangen und die Begierden herrschen über die Stufe Israel in ihm, und die Stufe Israel hat keinerlei Möglichkeit, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten, sondern nur zum eigenen Nutzen.

Und nach Vernunft und Verstand gibt es keinerlei Wirklichkeit, in der man verstehen könnte, wie es jemals möglich sein sollte, sich von der Herrschaft der Völker der Welt in seinem Innern zu befreien. Denn so viel Arbeit der Mensch auch hineinsteckt, um aus ihrer Herrschaft herauszukommen, es gelingt nicht; im Gegenteil, jedes Mal sieht er noch mehr, dass es unmöglich ist, aus ihrem Exil herauszukommen. Darum müssen wir immer an die Sache des Auszugs aus Ägypten denken, wie es heißt: „Damit du an den Tag deines Auszugs aus dem Land Ägypten denkst.“ Das heißt, zu glauben, was geschrieben steht: „Ich bin der Ewige, euer Gott, der euch aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, um euch ein Gott zu sein.“

Das heißt: So wie der Schöpfer damals das Volk Israel aus der Herrschaft Ägyptens herausführte und sie der Stufe „euch ein Gott zu sein“ gewürdigt wurden, ebenso kann Er auch uns aus der Herrschaft der siebzig Völker herausführen und uns der Stufe „euch ein Gott zu sein“ würdigen.

Und der Mensch darf nicht sagen, dass er schlechter ist als jene Menschen, die in Ägypten waren – dass nur jene es waren, die der Schöpfer aus ihrer Herrschaft herauszuführen die Kraft hatte. Doch wenn der Mensch seine Niedrigkeit sieht, gerät er in Verzweiflung und sagt, dass er gewiss schlechter ist als jene, die in Ägypten waren.

Dazu muss man den Worten des heiligen ARI glauben, der sagt, dass das Volk Israel vor dem Auszug aus Ägypten bereits in den 49 Toren der Unreinheit (Tuma) war, bis Sich der Schöpfer ihnen offenbarte und sie erlöste. Daraus ergibt sich: Selbst wenn der Mensch sieht, dass er in äußerster Niedrigkeit ist, soll er nicht vom Schlachtfeld fliehen, sondern glauben, dass der Schöpfer ihn aus dem Exil herausführen wird, in dem er sich inmitten der Völker der Welt befindet.

Und nach dem Gesagten sehen wir, dass die ganze Grundlage allein auf dem Glauben errichtet ist – dass man nur durch Glauben aus dem Exil herauskommen kann und sich nicht auf unseren Verstand stützen darf, obwohl der Mensch im Wesentlichen nach dem Verstand bemessen wird, den er hat. Doch gerade dass der Mensch den Verstand hat, um seinen wahren Zustand zu sehen, gibt ihm den Raum, über dem Verstand zu gehen. Mit anderen Worten: Über dem Verstand kann der Mensch nicht ohne die Hilfe des Schöpfers gehen. Sieht er hingegen, dass er von Seiten des Verstandes vorankommen kann, so braucht er Seine Hilfe nicht.

Und das Wesentliche, was man vom Menschen will, ist, dass er zu seiner Vollkommenheit gelangt, das heißt, dass er der Stufe NaRaNChaY der Seele gewürdigt wird. Und dies geschieht gerade dadurch, dass der Mensch des Schöpfers bedarf, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man.“ Und der Sohar sagt: „Womit hilft man? Mit einer heiligen Seele: Wenn er geboren wird, gibt man ihm eine Nefesh von der Seite des reinen Tieres. Wird er weiter gewürdigt, gibt man ihm eine Ruach von der Seite der heiligen Tierwesen. Wird er noch weiter gewürdigt, gibt man ihm eine Neshama von der Seite des Thrones usw.“

Darum ist es eine große Sache, dass der Mensch des Schöpfers bedarf, dass Er ihm hilft. Denn Seine Rettung besteht darin, dass man ihm von oben größere Kräfte gibt. Und dadurch, dass er jedes Mal eine neue Kraft empfängt, nämlich die Stufe einer neuen Seele, wird er schließlich die ganze Stufe NaRaNChaY empfangen, die zur Wurzel seiner Seele gehört. Es ergibt sich also: „Wunder“ nennt man das, was nicht in der Hand des Menschen liegt, die Sache zu erlangen. Mit anderen Worten: In der Hand des Menschen liegt es nicht, sie zu erlangen, sondern es muss ein Wunder vom Himmel geschehen – nur auf solche Weise nennt man es ein „Wunder“.

Wenn der Mensch daher in einen Zustand kommt, in dem er bereits das Erkennen des Bösen hat – dass es nicht in seiner Möglichkeit liegt, aus der Herrschaft der Völker der Welt herauszukommen, die in ihm sind, und dass die Stufe Israel in ihm im Exil unter ihnen ist, und er keine Wirklichkeit sieht, in der es ihm möglich wäre, aus ihrer Herrschaft herauszukommen –, dann, wenn der Schöpfer ihnen hilft und sie aus der Gewalt der Völker der Welt herausführt, und es sich umkehrt, sodass das Volk Israel über sie herrscht, nennt man dies ein „Wunder“.

Und dies ist so, wie es im Land Ägypten war, als der Schöpfer sie aus dem Land Ägypten herausführte. Das bedeutet, dass der Schöpfer sie aus den Lasten Ägyptens herausführte. Und an dieses Wunder muss der Mensch glauben: So wie es beim Auszug aus Ägypten war, so muss jeder Einzelne, der in der Arbeit für den Schöpfer geht, glauben, dass der Schöpfer ihn herausführen wird. Denn es ist tatsächlich ein Wunder, dass es eine Wirklichkeit gibt, aus der Herrschaft der Selbstliebe herauszukommen und sich nur um das zu sorgen, was zum Nutzen des Schöpfers gehört.

Und wenn der Mensch zu dieser Stufe gelangt, gilt es als erwiesen, dass dieser Mensch bereits zur Stufe liShma (um ihretwillen) gelangt ist. Das heißt, dass er bereits der Stufe des Glaubens an den Schöpfer gewürdigt wurde und bereits die Kraft hat, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten. Und dies nennt man liShma. Und dies nennt man die Stufe „rechts“, dass der Mensch sich damit beschäftigt, dem Schöpfer zu geben. Das heißt, dass alles, was er tut, zum Nutzen des Schöpfers sein soll. Mit anderen Worten: dass er dem Schöpfer eine Wohltat erweisen will, nämlich dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten.

Allerdings muss man wissen, dass dies, dass der Mensch alles zum Nutzen des Schöpfers tun will, nur „Korrektur der Schöpfung“ und nicht „Schöpfungsziel“ genannt wird. Denn das Schöpfungsziel ist, dass der Mensch Gutes und Genuss in den Gefäßen des Empfangens empfängt. Nur muss man den Gefäßen des Empfangens eine Stufe der Korrektur verleihen, die „um zu geben“ genannt wird.

Und die Fülle des Schöpfungsziels wird mit dem Namen „Chochma“ bezeichnet, was das Licht des Lebens ist, im Geheimnis von „und die Weisheit hält ihren Besitzer am Leben“. Und das Licht der Chochma wird „links“ genannt, aus dem Grund, dass alles, was der Korrektur bedarf, „links“ genannt wird, im Geheimnis von „die schwache Hand, deren Kraft erschöpft ist wie die einer Frau“, was als „links“ bezeichnet wird.

Und was ist die Korrektur, die man dem Licht der Chochma verleihen muss? Es ist die Stufe „rechts“, die „Chassadim (Gnaden)“ genannt wird. Das heißt: Nachdem er bereits der Stufe des Schöpfungsziels gewürdigt wurde, die das Gute und der Genuss ist und mit dem Namen „Chochma“ bezeichnet wird, wie oben erwähnt, muss man noch einmal das Licht der Chassadim herabziehen, das heißt die Fülle, die in den Gefäßen des Gebens kommt, aus dem Grund, den wir genannt haben, denn man hat uns die Arbeit in Tora und Mizwot auf der Stufe „wir werden tun und wir werden hören“ gegeben. Das heißt: Dadurch, dass wir Tora und Mizwot auf der Stufe der Handlung tun und erfüllen, werden wir gewürdigt, auch zur Stufe „wir werden hören“ zu gelangen.

Mit anderen Worten: Der Mensch muss Tora und Mizwot erfüllen, selbst auf dem Weg des Zwangs. Und es ist nicht nötig zu warten, bis er ein Verlangen und eine Lust hat, Tora und Mizwot zu erfüllen, und sie dann erfüllt. Vielmehr muss der Mensch sich überwinden und sie allein auf der Stufe des Tuns erfüllen. Doch das Tun wird ihm danach die Stufe des Hörens bringen, das heißt, dass er danach die Wichtigkeit hört, die in Tora und Mizwot liegt. Das bedeutet, dass er des Guten und des Genusses gewürdigt wird, der in Tora und Mizwot ist. Und das ist die Sache, die Israel sagte: „Wir werden tun und wir werden hören.“ Darum ist auf der Stufe „rechts“, die das Sich-Beschäftigen mit der Gnade bezeichnet, also mit den Gefäßen des Gebens, ein Schutz, dass es in der Hand des Menschen liegt, alles zum Nutzen des Schöpfers zu tun und nicht zum eigenen Nutzen.

Und nach dem Gesagten ergibt sich: Da nach der Regel „wir werden tun und wir werden hören“ die Handlung auf die Absicht einwirkt, wie oben erwähnt, ergibt sich notwendigerweise, dass in der Zeit, in der der Mensch von oben die Stufe Chochma empfängt, die Handlung dann bewirken muss, dass die Absicht so wird wie die Handlung. Es ergibt sich also, dass die Handlung des Empfangens auf die Absicht einwirkt, sodass auch sie „um zu empfangen“ wird. Wenn dem so ist, dann ist er selbst zur Zeit der Handlung, in der er das Licht der Chochma auf die Absicht des Gebens herabgezogen hat, dennoch aufgrund der Regel „wir werden tun und wir werden hören“ gezwungen, eine Einwirkung von der Handlung zu empfangen.

Und darum braucht man einen Schutz, das heißt, die Stufe eines Gewandes herabzuziehen, das das Licht der Chochma einkleidet, wo das „wir werden tun“ gilt. „Wir werden tun“ ist die Handlung des Gebens. Und wir werden auch gewürdigt, dass die Absicht ebenfalls „um zu geben“ sein wird. Und auch „wir werden hören“ – dass die Absicht ebenfalls auf der Stufe des Gebens sein wird, so wie die Handlung. Und dies wird das Gefäß des Empfangens schützen, das das Licht der Chochma empfängt, sodass es die Absicht des Gebens beim Empfangen des Guten und des Genusses aufrechterhalten kann und es bei ihm auf der Stufe „Empfangen, um zu geben“ sein wird.

Und nach dem Gesagten lässt sich die Sache der Mesusa erklären, die rechts sein muss. Da die Mesusa die Stufe des Schutzes ist, die den Menschen behütet, gibt es darum einen Hinweis, dass die Mesusa rechts steht. Mit anderen Worten: Die Sache des Schutzes gehört zu „rechts“, was die Stufe der Gnade ist, denn die Gefäße der Gnade sind die Stufe „rechts“, die keiner Korrektur bedürfen, wie oben erwähnt. Hingegen wird die Stufe Chochma „links“ genannt, weil die Chochma in den Gefäßen des Empfangens kommt, und für die Gefäße des Empfangens braucht man einen Schutz, wie oben erwähnt.

Und dies, was RASHI erläutert, dass geschrieben steht „dein Haus, auf dem Weg deines Eintretens“, dass der Mensch, wenn er zu gehen beginnt, mit rechts beginnt – das lässt sich so erklären: Der Beginn des Eintretens des Menschen in die heilige Arbeit beginnt mit „rechts“. Dies ist die Absicht in den Gefäßen des Gebens, dass sie „um zu geben“ sein sollen. Und danach beginnt man, in „links“ zu gehen, das heißt, die Gefäße des Empfangens zu korrigieren, dass sie „um zu geben“ sein sollen.

Und dies, was geschrieben steht, dass der Mensch, so wie er im Materiellen zu gehen beginnt – er beginnt zuerst mit dem rechten Fuß –, uns auf das Spirituelle hinweist, das heißt, dass der Mensch zu Beginn seines Eintretens in die Arbeit für den Schöpfer mit „rechts“ beginnen muss, nämlich auf der Stufe der Vollkommenheit. Mit anderen Worten: Für alles, was er in der Arbeit tut, muss er dem Schöpfer danken, dass Er ihm ein wenig Gedanken und Verlangen gegeben hat, in der heiligen Arbeit zu arbeiten, sodass er immerhin ein wenig Halt an der Stufe von Tora und Mizwot auf der Stufe der Handlung hat.

Und er soll dann noch nicht an die Stufe der Absicht denken, denn auch bei der Absicht gibt es zwei Aspekte zu verstehen:

1) Die Absicht ist: Wer ist es, der dazu verpflichtet, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen? Die Umgebung, in der er sich befindet – da alle Freunde sich mit Tora und Mizwot beschäftigen und alle beten und die Tora-Lektionen erfüllen, die es im Bethaus gibt, und dergleichen. Oder er erfüllt Tora und Mizwot nur deshalb, weil der Schöpfer uns geboten hat, die Tora und Mizwot zu erfüllen, und er glaubt im Glauben an die Weisen (Emunat Chachamim) alles, was sie gesagt haben, und auf dieser Grundlage erfüllt er Tora und Mizwot.

2) Die Absicht in Bezug auf die Vergeltung – was man für die Erfüllung von Tora und Mizwot empfängt. Es gibt solche, die erwarten, als Gegenleistung für ihre Arbeit Lohn zu empfangen. Wie im Sohar geschrieben steht, dass es drei Aspekte gibt, das heißt drei Ursachen, um derentwillen man sich mit Tora und Mizwot beschäftigt:

1) um Lohn in dieser Welt zu empfangen,

2) um Lohn in der kommenden Welt zu empfangen,

3) nicht um Belohnung zu empfangen, sondern aufgrund der Größe des Schöpfers, was aus dem Grund geschieht, dass „Er groß ist und herrscht“.

Darum ist der Beginn des Eintretens des Menschen in die Arbeit an Tora und Mizwot darauf gerichtet, Lohn zu empfangen. Und auch hierbei haben wir gesagt, dass man zwei Stufen unterscheiden muss:

1) Manchmal ist der Mensch noch nicht stark in der Stufe des Glaubens, sodass er um des Schöpfers willen arbeiten würde, damit Er ihm Lohn gibt, da ihm unter der Schwelle der Wahrnehmung der Glaube fehlt, dass es in seiner Hand liegt, gute Taten zu vollbringen. Doch wegen der Freunde, da er in ihren Augen nicht verachtet sein will, arbeitet der Mensch dann. Nicht dass der Schöpfer ihn dazu verpflichtet, gute Taten zu tun, sondern wegen der Scham vor den Freunden tut er es. Und gewiss hält der Mensch dies für völlige Niedrigkeit, das heißt, dass die Freunde ihn zur Arbeit verpflichten und nicht der Schöpfer.

Doch auch dies darf man nicht geringschätzen. Mit anderen Worten: Auch für solche Taten muss der Mensch dem Schöpfer danken, dass der Schöpfer den Freunden die Kraft gegeben hat, ihn zu verpflichten, Taten nach ihrem Willen zu tun, was man so nennt, dass der Schöpfer auf ihn auf der Stufe der Verborgenheit achtgibt. Mit anderen Worten: dass der Schöpfer Sich im Gewand der Freunde verbirgt, das ihn verpflichtet, gute Taten zu tun.

Und so lässt sich erklären, was unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 3, 20): „Und man fordert vom Menschen wissentlich und unwissentlich ein.“ „Wissentlich“ – die Erklärung wird sein: Der Mensch will wissentlich Tora und Mizwot erfüllen. Das heißt, der Mensch sagt, dass er gute Taten tut, weil es im Sinne des Schöpfers ist, das heißt, der Schöpfer verpflichtet ihn dazu. „Und man fordert von ihm unwissentlich ein“ – die Erklärung wird sein: Der Mensch tut gute Taten, und dies geschieht, ohne dass der Mensch weiß, dass er es ist, der die Tora und Mizwot des Schöpfers erfüllt. Denn er denkt, dass er die Tora und Mizwot der Freunde erfüllt, das heißt, dass die Freunde ihn dazu verpflichten.

Und dies nennt man „ohne dass der Mensch es weiß“ – dass er den Willen des Schöpfers erfüllt, obwohl er denkt, dass er den Willen der Freunde erfüllt. Und wenn er daran glaubt, das heißt, dass er unwissentlich den Willen des Schöpfers tut – mit anderen Worten: Hätte er es gewusst, hätte er es nicht erfüllt, denn er denkt, dass er nur den Willen der Freunde erfüllt –, so nennt man dies „Verbergung des Angesichts“. Das heißt, dass der Schöpfer Sich in den Gewändern der Freunde verbirgt, und auf solche Weise tut er den Willen des Schöpfers.

2) Und wenn er dem Schöpfer dafür dankt, dass der Schöpfer ihm durch die Verborgenheit Hilfe gegeben hat – mit anderen Worten: dass er nun die Wahl hat, zu sagen, dass er wegen der Freunde arbeitet und keinerlei Berührung mit dem Schöpfer hat, oder zu glauben, dass der Schöpfer Sich durch das Gewand der Freunde verborgen hat und er sich dadurch mit Tora und Mizwot beschäftigt –, und wenn er wählt und sagt, dass nur der Schöpfer ihm geholfen hat, sodass es in seiner Hand liegt, gute Taten zu tun, dadurch, dass der Schöpfer Sich in das Gewand der Freunde eingekleidet hat, und er dem Schöpfer dafür dankt, so bewirkt diese Sache für ihn einen großen Aufstieg, dass er der Offenbarung des Angesichts des Schöpfers gewürdigt wird. Das heißt, der Schöpfer gibt ihm Gedanken und Verlangen, den Willen des Schöpfers zu tun, weil er nun irgendeine Erleuchtung von oben hat, dadurch, dass er sich über dem Verstand entschieden hat. Darum half ihm der Schöpfer, dass er durch die Rückseite danach der Stufe des Angesichts des Schöpfers gewürdigt wird, das heißt, dass er der Stufe „man fordert von ihm wissentlich ein“ gewürdigt wird.

Und nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Sache der Mesusa, die die Stufe des Schutzes ist, die Stufe „rechts“ ist, die „Chassadim“ genannt wird, was in der Zeit ist, in der man auf der Stufe des Gebens „um zu geben“ geht, was die Stufe der Korrektur der Schöpfung ist, wie oben erwähnt. Über Chanukka und Purim hingegen sagt der heilige ARI, dass beide die Stufe Hod sind, denn Hod ist die Stufe „links“, was uns auf das Schöpfungsziel hinweist, das der Korrekturen bedarf. Das heißt, dass man auf dem Weg der Korrektur das Gute und den Genuss empfangen kann, der in der Fülle angedeutet ist, die „Chochma“ genannt wird. Darum ist Chanukka links, um auf das Licht der Chochma hinzuweisen.

Allerdings war an Chanukka nur die Stufe von „Chanu-ko“ (sie rasteten – hier), das heißt, so wie mein Vater, mein Lehrer und Meister erklärte, dass dort nur eine Rast war und nicht das Ende des Krieges. Mit anderen Worten: Das Licht der Sonne, das „links“ genannt wird, leuchtete, doch dort fehlte das Gewand, das der Schutz über die Chochma ist, die in den Gefäßen des Empfangens kommt, denn in den Gefäßen des Empfangens hat die Sitra Achra (die andere Seite) einen Halt; und dort war das Licht der Chassadim, das „rechts“ genannt wird.

Darum war das Wunder nur im Spirituellen. Mit anderen Worten: Von Seiten des Lichts des Schöpfungsziels her leuchtete es, doch man konnte es nicht benutzen, da das Gewand der Chassadim fehlte, denn es ist verboten, es zu benutzen. Dies nennt man die Stufe des Spirituellen, bei der die Sache sich noch nicht verkörpert hat, sodass man sie benutzen könnte. Darum steht geschrieben, dass es verboten ist, die Chanukka-Kerzen zu benutzen, sondern nur, sie anzuschauen, aus dem Grund, dass das Gewand fehlt, wie oben erwähnt.

Hingegen Purim – da hatten sie das Gewand, das „Chassadim“ genannt wird, wie geschrieben steht (im „Talmud Esser haSefirot“, Ende Teil 15): „Darum hat sich dort die Sache bereits verkörpert, das heißt, dass sie das Licht der Chochma um zu geben benutzen konnten. Darum ist an Purim ein Festmahl und Freude.“

korrigiert (Stilüberarbeitung nach Richtlinie), EY, Claude/Opus 4.8, 24.07.2026, 15:57 Uhr, Ver3