1990/11 1990/11 Was es in der Arbeit bedeutet, dass die Chanukka-Kerze auf der linken Seite steht
Unsere Weisen sagten1: „Die Chanukka-Kerze steht links, damit die Chanukka-Kerze links und die Mesusa rechts ist.“ Und Rashi erläutert: „Mesusa – es ist uns bekannt, dass sie rechts steht, denn es heißt ‚dein Haus‘ (Beitecha) – auf dem Weg deines Eintretens (Bi’atecha); und wenn ein Mensch losgeht, so setzt er den rechten Fuß zuerst“ (das heißt, wenn der Mensch zu gehen beginnt, beginnt er mit dem rechten Fuß).
Im Buch „Shaar HaKawanot“2 heißt es dort: „Doch die Sache von Chanukka und Purim verhält sich anders, denn beide befinden sich in Hod. Und obwohl wir beim Morgengebet am Werktag erklärt haben, dass Jakob in Nezach ist und Malchut in Hod, und demnach der Werktag heiliger wäre als Chanukka und Purim, die beide in Hod sind – die Sache ist jedoch die, dass sie damals ihre Erleuchtungen durch sich selbst empfängt, nicht durch ihren Gemahl. Denn am Werktag empfängt Jakob seine Erleuchtung und den Anteil ihrer Erleuchtung von Nezach und von Hod und gibt ihr danach ihre Erleuchtung, die durch ihn von Hod herabgezogen wird. Doch nun, an Chanukka und Purim, empfängt sie ihren Erleuchtungsanteil von Hod selbst, nicht durch ihren Gemahl.“
Und man muss in Bezug auf die Arbeit verstehen, was es damit auf sich hat, dass die Mesusa rechts und die Chanukka-Kerze links steht. Was will uns das lehren? Ebenso muss man verstehen, was im Buch „Shaar HaKawanot“ geschrieben steht, nämlich dass Chanukka und Purim beide ein und dieselbe Stufe sind, wie es heißt, dass beide – also sowohl Chanukka als auch Purim – ein und dieselbe Stufe sind, die von der Stufe Hod herabgezogen wird.
Warum empfangen beide von einer einzigen Wurzel, wenn es doch an Purim die Sache der Freude und des Festmahls gibt, sodass der Mensch verpflichtet ist, das Purim-Mahl zu essen, während unsere Weisen über Chanukka sagten: „Diese Kerzen sind heilig, und wir haben keine Erlaubnis, sie zu benutzen“?
Bekanntlich lernt man in Bezug auf die Arbeit, dass ein einzelner Mensch die ganze Welt in sich einschließt. Das heißt, dass sich die Sache von Israel und den siebzig Völkern in einem einzigen Menschen befindet. Mit anderen Worten: Der Mensch ist aus allen schlechten Eigenschaften zusammengesetzt, die sich in den siebzig Völkern finden. Bekanntlich werden die Völker der Welt aus dem Gegenstück der sieben Eigenschaften der Heiligkeit (Kedusha) herabgezogen, im Geheimnis von „dieses gegenüber jenem hat Gott gemacht“. Und jede Eigenschaft ist aus zehn zusammengesetzt.
Und das ist die Sache der siebzig Völker. Das heißt: In der Zeit, in der die siebzig Völker im Menschen über die Stufe Israel herrschen, nennt man dies, dass das Volk Israel im Exil unter der Herrschaft der Völker ist. Mit anderen Worten: Die Verlangen und die Begierden herrschen über die Stufe Israel in ihm, und die Stufe Israel hat keinerlei Möglichkeit, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten, sondern nur zum eigenen Nutzen.
Und nach Vernunft und Verstand gibt es keinerlei Wirklichkeit, in der man verstehen könnte, wie es jemals möglich sein sollte, sich von der Herrschaft der Völker der Welt in seinem Innern zu befreien. Denn so viel Arbeit der Mensch auch hineinsteckt, um aus ihrer Herrschaft herauszukommen, es gelingt nicht; im Gegenteil, jedes Mal sieht er noch mehr, dass es unmöglich ist, aus ihrem Exil herauszukommen. Darum müssen wir immer an die Sache des Auszugs aus Ägypten denken, wie es heißt: „Damit du an den Tag deines Auszugs aus dem Land Ägypten denkst.“ Das heißt, zu glauben, was geschrieben steht: „Ich bin der Ewige, euer Gott, der euch aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, um euch ein Gott zu sein.“
Das heißt: So wie der Schöpfer damals das Volk Israel aus der Herrschaft Ägyptens herausführte und sie der Stufe „euch ein Gott zu sein“ gewürdigt wurden, ebenso kann Er auch uns aus der Herrschaft der siebzig Völker herausführen und uns der Stufe „euch ein Gott zu sein“ würdigen.
Und der Mensch darf nicht sagen, dass er schlechter ist als jene Menschen, die in Ägypten waren – dass nur jene es waren, die der Schöpfer aus ihrer Herrschaft herauszuführen die Kraft hatte. Doch wenn der Mensch seine Niedrigkeit sieht, gerät er in Verzweiflung und sagt, dass er gewiss schlechter ist als jene, die in Ägypten waren.
Dazu muss man den Worten des heiligen ARI glauben, der sagt, dass das Volk Israel vor dem Auszug aus Ägypten bereits in den 49 Toren der Unreinheit (Tuma) war, bis Sich der Schöpfer ihnen offenbarte und sie erlöste. Daraus ergibt sich: Selbst wenn der Mensch sieht, dass er in äußerster Niedrigkeit ist, soll er nicht vom Kampfplatz fliehen, sondern glauben, dass der Schöpfer ihn aus dem Exil herausführen wird, in dem er sich inmitten der Völker der Welt befindet.
Und nach dem Gesagten sehen wir, dass die ganze Grundlage allein auf dem Glauben errichtet ist – dass man nur durch Glauben aus dem Exil herauskommen kann und sich nicht auf unseren Verstand stützen darf, obwohl der Mensch im Wesentlichen nach dem Verstand bemessen wird, den er hat. Doch gerade dass der Mensch den Verstand hat, um seinen wahren Zustand zu sehen, gibt ihm den Raum, über dem Verstand zu gehen. Mit anderen Worten: Über dem Verstand kann der Mensch nicht ohne die Hilfe des Schöpfers gehen. Sieht er hingegen, dass er von Seiten des Verstandes vorankommen kann, so braucht er Seine Hilfe nicht.
Und das Wesentliche, was man vom Menschen will, ist, dass er zu seiner Vollkommenheit gelangt, das heißt, dass er der Stufe NaRaNChaY der Seele gewürdigt wird. Und dies geschieht gerade dadurch, dass der Mensch des Schöpfers bedarf, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man.“ Und der Sohar sagt: „Womit hilft man? Mit einer heiligen Seele: Wenn er geboren wird, gibt man ihm eine Nefesh von der Seite des reinen Tieres. Wird er weiter gewürdigt, gibt man ihm eine Ruach von der Seite der heiligen Tierwesen. Wird er noch weiter gewürdigt, gibt man ihm eine Neshama von der Seite des Thrones usw.“
Darum ist es eine große Sache, dass der Mensch des Schöpfers bedarf, dass Er ihm hilft. Denn Seine Rettung besteht darin, dass man ihm von oben größere Kräfte gibt. Und dadurch, dass er jedes Mal eine neue Kraft empfängt, nämlich die Stufe einer neuen Seele, wird er schließlich die ganze Stufe NaRaNChaY empfangen, die zur Wurzel seiner Seele gehört. Es ergibt sich also: „Wunder“ nennt man das, was nicht in der Hand des Menschen liegt, die Sache zu erlangen. Mit anderen Worten: In der Hand des Menschen liegt es nicht, sie zu erlangen, sondern es muss ein Wunder vom Himmel geschehen – nur auf solche Weise nennt man es ein „Wunder“.
Wenn der Mensch daher in einen Zustand kommt, in dem er bereits das Erkennen des Bösen hat – dass es nicht in seiner Möglichkeit liegt, aus der Herrschaft der Völker der Welt herauszukommen, die in ihm sind, und dass die Stufe Israel in ihm im Exil unter ihnen ist, und er keine Wirklichkeit sieht, in der es ihm möglich wäre, aus ihrer Herrschaft herauszukommen –, dann, wenn der Schöpfer ihnen hilft und sie aus der Gewalt der Völker der Welt herausführt, und es sich umkehrt, sodass das Volk Israel über sie herrscht, nennt man dies ein „Wunder“.
Und dies ist so, wie es im Land Ägypten war, als der Schöpfer sie aus dem Land Ägypten herausführte. Das bedeutet, dass der Schöpfer sie aus den Lasten Ägyptens herausführte. Und an dieses Wunder muss der Mensch glauben: So wie es beim Auszug aus Ägypten war, so muss jeder Einzelne, der in der Arbeit für den Schöpfer geht, glauben, dass der Schöpfer ihn herausführen wird. Denn es ist tatsächlich ein Wunder, dass es eine Wirklichkeit gibt, aus der Herrschaft der Selbstliebe herauszukommen und sich nur um das zu sorgen, was zum Nutzen des Schöpfers gehört.
Und wenn der Mensch zu dieser Stufe gelangt, gilt es als erwiesen, dass dieser Mensch bereits zur Stufe liShma (um des Gebens willen) gelangt ist. Das heißt, dass er bereits der Stufe des Glaubens an den Schöpfer gewürdigt wurde und bereits die Kraft hat, zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten. Und dies nennt man liShma. Und dies nennt man die Stufe „rechts“, dass der Mensch sich damit beschäftigt, dem Schöpfer zu geben. Das heißt, dass alles, was er tut, zum Nutzen des Schöpfers sein soll. Mit anderen Worten: dass er dem Schöpfer eine Wohltat erweisen will, nämlich dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten.
Allerdings muss man wissen, dass dies, dass der Mensch alles zum Nutzen des Schöpfers tun will, nur „Korrektur der Schöpfung“ und nicht „Schöpfungsziel“ genannt wird. Denn das Schöpfungsziel ist, dass der Mensch Gutes und Genuss in den Gefäßen des Empfangens empfängt. Nur muss man den Gefäßen des Empfangens eine Stufe der Korrektur verleihen, die „um zu geben“ genannt wird.
Und die Fülle des Schöpfungsziels wird mit dem Namen „Chochma“ bezeichnet, was das Licht des Lebens ist, im Geheimnis von „und die Weisheit hält ihren Besitzer am Leben“. Und das Licht der Chochma wird „links“ genannt, aus dem Grund, dass alles, was der Korrektur bedarf, „links“ genannt wird, im Geheimnis von „die schwache Hand, deren Kraft erschöpft ist wie die einer Frau“, was als „links“ bezeichnet wird.
Und was ist die Korrektur, die man dem Licht der Chochma verleihen muss? Es ist die Stufe „rechts“, die „Chassadim (Gnaden)“ genannt wird. Das heißt: Nachdem er bereits der Stufe des Schöpfungsziels gewürdigt wurde, die das Gute und der Genuss ist und mit dem Namen „Chochma“ bezeichnet wird, wie oben erwähnt, muss man noch einmal das Licht der Chassadim herabziehen, das heißt die Fülle, die in den Gefäßen des Gebens kommt, aus dem Grund, den wir genannt haben, denn man hat uns die Arbeit in Tora und Mizwot auf der Stufe „wir werden tun und wir werden hören“ gegeben. Das heißt: Dadurch, dass wir Tora und Mizwot auf der Stufe der Handlung tun und erfüllen, werden wir gewürdigt, auch zur Stufe „wir werden hören“ zu gelangen.
Mit anderen Worten: Der Mensch muss Tora und Mizwot erfüllen, selbst auf dem Weg des Zwangs. Und es ist nicht nötig zu warten, bis er ein Verlangen und eine Lust hat, Tora und Mizwot zu erfüllen, und sie dann erfüllt. Vielmehr muss der Mensch sich überwinden und sie allein auf der Stufe des Tuns erfüllen. Doch das Tun wird ihm danach die Stufe des Hörens bringen, das heißt, dass er danach die Wichtigkeit hört, die in Tora und Mizwot liegt. Das bedeutet, dass er des Guten und des Genusses gewürdigt wird, der in Tora und Mizwot ist. Und das ist die Sache, die Israel sagte: „Wir werden tun und wir werden hören.“ Darum ist auf der Stufe „rechts“, die das Sich-Beschäftigen mit der Gnade bezeichnet, also mit den Gefäßen des Gebens, ein Schutz, dass es in der Hand des Menschen liegt, alles zum Nutzen des Schöpfers zu tun und nicht zum eigenen Nutzen.
Und nach dem Gesagten ergibt sich: Da nach der Regel „wir werden tun und wir werden hören“ die Handlung auf die Absicht einwirkt, wie oben erwähnt, ergibt sich notwendigerweise, dass in der Zeit, in der der Mensch von oben die Stufe Chochma empfängt, die Handlung dann bewirken muss, dass die Absicht so wird wie die Handlung. Es ergibt sich also, dass die Handlung des Empfangens auf die Absicht einwirkt, sodass auch sie „um zu empfangen“ wird. Wenn dem so ist, dann ist er selbst zur Zeit der Handlung, in der er das Licht der Chochma auf die Absicht des Gebens herabgezogen hat, dennoch aufgrund der Regel „wir werden tun und wir werden hören“ gezwungen, eine Einwirkung von der Handlung zu empfangen.
Und darum braucht man einen Schutz, das heißt, die Stufe eines Gewandes herabzuziehen, das das Licht der Chochma einkleidet, wo das „wir werden tun“ gilt. „Wir werden tun“ ist die Handlung des Gebens. Und wir werden auch gewürdigt, dass die Absicht ebenfalls „um zu geben“ sein wird. Und auch „wir werden hören“ – dass die Absicht ebenfalls auf der Stufe des Gebens sein wird, so wie die Handlung. Und dies wird das Gefäß des Empfangens schützen, das das Licht der Chochma empfängt, sodass es die Absicht des Gebens beim Empfangen des Guten und des Genusses aufrechterhalten kann und es bei ihm auf der Stufe „Empfangen, um zu geben“ sein wird.
Und nach dem Gesagten lässt sich die Sache der Mesusa erklären, die rechts sein muss. Da die Mesusa die Stufe des Schutzes ist, die den Menschen behütet, gibt es darum einen Hinweis, dass die Mesusa rechts steht. Mit anderen Worten: Die Sache des Schutzes gehört zu „rechts“, was die Stufe der Gnade ist, denn die Gefäße der Gnade sind die Stufe „rechts“, die keiner Korrektur bedürfen, wie oben erwähnt. Hingegen wird die Stufe Chochma „links“ genannt, weil die Chochma in den Gefäßen des Empfangens kommt, und für die Gefäße des Empfangens braucht man einen Schutz, wie oben erwähnt.
Und dies, was Rashi erläutert, dass geschrieben steht „dein Haus, auf dem Weg deines Eintretens“, dass der Mensch, wenn er zu gehen beginnt, mit rechts beginnt – das lässt sich so erklären: Der Beginn des Eintretens des Menschen in die Heilige Arbeit beginnt mit „rechts“. Dies ist die Absicht in den Gefäßen des Gebens, dass sie „um zu geben“ sein sollen. Und danach beginnt man, in „links“ zu gehen, das heißt, die Gefäße des Empfangens zu korrigieren, dass sie „um zu geben“ sein sollen.
Und dies, was geschrieben steht, dass der Mensch, so wie er im Materiellen zu gehen beginnt – er beginnt zuerst mit dem rechten Fuß –, das weist uns auf das Spirituelle hin, das heißt, dass der Mensch zu Beginn seines Eintretens in die Arbeit für den Schöpfer mit „rechts“ beginnen muss, nämlich auf der Stufe der Vollkommenheit. Mit anderen Worten: Für alles, was er in der Arbeit tut, muss er dem Schöpfer danken, dass Er ihm ein wenig Gedanken und Verlangen gegeben hat, in der Heiligen Arbeit zu arbeiten, sodass er immerhin ein wenig Halt an der Stufe von Tora und Mizwot auf der Stufe der Handlung hat.
Und er soll dann noch nicht an die Stufe der Absicht denken, denn auch bei der Absicht gibt es zwei Aspekte zu verstehen:
1) Die Absicht ist: Wer ist es, der dazu verpflichtet, sich mit Tora und Mizwot zu beschäftigen? Die Umgebung, in der er sich befindet – da alle Freunde sich mit Tora und Mizwot beschäftigen und alle beten und die Tora-Lektionen erfüllen, die es im Gebetshaus gibt, und dergleichen. Oder er erfüllt Tora und Mizwot nur deshalb, weil der Schöpfer uns geboten hat, die Tora und Mizwot zu erfüllen, und er glaubt im Glauben an die Weisen (Emunat Chachamim) alles, was sie gesagt haben, und auf dieser Grundlage erfüllt er Tora und Mizwot.
2) Die Absicht in Bezug auf das Entgelt – was man für die Erfüllung von Tora und Mizwot empfängt. Es gibt solche, die erwarten, als Gegenleistung für ihre Arbeit Lohn zu empfangen. Wie im Sohar geschrieben steht, gibt es drei Aspekte, das heißt drei Ursachen, um derentwillen man sich mit Tora und Mizwot beschäftigt:
1) um Lohn in dieser Welt zu empfangen,
2) um Lohn in der Kommenden Welt zu empfangen,
3) nicht um Belohnung zu empfangen, sondern aufgrund der Größe des Schöpfers, was aus dem Grund geschieht, dass „Er groß ist und herrscht“.
Darum ist der Beginn des Eintretens des Menschen in die Arbeit an Tora und Mizwot darauf gerichtet, Lohn zu empfangen. Und auch hierbei haben wir gesagt, dass man zwei Stufen unterscheiden muss:
1) Manchmal ist der Mensch noch nicht stark in der Stufe des Glaubens, sodass er um des Schöpfers willen arbeiten würde, damit Er ihm Lohn gibt, da ihm unter der Schwelle der Wahrnehmung der Glaube fehlt, dass es in seiner Hand liegt, gute Taten zu vollbringen. Doch wegen der Freunde, da er in ihren Augen nicht verachtet sein will, arbeitet der Mensch dann. Nicht dass der Schöpfer ihn dazu verpflichtet, gute Taten zu tun, sondern wegen der Scham vor den Freunden tut er es. Und gewiss hält der Mensch dies für völlige Niedrigkeit, das heißt, dass die Freunde ihn zur Arbeit verpflichten und nicht der Schöpfer.
Doch auch dies darf man nicht geringschätzen. Mit anderen Worten: Auch für solche Taten muss der Mensch dem Schöpfer danken, dass der Schöpfer den Freunden die Kraft gegeben hat, ihn zu verpflichten, Taten gemäß ihrem Verlangen auszuführen, was man so nennt, dass der Schöpfer auf ihn auf der Stufe der Verborgenheit achtgibt. Mit anderen Worten: dass der Schöpfer Sich im Gewand der Freunde verbirgt, das ihn verpflichtet, gute Taten zu tun.
Und so lässt sich erklären, was unsere Weisen sagten3: „Und es wird vom Menschen eingefordert, mit seinem Wissen und ohne sein Wissen.“ „Mit seinem Wissen“ – die Erklärung wird sein: Der Mensch will mit seinem Wissen Tora und Mizwot erfüllen. Das heißt, der Mensch sagt, dass er gute Taten tut, weil es im Sinne des Schöpfers ist, das heißt, der Schöpfer verpflichtet ihn dazu. „Und es wird von ihm ohne sein Wissen eingefordert“ – die Erklärung wird sein: Der Mensch tut gute Taten, und dies geschieht, ohne dass der Mensch weiß, dass er es ist, der die Tora und Mizwot des Schöpfers erfüllt. Denn er denkt, dass er die Tora und Mizwot der Freunde erfüllt, das heißt, dass die Freunde ihn dazu verpflichten.
Und dies nennt man „ohne dass der Mensch es weiß“ – dass er den Willen des Schöpfers erfüllt, obwohl er denkt, dass er das Verlangen der Freunde erfüllt. Und wenn er daran glaubt, das heißt, dass er unwissentlich den Willen des Schöpfers erfüllt – mit anderen Worten: Hätte er es gewusst, hätte er es nicht erfüllt, denn er denkt, dass er nur das Verlangen der Freunde erfüllt –, so nennt man dies „Verbergung des Angesichts“. Das heißt, dass der Schöpfer Sich in den Gewändern der Freunde verbirgt, und auf solche Weise erfüllt er den Willen des Schöpfers.
2) Und wenn er dem Schöpfer dafür dankt, dass der Schöpfer ihm durch die Verborgenheit Hilfe gegeben hat – mit anderen Worten: dass er nun die Wahl hat, zu sagen, dass er wegen der Freunde arbeitet und keinerlei Berührung mit dem Schöpfer hat, oder zu glauben, dass der Schöpfer Sich durch das Gewand der Freunde verborgen hat und er sich dadurch mit Tora und Mizwot beschäftigt –, und wenn er wählt und sagt, dass nur der Schöpfer ihm geholfen hat, sodass es in seiner Hand liegt, gute Taten zu tun, dadurch, dass der Schöpfer Sich in das Gewand der Freunde eingekleidet hat, und er dem Schöpfer dafür dankt, so bewirkt diese Sache für ihn einen großen Aufstieg, dass er der Offenbarung des Angesichts des Schöpfers gewürdigt wird. Das heißt, der Schöpfer gibt ihm Gedanken und Verlangen, den Willen des Schöpfers zu erfüllen, weil er nun irgendeine Erleuchtung von oben hat, dadurch, dass er sich über dem Verstand entschieden hat. Darum half ihm der Schöpfer, dass er durch die Rückseite danach der Stufe des Angesichts des Schöpfers gewürdigt wird, das heißt, dass er der Stufe „es wird von ihm mit seinem Wissen eingefordert“ gewürdigt wird.
Und nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Sache der Mesusa, die die Stufe des Schutzes ist, die Stufe „rechts“ ist, die „Chassadim“ genannt wird, was in der Zeit ist, in der man auf der Stufe des Gebens „um zu geben“ geht, was die Stufe der Korrektur der Schöpfung ist, wie oben erwähnt. Über Chanukka und Purim hingegen sagt der heilige ARI, dass beide die Stufe Hod sind, denn Hod ist die Stufe „links“, was uns auf das Schöpfungsziel hinweist, das der Korrekturen bedarf. Das heißt, dass man auf dem Weg der Korrektur das Gute und den Genuss empfangen kann, der in der Fülle angedeutet ist, die „Chochma“ genannt wird. Darum ist Chanukka links, um auf das Licht der Chochma hinzuweisen.
Allerdings war an Chanukka nur die Stufe von „Chanu-ko“ (sie rasteten – hier), das heißt, so wie mein Vater, mein Lehrer und Meister, erklärte: Dort war nur eine Rast und nicht das Ende des Krieges. Mit anderen Worten: Das Licht der Sonne, das „links“ genannt wird, leuchtete, doch dort fehlte das Gewand, das der Schutz über die Chochma ist, die in den Gefäßen des Empfangens kommt, denn in den Gefäßen des Empfangens hat die Sitra Achra (die andere Seite) einen Halt; und dort war das Licht der Chassadim, das „rechts“ genannt wird.
Darum war das Wunder nur im Spirituellen. Mit anderen Worten: Von Seiten des Lichts des Schöpfungsziels her leuchtete es, doch man konnte es nicht benutzen, da das Gewand der Chassadim fehlte, denn es ist verboten, es zu benutzen. Dies nennt man die Stufe des Spirituellen, bei der die Sache sich noch nicht verkörpert hat, sodass man sie benutzen könnte. Darum steht geschrieben, dass es verboten ist, die Chanukka-Kerzen zu benutzen, sondern nur, sie anzuschauen, aus dem Grund, dass das Gewand fehlt, wie oben erwähnt.
Hingegen Purim – da hatten sie das Gewand, das „Chassadim“ genannt wird, wie geschrieben steht4: „Darum hat sich dort die Sache bereits verkörpert, das heißt, dass sie das Licht der Chochma um zu geben benutzen konnten. Darum ist an Purim ein Festmahl und Freude.“
korrigiert, EY, Buchfassung, final, 16.09.2026