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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Artikel / 1990/14 Was ist “wahrhaftige Gnade” in der Arbeit?

Rabash 1990-14 – Was ist ‚wahrhaftige Gnade‘ in der Arbeit?

Hinweis: Ver5 (Stilüberarbeitung nach Richtlinie) auf Basis Ver4Ver5; Deutsch NEU und Fließtext bleiben wortgleich. HE maßgeblich; RU als Primärreferenz konsultiert; EN fehlt; ALT als Lesbarkeitsmaßstab konsultiert. Sol-Bericht Ver4 (10/10 ohne Befunde) adjudiziert; Fett aus RU und Kursiv gemäß Glossar verifiziert.

Nr.

Deutsch NEU

עברית

Deutsch ALT

1

Zu dem Vers, in dem Jakob zu Josef sagt: „Erweise mir Gnade und Wahrheit“, erklärt Raschi: Gnade, die man an den Toten erweist, ist wahrhaftige Gnade, denn sie erwartet keine Gegenleistung. Das bedeutet, dass Jakob ihn um die Wohltat bat: „Begrabe mich doch nicht in Ägypten“, und bat, dass er dies als wahrhaftige Gnade tue, ohne Lohn. Das gilt es zu verstehen, denn die Vernunft verlangt doch: Hätte er ihm für die Mühe einen Lohn gezahlt, wäre er gewiss sicherer gewesen, dass jener es ihm tut; so ist es ja in der Welt üblich, dass man, wenn man eine Sache in voller Vollendung ausgeführt haben will, einen höheren Lohn zahlt. Warum also wählte er den anderen Weg, dass jener die Arbeit ganz ohne Lohn verrichte?

הנה על הפסוק, שיעקב אמר ליוסף "ועשית עמדי חסד ואמת" פירוש רש"י, חסד שעושים עם המתים, הוא חסד של אמת, שאינו מצפה לתשלום גמול. שמשמע, שהוא ביקש ממנו הטובה "אל נא תקברני במצרים" וביקש שיעשה זה חסד של אמת בלי שכר. שזה יש להבין, הלא השכל מחייב, אם היה משלם לו עבור הטרחא, היה בודאי יותר בטוח שיעשה לו את זה, שכך נהוג בעולם, כשרוצים שהדבר יצא לפועל בכל שלימותו, אז נותנים תשלום יותר גדול. אם כן מדוע בחר לו הדרך השני, שיעשה עבודה בלי שום תשלום.

RASHI legt den Vers aus, in dem Jakob zu Josef sagte: „Gewähre mir Gnade und Wahrheit.“ RASHI deutet: Chessed [Gnade], die mit den Toten praktiziert wird, ist wahrhaftige Gnade, denn man erwartet keine Bezahlung dafür. Das bedeutet, dass er, als er ihn um den Gefallen bat: „Bitte begrabe mich nicht in Ägypten“, darum bat, dass er wahrhaftige Chessed ohne Bezahlung ausführt. Wir sollten das verstehen, denn der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass er, wenn er ihn für die Mühe bezahlen würde, bestimmt sicherer wäre, dass er dies für ihn tun würde, denn es ist üblich, dass wir, wenn wir wollen, dass etwas unter allen Umständen umgesetzt wird, ein höheres Honorar zahlen. Warum hat er also den anderen Weg gewählt, die Arbeit ohne Bezahlung zu leisten?

2

Noch schwerer zu verstehen sind Raschis Worte zu dem Vers: „Und ich gebe dir einen Anteil mehr als deinen Brüdern“ (Wochenabschnitt WaJechi, dritter Abschnitt). Raschi erklärt „Und ich gebe dir“: Weil du dich mühst, dich um mein Begräbnis zu kümmern; „einen Anteil mehr als deinen Brüdern“ – *Schechem* im wörtlichen Sinn die Schulter, gemeint aber ein Anteil mehr als deine Brüder. Das aber steht im Widerspruch zur wahrhaftigen Gnade, die ja ohne jeden Lohn sein soll. Hier nun gibt er ihm einen Lohn, nämlich „einen Anteil“, also einen Teil mehr als seine Brüder.

ועוד יותר קשה לדברי רש"י על הפסוק "ואני נתתי לך שכם אחד על אחיך" (ויחי שלישי). פירוש רש"י "ואני נתתי לך", לפי שאתה טורח להתעסק בקבורתי, "שכם אחד על אחיך", שכם ממש, היא תהיה לך חלק אחד יתירה על אחיך. אם כן זה הוא בסתירה של חסד של אמת, שמשמע בלי שום תשלום. וכאן הוא נותן לו תשלום, היינו "שכם אחד", היינו חלק אחד על אחיך.

Noch verwirrender ist, dass RASHI den Vers „Und ich gebe dir einen Schechem [Anteil] mehr als deinen Brüdern“ ( Tora , 1. Buch Mose, Wajechi, 48,22) wie folgt auslegt: „‚Ich gebe dir‘, da du dich um mein Begräbnis kümmerst, ‚einen Schechem mehr als deinen Brüdern.‘ Das eigentliche Schechem wird dir ein Teil mehr sein als deinen Brüdern.“ Das widerspricht also der wahrhaftigen Gnade ohne jegliche Bezahlung, wenn er ihm hier „einen Schechem “ gibt, also einen Anteil mehr als seinen Brüdern.

3

Das alles lässt sich auf dem Weg der Arbeit auslegen, denn Jakob deutete Josef die Ordnung der Arbeit an. Wir sehen ja, dass die Ordnung der Arbeit, die uns in Tora und Mizwot gegeben ist, auf den ersten Blick ebenfalls widersprüchlich erscheint. Denn einerseits sehen wir, dass die Weisen sagten, der Grund für die Erschaffung der Welt ist Sein Wunsch, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, das heißt, dass die Geschöpfe von Ihm Gutes und Genuss empfangen. Denn der Schöpfer ist von äußerster Vollkommenheit, und alles, was Er an der Schöpfung schuf, schuf Er, um den Geschöpfen alles Gute zu geben. So steht geschrieben (Midrasch Rabba, 1. Mose): „Der Schöpfer antwortete den Engeln, als Er den Menschen erschaffen wollte, und sagte, dies gleiche einem König, der einen Turm voller Güter hat, aber keine Gäste – welchen Genuss hat er davon?“ Es zeigt sich also: Alles, was Er schuf, schuf Er nur, damit die Geschöpfe Gutes und Genuss empfangen und Seine Vorsehung spüren, die eine Vorsehung des Guten und des Genusses ist.

הנה יש לפרש כל זה על דרך העבודה, שיעקב רמז לו ליוסף את סדר העבודה. הנה אנו רואים, שסדר העבודה, שניתן לנו בתורה ומצות, הם נראים גם כן לכאורה בסתירה, היות מצד אחד אנו רואים, שחז"ל אמרו, שסיבת בריאת העולם היא מטעם שרצונו להטיב לנבראיו, היינו שהנבראים יקבלו ממנו יתברך טוב ועונג, היות שהבורא הוא שלם בתכלית השלימות, וכל מה שהוא ברא את הבריאה, הוא בכדי לתת להנבראים כל טוב, כמו שכתוב (מד"ר בראשית) "שהקב"ה השיב להמלאכים, בשעה שרצה לברוא את האדם, שאמר, שזה דומה למלך, שיש מגדל מלא כל טוב ואין לו אורחים, מה הנאה דעביד". נמצא, שכל מה שברא, היה הכל בשביל שהנבראים יקבלו טוב ועונג, ושירגישו את השגחתו יתברך, שהיא השגחת טוב ועונג.

Wir sollten das in der Arbeit so interpretieren, dass Jakob Josef die Ordnung der Arbeit deutete. Wir können sehen, dass die Ordnung der Arbeit, die uns in der Tora und den Mizwot [Geboten/guten Taten] gegeben wurde, ebenso widersprüchlich zu sein scheint. Einerseits sehen wir, dass unsere Weisen sagten, der Grund für die Erschaffung der Welten sei Sein Verlangen gewesen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Das heißt, dass die Geschöpfe von Ihm Freude und Genuss empfangen sollten, da der Schöpfer in absoluter Vollkommenheit ist und der einzige Grund, warum Er die Schöpfung erschaffen hat, Sein Verlangen ist, den Geschöpfen zu geben, wie geschrieben steht ( Midrash Rabba, BeReshit): „Der Schöpfer antwortete den Engeln, als Er den Menschen erschaffen wollte. Er sagte, es sei wie bei einem König, der einen Turm voller Güter hat, aber er hat keine Gäste. Was für ein Genuss ist das?“ Daraus folgt, dass alles, was Er erschaffen hat, dazu diente, dass die Geschöpfe Freude und Genuss empfangen und Seine Führung als Genuss und gut empfinden.

4

Andererseits sehen wir etwas, das dem Schöpfungsziel geradewegs entgegensteht: Es geschah eine Einschränkung (Zimzum) und Verhüllung, sodass es verboten ist, zum eigenen Nutzen zu empfangen, sondern alles, was man empfängt, soll dem Nutzen des Schöpfers dienen. Daraus geht hervor, dass unsere Arbeit im Wesentlichen darin besteht, dass wir für Ihn arbeiten. So steht geschrieben: „Gepriesen sei Er, unser Gott, der uns zu Seiner Ehre erschaffen hat.“ Das heißt, die ganze Schöpfung dient nur Seiner Ehre und nicht den Geschöpfen. Und deshalb gab Er uns 613 Mizwot, die wir halten sollen.

ומצד ב', אנו רואים דבר, שהוא ממש להיפך ממטרת הבריאה, היינו, שנעשה צמצום והסתר, שאסור לקבל לתועלת עצמו, אלא כל מה שמקבלים יהיה לתועלת ה'. משמע מכאן, שעיקר עבודתנו הוא, שאנחנו נעבוד בשבילו. וזהו כמו שכתוב "ברוך הוא אלקינו, שבראנו לכבודו". היינו, שכל הבריאה היא רק לכבודו יתברך ולא בשביל הנבראים. ובגלל זה נתן לנו תרי"ג מצות, שנשמור אותם.

Auf der anderen Seite können wir etwas sehen, das dem Schöpfungszweck vollkommen entgegengesetzt ist, nämlich dass ein Zimzum [Einschränkung] und eine Verhüllung angebracht wurde, und es verboten ist, zum eigenen Nutzen zu empfangen. Vielmehr sollte alles, was wir empfangen, um des Schöpfers willen sein. Das bedeutet, dass unsere Hauptarbeit darin besteht, für Ihn zu arbeiten. Das ist die Bedeutung der Worte: „Gepriesen sei unser Gott, der uns zu Seiner Herrlichkeit erschaffen hat.“ Das heißt, die gesamte Schöpfung dient nur Seiner Herrlichkeit und nicht den Geschöpfen. Aus diesem Grund wurden uns 613 Gebote zum Einhalten gegeben.

5

Und so sagten die Weisen: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen“, sprach der Schöpfer. Das heißt: Der Mensch kann nicht zum Nutzen des Schöpfers arbeiten, weil der böse Trieb (Jezer haRa) ihn stört. Darum gab uns der Schöpfer 613 Mizwot, die in der Sprache des Heiligen Sohar613 Ejtin“ (das heißt Ratschläge) genannt werden und durch die wir zum Nutzen des Schöpfers arbeiten können. So scheint dies auf den ersten Blick dem Schöpfungsziel geradewegs entgegenzustehen, das ja darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

וכמו שאמרו חז"ל "בראתי יצר הרע בראתי תורה תבלין", אמר הקב"ה. היינו, שהאדם אינו יכול לעבוד עבור תועלת ה', מטעם שיצר הרע מפריעו. לכן נתן לנו ה' תרי"ג מצות, הנקרא בלשון הזה"ק "תרי"ג עיטין" (היינו עצות), שע"י נוכל לעבוד לתועלת ה'. נמצא לכאורה, שזהו ממש להיפך ממטרת הבריאה, שהיא להטיב לנבראיו.

Wie unsere Weisen sagten: „Ich habe den Bösen Trieb erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen“, sagte der Schöpfer. Mit anderen Worten: Der Mensch kann nicht zum Nutzen des Schöpfers arbeiten, denn der böse Trieb behindert ihn. Deshalb hat uns der Schöpfer 613 Gebote gegeben, die der Heilige Sohar „613 Eitin “ (d.h. Ratschläge) nennt, mit denen wir um des Schöpfers Willen arbeiten können.

6

Die Sache verhält sich so: Wir müssen glauben, was der heilige ARI sagt, und dies sind seine Worte: „Und als es in Seinem einfachen Willen aufstieg, die Welten zu erschaffen und die Emanationen zu emanieren, um die Vollkommenheit Seiner Werke ans Licht zu bringen.“ Im Or Pnimi zum „Talmud Esser haSefirot“ erklärt er gleich zu Beginn, dass „die Vollkommenheit Seiner Werke“ bedeutet: Das Gute und der Genuss, die nach Seinem Gedanken den Geschöpfen gegeben werden sollen, sollen vollkommen in ihnen sein, das heißt, dass sie beim Empfang des Guten und des Genusses keinerlei Scham empfinden. Das nennt man „die Vollkommenheit Seiner Werke“.

והענין הוא, שאנו צריכים להאמין במה שאומר האר"י הקדוש וזה לשונו, "וכאשר עלה ברצונו הפשוט לברוא העולמות, ולהאציל הנאצלים, להוציא לאור שלימות פעולותיו". ובאו"פ בתע"ס בתחילתו מבאר שם, שענין "שלימות פעולותיו" פירושו, שהטוב והעונג מה שיש במחשבתו יתברך לתת להנבראים, שתהיה בהם שלימות, היינו שלא ירגישו בחינת בושה בעת קבלת הטוב ועונג, זה נקרא "שלימות פעולותיו".

Daraus folgt, dass dies das vollkommene Gegenteil zum Schöpfungszweck – Seinen Geschöpfen Gutes zu tun – ist. Die Sache ist die, dass wir glauben müssen, was der ARI sagt: „Und als es in Seinem einfachen Willen aufstieg, die Welten zu erschaffen, die Emanationen auszustrahlen und die Vollkommenheit Seiner Werke ans Licht zu bringen.“ Am Anfang des Or Pnimi Kommentars zum Werk „Ez Chaim“ im “ Studium der zehn Sefirot ”, erklärt er, dass „Vollkommenheit Seiner Werke“ bedeutet, dass die Freude und der Genuss, die Er den Geschöpfen zu geben gedachte, in ihnen vollkommen sein soll, das heißt, dass sie keine Scham beim Empfangen des Guten und Genusses empfinden sollen. Dies wird „die Vollkommenheit Seiner Werke“ genannt.

7

Es zeigt sich: Die Einschränkung, die geschah – dass das Licht nur dann leuchtet, wenn die Geschöpfe alles um des Himmels willen tun, das heißt zum Nutzen des Schöpfers –, bewirkt einen Zustand, in dem sie Gutes und Genuss empfangen, ohne jede Scham. Das ist die Korrektur der Einschränkung: dass man alles um des Himmels willen tun muss und nicht zum eigenen Nutzen. Daraus folgt, dass alles, was wir zum Nutzen des Schöpfers arbeiten müssen, in Wahrheit nur unserem eigenen Nutzen dient, das heißt, dass wir dadurch Gutes und Genuss vollkommen empfangen können, ohne jede Unannehmlichkeit des „Brotes der Scham“ (Nahama deKisufa). Und das nennt man „die Vollkommenheit Seiner Werke ans Licht bringen“, nämlich dass das Werk, mit dem Er Seinen Geschöpfen Gutes tun will, vollkommen sei, wenn die Geschöpfe das Gute und den Genuss empfangen.

נמצא, שהצמצום שהיה, שאין האור מאיר אלא בזמן שהנבראים יעשו הכל לשם שמים, היינו לתועלת ה', אז תהיה מציאות, שיקבלו טוב ועונג, ולא תהיה שום בושה. וזהו תיקון של צמצום, שצריכים לעבוד הכל לשם שמים ולא לתועלת עצמו. נמצא לפי זה, כי כל מה שאנו צריכים לעבוד לתועלת ה', זהו רק לתועלת עצמנו, היינו, שע"י זה אנחנו נוכל לקבל את הטוב ועונג בשלימות, בלי שום אי נעימות של נהמא דכסופא. וזה נקרא "להוציא לאור שלימות פעולותיו", היינו הפעולה שהוא רוצה להטיב לנבראיו, שתהיה בשלימות, בעת שהנבראים יקבלו את הטוב ועונג.

Daraus folgt, dass der Zimzum , der stattgefunden hat, das Licht nur dann leuchten lässt, wenn die Geschöpfe alles um des Himmels willen tun, um dem Schöpfer zu nützen, und dann werden sie die Freude und den Genuss empfangen und es wird keine Scham geben: Das ist die Korrektur des Zimzum , bei der wir alles um des Schöpfers willen tun müssen und nicht um unseres eigenen willens. Deshalb ist der einzige Grund, warum wir um des Schöpfers willen arbeiten müssen, nur zu unserem eigenen Nutzen ist. Dadurch werden wir die vollkommene Freude und den Genuss ohne jede Unannehmlichkeit des Brotes der Scham empfangen. Das nennt man „die Vollkommenheit Seiner Werke ans Licht bringen“, was bedeutet, dass die Handlung, die Er ausführen möchte, um Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, vollkommen sein wird, wenn die Geschöpfe die Freude und den Genuss empfangen.

8

Daraus folgt, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen dem Schöpfungsziel, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun – das heißt, das Ziel ist, dass es den Geschöpfen gut gehe, und nicht etwa – Gott behüte –, dass der Schöpfer will, man arbeite für Ihn, sondern alles dient den Geschöpfen und nichts dem Nutzen des Schöpfers, denn Er hat keinen Mangel. Und mehr noch: Er wollte, dass es den Geschöpfen so sehr gut gehe, dass sie sich rundum wohlfühlen und beim Empfang des Guten und des Genusses keine Unannehmlichkeit spüren.

נמצא לפי זה, שאין שום סתירה בין מטרת הבריאה, שהיא להטיב לנבראיו, כלומר שהמטרה היא, שיהיה טוב להנבראים, ולא חס ושלום שהבורא רוצה שיעבדו בשבילו, אלא הכל בשביל הנבראים, ולא שום דבר לתועלת הבורא, כי אינו חס ושלום בעל חסרון. ועוד יותר מזה, הוא היה רוצה, שיהיה כל כך טוב להנבראים, עד שירגישו את עצמם בטוב, שלא ירגישו אי נעימות בעת קבלת הטוב ועונג.

Es besteht also kein Widerspruch zum Schöpfungszweck, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, was bedeutet, dass das Ziel ist, den Geschöpfen Gutes zu tun, und nicht, dass der Schöpfer will, dass sie für Ihn arbeiten. Vielmehr ist alles für die Geschöpfe und nicht im Geringsten für den Schöpfer, da Er keinen Mangel hat. Außerdem möchte Er, dass die Geschöpfe so glücklich sind, dass sie sich gut fühlen und nichts Unangenehmes empfinden, wenn sie das Gute und den Genuss empfangen.

9

Denn nach der Regel schämt sich jeder, der das Brot der Gnade isst. Der Schöpfer aber wollte sie vor dieser Scham bewahren, und darum schuf Er dafür eine Korrektur, „Einschränkung und Verhüllung“ genannt. Das heißt: Solange sie nicht die Korrektur besitzen, alles um des Himmels willen zu tun, können sie das Gute und den Genuss nicht empfangen, weil diese Verhüllung geschah. Denn wenn sie danach alles zum Nutzen des Schöpfers tun, dann zeigt sich, dass das Gute und der Genuss, die sie empfangen und genießen wollen, nur dem Nutzen des Schöpfers dienen; damit aber sind sie vor der Scham bewahrt, die einer empfindet, der seinen Unterhalt von anderen als unentgeltliches Geschenk erhält.

היות לפי הכלל, שכל מי שאוכל לחם חסד, הוא מתבייש, והבורא היה רוצה להציל אותם מבושה זו, לכן עשה בגלל זה תיקון, המכונה "צמצום והסתר", היינו, שכל זמן שאין להם התיקון, שעושים הכל לשם שמים, לא יוכלו לקבל את הטוב ועונג, מטעם שנעשה ההסתר הזה, בכדי אח"כ, כשעושים הכל לתועלת ה', אז נמצא, שהטוב ועונג מה שהם רוצים לקבל ולהנות, הוא רק לתועלת הבורא, ממילא הם ניצולים מבחינת הבושה, הנהוגה בהמקבל פרנסה מאחרים, בתור מתנת חינם.

Die Regel lautet: Wer das Brot der Scham isst, schämt sich. Der Schöpfer wollte sie vor dieser Scham bewahren; Er hat deshalb eine Korrektur vorgenommen, die „Zimzum und Verhüllung“ heißt: Solange sie nicht die Korrektur haben, alles um des Schöpfers willen zu tun, können sie die Freude und den Genuss nicht empfangen, denn diese Verhüllung wurde gemacht, damit sie später, wenn sie alles um des Schöpfers willen tun, die Freude und den Genuss, den sie nur um des Schöpfers willen empfangen und genießen, vor der Scham bewahrt werden, die bei jemandem vorhanden ist, der den Lebensunterhalt von anderen in Form eines kostenlose Geschenks empfängt.

10

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen dem Schöpfungsziel, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun – das heißt, zum Nutzen des Geschöpfs –, und der Korrektur der Schöpfung, derzufolge man alles zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss und nicht zum eigenen Nutzen; denn auch dies dient dem Nutzen der Geschöpfe. Es ist nicht etwa so, dass der Schöpfer braucht, dass man für Ihn arbeite und Ihm irgendetwas gebe, sondern alles dient dem Nutzen der Geschöpfe.

היוצא מהאמור הנ"ל, שאין שום סתירה בין מטרת הבריאה, שהיא להטיב לנבראיו, היינו לתועלת הנברא, לבין תיקון הבריאה, שצריכים לעבוד הכל לתועלת ה' ולא לתועלת עצמו, שזה הוא גם כן לתועלת הנבראים, ולא חס ושלום שהבורא צריך, שיעבדו בשבילו ולתת לו מה שהוא, אלא הכל לתועלת הנבראים.

Daraus folgt, dass es keinen Widerspruch zwischen dem Schöpfungszweck, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, also alles um der Geschöpfe willen besteht, und der Korrektur der Schöpfung gibt, dass wir alles um des Schöpfers willen tun müssen und nicht um unseres eigenen Willens, was ebenfalls zum Nutzen der Geschöpf ist und nicht, dass der Schöpfer es braucht, dass sie für Ihn arbeiten. Vielmehr ist alles für den Nutzen der Geschöpfe.

11

Mit dem Gesagten lässt sich nun erklären, was wir gefragt hatten: Warum sagte Jakob zu Josef, er solle ihm „wahrhaftige Gnade“ erweisen? Gemeint ist damit, dass Jakob die Ordnung der Arbeit darlegte, die vor uns liegt. Er deutete ihm die Ordnung der Korrektur der Schöpfung und die Sache des Schöpfungsziels an, die beide ein und dieselbe Absicht haben, nämlich den Nutzen der Geschöpfe.

ובהאמור יש לפרש מה ששאלנו, מדוע אמר יעקב ליוסף, שיעשה עמו "חסד של אמת". הכוונה כאן על ענין, שיעקב סידר סדר העבודה, שיש לפנינו לעשות כאן. והוא רמז לו את סדר של תיקון הבריאה וענין מטרת הבריאה, שהם שניהם כוונה אחת, היינו לתועלת הנבראים.

Jetzt können wir erklären, was wir gefragt haben: Warum sagte Jakob zu Josef, er solle für ihn „wahrhaftige Gnade“ tun. Das bezieht sich auf die Angelegenheit, dass Jakob die Ordnung der Arbeit festlegte, die wir hier tun müssen. Er deutete ihm die Ordnung der Korrektur der Schöpfung und die Angelegenheit des Schöpfungszwecks an, die beide eine einzige Absicht haben – zum Nutzen der Geschöpfe.

12

Darum begann er, ihm zu sagen, dass man die Arbeit auf dem Weg der „wahrhaftigen Gnade“ beginnen muss, das heißt ohne jede Gegenleistung, sondern alles soll nicht dem eigenen Nutzen dienen, sondern alles dem Nutzen des Schöpfers. So heißt es im Buch „Matan Tora“ (gleich zu Beginn): Auch das, was der Mensch zum Nutzen des Nächsten tut, muss aus dem Grund der Mizwa des Schöpfers geschehen, das heißt, alles, was der Mensch tut, muss dem Nutzen des Schöpfers dienen. Und dadurch ist er bei jeder Handlung, die er tut, an den Schöpfer angehaftet.

לכן התחיל לומר לו, שצריכים להתחיל בעבודה על דרך "חסד של אמת", היינו בלי שום תמורה, אלא הכל יהיה לא לתועלת עצמו, אלא הכל לתועלת ה', כמו שמובא בספר "מתן תורה" (בתחילתו), שענין מה שהאדם עובד לתועלת הזולת, צריך להיות גם כן מטעם מצות ה', היינו כל מה שהאדם עושה, צריך להיות לתועלת ה'. וממילא הוא דבוק, בכל מעשה שהוא עושה, עם ה'.

Deshalb begann er ihm zu sagen, dass wir die Arbeit in einer Art „wahrhaftiger Gnade“ beginnen müssen, das heißt ohne jegliche Gegenleistung, sondern alles soll nicht zum eigenen Nutzen, sondern alles zum Nutzen des Schöpfers sein, wie es im Buch Matan Tora (Die Gabe der Tora ) geschrieben steht, dass, wenn ein Mensch zum Nutzen anderer arbeitet, dies auch um des Gebots des Schöpfers willen geschehen soll, was bedeutet, dass alles, was ein Mensch tut, zum Nutzen des Schöpfers sein soll. Dann wird er in allem, was er tut, dem Schöpfer anhaften.

13

Danach deutete er ihm an, dass man deshalb zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss, damit daraus der eigene Nutzen erwachse. Das heißt: Wenn der Mensch wirklich zum Nutzen des Schöpfers arbeitet und nichts zum eigenen Nutzen will, dann gelangt er zu einer Stufe, auf der er dem Schöpfer etwas geben will, woran Er Genuss hat. Und dann sieht er, dass er dem Schöpfer nur auf eine Weise Genuss bereiten kann: indem er das Gute und den Genuss von Ihm annimmt, denn dazu hat Er die Schöpfung erschaffen. Darum will er dem Schöpfer Genuss bereiten. Und je mehr der Mensch sich an der Gabe des Königs erfreut, desto mehr Genuss hat sicherlich der König.

ואחר כך רמז לו, שזה שצריכים לעבוד לתועלת ה', הוא בכדי שיצמח מזה תועלת עצמו. כלומר, שאם באמת האדם עובד לתועלת ה', ואינו רוצה שום דבר לתועלת עצמו, אז הוא בא לידי דרגה, שהוא רוצה לתת משהו להבורא, שיהנה. ואז הוא רואה, שרק בדבר אחד הוא יכול להנות להבורא, בזה שיקח ממנו את הטוב ועונג, כי בגלל זה ברא את הבריאה. לכן הוא רוצה להנות את הבורא. ובטח מה שהאדם נהנה יותר ממתנת המלך, בטח שיש להמלך יותר תענוג.

Danach deutete er ihm an, dass das Arbeiten zum Nutzen des Schöpfers dazu dient, daraus eigenen Nutzen zu ziehen. Das bedeutet, dass ein Mensch, der wirklich um des Schöpfers willen arbeitet und nichts um seines eigenen Nutzens willen tut, auf eine Stufe kommt, auf der er dem Schöpfer etwas geben will, damit er sich freut. Dann kann er sehen, dass es nur eine Möglichkeit gibt, den Schöpfer zu erfreuen, indem er Freude und Genuss von ihm empfängt, denn dafür hat er die Schöpfung erschaffen. Deshalb will er dem Schöpfer Freude bereiten. Und je mehr ein Mensch das Geschenk des Königs genießt, desto mehr Genuss hat der König.

14

Es ist wie bei jemandem, der seinem Freund ein Geschenk gibt: Auf der Welt ist es so, dass der Freund umso mehr Genuss hat, je mehr der Beschenkte das Geschenk lobt, das er von ihm bekommen hat. Sagt der Beschenkte aber zu ihm: „Das Geschenk, das du mir gegeben hast, brauche ich gar nicht so sehr“, so hat der Freund daran sicher keinen Genuss, im Gegenteil. Je mehr also der Beschenkte das Geschenk als nötig empfindet, desto mehr Genuss hat der Schenkende. Und das drückt sich in dem Maß des Dankes aus, den der Empfänger dem Schenkenden gibt. Darum: Je mehr der Mensch sich bemüht, sich an dem Guten und dem Genuss zu erfreuen, den der Schöpfer ihm gegeben hat, desto mehr Wohlgefallen bereitet er sicher droben, dadurch dass der Untere mehr genießt.

כדוגמת, מי שנותן מתנה לחבירו, דרך העולם הוא, אם המקבל מתנה משבח את המתנה שקיבל מחבירו, חבירו יותר נהנה. ואם המקבל מתנה אומר לו, המתנה שנתת לי, אין לי כל כך צורך בה, בטח חבירו אינו נהנה מזה, אלא להיפך, עד כמה שהמקבל המתנה מרגיש בצורך המתנה, אז הנותן יותר נהנה. וזה מתבטא בשיעור התודה שנותן המקבל להנותן. לכן, עד כמה שהאדם משתדל להנות יותר מהטוב והעונג שהבורא נתן לו, בטח שיש יותר נחת רוח למעלה, מזה שהתחתון נהנה יותר.

Das ist vergleichbar mit jemandem, der seinem Freund ein Geschenk macht. Wenn der Empfänger des Geschenks das Geschenk, das er von seinem Freund empfangen hat, lobt, freut sich sein Freund normalerweise mehr. Wenn der Empfänger des Geschenks ihm aber sagt: „Ich brauche das Geschenk, das du mir gegeben hast, eigentlich gar nicht“, freut sich sein Freund nicht darüber. Im Gegenteil: Je mehr der Empfänger das Geschenk braucht, desto mehr erfreut sich der Gebende daran. Das drückt sich in dem Maß an Dankbarkeit aus, das der Empfänger dem Gebenden entgegenbringt. Deshalb gilt: Je mehr sich ein Mensch bemüht, das Gute und das Vergnügen zu genießen, welche ihm der Schöpfer geschenkt hat, desto sicherer ist es, dass es oben mehr Zufriedenheit gibt, da der Untere mehr Freude hat.

15

Nachdem nun Josef die Arbeit des Gebens ohne jede Gegenleistung auf sich genommen hatte, muss er das Gute und den Genuss bereits empfangen, für die Arbeit, die er um des Gebens willen verrichtet hat. Darum steht geschrieben, dass Jakob zu ihm sagte: „Und ich gebe dir einen Anteil mehr als deinen Brüdern.“ „Anteil“ meint einen Teil mehr als deine Brüder, wie Raschi erklärt: Weil du dich mühst, dich um mein Begräbnis zu kümmern. Das heißt: Da du es damals auf dich genommen hast, ohne jede Gegenleistung zu arbeiten, ist nun die Zeit gekommen, dass du den Lohn empfängst, nämlich den Anteil an Licht und Fülle, der sich an der Arbeit des Gebens offenbaren soll. Denn die Arbeit des Gebens diente im Wesentlichen nur diesem Zweck: dass man Gutes und Genuss empfangen kann, ohne Scham, so wie jene, die unentgeltliche Geschenke empfangen.

לכן לאחר שיוסף קיבל על עצמו את העבודה בעל מנת להשפיע בלי שום תמורה, אז כבר צריך לקבל את הטוב ועונג, על מה שעבד בעל מנת להשפיע. לכן כתוב, שיעקב אמר לו "ואני נתתי לך שכם אחד על אחיך". "שכם" נקרא חלק אחד יתירה על אחיך, כפירוש רש"י, לפי שאתה טורח להתעסק בקבורתי, היינו, היות שאז קבלת על עצמך לעבוד בלי שום תמורה, אם כן עתה הגיע הזמן, שאתה תקבל את התשלום, היינו חלק האור והשפע הצריך להתגלות על העבודה של בעל מנת להשפיע. כי עיקר העבודה בעל מנת להשפיע, היה רק לצורך זה, שיוכלו לקבל טוב ועונג בלי בושה, כדרך מקבלי מתנות בחינם.

Deshalb muss Josef, nachdem er sich verpflichtet hatte, ohne Gegenleistung zu arbeiten, das Gute und den Genuss für das, was er gearbeitet hat, um zu geben, empfangen. Daher steht geschrieben, dass Jakob zu ihm sagte: „Und ich habe dir einen Teil [ Schechem ] mehr als deinen Brüdern gegeben“. „Einen Teil mehr“ wird als ein zusätzlicher Teil über deine Brüder bezeichnet, wie RASHI erklärt, weil du dich mit meiner Beerdigung beschäftigst, das heißt, da du damals die Verpflichtung übernommen hast, ohne Gegenleistung zu arbeiten, ist es jetzt an der Zeit, dass du die Bezahlung erhältst, das heißt, der Teil des Lichts und der Fülle, welche sich durch die Arbeit, um zu geben, offenbaren soll. Denn der Hauptzweck der Arbeit, um zu geben, diente einzig und alleine zu diesem Zweck, dass sie das Gute und den Genuss ohne Scham empfangen können, wie diejenigen, die Geschenke umsonst erhalten.

16

Was nun den Ausdruck „einen Anteil“ betrifft, so lässt er sich auf dem Weg auslegen, wie mein Vater und Lehrer, seligen Andenkens, zu dem deutete, was bei König Saul geschrieben steht: Er war „von seiner Schulter aufwärts höher als das ganze Volk“ (1. Samuel 9). Im körperlichen Sinn bedeutet das, dass er um einen Kopf höher war als das ganze Volk, das heißt, sein Kopf ragte über das ganze Volk hinaus. Er aber sagte: Im Spirituellen teilen sich die Stufen in Rosh (Kopf) und Guf (Körper). „Körper“ nennt man die Stufe, die noch keine Vollkommenheit besitzt, und „Kopf“ die Stufe, die bereits Vollkommenheit besitzt.

וענין מה שכתב לשון "שכם אחד", יש לפרש על דרך שפירש אאמו"ר זצ"ל, על מה שכתוב אצל שאול המלך, שהיה, "משכמו ומעלה גבוה מכל העם" (שמואל א' ט'), שהפירוש הגשמי הוא, שהוא היה גבוה מכל העם עם ראש, כלומר, שהראש שלו היה גבוה מכל העם. ואמר, כי ברוחניות מתחלקים המדרגות לראש וגוף, ש"גוף" נקרא, שעדיין אין בו שלימות, ו"ראש" נקרא, שכבר יש לו שלימות.

Das Wort „ein Schechem “ sollten wir so auslegen, wie Baal HaSulam es interpretiert hat, was über König Saul geschrieben steht, der „von seinem Schechem [seiner Schulter] und aufwärts höher war als das ganze Volk“ (1 Samuel 9). Die materielle Bedeutung davon, dass er um einen Kopf größer war als der Rest des Volkes, ist, dass sein Kopf höher war als der des ganzen Volkes. Er deutete es so, dass sich im Spirituellen die Stufen in Rosh [Kopf] und Guf [Körper] aufteilen. Guf bedeutet, dass in ihm noch keine Vollkommenheit ist, und Rosh bedeutet, dass er bereits Vollkommenheit hat.

17

Die Sache der Vollkommenheit lässt sich so auslegen, dass man bereits die Stufe der Korrektur der Schöpfung erlangt hat, die Gefäße des Gebens genannt wird. Das heißt: In den Handlungen der Gefäße des Gebens kann er bereits auf das Geben ausgerichtet sein, und das nennt man, dass er das Licht von Chassadim erlangt hat, das sich in die Gefäße des Gebens kleidet. Ebenso hat er bereits das Schöpfungsziel erlangt, das heißt, er kann bereits die Gefäße des Empfangens um des Gebens willen gebrauchen, und das nennt man, dass er bereits das Licht von Chochma erlangt hat.

שענין שלימות יש לפרש, שכבר זכה לבחינת תיקון הבריאה, המכונה כלים דהשפעה. זאת אומרת, במעשים של כלים דהשפעה, הוא כבר יכול לכוון בעל מנת להשפיע, שזה נקרא שהוא זכה לאור דחסדים, המתלבש בכלים דהשפעה. וכמו כן כבר זכה למטרת הבריאה, היינו שהוא כבר יכול לשמש עם הכלים דקבלה בעל מנת להשפיע, שזה מכונה, שכבר זכה לאור החכמה.

Wir sollten dies so auslegen, dass Vollkommenheit bedeutet, dass er bereits mit der Korrektur der Schöpfung, den sogenannten „Gefäßen des Gebens“, belohnt wurde. Das bedeutet, dass er mit den Taten der Gefäße des Gebens bereits auf das Geben ausgerichtet sein kann. Das heißt, dass er mit dem Licht von Chassadim [Barmherzigkeit] belohnt wurde, das sich in Gefäße des Gebens kleidet. Er ist auch mit dem Schöpfungszweck belohnt worden, das heißt, er kann die Gefäße des Empfangens nutzen, um zu geben. Das heißt, er wurde mit dem Licht von Chochma belohnt.

18

Es zeigt sich, dass „von seiner Schulter aufwärts“ bedeutet, dass er bereits die Stufe der Vollkommenheit erlangt hat, die Stufe des Kopfes genannt wird. Auf diesem Weg lässt sich auslegen, was Jakob zu Josef sagte: „Und ich gebe dir einen Anteil mehr als deinen Brüdern“, nämlich, wie oben gesagt: Dadurch, dass er seine Arbeit auf der Stufe der wahrhaftigen Gnade auf sich nahm, das heißt ohne Lohn, erlangte er danach die Vollkommenheit, die Gefäße des Empfangens um des Gebens willen zu gebrauchen. Das heißt, er erlangte zwei Dinge auf einmal:

נמצא, ש"משכמו ולמעלה", הכוונה היא, שכבר זכה לבחינת שלימות, הנקראת בחינת ראש. ועל דרך זה יש לפרש, מה שיעקב אמר ליוסף "ואני נתתי לך שכם אחד על אחיך", היינו כנ"ל, שע"י זה שקיבל את עבודתו בבחינת חסד של אמת, היינו בלי תשלום, זכה אח"כ להשלימות להשתמש עם כלים דקבלה על מנת להשפיע, היינו שזכה לב' דברים ביחד:

Daraus folgt, dass „von seiner Schulter und aufwärts“ bedeutet, dass er mit der Vollkommenheit, Rosh genannt, belohnt wurde. Ähnlich sollten wir es auslegen, was Jakob zu Josef sagte: „Und ich gebe dir einen Schechem mehr als deinen Brüdern.“ Das heißt, indem er seine Arbeit als wahrhaftige Gnade, also ohne Bezahlung, annahm, wurde er später mit der Vollkommenheit belohnt, die Gefäße des Empfangens zu benutzen, um zu geben. Mit anderen Worten, er wurde mit zwei Dingen gleichzeitig belohnt:

19

1) die Korrektur der Schöpfung,

א. הוא תיקון הבריאה,

1.) mit der Korrektur der Schöpfung,

20

2) das Schöpfungsziel.

ב. הוא מטרת הבריאה.

2.) mit dem Schöpfungszweck.

21

Mit dem Gesagten lässt sich nun erklären, was im Lied der Sabbatnacht steht: „Jeder, der den siebten Tag heiligt, dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Tun.“ Das gilt es zu verstehen: Was ist das Neue daran, dass es heißt „dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Tun“? In der körperlichen Welt ist es doch ebenso üblich, dass jeder Arbeiter Lohn empfängt, je nachdem, wie lange er gearbeitet hat. Was also ist das Neue, das uns mitgeteilt werden soll, dass er Lohn nach seinem Tun empfängt? Und schwerer noch ist Folgendes: Man muss doch arbeiten, ohne auf Lohn zu zielen, sondern um des Himmels willen, das heißt zum Nutzen des Schöpfers und nicht zum eigenen Nutzen. Was also bedeutet „dessen Lohn ist sehr groß“?

ובהאמור יש לפרש מה שכתוב בשיר של ליל שבת "כל מקדש שביעי, שכרו הרבה מאוד, על פי פעלו". ויש להבין, מהו החידוש, שאומר "שכרו הרבה מאוד, על פי פעלו". הלא גם בעולם הגשמי נוהג כן, שכל פועל מקבל שכר, לפי כמה זמן שעבד, כך הוא מקבל שכר. אם כן מהו החידוש שבא להשמיענו, שמקבל שכר לפי פעלו. ועוד יותר מזה קשה, הלא צריכים לעבוד שלא על מנת לקבל שכר, אלא לשם שמים, היינו לתועלת ה' ולא לתועלת עצמו. אם כן, מה הפירוש "שכרו הרבה מאוד".

Nach dem oben Gesagten sollten wir auslegen, was im Shabbat -Lied geschrieben steht: „Wer den Siebten heiligt, dessen Belohnung ist groß, je nach seiner Arbeit.“ Wir sollten verstehen, was das Neue daran ist, zu sagen: „Seine Belohnung ist groß, je nach seiner Arbeit.“ Das gilt doch auch in der irdischen Welt, dass jeder Arbeiter einen Lohn empfängt, der der Zeit entspricht, die er gearbeitet hat. Woher kommt also die Neuheit, dass er uns sagen will, dass er eine Belohnung je nach seiner Arbeit empfängt? Noch verwirrender ist, dass wir nicht arbeiten sollten, um Belohnung zu empfangen, sondern um des Himmels willen, das heißt, um des Schöpfers willen, und nicht um unserer selbst willen. Also, was bedeutet „sein Lohn ist sehr groß“?

22

Vielmehr ist es, wie oben gesagt: Nachdem der Mensch an den sechs Werktagen an der Korrektur der Schöpfung gearbeitet hat – also um des Gebens willen und nicht zum eigenen Nutzen –, zeigt sich, dass er gearbeitet hat, ohne irgendeine Gegenleistung zu empfangen, sondern allein um des Himmels willen. In demselben Maß nun, in dem er gearbeitet hat, ohne Lohn zu empfangen, empfängt er, wenn der Sabbat kommt – der die Stufe „Vorgeschmack der kommenden Welt“ ist und das Endziel von Himmel und Erde –, seinen Lohn. Das heißt, er gebraucht die Gefäße des Empfangens und genießt das Gute und den Genuss, was die Stufe des Schöpfungsziels ist. Denn nun kann er bereits alles um des Gebens willen empfangen.

אלא כנ"ל, היינו לאחר שהאדם עבד בששת ימי המעשה בתיקון הבריאה, שהוא בעל מנת להשפיע ולא לתועלת עצמו, נמצא, שעבד בשלא לקבל שום תמורה, אלא היה רק לשם שמים, נמצא, בשיעור הזה, שעבד שלא לקבל שכר, לכן, כשבאה שבת, שהיא בחינת "מעין עולם הבא", שהיא תכלית שמים וארץ, הוא מקבל שכר, היינו שמשמש בכלים דקבלה, ונהנה מהטוב ועונג, שהוא בחינת מטרת הבריאה. כי עתה הוא כבר יכול לקבל הכל בעל מנת להשפיע.

Wie oben erwähnt, nachdem der Mensch an den sechs Werktagen an der Korrektur der Schöpfung gearbeitet hat, das heißt zum Zwecke des Gebens und nicht zum eigenen Nutzen, und somit ohne irgendeine Gegenleistung gearbeitet hat, also einzig und alleine im Namen des Himmels, ergibt sich, dass in diesem Maße, in dem er gearbeitet hat, ohne Lohn zu empfangen, er am Shabbat , der als „Vorgeschmack auf die kommende Welt“ betrachtet wird und der Zweck von Himmel und Erde ist, seinen Lohn empfängt, das heißt, dass er mit den Gefäßen des Empfangens dient und das Gute und den Genuss genießt, was das Ziel der Schöpfung ist. Denn nun kann er alles in der Absicht des Gebens empfangen.

23

Es zeigt sich, wie oben gesagt: Wenn er nicht genießt, so gleicht das einem Hausherrn, der einem Gast zu essen gibt und sich gemüht hat, einen Turm voller Güter für den Gast bereitzustellen. Sagt nun der Gast zum Hausherrn: „Ich habe an deinem Mahl keinerlei Genuss gehabt“, welches Wohlgefallen hat der Hausherr daran? Vielmehr: Je mehr der Gast das Mahl genießt, desto mehr Wohlgefallen hat der Hausherr.

נמצא כנ"ל, שאם הוא לא נהנה, זה דומה, שבעל הבית נותן לאכול לאורח, והשתדל לעשות מגדל מלא כל טוב עבור האורח, ואז, אם האורח אומר לבעל הבית, לא נהניתי שום הנאה מהסעודה שלך, איזה נחת רוח יש לבעל הבית. אלא עד כמה שהאורח נהנה יותר מהסעודה, אז יש לבעל הבית יותר נחת רוח.

Wenn er nicht genießt, ist es so, als ob der Gastgeber einem Gast Essen gibt und sich bemüht hat, einen Turm voller Reichtümer für den Gast zu machen. Wenn aber der Gast zum Gastgeber sagt: „Ich hatte keinen Genuss an deinem Essen“, welche Zufriedenheit hat dann der Gastgeber? Je mehr der Gast also das Essen genießt, desto zufriedener ist der Gastgeber.

24

Und so sagten die Weisen (Berachot 58), und dies sind ihre Worte: „Ein guter Gast, was sagt er? Wie viele Mühen hat sich der Hausherr meinetwegen gemacht, und alles, was er sich gemüht hat, hat er sich nur meinetwegen gemüht. Ein schlechter Gast aber, was sagt er? Welche Mühe hat sich der Hausherr schon gemacht – er tat es ja nur für seine Frau und seine Kinder.“

וזה הוא כמו שאמרו חז"ל (ברכות נ"ח) וזה לשונו, "אורח טוב, מהו אומר, כמה טרחות טרח בעל הבית בשבילי, וכל מה שטרח, לא טרח אלא בשבילי. אבל אורח רע, מהו אומר, מה טורח טרח בעל הבית, אלא בשביל אשתו ובניו".

Und das ist, was unsere Weisen auslegten ( Berachot 58): „Ein guter Gast, was sagt er? ‚Welche Mühe hat sich der Gastgeber für mich gemacht! Und alles, worum er sich bemüht hat, hat er nur für mich unternommen.‘ Aber ein böser Gast, was sagt er? ‚Die Mühen des Gastgebers hat er nur für seine Frau und seine Kinder auf sich genommen.'“

25

Das lässt sich nun auf Fragen der Arbeit auslegen: Was ist ein „guter Gast“ und was ein „schlechter Gast“? Solange der Mensch sein Böses noch nicht korrigiert hat – nämlich das Verlangen, zum eigenen Nutzen zu empfangen – und unter der Herrschaft des Bösen steht, sagt er: Dass der Schöpfer uns gegeben hat, Tora und Mizwot zu erfüllen, geschah, weil Er unsere Arbeit braucht; darum befahl Er uns, Tora und Mizwot zu erfüllen. Und als Gegenleistung dafür wird Er uns Lohn zahlen, das heißt, Er erschuf die Welt nicht, um Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, sondern – so sagen sie – Er erschuf die Welt zu Seinem eigenen Nutzen, Gott behüte.

ויש לפרש, מהו "אורח טוב ואורח רע", בעניני עבודה. הנה כשהאדם עדיין לא תיקן את הרע שלו, היינו הרצון לקבל לתועלת עצמו, והוא נמצא תחת שליטת הרע, לכן הוא אומר, זה שהבורא נתן לנו לקיים תורה ומצות, הוא, היות שהוא צריך את עבודתינו, לכן ציווה לנו לקיים תו"מ. ותמורת זה הוא ישלם לנו שכר, היינו שברא את העולם, לא מטעם להטיב לנבראיו, אלא שהם אומרים, שברא את העולם לתועלת עצמו חס ושלום.

Wir sollten interpretieren, was ein guter Gast und ein böser Gast in der Arbeit sind. Wenn der Mensch sein Böses, also seinen Willen, für sich selbst zu empfangen, nicht korrigiert hat, steht er unter der Herrschaft des Bösen. Deshalb sagt er: „Die Tatsache, dass der Schöpfer uns das Tora und Mizwot zum Einhalten gegeben hat, ist, weil Er unsere Arbeit braucht. Deshalb hat er uns das Einhalten von Tora und Mizwot befohlen. Dafür wird Er uns entlohnen.“ Das heißt, Er hat die Welt nicht erschaffen, um seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Vielmehr sagt der Mensch, dass der Schöpfer die Welt um seiner selbst willen erschaffen hat.

26

Vielmehr will Er, dass wir für Ihn arbeiten, und als Gegenleistung dafür wird Er uns bezahlen. Da sagt der schlechte Gast bisweilen: Ich will nicht bei Ihm arbeiten, das heißt, Seine Tora und Mizwot erfüllen, und ich verzichte auf den Lohn. Und er sagt: Weder das eine – nämlich die Arbeit an Tora und Mizwot – noch ihren Lohn, den Lohn von Tora und Mizwot. Das heißt: Diese Arbeit, die der Schöpfer uns befohlen hat, ist als Gegenleistung diesen Lohn nicht wert.

אלא, שהוא רוצה שאנחנו נעבוד בשבילו, ותמורת זו הוא ישלם לנו. אז יש לפעמים שהאורח רע אומר, אני לא רוצה לעבוד אצלו, היינו לקיים את התו"מ שלו, ואני מוחל לו את השכר, ואומר, לא הן, היינו עבודה בתו"מ, ולא שכרן, של תו"מ. כלומר העבודה הזו, מה שהבורא ציווה לנו, השכר הזה לא משתלם תמורת עבודה.

Im Gegensatz dazu will der Schöpfer, dass wir für Ihn arbeiten, und als Gegenleistung wird Er uns dafür belohnen. Deshalb sagt der böse Gast manchmal: „Ich will nicht für Ihn arbeiten, d.h. Seine Tora und Mizwot befolgen, und ich verzichte auf die Belohnung.“ Er sagt: „Weder sie“, d.h. weder die Arbeit in der Tora und den Mizwot , „noch ihre Belohnung“ von Tora und Mizwot . Mit anderen Worten: Diese Arbeit, die der Schöpfer uns befohlen hat – diese Belohnung für die Arbeit lohnt sich nicht.

27

Ein „guter Gast“ hingegen ist in der Arbeit der Mensch, der das Böse bereits korrigiert hat und schon Gefäße des Gebens besitzt; danach gelangt er zur Stufe des Schöpfungsziels, das heißt, er empfängt das Gute und den Genuss, weil er das Böse bereits korrigiert hat. Dann sagt er, dass alles, was der Hausherr sich gemüht hat, mir zugute geschieht, und nicht etwa, dass der Schöpfer der Bedürftige wäre und wir für Ihn arbeiten müssten.

ו"אורח טוב", בעבודה, הוא, היינו, האדם שכבר תיקן את הרע, וכבר יש לו כלים דהשפעה, ואח"כ הוא זוכה לבחינת מטרת הבריאה, היינו שמקבל את הטוב ועונג, מסיבת שכבר תיקן את הרע, אז הוא אומר, שכל מה שטרח בעל הבית, הוא לטובתי, ולא חס ושלום שהבורא הוא הנצרך, שאנחנו נעבוד בשבילו חס ושלום.

Ein guter Gast in der Arbeit ist hingegen einer, der das Böse bereits korrigiert hat und Gefäße des Gebens hat, wird mit dem Schöpfungszweck belohnt, das heißt, er empfängt die Freude und den Genuss, denn er hat das Böse bereits korrigiert. Dann sagt er: „Alles, was der Gastgeber an Mühen hatte, war für mich“, und nicht, dass der Schöpfer der Bedürftige ist und wir für ihn arbeiten sollen. Vielmehr ist die Arbeit für den Schöpfer zu unserem Wohl, damit wir die Freude und den Genuss empfangen können und uns nicht schämen müssen, wenn wir das Gute empfangen.

28

Vielmehr ist es zu unserem eigenen Wohl, dass wir für Ihn arbeiten, das heißt, dass wir das Gute und den Genuss empfangen können und beim Empfang des Guten keine Scham empfinden. Anders der „schlechte Gast“, das heißt der Mensch, der noch unter der Herrschaft seines Bösen liegt, der um des Empfangens willen empfängt: Er sagt das genaue Gegenteil, dass der Schöpfer alles für Sich getan hat und nicht zum Nutzen der Geschöpfe.

אלא בזה שאנחנו נעבוד בשבילו, הוא לטובתינו, היינו, שנוכל לקבל את הטוב ועונג, ושלא תהיה לנו בחינת בושה בעת קבלת הטוב. מה שאין כן "אורח רע", היינו אדם שעדיין מונח תחת שליטת הרע שלו, שהוא המקבל בעל מנת לקבל, אומר ממש ההיפך, שהכל (ה') עשה בשבילו, ולא לתועלת הנבראים.

Aber ein böser Gast, der noch unter der Herrschaft seines Bösen steht – was der Empfänger ist, um [für sich selbst] zu empfangen, sagt das vollkommene Gegenteil, dass der Schöpfer alles für sich selbst getan hat, und nicht um der Geschöpfe willen.

29

Mit dem Gesagten lässt sich nun „Gnade und Wahrheit“ auslegen, die zwei Dinge sind:

ובהאמור יש לפרש "חסד ואמת", שהם ב' דברים:

Nach dem oben Gesagten sollten wir Gnade [ Chessed ] und Wahrheit als zwei Dinge auslegen:

30

1) „Gnade“, was bedeutet: alles nicht zum eigenen Nutzen zu tun, sondern alles um des Himmels willen,

א. הוא "חסד", שפירושו, לעשות הכל לא לתועלת עצמו, אלא הכל לשם שמים,

1.) Chessed bedeutet, dass man alles nicht um seiner selbst willen tut, sondern einzig und alleine um seines Schöpfers willen.

31

2) „und Wahrheit“, denn dann wird man gewürdigt, die Wahrheit zu sehen: dass der Grund für die Erschaffung der Welten samt all den Korrekturen einzig dem Nutzen der Geschöpfe dient, damit sie Gutes und Genuss empfangen. Anders aber, bevor man die Stufe der Gnade erlangt hat, ist die Wahrheit noch nicht offenbar, dass die Erschaffung der Welt aus dem Grund geschah, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

ב. הוא "ואמת", שאז זוכים לראות את האמת, שסיבת בריאת העולמות עם כל התיקונים, היא רק לתועלת הנבראים, שיקבלו טוב ועונג. מה שאין כן, מטרם שזכו לבחינת חסד, עוד לא מגולה את האמת, שבריאת העולם היתה מטעם להטיב לנבראיו.

2.) „Wahrheit“ bedeutet, dass wir dann damit belohnt werden, die Wahrheit zu sehen, dass der Grund für die Schöpfung der Welten mit all ihren Korrekturen einzig und alleine um der Geschöpfe willen ist, damit sie das Gute und den Genuss empfangen. Doch bevor sie mit Chessed belohnt werden, wird die Wahrheit nicht offenbart – dass die Schöpfung der Welt dazu diente, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

Was ist ‚wahrhaftige Gnade‘ in der Arbeit?

Zu dem Vers, in dem Jakob zu Josef sagt: „Erweise mir Gnade und Wahrheit“, erklärt Raschi: Gnade, die man an den Toten erweist, ist wahrhaftige Gnade, denn sie erwartet keine Gegenleistung. Das bedeutet, dass Jakob ihn um die Wohltat bat: „Begrabe mich doch nicht in Ägypten“, und bat, dass er dies als wahrhaftige Gnade tue, ohne Lohn. Das gilt es zu verstehen, denn die Vernunft verlangt doch: Hätte er ihm für die Mühe einen Lohn gezahlt, wäre er gewiss sicherer gewesen, dass jener es ihm tut; so ist es ja in der Welt üblich, dass man, wenn man eine Sache in voller Vollendung ausgeführt haben will, einen höheren Lohn zahlt. Warum also wählte er den anderen Weg, dass jener die Arbeit ganz ohne Lohn verrichte?

Noch schwerer zu verstehen sind Raschis Worte zu dem Vers: „Und ich gebe dir einen Anteil mehr als deinen Brüdern“ (Wochenabschnitt WaJechi, dritter Abschnitt). Raschi erklärt „Und ich gebe dir“: Weil du dich mühst, dich um mein Begräbnis zu kümmern; „einen Anteil mehr als deinen Brüdern“ – *Schechem* im wörtlichen Sinn die Schulter, gemeint aber ein Anteil mehr als deine Brüder. Das aber steht im Widerspruch zur wahrhaftigen Gnade, die ja ohne jeden Lohn sein soll. Hier nun gibt er ihm einen Lohn, nämlich „einen Anteil“, also einen Teil mehr als seine Brüder.

Das alles lässt sich auf dem Weg der Arbeit auslegen, denn Jakob deutete Josef die Ordnung der Arbeit an. Wir sehen ja, dass die Ordnung der Arbeit, die uns in Tora und Mizwot gegeben ist, auf den ersten Blick ebenfalls widersprüchlich erscheint. Denn einerseits sehen wir, dass die Weisen sagten, der Grund für die Erschaffung der Welt ist Sein Wunsch, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, das heißt, dass die Geschöpfe von Ihm Gutes und Genuss empfangen. Denn der Schöpfer ist von äußerster Vollkommenheit, und alles, was Er an der Schöpfung schuf, schuf Er, um den Geschöpfen alles Gute zu geben. So steht geschrieben (Midrasch Rabba, 1. Mose): „Der Schöpfer antwortete den Engeln, als Er den Menschen erschaffen wollte, und sagte, dies gleiche einem König, der einen Turm voller Güter hat, aber keine Gäste – welchen Genuss hat er davon?“ Es zeigt sich also: Alles, was Er schuf, schuf Er nur, damit die Geschöpfe Gutes und Genuss empfangen und Seine Vorsehung spüren, die eine Vorsehung des Guten und des Genusses ist.

Andererseits sehen wir etwas, das dem Schöpfungsziel geradewegs entgegensteht: Es geschah eine Einschränkung (Zimzum) und Verhüllung, sodass es verboten ist, zum eigenen Nutzen zu empfangen, sondern alles, was man empfängt, soll dem Nutzen des Schöpfers dienen. Daraus geht hervor, dass unsere Arbeit im Wesentlichen darin besteht, dass wir für Ihn arbeiten. So steht geschrieben: „Gepriesen sei Er, unser Gott, der uns zu Seiner Ehre erschaffen hat.“ Das heißt, die ganze Schöpfung dient nur Seiner Ehre und nicht den Geschöpfen. Und deshalb gab Er uns 613 Mizwot, die wir halten sollen.

Und so sagten die Weisen: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen“, sprach der Schöpfer. Das heißt: Der Mensch kann nicht zum Nutzen des Schöpfers arbeiten, weil der böse Trieb (Jezer haRa) ihn stört. Darum gab uns der Schöpfer 613 Mizwot, die in der Sprache des Heiligen Sohar613 Ejtin“ (das heißt Ratschläge) genannt werden und durch die wir zum Nutzen des Schöpfers arbeiten können. So scheint dies auf den ersten Blick dem Schöpfungsziel geradewegs entgegenzustehen, das ja darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

Die Sache verhält sich so: Wir müssen glauben, was der heilige ARI sagt, und dies sind seine Worte: „Und als es in Seinem einfachen Willen aufstieg, die Welten zu erschaffen und die Emanationen zu emanieren, um die Vollkommenheit Seiner Werke ans Licht zu bringen.“ Im Or Pnimi zum „Talmud Esser haSefirot“ erklärt er gleich zu Beginn, dass „die Vollkommenheit Seiner Werke“ bedeutet: Das Gute und der Genuss, die nach Seinem Gedanken den Geschöpfen gegeben werden sollen, sollen vollkommen in ihnen sein, das heißt, dass sie beim Empfang des Guten und des Genusses keinerlei Scham empfinden. Das nennt man „die Vollkommenheit Seiner Werke“.

Es zeigt sich: Die Einschränkung, die geschah – dass das Licht nur dann leuchtet, wenn die Geschöpfe alles um des Himmels willen tun, das heißt zum Nutzen des Schöpfers –, bewirkt einen Zustand, in dem sie Gutes und Genuss empfangen, ohne jede Scham. Das ist die Korrektur der Einschränkung: dass man alles um des Himmels willen tun muss und nicht zum eigenen Nutzen. Daraus folgt, dass alles, was wir zum Nutzen des Schöpfers arbeiten müssen, in Wahrheit nur unserem eigenen Nutzen dient, das heißt, dass wir dadurch Gutes und Genuss vollkommen empfangen können, ohne jede Unannehmlichkeit des „Brotes der Scham“ (Nahama deKisufa). Und das nennt man „die Vollkommenheit Seiner Werke ans Licht bringen“, nämlich dass das Werk, mit dem Er Seinen Geschöpfen Gutes tun will, vollkommen sei, wenn die Geschöpfe das Gute und den Genuss empfangen.

Daraus folgt, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen dem Schöpfungsziel, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun – das heißt, das Ziel ist, dass es den Geschöpfen gut gehe, und nicht etwa – Gott behüte –, dass der Schöpfer will, man arbeite für Ihn, sondern alles dient den Geschöpfen und nichts dem Nutzen des Schöpfers, denn Er hat keinen Mangel. Und mehr noch: Er wollte, dass es den Geschöpfen so sehr gut gehe, dass sie sich rundum wohlfühlen und beim Empfang des Guten und des Genusses keine Unannehmlichkeit spüren.

Denn nach der Regel schämt sich jeder, der das Brot der Gnade isst. Der Schöpfer aber wollte sie vor dieser Scham bewahren, und darum schuf Er dafür eine Korrektur, „Einschränkung und Verhüllung“ genannt. Das heißt: Solange sie nicht die Korrektur besitzen, alles um des Himmels willen zu tun, können sie das Gute und den Genuss nicht empfangen, weil diese Verhüllung geschah. Denn wenn sie danach alles zum Nutzen des Schöpfers tun, dann zeigt sich, dass das Gute und der Genuss, die sie empfangen und genießen wollen, nur dem Nutzen des Schöpfers dienen; damit aber sind sie vor der Scham bewahrt, die einer empfindet, der seinen Unterhalt von anderen als unentgeltliches Geschenk erhält.

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass es keinen Widerspruch gibt zwischen dem Schöpfungsziel, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun – das heißt, zum Nutzen des Geschöpfs –, und der Korrektur der Schöpfung, derzufolge man alles zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss und nicht zum eigenen Nutzen; denn auch dies dient dem Nutzen der Geschöpfe. Es ist nicht etwa so, dass der Schöpfer braucht, dass man für Ihn arbeite und Ihm irgendetwas gebe, sondern alles dient dem Nutzen der Geschöpfe.

Mit dem Gesagten lässt sich nun erklären, was wir gefragt hatten: Warum sagte Jakob zu Josef, er solle ihm „wahrhaftige Gnade“ erweisen? Gemeint ist damit, dass Jakob die Ordnung der Arbeit darlegte, die vor uns liegt. Er deutete ihm die Ordnung der Korrektur der Schöpfung und die Sache des Schöpfungsziels an, die beide ein und dieselbe Absicht haben, nämlich den Nutzen der Geschöpfe.

Darum begann er, ihm zu sagen, dass man die Arbeit auf dem Weg der „wahrhaftigen Gnade“ beginnen muss, das heißt ohne jede Gegenleistung, sondern alles soll nicht dem eigenen Nutzen dienen, sondern alles dem Nutzen des Schöpfers. So heißt es im Buch „Matan Tora“ (gleich zu Beginn): Auch das, was der Mensch zum Nutzen des Nächsten tut, muss aus dem Grund der Mizwa des Schöpfers geschehen, das heißt, alles, was der Mensch tut, muss dem Nutzen des Schöpfers dienen. Und dadurch ist er bei jeder Handlung, die er tut, an den Schöpfer angehaftet.

Danach deutete er ihm an, dass man deshalb zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss, damit daraus der eigene Nutzen erwachse. Das heißt: Wenn der Mensch wirklich zum Nutzen des Schöpfers arbeitet und nichts zum eigenen Nutzen will, dann gelangt er zu einer Stufe, auf der er dem Schöpfer etwas geben will, woran Er Genuss hat. Und dann sieht er, dass er dem Schöpfer nur auf eine Weise Genuss bereiten kann: indem er das Gute und den Genuss von Ihm annimmt, denn dazu hat Er die Schöpfung erschaffen. Darum will er dem Schöpfer Genuss bereiten. Und je mehr der Mensch sich an der Gabe des Königs erfreut, desto mehr Genuss hat sicherlich der König.

Es ist wie bei jemandem, der seinem Freund ein Geschenk gibt: Auf der Welt ist es so, dass der Freund umso mehr Genuss hat, je mehr der Beschenkte das Geschenk lobt, das er von ihm bekommen hat. Sagt der Beschenkte aber zu ihm: „Das Geschenk, das du mir gegeben hast, brauche ich gar nicht so sehr“, so hat der Freund daran sicher keinen Genuss, im Gegenteil. Je mehr also der Beschenkte das Geschenk als nötig empfindet, desto mehr Genuss hat der Schenkende. Und das drückt sich in dem Maß des Dankes aus, den der Empfänger dem Schenkenden gibt. Darum: Je mehr der Mensch sich bemüht, sich an dem Guten und dem Genuss zu erfreuen, den der Schöpfer ihm gegeben hat, desto mehr Wohlgefallen bereitet er sicher droben, dadurch dass der Untere mehr genießt.

Nachdem nun Josef die Arbeit des Gebens ohne jede Gegenleistung auf sich genommen hatte, muss er das Gute und den Genuss bereits empfangen, für die Arbeit, die er um des Gebens willen verrichtet hat. Darum steht geschrieben, dass Jakob zu ihm sagte: „Und ich gebe dir einen Anteil mehr als deinen Brüdern.“ „Anteil“ meint einen Teil mehr als deine Brüder, wie Raschi erklärt: Weil du dich mühst, dich um mein Begräbnis zu kümmern. Das heißt: Da du es damals auf dich genommen hast, ohne jede Gegenleistung zu arbeiten, ist nun die Zeit gekommen, dass du den Lohn empfängst, nämlich den Anteil an Licht und Fülle, der sich an der Arbeit des Gebens offenbaren soll. Denn die Arbeit des Gebens diente im Wesentlichen nur diesem Zweck: dass man Gutes und Genuss empfangen kann, ohne Scham, so wie jene, die unentgeltliche Geschenke empfangen.

Was nun den Ausdruck „einen Anteil“ betrifft, so lässt er sich auf dem Weg auslegen, wie mein Vater und Lehrer, seligen Andenkens, zu dem deutete, was bei König Saul geschrieben steht: Er war „von seiner Schulter aufwärts höher als das ganze Volk“ (1. Samuel 9). Im körperlichen Sinn bedeutet das, dass er um einen Kopf höher war als das ganze Volk, das heißt, sein Kopf ragte über das ganze Volk hinaus. Er aber sagte: Im Spirituellen teilen sich die Stufen in Rosh (Kopf) und Guf (Körper). „Körper“ nennt man die Stufe, die noch keine Vollkommenheit besitzt, und „Kopf“ die Stufe, die bereits Vollkommenheit besitzt.

Die Sache der Vollkommenheit lässt sich so auslegen, dass man bereits die Stufe der Korrektur der Schöpfung erlangt hat, die Gefäße des Gebens genannt wird. Das heißt: In den Handlungen der Gefäße des Gebens kann er bereits auf das Geben ausgerichtet sein, und das nennt man, dass er das Licht von Chassadim erlangt hat, das sich in die Gefäße des Gebens kleidet. Ebenso hat er bereits das Schöpfungsziel erlangt, das heißt, er kann bereits die Gefäße des Empfangens um des Gebens willen gebrauchen, und das nennt man, dass er bereits das Licht von Chochma erlangt hat.

Es zeigt sich, dass „von seiner Schulter aufwärts“ bedeutet, dass er bereits die Stufe der Vollkommenheit erlangt hat, die Stufe des Kopfes genannt wird. Auf diesem Weg lässt sich auslegen, was Jakob zu Josef sagte: „Und ich gebe dir einen Anteil mehr als deinen Brüdern“, nämlich, wie oben gesagt: Dadurch, dass er seine Arbeit auf der Stufe der wahrhaftigen Gnade auf sich nahm, das heißt ohne Lohn, erlangte er danach die Vollkommenheit, die Gefäße des Empfangens um des Gebens willen zu gebrauchen. Das heißt, er erlangte zwei Dinge auf einmal:

1) die Korrektur der Schöpfung,

2) das Schöpfungsziel.

Mit dem Gesagten lässt sich nun erklären, was im Lied der Sabbatnacht steht: „Jeder, der den siebten Tag heiligt, dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Tun.“ Das gilt es zu verstehen: Was ist das Neue daran, dass es heißt „dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Tun“? In der körperlichen Welt ist es doch ebenso üblich, dass jeder Arbeiter Lohn empfängt, je nachdem, wie lange er gearbeitet hat. Was also ist das Neue, das uns mitgeteilt werden soll, dass er Lohn nach seinem Tun empfängt? Und schwerer noch ist Folgendes: Man muss doch arbeiten, ohne auf Lohn zu zielen, sondern um des Himmels willen, das heißt zum Nutzen des Schöpfers und nicht zum eigenen Nutzen. Was also bedeutet „dessen Lohn ist sehr groß“?

Vielmehr ist es, wie oben gesagt: Nachdem der Mensch an den sechs Werktagen an der Korrektur der Schöpfung gearbeitet hat – also um des Gebens willen und nicht zum eigenen Nutzen –, zeigt sich, dass er gearbeitet hat, ohne irgendeine Gegenleistung zu empfangen, sondern allein um des Himmels willen. In demselben Maß nun, in dem er gearbeitet hat, ohne Lohn zu empfangen, empfängt er, wenn der Sabbat kommt – der die Stufe „Vorgeschmack der kommenden Welt“ ist und das Endziel von Himmel und Erde –, seinen Lohn. Das heißt, er gebraucht die Gefäße des Empfangens und genießt das Gute und den Genuss, was die Stufe des Schöpfungsziels ist. Denn nun kann er bereits alles um des Gebens willen empfangen.

Es zeigt sich, wie oben gesagt: Wenn er nicht genießt, so gleicht das einem Hausherrn, der einem Gast zu essen gibt und sich gemüht hat, einen Turm voller Güter für den Gast bereitzustellen. Sagt nun der Gast zum Hausherrn: „Ich habe an deinem Mahl keinerlei Genuss gehabt“, welches Wohlgefallen hat der Hausherr daran? Vielmehr: Je mehr der Gast das Mahl genießt, desto mehr Wohlgefallen hat der Hausherr.

Und so sagten die Weisen (Berachot 58), und dies sind ihre Worte: „Ein guter Gast, was sagt er? Wie viele Mühen hat sich der Hausherr meinetwegen gemacht, und alles, was er sich gemüht hat, hat er sich nur meinetwegen gemüht. Ein schlechter Gast aber, was sagt er? Welche Mühe hat sich der Hausherr schon gemacht – er tat es ja nur für seine Frau und seine Kinder.“

Das lässt sich nun auf Fragen der Arbeit auslegen: Was ist ein „guter Gast“ und was ein „schlechter Gast“? Solange der Mensch sein Böses noch nicht korrigiert hat – nämlich das Verlangen, zum eigenen Nutzen zu empfangen – und unter der Herrschaft des Bösen steht, sagt er: Dass der Schöpfer uns gegeben hat, Tora und Mizwot zu erfüllen, geschah, weil Er unsere Arbeit braucht; darum befahl Er uns, Tora und Mizwot zu erfüllen. Und als Gegenleistung dafür wird Er uns Lohn zahlen, das heißt, Er erschuf die Welt nicht, um Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, sondern – so sagen sie – Er erschuf die Welt zu Seinem eigenen Nutzen, Gott behüte.

Vielmehr will Er, dass wir für Ihn arbeiten, und als Gegenleistung dafür wird Er uns bezahlen. Da sagt der schlechte Gast bisweilen: Ich will nicht bei Ihm arbeiten, das heißt, Seine Tora und Mizwot erfüllen, und ich verzichte auf den Lohn. Und er sagt: Weder das eine – nämlich die Arbeit an Tora und Mizwot – noch ihren Lohn, den Lohn von Tora und Mizwot. Das heißt: Diese Arbeit, die der Schöpfer uns befohlen hat, ist als Gegenleistung diesen Lohn nicht wert.

Ein „guter Gast“ hingegen ist in der Arbeit der Mensch, der das Böse bereits korrigiert hat und schon Gefäße des Gebens besitzt; danach gelangt er zur Stufe des Schöpfungsziels, das heißt, er empfängt das Gute und den Genuss, weil er das Böse bereits korrigiert hat. Dann sagt er, dass alles, was der Hausherr sich gemüht hat, mir zugute geschieht, und nicht etwa, dass der Schöpfer der Bedürftige wäre und wir für Ihn arbeiten müssten.

Vielmehr ist es zu unserem eigenen Wohl, dass wir für Ihn arbeiten, das heißt, dass wir das Gute und den Genuss empfangen können und beim Empfang des Guten keine Scham empfinden. Anders der „schlechte Gast“, das heißt der Mensch, der noch unter der Herrschaft seines Bösen liegt, der um des Empfangens willen empfängt: Er sagt das genaue Gegenteil, dass der Schöpfer alles für Sich getan hat und nicht zum Nutzen der Geschöpfe.

Mit dem Gesagten lässt sich nun „Gnade und Wahrheit“ auslegen, die zwei Dinge sind:

1) „Gnade“, was bedeutet: alles nicht zum eigenen Nutzen zu tun, sondern alles um des Himmels willen,

2) „und Wahrheit“, denn dann wird man gewürdigt, die Wahrheit zu sehen: dass der Grund für die Erschaffung der Welten samt all den Korrekturen einzig dem Nutzen der Geschöpfe dient, damit sie Gutes und Genuss empfangen. Anders aber, bevor man die Stufe der Gnade erlangt hat, ist die Wahrheit noch nicht offenbar, dass die Erschaffung der Welt aus dem Grund geschah, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

korrigiert (Stilüberarbeitung nach Richtlinie), EY, Claude/Opus 4.8, 25.07.2026, 06:03 Uhr, Ver5